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NaturFreunde: Brandenburger Landesregierung muss Energiepolitik an Klimaschutz ausrichten

Zur aktuellen Diskussion über die Energie ‐ und Klimapolitik in Brandenburg erklären der Vorsitzende der NaturFreunde Brandenburg, Rüdiger Herzog, und der stellvertretende Vorsitzender der NaturFreunde Berlin, Uwe Hiksch:

Brandenburger Landesregierung muss Energiepolitik an Klimaschutz ausrichten
‐ Neubau eines Kohlekraftwerks Jänschwalde ist klimapolitisch nicht zu verantworten –

Energiepolitik für Brandenburg muss sich konsequent an einer Politik des Klimaschutzes und des Umbaus der Brandenburger Energieerzeugung ausrichten. Hier hat die rot‐rote Landesregierung durchaus erste Vorschläge unterbreitet, die von den NaturFreunden begrüßt werden. Gleichzeitig bleiben diese Vorschläge aber energiepolitisch unzureichend, wenn es um die Zukunft der Braunkohle in Brandenburg geht. Teile der Landesregierung machen hier den selben Fehler, wie Landesregierungen in Nordrhein‐Westfalen, die glaubten, mit einer Konservierung von Kohleabbau, die Zukunftsfähigkeit des Landes voranzubringen. Hier wurden über Jahrzehnte Fördergelder falsch eingesetzt, die wesentlich sinnvoller für die Forschung und Entwicklung im Bereich der erneuerbaren Energien eingesetzt werden konnten. Heute haben sich die erneuerbaren Energien zu einen Jobmotor entwickelt, in dem mehr als 370 000 Menschen Arbeit gefunden haben.

Hier sollte das Wirtschaftsministerium in Brandenburg konsequent ansetzen und seine Politik darauf ausrichten, die Ansiedlung von Industrien im Bereich der erneuerbaren Energien noch mehr als bisher zu fördern. Für die Arbeitsplätze in der Kohleindustrie müssen rasch Ersatzarbeitsplätze geschaffen und die Förderung der Braunkohle schnellstmöglich beendet werden. Die Braunkohle hat in Brandenburg in Zukunft keinen Platz mehr im Rahmen einer zukunftsfähigen Energiepolitik. Wenn jetzt innerhalb der Brandenburger Landesregierung über den Neubau eines Kohlekraftwerkes im Jahr 2020 und später gestritten wird, hat ein Teil der Landesregierung nicht verstanden, dass dies mit einer Klimapolitik, die sich an klaren Klimaschutzzielen orientiert, nicht zu vereinbaren ist.

Die NaturFreunde fordern ein energiepolitisches Leitbild für Brandenburg, das dezentrale, regenerative Energieerzeugung fördert und die Energieverteilung zurück in kommunale Hände verlagert. Großkonzerne wie Vattenfall, e.on oder RWE müssen der Vergangenheit angehören. Aus diesem Grund unterstützen die NaturFreunde das Bündnis „Atomausstieg selber machen“ und werben für einen Wechsel der Stromverbraucherinnen und Stromverbraucher zu Ökostromanbietern.

Auch das Verbauen großer landwirtschaftlicher Flächen für Solarparks sehen die NaturFreunde skeptisch, solange Menschen auf der Welt hungern müssen und landwirtschaftliche Flächen durch solche Mega‐Solar‐Parks verloren gehen. Vielmehr setzen die NaturFreunde auf eine Politik der Energieeinsparung und der konsequenten Förderung von dezentralen Solaranlagen auf den Dächern von öffentlichen Einrichtungen und Wohnsiedlungen.

Die NaturFreunde Berlin und Brandenburg unterstützen die intensive Diskussion über eine neue Energiepolitik. Eine nachhaltige Energiepolitik für Brandenburg setzt jedoch einen schnellen Ausstieg aus der klimaschädlichen Kohleverstromung voraus. Die derzeitige Kohlepolitik für das Land Brandenburg ist weder regionalpolitisch noch energiepolitisch zu verantworten. Riesige Landstriche Brandenburgs werden für die kurzfristige Nutzung einer klimaschädlichen Energieerzeugung zerstört.

Ganze Regionen müssen umsiedeln, um den Gewinninteressen Vattenfalls Platz zu machen. Der Braunkohletagebau in der Lausitz ist rückwärtsgewandt und mit den Notwendigkeiten einer offensiven Klimapolitik nicht zu vereinbaren.

Die NaturFreunde Berlin und Brandenburg unterstützen alle Kräfte in der Landesregierung, die sich gegen den Neubau eines Kohlekraftwerkes aussprechen. Die NaturFreunde werden den Widerstand gegen solche Pläne aktiv unterstützen und alle rechtlichen Möglichkeiten zur Verhinderung eines solchen Kraftwerks ausschöpfen. Jeder Versuch durch CCS‐Technologien oder neue Tagebaue eine solche Politik zu konterkarieren werden die NaturFreunde kritisch begleiten.

Rückfragen:
Uwe Hiksch, NaturFreunde Berlin Tel. 0176/62015902
Rüdiger Herzog, NaturFreunde Brandenburg 0174/6955569


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NaturFreunde-Fotowettbewerb: nachhaltiger Tourismus

NaturFreunde-Fotowettbewerb: nachhaltiger Tourismus
Bis 1. September 2012 Aufenthalte in nachhaltigen Tourismusregionen gewinnen

Wien/Berlin, 5. Dezember 2011 – Der NaturFreunde-Fotowettbewerb 2012 „Nachhaltiger Tourismus“ ruft Fotografinnen und Fotografen weltweit dazu auf, touristische Wechselwirkungen fotografisch einzufangen und bis spätestens 1. September 2012 als Wettbewerbsbeitrag einzureichen. Denn in insgesamt vier Wettbewerbssparten können hochwertige Preise gewonnen werden, etwa mehrtägige Aufenthalte in nachhaltigen Tourismusregionen. Der Wettbewerb wird organisiert von der NaturFreunde Internationale (NFI), Kooperationspartner sind die NaturFreunde Deutschlands (NFD) und Österreichs (NFÖ).

 

Mit diesem internationalen Fotowettbewerb wollen die NaturFreunde die Bewusstseinsbildung für den sowie die Entwicklung des Nachhaltigen Tourismus fördern. Schließlich stehen die NaturFreunde unter anderem für die sozialökologische Gestaltung von Tourismus- und Freizeitangeboten sowie den Schutz und die aktive Vermittlung unseres Natur- und Kulturerbes – Grundvoraussetzungen für eine Nachhaltige Entwicklung.

 

Nachhaltiger Tourismus bedeutet auch: Verantwortung übernehmen

Tatsächlich kann der Tourismus zu mehr Wohlstand und mehr kulturellem Zusammenhalt in einer Region führen. Allerdings hängt dieser Prozess stark von der Art und Weise des Reisens sowie des „Bereist-Werdens“ ab. Für den Aufbau eines sozial, kulturell, ökologisch und wirtschaftlich langfristig tragfähigen Tourismus, der positive Entwicklungen auch für die Menschen vor Ort ermöglicht, sind intakte Natur- und Landschaftsräume, Rücksichtnahme auf lokale Kulturen und eine geschickte Vernetzung des touristischen Angebots mit weiteren regionsspezifischen Wirtschaftszweigen notwendig. Dazu gehört aber auch, dass Reisende und Reiseveranstalter Verantwortung übernehmen für die Auswirkungen ihrer touristischen Aktivitäten auf Menschen und Natur der bereisten Region.

 

Urlaube in Island, Litauen, Österreich und Deutschland zu gewinnen

Die in diesem Sinne aussagekräftigsten digitalen Bilder, die in vier Wettbewerbssparten eingereicht werden können, werden prämiert unter anderem mit mehrtägigen Aufenthalten in nachhaltigen Tourismusregionen. In Zusammenarbeit mit dem Netzwerk European Destinations of Excellence (EDEN) bieten etwa die Wohlfühlregion Oberes Innviertel „Seelentium“ und die Urlaubsregion Biosphärenpark Großes Walsertal in Österreich sowie die isländischen Westfjorde, die litauische Region Plunge gemeinsam mit dem Nationalpark Zemaitija und der kroatische Nationalpark Sjeverni Velebit mehrtägige Aufenthalte in herausragenden Tourismusregionen an, die bereits als Vorreiter für einen nachhaltigen Tourismus von EDEN ausgezeichnet wurden. Weitere Wochenendaufenthalte führen in Europas wildes Herz, der deutschen Nationalparkregion Bayerischer Wald. Zudem sponsert „LEBENSART – Das Magazin für Nachhaltige Lebenskultur“ spannende Abonnements und auch das Hightech-Fotolabor „Cyberlab“ unterstützt den internationalen Fotowettbewerb.


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NaturFreunde: Europa braucht eine neue Finanzmarktarchitektur


NaturFreunde rufen zur Teilnahme an der Demonstration „Banken in die Schranken“ auf

 

Berlin, 10. November  2011 – Zu den Demonstrationen „Banken in die Schranken“ am 12. November 2011 in Frankfurt und Berlin erklärt Uwe Hiksch, Mitglied im Bundesvorstand der NaturFreunde Deutschlands:

 

Gemeinsam mit den Organisationen attac und campact organisieren die NaturFreunde Deutschlands die Demonstrationen „Banken in die Schranken“, die am 12. November 2011 gleichzeitig das Bankenviertel in Frankfurt und das Regierungsviertel in Berlin umzingeln werden.

 

Wir sehen einen dramatischen Verlust der Demokratie. Das Sagen hat längst nicht mehr die Politik, die dafür vom Volk legitimiert wurde. Das Sagen haben mittlerweile die flotten Gelddealer in den Banken. Und dagegen wehren wir uns“, erklärte der Bundesvorsitzende der NaturFreunde Deutschlands Michael Müller, der auch auf der Abschlusskundgebung der Berliner Demonstration sprechen wird.

 

Die NaturFreunde unterstützen die Aktionen für eine neue Wirtschafts- und Sozialpolitik und solidarisieren sich mit den weltweiten Protesten gegen die Politik der Finanzmärkte, deren Akteure sich immer mehr auf Kosten von Beschäftigten, Studierenden und Rentnern bereichern.

Mit den Demonstrationen solidarisieren sich die NaturFreunde auch ausdrücklich mit den Protesten der Menschen in Griechenland, die sich gegen das großflächige Sparprogramm wehren. Immer mehr der Arbeitnehmer, Rentner und sozial Schwächeren werden durch die massiven Kürzungen in die Armut getrieben. Diese Kürzungspolitik ist sozial nicht zu verantworten und ungerecht.

 

Durch diese Politik wird die Wirtschaft in Staaten wie Griechenland und Portugal ökonomisch erdrosselt. Die NaturFreunde Deutschlands fordern die Gewinner der derzeitigen Wirtschafts- und Finanzkrise auf, sich endlich auch an den Rettungspaketen zu beteiligen.

 

Zudem fordern die NaturFreunde Deutschlands die Parteien im Deutschen Bundestag auf, Initiativen zu ergreifen für:

 

> das Verbot von Leerverkäufen und ungedeckten Kreditausfallversicherungen;

> mehr soziale Gerechtigkeit: Eine neue Politik der Umverteilung von oben nach unten muss endlich die Armut und die soziale Ausgrenzung von immer mehr Menschen beseitigen;

> die Beteiligung von Banken und Versicherungen an der Finanzierung der Krise: Es ist höchste Zeit für die Einführung einer Bankenabgabe;

> eine gerechtere Besteuerung von Vermögen und hohen Einkommen, die zu einer echten Finanzierung der öffentlichen Haushalte beiträgt;

> die sofortige Einführung einer Finanztransaktionssteuer;

> die Stärkung der Sparkassen und genossenschaftlichen Banken: Die privaten Großbanken müssen in die öffentliche Hand überführt werden;

> die Schaffung einer öffentlichen europäischen Bank, die zinsgünstige Kredite an die Staaten vergibt und damit eine gerechte Staatenfinanzierung ermöglicht.

 

Alle Informationen zu den Demonstrationen auf: www.banken-in-die-schranken.de


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NaturFreunde: Keine Turbogenehmigungen für europäische Stromtrassen


EU-Kommission will Beteiligungsrechte einschränken und zentralistische Großprojekte fördern

 

Berlin, 20. Oktober 2011 – Die Vorschläge der EU-Kommission, künftig die Planungs- und Genehmigungsphase wichtiger europäischer Stromtrassen auf drei Jahre zu beschränken, werden von den NaturFreunden Deutschlands abgelehnt. Denn „damit greift die EU-Kommission nicht nur massiv in die bisherigen Beteiligungsrechte von Naturschutzverbänden und Bürgern ein“, kritisierte Uwe Hiksch, Mitglied im Bundesvorstand der NaturFreunde Deutschlands: „Auch sollen wieder einseitig zentralistische Großprojekte gefördert werden, die eine dezentrale Energieerzeugungsstruktur ausbremsen.“

 

Hiksch zufolge argumentiere die EU-Kommission mit der scheinbaren Gefahr, dass die Energiewende an fehlenden Strom- und Ferngasleitungen scheitern könne. Doch damit lenke sie bewusst von einer wirklich nachhaltigen und ökologischen Energiewende ab, die nur dezentral funktionieren könne.

 

Das Ziel der EU-Kommission sei dabei nicht neu: Grenzüberschreitende Infrastrukturprojekte sollen künftig „im europäischen Interesse“ deutlich schneller umgesetzt werden. Konkret hieße das: mit weniger Bürgerbeteiligung von Betroffenen und weniger Einwendungsmöglichkeiten von Umweltverbänden. „Dies ist in keiner Weise akzeptabel und muss vom Tisch“, forderte Hiksch.

 

Bundesregierung darf einer entsprechenden Verordnung nicht zustimmen

Die NaturFreunde Deutschlands fordern die Bundesregierung auf, der so vorgeschlagenen EU-Infrastrukturverordnung nicht zuzustimmen. Gleichzeitig vertritt der Umweltverband die Auffassung, dass die Beteiligung von Umweltverbänden, Standortinitiativen und Bürgern an der Planung von Infrastruktureinrichtungen nicht auf EU-Ebene geregelt werden könne, sondern allein in die Kompetenzen der einzelnen Mitgliedsstaaten falle.

 

„Völlig inakzeptabel sind die Vorschläge der Kommission, dass die Planungs- und Genehmigungsphase neuer Stromtrassen und Ferngasleitungen künftig nicht länger als drei Jahre dauern soll“, stellte Hiksch klar. Eine solche zeitliche Festlegung widerspreche demokratischen Grundprinzipien. Große Infrastrukturprojekte sollten so in „Turbomanier“ durch die Genehmigungen gepeitscht werden. Gründliche Prüfungen und die Erarbeitung von Alternativplanungen sollten damit bewusst verhindert werden.

 

EU-Kommissar Oettinger verhindert ökologische Energiewende

„Seit seiner Ernennung versucht EU-Kommissar Oettinger die Realisierung verschiedener  Vorschläge der Umweltverbände zu verhindern. Nach wie vor setzt er auf den Ausbau der Atomenergie innerhalb der EU, versucht neue Kohlekraftwerke zu fördern und verhindert eine ökologische Energiewende“, kritisierte Hiksch. Auch die Durchsetzung von europäischen Stromautobahnen, mit denen dann der billige Atom- und Kohlestrom verteilt werden könne und solle, falle in dieses falsche Denken. „Dass man einen derart massiven Ausbau für eine echte ökologische Energiewende benötigt, ist vorgeschoben und einfach falsch“, stellte Hiksch klar.


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NaturFreunde Internationale: „Gemeinsam Natur (er)leben“: Neues „Migrationshandbuch“ der Naturfreunde erschienen

Presseaussendung | Naturfreunde Internationale

Das Nachmachen und Kopieren ist ausdrücklich erwünscht: Das Handbuch „Gemeinsam Natur (er)leben“ der Naturfreunde Internationale (NFI) stellt nicht nur Integrationsprojekte der Naturfreundebewegung und anderer Vereine aus insgesamt fünf Ländern vor, sondern möchte generell zivilgesellschaftliche Organisationen dazu ermutigen, MigrantInnen aktiv anzusprechen und zur Mitarbeit einzuladen.

Präsentiert wurde die Broschüre im Rahmen des Naturfreunde-Kongresses in Graz. Es geht darin um Grundsätze und Beispiele für interkulturelles Arbeiten im Umweltbereich. Sowohl die Nord-Süd-Partnerschaften der NFI als auch solidarisches Handeln in Europa werden vorgestellt.

„Dieses Handbuch soll Naturfreundinnen und Naturfreunde motivieren, über Zusammenhänge von Klimawandel und Migration zu diskutieren und sich aktiv für Integration zu engagieren. Deshalb haben wir Aktivitäten und Projekte ausgesucht, von denen man sich etwas abschauen kann“, erklärt Dr. Christian Baumgartner, Generalsekretär der NFI. „Wir stellen vor, wie Naturfreunde bereits in ihren Ortsgruppen Menschen mit Migrationshintergrund ansprechen und gemeinsam Projekte verwirklichen“, so Dr. Margit Leuthold vom ExpertInnenbeirat.

Die Broschüre „Gemeinsam Natur (er)leben“ ist dreisprachig (D/E/F) erschienen und steht auf der NFI-Website als Download bereit: www.nf-int.org/migrationshandbuch

Rückfragen und Kontakt:

Karin Chladek

Naturfreunde Internationale (NFI)


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NaturFreunde: Atommüll in Morsleben gefährdet die gesamte Region

NaturFreunde fordern unverzügliche Rückholung des eingelagerten Atommülls

Berlin, 14. Oktober 2011 – Anlässlich der aktuellen Diskussion über die Zukunft des sogenannten „Atommüllendlagers Morsleben“ erklärt Uwe Hiksch, Mitglied im Bundesvorstand der NaturFreunde Deutschlands:

Die chaotischen Zustände in Morsleben zeigen wieder einmal deutlich, dass der Bevölkerung von der Atomlobby ein schier unlösbares Problem aufgeladen wurde. Die Politik versucht die Endlagerung des hochgiftigen Atommülls zu lösen, indem sie das Hunderttausende Jahre strahlende Material in völlig ungeeignete geologische Formationen wie etwa dem einstürzenden Salzstock in Morsleben einbetonieren möchte. Doch dadurch werden nur Risiken auf zukünftige Generationen verlagert. Die NaturFreunde Deutschlands fordern die unverzügliche und sichere Rückholung des in Morsleben eingelagerten Atommülls.

Terminhinweis: Morsleben-Demonstration am 15.10.2011 in Magdeburg

Die NaturFreunde Deutschlands unterstützen die Demonstration „Atommüllkippe Morsleben stilllegen – ABER RICHTIG!“ am Samstag, dem 15. Oktober 2011 in Magdeburg. Das Programm beginnt um 11:00 Uhr vor dem Magdeburger Hauptbahnhof, die Demonstration um 12:05 Uhr.

Die zwischenzeitlich 37.000 Kubikmeter Atommüll in Morsleben lagern in einer geologischen Formation, für die bis heute keinerlei belastbarer Langzeitsicherheitsnachweis erbracht wurde. Dabei stammt nur der kleinere Teil des radioaktiven Materials aus der ehemaligen DDR. Der größte Teil wurde nach 1989 aus westdeutschen AKW eingelagert. Morsleben wurde als willkommenes Atomlager genutzt, um von den bestehenden chaotischen Verhältnissen der westdeutschen Atomwirtschaft abzulenken.

Betonsarkophag gegen mangelnde geologische Eignung

Geradezu zynisch sind die Planungen, die mangelnde geologische Eignung des völlig maroden und einstürzenden Salzbergwerks durch die Schaffung eines „Betonsarkophages“ zu ersetzen. Denn die Verantwortlichen hoffen darauf, dass dieses Betongrab einige Jahrzehnte durchhalten wird und sie so Zeit gewinnen können. Doch dieser Vorschlag ist mehr als fahrlässig: Er nimmt in Kauf, das zukünftige Generationen mit der massiven Gefahr einer Verseuchung leben und deren gesundheitliche Risiken tragen müssen.

Die NaturFreunde Deutschlands fordern:

· Die unverzügliche und sichere Rückholung von Atommüll aus dem bereits hochgradig ausgebeuteten Salzbergwerk in Morsleben. Dort wurden auf sieben Ebenen Hunderte von Kavernen, Stollen und Schächte in das Gestein getrieben und dadurch eine instabile Formation geschaffen. Bereits jetzt sind mehr als 2.000 Tonnen Deckengestein eingestürzt. Dies ist jedoch nur der Anfang.

· Die Aufgabe der Pläne für die Schaffung eines „Betonsarkophages Morsleben“, da durch den großflächigen Einsatz von Beton die bestehende sicherheitsgefährdende Lage nicht verbessert werden kann.

· Die Aufgabe der Idee von Morsleben als Atommüllendlager, da die geologische Formation ungeeignet ist, atomare Abfälle über Zehntausende von Jahren sicher zu lagern.

· Die Lagerung von Atommüll in Salzgesteinen muss grundsätzlich aufgegeben werden, da nach derzeitigen wissenschaftlichen Erkenntnissen aufgrund der sehr komplexen geologischen Verhältnisse im Salzgestein eine dauerhaft sichere Lagerung unmöglich ist.

· Jegliche Einlagerung von Atommüll muss rückholbar organisiert werden, um einen mindestens einigermaßen verantwortlichen Umgang mit den hochgiftigen Abfällen gegenüber zukünftiger Generationen sicherzustellen. Die bisherigen Erfahrungen mit den Lagern Morsleben und Asse lassen keine anderen Rückschlüsse zu.


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NaturFreunde: Nationaler Masterplan Maritime Technologien ist rückwärtsgewandt


Fokus auf Erdöl- und -Erdgasförderung im Tiefwasser ist ökologisch nicht zu vertreten

 

Berlin, 13. Oktober 2011 – Zum von der Bundesregierung vorgelegten „Nationalen Masterplan Maritime Technologien“ (Bundestags-Drucksache 17/6926: www.kurzlink.de/DBT-17-6926) erklärt Uwe Hiksch, Mitglied im Bundesvorstand der NaturFreunde Deutschlands:

 

Der einseitige Fokus der Bundesregierung auf die Meeresnutzung für ökonomische Zwecke ist ökologisch nicht zu vertreten und hat mit einem nachhaltigen Meeresschutz und einem ökologischen Umbau der Energieerzeugung wenig zu tun.

 

Im Nationalen Masterplan Maritime Technologien legt die Bundesregierung ihr Hauptaugenmerk darauf, wie deutsche Unternehmen ihre Weltmarktposition in der Meerestechnik zur Ausbeutung der Weltmeere weiter ausbauen können. Als zentrales Betätigungsfeld für die deutsche maritime Wirtschaft wird der „Weltmarkt Offshore Öl und Gas“ beschrieben. Völlig inakzeptabel ist dabei der Fokus der Bundesregierung auf die Erschließung von Tiefwasser-Erdöl- und -Erdgasfeldern in einer Tiefe zwischen 1.500 und 3.000 Metern, die als einer „der wesentlichen Trends für die zukünftige Entwicklung des weltweiten Offshore-Markts“ beschrieben wird.

 

Unfälle und Bohrschlämme verseuchen die Meere großflächig

Die intensive Exploration und der Transport von Öl auf den Weltmeeren haben negative Auswirkungen. Unfälle von Tankschiffen oder auf Ölplattformen sorgen für großflächige Verseuchungen. Auch durch die Ableitung des für die Ölförderung notwendigen Produktionswassers und den massenhaft anfallenden Bohrschlamm werden die Meere täglich stark verseucht. Denn dabei werden große Mengen von Chemikalien als notwendige Zusätze des Bohrvorgangs in die Weltmeere eingeleitet. Ölplattformen fördern ein Gemisch aus Öl, Wasser und Gas. Nachdem das Öl vom Wasser getrennt wurde, wird das benutzte Meerwasser als „Produktionswasser“ ins Meer eingeleitet – inklusive der Restmengen an Öl. Durch die verstärkte Exploration von Öl und Gas in immer größeren Meerestiefen wird das Risiko von Verschmutzungen aus dem laufenden Betrieb oder durch schwere Unfälle stark zunehmen.

 

Auch der Hinweis im Masterplan, dass „durch den Klimawandel die Eisdicken und die Eisausbreitung in der Arktis stark abgenommen haben“ und sich daraus „völlig neue Möglichkeiten, die dort lagernden Erdöl-, Erdgas- und andere Rohstoffvorkommen zu fördern und mit Eis brechenden Schiffen abzutransportieren“ ergeben, ist im Sinne einer nachhaltigen Klimapolitik nicht akzeptabel. Wir brauchen keinen Aktionsplan für die noch intensivere Exploration von Kohlendioxid produzierenden Ressourcen, sondern im Gegenteil eine Strategie zum Ausstieg aus der CO2-Verbrennung und zum Schutz der Arktis und der Weltmeere.

 

Positiv im Masterplan ist hingegen die Ausrichtung auf einen deutlichen Ausbau der Offshore-Windenergie. Aber auch hier fehlt ein Ansatz, die einseitig ausgerichtete zentralistische Großproduktion von Windstrom, der dann über ganz Europa verteilt werden soll, durch ein dezentrales System von nachhaltigem Strom zu ersetzen.

 

Für die Zukunft fordern die NaturFreunde von der Bundesregierung

>    Öl- und Gasförderungen in der Arktis und in der Tiefsee müssen verboten werden.

>    Aufgrund der hohen Risiken bei der Ölförderung in Tiefen unter 250 Metern ist ein weiterer Ausbau der Öl-Exploration in diesen Tiefen zu untersagen.

>    Die Öl- und Gasfirmen müssen verpflichtet werden, für mögliche Folgen der Exploration von Öl und Gas aufzukommen. Hierfür müssen ein internationaler Entschädigungsfonds und der verpflichtende Abschluss von Risikoversicherungen gesetzlich vorgeschrieben werden. Alle Firmen, die Gas und Öl explorieren, müssen in einen solchen Fonds einbezahlen. Aus diesem Fonds sind dann die Beseitigungskosten der Folgen von Unfällen zu bezahlen.

>    Für die Überwachung der Sicherheitsstandards auf den Offshore-Plattformen muss eine internationale Überwachungsbehörde gegründet werden, die Sicherheitsstandards regelmäßig kontrolliert und bei Verstößen Plattformen auch schließen kann.

 

Der „Nationale Masterplan Maritime Technologien“ ist ein Zeugnis einer rückwärtsgewandten Technologieausrichtung, die für die Zukunftsfähigkeit der deutschen Industrie keinen positiven Beitrag leisten wird. Stattdessen sollte die Bundesregierung endlich eine ökologisch verträgliche Industriepolitik entwickeln.


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NaturFreunde: Vietnamesische Agent-Orange-Opfer brauchen dringend Hilfe


Mehr als drei Millionen Menschen aus drei Generationen leiden bereits an den Folgen

Berlin, 10. Oktober 2011 – Anlässlich des Vietnambesuchs von Bundeskanzlerin Angela Merkel haben die NaturFreunde Deutschlands die Bundeskanzlerin in einem Brief aufgefordert, auf ihrer Reise auch die Folgen des Einsatzes des Pflanzenvertilgungsmittels Agent Orange zu thematisieren sowie konkrete eigene Hilfen für die Opfer anzubieten.

 

Jetzt, 50 Jahre nach dem ersten Sprüheinsatz mit Agent Orange im Vietnamkrieg, müsse es endlich auch um die Menschen gehen, die dem Pflanzenvertilgungsmittel ausgesetzt gewesen seien, forderte die stellvertretende Bundesvorsitzende der NaturFreunde Deutschlands Regina Schmidt-Kühner: „Mehr als drei Millionen Menschen aus drei Generationen leiden noch heute unter den Folgen des Kontakts mit dem berüchtigten Dioxin.“

 

Agent Orange verändert Erbgut jetzt schon der dritten Generation

Die wohl schrecklichste Langzeitwirkung des Dioxins sei Schmidt-Kühner zufolge seine mutagene Wirkung. So gehörten die jüngsten Betroffenen in Vietnam bereits zur Generation der Enkel der Kriegsveteranen. Deformierte Gliedmaßen, Missbildungen des Gehirns, des Rückgrates sowie Krebs bedeuteten für die Opfer häufig ein Leben in Siechtum und Armut.

 

„Auch 50 Jahre nach dem Beginn der Agent-Orange-Katastrophe gibt es immer noch keine ausreichende medizinische Versorgung oder gar eine Rehabilitation,“ kritisierte Regina Schmidt-Kühner. Bis heute verweigern die USA sowie die Konzerne, die einst das Agent Orange lieferten, allen voran Dow Chemical und Monsanto, entsprechenden Schadenersatz und bestreiten jegliche Verantwortung für die Schäden durch Agent Orange.

 

„Die Betroffenen in Vietnam brauchen dringend Hilfe. Wir erwarten von der Bundeskanzlerin, dass sie sich vor Ort über die Folgen des Agent-Orange-Einsatzes informiert und die Bundesrepublik einen eigenen Beitrag zur Hilfe der betroffenen Menschen leistet“, erklärte die stellvertretende Bundesvorsitzende der NaturFreunde Deutschlands.

 

Der Brief der NaturFreunde Deutschlands an Bundeskanzlerin Merkel als PDF-Download: www.kurzlink.de/NFD-zu-Agent-Orange


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NaturFreunde: SPD vergibt Chance für einen verkehrspolitischen und ökologischen Umbau von Berlin

Koalitionsverhandlungen in Berlin gescheitert
SPD vergibt Chance für einen verkehrspolitischen und ökologischen Umbau von Berlin

Berlin, 5. Oktober 2011 – Zu den vorerst gescheiterten Koalitionsverhandlungen zwischen SPD und Bündnis 90/Die Grünen erklärt der stellvertretende Landesvorsitzende der NaturFreunde Berlin und Mitglied im Bundesvorstand der NaturFreunde Deutschlands, Uwe Hiksch, folgendes:

 

Durch ihre unnachgiebige Haltung ist die SPD Berlin dabei, einen notwendigen verkehrspolitischen und ökologischen Umbau der Stadt zu verhindern. Die Planungen für den Ausbau der A 100 gehen auf die 50er Jahre zurück, in denen die autogerechte Stadt als der Inbegriff der infrastrukturellen Modernität galten – die sind „Dinosaurier-Planungen“ einer längst vergangenen Zeit.

 

Die NaturFreunde Berlin erwarten von der SPD ihre unnachgiebige Haltung zur A 100 endlich aufzugeben und sich einer neuen verkehrspolitischen Entwicklung in Berlin zu öffnen. Dies bedeutet, dass ein gut ausgebauter öffentlicher Personennahverkehr, der Ausbau der Straßenbahnen und des Fahrradverkehrs sowie eine menschengerechte Stadtplanung in den Mittelpunkt der Verkehrs- und Infrastrukturpolitik gestellt werden.

 

Die NaturFreunde Berlin bitten die Mitgliederinnen und Mitglieder der SPD sich für eine verkehrspolitische Wende und ein Nein zum Ausbau der A 100 in ihrer Partei einzusetzen. Der Landesparteitag der SPD ist nur mit knapper Mehrheit für die Autobahnbefürworter entschieden worden. Diese knappe Mehrheit darf für Berlin nicht zu politischen Stillstand und einer Regierungsbeteiligung einer gesellschaftspolitisch rückwärtsgewandten CDU führen.


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NaturFreunde unterstützen Landesbündnis „Ja zum Ausstieg“

Pressemitteilung der NaturFreunde in Baden-Württemberg

 

Naturfreunde unterstützen Landesbündnis „Ja zum Ausstieg“

 

Der Verband für Umweltschutz, sanften Tourismus, Sport und Kultur untermauert sein Nein zum Milliardenprojekt „Stuttgart 21“

 

STUTTGART/KARLSRUHE. Getreu dem alten Sponti-Spruch, „Du hast keine Chance – also nutze sie!“, beteiligen sich die NaturFreunde in Baden-Württemberg am Landesbündnis „Ja zum Ausstieg“, das bei der nun endgültig beschlossenen Volksabstimmung am 27. November das Bahnprojekt „Stuttgart 21“ zu Fall bringen will. Ohne Gegenstimme hat der Vorstand des Verbands für Umweltschutz, sanften Tourismus, Sport und Kultur, der landesweit rund 25.000 Mitglieder zählt, in seiner jüngsten Sitzung diesen Beschluss gefasst.

Dass die Aussichten für einen S-21-Ausstieg beim Volksentscheid, aufgrund der hohen rechtlichen Hürden in Baden-Württemberg nicht allzu groß sind, wissen die NaturFreunde – wie das gewählte Motto zeigt – ganz genau. „Allerdings sehen wir auch die einmalige Gelegenheit auf dem Weg zur direkten Demokratie weiter zu kommen“, heißt es in einer Erklärung des Vorstandsgremiums. So mache der Konflikt um Stuttgart 21 die Mängel bei Volksbegehren und Volksabstimmungen in Baden-Württemberg überdeutlich. Abschrecken lassen sich die NaturFreunde davon indes nicht: ganz im Gegenteil.

Schon seit langem unterstützen viele NaturFreunde-Mitglieder sowie deren regionale Gliederungen aktiv den Kampf gegen „Stuttgart 21“ und setzen sich für die weit sinnvollere Alternative K 21 ein. Auch auf Landesebene hat sich der Verband bereits vor vielen Jahren entsprechend geäußert und positioniert. Jetzt sei es wichtig, „dass die anstehende Volksabstimmung einen großen Zuspruch in der Bevölkerung erfährt, damit Stuttgart 21 verhindert werden kann und für den Erhalt des Kopfbahnhofs votiert wird“. So würde unter anderem über die 191 Ortsgruppen und in den mehr als 140 NaturFreundehäusern im Land für eine Teilnahme am Volksentscheid und für den S-21-Ausstieg geworben, erklärt der NaturFreunde-Vorstand abschließend.

 

Für weitere Informationen:

NaturFreunde Geschäftsstelle Württemberg

Jochen Alber, Geschäftsführer

Neue Str. 150, 70186 Stuttgart

Tel.: 0711/481076


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NaturFreunde: Jörg Asmussen – der Bock als Gärtner


Berlin, 4. Oktober 2011 – Zur Ernennung von Jörg Asmussen zum Chefvolkswirt der Europäischen Zentralbank (EZB) äußert sich Michael Müller, Bundesvorsitzender der NaturFreunde Deutschlands e.V. wie folgt:

 

Wie tief sich falsches Denken in die politischen Entscheidungen einnisten kann, zeigt der Aufstieg von Jörg Asmussen. Die 17 Finanzminister der Euro-Zone machten den Geldpolitiker zum Chefvolkswirt der Europäischen Zentralbank. Damit wird umgedreht, was lange Zeit selbstverständlich war: Geld darf nicht herrschen, sondern muss den Wirtschaftskreislauf stabilisieren. Ein Chefvolkswirt muss die Regeln einer guten Volkswirtschaftlehre bewahren.

 

Doch Asmussen gehört zu denjenigen, die seit Jahren die Deregulierung und Liberalisierung der Geldmärkte predigen. Er ist einer der Architekten in der Umsetzung der neoliberalen Ideologie, die nicht nur unser Land in die Finanzkrise geführt hat. Asmussen wird Chefvolkswirt, weil er politisch genehm ist, aber nicht, weil er fachlich gerechtfertigt ist. Die Entscheidung ist keine überzeugende Wahl – sie entspricht dem Zeitgeist, aber nicht der ökonomischen Vernunft!

 

Asmussen ist eine politische Entscheidung die Geldpolitik über die Volkswirtschaftslehre zu stellen. Mit ihm wird sich die Welt nicht aus der Krise befreien können: Denn bei dieser Personalentscheidung handelt es sich offenkundig um eine ideologische und keine vernunftbetonte.


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Naturfreunde Internationale: Radeln für Frieden und neue Energien

1 Die NaturFreunde Deutschlands rufen zur Teilnahme an der Friedensfahrt 2012 der Initiative „bike for peace” von Verdun nach Wolgograd auf. Die Naturfreunde Internationale wird gebeten, für die Aktivitäten zu werben.

 

Der Antrag wurde auf den Kongress der Naturfreunde Internationale am 01.10.11 in Graz beschlossen.


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Naturfreunde Internationale: EURATOM endlich auflösen!

EURATOM endlich auflösen! Für die Schaffung einer Europäischen Gemeinschaft zur Förderung erneuerbarer
Energien!

 

 

 

 

1 Seit vielen Jahrzehnten hat die Anti-Atom-Bewegung auf die Unverantwortlichkeit der Atomkraft hingewiesen. Naturfreunde sind Gründungsmitglied der Anti-Atom-Bewegung in vielen Ländern Europas. Mit ihrem Engagement haben sie deutlich gemacht, dass die Nutzung der Atomenergie unverantwortlich ist. Die Naturfreunde treten für den schnellstmöglichen Ausstieg aus der Atomenergienutzung ein und fordern die massive Förderung einer nachhaltigen und umweltverträglichen Energiegewinnung.

2 Atomkraft ist eine unbeherrschbare Risikotechnologie mit unabsehbaren Folgen für die Menschen und die Umwelt. Die Nutzung der Atomtechnologie setzt demokratische Grundrechte auf Spiel und gefährdet die Lebensbedingungen zukünftiger Generationen.

3 Von Anfang an gab es keine absolute Trennung zwischen „ziviler“ und militärischer Nutzung der Nukleartechnologien. Vielmehr wurde die Forcierung der  Atomenergienutzung von vielen Staaten als Möglichkeit für den Einstieg in den Bau von Atombomben benutzt.

4 In vielen Ländern der Welt gibt es Anti-Atom-Initiativen. Die Naturfreunde Internationale wird die Stärkung und den Aufbau eines internationalen Netzwerkes gegen Atomenergie Förderung und aktiv unterstützen. Gemeinsam mit den Landesverbänden, die sich an einem solchen Netzwerk beteiligen wollen, wird sich die Naturfreunde Internationale in internationale Aktionen und Debatten zur Abschaffung der Atomenergie weltweit einbringen.

5 Tschernobyl, Harrisburg und Fukushima sind die bekanntesten Beispiele für die Risikotechnologie Atomkraft. Für Naturfreunde ist es völlig inakzeptabel, dass 25 Jahre nach dem Reaktorunglück in Tschernobyl und trotz der vielen Störfälle in der Geschichte der Kernenergienutzung, die Europäische Union weiterhin auf die Erforschung und den Ausbau der Kernenergienutzung setzt.

6 Alleine in der laufenden Förderperiode sind im Haushalt der Europäischen Union 7,8 Milliarden Euro für die Förderung der Kerntechnologie eingestellt worden. Über 3 Milliarden Euro werden alleine dafür aufgewandt, um die Fusionsforschung voranzutreiben und durch Kredite den Neubau und die Modernisierung von Atomkraftwerken zu fördern.

7 In den meisten Staaten der EU wird diese falsche Politik von den jeweiligen Regierungen unterstützt. Durch diesen Irrweg sind die Staaten der EU zu den führenden Erzeugern von Atomenergie auf der Welt geworden. Die Europäische Union ist die Region mit der größten Atomkraftwerksdichte in der Welt. In den 15 der 27 EU-Mitgliedstaaten werden insgesamt 145 kommerzielle Atomreaktoren betrieben.

8 Massiv zur Förderung der Atomtechnologie hat EURATOM beigetragen. Naturfreunde fordern seit vielen Jahrzehnten die seit 1957 bestehende Europäische Atomgemeinschaft (EAG, EURATOM) aufzulösen. Nie hat EURATOM dazu beitragen können, den Menschen in der EU ein hohes Maß an technischer Sicherheit von Kernkraftwerken zu garantieren – vielmehr wurde EURATOM dafür benutzt, die Atomtechnologie in möglichst vielen Ländern auf möglichst profitabler Basis zu fördern. Durch riesige Subventionierung der Atomtechnologie wurden der Ausbau und die Förderung von unbeherrschbarer Atomkraft seit vielen Jahrzehnten massiv vorangetrieben.

9 Einige EU-Mitgliedstaaten, wie beispielsweise Österreich, Schweden, die Niederlande und Belgien, haben Beschlüsse in Richtung eines Atomausstiegs auf nationalstaatlicher Ebene gefasst. Dennoch bleiben sie an ihren vertraglichen Pflichten gebunden und beteiligen sich weiterhin an der finanziellen Förderung der Atomenergie durch die EU und die EAG.

10 Es ist nicht akzeptabel, dass alle Staaten, die sich um einen Beitritt zur EU bewerben, durch die bisherigen Beitrittspraxis mit dem Vertrag über den EU-Beitritt jeweils auch den EURATOM-Vertrag mit unterzeichnen, unabhängig davon, ob sie selbst Atomenergie herstellen. Damit verpflichtet sich jeder künftiger EU-Mitgliedstaat, sich an der Subventionierung und Privilegierung der Atomenergie in der EU zu beteiligen.

11 Durch den Vertrag von Lissabon ist EURATOM strukturell aus den EU-Verträgen ausgegliedert. Trotzdem ist EURATOM durch den einheitlichen institutionellen Rahmen und durch den gemeinsamen Haushalt eng mit der EU verzahnt. Es ist an der Zeit, diese Verflechtung durch eine Vertragsänderung zu brechen, um den Austritt aus dem EURATOM für diejenigen Mitgliedstaaten, die das wollen, zu ermöglichen.

12 Die Naturfreunde unterstützen die Forderung nach einem einseitigen Ausstieg aus der Europäischen Atomgemeinschaft durch Länder, die keine Atomenergie wollen. Dies kann für die Naturfreunde jedoch nur ein erster Schritt zur vollständigen Auflösung von EURATOM sein. Erst die Beendigung des EURATOM-Vertrages wird ein unumkehrbarer Atomausstieg auf EU-Ebene und eine vollständige Umorientierung auf erneuerbaren Energien möglich machen.

13 Die Naturfreunde wollen EURATOM durch eine alternative „Europäische Gemeinschaft zur Förderung von erneuerbaren Energien und Energieeinsparung“ ersetzten.

14 Die Naturfreunde Internationale wird mit allen Landesverbänden, die sich für eine europaweite Initiative zur Auflösung von EURATOM engagieren wollen, eine europaweite Kampagne zum Atomausstieg starten. Hierbei soll eine Arbeitsgruppe über verschiedene Möglichkeiten für die Umsetzung einer solchen Kampagne Vorschläge ausarbeiten. Die Kampagne soll im Jahr 2012 begonnen werden.
15 Die Naturfreunde Internationale wird sich dafür einsetzen,

(a) dass EURATOM schnellstmöglich aufgelöst wird;
(b) dass ein neuer europäischer Vertrag geschlossen wird, auf dessen Grundlage eine alternative Europäische Gemeinschaft zur Förderung von erneuerbaren Energien und Energieeinsparung eingerichtet wird;
(c) dass auf EU-Ebene eine Initiative für die Entflechtung der vertraglichen Grundlagen der EU und des EURATOM ergriffen wird. Zusammen mit den Landesverbänden wird sie Druck auf den jeweiligen Regierungen ausüben, damit die Mitgliedsstaaten der EU den EURATOM-Vertrag einseitig kündigen;
(d) dass die europäischen Verträgen so geändert werden, damit das Verbot der Nutzung von Atomtechnologien für militärische Zwecke sowie zur Energiegewinnung als Grundlage der Europäischen Union festgeschrieben wird;
(e) dass die nationalen Regierungen und die EU-Kommission sich bei den Vereinten Nationen entschieden für einen weltweiten Ausstieg aus der Atomenergie für militärische Zwecke sowie zur Energiegewinnung einsetzen und ein Moratorium für alle weltweit geplanten Neubauten von Atomanlagen für militärische Zwecke und zur Energiegewinnung durchgesetzt wird.

 

Der Antrag wurde auf dem Kongress der Naturfreunde Internationale am 01.10.11 in Graz beschlossen.


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NaturFreunde: Der Tourismus verbindet Kulturen nicht automatisch


Anlässlich des Welttourismustages fordern die NaturFreunde einen stärker sozial- und umweltverträglich organisierten Tourismus

Wien/Berlin, 26. September 2011 – „Linking Cultures – Kulturen verbinden“ lautet das Motto des diesjährigen Welttourismustages am 27. September. Immer wieder wird behauptet, dass der Tourismus zu mehr Frieden und Demokratisierung beitragen könne. „Ja, aber …“ kommentieren die NaturFreunde Internationale (NFI) und die NaturFreunde Deutschlands (NFD) diese These: „… der Tourismus führt eben nicht wie von Zauberhand zu mehr Frieden und Demokratie.“ Denn für einen wirklich positiven gesellschaftlichen Effekt müsse der Tourismus viel stärker sozial- und umweltverträglich organisiert sein. Den NaturFreunden zufolge sei das in der Praxis jedoch äußerst selten der Fall.

Die offiziellen Feierlichkeiten zum diesjährigen Welttourismustag, der von der Welttourismusorganisation UNWTO initiiert wurde, finden statt im ägyptischen Assuan. „Ganz sicher sind diese Feierlichkeiten im postrevolutionären Ägypten, einem der wichtigsten und ältesten Reiseländer, ein positives Signal. Ob den Feiern und der parallel stattfindenden Konferenz, in deren Rahmen die Sozialverträglichkeit des Tourismus diskutiert werden soll, auch entsprechende Taten folgen, wird sich aber erst noch zeigen müssen“, dämpft der Generalsekretär die NaturFreunde Internationale Dr. Christian Baumgartner die Erwartungen.

Diffuse Vorstellungen vom Völker verbindenden Reisen

„Der globale Tourismus ist in erster Linie ein komplexer Wirtschaftssektor, der mit diffusen Vorstellungen vom Völker verbindenden Reisen kaum etwas gemein hat“, erklärt Karin Chladek von „respect“, der NFI-Marke für nachhaltige Tourismusentwicklung und ergänzt: „Die Annahme, dass der Tourismus automatisch die Welt verbessere, ähnelt ein wenig der These, dass die Marktwirtschaft automatisch zu mehr Demokratie führe.“
Auch lokale Bevölkerung muss von der Tourismusentwicklung profitieren

„Der Tourismus kann tatsächlich ein positiver Faktor sein, allerdings muss er dafür sozial- und umweltverträglich geplant und gestaltet werden. Zum Beispiel muss die Bevölkerung vor Ort in die Tourismusentwicklung eingebunden sein und davon auch wirtschaftlich profitieren“, betont Baumgartner und verweist in diesem Kontext auf gute Beispiele der NaturFreunde: „Mit langfristigen Projekten wie etwa der grenzüberschreitenden ‚Landschaft des Jahres’ arbeitet die internationale NaturFreunde-Bewegung daran, mit den Menschen in den jeweiligen Destinationen einen nachhaltigen Tourismus zu ermöglichen und weiter zu entwickeln. Ein sehr großes Potenzial haben auch unsere immer stärker genutzten interkontinentalen Austauschprojekte, beispielsweise zwischen NaturFreunden in Afrika und Europa.“

 

Sozialökologische Orte der lebendigen Begegnung

Auf eine sozialökologische Möglichkeit der deutsch-französischen Völkerverständigung etwa weist Eckart Kuhlwein, Mitglied im Bundesvorstand der NaturFreunde Deutschlands, hin: „Deutsche und französische NaturFreunde haben jüngst eine grenzüberschreitende Radroute ‚Von der Saar zum Rhein‘ in handlichen Faltblättern beschrieben, die auch die Besonderheiten der durchfahrenen Naturschutzgebiete erklären.“ Dieser sogenannte Natura Trail (www.natura-trails.naturfreunde.de) führt immer wieder in deutsche und französische Naturfreundehäuser und damit an sozialökologische Orte der Begegnung, wo Freizeit und Freiheit kein Luxus sind. „In den Naturfreundehäusern lernen sich übrigens nicht nur Deutsche und Franzosen kennen“, so Kuhlwein.

 

Kennenlernen, um sich zu verstehen

„Menschen unterschiedlicher Kulturen müssen sich kennenlernen, um sich zu verstehen. Dann verbindet der Tourismus auch Kulturen. Ohne das Verständnis füreinander können aber weder Menschen noch Kulturen miteinander auskommen“, fasst Baumgartner zusammen.

 

 

Die NaturFreunde

Die NaturFreunde treten seit dem Jahr 1895 ein für eine offene, demokratische und sozial gerechte Welt. Sie orientieren sich traditionell am Leitbild der Nachhaltigkeit und setzen dies in ihrer Projektarbeit wie auch in ihren Reise- und Freizeitangeboten um.

 

In Deutschland engagieren sich 75.000 NaturFreunde in rund 650 deutschen Orts-, Bezirks- und Regionalgruppen. Zumeist ehrenamtlich bewirtschaften diese auch die mehr als 400 deutschen Naturfreundehäuser als offene und sozialökologische Stätten der Begegnung.

 

Dachverband der internationalen NaturFreunde-Bewegung mit weltweit mehr als 500.000 Mitgliedern und rund 1.000 Naturfreundehäusern ist die NaturFreunde Internationale (NFI) mit Sitz in Wien. Sie zählt zu den größten NGO weltweit und ist Mitglied der sogenannten Green10.


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NaturFreunde fordern Abschaffung der Todesstrafe

NaturFreunde fordern Abschaffung der Todesstrafe
Bundesregierung sollte zum Tode verurteilten Troy Davis Asyl gewähren

 

Berlin, 20. September 2011 – Zur heutigen Ablehnung des Gnadengesuchs für den zum Tode verurteilten Afroamerikaner Troy Davis durch den Gnadenausschuss des US-Bundesstaats Georgia erklärt das Mitglied im Bundesvorstand der NaturFreunde Deutschlands Uwe Hiksch:

 

In den letzten Wochen haben sich über eine Million Menschen weltweit für das Überleben von Troy Davis eingesetzt. Auch jetzt dauern die Proteste und Kundgebungen in den USA noch an. Nachdem die zuständige Gefängnisbehörde die Hinrichtung von Troy Davis für Mittwoch, den 21. September angesetzt hatte, fanden am vergangenen Freitag weltweit erneut mehr als 300 Protestveranstaltungen gegen die geplante Hinrichtung statt. Die NaturFreunde Berlin etwa haben gemeinsam mit der „Free Mumia“-Bewegung vor der US-amerikanischen Botschaft in Berlin für das Leben von Troy Davis und die endgültige Abschaffung der Todesstrafe in den USA demonstriert.

 

Bei einer erneuten Beweisaufnahme im Troy-Davis-Fall vor zwei Jahren hatten Belastungszeugen zu Protokoll gegeben, dass sie von der Polizei unter Druck gesetzt worden waren, gegen Troy Davis auszusagen. Sieben der neun Belastungszeugen hatten ihre Aussage gegen Troy Davis zurückgezogen und deutlich gemacht, dass Troy Davis unschuldig sei. Trotzdem wurde der Afroamerikaner zum Tode verurteilt.

 

Für sein Leben hatte sich unter anderen Ex-FBI-Chef William S. Sessions eingesetzt, der die Behörden in Georgia aufforderte, die Hinrichtung auszusetzen. Gegen die Hinrichtung hatten sich auch Ex-US-Präsident Jimmy Carter, der südafrikanische Friedensnobelpreisträger Desmond Tutu sowie der Papst ausgesprochen.

 

Die NaturFreunde Deutschlands fordern die Bundesregierung auf, alles in ihrer Kraft Stehende zu tun, damit die geplante Hinrichtung von Troy Davis nicht durchgeführt wird. Die NaturFreunde schlagen der Bundesregierung zudem vor, den US-Behörden anzubieten, Troy Davis in Deutschland Asyl zu gewähren. Die Behörden in Georgia fordern wir auf: „Machen Sie Schluss mit dem Morden! Schaffen sie die Todesstrafe endlich ab!“

 

Die NaturFreunde Deutschlands engagieren sich seit Jahrzehnten gegen die Todesstrafe. Die Todesstrafe ist barbarisch und mit einem humanistischen Rechtssystem unvereinbar. Sie setzt Vergeltung vor Versöhnung und beruht auf niederen Racheinstinkten.

 

Für Mittwoch, den 21. September 2011 um 19:00 Uhr laden die NaturFreunde Berlin und die Free-Mumia-Bewegung zu einer Protestveranstaltung auf den Pariser Platz vor der US-amerikanische Botschaft unter dem Motto: „Freiheit für Troy Davis – Abschaffung der Todesstrafe weltweit!“


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NaturFreunde sagen Nein zur Todesstrafe

Globaler Aktionstag gegen die Hinrichtung von Troy Davis am 21. September 2011
Berlin, 15. September 2011 – Zum globalen Aktionstag am 21. September gegen die geplante Hinrichtung des Afroamerikaners Troy Davis erklärt das Mitglied im Bundesvorstand der NaturFreunde Deutschlands Uwe Hiksch:

 

Amnesty International hat für Freitag, den 21. September zu einem globalen Aktionstag für das Leben des Afroamerikaners Troy Davis aufgerufen. Aus diesem Anlass findet in Berlin bereits am 16. September um 18:00 Uhr eine Protestkundgebung vor der US-Botschaft auf dem Pariser Platz (Brandenburger Tor) statt, zu der auch die NaturFreunde Deutschlands einladen.
An der Veranstaltung sprechen werden unter anderem Annette Groth, menschenrechtspolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion DIE LINKE, die einen Antrag zur Rettung des Lebens von Troy Davis in den Deutschen Bundestag eingebracht hat, sowie ein Vertreter der „Campaign to End the Death Penalty“ (CEDP).

Der Afroamerikaner Troy Davis soll nach Aussagen der zuständigen US-Gefängnisbehörde am 21. September hingerichtet werden. Das Urteil wurde ohne greifbare Schuldbeweise gefällt. Durch weltweite Proteste konnte die Hinrichtung von Troy Davis bereits dreimal in buchstäblich letzter Minute unterbunden hatten.

In den USA werden zurzeit fast täglich Hinrichtungen durchgeführt. Noch am vergangenen Wochenende bekräftigte etwa der Republikaner und Bewerber für die Präsidentschaftskandidatur Rick Perry, dass er die Todesstrafe für ein wichtiges „Rechtsgut“ der USA halte. Selbst das Hinrichten Unschuldiger oder höchst umstrittener Fälle stellt für ihn offensichtlich kein Problem dar, wie mehrere Hinrichtungen in dieser Woche unter seiner Regie als Gouverneur im
Bundesstaat Texas wieder deutlich machten.
Wer die Todesstrafe zu einem „Rechtsgut“ erklärt, handelt nach Überzeugung der Organisatoren der Kundgebung inhuman, da die Todesstrafe mit einer humanistischen Grundeinstellungen einer Gesellschaft nicht vereinbar ist. Die Todesstrafe ist eine Form besonders unmenschlicher, grausamer und erniedrigender Behandlung von Menschen.


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NaturFreunde: Jetzt aus der Atomenergie aussteigen!


NaturFreunde Deutschlands laden morgen zur Protestkundgebung vor der französischen Botschaft in Berlin

 

Berlin, 12. September 2011 – Zum Unfall in der südfranzösischen Atomanlage Marcoule erklärt das Mitglied im Bundesvorstand der NaturFreunde Deutschlands Uwe Hiksch:

 

Die Verantwortlichen wollen nichts dazulernen: Harrisburg, Tschernobyl und Fukushima sollten für die Regierenden eigentlich genug mahnende Katastrophen sein, um endlich einzusehen, dass die Atomenergie eine unverantwortliche, weil todbringende Energieerzeugungsart ist.

 

Die Explosion in der südfranzösischen Atomanlage Marcoule hat erneut gezeigt, dass auch vom gesamten Verarbeitungsprozess von Nuklearmaterial eine Gefahr für Mensch und Umwelt ausgeht. Doch die Verantwortlichen versuchen alles wie gewohnt herunterzuspielen. Der Unfall macht aber deutlich: Die französische Regierung spielt seit vielen Jahren leichtsinnig mit dem Leben und der Gesundheit der Bürgerinnen und Bürger Europas. Für die Profite weniger Menschen wird die Verseuchung ganzer Regionen bewusst in Kauf genommen.

 

Es gibt keine sichere Nutzung von Atomenergie. Wer den Einsatz von Atomenergie weiterhin als Teil der Energieversorgung toleriert, nimmt in Kauf, dass sich auch mitten in Europa eine ähnliche Katastrophe wie in Tschernobyl oder Fukushima ereignen kann.

 

Die NaturFreunde Deutschlands fordern die Regierungen Europas auf, jetzt aus der Atomenergie auszusteigen. Auch Deutschland darf nicht erst zum Jahr 2022 aus der Atomenergie aussteigen, sondern muss jetzt mit dieser unverantwortlichen Art der Energieerzeugung Schluss machen.

 

Die NaturFreunde Deutschlands fordern zudem ein sofortiges Ende von EURATOM. Es dürfen nicht weiterhin Steuergelder für die Entwicklung der menschenverachtenden Atomtechnologie eingesetzt werden.

Die NaturFreunde Deutschlands werden sich zusammen mit Anti-Atom-Aktiven auch aus anderen Ländern massiv gegen alle Planungen zum weiteren Ausbau der Atomenergie, etwa in Polen, Tschechien oder der Slowakei wehren. Wir werden nicht hinnehmen, dass Europa in eine strahlende Wüste verwandelt wird.

 

Die NaturFreunde Deutschlands laden für morgen, den 13. September 2011, 17:00 Uhr zu einer Mahn- und Protestkundgebung vor der französische Botschaft in Berlin (Pariser Platz 5, 10117 Berlin) unter dem Motto: Nach dem Atomunfall in Frankreich: Atomausstieg sofort – und zwar weltweit!


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Atomausstieg selber machen: ÖKOSTROM-WECHSELWOCHE VOM 17. BIS 24. SEPTEMBER

Pressemitteilung vom 9. September 2011

ÖKOSTROM-WECHSELWOCHE VOM 17. BIS 24. SEPTEMBER

Umweltverbände rufen auf, für die Energiewende aktiv zu werden und Strom
nicht länger bei den großen Atom- und Kohlekonzernen zu beziehen

Berlin, 9. September 2011 – Das Bündnis „Atomausstieg selber machen“ ruft zur zweiten Ökostrom-Wechselwoche auf, die bundesweit vom 17. bis 24. September stattfindet. Acht Tage vor Beginn der Wechselwoche haben schon über 50 Gruppen und Privatpersonen in ganz Deutschland ihre Beteiligung angekündigt. Auf der Internetseite www.atomausstieg-selber-machen.de erhalten Interessierte Informationen über Ökostrom, Aktionsvorschläge und kostenloses Aktionsmaterial.

„Der Wechsel zu einem Ökostromversorger ist das einfachste Mittel, die Energiewende zu beschleunigen und nicht länger die Kassen der Atomkonzerne zu füllen. Wer gute Erfahrung mit dem Wechsel gemacht hat, erzählt das gern im Bekanntenkreis weiter“, meint Florian Noto, Koordinator von Atomausstieg selber machen. „E.ON, RWE, EnBW und Vattenfall spielen sich als Opfer der Energiewende auf, haben aber jahrelang alle Innovationen blockiert und verdienen weiterhin prächtig an den neun noch laufenden Atomkraftwerken.“

Bei ihren Auslandsaktivitäten hielten sie weiter an der Atomenergie fest, und im Inland verfolgten sie mit dem Weiterbetrieb der AKW und dem Neubau von Kohlekraftwerken unverändert ihr risikoreiches und klimafeindliches
Geschäftsmodell. Der Ökostromanteil liege bei den Konzernen nach wie vor weit unter dem nationalen Durchschnitt und sei „insgesamt beschämend gering“, sagte Noto.

Stromkundinnen und -kunden sollten daher darauf achten, einen Stromversorger zu wählen, der ausschließlich mit Ökostrom handelt und nicht mit den großen vier Energiekonzernen verflochten sei, empfiehlt Noto. Besonders glaubwürdig und engagiert seien die Elektrizitätswerke Schönau, Greenpeace Energy, Lichtblick und Naturstrom.

Atomausstieg selber machen ist ein Bündnis von 23 Umweltverbänden und Anti-Atom-Initiativen. Die Trägerverbände sind: .ausgestrahlt, BBU, BI Lüchow-Dannenberg, BUND, Bund der Energieverbraucher, Campact, DNR, DUH, Forum Umwelt und Entwicklung, genanet, Greenpeace, Grüne Liga, IPPNW, Jugendbündnis Zukunftsenergie, KLAR, Mütter gegen Atomkraft, NABU, NaturFreunde, Robin Wood, TEMA, UfU, urgewald und WWF.

An die Redaktion:
Kontakt: Florian Noto, Tel. 030-297732-86,
florian.noto@atomausstieg-selber-machen.de
Eine Übersicht der Aktivitäten finden Sie auf
www.atomausstieg-selber-machen.de.
Gern vermitteln wir Kontakte zu regional aktiven Gruppen in ganz Deutschland.


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NaturFreunde Sachsen unterstützen die Initiative „Pro Weltnaturerbe Sächsisch-Böhmische Schweiz“ am 10.09.2011

Pressemitteilung


Am 10.09.2011 findet zum 6. Mal die Wanderung der Initiative „Pro Weltnaturerbe Sächsisch-Böhmische Schweiz“ statt. Mit dieser Veranstaltung soll die Aufnahme des Elbsandsteingebirges beiderseits der deutsch-tschechischen Grenze zum Weltnaturerbe unterstützt werden. Ein Anliegen, welches die NaturFreundeDeutschlands/Sachsen e.V. unterstützen. Die Elbe mit ihrer einzigartigen Flusslandschaft und das Elbsandsteingebirge mit den wundervollen großflächigen Tafelbergen und Schluchten stellt ein Stück unberührte Natur dar. Das obere Elbtal muss in seiner einzigartigen Form auch künftigen Generationen erhalten bleiben und darf zum Beispiel nicht durch weitere Elbestaustufen zerstört werden. Der Mensch hat sich im Interesse künftiger Generationen der Natur anzupassen.

 

Hier die wichtigsten Infos: Treffpunkt 09:00 Uhr in Schöna an der Fähre. Mit der Fähre übersetzen
nach Hrensko. Von hieraus beginnt dann die Wanderung bis zum Prebischtor. 13:15 Uhr Abwanderung nach Hrensko und mit der Fähre übersetzen zum Bhf. Schöna. Während der Wanderung informieren Experten zum Stand “Weltnaturerbe” und über Flora und Fauna. Die Strecke der Wanderung beträgt etwa 10 Kilometer.

 

 

Tilmann Schwenke
(Landesvorsitzender und
Stv. Bundesvorsitzender)


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NaturFreunde: Die Ursachen der Krisen liegen im Finanzkapitalismus


Medien sollten der computergesteuerten Börsenspekulation keine Bühne mehr geben

 

Berlin, 26. August 2011 – Vor dem Hintergrund der weiterhin schwelenden Finanzkrise fordern die NaturFreunde Deutschlands erneut, dass die Börsenberichterstattung erheblich zurückgefahren und dabei ungleich kritischer gestaltet wird. Die Politik dürfe sich nicht von den Spekulanten in die Enge treiben lassen, doch die große mediale Aufmerksamkeit erwecke in der Gesellschaft den Eindruck einer ungeheuren Relevanz des Börsenhandels. „Die täglichen Kursschwankungen haben aber nur noch eine Aussagekraft für wenige Spekulanten, für das reale Wirtschaftsgeschehen sind sie irrelevant“, erklären Michael Müller, Bundesvorsitzender der NaturFreunde Deutschlands, und Prof. Gerhard Scherhorn, ehemaliges Mitglied im Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung.

 

„Die Wertpapierbörsen haben ihre volkswirtschaftliche Funktion längst verloren, die Wirtschaft mit Eigenkapital zu versorgen“, ergänzt Prof. Scherhorn. Scherhorn verweist darauf, dass sich die börsennotierten Unternehmen heute mehr über Anleihen und eigene Gewinne als über die Ausgabe von Aktien finanzieren: „Tatsächlich kaufen sie sogar mehr eigene Aktien zurück, als sie neue ausgeben.“ Die Börsen seien laut Prof. Scherhorn zum Spiegelbild einer computergesteuerten Spekulation verkommen, in der es nur noch darauf ankomme, um Sekundenbruchteile schneller zu sein als andere.

 

Michael Müller verweist auf das Schlusswort des früheren US-Finanzministers Henry Morgenthau auf der Konferenz von Bretton Woods: Eine Welt ohne Krisen und Kriege werde es nur geben, wenn wir die Geldhändler aus den Tempeln der Finanzwelt werfen, so Morgenthau schon im Jahr 1944. Damals seien noch vor allem die britischen und amerikanischen Verhandlungsführer, unter anderem John Maynard Keynes, davon überzeugt gewesen, dass die Welt nur dann prosperieren könne, wenn der Realwirtschaft der Vorrang vor der Finanzwirtschaft gegeben werde: Die Finanzinstitute müssten dabei die Rolle eines Dieners übernehmen.

 

„Doch Anfang der 1980er Jahre drehte sich dieses Verhältnis“, erläutert Michael Müller. „Nach einer Phase außerordentlich hohen Wachstums in der Nachkriegszeit stagnierten die Volkswirtschaften, verbunden mit Inflation. Um zu hohen Wachstumsraten zurückzukehren, wurde einer börsengetriebenen Ökonomie der Boden bereitet, indem man durch Deregulierung der Finanzmärkte die unkontrollierte Geldvermehrung erleichterte und diese mit billigem Zentralbankgeld noch weiter aufputschte. Die Rechnung dafür präsentieren die Krisen unserer Zeit.“ Neben den ökologischen Folgen dieser Wachstumspolitik seien es besonders die dramatischen Verschuldungstendenzen. Denn das Wachstum sei zum großen Teil kreditfinanziert gewesen: „ein Aufschwung auf Pump, eine Auszehrung der Zukunft“, so Müller. „Und trotzdem ist es Unsinn, die Verschuldung zum Grund der Krisen zu machen. Die Ursachen der Krisen liegen vielmehr im Finanzkapitalismus selbst.“

 

Finanzkapitalisten orientieren sich nicht am Wohl der Gesellschaft

Laut Müller ist es die Aufgabe der Politik, Gesellschaft, Wirtschaft und Natur in ein dauerhaftes Gleichgewicht zu bringen und so das Wohl der Menschen zu mehren – nicht aber, einer „verkommenen Marktideologie“ zu frönen. „Was für einen Unsinn redet zum Beispiel Bundeskanzlerin Merkel, wenn sie ‚das Vertrauen der Märkte zurückgewinnen‘ möchte. Finanzkapitalisten orientieren sich nun mal nicht am Wohl der Gesellschaft. Wie tief sind auch die Medien gesunken, wenn sie permanent über die Börsenlage berichten, wenn die Nachrichten, ob nun im Radio oder im Fernsehen, der Spekulation immer wieder eine Bühne geben“, empört sich Müller.

 

Der Umfang der Shows der Spekulanten stehe in keinem vernünftigen Verhältnis zu deren eigentlicher Bedeutung für die Realwirtschaft, so Müller. Die NaturFreunde Deutschlands fordern deshalb erneut, dass die Börsenberichterstattung erheblich zurückgefahren und dabei ungleich kritischer gestaltet wird, etwa durch Sondersendungen über die Spekulation auf Nahrungsmittel und deren Folgen für das Überleben der Menschen in den Entwicklungsländern.

 

Sozialer Sprengstoff in den Ballungsgebieten

„Die Spekulanten spielen mit Erwartungen. Die Realwirtschaft besteht aber eben nicht nur aus Psychologie und Erwartungen, sondern in erster Linie aus handfesten Investitionen und Innovationen. Darum sollte es auch in den Medien gehen und nicht um das Fingerzucken der flotten Gelddealer in den Tempeln der Finanzwelt von London und New York“, mahnt Michael Müller und ruft auf: „Es wird Zeit, die Tatsachen wieder vom Kopf auf die Füße zu stellen.“

 

„Die Politik muss der Vermögensinflation eine höhere Aufmerksamkeit widmen. Die Inflationsgefahr bildet sich heute weniger in den Konsumgüterpreisen als vielmehr im Steigen der Preise für reale Vermögenswerte wie Immobilien und Rohstoffe ab“, erläutert Prof. Scherhorn. Die Politik habe es aber nicht geschafft, die Gewinner der Finanzkrise an den Kosten zu beteiligen. So sei der weltweite Geldüberhang virulent geblieben, den die Politik durch die Deregulierung der Finanzmärkte ermöglicht habe.

 

„Heute drängt das viele Geld in reale Werte und bläht dort die Kurse auf. Die so entstehende Vermögensinflation bewirkt bereits steigende Mieten in den Ballungsgebieten. Hier kündigt sich sozialer Sprengstoff an, der dringend entschärft werden muss“, warnt Prof. Scherhorn.


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NaturFreunde: Unkritische Börsenberichterstattung verunsichert Gesellschaft


Börsengeschäfte haben eigentlich nur eine geringe Bedeutung für die Realwirtschaft

 

Berlin, 18. August 2011 – „Stoppt endlich das alltägliche Casino im Fernsehen,“ fordert der Bundesvorsitzende der NaturFreunde Deutschlands Michael Müller die Intendanten der Fernsehanstalten auf. „Die zahlreichen TV-Börsenformate tragen mit dazu bei, dass die Gesellschaft immer stärker verunsichert wird. Dabei spiegeln die Börsen nur eine künstliche Wirklichkeit, ihre Bedeutung für die Realwirtschaft ist gering. Allein die massive und unkritische Berichterstattung wirkt sich letztlich auf das realwirtschaftliche Geschehen aus“, warnt Müller.

 

Realwirtschaftlich hätten die Börsengeschäfte nur noch eine vergleichsweise geringe Bedeutung, so Müller. Aber sie prägten die Wirtschaft durch Stimmungen, Spekulationen und ungerechtfertigte Überhöhungen. Große Unternehmen finanzierten sich dem Bundesvorsitzenden der NaturFreunde Deutschlands zufolge in der Regel nicht über die Börse, kleine und mittlere träten dort erst gar nicht auf. „Um der eigentlichen realwirtschaftlichen Bedeutung gerecht zu werden, würde es auch reichen, monatlich über das Börsengeschehen zu berichten“, erklärt Müller.

 

Überhöhung der ominösen Nervosität der Märkte

„Die Überhöhung der Börsengeschäfte hat nicht zuletzt dazu beigetragen, dass die Gesellschaft der ominösen Nervosität der Märkte und den Temperaturmessungen der flotten Gelddealer eine größere Aufmerksamkeit schenkt als der tatsächlichen Wirtschaftskraft und Investitionstätigkeit. Auch durch diese Entwicklung ist der Wirtschaftskreislauf instabil geworden“, so Michael Müller.

 

Den Finanzalchemisten die Möglichkeit der medialen Selbstdarstellung verweigern

Die NaturFreunde Deutschlands fordern die Intendanten der Fernsehanstalten auf, den Finanzalchemisten die Möglichkeit zur ständigen medialen Selbstdarstellung zu verweigern. „Mit ihren falschen Ratschlägen der letzten Jahre haben die marktlibertären Spekulanten die heutigen Krisen mitverursacht. Sie sollten nicht auch noch empfehlen dürfen, was heute zu deren Lösung zu tun ist“, empfiehlt Michael Müller.


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Deutscher Naturschutzring und NaturFreunde fordern Zivilisierung der Finanzmärkte

Stoppt die Entmündigung der Demokratie!

 

Berlin, 16. August 2011 – Die Regulierung der Finanzmärkte, der ökologische Umbau der Wirtschaft und die Wende zu einer nachhaltigen Haushalts- und Finanzpolitik sind nach Auffassung des Deutschen Naturschutzrings (DNR) jetzt überfällig. „Die Welt befindet sich in der härtesten Krise der Nachkriegszeit. Die Situation ist mit dem historischen Jahr 1989 vergleichbar. Deshalb müssen die Kräfte der Zivilgesellschaft gestärkt werden. Obwohl für die Banken und den Finanzsektor milliardenschwere Rettungsschirme aufgespannt wurden, spitzt sich die Krise zu, auch weil nach wie vor den Finanzexperten die Bewältigung der vom Finanzsystem ausgelösten Krise überlassen wird. Bekämpft werden die Folgen, aber nicht die Ursachen“, erklärte Michael Müller, Präsidiumsmitglied des DNR und Bundesvorsitzender der NaturFreunde Deutschlands.

 

Mehr als ein Jahrzehnt lang haben aus Sicht des DNR die Politiker alle Forderungen nach demokratischer Kontrolle der Finanzmärkte und ökologischer Modernisierung der Wirtschaft ignoriert. „Damit Banken und Finanzmärkte an der Tilgung der Staatsschulden, am Umbau der Wirtschaft, an der Bekämpfung der Armut und beim Klima- und Umweltschutz beteiligt werden, ist eine zunächst europäische Finanztransaktionssteuer von 0,05 Prozent auf den Handel mit Devisen, Aktien, festverzinslichen Wertpapieren und Derivaten einzuführen“, forderte DNR-Präsidiumsmitglied Sebastian Schönauer.

 

Mehr Steuern auf Vermögen statt Kürzungen im sozialen oder Umweltbereich

Zur Überwindung der Staatsschulden darf es nach Meinung des DNR keine Kürzungspolitik im sozialen oder Umweltbereich geben, wie jetzt in den USA geplant. Stattdessen sind, so der DNR, neue Quellen für Staatseinnahmen durch Steuern auf Kapitalerträge, Vermögen und höchste Einkommen zu erschließen.

Wie der DNR fordert auch Professor Gerhard Scherhorn, früheres Mitglied im Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, dass die Finanzmärkte zivilisiert werden: „Sie dürfen nicht länger Herren der Welt sein, sondern müssen auf ihre eigentliche Aufgabe zurückgeführt werden: als Diener der Wirtschaft den Geldkreislauf zu sichern.“

 

Die heutige Krise ist, so der DNR, nicht vom Himmel gefallen, sondern hat eine längere Vorgeschichte, die in die 1970er Jahre zurückreicht. Damals wurde, als die Wachstumsraten vor allem in den USA und Großbritannien zurückgingen, die Weichen für Neoliberalismus und Finanzkapitalismus gestellt. Die Macht über wirtschaftliche Entwicklungen wurde Zug um Zug den Investmentbanken übertragen. Die Haupttäter dieser Entmoralisierung der Wirtschaftsordnung hießen nach Meinung des DNR Margret Thatcher und Ronald Reagan. „Sie haben als Erste die Kapitalmärkte dereguliert und liberalisiert, damit sie die Unternehmen ‚aufmischen‘ und die Wirtschaft zu höheren Wachstumsraten antreiben und damit ihre Länder neue Stärke erreichen“, so die DNR-Vertreter.

 

Finanzkapitalismus mit seinen hemmungslosen Raffkes darf keine Zukunft haben

„Der Finanzkapitalismus machte mit seiner Finanzgier Wettbewerbswirtschaften zu hemmungslosen Raffkes. Der ehemalige IWF-Direktor und Bundespräsident Horst Köhler nannte die Investmentbanken ‚Monster‘, die alle zivilisatorischen Grenzen missachten. Von daher geht es nicht nur um einzelne Korrekturen. Der Finanzkapitalismus darf keine Zukunft haben. Die Politik läuft den ökonomischen Umbrüchen atemlos hinterher, das Krisenmanagement der Bundesregierung, der Eurostaaten oder der USA kann nicht überzeugen. Es ist Zeit für einen fundamentalen Kurswechsel, weg vom Diktat der Wall Street und des Finanzzentrums London, die nicht länger die Regeln der Wirtschaft zum eigenen Vorteil diktieren dürfen. Das erfordert mehr als eine Politik, die nur die schlimmsten Folgen abzuwenden sucht und letztlich bei nationalen Egoismen bleibt“, betonten die Vertreter des DNR.

 

Aus Sicht von DNR und NaturFreunden sind die vier wichtigsten Ziele für eine Neuordnung:

  1. Die Finanzmärkte müssen der Wirtschaft und Gesellschaft dienen, sie dürfen nicht länger über sie herrschen.
  2. Der Umbau in eine nachhaltige Ordnung muss mit Nachdruck vorangetrieben werden, die Grundlage dafür ist eine grüne Wirtschaft.
  3. Die Europäische Union muss zur Nachhaltigkeitsunion werden.
  4. Wir brauchen mehr Demokratie, um aus der Geiselhaft des Finanzkapitalismus herauszukommen und die kreativen Potenziale der Gesellschaft zu nutzen.

 

Zur Bewältigung der Finanzkrise hat der DNR ein ausführliches Sieben-Punkte-Papier zum Download gestellt auf: www.kurzlink.de/DNR-zur-Finanzkrise.


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NaturFreunde: Ohne das Primat der Politik über den Finanzkapitalismus droht die soziale Spaltung

Berlin, 9. August 2011 – „Ging es auf den Märkten nicht einmal um Wertschöpfung“, fragt vor dem Hintergrund der aktuellen Verwerfungen der Bundesvorsitzende der NaturFreunde Deutschlands Michael Müller. „Die Demokratien sind den Märkten nicht ausgeliefert, das Geld darf nicht die Organisation unserer Gesellschaften übernehmen. Nicht weniger als die Demokratie ist gefährdet, wenn die Folgen der Finanzgier der Politik überlassen werden, sie von den Heuschrecken aber gleichzeitig geschwächt und delegitimiert wird“, so Müller.

 

Franz Müntefering hatte vor einigen Jahren den Aufstieg des Finanzkapitalismus mit der Ausbreitung von Heuschrecken verglichen. Dann kam mit dem Zusammenbruch der Investment Bank Lehman Brothers die große Finanzkrise. Die Politik spannte gewaltige Rettungsschirme auf und kündigte Reformen an. Doch es blieb bei den Ankündigungen, geschehen ist nur wenig. Die Heuschrecken fallen weiter über die Volkswirtschaften her.

 

Unruhen wie in London können sich ausweiten

Über diese Landplage wird kaum gesprochen, über die Folgen aber schon. Dabei sind die Ursachen der Krisen nicht beseitigt. Manchmal bedarf es, wie etwa bei den nächtlichen Unruhen in London, nur eines Anlasses, und schon kommt es zur Explosion. Das soziale Konfliktpotenzial ist über Jahre gewachsen, besonders in Großbritannien, dem „Mutterland“ des Finanzkapitalismus. Der erste Vorfall im Londoner Stadtteil Tottenham war ein Streichholz. Und die Reibfläche sind die modernen Informationstechniken, die heute für eine blitzschnelle Verbreitung des Protests sorgen.

 

Die NaturFreunde Deutschlands warnen, dass sich diese Unruhen vor dem Hintergrund der Wirtschafts- und Finanzkrisen auf immer mehr Länder übertragen können. Spanien, Griechenland, auch Italien: Die Konflikte weiten sich solange aus, wie den Heuschrecken nicht Einhalt geboten wird.

 

Scheinwirklichkeit der Gelddealer hat dramatische Auswirkungen auf den Alltag

Die einseitige Bewertung der Welt durch Finanzmanager und Gelddealer muss beendet werden. Ihre Geschäfte werden in einer Scheinwirklichkeit abgewickelt, die aber auf das alltägliche Leben dramatische Auswirkungen hat. Die Politik wurde nicht auf Gedeih, wohl aber auf Verderb in Geiselhaft genommen. Legitimiert wird das Irreale mit den angeblich unantastbaren Regeln der Märkte, die auf die zunehmende Staatsverschuldung mit Börsencrashs, Wirtschaftskrisen oder Inflation reagieren.

 

Gewaltige Rettungspakete werden geschnürt mit der Begründung, die „Anleger“ seien nervös. Was soll eigentlich der Unsinn, diese Scheinwelt Ernst zu nehmen. Und warum geben die Fernsehanstalten den Geld- und Börsendealern auch noch immer mehr Raum für deren Bewertung der Lage? Tatsächlich sind es dieselben Akteure, die uns erst in den Finanzkapitalismus geführt hatten. Als Brandstifter haben sie kein Recht, die Feuerwehr zu spielen.

 

Die Wünsche der Spekulanten sind unwichtiger als der Zusammenhalt der Gesellschaft

Wer heute eine Rücksicht auf die Märkte anmahnt, der meint nicht die Realwirtschaft, also die Leistungskraft der großen Unternehmen, sondern die Geldinteressen großer Fonds und Anleger. Die Wünsche der Spekulanten dürfen aber nicht wichtiger sein als die Stabilität und der Zusammenhalt der Gesellschaft. Wenn sich die Demokratie ernst nimmt, dann muss sie diesen Unsinn endlich stoppen.

 

Das Geld soll kursieren, nicht aber die Organisation unserer Gesellschaft übernehmen. Denn das ist eine politische Aufgabe. Nicht weniger als die Demokratie ist gefährdet, wenn die Folgen der Finanzgier der Politik überlassen werden, sie von den Heuschrecken aber gleichzeitig geschwächt und delegitimiert wir

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NaturFreunde: Die Politik in Geiselhaft der Märkte


Statt der Folgen der Krisen müssen endlich die Ursachen bekämpft werden

 

Berlin, 8. August 2011 – „Entscheidende Ursachen für die heutigen Krisen liegen in der Liberalisierung und Deregulierung der Finanzmärkte durch neoliberale Kräfte“, erklärt der Bundesvorsitzende der NaturFreunde Deutschlands Michael Müller. „In das aktuelle Desaster führten die Politik des billigen Geldes und eine hemmungslose Spekulation. Das wird so bleiben, bis die Politik die Kraft hat, die Unlogik des Finanzkapitals zu durchbrechen und die Banken wieder zu Dienern von Wirtschaft und Gesellschaft macht.“

 

Schon 1944 erklärte der damalige US-Finanzminister Henry Morgenthau in seinem Schlusswort auf der Konferenz von Bretton Woods, auf der immerhin die Weltwirtschaftsordnung der Nachkriegszeit beschlossen wurde, dass es nur dann eine Welt ohne Krisen und Konflikte geben könne, wenn die Geldhändler aus den Tempeln der Finanzen geworfen würden.

 

Tatsächlich gelang es so bis Ende der siebziger Jahre, das Finanzkapital halbwegs in seine Grenzen zu weisen. Doch dann hat auf Initiative Großbritanniens und der USA der Neoliberalismus die Finanzmärkte durch eine Strategie der Liberalisierung und Deregulierung „befreit“. Ohne politische Rahmensetzung spielten sich mit der Globalisierung die Finanzinstitute gleichsam zu Herrschern der Welt auf und übernahmen das Kommando über die Märkte. Hierin liegen entscheidende Ursachen für die heutigen Krisen.

 

Atemlos läuft die Politik immer neuen Krisen hinterher

Dieses kurzsichtige Experiment zur Förderung des Wachstums hat in den letzten zwei Jahrzehnten die Entwicklung der Welt geprägt, bis es 2008 schließlich zum Zusammenbruch der Investmentbank Lehman Brothers kam, der die tiefste Krise seit der großen Depression von 1929 auslöste. In dieses Desaster führten die Politik des billigen Geldes und eine hemmungslose Spekulation. Seitdem läuft die Politik atemlos immer neuen Krisen hinterher, um zu retten, was innerhalb der Logik des Finanzkapitalismus zu retten ist. Zu wirksamen Reformen kam es jedoch bis heute nicht.

 

Ob Obama, Merkel oder Sarkozy: Sie alle wollen die ominösen Märkte beruhigen, geraten dabei aber immer tiefer in die Geiselhaft des Finanzkapitals, denen sie nicht auf Gedeih, wohl aber auf Verderb ausgeliefert sind. Das wird so bleiben, bis die Politik die Kraft hat, die Unlogik des Finanzkapitals zu durchbrechen. Sie muss dafür sorgen, dass die Banken wieder Diener der Wirtschaft werden. Deren eigentliche Aufgabe ist es, den Geldkreislauf zu sichern – und nicht der Wirtschaft und Gesellschaft zu diktieren, wie sie sich zu verhalten haben.

 

Die derzeitige Entwicklung setzt alle Regierungen unter Handlungszwang. Deshalb sollte die Situation nicht nur genutzt werden, um nationale Interessen zu verfolgen, sondern in erster Linie, um zu einer wirklich durchgreifenden internationalen Lösung zu kommen.

 

Steueroasen ächten, Spekulation besteuern, Transparenz schaffen

Dazu gehören insbesondere ein Verbot von Leerverkäufen und Derivaten, eine Ächtung von Offshore-Finanzzentren und Steueroasen, die Begrenzung von Leverage-Geschäften und eine Einschränkung der Spekulation durch steuerliche Maßnahmen. Vor allem aber muss Transparenz geschaffen werden, was auf den Finanzmärkten geschieht und wer die eigentlichen Akteure sind.

 

Insgesamt geht es darum, den Finanzkapitalismus so schnell wie möglich zu beenden.

Nur das zählt und daran wird die Politik gemessen.



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NaturFreunde: Die Krisen kehren zurück


Berlin, 5. August 2011 – Zu den sich weiter verschärfenden Krisen an den internationalen Märkten erklärt der Bundesvorsitzende der NaturFreunde Deutschlands Michael Müller:

 

Die Börsen spielen verrückt, die Märkte sind instabil, die Weltwirtschaft schwächt sich deutlich ab, die bisher führende Wirtschaftsmacht USA kippt weg und die asiatischen Staaten werden ihre neue Macht für ihre nationalen Interessen zu nutzen wissen. Europa droht auf die Verliererstraße zu geraten.

 

Dabei käme es ganz entscheidend auf Deutschland an, ob die EU weiterhin eine ernst zu nehmende Kraft ist oder nicht. Doch die jetzige Bundeskanzlerin kann nicht mehr von der Vorarbeit ihres Vorvorgängers Gerhard Schröder profitieren. Denn mittlerweile heißt die Vorgängerin von Bundeskanzlerin Merkel: Bundeskanzlerin Merkel. Sie hat in den letzten zwei Jahren keine der Reformen durchgesetzt, die dringend notwendig gewesen wären: die Neuordnung der Weltwirtschaft, die Kontrolle der Finanzwirtschaft und die Stärkung Europas.

 

Die Neuordnung der Weltwirtschaft ist über einige Ankündigungen der G 20 kaum hinausgekommen, die Macht der Rating-Agenturen und Kreditmärkte ist nahezu ungebrochen und die Europäische Union steckt in einer tiefen Krise. Die Bundesregierung redet zwar permanent über Verantwortung, übernimmt sie aber nicht. Sie spricht von Nachhaltigkeit, handelt aber nur auf kurze Sicht.

 

Dabei dürfte spätestens Ende des Jahres klar sein, dass sich auch unser Land nicht in Ruhe wiegen darf. Keine der großen Herausforderungen ist bewältigt, die Krisen bauen sich immer deutlicher vor uns auf, die Stürme kehren zurück. Aber weder ist die Bundesregierung darauf vorbereitet, noch hat das Regierungsduo Merkel/Rösler die Kraft, Kompetenz und Kreativität, die heute für einen Gegenkurs gebraucht würden.

 

Drei erste Schritte sind unverzichtbar:

>      Erstens müssen die Finanzmärkte wieder der Wirtschaft dienen, sie dürfen sich nicht länger als die Herren der Welt aufspielen. Dafür muss die EU die Kooperation mit den USA suchen. Für beide geht es um ihre künftige Rolle in der Weltwirtschaft.

>      Die Realwirtschaft muss gestärkt werden. Der ökologische New Deal ist dafür der richtige Weg, denn hier handelt es sich um die wichtigsten Zukunftsfelder.

>      Und schließlich brauchen wir ein starkes Europa, dass sich vor allem als soziale und ökologische Union präsentiert.



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NaturFreunde: Nichts ist gut in Fukushima

Obwohl die Strahlung wieder steigt, steht der japanische GAU im medialen Abseits

 

Berlin, 4. August 2011 – „Warum wird über Fukushima in den Medien kaum noch berichtet“, kritisiert der Bundesvorsitzende der NaturFreunde Deutschlands Michael Müller. „Aus der Atomruine tritt immer mehr Radioaktivität aus. Zwischen den explodierten Reaktorblöcken 1 und 2 wurde jetzt eine tödliche Strahlung von mehr als 10 Sievert pro Stunde gemessen. Das ist die höchste Belastung seit dem Beginn der japanischen Atomkatastrophe im März 2011. Die Wahrscheinlichkeit, eine solche Bestrahlung zu überleben, liegt bei deutlich unter 50 Prozent“, so Müller.

 

Bekannt gemacht wurden die Strahlungswerte von der japanischen Regierung – und nicht vom AKW-Betreiber TEPCO. Auch fünf Monate nach dem GAU hätten weder der Betreiber noch die Behörden die Lage im Griff, so Müller, der bis 2009 auch Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesumweltministerium war. Erneut werde ein Extremereignis vertuscht, generell noch immer viel zu wenig gemessen und nur unzureichend informiert, warnt Müller.

 

„Die Meldungen über Fukushima sind sehr alarmierend, aber sie werden – wenn überhaupt – kaum noch zur Kenntnis genommen. Dabei hätte die jetzt gemessene Strahlung an die Spitze der Nachrichten gehört, ein Brennpunkt wäre eigentlich selbstverständlich gewesen. Doch die internationale Öffentlichkeit interessiert sich immer weniger für den japanischen GAU. Fukushima steht im medialen Abseits“, kritisiert Michael Müller.

 

Erneut zeige sich, dass der mediale Betrieb nur noch auf spektakuläre Einzelereignisse ausgerichtet sei. „Fukushima ist ‚abgefrühstückt‘. Es gibt kein vorher, aber auch kein nachher. Deshalb muss die Zivilgesellschaft selbst für mehr Kontinuität sorgen“, empfiehlt Müller.

 

Die NaturFreunde Deutschlands engagieren sich seit rund 40 Jahren im Kampf gegen die Atomenergie. „Unser Kampf geht solange weiter, bis dieses unselige Kapital beendet ist“, erklärt Müller und stellt fest, dass in dieser Sache auch vom Bundesumweltminister nichts zu hören sei. Herr Röttgen sei ein typischer Minister des Zeitgeistes und es verwundere nicht, dass die Umweltpolitik immer mehr an Boden in der ohnehin schon schwachen Bundesregierung verliere.

 

„Wo bleibt der Klimaschutz? Wo bleibt eine Kreislaufwirtschaft? Wo bleibt ein Effizienzgesetz? Wo bleibt der Biodiversitätsschutz? Wo bleibt die Idee der Nachhaltigkeit? Zu all‘ diesen Fragen kommt aus der Bundesregierung einfach nichts“, kritisiert Michael Müller.



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no pasaran: NaturFreunde Berlin spenden 150 Euro für Falken Neuköln

 

Am 27.06.2011 wurde durch einen faschistischer Brandanschlag das Falken Jugendzentrum „Anton –Schmaus-Haus“ (ASH) schwer beschädigt und kann zurzeit nicht mehr genutzt werden.
Auf unserer letzten Landesausschusssitzung am 18.07.2011 haben wir spontan Geld gesammelt, um unsere Solidarität mit den Falken zum Ausdruck zu bringen.
Von den Mitgliedern der NaturFreunde wurden 100 Euro spontan beim Landesausschuss gespendet. Zusätzlich hat die Ortsgruppe Skiklub Berlin weitere 50 Euro gesammelt, die wir den Falken auf ihr Spendenkonto überwiesen haben.
Bitte Link anklicken: http://www.falken-berlin.de/show/4352730.html


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NaturFreunde kritisieren geplanten Uranabbau in Tschechien


Berlin, 22. Juli 2011 – „Dass die Uran-Industrie in der Tschechischen Republik den Abbau von Natur-Uran massiv ausweiten möchte, ist ein energiepolitischer Irrweg“, erklärt Tilmann Schwenke, Vorsitzender der NaturFreunde Sachsens und stellvertretender Bundesvorsitzender der NaturFreunde Deutschlands. „Die tschechische Regierung geht energiepolitisch den falschen Weg, wenn sie eine positive Energiezukunft mit der Atomenergie sucht“, warnt Schwenke. „Und sie vergibt Chancen am Arbeitsmarkt: Schließlich wurden im Bereich der regenerativen Energieerzeugung in Deutschland mehr als 300.000 zukunftsfähige Arbeitsplätze alleine in den letzten Jahren geschaffen.“

 

In der Tschechischen Republik werden rund 110.000 Tonnen Uran vermutet. Allein in Nordböhmen, Westmähren und der Umgebung der mittelböhmischen Stadt Přibram gibt es ergiebige Uranvorkommen mit einem Uranerzanteil von etwa 0,1 Prozent. Die Uran-Industrie hat nun ihr Interesse angemeldet – zum Vorteil ihrer Profite und zum Nachteil von Mensch und Natur in den potenziellen Abbaugebieten. Diese liegen nur wenige Kilometer von der bayerischen und sächsischen Grenze entfernt liegen.

 

Die tschechische Regierung möchte in den nächsten Jahrzehnten die Anzahl ihrer Atomreaktoren von aktuell sechs auf dann neun erweitern. Die NaturFreunde haben bereits ihren Widerstand angekündigt und werden sich gemeinsam mit tschechischen Anti-Atom-Initiativen gegen diesen energiepolitischen Irrweg engagieren.

 

„Die tschechischen Stromkonzerne irren sich, wenn sie auf Atomstromexporte nach Deutschland setzen“, so Schwenke. „Denn Deutschland wird durch den Atomausstieg kein Energieimporteur. Im Gegenteil: Durch den Ausbau der regenerativen Energieträger wird Deutschland auch weiterhin genug Energie für den eigenen Bedarf produzieren – und bei starken Winden sogar massiv Energie in die europäischen Nachbarländer exportieren“.

 

Der Uranabbau in Tschechien hat eine schreckliche politische Vergangenheit. In den Uranminen der früheren Tschechoslowakei mussten mehr als 40.000 politische Häftlinge arbeiten. Mehr als 500 kamen dabei ums Leben, viele weitere erkrankten an Krebs.

 

Auch war der Uranabbau in der früheren Tschechoslowakei mit massiven Umweltbelastungen verbunden. Im sogenannten „Lösungsbergbau“ wurde das Uran direkt im Gestein ausgelaugt. Dabei wurde flüssige Schwefelsäure in das Erz gepumpt, um das radioaktive Material herauszulösen. Riesige Wassermengen wurden so kontaminiert.

 

Alleine in den ehemaligen Minen des früheren Kurorts Stráž pod Ralskem wurden rund fünf Millionen Tonnen Säure in die Erde gepumpt, was zur radioaktiven Verseuchung von mehr als 370 Millionen Kubikmetern Trinkwasser führte. Die im Jahr 1996 begonnenen Säuberungsarbeiten werden noch bis nach 2040 dauern und mehr als zwei Milliarden Euro kosten – aufgebracht vom Steuerzahler.

 

„Wenn die Atomreaktoren weltweit nicht abgeschaltet werden, kommt der nächste GAU bestimmt. Die NaturFreunde werden sich weiter dafür engagieren, dass sich menschgemachte Katastrophen wie der japanische GAU nicht wiederholen können. Auch deshalb treten die NaturFreunde für einen schnellstmöglichen weltweiten Atomausstieg ein“, erklärt Schwenke.

 

Die NaturFreunde Deutschlands setzen sich dafür ein, dass Deutschland keinen Atomstrom mehr importieren darf und fordern, das Grundgesetz entsprechend zu ändern. Denn die Stromproduktion mit Atomkraftwerken ist weder umwelt- noch sicherheitspolitisch vertretbar.


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NaturFreunde: Keine neue deutsche Waffenproduktionsanlage in Saudi-Arabien


Opfer von Waffengewalt müssen Waffenproduzenten endlich verklagen können

Berlin, 20. Juli 2011 – „Dass in Saudi-Arabien eine neue komplette Produktionsanlage für deutsche Sturmgewehre gebaut werden soll, ist eine Schande“, kritisiert das Mitglied im Bundesvorstand der NaturFreunde Deutschlands Uwe Hiksch die aktuellen Pläne des Rüstungsunternehmens Heckler & Koch. „Mit dem ebenfalls geplanten Panzer-Deal ist klar: Deutsche Waffen sollen die Golfregion systematisch aufrüsten, auf Menschenrechte und demokratische Bestrebungen in der Bevölkerung wird keinerlei Rücksicht genommen.“

 

Für neue Profite würden alle menschenrechtlichen Sonntagsreden zur Seite geschoben und in einer der letzten absoluten Diktaturen der Welt eine hochmoderne Waffenschmiede gebaut, so Hiksch. Saudi-Arabien sei bereits seit vielen Jahrzehnten ein Produktionsstandort für Waffen von Heckler & Koch. So werde dort das Sturmgewehr G3 in Lizenz produziert und von Saudi-Arabien aus direkt für die Aufrüstung der Diktaturen in den Golfstaaten eingesetzt.

 

In einer Pressemitteilung hatte Heckler & Koch bekannt gegeben, dass Umsatz und Gewinn im Geschäftsjahr 2010 erneut gesteigert und damit der „erfolgreiche Wachstumskurs der vergangenen Jahre“ fortgesetzt werden konnte. Für die NaturFreunde eine zynische Aussage, schließlich ist dieser „Wachstumskurs“ die Grundlage für Waffenlieferungen in viele Regionen der Welt. „Kleinwaffen und Handfeuerwaffen sind die Massenvernichtungsmittel der heutigen Zeit. Es sterben viel mehr Menschen durch diese hochmodernen Kleinwaffen als durch Großwaffen“, erklärt Uwe Hiksch.

 

NaturFreunde fordern Waffenexportverbot im Grundgesetz

Die NaturFreunde fordern ein Waffenexportverbot im Grundgesetz. Zudem müssten Opfer und Angehörige der Opfer von Waffengewalt das Recht erhalten, auch die Hersteller von Waffen zu verklagen. „Wenn diese Firmen von den Angehörigen der Millionen Opfer endlich verklagt werden könnten, wäre der Profit mit dem Tod innerhalb kürzester Zeit beendet“, empfiehlt Hiksch.

 

Im Jahr 2010 hat Heckler & Koch einen Umsatz von 247 Millionen Euro erzielt. Der operative Gewinn lag mit 51,8 Millionen Euro um rund 30 Prozent über 2009. Erst vor wenigen Tagen hatte die „Heckler & Koch GmbH“ am Kapitalmarkt eine Anleihe mit einem Volumen von 295 Millionen Euro platziert. Diese Anleihe wird mit jährlich 9,5 Prozent hochprofitabel verzinst und hat eine Laufzeit bis 2018. Gezeichnet wurde diese Anleihe vor allen von internationalen institutionellen Anlegern, also Banken, Versicherungen und Pensions-Fonds.

 

NaturFreunde Deutschlands: Teil der Friedensbewegung

Die NaturFreunde Deutschlands sind seit mehr als 50 Jahren Teil der bundesdeutschen Friedensbewegung und waren Gründungsmitglied der Anti-Atomtod-Bewegung, aus der schließlich die Ostermärsche hervorgegangen sind.

 

 

Die NaturFreunde unterstützen die „Aktion Aufschrei – stoppt den Waffenhandel“:

www.aufschrei-waffenhandel.de


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NaturFreunde Deutschlands fordern grundlegende Reform der globalen Finanzarchitektur

Die Ursache der Krise ist der Finanzmarktkapitalismus
NaturFreunde Deutschlands fordern grundlegende Reform der globalen Finanzarchitektur

Berlin, 18. Juli 2011 – Zu der sich weiter zuspitzenden Krise an den Finanzmärkten erklärt der Bundesvorsitzende der NaturFreunde Deutschlands Michael Müller:

 

Die hohe Verschuldung von Griechenland, Portugal und Irland, die tiefe Krise des Euroraumes und der drohende finanzielle Kollaps in den USA verdeutlichen in aller Schärfe: Der Welt fehlt eine stabile Finanzarchitektur, die auf den Grundsätzen der Gegenseitigkeit und Zusammenarbeit beruht. Stattdessen haben in den letzten drei Jahrzehnten die Kapitalmärkte das Kommando über die Entwicklung von Wirtschaft und Gesellschaft übernommen.

 

Die flotten Gelddealer und die eiskalten Ratingagenturen, die ihre Büros vornehmlich in New York und der Finanzcity von London haben, setzen sich rücksichtslos über alle bewährten Formen des Wirtschaftens hinweg. Der Finanzmarktkapitalismus mit seinen spekulativen Exzessen ist die Ursache für die Krise, die nicht mit einzelnen Stützungsmaßnahmen, sondern nur mit einer grundsätzlich neuen Architektur zu lösen ist. Kurz: Die Finanzmärkte müssen wieder die Rolle eines Dieners der Wirtschaft einnehmen, sie dürfen sich nicht länger als Ersatz für eine fehlende Weltregierung aufspielen und dabei immer größere Finanzblasen aufpumpen.

 

Von daher kann es nicht darum gehen, immer neue Stützaktionen für ein marodes System zu fordern, sondern zu einer grundlegenden Reform der Finanzordnung zu kommen. Das aber ist etwas ganz anderes, als das, was Bundeskanzlerin Merkel und andere fordern. Wir erleben ein schreckliches Versagen der Politik. Es könnte noch korrigiert werden, aber die Zeit wird knapp.


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NaturFreunde: Lubminer Atom-Zwischenlager darf nicht größer werden


NaturFreunde Deutschlands kritisieren Pläne für Verlagerung von Berliner Atommüll in Urlaubsgebiete nahe der Ferieninsel Usedom

Berlin, 14. Juli 2011 – Zur Diskussion um die geplante Verlagerung von Atommüll aus dem Forschungsreaktor Wannsee in das Zwischenlager Nord in Lubmin erklärt das Mitglied im Bundesvorstand der NaturFreunde Deutschlands Uwe Hiksch: „Es ist ein Skandal, dass ein bundeseigenes Unternehmen versucht, die Ostseeregion um Lubmin zum ‚Atomklo‘ Deutschlands zu machen. Die NaturFreunde Deutschlands erwarten vom Betreiber des Lubminer Atommülllagers dringend mehr Verantwortung für das Ostsee-Feriengebiet.“

 

Dass sich das Management der Energiewerke Nord (EWN) in Lubmin bei Greifswald für Atommüll aus dem Berliner Zwischenlager Wannsee interessiere, sei ja nicht verwunderlich, so Hiksch. Schließlich wolle die EWN wie jedes andere Unternehmen prosperieren. Die Interessen der Ostsee-Ferienregion um Lubmin spielten dabei jedoch nur eine untergeordnete Rolle.

 

Zwischenlager fragwürdige Attraktion für Radtouren

„Weil es weiterhin kein deutsches Endlager für Atommüll gibt, versuchen nun EWN-Management und Bundesregierung Lubmin zu einem zentralen Aufnahmelager für Atommüll auszubauen“, kritisiert Hiksch. „Lubmin kann man schon jetzt getrost als langfristiges Zwischenlager für die nächsten Jahrzehnte einstufen – keine zwanzig Kilometer Luftlinie von Usedoms Stränden entfernt. Dass die touristische Zukunft um Lubmin bewusst zerstört wird, ist einfach nicht akzeptabel. Ein nachhaltiger Tourismus lässt sich nun mal nicht in unmittelbarer Nähe eines atomaren Lagers entwickeln. Da helfen auch keine Ausflugstipps in regionalen Zeitungen, die das Zwischenlager gar als Attraktion für Radtouren anpreisen. Durch die jetzige Politik von Management und Bundesregierung sind Tausende von zukunftsfähigen Arbeitsplätzen in der gesamten Region bedroht.“

 

Die Bundesregierung müsse dem Gewinnstreben der EWN endlich einen Riegel vorschieben. Deren Aufgabe müsse endlich wieder auf die ursprüngliche Grundlage zurückgeführt werden: die Lagerung des atomaren Mülls aus den AKW der ehemaligen DDR.

 

Berlin muss sich entscheiden

Vom Berliner rot-roten Senat erwarten die NaturFreunde eine rasche Antwort, wie der Weiterbetrieb des Berliner Forschungsreaktors begründet werden solle, wenn keinerlei akzeptable Lagerung für den anfallenden Atommüll angeboten werden könne. Hier sei auch der Berliner Senat gefordert.

 

Im Berliner Zwischenlager Wannsee lagern mittlerweile 800 Kubikmeter komprimierter Atommüll, der seit 1973 entstanden ist. Da das Zwischenlager Wannsee in spätestens zwei Jahren an seine Kapazitätsgrenze stößt, suchen die Betreiber nun einen neuen Atommüllplatz. Die NaturFreunde Deutschlands unterstützen die Anti-Atom-Initiativen in der Ostseeregion in ihrem Engagement gegen das atomare Zwischenlager in Lubmin.

 


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NaturFreunde fordern: Waffendeal mit Saudi-Arabien sofort stoppen!

 

Berlin, 8. Juli 2011– Zur geplanten Lieferung von 200 Kampfpanzern nach Saudi-Arabien erklärt der stellvertretende Landesvorsitzende von Berlin und Mitglieder im Bundesvorstand, Uwe Hiksch, folgendes:

 

Es ist ein gutes Zeichen, dass sich innerhalb von nur zwei Tagen über 55 000 Menschen an der Aktion „Panzer-Export nach Saudi-Arabien stoppen!“ im Internet beteiligt haben. Ebenso wie der Unterzeichner fordern die NaturFreunde Deutschlands, dass das mörderische Geschäft sofort beendet werden muss. Mit der Entscheidung der Bundesregierung, Panzer mitten in eine Krisenregion zu liefern, setzt sie sich wieder einmal über menschenrechtliche Grundsätze hinweg. Getreu dem Motto: Was für unsere Rüstungsindustrie gut ist, ist auch für uns gut! Mit der Genehmigung von Rüstungsexporten in Spannungsgebiete tragen Merkel und Rösler somit zur Verschärfung von Konflikten und Unsicherheit auf der arabischen Halbinsel bei.

 

Desweiteren fordern die NaturFreunde Deutschlands die Bundesregierung auf, ihre eigenen Richtlinien zum Rüstungsexport einzuhalten, die eine Ausfuhr von Rüstungsgütern in Krisengebiete untersagen. Es ist ein Skandal, dass mit dem Panzerexport an Saudi Arabien eine Diktatur unterstützt wird, die keine Opposition zulässt, alle fortschrittlichen Bewegungen durch massive Repressionen einschüchtern sowie mitgeholfen hat, die Demokratiebewegung im Nachbarland Bahrain zu unterdrücken.

 

Der Leopard 2 ist ein Verkaufsschlager: Bisher wurden mehr als 3000 Stück produziert und in mehr als 16 Länder verkauft. Nach Saudi-Arabien soll nun der Typ „Leopard-2-A7plus“ geliefert werden. Dieser Panzertyp wurde so weiterentwickelt, dass er auch in urbanen Regionen eingesetzt werden kann. Die perfekte Waffe, um die eigene Bevölkerung zu unterdrücken!

 

Das Gerede der Bundesregierung von Menschenrechten und Demokratisierung in der arabischen erweisen sich als leere Wortehülsen, wenn sie diesen Panzerdeal zulassen. Die Bundesregierungen der letzten Jahre haben den Verkauf von Waffen zur Stärkung der deutschen Rüstungskonzerne forciert. Das Ziel ist der strategische Ausbau der deutschen Rüstungsindustrie.

 

Als NaturFreunde kritisieren wir, dass die deutschen Rüstungsausfuhren zwischen 2005 und 2009 einen Anteil von 11 Prozent am weltweiten Rüstungshandel erreicht haben. Wichtigste Abnehmer deutscher Rüstungsexporte waren die Türkei (14%), Griechenland (13%)und Südafrika (12%).

 

Saudi-Arabien ist einer der größten Waffenimporteure weltweit. 2009 wurden Rüstungsgüter im Wert von 2,7 Milliarden US-Dollar eingekauft. Im Rüstungsexportbericht der Bundesregierung wird Saudi-Arabien unter den „Top Ten“ der Empfängerländer deutscher Waffen aufgeführt. Im Jahr 2009 wurden Genehmigungen für den Waffenexport nach Saudi-Arabien im Gesamtwert von 167,9 Millionen Euro erteilt. Dabei wurden Genehmigungen unter anderem für Teile für Feuerleiteinrichtungen, Bodenüberwachungsradar, für Kampfflugzeuge, Tankflugzeuge, für Raketen, Granaten, Elektronische Kampfführung und Grenzsicherungssysteme genehmigt.

 

 

NaturFreunde Deutschlands – Teil der Friedensbewegung

Die NaturFreunde Deutschlands sind seit mehr als 50 Jahren Teil der bundesdeutschen Friedensbewegung. Schon in den fünfziger Jahren des letzten Jahrhunderts haben sich die NaturFreunde gegen die deutsche Wiederbewaffnung ausgesprochen. Zudem waren wir Gründungsmitglied der Anti-Atomtod-Bewegung, aus der schließlich die Ostermärsche hervorgegangen sind.


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NaturFreunde: Offener Brief an die SPD gegen Stuttgart 21

Offener Brief an die Genossinnen und Genossen der SPD.

Über viele Jahr hinweg haben Gegner des Projekts Stuttgart 21 neben ihrer Kritik am verkehrstechnischen, städtebaulichen und umweltpolitischen Nutzen und Schaden besonders auf die finanziellen Unwägbarkeiten von S21 hingewiesen.
Was in den letzten Tagen von Spiegel, Stern, ja sogar in der Stuttgarter Monopolpresse zu diesem Thema veröffentlicht wurde, bestätigt unsere Vermutungen:
Die Bahn AG und zahlreiche Politiker und S21-Befürworter haben über Jahre hinweg gegenüber Mandatsträger/innen und der Öffentlichkeit die tatsächlichen Kosten von S21 geschönt, Risiken klein gerechnet, Professionalität vorgetäuscht und Dilettantismus in der Praxis bewiesen.
Die Unterzeichnenden fordern Euch, den SPD-Landesvorstand, die Fraktion im Landtag, den Stuttgarter Kreisvorstand und insbesondere die Mitglieder der SPD-Gemeideratsfraktion auf, nun endlich die Reißleine zu ziehen und Eure Unterstützung für S21 zu beenden. Damit eröffnet sich auch für Euch eine  (letzte?) Gelegenheit, ein Stück an Glaubwürdigkeit im Umgang mit dem Projekt, den zahlreichen engagierten und vor allem sachkundigen Bürgerinnen und Bürgern und (ehemaligen) SPD-Wählern/innen zurückzugewinnen.
Wann, wenn nicht jetzt?

Waldemar Grytz (Bezirksvorsitzender Naturfreunde Stuttgart) Peter Pipiorke (Naturfreunde Radgruppe Stuttgart) Karl Rehmann, Roland Schatz, Reinhold Burghoff (Naturfreunde Sillenbuch) Peter Grohmann (Autor & Anstifter) Annemarie Raab (Naturfreunde Zuffenhausen, Kreisvorsitzende GEW) Hans-Hermann Frese (Naturfreunde Degerloch)


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NaturFreunde Deutschlands fordern ein Nein zum CO2-Speicherungsgesetz (CCS)


Berlin, 4. Juli 2011 – Die deutschen NaturFreunde warnen die Fraktionen im Bundestag vor einer Verabschiedung des CO2-Speicherungsgesetzes (CCS) und fordern die Abgeordneten auf, in dieser Woche im Plenum dagegen zu stimmen. Wie der umweltpolitische Sprecher des Verbandes, Eckart Kuhlwein, in Berlin erklärte, sei diese Technologie nicht zukunftsfähig.

CCS könne wegen der ungünstigen Energieeffizienz und der verheerenden Folgen für unterirdische Bodenschichten keine Perspektive für die weitere Nutzung fossiler Brennstoffe in Kraft-werken sein. Zur Abscheidung und Lagerung von CO2 gebe es mehr offene Fragen als Antworten. Es sei außerdem ein Skandal, dass die Bundesregierung und die Europäische Union dabei mit erheblichen Summen die Energiemonopolisten subventionieren wollen.

 

Mit der CCS-Technologie soll das Kohlendioxid, das bei der Verbrennung fossiler Rohstoffe – vor allem Kohle – freigesetzt wird, aus dem Abgas abgeschieden, durch Pipelines transportiert und anschließend in unterirdischen Speichern “entsorgt” werden. Kuhlwein sieht darin in Übereinstimmung mit vielen Sachverständigen ein “teures Experiment, das nicht zukunftsfähig ist.”

 

In Deutschland komme eine Speicherung von Kohlendioxid nur in leeren Gasfeldern und tiefen Hohlräumen im Erdreich (saline Aquifere) in Frage. Die möglichen Kapazitäten – sie lägen vor allem in Norddeutschland und unter der Nordsee – seien jedoch begrenzt. Die Lagerung von Kohlendioxid würde außerdem mit anderen wesentlich zukunftsfähigeren Nutzungen wie der Geothermie und der Druckluftspeicherung von Windenergie konkurrieren. Auch die ökologischen Risiken seien schon heute absehbar. Es drohen ein plötzlicher oder schleichender Austritt von CO2 und zudem chemische Prozesse in der Erde, die zu Leckagen führen und das Grundwasser gefährden könnten. Kohlendioxid sei unsichtbar und schwerer als Luft und schon bei drei Prozent Anreicherung in der Atemluft gesundheitsschädlich, bei zehn Prozent drohe Atemstill-stand.

 

Für Milliarden teure Transportsysteme wie Pipelines wird es nach der Auffassung Kuhlweins keine gesellschaftliche Akzeptanz geben. Die Menschen hätten seit den Erfahrungen mit der Atomenergie “genug von technologischen Großexperimenten zu Lasten von Natur und Bevölkerung.“

 

Zudem ist das CCS-Verfahren auch unwirtschaftlich, sonst hätten die Energieversorger nicht nach staatlichen Subventionen gerufen. Für die NaturFreunde stehen Investitionen in die Nutzung fossiler Brennstoffe zur Stromversorgung im Widerspruch zur offiziell verkündeten nach-haltigen Entwicklung. Kuhlwein: “Große Grundlastkraftwerke werden auch als Übergangstechnologie nicht mehr gebraucht. Die Zukunft liegt bei den erneuerbaren Energien, deren Ausbau nicht durch hoch subventionierte Kohlekraftwerke behindert werden darf.“.

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Atomkraft: „Nach großem Etappensieg geht der Kampf in die nächste Runde“

Gemeinsame Pressemitteilung
Atomkraft: „Nach großem Etappensieg geht der Kampf in die nächste Runde“

Atomkraftgegner zeigen mit Ortsschildern, wo die Auseinandersetzung über die Atomkraft weitergehen wird: In Gorleben, Asse, Gronau und den verbleibenden AKW-Standorten Berlin, 30.06.2011. Kurz vor der Bundestagsabstimmung über das Atomgesetz haben Atomkraftgegner deutlich gemacht, dass sie weiter für den schnellstmöglichen Atomausstieg kämpfen wollen. Mit großen Ortsschildern zeigten sie vor dem Reichstagsgebäude, wo die Auseinandersetzung über die Atomkraft ihrer Ansicht nach weitergehen wird: An den Atommüllstandorten Gorleben, Asse und Schacht Konrad, der  Urananreicherungsfabirk Gronau und an den Standorten der neun noch am Netz bleibenden Atomkraftwerke. Die Aktion wurde von dem Kampagnennetzwerk Campact organisiert und vom Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland (BUND) und den Naturfreunden Deutschlands unterstützt.

Campact-Geschäftsführer Christoph Bautz erklärt:
„Die Abschaltung von acht Schrottreaktoren auf einen Streich ist ein wichtiger Etappensieg der Anti-Atom-Bewegung. Doch das ist erst der Anfang – jetzt geht die Auseinandersetzung um die Atomkraft in die nächste Runde. Wenn im Herbst der nächste Castor rollt, wird um das Aus für Gorleben und eine standortoffene Endlagersuche gerungen. Die Proteste werden erst aufhören, wenn auch die letzte Atomanlage endgültig stillgelegt ist.“

Der BUND-Bundesvorsitzende Prof. Dr. Hubert Weiger erklärt:
“Die Zustimmung des Bundestags zu Atomlaufzeiten bis 2022 vertagt den Ausstieg aus dieser riskanten Technologie, zementiert die Macht der Stromoligopole und verzögert die Energiewende. Entgegen den Sonntagsreden von Regierung und Opposition werden die notwendigen Konsequenzen aus Fukushima nicht gezogen. Wer den schnelleren Ausbau der Erneuerbaren Energien will, muss jetzt alle Atommeiler stilllegen, darf keine neuen Kohlekraftwerke bauen und muss auf weniger Stromverbrauch und ein dezentrales Energieversorgungssystem setzen.“

Uwe Hiksch vom Vorstand der Naturfreunde Deutschlands erklärt:
“Im Bundestag haben sich SPD und Bündnis 90/Die Grünen aus taktischen Gründen leider für die Zustimmung zu den Ausstiegsplänen der Bundesregierung entschieden. Nur die Linke bleibt bei einem schnellstmöglichen Atomausstieg. Wir werden nicht hinnehmen, dass wir noch bis zum Jahr 2022 mit der Gefahr eines Super-GAU in Deutschland leben sollen. Die Anti-Atom-Bewegung wird jetzt einen Kampf um die Abschaltung jedes einzelnen Reaktors führen, bis der letzte Reaktor vom Netz geht.“

Presse-Kontakte:
Christoph Bautz, Campact-Geschäftsführer: mobil 0163 59 575 93
Tina Löffelsend, BUND-Klimaexpertin, mobil: 0176-20067099
Uwe Hiksch, NaturFreunde Deutschlands, mobil: 0176-62015902


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Atomkraft abschalten – und zwar sofort!



Donnerstag 30.06.2011

* Ort: Heinrich-von-Gagern-Straße, Westseite der Reichstagswiese
* Uhrzeit: 8.30 Uhr

Diesen Donnerstag entscheidet der Bundestag über den schwarz-gelben Atomausstieg. Nachdem auch die Grünen am letzten Wochenende ihre Zustimmung zu diesem beschlossen haben, wird er voraussichtlich mit breiter Mehrheit angenommen. Mit einer Aktion vor dem Bundestag wollen wir deutlich machen: Die Abschaltung von acht Reaktoren auf einen Streich ist ein Riesenerfolg der Anti-Atom-Bewegung. Doch gleichzeitig ist die Auseinandersetzung um die Atomkraft damit bei weitem nicht beendet.

Wo sie weitergeht – das wollen wir mit großen Ortsschildern zeigen: In Gorleben, Morsleben und der Asse, wo in den nächsten Monaten um die Endlagerung des Atommülls gerungen wird. An den acht Standorten der am Netz bleibenden Reaktoren, wo es weiter um die Sicherheit und die Abschaltung der Anlagen geht. Und in Gronau, wo der Export von Atommüll und die Urananreicherung beendet werden müssen.

Kommt zu der Aktion!

Zeit: Donnerstag, 30. Juni 2011, 8.30 bis 9.00 Uhr
Ort: Heinrich-von-Gagern-Straße, Westseite der Reichstagswiese

Gemeinsam wollen wir mit campact, BUND, ausgestrahlt und NaturFreunden zeigen: Wir wollen den Atomausstieg – und zwar sofort!


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NaturFreunde bedauern grünes Ja zum Merkel-Atomausstieg


Berlin, 27. Juni 2011 – „Der Parteitag von Bündnis 90/Die Grünen am Wochenende hat deutlich gezeigt, dass sich die Partei vor allem an der veröffentlichten Meinung ausrichtet. Im Rahmen des parlamentarischen Mainstreams wollen die Grünen Teil der Ausstiegskoalition bis 2022 sein. Wir bedauern dies außerordentlich“, erklärt das Mitglied im Bundesvorstand der NaturFreunde Deutschlands Uwe Hiksch.


Zusammen mit vielen Mitgliedern von Bündnis 90/Die Grünen hatten die NaturFreunde in den letzten Monaten bei Demonstrationen, Mahnwachen und Kundgebungen immer wieder darauf hingewiesen, dass sich eine Atomkatastrophe wie in Fukushima jederzeit in einem anderen Meiler wiederholen kann. Auch deutsche Atommeiler sind vor einem GAU nicht sicher.

 

„Die Mehrheit des Grünen-Parteitages hat bewusst das „Restrisiko“ hingenommen, dass deutsche AKW noch zehn weitere Jahre in Betrieb sein werden“, so Hiksch. Damit würden sich die NaturFreunde jedoch nicht abfinden, sondern sich weiterhin für einen sofortigen Ausstieg aus der Atomenergie engagieren und gemeinsam mit Standortinitiativen und Umweltverbänden für die Abschaltung jedes einzelnen Reaktors streiten.

 

Ausdrücklich begrüßt wird von den NaturFreunden die Ankündigung von Bündnis 90/Die Grünen, die „Energieinfrastruktur in den kommenden Jahren auf die vollständige Umstellung auf Ökostrom auszurichten“. An diesem Versprechen würden die NaturFreunde auch die rot-grünen Landesregierungen messen.

 

„Für Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen erwarten die NaturFreunde zudem, dass schnellstmöglich ausreichende Vorrangflächen von mindestens zwei Prozent der Landesfläche für die Nutzung der Windenergie ausgewiesen werden“, erklärt Uwe Hiksch und ergänzt: „Von den rot-grünen Landesregierungen in Nordrhein-Westfalen erwarten die NaturFreunde, dass auf die bereits im Bau befindlichen Steinkohlekraftwerke wie Datteln verzichtet wird.“

 

Die Grünen könnten vor allem auf Landesebene einen Beitrag dazu leisten, dass durch eine deutliche Verschärfung der Sicherheitsauflagen für die nun zehn Jahre weiter laufenden AKW diese bestenfalls unwirtschaftlich würden, empfiehlt Uwe Hiksch.


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NaturFreunde: Griechenland braucht eine echte Chance


Solidarität und Zusammenarbeit sollten einen Neuanfang prägen

Berlin, 26. Juni 2011 – „Partnerschaft sieht anders aus“, kritisiert der Bundesvorsitzende der NaturFreunde Deutschlands Michael Müller den Umgang mit Griechenland und fordert einen echten Neuanfang. „Kaum einer denkt ehrlich und aufrichtig an Hilfe für die Menschen in Griechenland. Wie soll ein Neuanfang gelingen, wenn den Griechen nicht endlich Mut gemacht wird.“

„Keine Frage: Wirtschaftlich gravierende Fehler haben Griechenland und über den Euro auch die europäische Währungsunion in eine schwere Krise geführt“, stellt Michael Müller fest. Nun aber gerate die griechische Gesellschaft unter die Knute finanzwirtschaftlicher Ideologien, die dem Land kaum Chancen gäben. Getauscht würden neue Kreditversprechen gegen die Zusage sogenannter Reformen und weiterer Sparpakete. „Doch diese Operationen spiegeln über weite Strecken nur die Konzepte, die letztlich in die Finanzmarktkrise geführt haben. Aus Mangel an eigenständigen politischen Konzepten übernehmen immer stärker die Banken und die Rating-Agenturen das Kommando. Nachdem ihre eigenen Rezepte aber nicht mehr funktionieren, verlangen sie wieder einmal staatliche Hilfen“, kritisiert Müller.

Populismus und neoliberale Konzepte dominieren

Der Umgang mit Griechenland sei in mehrfacher Hinsicht doppelbödig. Einige Akteure bedienten mit nationalistisch-populistischen Behauptungen niederste Klischees. Einige redeten von Hilfe für Griechenland, meinten aber tatsächlich die Interessen der Banken und ihrer internationalen Kreditgeschäfte. Einige hielten unverändert an den neoliberalen Konzepten der letzten Jahrzehnte fest. Aber kaum einer denke ehrlich und aufrichtig an Hilfe für die Menschen in Griechenland.

„Wenn die Fehler der vergangenen Jahre aufgearbeitet werden, dann bitte auch und zuerst in Großbritannien, dem Mutterland des Finanzkapitalismus, von dem das ganze Elend ausgegangen ist. Und natürlich auch bei den falschen Stichwortgebern in Wirtschaftswissenschaften, Beratungseinrichtungen und Rating-Agenturen, die noch immer mit großem Selbstbewusstsein weitermachen, obwohl ihr Interesse allein den kurzfristig hohen Renditen gilt“, empfiehlt der Bundesvorsitzende der NaturFreunde Deutschlands.

Griechen benötigen neuen Mut

Wenn es um einen Neuanfang gehe, dann müsse dieser auf beiden Seiten erfolgen. „Im Augenblick ist die Vereinigung der Finanzexperten und ihrer politischen Jünger unter der Führung von Bundeskanzlerin Merkel dabei, den Griechen die Würde zu nehmen. Der griechischen Gesellschaft wird mit restriktiven Auflagen die Luft zum Atmen genommen. Das darf nicht sein. Wie soll ein Neuanfang gelingen, wenn den Menschen nicht endlich Mut gemacht wird“, kritisiert Müller.

Die NaturFreunde Deutschlands fordern einen neuen, einen fairen Umgang mit Griechenland. Nur so könne das Land die Kräfte entfalten, die für einen echten Neuanfang nötig seien. „Dann dürfen aber nicht die sogenannten Finanzexperten das Sagen haben. Die weitere Entwicklung muss stattdessen vom Geist der Solidarität und Zusammenarbeit geprägt sein“, fordert Michael Müller.



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NaturFreunde: Auch die SPD sollte den schwarz-gelben Atomfahrplan ablehnen


NaturFreunde Deutschlands fordern AKW-Stilllegung bis spätestens zum Jahr 2014

Berlin, 24. Juni 2011 – In einem Brief an den Parteivorstand und Parteirat der SPD haben die NaturFreunde Deutschlands den Sozialdemokraten empfohlen, bei den Entscheidungen in Bundestag und Bundesrat zu Atomausstieg und Energiewende mit Nein zu stimmen. „Nicht nur CDU/CSU und FDP, sondern auch die anderen Parteien müssen dazulernen“, erklärte der Bundesvorsitzende der NaturFreunde Deutschlands Michael Müller. Fukushima habe erneut gezeigt, dass das hypothetische Risiko ein reales und eben nicht zu verantwortendes Risiko sei. Deshalb müsse der Maßstab eine inhärente Sicherheit sein. Wenn die Atomkraftbetreiber diese nicht nachweisen könnten, müssten ihre Atomkraftwerke abgestellt werden. Die NaturFreunde Deutschlands fordern die Stilllegung der verbliebenen AKW bis spätestens zum Jahr 2014 und die 2.000-Watt-Gesellschaft bis 2050.

 

Brief der NaturFreunde an den Parteivorstand der SPD: www.kurzlink.de/NaturFreunde-an-SPD

 

Weil gerade nach dem japanischen GAU das von der Bundesregierung vorgesehene Enddatum 31. Dezember 2022 für die Nutzung der Atomkraft in Deutschland nicht akzeptabel ist, hatten die NaturFreunde Deutschlands gemeinsam mit dem gesellschaftlichen Anti-Atom-Bündnis bereits Anfang dieser Woche auch die Delegierten der Bundeskonferenz der Bündnisgrünen aufgefordert, der schwarz-gelben Atompolitik keinen grünen Segen zu erteilen.

 

Zwar vollziehe die schwarz-gelbe Bundesregierung eine radikale Wende, wenn sie nun das nachhole, was bis zur Bundestagswahl 2009 noch Stand der Gesetzgebung war, heißt es in dem Brief an die SPD. Doch stelle sich auch die Frage, welche Schlussfolgerungen die Parteien zögen, die seit vielen Jahren weitergehende Beschlüsse hätten.

 

Ausstieg nur rechtssicher über Sicherheits- oder Entsorgungsfrage

Der gesellschaftliche Konsens von 2001 mit den vier Atomkonzernen bestehe heute nicht mehr. Fukushima sei ein berechtigter Grund, weitergehenden Forderungen zu vertreten, zumal die Atomkraftbetreiber erklärt hätten, gegen das Gesetz zu klagen und auch die Bundesregierung den ursprünglichen Konsens verlassen habe. Besonders wichtig sei, dass der Ausstiegsweg endlich rechtssicher werde. Aus Sicht der NaturFreunde Deutschlands gehe das nur über die Sicherheits- oder die Entsorgungsfrage – beträfe dann aber alle Atomkraftwerke in Deutschland.

 

Vor allem aber ließe der schwarz-gelbe Ausstiegsfahrplan keine klare Linie für die Energieversorgung der Zukunft erkennen, die aus Sicht der NaturFreunde Deutschlands auf dezentralen Strukturen aufbauen müsse, um auf dieser Basis effiziente und erneuerbare Energien zusammenzubringen.



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NaturFreunde fordern sofortiges Verbot von Investitionen in Streumunition

Das „Riestern“ mit dem Tod muss beendet werden

Berlin, 23. Juni 2011 – Zur Diskussion über Investitionen in die Herstellung von Streumunition durch deutsche Finanzinstitute erklärt das Mitglied im Bundesvorstand der NaturFreunde Deutschlands Uwe Hiksch:

Seit dem 1. August 2010 ist das internationale Abkommen zur Ächtung von Streumunition in Kraft. Es wurde im vergangenen Jahr von 108 Ländern unterschrieben. Trotzdem geht die Produktion von Streumunition weiter. Das Sterben durch diese mörderische Munition hat noch nicht aufgehört.

 

Antipersonenminen, Streubomben, Streumunition und Landminen gehören zu den perversesten Waffen aus den Arsenalen der Militärs dieser Welt. Sie sind besonders heimtückisch, da ein hoher Anteil dieser Sprengsätze beim Aufprall nicht sofort explodiert. Noch Jahre nach Ende eines militärischen Konflikts können diese Waffen Menschen verstümmeln und töten. Weltweit wird die Zahl der Opfer von Streumunitionsblindgängern auf fast 100.000 Menschen geschätzt. Einer Studie von Handicap International zufolge sind 98 Prozent der Opfer Zivilisten.

Perverse Alterssicherung

Nach aktuellen Recherchen des Bündnisses „FACING FINANCE“ und „urgewald“ betrugen alleine die Investitionen, Kredite und Anleihen deutscher Banken in diesem Sektor in den vergangenen zwei Jahren etwa 1,3 Milliarden Euro. Besonders unverständlich ist, dass mindestens 21 Anbieter von öffentlich geförderten Riesterprodukten mit rund 500 Millionen Euro an Herstellern dieser völkerrechtswidrigen Waffen beteiligt sind.

 

Die NaturFreunde halten es für inakzeptabel und pervers, dass sich Alterssicherungssysteme an Waffenfabriken und Rüstungskonzernen beteiligen. Niemand dürfte nachvollziehen können, warum sich die Anbieter von öffentlich geförderten Altersversorgeprodukten in Deutschland an Streubomben herstellenden Rüstungsfirmen beteiligen dürfen, obwohl Deutschland das internationale Abkommen zur Ächtung von Streumunition unterschrieben hat.

Tödliche Renditen durch Streumunition

Anbieter solcher „Riester-Renten“ mit tödlichen Renditen sind zum Beispiel die Aachen/Münchner Versicherung, Allianz, Alte Leipziger, AXA, Basler Versicherungen, Deutscher Ring, Signal Iduna oder der Volkswohlbund. Die NaturFreunde Deutschlands erwarten von diesen Versicherungen eine sofortige Beendigung ihres Engagements im Bereich von Streumunitionsherstellung und fordern den Deutschen Bundestag auf, ein solches Engagement gesetzlich zu verbieten.

Zwar hat Deutschland mit dem Beitritt zum internationalen Abkommen zur Ächtung von Streumunition diese geächtet, davon unbetroffen sind aber die profitablen Anlagen und Geschäftsverbindungen vieler deutscher Finanzinstitute, Versicherer und Fonds.

Milliarden in Aktien und Anleihen investiert

Spitzenreiter bei diesen tödlichen Investments ist die Deutsche Bank: Sie hält entsprechende Aktien im Wert von 479.770.000 Euro, erworbene Anleihen in Höhe von 53.570.000 Euro und darüber hinaus ausgegebene Aktien im Wert von 675.590.000 Euro sowie ausgegebene Anleihen und Kredite in Höhe von 42.000.000 Euro. Insgesamt hat alleine die Deutsche Bank nach Untersuchungen von Profundo im Jahr 2010 Investments in diesem Bereich von 1.291.860.000 Euro unternommen. Die Deutsche Bank Group ist mit mehr als 100 Investmentprodukten an Herstellern von Streumunition beteiligt und besitzt insgesamt etwa 28 Millionen Aktien an solchen Unternehmen. Zudem hält die Deutsche Bank Group Aktien von fast allen führenden Streumunitionsherstellern, etwa General Dynamics (1,5 Millionen Aktionen im Wert von 94,2 Millionen Dollar), L-3 Communications (1,1 Millionen Aktion im Wert von 82,4 Millionen Dollar), Lockheed Martin (2,8 Millionen Aktien im Wert von 219 Millionen Dollar), Raytheon (1,5 Millionen Aktien im Wert von 73 Millionen Dollar).

 

Weitere Großinvestoren in diesen Bereich sind die Commerzbank mit einer Investitionssumme von etwa 41 Millionen Euro, die DekaBank mit etwa 43,5 Millionen Euro, die Norddeutsche Landesbank mit 1,7 Millionen Euro und die UniCredit/HVB, die Aktien in Höhe von 298,5 Millionen Euro hält. Darüber hinaus halten auch die öffentlichen Landesbanken BayernLB und die LBBW Aktien von Herstellern von Streumunition.

 

Streumunition wurde zum Beispiel durch die NATO-Staaten im Jugoslawien-Krieg eingesetzt. Hier wurden nach Angaben der NATO 1.392 Streubomben mit 289.536 sogenannter Submunition an 333 Orten abgeschossen. Auch in Afghanistan und im Irakkrieg wurden fast eine Million Streubomben eingesetzt. Israel verwendete im Libanon-Feldzug im Jahr 2006 Streubomben mit insgesamt mehr als vier Millionen Sprengsätzen.

In Libyen wird Streumunition eingesetzt

Auch nach Libyen wurde Streumunition exportiert: etwa im Jahr 2007 im Wert von 3,8 Millionen Euro. Die spanische Regierung genehmigte in jenem Jahr ausdrücklich Exporte der Munition vom Typ MAT-120 der spanischen Rüstungsfirma Instalaza S.A. an das Regime von Gaddafi. Ein Teil dieser Bomben wurden vor wenigen Wochen bei den blutigen Kämpfen um die libysche Stadt Misrata eingesetzt.

Bundestag muss Investitionen in Streumunition verbieten

Die NaturFreunde Deutschlands fordern ein sofortiges Verbot von solchen Investments und bitten den Deutschen Bundestag, aktiv zu werden. Staaten wie Belgien, Irland, Luxemburg oder Neuseeland haben der Finanzindustrie das Investment in die Produktion dieser Waffen bereits gesetzlich untersagt. Die NaturFreunde erwarten, dass der Deutsche Bundestag schnellstmöglich ein Gesetz verabschiedet, dass jedwedes Investment in Streumunitionshersteller verbietet.

 

Die NaturFreunde Deutschlands fordern zugleich alle Kundinnen und Kunden der betroffenen Finanzinstitute auf, bei diesen Banken und Fonds zu protestieren. Es darf kein Cent in die Herstellung dieser völkerrechtswidrigen Waffen fließen. Gleichzeitig erwarten die NaturFreunde, dass solche Waffenhersteller weltweit geächtet und ihre Manager zur Rechenschaft gezogen werden.

 



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Atomausstieg: Offener Brief der Umweltverbände an Bündnis 90/Die Grünen und Antwort

Offener Brief an die Delegierten der außerordentlichen Bundesdelegiertenversammlung von Bündnis 90/Die Grünen am 25. Juni 2011 in Berlin

 

21. Juni 2011

 

Kein grüner Segen für diese Atompolitik!

 

 

Liebe Delegierte,

 

die weiter andauernde Katastrophe von Fukushima hat in Deutschland und weit darüber hinaus zu einer starken Anti-Atom-Bewegung geführt. Die schwarz-gelbe Bundesregierung wurde dadurch gezwungen, die im letzten Herbst beschlossene Laufzeitverlängerung zurückzunehmen und acht Reaktoren endgültig abzuschalten. Ein großer Erfolg, der ohne den unermüdlichen und breit getragenen Protest nicht möglich geworden wäre.

 

Doch die zweite Hälfte des „Ausstiegs“ wird im Wesentlichen auf die Jahre 2021/2022 vertagt. Wie schon nach dem rot-grünen Ausstiegsbeschluss sollen erneut zehn Jahre vergehen, die vor allem den Weiterbetrieb der Atomreaktoren sichern. So würde selbst das AKW Gundremmingen C, das fast baugleich mit Fukushima ist, bis 2021 weiterlaufen. Wieder ist der „Ausstieg“ nicht unumkehrbar. Die Sicherheitsauflagen für die Betreiber sind sogar noch schwächer als zu Zeiten des rot-grünen „Atomkonsenses“. Zudem ist die angekündigte, bundesweite Endlagersuche völlig unverbindlich. Fakten werden weiterhin lediglich in Gorleben geschaffen, indem der Ausbau des Salzstocks zum Endlager fortgesetzt wird.

 

Wir sind enttäuscht, dass der Bundesvorstand von Bündnis 90/Die Grünen dieser schwarz-gelben Mogelpackung im Bundestag und Bundesrat zustimmen und ihr damit einen grünen Segen verleihen will. Im März diesen Jahres, wenige Tage nach Fukushima, beschloss der Kleine Parteitag der Grünen mit breiter Mehrheit die Forderung, den Atomausstieg massiv gegenüber dem rot-grünen „Atomkonsens“ zu beschleunigen und alle Reaktoren stufenweise bis 2017 abzuschalten. Jetzt droht dieser Beschluss bereits wieder Makulatur zu werden. So entsteht nicht Glaubwürdigkeit bei Wählerinnen und Wählern – sondern der Eindruck, aus Angst vor Kampagnen der politischen Konkurrenz grüne Kernpositionen zu räumen.

 

Mit einer Zustimmung zum vorliegenden Atombeschluss der Regierung würden Bündnis 90/Die Grünen sich an einen Ausstiegsplan fesseln, der ihnen jeden relevanten atompolitischen Gestaltungsspielraum im Falle einer Regierungsbeteiligung 2013 raubt. Damit wären sie gezwungen eine Politik zu verteidigen, die in der nächsten Legislaturperiode lediglich die Abschaltung eines Reaktors, des Kraftwerks Grafenrheinfeld, vorsieht. Konsequentes Handeln gegenüber den Atomkonzernen – etwa durch höhere Sicherheitsauflagen und Haftungsansprüche – verlöre nach vorheriger Zustimmung zu einem Ausstieg im Schneckentempo die Plausibilität. Wenn die Grünen dem schwarz-gelben Beschluss zustimmen, dann ist atompolitisch die Kiste zu.

 

Die Grünen müssen in der Offensive bleiben und dürfen das Heft des Handelns nicht aus der Hand geben! Sie müssen mit der klaren Forderung nach einem Ausstieg innerhalb einer Legislaturperiode in den Bundestagswahlkampf 2013 ziehen – und gegebenenfalls mit dieser Bedingung in Koalitionsverhandlungen über eine grüne Regierungsbeteiligung treten! Dazu gehört auch ein klares Nein zu einem Endlager in Gorleben. Es braucht ein Endlagersuchgesetz das endlich ein vergleichendes Verfahren mit Bürgerbeteiligung und –rechten ermöglicht.

 

Die Grünen müssen nicht über das Stöckchen springen, das die Regierung hinhält! Sie müssen nicht einen Konsens mit der Regierung eingehen, nur weil diese damit das Thema Atomkraft von der politischen Tagesordnung abräumen will. Sie müssen nicht ihren politischen Spielraum einengen, nur weil die SPD dem Regierungsbeschluss vielleicht zustimmt. Sie müssen nicht einem Gesetz zustimmen, nur weil es auch begrüßenswerte Elemente wie die Abschaltung von acht Reaktoren enthält. Diese werden auch stillgelegt, wenn sie aus den genannten Gründen mit „Nein“ stimmen.

 

Im Jahr 2000 haben Bündnis 90/Die Grünen mit einem völlig unzureichenden Ausstiegsbeschluss einen tiefen Graben zu den Umweltverbänden und der Anti-Atom-Bewegung aufgerissen. In den letzten Jahren haben wir diesen an vielen Stellen überbrückt, sind gemeinsam für das Ende der Risikotechnologie Atomkraft auf die Straße gegangen. Beginnen Sie jetzt nicht, diese Brücken wieder einzureißen! Streiten Sie mit uns für einen Ausstieg, der diesen Namen auch verdient!

 

Mit besten Grüßen

 

Peter Dickel, Arbeitsgemeinschaft Schacht Konrad

Ingo Hoppe, AK.W.ENDE (AKW Biblis)

Jochen Stay, .ausgestrahlt

Wolfram Scheffbuch, Bund der Bürgerinitiativen mittlerer Neckar (AKW

Neckarwestheim)

Hubert Weiger, Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND)

Bündnis Anti-Atom-Ostwestfalen-Lippe (AKW Grohnde)

Karsten Hinrichsen, Bürgerinitiative Gesundheit und Klimaschutz Unterelbe (AKW Brokdorf)

Wolfgang Ehmke, Kerstin Rudek, Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg

Christoph Bautz, Campact

Raimund Kamm, FORUM Gemeinsam gegen das Zwischenlager und für eine verantwortbare Energiepolitik (AKW Gundremmingen)

Ewald Feige, Internationale Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges (IPPNW)

Uwe Hiksch, NaturFreunde Deutschlands

Dirk Seifert, Robin Wood

Widerwelle (AKW Philippsburg)

 

Bei Fragen wenden Sie sich bitte an:

Diesen Offenen Brief können Sie auch als PDF unter http://www.mister-wong.de/doc/atomausstieg-offener-brief-der-umweltverbaende-an-buendnis-90die-gruenen_260382786/ herunterladen.

 

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Hier die Antwort vom Bundesvorstand Bündnis 90/Die Grünen:

 

Berlin, 22. Juni 2010
Antwort auf Euren Brief „Kein grüner Segen für diese
Atompolitik!“

 

Liebe Freundinnen und Freunde aus den unterzeichnenden Umweltverbänden,
wir danken Euch für Euren offenen Brief an die Delegierten unserer außerordentlichen
Bundesdelegiertenkonferenz. Damit beteiligt Ihr Euch an der intensiven Debatte, die wir
am kommenden Samstag führen werden. Mit Eurem Brief macht Ihr ebenso die Sichtweise
der unterzeichnenden Umweltverbände deutlich wie zugleich die Tatsache, dass
auch die Umweltverbände momentan ähnlich differenziert untereinander debattieren
wie wir Grüne miteinander. Das zeigen die Äußerungen und Briefe von anderen Umweltverbänden,
die uns ebenfalls erreichen und die inhaltliche Position unseres Antrags
ausdrücklich teilen.
Der Einsatz gegen die Atomkraft eint uns seit über 30 Jahren. Wir haben auf vielen
Straßen und Äckern gemeinsam demonstriert und auch nicht nachgelassen, als der
Kampf für den Atomausstieg zwischendurch nicht die breiten Massen erreichte. Auch
wenn Ihr nun leider der Ansicht seid, dass durch unsere Positionen schon Gräben aufgerissen
wurden, so wisst Ihr unsere Partei seit Ihrem Bestehen an der Seite der Verbände,
wenn es um die Beendigung der „friedlichen“ Nutzung der Atomenergie, die Beendigung
der Urananreicherung oder die Verhinderung ungeeigneter Lagerstätten für
Atommüll geht. Schließlich decken sich auch Teile Eurer und unserer Mitgliedschaft. Auf
den Straßen, Plätzen, Schienen und vor den Toren der Anlagen wehen stets viele grüne
Fahnen – und das wird auch in Zukunft so bleiben. Wer aus Grünen und der Anti-Atom-
Bewegung zwei getrennte Strömungen machen will, der betreibt das Spiel der
Gegner!

Nur durch unseren gemeinsamen und unermüdlichen Kampf haben wir es geschafft, in
der Gesellschaft einen breiten Konsens gegen die Risikotechnologie Atomkraft und für
die Erneuerbaren Energien zu schaffen. Mit der so erreichten breiten Mehrheit haben
wir viel erreicht: Die Atombefürworter in Regierung und Industrie wurden in die Defensive
gedrängt, Schwarz-Gelb ist nach der Katastrophe in Fukushima eingeknickt und
nun gezwungen, die Laufzeitverlängerungen zurückzunehmen. Nach nur einem halben
Jahr muss Angela Merkel ihren atompolitischen Offenbarungseid leisten.
Ohne unseren gemeinsamen, jahrzehntelangen Kampf wäre das nicht möglich gewesen.
Bei all den unterschiedlichen Einschätzungen sollten wir uns diesen gemeinsamen
Erfolg nicht kaputt machen lassen, indem wir ausgerechnet jetzt auf die Strategie der
Atomlobby hereinfallen, die uns gespalten sehen will. Gönnen wir ihnen nicht den Triumph,
uns selbst zu zerlegen. Denn in der Sache sind wir uns nach wie vor einig, und
das müsst Ihr auch nicht leugnen. Genauso wie Ihr vertreten wir die Position, dass der
von Schwarz-Gelb vorgelegte Atomausstieg zu langsam vollzogen wird und ein schnellerer
Einstieg in die Erneuerbaren notwendig und möglich ist. Deswegen empfehlen wir
auch, sechs der sieben vorgelegten Gesetzesvorlagen nicht zuzustimmen.
Die Menschenketten, Demos und Blockaden der letzten Monate haben eindrucksvoll
gezeigt, wie stark wir gemeinsam sind und wie viel wir gemeinsam bewegen können.
Doch es gibt eine sinnvolle Arbeitsteilung zwischen Anti-Atom-Bewegung und Grüner
Partei. Dabei geht es um die unterschiedlichen Rollen, die wir als Partei im parlamentarischen
System und ihr als zivilgesellschaftliche Verbände außerparlamentarisch übernehmen.
Es ist richtig und notwendig, dass die Bewegungen das Ideale fordern und Druck
machen, damit es Realität wird. Doch müssen wir Grüne uns auch am politisch Machbaren
und praktisch Umsetzbaren orientieren, um den Wandel zu sichern. Praktischer
Fortschritt braucht beides – die Orientierung am Idealen ebenso wie die Bereitschaft,
zur richtigen Zeit einen vertretbaren Kompromiss einzugehen, gerade um der Verwirklichung
des Idealen einen großen Schritt näher zu kommen. Diese Rollenverteilung war
für uns Grüne sicher nicht immer die einfachste und dankbarste – doch haben wir damit
bis heute in etlichen Bereichen viel bewirkt und Veränderungen erreicht. Deshalb erwarten
wir auch nicht von Euch, dass wir jeden Schritt des Weges im Gleichschritt tun. Es ist
gut, wenn Ihr auch weiterhin Druck macht und uns zwingt, unsere Entscheidungen immer
wieder kritisch zu überprüfen. Aber man darf im Gegenzug eben auch nicht so zu
tun, als gebe es nur eine legitime Form des Widerstandes und der „richtigen“ Anti-Atom-
Politik, wie die Reaktion von NABU und WWF zeigen.
In Eurem Brief beschreibt Ihr Argumente, die gegen die Zustimmung zur Novelle des
Atomgesetzes sprechen. Mit dieser Position ignoriert Ihr aus unserer Sicht, dass die Medaille
zwei Seiten hat. Wir sind nämlich mitnichten der Meinung, durch eine Zustimmung
zur Änderung des Atomgesetzes das Heft des Handelns aus der Hand zu geben.
Ganz im Gegenteil: Wir haben Angela Merkel und Co. erst dahin gebracht, ihre falsche
und unverantwortliche Politik vom vergangenen Herbst zurückzunehmen – und wir
wollen sie nun mit unserer Zustimmung darauf festnageln, auch dabei zu bleiben.
Auch wäre eine Zustimmung zur jetzt vorgelegten Atomgesetz-Novelle nicht gleichbedeutend
mit einem Atomkonsens. Es wird weiterhin eine eigenständige, kritische und
wache grüne Atompolitik geben und auch brauchen. Denn wir werden mit einem Ja zur
Rücknahme der Laufzeitverlängerung eben nicht § 7d zustimmen – dieser steht in der
Novelle auch gar nicht zur Abstimmung. Und natürlich halten wir unsere Klage beim
Bundesverfassungsgericht weiterhin aufrecht. Wir werden nicht nachlassen, ein ergebnisoffenes
Endlagersuchverfahren und höchste Sicherheitsstandards durchzusetzen. All
das ist für uns keinesfalls erledigt und findet sich in unserem Antrag explizit wieder. Dafür
brauchen wir auch Eure Unterstützung!
Klar ist aber auch: Nach der jetzt vorgelegten Gesetzesnovelle wird der Atomausstieg in
Deutschland schneller vonstatten gehen, als wir es vor zehn Jahren durchsetzen konnten.
Es wird verbindliche Abschaltdaten geben und die sieben ältesten AKWs und
Krümmel werden sofort und endgültig vom Netz gehen. Das bedeutet jedoch nicht,
dass man den Ausstieg nicht noch beschleunigen kann. Unsere Zustimmung wäre alles
andere als ein Blankoscheck für die Atomkonzerne. Im Gegenteil: Bei der Umsetzung
höherer Sicherheitsanforderungen, bei der Endlagersuche und beim Beenden der wirtschaftlichen
Bevorzugung der Atomwirtschaft werden wir Druck machen. Vor diesem
Hintergrund ist es alles andere als ausgeschlossen, dass mehr AKWs eher vom Netz gehen
müssen als im aktuellen Gesetzentwurf festgeschrieben.
Wenn wir Grüne jetzt zustimmen, dann tun wir das auch aus Gründen der Investitionssicherheit
für Erneuerbaren Energien und Gaskraftwerke. Eine Zustimmung von vier
Fraktionen im Deutschen Bundestag macht den Ausstieg praktisch unumkehrbar. Dies
ist auch ein wichtiger Unterschied zum Beschluss von 2001, als Merkel lieber Fundamentalopposition
spielte und das Zurückdrehen der Vereinbarung ankündigte. Dagegen
wäre eine weitere 180-Grad-Wende für Schwarz-Gelb auch unter veränderten Bedingungen
gesellschaftlich nicht mehr vermittelbar.
Im Ergebnis dieser Abwägungen heißt das für uns: Lasst uns endgültig das Schicksal der
Atomenergie in Deutschland besiegeln – um anschließend unsere ganze Kraft dafür einzusetzen,
dass der Ausstieg aus der Atomenergie und der Einstieg in die Erneuerbaren
Energien tatsächlich und auch europaweit gelingt. Schon heute kann man spüren, welche
Signalwirkung von einem breit getragenen Ausstiegsbeschluss ausgehen würde. In
Italien hat eine übergroße Mehrheit dem Wiedereinstieg in einer Volksbefragung eine
Absage erteilt. Die Schweiz hat, auch mit Verweis auf die Debatte bei uns in Deutschland,
einen Ausstieg beschlossen. Selbst in Frankreich müssen sich Präsident Sarkozy
und seine Atomlobby mehr und mehr unangenehme Fragen gefallen lassen – beispielsweise
warum in Frankreich nicht möglich sein solle, was Deutschland gerade vormacht.
Lasst uns der Bundesregierung aber auch klar machen, dass die Zustimmung zum Ausstieg
weder ein Blankoscheck noch ein grünes Plazet für ihre Energiewende und ihre
Atompolitik als Ganzes ist. Deshalb sagen wir Nein zur laschen Sicherheitspolitik, zur
vertagten Endlagersuche, zum Ausbremsen der Erneuerbaren, zum Einstieg in neue
Kohlekraftwerke und zu einem Planungsrecht, das sich über die Köpfe der Menschen
hinweg setzt. Grüne bleiben der Garant dafür, dass die Atomkraft in Deutschland sicher
abgewickelt wird, dass der Umstieg gestaltet und nicht nur verwaltet und die Energiewende
zu einer wirklichen Wende wird.
Damit wir gemeinsam das Heft des Handelns nicht aus der Hand geben und in der Offensive
bleiben!
Mit grünen Grüßen
Claudia Roth Cem Özdemir

 

Diesen Offenen Brief können Sie auch als PDF unter http://www.mister-wong.de/doc/atomausstieg-antwort-buendnis-90die-gruenen-an-die-umweltverbaende_260382775/ herunterladen.



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NaturFreunde fordern die Abschaffung der Rating-Agenturen


Unsere Welt braucht internationale Solidarität statt neoliberale Herrschaftsverhältnisse

Berlin, 20. Juni 2011 – Zur aktuellen Diskussion um eine eigene europäische Rating-Agentur erklärt der Bundesvorsitzende der NaturFreunde Deutschlands Michael Müller:

 

Die Welt wird regiert von drei anonymen Rating-Agenturen mit Tunnelblick: Standard & Poor‘s,  Moody‘s und Fitch Ratings – alle mit Hauptsitz in New York. Obwohl ihre Macht demokratisch nicht legitimiert ist, spielen sie sich auf als Herren der Welt. Dabei sind sie ein Produkt des Finanzkapitalismus, das der Welt von der Wall Street aufgedrängt wurde. Die Stärke der Rating-Agenturen ergibt sich aus dem Umstand, dass die neoliberale Ideologie weltweit übernommen wurde, es aber keine wirksamen weltwirtschaftlichen Institutionen gibt.

 

Undemokratische Rating-Agenturen entscheiden über das Schicksal ganzer Länder

Diese drei Agenturen sind auf dem globalen Finanzmarkt mit weitem Abstand führend, sie fühlen sich als die „Master of the Universe“. Sie bewerten die Qualität von Unternehmen und Wertpapieren, aber auch die Kreditwürdigkeit von Staaten. Sie treiben die Wirtschaft vor sich her, entscheiden über das Schicksal ganzer Länder und bestimmen die Bedingungen der globalen Wirtschaft. Ihre Bewertungen entscheiden letztlich darüber, zu welchen Konditionen Konzerne, Banken oder auch Länder auf den Kapitalmärkten Geld leihen können: Je besser die Bewertung, desto niedriger die Zinsen.

 

Zuletzt hatten die Rating-Agenturen mit ihren Bewertungen von Griechenland, Spanien, Portugal und Italien ihre Macht gezeigt, selbst England und Frankreich mussten zittern. Deshalb fordern europäische Politiker, nun auch eine europäische Rating-Agentur aufzubauen. Was aber sollte eine europäische Agentur anders machen, wenn weiterhin der Neoliberalismus die Leitlinie der Entscheidungen ist?

 

Finanzinstitute müssen Diener, nicht Herr der Wirtschaft sein

Die richtige Forderung ist, die Finanzinstitute wieder auf ihre eigentlich Funktion zurückzuführen: Sie sollen ausreichend Geld für einen funktionierenden Wirtschaftskreislauf zur Verfügung stellen und müssen Diener, nicht Herr der Wirtschaft zu sein. Zudem müssen die spekulativen Finanzinstrumente wie Leerverkäufe, Derivate, Wetten auf Kursänderungen etc. verboten werden.

 

Insofern fordern die NaturFreunde Deutschlands keine neue europäische Konkurrenz zu den US-Rating-Agenturen, sondern schlicht und einfach deren Abschaffung. Notwendig ist stattdessen vielmehr ein Bretton Woods II, das die Weltwirtschaft vernunftgeleitet regelt.

 

Die Vorherrschaft der Kapitalmärkte muss endlich beendet werden: Wir brauchen dringend eine Weltwirtschaft, die von der Solidarität aller mit allen ausgeht, statt einseitige Herrschaftsverhältnisse aufzubauen.


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Neue Qualität des Protestes: Gewaltfreie Sitzblockade am AKW Brokdorf / Unterstützerverbände äußern sich

Zahlreiche Organisationen unterstützen die am morgigen Samstag beginnende gewaltfreie Sitzblockade vor dem AKW Brokdorf und fordern einen konsequenten Ausstieg. Keinesfalls dürfe das AKW weitere zehn Jahre am Netz bleiben.

Im Folgenden begründen ausgewählte Unterstützerorganisationen ihre Beteiligung.

Thorben Becker, Energiereferent des Bunds für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND): “Ein Konsens unter den politischen Parteien ist noch längst kein gesellschaftlicher Konsens. Der BUND kämpft für einen möglichst schnellen Atomausstieg und beteiligt sich deshalb aktiv an der Blockade.”

Hendrik Paulitz, Atomexperte der Internationalen Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges, Ärzte in sozialer Verantwortung (IPPNW): „Die Opposition muss jetzt darauf bestehen, dass die endgültige Stilllegung aller Atomkraftwerke durch eine Grundgesetzänderung abgesichert wird. Nur dadurch kann das erklärte Ansinnen von Bundesumweltminister Norbert Röttgen vereitelt werden, künftigen Regierungen die Option der erneuten Laufzeitverlängerung zu ermöglichen.“

Uwe Hiksch, Mitglied des Bundesvorstandes der Naturfreunde: „Die Blockaden, die jetzt in Brokdorf stattfinden, stellen eine neue Qualität des Protestes dar. Jetzt beginnt der Kampf um ein möglichst schnelles Ende jedes einzelnen Reaktors.”

Gesine Agena, Sprecherin der Grünen Jugend: “Was die Bundesregierung vorlegt, ist kein Konsens, sondern ein schwarz-gelber Koalitionskompromiss. Als Grüne Jugend werden wir weiter auf der Straße aber auch innerparteilich für den schnellstmöglichen Ausstieg streiten.”

Sven Frye, Bundesvorsitzender der SJD – Die Falken: “Wir brauchen keine AKWs! Bei der Verlängerung der AKW-Laufzeiten ging es CDU, CSU und FDP nicht um Strom, sondern um die Profite der Energiekonzerne.”

Jutta Sundermann, Mitglied des Koordinierungskreises von Attac: “Die Atomkonzerne müssen endlich entmachtet werden. Der entschädigungsfreie und sofortige Ausstieg ist ohne weiteres zu rechtfertigen. Energiewende muss auch heißen, dass kleine, dezentrale Strukturen Vorrang haben vor den Begehrlichkeiten der Energieriesen.“

 

 

Hintergrund

Wegen der laufenden Revisionsarbeiten am AKW herrscht Hochbetrieb auf dem Gelände: viel mehr Fahrzeuge als sonst müssen die Tore passieren. Derweil sammeln sich Atomkraftgegnerinnen und -gegner im nahe gelegenen Camp und bereiten sich im Laufe des Tages mit Trainings auf die Blockaden vor. Für Samstagmorgen, 9 Uhr ist eine Demonstration zum AKW angekündigt. Der Schichtwechsel um 17 Uhr soll durch die Blockaden


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NaturFreunde: Strombörse abschaffen – Spekulation eindämmen


Berlin, 17. Juni 2011 – „Darf die Strombörse in Leipzig (EEX) eine Zukunft haben, obwohl sie ein Instrument der Spekulation ist“, fragt der Bundesvorsitzende der NaturFreunde Deutschlands Michael Müller anlässlich der aktuellen Behandlung zahlreicher Gesetze zur Energiepolitik in Bundestag und Bundesrat. „Die Spekulation mit den Strompreisen nimmt durch überschüssiges Kapital zu, die Folge sind zunehmend Preissteigerungen. Die Strombörse muss abgeschafft werden!“

Die Strombörse in Leipzig (EEX) ist ein organisierter Markt ähnlich einer Wertpapierbörse, gehandelt wird aber Strom. Theoretisch soll durch die Bündelung von Angebot und Nachfrage eine hohe Liquidität erreicht werden und der geregelte Handel ein Vergleichsinstrument schaffen, um Transaktionskosten zu senken.

 

Immer kurzfristigere Verträge

„Diese Strombörse ist eine Folge der Liberalisierung der europäischen Elektrizitätsmärkte“, so Müller. „Obwohl es statt langfristiger Bindungen immer mehr kurzfristige Verträge gab, ist die Bundeskanzlerin voll des Lobes, bezeichnet die EEX sogar als ‚Energiegeschichte‘. Erneut hat sie die Dimension spekulativer Prozesse nicht erkannt, die der Augsburger Juraprofessor Thomas Möllers eine „Aura der Gesetzlosigkeit“ genannt hat.“

Die dunkle Seite der Börse sei spätestens seit dem Enron-Skandal bekannt, führt Müller weiter aus. Durch manipulative Eingriffe kam es zu Kunstzahlen und schließlich zu Engpässen durch spekulative Strompreise. Auch in Deutschland habe es im Jahr 2005 Vermutungen gegeben, dass große Energiekonzerne die Preise an der EEX künstlich beeinflussen würden, schließlich unterliege diese Börse keiner behördlichen Aufsicht. Von daher habe es im Jahr 2007 ein Kartellverfahren gegen E.on gegeben, bis heute aber weder eine Verschärfung der Aufsicht, noch eine Verbesserung bei der Veröffentlichungspflicht.

 

Gravierende gesamtwirtschaftliche Folgen

„Tatsächlich ist die deutsche Stromspotbörse im Jahr 2009 ‚Offshore‘ gegangen und hat sich bei Stromlieferungen innerhalb Deutschlands der Aufsicht entzogen. Die Preisverzerrungen nehmen zu, die gesamtwirtschaftlichen Folgen sind gravierend, zumal sich die Preise der Strompreisspotbörse auch auf den außerbörslichen Stromhandel und die Terminmärkte auswirken. Diese Problematik ist der Bundeskanzlerin bekannt, aber sie reagiert nicht“, so Michael Müller, der in der letzten Legislaturperiode auch als Parlamentarische Staatssekretär im Bundesumweltministerium tätig war.

 

Zunehmend spekulative Preisbildung

„Insider gehen davon aus, dass zunehmend spekulative Elemente in die Preisbildung einfließen. Das darf nicht hingenommen werden. Gerade nach den Erfahrungen der Finanzkrise muss die Politik Konsequenzen ziehen und jede Form der Spekulation stoppen. Die NaturFreunde Deutschlands fordern deshalb, das Projekt Strombörse zu beenden. Sie ist ein Instrument des Neoliberalismus und darf keine Zukunft haben. Stattdessen muss verstärkt daran gearbeitet werden, die Spekulationen mit Energie, Rohstoffen und Nahrungsmitteln zu beenden. Die Abschaffung der Strombörse wäre ein guter Schritt in diese Richtung.“

 


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Naturfreunde fordern nachhaltigere Klimapolitik in und für Afrika

Wien, 20. Mai 2011

Im Rahmen der internationalen Konferenz „Klimawandel und Biodiversität – eine Zukunft für Afrika“ forderten am 14. Mai in Dakar/Senegal 200 Naturfreunde aus Senegal, weiteren westafrikanischen Ländern und Europa eine nachhaltigere Klimapolitik in und für Afrika.

Die Konferenz wurde im Zuge der alljährlich stattfindenden Präsidentenkonferenz des internationalen Naturfreundeverbandes erstmals in Afrika veranstaltet.

Afrika ist vom Klimawandel und vom Verlust der Biodiversität besonders betroffen. Die zunehmende Desertifikation führt zu weniger Agrarflächen und zu einem großflächigen Rückgang der Vegetation womit vor allem die Absorption des Klimagases Kohlendioxid weiter verringert und der Klimawandel beschleunigt wird. Zusätzlich reduziert die Überfischung der Meere die Klimaschutzfunktion der Meeresbiotope.

In einer gemeinsamen Erklärung fordern die TeilnehmerInnen, aus 9 afrikanischen und 12 europäischen Staaten, die Länder Afrikas sowie die internationale Gemeinschaft zu wirksamen Klimaschutzmaßnahmen auf:

  • Die Einrichtung und Ausweitung von Meeresschutzgebieten zur Erholung der Fischbestände
  • Einen ausgedehnten Schutz von Feuchtgebieten und Nationalparken als natürlicher CO2-Speicher und zur Sicherung wichtiger Wasserressourcen
  • Eine nachhaltige Tourismus- und Energiepolitik zur Reduktion des CO2-Ausstoßes
  • Die endgültige Integration des Flugverkehrs in den verpflichtenden Emissionshandel und eine effektivere Evaluierung vom Nutzen der Maßnahmen bei sogenannten CDM-Projekten (Clean-Development-Mechanism – Projekte für klimaschonende Maßnahmen in Entwicklungsländern)

Die Industriestaaten werden dringend aufgefordert Handlungen zu setzen um den Biodiversitätsverlust und Klimawandel in Afrika zu minimieren, anstatt durch Exportförderung billiger landwirtschaftlicher Produkte die kostenintensive Anpassung der afrikanischen Landwirtschaft an den Klimawandel zu erschweren, oder weiterhin die Überfischung der Meere durch riesige Fangflotten voranzutreiben.

„Der durch Überfischung und zunehmende Wüstenbildung verursachte Rückgang der Biodiversität ist nicht nur Turbo für den Klimawandel, sondern verursacht auch ein schwerwiegendes soziales Problem. In den nächsten Jahren werden mehr als 400 Millionen junge AfrikanerInnen auf den Arbeitsmarkt drängen, die eine Perspektive brauchen. Europa ist hier dringend zur Unterstützung aufgefordert, um eine Fortsetzung der sich bereits anbahnenden humanitären Katastrophen in Afrika zu verhindern“, betont Manfred Pils, Präsident der Naturfreunde Internationale, in seinem Abschluss-Statement. „Europa muss jetzt in die Erhaltung der Natur und Umwelt in Afrika investieren, weil sonst der Flüchtlingsstrom aus Afrika noch mehr zunehmen wird. Die Mittel, die wir jetzt für eine verfehlte Exportförderung oder für den Aufbau der „Festung Europa“ ausgeben, wären besser direkt in Afrika angelegt.“ Die Investition in die Landwirtschaft und in den Naturschutz Afrikas ist eine Investition in den Klimaschutz, aber auch in eine gerechtere soziale Entwicklung.

Die NFI ist der internationale Dachverband der Naturfreundebewegung mit mehr als 50 Mitglieds- und Partnerorganisationen. Als Mitglied der Green10 zählt sie mit 500.000 Mitgliedern zu den größten NGOs weltweit.
Weitere Informationen, Interviewpartner, Fotos in hoher Qualität sowie die Naturfreunde-Erklärung zur Konferenz auf Anfrage.

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NaturFreunde: Für den sofortigen und endgültigen Atomausstieg

 

Für den sofortigen und endgültigen Atomausstieg
8.6.2011 | Stellungnahme der NaturFreunde Deutschlands zur Änderung des Atomgesetzes

Stellungnahme der NaturFreunde Deutschlands bei der öffentlichen Anhörung des Ausschusses des Deutschen Bundestages für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit am 08.06.2011 zum Thema „Änderung des Atomgesetzes/Energiewende“

vorgetragen von Hans-Gerd Marian, Bundesgeschäftsführer der NaturFreunde Deutschlands

Für den sofortigen und endgültigen Atomausstieg

Vorbemerkung:
Die NaturFreunde weisen seit mehr als dreißig Jahren darauf hin, dass mit der Nutzung der Atomkraft unbeherrschbare Risiken verbunden sind. Für die NaturFreunde Deutschlands stellt der Betrieb von Atomkraftwerken einen grundgesetzwidrigen Tatbestand dar. Schon weil die Entsorgung nicht gesichert ist, dürfte es für kein Atomkraftwerk eine Betriebsgenehmigung geben. Deshalb fordern wir den sofortigen Ausstieg aus der Atomenergie. Der Atomausstieg muss durch eine Änderung des Grundgesetzes abgesichert werden, indem im Grundgesetz ein verankerter Stichtag festgelegt wird, ab dem in Deutschland keine Kernkraftwerke mehr betrieben werden dürfen. Gleichzeitig muss auch der Export von Atomtechnik grundgesetzlich verboten werden.

Als Teil des Atomausstiegs sollte der Deutsche Bundestag die Bundesregierung beauftragen, sich auf europäischer Ebene für die Auflösung des Vertrags zur Gründung der
Europäischen Atomgemeinschaft (EURATOM) einzusetzen. Die NaturFreunde unterstützen die Forderung nach einem neuen europäischen Vertrag zur Einrichtung einer
„Europäischen Gemeinschaft zur Förderung von erneuerbaren Energien und Energieeinsparung“.

Positiv bewerten die NaturFreunde die geplante Festlegung eines befristeten festen Enddatums für die Nutzung der Atomenergie zur gewerblichen Erzeugung von Elektrizität in Deutschland. Das vorgesehene Enddatum zum 31. Dezember 2022 ist jedoch nicht akzeptabel. Die NaturFreunde fordern die sofortige und endgültige Stilllegung aller zurzeit abgeschalteter AKW und aller AKWs, die in erdbebengefährdeten Gebieten liegen. Die verbleibenden AKW können und müssen nach einem gesetzlich fixierten Stufenplan bis spätestens 2014 stillgelegt werden. Aufgrund der bestehenden Kraftwerksstruktur, ist ein vollständiger Ausstieg aus der Atomenergie bis spätestens zu diesem Zeitpunkt möglich.

Auch dieser Übergangszeitraum birgt hohe Gefahrenpotentiale, da weder die älteren noch die neueren Atomkraftwerke gegen den Absturz eine Passagierflugzeuges oder gar einem Terrorangriff geschützt sind.

 

*: Für den sofortigen und endgültigen Atomausstieg
Naturfreunde-Stellungnahme*: PDF-Download: 102,45 KB
< hier downloaden >

Entwurf für ein „Dreizehntes Gesetz zur Änderung des Atomgesetzes

§ 7 Absatz 1 a Satz 1 und 2:
Die im Entwurf für ein „Dreizehntes Gesetz zur Änderung des Atomgesetzes“
in § 7 Absatz 1a Satz 1 und 2 in den Punkten 2 bis 6 aufgezeigten Berechtigungszeiträume „zum Leistungsbetrieb einer Anlage zur Spaltung von Kernbrennstoffen“  halten die NaturFreunde für nicht akzeptabel.

In Punkt 1 werden die AKWs Biblis A, Neckarwestheim 1, Biblis B, Brunsbüttel, Isar 1, Unterweser, Philippsburg 1 und Krümmel, mit Annahme des Gesetzes abgeschaltet. Dies begrüßen die NaturFreunde ausdrücklich.

In Punkt 2 wird mit Ablauf des 31. Dezember 2015 für das Atomkraftwerk Grafenrheinfeld die Abschaltung festgelegt. Diesen Zeitraum halten wir aufgrund der akuten Sicherheitsmängel von Grafenrheinfeld für nicht akzeptabel und fordern die sofortige Stilllegung des Atomkraftwerks.

In Punkt 3
wird mit Ablauf des 31. Dezember 2017 für das Atomkraftwerk Gundremmingen B die Stilllegung vorgesehen. Diesen Zeitraum halten wir für nicht zu verantworten, da Gundremmingen B in einem erdbebengefährdeten Gebiet liegt und fordern die sofortige Stilllegung des Atomkraftwerkes.

In Punkt 4
wird mit Ablauf des 31. Dezember 2019 für das Atomkraftwerk
Philippsburg 2 die Stilllegung vorgesehen. Diesen Zeitraum halten wir für nicht zu verantworten, da Philippsburg 2 in einem erdbebengefährdeten Gebiet liegt und fordern die sofortige Stilllegung des Atomkraftwerkes.

In Punkt 5 wird mit Ablauf des 31. Dezember 2021 für die Atomkraftwerke
Grohnde, Gundremmingen C und Brokdorf die Stilllegung vorgesehen. Diese Zeiträume halten wir für nicht zu verantworten. Gundremmingen C liegt  in einem erdbebengefährdeten Gebiet und ist deshalb sofort stillzulegen. Die Atomkraftwerke Grohnde und Brokdorf müssen spätestens 2014 stillgelegt sein.

In Punkt 6 wird mit Ablauf des 31. Dezember 2022 für die Atomkraftwerke
Isar 2, Emsland und Neckarwestheim 2 die Stilllegung vorgesehen. Diese Zeitraum halten wir für nicht zu verantworten. Neckarwestheim 2 liegt  in einem erdbebengefährdeten Gebiet und muss deshalb sofort stillgelegt werden. Die Atomkraftwerke Emsland und Isar 2 müssen spätestens 2014 stillgelegt sein.

§ 7 Absatz 1e
Der vorgesehene Reservebetrieb eines in Absatz 1a Satz 1 Nummer 1 genannten Atomkraftwerke halten die NaturFreunde für nicht akzeptabel und sicherheitstechnisch nicht verantwortbar. Der vorgesehene Reservebetrieb ist aus dem Gesetzesentwurf zu streichen.

Begründung:
Die Behauptung, „auch nach den schwerwiegenden Ereignissen in Japan ist es zum jetzigen Zeitpunkt aus Gründen der Versorgungssicherheit, des Klimaschutzes und einer preiswürdigen Energieversorgung nicht möglich, sofort gänzlich auf die Nutzung der Kernenergie zu verzichten“ ist falsch.

Ein endgültiger Ausstieg aus der Atomenergieerzeugung bis 2014 ist ohne technische Probleme möglich. In Deutschland gibt es derzeit völlig überdimensionierte Kraftwerkskapazitäten, die es möglich machen, elf der siebzehn Atomkraftwerke sofort stillzulegen. Hierdurch wird in keiner Weise die Versorgungssicherheit gefährdet oder eine preiswerte Energieversorgung erschwert. Die hierdurch wegfallenenden Erzeugungskapazitäten können durch die bestehenden Überkapazitäten, Reserven im Kraftwerkspark und die bereits geplante Kraftwerkszubauten den Ausstieg aus der Atomenergie im Ganzen kompensieren. Auch die Behauptung, dass durch einen sofortigen Ausstieg aus der Atomenergie der Klimaschutz gefährdet würde, ist nicht haltbar. Die bisherige Planung der Stromversorgung wurde einseitig am Bau von fossilen Großkraftwerken orientiert. Eine solche Ausrichtung der Stromversorgung ist mit einer nachhaltigen Stromversorgung in Zukunft nicht mehr vereinbar. Vielmehr eröffnen abgeschaltete Atomreaktoren die Möglichkeit in den Verteilernetzen schneller und offensiver Strom aus erneuerbaren Energien aufzunehmen. So kann durch die Abschaltung der Atomkraftwerke Brunsbüttel, Krümmel und Unterweser notwendige Kapazitäten in den Verteilernetzen für die Einspeisung von Strom aus Offshore-Windparks geschaffen.

Auch die Behauptung, dass aus Gründen der Versorgungssicherheit ein weiterer Betrieb von Atomkraftwerken notwendig sei, ist falsch. Zurzeit sind im bestehenden Kraftwerkspark Kapazitäten von mindestens 8.700 MW verfügbar. Darüber hinaus können aus der „Kaltreserve“ innerhalb kürzester Zeit Kraftwerkskapazitäten von mehr als 2.500 MW für die
Stromproduktion verfügbar gemacht werden. Hierdurch kann die Abschaltung der ersten 11 Atomkraftwerke ohne technische Probleme und ohne Gefahren für die Versorgungssicherheit durchgeführt werden.

Gleichzeitig unterstützen die NaturFreunde die Forderung nach einem schnellstmöglichen Bau der bereits geplanten Offshore-Windparks und zur Sicherstellung einer schnell einsatzfähigen, flexiblen Stromerzeugung den Bau der geplanten Gas-Kraftwerke. Vordringlich halten die NaturFreunde jedoch einen Ausbau von dezentralen Onshore-Windkraftanlagen in Deutschland für notwendig. In allen Bundesländern müssen ausreichende Vorrangflächen für die Nutzung der Windenergie von mindestens zwei Prozent der Landesfläche ausgewiesen werden. Genehmigte Windparks müssen auch unverzüglich gebaut werden, sonst muss die Genehmigung nach spätestens einem Jahr an andere Investoren übertragen werden können.

Nach den bereits genehmigten Plänen der Energieerzeugungsunternehmen sind bereits heute Gas- und Kohlekraftwerke mit einer Leistung von über elf Gigawatt in Bau und gehen in den kommenden drei Jahren ans Netz. Nach jetzigen Planungen sollen in den nächsten Jahren zehn Offshore-Windparks und zwanzig neue Erdgaskraftwerke ans Netz gehen.

Würde in Kauf genommen, dass auch einige fossile Kraftwerke wenige Jahre länger als geplant am Netz bleiben, würden alleine durch diese Maßnahmen ein Netto-Zuwachs an Kraftwerkskapazitäten erzielt, der die Abschaltung der verbleibenden Atomkraftwerke in zwei Jahren möglich macht.

In Realität sind für einen Ausstieg aus der Atomenergie und für die Gewährleistung von Versorgungssicherheit jedoch weniger Kohlekraftwerke notwendig, als sich derzeit im Bau befinden. Besonders klimaschädliche Braunkohlekraftwerke wie Neurath und Boxberg dürfen deshalb nicht mehr ans Netz gehen. Auf die bereits in Bau befindlichen Steinkohlekraftwerke wie Moorburg und Datteln könnte verzichtet werden. Für eine Übergansperiode wäre eine Inbetriebnahme nur hinnehmbar, wenn bei Inbetriebnahme dieser Kraftwerke alte Kohlekraftwerke mit entsprechender Leistung stillgelegt werden. Diese wenigen Beispiele zeigen, dass ein Atomausstieg bis spätestens 2014 realisierbar ist.

Werden die Forderungen der Umweltverbände nach einer deutlichen Beschleunigung der Energiewende durch die Politik endlich umgesetzt, ist auch ein sofortiger Atomausstieg möglich. Eine zentrale Voraussetzung hierfür ist die schnelle und drastische Senkung des Stromverbrauchs.

Völlig inakzeptabel ist die Feststellung im Begründungstext des Gesetzesentwurfs: „Die Reaktor-Sicherheitskommission kommt dabei zu dem Ergebnis, dass die deutschen Anlagen einen hohen Robustheitsgrad aufweisen und im Hinblick auf die Ereignisse in Fukushima hinsichtlich der Stromversorgung und der Berücksichtigung externer Überflutungsereignisse für deutsche Anlagen eine höhere Vorsorge festzustellen ist.“

So unzureichend die RSK-Prüfung in der kurzen Frist nur sein konnten, so belegt sie doch das ernsthafte Restrisiko der Folgen eines Flugzeugabsturzes mit dem Grundsatz „Sicherheit zuerst“ unvereinbar ist. Auch hat es allein in den deutschen Atomkraftwerken seit 1965 über 5.800 meldepflichtige Störfälle gegeben.

Fazit:
Die NaturFreunde unterstützen die Forderung, nach sofortiger und auf Dauer sichergestellter Stilllegung der sieben ältesten AKWs (Biblis A, Biblis B, Brunsbüttel, Isar 1, Krümmel, Neckarwestheim 1, Philippsburg 1, Unterweser). Das AKW Neckarwestheim 2 sowie die AKWs Gundremmingen B und C sind sofort stillzulegen, da sie in erbebengefährdeten Gebieten liegen.

Alle Behauptungen, durch diese Stilllegung könnten Stromlücken entstehen, sind falsch. Die Jahreslastpläne zeigen deutlich, dass wir keine Stromlücke haben, wohl aber Regional- und Klimaprobleme, auch weil die südlichen Bundesländer Bayern und Baden-Württemberg den Ausbau der erneuerbaren Energie deutlich vernachlässigt haben. Deshalb brauchen wir neben dem Zubau der erneuerbaren Energieerzeugungsanlagen auch flexible Gaskraftwerke von rd. 5.000 MW. Sie sollten eventuelle regionale Spitzenlasten für einen Übergangszeitraum auffangen. Die Forderung, eine Kaltreserve über Kernkraftwerke vorzuhalten ist technisch Unsinn und ethisch aufgrund wesentlich höherer Risiken nicht zu verantworten.

Ausblick:
Energieeinsparung und Energieeffizienz sind das Gebot der Stunde, unsere Gesellschaft sollte den Energieverbrauch pro Kopf auf weniger als ein Drittel der heutigen Verbrauchswerte senken.

Ein „Weiter so“ im Sinne der traditionellen Versorgungswirtschaft darf es nicht geben. Die Brücke ins Solarzeitalter ist die Effizienzrevolution. Sie ist möglich, denn energietechnisch betrachtet, weist der bisherige Verbrauch gewaltige Energieverluste auf. Sie belaufen sich auf rund 25 Prozent im Umwandlungssektor, auf ca. ein Drittel bei der Wandlung von der End- in die Nutzenergie, dort wiederum auf bis zu 35 Prozent. Nach den Gesetzen der Thermodynamik erreichen die Verluste bis zu 80 Prozent, vor allem im Wärmebereich, bei den Antriebstechniken und den Hochtemperaturprozessen.

Die entscheidende Voraussetzung ist die Anerkennung der Energie- und Ressourceneffizienz als Produktivitätsfaktor. Wenn sie gesteigert wird, sind Energiepreise und Energiekosten zwei Paar Schuhe. Höhere Energiepreise kommen dem Nachfrager bei einem sehr viel geringeren Verbrauch sogar insgesamt gesehen billiger.

Unsere Vision ist die 2.000-Watt-Gesellschaft, die wir in den nächsten Jahrzehnten bei einem Gewinn an Lebensqualität erreichen wollen. Derzeit liegt der Verbrauch in Deutschland im Schnitt bei mehr als 6.500 Watt. Die Umsetzung erfordert eine Vielzahl von Maßnahmen wie

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Fortentwicklung des Erneuerbaren-Energien-Gesetz mit der Zielstellung, bis 2020 die Hälfte des Energieverbrauchs aus Erneuerbaren zu bestreiten;
> Ausbau der Windkraft mit Priorität auf Onshore statt Offshore;
> Erneuerbares Wärmegesetz mit einem massiven Ausbau von Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen und ein Wärmenutzungsgebot;
> eine Kraftstoffstrategie und der Umbau des Verkehrssystems für ein „weg vom Öl“;
> dauerhafte Förderung der energetischen Sanierung des Gebäudebestands und eine Verdreifachung des Mittelansatzes;
> Schaffung eines Effizienzfonds;
> Einbringung eines Effizienz- und Einsparprogramms in allen Energienutzungsbereichen;
> Fortentwicklung der Öko-Steuer;
> Umsetzung eines fairen Netzzugangs und einer wirksamen Anreizregulierung;
> Ausstieg aus der Verbundwirtschaft und Umbau der Energieversorgung von zentraler auf dezentrale Energieerzeugung;
> Ausbau einer Bildungs- und Beratungsinfrastruktur für eine nachhaltige Energieversorgung.

Innovationen sind nicht nur ein ökonomischer, sondern immer auch ein gesellschaftlicher Vorgang. Auf allen Ebenen existieren große Möglichkeiten für eine intelligentere Nutzung von Energien und Rohstoffen, die aber nur in einer Gemeinschaftsanstrengung genutzt werden können.

Deshalb weist der Vorschlag der Ethikkommission zur Schaffung eines „Gemeinschaftswerkes“ in die richtige Richtung.

Schon mit bewährten Mitteln lassen sich die Kosten in kurzer Zeit um 20 bis 30 Prozent senken. Zugleich können im großen Umfang neue und qualifizierte Arbeitsplätze geschaffen werden. Unser Land wäre führend bei der Basistechnologie des 21. Jahrhunderts.

Das ist eine große Vision der NaturFreunde. Die Steigerung der Energie- und Rohstoffeffizienz würde nicht nur den Druck auf die Lohnkosten senken, sondern Material, Kilowattstunden und Abfall arbeitslos machen und nicht Menschen.

Berlin, den 08.06.2011
NaturFreunde Deutschlands
Bundesvorstand
Hans-Gerd Marian
Bundesgeschäftsführer


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NaturFreunde: Rüstungsexporte müssen weltweit gestoppt werden


Rüstungskonzerne profitieren von leeren Munitionslagern durch Krieg in Libyen

Berlin, 15. Juni 2011 – Zur aktuellen Veröffentlichung der US-amerikanischen Rüstungsexporte durch die Defense Security Cooperation Agency (DSCA) erklärt Uwe Hiksch, Mitglied im Bundesvorstand der NaturFreunde Deutschlands: „Es ist eine der zynischen Folgen des Krieges in Libyen, dass die USA in diesem Jahr eine Steigerung ihrer Rüstungsexporte um fast 50 Prozent auf mehr als 46 Milliarden Dollar erreichen werden. 2010 lagen diese noch bei 32,1 Milliarden Dollar.“

 

Alle US-amerikanischen Rüstungsexporte müssen durch die DSCA genehmigt werden, die direkt dem Pentagon untersteht und jetzt aktuelle Zahlen veröffentlichte. Dabei gab DSCA-Chef Wiliam Landy offen zu, dass diese Steigerungen vor allem auf das Bedürfnis der an der Bombardierung Libyens beteiligten Staaten zurückzuführen seien, ihre Munitionslager wieder aufzufüllen. Um eine schnellere Lieferung von solchen Rüstungsgütern zu ermöglichen, setzt sich die DSCA dafür ein, das US-amerikanische Genehmigungsverfahren von Rüstungsexporten zu beschleunigen.

 

Diese Zahlen zeigen deutlich, wie große Rüstungskonzerne von den Kriegen in der Welt profitieren. Vor nicht ganz zehn Jahren lagen die Rüstungsexporte der USA noch bei etwa zehn Milliarden Dollar. Die jüngsten Kriege führten jedoch zu einer Verfünffachung der Waffenexporte. Die USA als global größter Waffenexporteur haben einen Weltmarktanteil von etwa 30 Prozent. Allein sieben der zehn größten Rüstungsunternehmen haben ihren Sitz in den USA.

 

USA rüsten arabische Staaten auf

Dabei betätigen sich die USA auch weiterhin als Aufrüster der arabischen Welt. So sind etwa die Vereinigten Arabischen Emirate der derzeit größte Kunde der US-amerikanischen Rüstungsunternehmen, obwohl sich die Vereinigten Arabischen Emirate seit Monaten als direkte Unterstützer der Despoten in der Region auszeichnen. Allein der US-amerikanische Rüstungsgigant Raytheon liefert für 3,3 Milliarden Dollar Patriot-Raketen an die Vereinigten Arabischen Emirate. Auch wird mit Saudi Arabien das größte Waffengeschäft in der Geschichte der USA geplant. Unter anderem sollen 84 neue Kampfjets vom Typ F-15 geliefert werden. Das Gesamtvolumen der Rüstungsexporte alleine an Saudi Arabien wird bei etwa 60 Milliarden Dollar liegen. Weltweit spricht die DSCA übrigens von mehr als 13.000 Rüstungsverträgen mit 165 verschiedenen Ländern. Diese Verträge haben einen Gesamtwert von 327 Milliarden Dollar.

 

Die NaturFreunde Deutschlands fordern ein Ende der Aufrüstung. Einige Rüstungskonzerne verdienen etwa mit den Konflikten in den arabischen Staaten Milliarden. Dabei gehen diese Waffenexporte in eine Region mit Massenarbeitslosigkeit, Armut und despotischen Herrschaftsstrukturen.

 

NaturFreunde Deutschlands – Teil der Friedensbewegung

Die NaturFreunde Deutschlands sind seit mehr als 50 Jahren Teil der bundesdeutschen Friedensbewegung und waren Gründungsmitglied der Anti-Atomtod-Bewegung, aus der schließlich die Ostermärsche hervorgegangen sind.

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NaturFreunde: Italienische Volksabstimmung ist ein großer Erfolg für ein Europa ohne Atomenergie

Auch Italien stimmt gegen die Atomkraft
Italienische Volksabstimmung ist ein großer Erfolg für ein Europa ohne Atomenergie

Berlin, 14. Juni 2011 – Zum Ergebnis der Volksabstimmungen in Italien erklärt das Mitglied im Bundesvorstand der NaturFreunde Deutschlands Uwe Hiksch:

 

94,6 Prozent der Italiener sprachen sich am Wochenende in einer Volksabstimmung gegen Italiens Wiedereinstieg in die Nutzung der Atomenergie aus. Damit hat die italienische Bevölkerung nicht nur deutlich gezeigt, was sie von der Atomenergie hält, sondern Italien auch die Chance für eine zukunftsfähige und nachhaltige Energieversorgung eröffnet. Das Referendum wurde initiiert von Umweltschutzgruppen und der linksgerichteten Opposition, auch die NaturFreunde Italiens (Gruppo Italiano Amici della Natura – G.I.A.N.) hatten das Referendum aktiv unterstützt.

 

Mit diesem historischen Sieg der italienischen Anti-AKW-Bewegung lehnt Italien als eines der wichtigsten Industrieländer der Europäischen Union die Atomenergie weiterhin aktiv ab. Nun muss auch die Europäische Union handeln. Die NaturFreunde Deutschlands fordern die Kündigung des EURATOM-Vertrages sowie die Schaffung einer „Europäische Gemeinschaft zur Förderung von erneuerbaren Energien und Energieeinsparung“. Damit auch in Deutschland der endgültige Ausstieg aus der Atomenergie unumkehrbar wird, fordern die NaturFreunde Deutschlands zudem ein im Grundgesetz verankertes Verbot der Atomenergienutzung.

 

Mit den Volksabstimmungen ist der fortschrittlichen Reformbewegung in Italien ein dreifacher Erfolg gelungen: Italien sagt endgültig Nein zur Atomenergie, die Privatisierung der Wasserversorgung wurde abgelehnt, gleichzeitig eine „Lex Berlusconi“ verworfen. Der Eindruck ist: Die Italiener wollen endlich wieder eine zukunftsfähige Politik für ihr Land.

 

Auch in Deutschland wird es in den nächsten Jahren darum gehen, die Leistungen der Daseinsvorsorge wieder in die kommunale und öffentliche Hand überzuführen. In vielen Städten beteiligen sich NaturFreunde an Initiativen zur Rekommunalisierung der Wasserversorgung, der Energieversorgung und des Öffentlichen Nahverkehrs. Die NaturFreunde sind dabei Teil einer breiten europäischen Bewegung gegen den Neoliberalismus, die sich für die Sicherung und den Ausbau des Sozialstaates einsetzen.

 

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IYNF: Born To Be Wild – 18-27 July 2011, Poland

 

Born To Be Wild

18-27 July 2011, Poland

Born To Be Wild is a youth exchange on sustainable lifestyle of young people. Its for 25 participants between 18-30 years of age from 5 different countries. Project is is organised from 18-27th of June in Poland. Working language is English.

Call for participants

International youth exchange on exploring people’s sustainable lifestyle and relation to nature, based on outdoor activities for all young Naturefriends.

Are you looking for a great summer activity and you’re not scared of a new challenge?

Are you between 18 and 30 years and want to meet interesting young people from around Europe?

Do you sometimes find life in the city too overwhelming? Would you like to try living outside? In the nature? As simple as possible? Wildly? Differently?

 

You don’t have to search any further for your summer activity! Here you’ll find the mind-blowing camp you are looking for.

 

We invite you to: “Born To Be Wild 2011″ : arrival 18th of July – departure 27th of July

 

“Born To Be Wild 2011″ you say?

Yes! It’s about…

8 days of living intensively in the wild: a lot of cool activities in nature: survival techniques, first aid, sleeping in tents in the meadow, cooking your own meals…

8 days of reflecting on your lifestyle: How eco/green are you? How connected to nature are you? Waste reduction. Decrease your environmental impact and learn how you can start having a more sustainable lifestyle.

8 days of living in tents together with 25 young people from Poland, Czech Republic, Germany, Portugal and Hungary! Moreover you’re invited to the unique Lemkos minority festival!

8 days of having lots and lots fun: you are invited to bring your enthusiasm, play games, share your experiences and learn from those of others!

 

To summarize: we will spend eight days in nature, trying to live more simply and reflect how we could change the way we live in the city.

There will also be plenty of time for calm thinking about how we live, if our lifestyle is ecological and if there is a way how to connect these 8 days spent in nature with everyday life.

And we won’t forget to play, sing (unless you really don’t want to), move, jump, be creative and have lots of  fun.

Whom is it for?

The activity is designed for young naturefriends from the IYNF network, who are ready to discover nature together, and are open to new adventures and learning by exploring and experiencing.

If you are between 18 and 30, coming from either Czech Republic, Poland, Germany, Portugal, and Hungary, able to communicate in English and willing to go through this green adventure with us, Born To Be Wild is being organised for you.

Where is it taking place?

Born To Be Wild will have its base camp in a beautiful countryside of Southern Poland, near Krakow. The camp base of our Polish member organisation is called Radocyna Base Camp. Away from civilization, in the middle of meadows, fields and forests. We will stay at a camp site, so be ready for rather natural conditions. No electricity and running water! Sleeping in tents! Be ready to be wild!

Want to come?

Please apply through the online application form http://www.iynf.org/obsah/take_part/activities.php

When applying, please pay attention to the questions, which are focused on your motivation to come to the project. They will serve as one of the factors according to which the team will be deciding upon the selection of the participants. These questions and answers will help the team to select/choose the participant

The registration deadline is Tuesday 21st of June and the selection of participants will be ready by Friday 24th June. All applicants will be informed about the outcomes (accepted/rejected/waiting list) by email to the address you provide in the application form (please make sure it is a correct one). Accepted applicants will receive an admission sheet with instructions for further action. In case you did not receive any email from us in the expected time, please contact us by email or phone.

 

What do we cover?

IYNF will provide travel reimbursement to all participants covering 70 % of total travel costs. The maximum reimbursed costs (70%) are:

  • 290 EUR for travels over 1000 km,
  • 250 EUR for travels not exceeding 1000 km,
  • 120 EUR for travels not exceeding 500 km and
  • 50 EUR for travels less than 300 km.

 

Please note that IYNF wants you to choose the most ecological travel means. To stimulate this we give the highest discount if you travel by bus and a lower discount if you travel by train. In case you need to take a plane you have to consult us to get permission for it.  You can read more about this in our travel regulation:

http://www.iynf.org/obsah/materials/documents.php?id_document=26

In case you are flying a CO2 compensation is obligatory, more information about that can be found in the practical infosheet.

 

Besides that food, accommodation and all material needed during the activity are included.

 

What is your contribution?

You are expected to cover 30% of your travel costs and pay the participation fee (according to the chart below). We offer this activity to you at a very affordable price, and ask for a small contribution to our costs in the form of a participation fee.

IYNF follows a policy of fair prices, dividing Europe into regions according to the different income levels. You pay the fee according to your country of residence. In addition, Students and Naturefriends (members of IYNF member or partner organisation) have a combinable discount and there is a special reduction rate for Registered IYNF Volunteers. You can find the price valid for you at the intersection of your region and your status in the tables below.

 

Participation fees (in EURO)



Basic fee NF fee Students NF students

% 100% 80% 90% 70%
other country 100% 63 50 57 44
GE 85% 54 43 48 37

60% 38 30 34 26
CZ, HU, PL, PO 50% 32 25 28 22

33% 21 17 19 15

 

Explanation: NF – Naturefriends

 

For being a student and / or a member of IYNF we would need a proof by sending a copy of your student or membership card by fax, post or a scan per mail. If you would like to know if you are a registered IYNF volunteer or not, please send an email to iynf@iynf.org.

 

Besides contributions mentioned above, we expect you to come with interest, passion and open mind towards exploration of how things are when you are Born To Be Wild!

 

And if you would like to come but cannot pay the fee?

We don’t want money to be an obstacle for anyone to participate to our activities; on the other hand we want committed and motivated participants, who value the opportunity. Therefore, we employ the principle ‘pay what you can, and a little bit more’. So do contact us if money is an issue, but you do want to come.

 

If you have any question about the project or the application, don’t hesitate to contact BTBW Project Coordinator Bert Aelter at aelterbert [@] hotmail.com in English, French, German, Spanish or Dutch.

 

Don’t forget the BTBW Face book page: http://www.facebook.com/#!/event.php?eid=205870539431623

We are looking forward to your registration and to spending 10 days in the Polish nature with you!

Born To Be Wild is organised by:


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NaturFreunde: AKW-Verbot muss im Grundgesetz verankert werden


Berlin, 10. Juni 2011 – Zur aktuellen Diskussion über den Ausstieg aus der Atomenergie erklärt das Mitglied im Bundesvorstand der NaturFreunde Deutschlands Uwe Hiksch: „Weil der Betrieb von Atomkraftwerken ethisch unverantwortbar ist, muss er verfassungsrechtlich auch verboten werden. Die NaturFreunde fordern, dass ein Verbot der Nutzung von Atomenergie im Grundgesetz festgeschrieben und als Teil der gesetzlichen Regelungen zum Atomausstieg im Deutschen Bundestag beschlossen wird.“

Gleichzeitig forderten die NaturFreunde, dass im Grundgesetz eine Pflicht zur unverzüglichen, sicheren und geordneten Beendigung des Betriebs der bestehenden Atomkraftwerke und ein Verbot der Planung, Errichtung und des Betriebs neuer kerntechnischer Anlagen festgeschrieben werde, so Hiksch. Auch der Export von Technologie zum Bau oder Unterhalt von Atomkraftwerken in andere Länder müsse grundgesetzlich verboten werden.

 

„Die NaturFreunde treten ein für einen sofortigen und endgültigen Ausstieg aus der Nutzung der Atomenergie. Denn die Atomtechnologie stellt eine unkalkulierbare Gefahr für Mensch und Umwelt dar, ihre Risiken sind nicht verantwortbar. Beim Absturz eines Flugzeuges auf ein Atomkraftwerk oder etwa einem terroristischen Angriff besteht die Gefahr eines radioaktiven GAU. Weil schon ein Unfall die Gesundheit und das Leben von Millionen Menschen gefährdet, ist die Atomkraft mit dem Grundgesetz der Bundesrepublik unvereinbar. Das AKW-Verbot muss jetzt im Grundgesetz verankert werden“, fordert Uwe Hiksch für die NaturFreunde Deutschlands.


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NaturFreunde: Blockadekonzeption für Brokdorf voller Erfolg

NaturFreunde danken allen Beteiligten für die Vorbereitung der Aktionen

Berlin, 9. Juni 2011 – Zur Verschiebung der Revisionsarbeiten am AKW Brokdorf durch die Betreiberfirma erklärt das Mitglied im Bundesvorstand der NaturFreunde Deutschlands Uwe Hiksch:

Seit gestern Abend ist es amtlich:  Der Atomkonzern Eon hat die Revisionsarbeiten am AKW Brokdorf auf den 15. Juni verschoben. Dabei ist völlig klar. Mit der kraftvollen Aktion der Anti-Atom-Bewegung, die in Zusammenarbeit von Block Brokdorf und X-tausendmal quer für die Pfingstfeiertage eine Massenblockade des AKW Brokdorf geplant hatte, haben wir Eon dazu gebracht, die Revision zu verschieden.

Dies ist wieder ein großer Erfolg in der Anti-Atom-Arbeit. Die Atomkonzerne sind zurzeit verunsichert und versuchen negative Schlagzeilen zu verhindern. Die angekündigten Massenblockaden sind der Anlass für die Verschiebung.

Doch verschoben wurde nicht nur die Revision, sondern auch die friedliche Blockade. Der Beginn ist nun für den 18. Juni geplant, das Aktionscamp öffnet aber schon am Donnerstag, dem 16. Juni.

Auch die NaturFreunde Deutschlands mobilisieren zur Blockade von Brokdorf. Mit eigenen Aktionen und Zelten wollen die NaturFreunde deutlich machen, dass sie einen Weiterbetrieb von Atomkraftwerken bis zum Jahr 2022 ablehnen. Die NaturFreunde weisen seit mehr als dreißig Jahren darauf hin, dass mit der Nutzung der Atomkraft unbeherrschbare Risiken verbunden sind und der Betrieb von Atomkraftwerken einen grundgesetzwidrigen Tatbestand darstellt. Schon weil die Entsorgung des Atommülls nicht gesichert ist, dürfte es für kein Atomkraftwerk eine Betriebsgenehmigung geben.

Die NaturFreunde Deutschlands fordern den sofortigen Ausstieg aus der Atomenergie. Auch in den nächsten Jahren werden die NaturFreunde aktiv dazu beitragen, dass mit Aktionen direkt an den Atomkraftwerken für die Abschaltung jedes einzelnen Atomreaktors gekämpft wird.

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NaturFreunde: Milliarden-Entschädigungen für nicht rechtssicheren Atomausstieg?

Berlin, 9. Juni 2011 – „Die NaturFreunde Deutschlands warnen die rot-grünen Parteien, sich in Mithaftung für einen nicht rechtssicheren Atomausstieg nehmen zu lassen, der möglicherweise noch größere Entschädigungsprobleme aufwerfen wird“, erklärt Michael Müller, Bundesvorsitzender der NaturFreunde Deutschlands und Parlamentarische Staatssekretär im Bundesumweltministerium a.D.. „Wer aus der Atomenergie raus will, braucht entweder einen Konsens mit den Betreibern oder klare gesetzliche Kriterien. Das Unionsproblem ist allerdings, dass diese dann für alle AKW gelten und dementsprechend alle AKW gleichzeitig abgeschaltet werden müssten.“

Im Unterschied zum Atomausstieg von 2000/2001 sei es heute höchst unklar, ob es zu einer konsensualen Lösung mit den Atomkonzernen EnBW, Eon, RWE und Vattenfall kommen werde, so Müller. Wenn nicht, drohten Klagen, schließlich sei es höchst schwierig bis unmöglich, unter dem Gesichtspunkt des Restrisikos Differenzierungen hinsichtlich einzelner AKW vorzunehmen.

 

Tatsächlich haben einige Atomkonzernen bereits Klagen angekündigt und fordern finanzielle Entschädigungen in Milliardenhöhe. „Diese den Atomkonzernen auch noch zu zahlen, wäre zwar ein bodenloser Skandal, aber eben darin begründet, dass ein gesetzlich klar begründeter Ausstiegsweg nicht gefunden wurde“, erläutert Michael Müller.

 

Im Jahr 2000 hätten sich die Beteiligten auf 32 Jahre AKW-Laufzeiten verständigt, weil sich die Kraftwerke dann amortisiert haben. Diese Regelung sei von den Konzernen akzeptiert worden, zumal auch sie dem andauernden Streit um die Atomenergie aus dem Wege gehen wollten – und wohl auch auf künftig andere politische Mehrheiten hofften.

 

„Wer aus der Atomenergie raus will, braucht entweder einen Konsens mit den Betreibern oder klare gesetzliche Kriterien. Das Unionsproblem ist allerdings, dass diese dann für alle AKW gelten und dementsprechend alle AKW gleichzeitig abgeschaltet werden müssten. Bei keinem der beiden entscheidenden Ausstiegsgründe, weder der Frage der Sicherheit noch der der Atommüllentsorgung, dürfen die Kriterien willkürlich sein. Die Bundesregierung läuft derzeit in eine mögliche Falle, in die ihr die anderen Parteien nicht auch noch folgen sollten“, so Müller.


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NaturFreunde: Atomausstieg – Rechnung ohne den Wirt?


Berlin, 6. Juni 2011 – Zu dem von der schwarz-gelben Bundesregierung beschlossenen Atomausstieg erklärt der Bundesvorsitzende der NaturFreunde Deutschlands e.V. und  Parlamentarische Staatssekretär a.D. im Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit, Michael Müller, folgendes:

Der jetzt geplante Ausstieg ist, sofern er so kommt, nicht die Rückkehr zum Gesetz von 2001. Dies als historische Entscheidung zu feiern, ist falsch: Die letzten drei AKWs werden laut Beschluss erst ein Jahr später abgeschaltet und manche der Kraftwerke haben zudem längere Restlaufzeiten, als unter Rot-Grün vorgesehen. Wenn das Gesetz von 2001 nicht von der schwarz-gelben Kumpanei mit den vier Atomkonzernen unterlaufen worden wäre, hätten bis Anfang 2012 zehn Atomkraftwerke stillgelegt werden müssen: Mühlheim-Kärlich, Obrigheim, Stade, Biblis A, Neckarwestheim 1, Biblis B, Brunsbüttel, Isar 1, Unterweser und Philippsburg 1. Mit dem sicherheitstechnisch problematischen Krümmel wären es sogar elf Atomkraftwerke gewesen – ein AKW mehr als jetzt! Zudem wären die verbleibenden Reaktoren früher abgeschaltet worden. Bei Frau Merkel kommt erst 2015 mit Grafenrheinfeld das nächste AKW dran.

Das Wichtigste aber ist: 2001 gab es einen Konsens mit den Betreibern. Bisher haben EnBW, E.on, RWE und Vattenfall dem Plan von Frau Merkel nicht zugestimmt. Damals wurde der Konsens aus Angst vor Entschädigungen und vor einem schnellen Abschalten (Grundlastversorgung der Industrie) von Gerhard Schröder und Werner Müller, Joschka Fischer und Jürgen Trittin gesucht. Heute ist offen, ob es erneut zu einem Konsens kommt. Die vier Atomkonzerne haben angekündigt, das Abschalten ihrer AKWs nicht hinzunehmen. Was also ist, wenn es keinen Konsens gibt?

 

Rechtsfest gibt es drei Möglichkeiten für einen Ausstieg ohne Konsens:

1.     Anerkennung, dass das Restrisiko für alle AKWs existiert und in einem dicht besiedelten Land wie Deutschland nicht zu vertreten ist.

2.     Alle Atomkraftwerke sind illegal in Betrieb, weil ihre Genehmigungsgrundlage u. a. ein Entsorgungsnachweis ist, der nirgendwo erfüllt wird.

3.     Die Übertragung der technischen Anforderungen im Atomgesetz von 1995 (unter der Verantwortung von Bundesumweltministerin Merkel) für die Genehmigung neuer AKWs – inhärente Sicherheit – auf alte Anlagen gemäß der Linie „Sicherheit zuerst!“. Diese Norm erfüllt kein Atomkraftwerk.

 

Diese drei Wege erfordern die schnelle Stilllegung aller Atomkraftwerke. Technisch ist das möglich, kann aber zu Problemen, vor allem in Süddeutschland, führen. Hier wurde bisher viel zu wenig für die Energiewende getan. Was aber bleibt dann, wenn es keinen Konsens gibt?

Hinzu kommt, dass die Bundesregierung auch bei der Fortentwicklung der erneuerbaren Energien sehr einseitig auf die Förderung von Offshore setzt, andere Formen der Förderung vernachlässigt, ja sogar kürzt. Das ist ein verhängnisvoller Weg.

Insofern ist es falsch, einfach von einer Rückkehr zu Rot-Grün zu reden. Nicht einmal das wird getan, obwohl Frau Merkel von einer einzigartigen Energiepolitik spricht. Einzigartig sind Trickserei und Opportunismus.

 


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NaturFreunde: Merkels Atomausstieg: wieder nur ein Trick?

Merkels Atomausstieg: wieder nur ein Trick?

Berlin, 2. Juni 2011 – „Nachdem der Unionsentwurf für ein neues Atomgesetz jetzt vorliegt, drängt sich die Frage auf, ob die Bundeskanzlerin nicht erneut unsäglich trickst“, warnt der Bundesvorsitzende der NaturFreunde Deutschlands Michael Müller. „Die Behandlung der Restlaufzeiten der abgeschalteten AKW, einschließlich Mülheim-Kärlich und Stade, das ist doch alles eher abenteuerlich nach Fukushima.“

Bei einer vollen Übertragung aller Restlaufzeiten könnten faktisch alle anderen Kraftwerke bis zum gesetzlichen Endpunkt weiter laufen, so Müller, auch ehemaliger Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesumweltministerium. Für die Betreiber wäre das trotz allem ein bombiges Geschäft: Sie hätten mehr AKW-Laufzeiten, als noch im rot-grünen Ausstiegsgesetz vorgesehen und würden die verbliebenen Meiler wohl kaum schrittweise abschalten, sondern bis mindestens 2021 in Betrieb lassen.

„Auch nach Fukushima wird weiter getrickst und vertuscht“, so Müller. „Dieses Ausstiegsgesetz ist überhaupt nicht konstruktiv und klar, wie Bundesumweltminister Röttgen behauptet. Es hat mit einem geordneten Ausstieg nichts zu tun.“ Der Gesetzentwurf sei genauso dürftig wie die bis heute ausgebliebene klare Begründung für die Brennelementesteuer. Deren Berechtigung sei nicht etwas die knappe Haushaltslage, sondern die bisherige Steuerbefreiung von Uran im Gegensatz zu anderen Brennstoffen.

„Die aktuelle Atompolitik der Bundesregierung entspringt nicht einer durchdachten und in sich schlüssigen Strategie, sondern ist die mehr oder weniger halbherzige Reaktion auf den breiten Protest aus der Bevölkerung“, erklärt Michael Müller. „Jetzt wäre Klarheit in der Gesellschaft wirklich nötig. Aber die Bundesregierung bekommt es einfach nicht hin.“

Anti-Atom-Demo am 28.05.11 in Berlin


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NaturFreunde: Dieser Atomausstieg ist noch lange keine Energierevolution

Dieser Atomausstieg ist noch lange keine Energierevolution

Berlin, 31. Mai 2011 – „Die größte Herausforderung in der Energiefrage ist nicht mangelndes Wissen, sondern unzureichendes Handeln“, erklärt der Bundesvorsitzende der NaturFreunde Deutschlands Michael Müller zur aktuellen Debatte über den Atomausstieg und die Energieversorgung der Zukunft. „Tatsächlich wird ein echter und zukunftsfähiger Umbau der Energiestrukturen nur möglich, wenn die heutige Verbundwirtschaft überwunden und beseitigt wird“, so Müller.

„Wer die aktuelle Debatte über den Atomausstieg aufmerksam verfolgt, der kann sich nur immer wieder fragen, ob eine Vielzahl der Kommentatoren in den letzten 20 Jahren auf einer anderen Welt gelebt hat. Es fehlt nur noch, dass sie beim Unionsfahrplan für den Atomausstieg in ihrer Uninformiertheit von einer Energierevolution reden. Alles, was derzeit in der Debatte ist, wird seit den 70er Jahren diskutiert und ist spätestens seit Ende der 80er Jahre gefestigt. Die größte Herausforderung in der Energiefrage ist nicht mangelndes Wissen, sondern unzureichendes Handeln“, wundert sich Michael Müller.

Die beiden eigentlichen Fragen würden hingegen nicht in der notwendigen Breite behandelt:

1. Warum ist es bis heute eigentlich nicht zu einer Effizienzrevolution gekommen?

2. Genügt es für eine solare Zukunft, die heutigen Energiestrukturen nur mit den erneuerbaren Energien zu verbinden?

 

In beiden Fragen komme laut Müller weder von der Bundesregierung, schon gar nicht von der Elektrizitätswirtschaft, aber auch nicht von großen Teilen der Medien, ein Anstoß für eine weiterführende Debatte. Tatsächlich werde ein echter und zukunftsfähiger Umbau der Energiestrukturen aber nur möglich, wenn die heutige Verbundwirtschaft überwunden und beseitigt würde.

 

„Denn mit dem zentralistischen Energiesystem ist eine Energierevolution nicht machbar: Weder werden so die großen Einsparpotenziale mobilisiert, noch der Raum für Innovationen geschaffen. Insofern bleiben alle energierelevanten Beschlüsse in den alten Strukturen und können keine echte und zukunftsfähige Lösung bilden“, erklärt Müller und gibt zwei Beispiele:

Erstes: „Sollte es bei den zentralisierten Energiestrukturen der Verbundwirtschaft bleiben, ist ein viel umfangreicherer Ausbau der 380-Kilovolt-Leitungen auf der Hochspannungsebene notwendig als bei dezentralen Strukturen. Dieser Ausbau ist nicht nur teuer, er trifft auch auf den Widerstand gerade jener Bürger, die eine Energiewende eigentlich befürworten. Ein dezentraler Umbau hingegen wäre auf diese gigantischen Investitionen nicht angewiesen.“

Zweites: „Gerne wird behauptet, die Vorteile der Atomenergie lägen in ihrer Klimafreundlichkeit. Doch die Fachdebatte stellt eine andere Frage: Unter welchen Bedingungen können die meisten Kohlendioxid-Emissionen vermieden werden. Das expansive System der Verbundwirtschaft kann auch das nur begrenzt, denn die reinen Kondensationskraftwerke sind auf den Verkauf und die Verschwendung von Strom ausgerichtet und nicht das Energiesparen. Allein schon diese Strukturen fördern unnötige Kohlendioxid-Emissionen, zudem erreichen sie nur niedrige Effizienzgrade.“

Das Energiesystem der Zukunft müsse laut Michael Müller dezentral und flexibel sein. Das funktioniere nur über den Umbau der heutigen Großsysteme zu intelligenten und dezentralen Technologien und Strukturen. Dieser Umbau sei dringend geboten, auch wenn diese Einsicht bei der Bundesregierung noch nicht angekommen sei.

Friedliche Blockade des AKW Brokdorf

Die NaturFreunde Deutschlands unterstützen die ab dem 12. Juni von x-tausendmal quer geplante gewaltfreie Blockade des AKW Brokdorf und beteiligen sich daran. Wir werden nicht locker lassen, bis auch der letzte Reaktor endgültig vom Netz gegangen ist!

Mehr Informationen: www.kurzlink.de/AKW-Blockade


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NaturFreunde: Fahrplan für den Atomausstieg ist eine große Enttäuschung

Fahrplan für den Atomausstieg ist eine große Enttäuschung
NaturFreunde unterstützen friedliche Blockade des AKW Brokdorf ab dem 12. Juni

Berlin, 30. Mai 2011 – „Kurz nach Fukushima wurde ein Elefant versprochen, am Ende aber war es nur ein Mäuschen“, erklärt der Bundesvorsitzende der NaturFreunde Deutschlands Michael Müller zum heute Nacht von der Bundesregierung beschlossenen Fahrplan für den Atomausstieg. „Die Anti-Atom-Bewegung ist enttäuscht und sieht sich in den Einschätzungen bestätigt, die sie seit den 1980er Jahren von Schwarz-Gelb hatte“, so Müller.

Wahrscheinlich komme beim schwarz-gelben Atomausstieg nicht einmal das heraus, was rechtskräftig war, bis vor wenigen Wochen das Gesetz über den geordneten Atomausstieg geändert wurde, fürchtet Michael Müller. Auf jeden Fall aber dauere der Atomausstieg nun ein Jahr länger als bei Rot-Grün (2022 statt 2021) und es gebe eine Revisionsklausel (2018), die den ewig Gestrigen eine Tür offen lässt. Selbst die sogenannte Ethik-Kommission müsse sich veralbert fühlen, ihre Vorschläge seien ja nur teilweise übernommen worden.

Wie Umweltminister Norbert Röttgen diesen Fahrplan auch noch konstruktiv und klar nennen könne, bleibe das Geheimnis verquer denkender Menschen. „Die Anti-Atom-Bewegung jedenfalls ist enttäuscht und sieht sich in den Einschätzungen bestätigt, die sie seit den 1980er Jahren von Schwarz-Gelb hatte. Die jetzige Regierungskoalition wird in die Geschichte eingehen als die Regierung, die einfach unfähig war, ihre Chancen zu nutzen“, so Müller.

Friedliche Blockade des AKW Brokdorf

Die NaturFreunde Deutschlands unterstützen die ab dem 12. Juni von x-tausendmal quer geplante gewaltfreie Blockade des AKW Brokdorf und beteiligen sich daran. Wir werden nicht locker lassen, bis auch der letzte Reaktor endgültig vom Netz gegangen ist!

Mehr Informationen: www.kurzlink.de/AKW-Blockade

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NaturFreunde rufen zu breiter Beteiligung an Demonstrationen am 28. Mai auf

Atomkraft Schluss! Der Anti-Atom-Protest ist jetzt überall
NaturFreunde rufen zu breiter Beteiligung an Demonstrationen am 28. Mai auf

Berlin, 27. Mai 2011 – Vor den erneuten Anti-Atom-Protesten in bundesweit mehr als 20 Städten, die auch von den NaturFreunden koordiniert werden, erklärt der Bundesvorsitzende der NaturFreunde Deutschlands Michael Müller: „Gute zweieinhalb Monate nach Fukushima besteht das Regierungshandeln immer noch aus einem Mischmasch aus Ankündigungen und Dementi, aus Scheinradikalität und Angst, aus Interpretationen und altem Denken. Tatsächlich deutet sogar einiges darauf hin, dass der Zustand aus dem letzten Herbst faktisch wieder hergestellt werden könnte, als die schwarz-gelbe Koalition die Laufzeit der deutschen AKW um bis zu 14 Jahre verlängert hatte. Das wäre aber ein gigantisches Eigentor: In den letzten Monaten gingen bei den Großdemonstrationen gegen die Atomkraft Hunderttausende auf die Straße und an diesem Samstag wird es in mehr als 20 Städten nicht anders sein, wenn die Bürger wieder fordern: Atomkraft Schluss!“

Mehr Informationen zu den Anti-Atom-Demonstrationen: www.kurzlink.de/atomkraft-schluss

Nach dem japanischen GAU habe die Bundesregierung versprochen, „lernfähig“ zu sein, erinnert Müller. Immerhin war es schon die dritte Katastrophe in der Geschichte der zivilen Nutzung der Atomenergie nach Harrisburg (1979) und Tschernobyl (1986). Doch tatsächlich verstecke sich die Bundesregierung hinter den Kommissionen zur Ethik und zur Sicherheit und hoffe letztlich wohl auf einen neuen Konsens mit den Atomkonzernen.

Auch Uwe Hiksch, Mitglied im Trägerkreis der bundesweiten Anti-Atom-Demonstration und im Bundesvorstand der NaturFreunde Deutschlands kritisiert: „Die Bundesregierung und die Atomlobby versuchen den Ausstieg aus der Atomenergie immer weiter herauszuzögern. Doch mit ihren Schreckgespenstern ‚Blackout‘ und ‚massiv steigende Strompreise‘ wollen sie nur ihre Profite aus den abgeschriebenen Schrottreaktoren noch einige Jahre erhalten.“


Ausstiegsgesetz nötig für faktisch illegale AKW

„Ob die Atomkonzerne EnBW, E.on, RWE und Vattenfall nochmals zu einem Konsens bereit sind und ob dieser Konsens sogar über die damalige Linie hinausgehen würde, ist mehr als zweifelhaft“, befürchtet Michael Müller und fordert: „Stattdessen muss die Bundesregierung jetzt eine klare gesetzliche Ausstiegsregelung finden – die dann aber alle deutschen AKW betrifft.“

Das immer vorhandene Restrisiko eines GAU, etwa durch einen gezielten oder zufälligen Absturz eines größeren Passagierflugzeuges, sei in der dicht besiedelten BRD nicht zu verantworten, so Müller. Der ehemalige Parlamentarische Staatssekretär im Bundesumweltministerium weist auch darauf hin, dass die AKW faktisch illegal in Betrieb seien, basiere doch ihre Betriebsgenehmigung auf einem Entsorgungsnachweis, der bis heute nirgendwo erbracht worden sei.

Öffentlicher Druck entscheidet über Atomausstieg

„Der öffentliche Druck wird letztlich entscheiden, ob das Ende der Atomkraft in Deutschland besiegelt werden kann“, erklärt Uwe Hiksch. „Mit den bundesweiten Protestaktionen am 28. Mai wollen wir die Bundesregierung dazu zwingen, endlich eine klare Konsequenz aus Tschernobyl und Fukushima zu ziehen. Spätestens nach Fukushima gibt es nur noch eine Richtung und die heißt: Alle AKW abschalten – sofort und endgültig! Die Zukunft liegt bei den erneuerbaren Energien, der Energieeffizienz und dem Energiesparen.“

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NaturFreunde: Kreative Proteste gegen Atomforum waren Erfolg

Kreative Proteste gegen Atomforum waren Erfolg

Mehr als 10 000 Menschen kamen zu den verschiedenen Veranstaltungen zum „Widerstandscamp“ auf den Alexanderplatz

Berlin, 19. Mai 2011 – Zu den Protesten gegen das Atomforum erklärt der stellvertretende Landesvorsitzende der NaturFreunde Berlins und Mitglied im Bundesvorstand der NaturFreunde Deutschlands, Uwe Hiksch, folgendes:

Die NaturFreunde in Berlin werten die Proteste gegen die Tagung des Atomforums als Erfolg für die Anti-AKW-Bewegung. Zusammen mit Anti Atom Berlin und AtomConcern haben die NaturFreunde in Berlin die Aktion „Atomforum einbetonieren“ und das Widerstandscamp auf dem Alexanderplatz organisiert. Zudem fungierten die NaturFreunde als Anmelder für die Demonstration am 17. Mai von Kreuzberg zum Alexanderplatz. Hieran nahmen, trotz intensiven Regens, mehr als 650 Teilnehmerinnen und Teilnehmer teil.

Eine völlig neue Aktionsform war das Widerstandscamp auf dem Alexanderplatz. In den fünf Tagen des Camps wurde ein kreatives und lautes Programm geboten: Mehr als 15 Bands, 200 Künstlerinnen und Künstler, Akrobaten, Clowns und Kulturschaffende haben das Widerstandscamp unterstützt und sind auf der Bühne oder dem Alexanderplatz aufgetreten. Zu den verschiedenen Veranstaltungen kamen während des Widerstandscamps mehr als 10 000 Menschen. Gleichzeitig blieben viele tausend Touristen und Berlinerinnen und Berliner vor der ungewöhnlichen Kulisse auf dem Alexanderplatz stehen und hörten einige Zeit den verschiedenen Gruppen oder Reden zu. Mit dieser Aktion haben die Aktiven des Camps bundesweit in der Anti-Atom-Bewegung viel Aufmerksamkeit und Interesse erreicht. Viele Aktive haben schon jetzt Ihr Kommen für das nächste Jahr zugesagt.

Durch die intensive Diskussion im Vorfeld der „Jahrestagung Kerntechnik“ war es gelungen, die Veranstalter „Deutsches Atomforum e.V.“ und „Kerntechnische Gesellschaft e.V.“ zu zwingen, das geplante Festbankett mit Musik und Unterhaltung abzusagen. Die NaturFreunde Deutschlands hatten im Vorfeld der Planungen das Bankett kritisiert und die Veranstaltung wenige Wochen nach Fukushima als inakzeptabel bezeichnet.

Aufgrund der internen Debatten in der deutschen Energiewirtschaft wurden auch alle „politischen Teile“ aus dem Programm des Atomforums gestrichen, so dass die Tagung mit 19 Stunden Verspätung begann. Die NaturFreunde werten auch dies als Erfolg der Proteste gegen die Tagung des Atomforums und der Kerntechnischen Gesellschaft.

Sollte das Atomforum auch im nächsten Jahr wieder nach Berlin kommen, werden die Proteste intensiviert und deutlich verstärkt werden. Das Atomforum als Vernetzungstreffen der deutschen Atomlobby ist anachronistisch und mit einer aktiven Politik für den Atomausstieg nicht vereinbar. Die NaturFreunde wollen mithelfen, die Hintergründe der Atomlobby aufzuzeigen und die wirtschaftlichen Profitinteressen an der Atomenergie zu beenden. Mit ihren Protest wollen die NaturFreunde verhindern, dass sich die Atomkonzerne nun intensiver den Märkten in anderen Ländern zuwenden und die Atomtechnologie exportieren.


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NaturFreunde fordern konsequent nachhaltige Waldwirtschaft

NaturFreunde fordern konsequent nachhaltige Waldwirtschaft
Bundesregierung soll Internationales Jahr der Wälder zum Umsteuern nutzen

Berlin, 18. Mai 2011 – Der Wald in Deutschland steht unter starkem Druck: Die Holznachfrage ist übersteigert, der Wald längst degradiert als Energie- und Rohstofflieferant. Zudem veränderte der Klimawandel nicht nur langfristig die Zusammensetzung der Wälder und lässt heimische Baumarten aussterben, er macht den Wald auch anfälliger für Schädlingsbefall, Unwetter und Stürme als bisher. Die NaturFreunde Deutschlands haben deshalb auf einer Tagung in Schmiedefeld im Thüringer Wald die Bundesregierung aufgefordert, konsequenter eine nachhaltige Waldwirtschaft zu betreiben.

Wie die Naturschutzexpertin des Verbandes Mira Beinert erklärte, sollte die Bundesregierung das „Internationale Jahr der Wälder“ 2011 zum Umsteuern in der Waldpolitik nutzen. In ihrer „Schmiedefelder Erklärung“ forderten die NaturFreunde, Deutschland müsse in der Waldwirtschaft auch global eine Vorbildfunktion einnehmen und in internationalen Verhandlungen und Wirtschaftsbeziehungen einer nachhaltigen Waldpolitik Priorität einräumen.


Qualität und Gesundheitszustand der deutschen Wälder nehmen ab

Mira Beinert erinnerte in diesem Zusammenhang auch an die deutschen Selbstverpflichtungen aus der Nationalen Biodiversitätsstrategie: etwa die Ausweitung der natürlichen Waldentwicklung auf fünf Prozent der Waldflächen und die Zertifizierung von 80 Prozent auf FSC-Standard bis 2020, verbindliche Richtlinien zur Berücksichtigung der Biodiversitätsziele auch in Privatwäldern einzuführen und die Förderung des Vertragsnaturschutzes in Privatwäldern auf zehn Prozent der Waldfläche zu erweitern. Dazu müssten aber noch ein ausgeglichenes Verhältnis zwischen Waldverjüngung und Wildbesatz – auch durch eine Reform des Jagdrechts – sowie verstärkte Bemühungen um die Bildung für nachhaltige Entwicklung für das Kulturgut Wald kommen.

Die NaturFreunde kritisieren, dass Qualität und Gesundheitszustand der Wälder in Deutschland seit Jahrzehnten abnähmen. Intakte, alte Wälder seien die Ausnahme, forstwirtschaftlich durchgeplante Waldparzellen die Regel. Neuaufforstungen mit schnell wachsenden Hölzern verdrängten langfristig gewachsene Wälder. Gleichzeitig sei weniger als ein Prozent der deutschen Waldfläche Wildnisfläche, wo der Wald ohne wirtschaftliche Nutzung sich selbst überlassen werde.

Deutschland fehlen 30 Millionen Kubikmetern Holz bis 2020

Im Internationalen Jahr der Wälder müsse deutlich gemacht werden, unter welchem extrem starken Druck die deutschen Wälder durch Schadstoffeintrag, Rohstoffknappheit und einem ungebändigten Energiehunger stünden. Deutschland sei neben den USA Weltmeister im Verbrauch von Holz- und Papierprodukten. Nicht zuletzt hierdurch rechneten Experten mit einer Holzversorgungslücke bis zum Jahre 2020 von rund 30 Millionen Kubikmetern allein für Deutschland.

Ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung wäre nach den Worten von Mira Beinert eine konsequent zukunftsfähige Waldstrategie für Deutschland, die verantwortungsvolle Richtlinien und Maßnahmen von Politik und Wirtschaft einfordere. Die zurzeit federführend vom zuständigen Bundeslandwirtschaftsministerium geplante Waldstrategie 2020 müsse deshalb eine nachhaltige Waldwirtschaft ins Zentrum ihrer Überlegungen und Forderungen stellen.


NaturFreunde bieten Waldwanderungen an

Die NaturFreunde Deutschlands haben ihre Mitglieder aufgerufen, sich an der Initiative des Bundesamts für Naturschutz „Gemeinsam wandern – Vielfalt in Wäldern erleben“ zu beteiligen, die sich über einen Zeitraum vom 14. Mai bis 26. Juni erstreckt.


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NaturFreunde: Auch Sicherheitskommission bekennt: Atomreaktoren nicht sicher

Auch Sicherheitskommission bekennt: Atomreaktoren nicht sicher
NaturFreunde Deutschlands rufen zu Anti-Atom-Protesten am 28. Mai auf

Berlin, 17. Mai 2011 – „Die wichtigste Erkenntnis der Prüfung der sicherheitstechnischen Auslegung deutscher Atomkraftwerke (AKW) hat das bestätigt, was wir seit 2001 wussten: Die AKW halten unter anderem keine terroristischen Flugzeugangriffe aus, sie sind einfach nicht sicher“, erklärt der Bundesvorsitzende der NaturFreunde Deutschlands Michael Müller zum heutigen Bericht der Reaktorsicherheitskommission (RSK) über den Status der deutschen Atomkraftwerke. „Das ernsthafte Restrisiko der Folgen eines terroristischen Flugzeugangriffs ist mit dem Grundsatz ‚Sicherheit zuerst‘ unvereinbar. Bundesumweltminister Röttgen bleibt deshalb unehrlich, wenn er neben den sieben sogenannten Schrottmeilern nicht auch alle anderen deutschen AKW abschaltet.“

Schon nach dem Attentat auf das World Trade Center hatte die Bundesregierung geprüft, ob deutsche Atomkraftwerke gegen gezielte Flugzeugabstürze geschützt sind. Aus Angst, terroristische Aktivitäten zu fördern, wurde diese Debatte erst weitgehend intern geführt, dann aber doch öffentlich bekannt. Während die Franzosen damals ihre AKW mit Flak-Einrichtungen gegen Terroristen schützen wollten, verständigte man sich in Deutschland auf sogenannte Vernebelungsmaschinen: eine von Anfang an blödsinnige Idee, denn mit der heutigen GPS-Technologie können auch AKW punktgenau angeflogen werden. In Schleswig-Holstein wurde deshalb ernsthaft überlegt, Stahlnetze um Atomanlagen zu spannen.

So unzureichend die RSK-Prüfung in der kurzen Frist nur sein konnten, so belegt sie doch das ernsthafte Restrisiko der Folgen eines terroristischen Flugzeugangriffs, das mit dem Grundsatz „Sicherheit zuerst“ unvereinbar ist. Bundesumweltminister Röttgen bleibt deshalb unehrlich, wenn er neben den sieben sogenannten Schrottmeilern nicht auch alle anderen deutschen AKW abschaltet. Denn kein AKW ist gegen einen größeren Flugzeugabsturz geschützt, kein AKW ist sicher. Und das nicht nur in dieser Frage.

Wenn Herr Röttgen selbst nach dem RSK-Bericht einen sofortigen Ausstieg nicht für nötig hält, darf er den Menschen aber keine Sicherheit vorgaukeln. Seine Haltung ist eine persönliche Bewertung, aber kein striktes Prinzip, das sich grundsätzlich an der Sicherheit orientiert.

Es ist offenkundig so, dass die Bundesregierung auf ein Verblassen der Eindrücke von Fukushima setzt. Sie hat in der Vergangenheit verhindert, dass es zum Atomausstieg kam, weil sie sich in Komplizenschaft mit den großen Atomkonzernen begeben hatte. Nun steckt sie in der Falle, will aber genau das vertuschen.


Atomkraft Schluss: Anti-Atom-Proteste am 28. Mai in mehr als 20 Städten

Die NaturFreunde Deutschlands rufen zusammen mit vielen Partnern der Anti-Atom-Bewegung für den 28. Mai zur breiten Teilnahme an den Anti-Atom-Protesten in bundesweit mehr als 20 Städten auf. Denn die Bundesregierung will im Juni beschließen, welche Konsequenzen sie aus dem japanischen GAU zieht – offiziell auch auf Basis des Sicherheitschecks der deutschen AKW.

Doch tatsächlich wird der öffentliche Druck bestimmen, ob jetzt endlich Schluss mit der gesamten Atomindustrie ist. Die NaturFreunde Deutschlands werden mit Zigtausenden Menschen ein kraftvolles Signal an die Regierung senden. Nach Fukushima gibt es nur noch eine Richtung und die heißt: Atomkraft Schluss – sofort und endgültig! Die Zukunft gehört den erneuerbaren Energien, der Energieeffizienz und dem Energiesparen.

Mehr Informationen zu den Atomkraft-Schluss-Demos: www.kurzlink.de/atomkraft-schluss



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NaturFreunde: Atom-Ethiker fürchten Sicherheits-Logik

Berlin, 13. Mai 2011 – „Die Ethikkommission hat Angst vor der Logik ihrer eigenen Aussagen“, kommentiert der Bundesvorsitzende der NaturFreunde Deutschlands Michael Müller die bekannt gewordenen Empfehlungen der zu den Konsequenzen des japanischen GAU eingesetzten Kommission. Diese trifft sich am Wochenende zur Abschlussklausur. „Wenn es um eine Bewertung des ‚Restrisikos‘ geht, dann muss ehrlich gesagt werden, dass dieses Risiko bei allen Atomkraftwerken besteht und von daher alle abgeschaltet werden müssen. Die Ethikkommission muss aufzeigen, dass ein kurzfristiger Ausstieg bis Ende 2014 möglich ist, aber enorme Kraftanstrengungen erfordert. Sie muss fragen, ob die Gesellschaft dazu bereit ist“, so Müller.

Zwar nimmt der Bericht der Ethikkommission die unselige Verlängerung der AKW-Laufzeiten zurück. Auch soll die Trickserei von CDU/CSU und FDP mit den Atomkonzernen beendet werden, die AKW über die Wahlen zu bringen und den Atomkonsens von 2001 weiter zu unterlaufen. Dadurch nämlich sind in der letzten Legislaturperiode nicht vier Atomkraftwerke vom Netz gegangen – obwohl ursprünglich so vorgesehen.

Doch einen wirklichen Schritt nach vorne hat diese Kommission nicht gemacht. 2001 gab es nämlich keinen Atomkonsens mit der Gesellschaft, sondern mit der Atomwirtschaft. Der vorab veröffentlichte Bericht erfüllt auch nicht den von Herrn Röttgen formulierten Anspruch, dass man noch mehr aus Fukushima lernen müsse als aus Tschernobyl. Es zeigt sich: Je weiter der japanische GAU zurückliegt, desto stärker werden die alten Kräfte wieder.

Wirtschaftliche Macht der Atomkonzerne zwingt Politik zu Kompromissen

Wenn es um eine Bewertung des „Restrisikos“ geht, dann muss ehrlich gesagt werden, dass dieses Risiko bei allen Atomkraftwerken besteht und von daher alle abgeschaltet werden müssen. Wenn nicht abgeschaltet wird, dann wegen der wirtschaftlichen Macht, die vom Atomstrom ausgeht und die die Politik zu Kompromissen zwingt. Die Politik sollte wenigstens das zugeben, damit klar ist, um was es hier geht: nicht allein um eine sachpolitische Entscheidung, sondern immer auch um wirtschaftliche Macht.

Faktisch erweist sich die Ethikkommission als mutlos, denn ein schnellerer Ausstieg ist möglich – auch wenn dies mit erheblichen Anstrengungen, kurzfristigen Problemen für das Klima und regionalen Engpässen verbunden ist. Die Ethikkommission muss aufzeigen, dass ein kurzfristiger Ausstieg bis Ende 2014 möglich ist, aber enorme Kraftanstrengungen erfordert. Sie muss fragen, ob die Gesellschaft dazu bereit ist. Das tut sie nicht und vergibt so leichtfertig eine Chance.


Atomkraft Schluss: Anti-Atom-Proteste am 28. Mai in mehr als 20 Städten

Die NaturFreunde Deutschlands rufen zusammen mit vielen Partnern der Anti-Atom-Bewegung für den 28. Mai zur breiten Teilnahme an den Anti-Atom-Protesten in bundesweit mehr als 20 Städten auf. Denn die Bundesregierung will im Juni beschließen, welche Konsequenzen sie aus dem japanischen GAU zieht – offiziell auch auf Basis eines Sicherheitschecks der deutschen AKW.

Doch tatsächlich wird der öffentliche Druck bestimmen, ob jetzt endlich Schluss mit der gesamten Atomindustrie ist. Die NaturFreunde Deutschlands werden mit Zigtausenden Menschen ein kraftvolles Signal an die Regierung senden. Nach Fukushima gibt es nur noch eine Richtung und die heißt: Atomkraft Schluss – sofort und endgültig! Die Zukunft gehört den erneuerbaren Energien, der Energieeffizienz und dem Energiesparen.

Mehr Informationen zu den Atomkraft-Schluss-Demos: www.kurzlink.de/atomkraft-schluss



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NaturFreunde Deutschlands rufen zu Anti-Atom-Protesten am 28. Mai auf

Europäische AKW-Stresstests: doch nicht „Sicherheit zuerst“?
NaturFreunde Deutschlands rufen zu Anti-Atom-Protesten am 28. Mai auf

Berlin, 4. Mai 2011 – Zu den gestern im ungarischen Gödöllö vereinbarten Kriterien für einen europäischen AKW-Stresstest erklärt der Bundesvorsitzende der NaturFreunde Deutschlands Michael Müller:

Nach der tragischen Atomkatastrophe in Fukushima kündigte die Europäische Kommission vollmundig einen sogenannten Stresstest für alle AKW in der Europäische Union an. Die Sicherheit der Atomanlagen sollte hinsichtlich jedes denkbaren Unfalls geprüft werden, inklusive Naturkatastrophen, Flugzeugabstürze oder terroristische Angriffe. Dabei war klar, dass ein solcher Test ein deutliches Restrisiko aufzeigen und sich dann ein brisanter Handlungsbedarf in der europäischen Energiepolitik ergeben würde.

Die Europäische Kommission ist eingeknickt

Doch scheinbar wollte sich die Atomlobby, zu der durchaus einige europäische Regierungen gezählt werden müssen, keinem wirklichen Stress aussetzen: Ihre Kampagnen fruchten, die Europäische Kommission ist eingeknickt und rudert schon zurück. Denn nach neuen Plänen sollen die auch in Europa nicht auszuschließenden GAU-Ursachen wie etwa der Absturz eines Passagierflugzeugs oder ein gezieltes Attentat nicht mehr in den Stresstest einbezogen werden. Zudem werden die Meiler nicht von unabhängigen Experten überprüft, sondern von der Atomindustrie selbst.

Tatsache ist nicht nur, dass eine Mehrheit der EU-Staaten in der Vergangenheit auf Atomkraft gesetzt hat. Manche Länder sind sogar hochgradig abhängig vom Atomstrom. Sie tun alles, um eine Verbindlichkeit in Richtung Ausstieg zu verhindern. Mit dem in Atomfragen geltenden Grundsatz „Sicherheit zuerst“ hat das alles nichts mehr zu tun.

Jetzt kommt es darauf an, was in Deutschland passiert, ob etwa auch die Bundesregierung einbricht. Es rächt sich aber bitterlich, dass sie über Jahrzehnte den Atomausstieg blockiert und auch heute noch kein Konzept für einen Umbau vorgelegt hat, der diesen Namen tatsächlich verdient.

Atomkraft Schluss: Anti-Atom-Proteste am 28. Mai in mehr als 20 Städten

Die NaturFreunde Deutschlands rufen zusammen mit vielen Partnern der Anti-Atom-Bewegung für den 28. Mai zur breiten Teilnahme an den Anti-Atom-Protesten in bundesweit mehr als 20 Städten auf. Denn die Bundesregierung will im Juni beschließen, welche Konsequenzen sie aus dem japanischen GAU zieht – offiziell auch auf Basis eines Sicherheitschecks der deutschen AKW.

Doch tatsächlich wird der öffentliche Druck bestimmen, ob jetzt endlich Schluss mit der gesamten Atomindustrie ist. Die NaturFreunde Deutschlands werden mit Zigtausenden Menschen ein kraftvolles Signal an die Regierung senden. Nach Fukushima gibt es nur noch eine Richtung und die heißt: Atomkraft Schluss – sofort und endgültig! Die Zukunft gehört den erneuerbaren Energien, der Energieeffizienz und dem Energiesparen.

Mehr Informationen zu den Atomkraft-Schluss-Demos: www.kurzlink.de/atomkraft-schluss



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NaturFreunde: Ostermärsche: Warum wir gegen die Atomkraft demonstrieren

Ostermärsche: Warum wir gegen die Atomkraft demonstrieren
Forderung nach nuklearer Abrüstung gilt für die militärische und die zivile Nutzung

Berlin, 22. April 2011 – 25 Jahre nach dem GAU von Tschernobyl wird der Ostermontag zum bundesweiten Tschernobyl-Aktionstag. „Die Nutzung der Kernkraft begann in unserem Land. Und wir werden alles tun, dass sie schnell wieder enden wird – in unserem Land und mit dem erfolgreichen Beispiel dann auch überall. Denn wir haben eine besondere Verantwortung für den Ausstieg aus dieser lebensfeindlichen Energie, und das nicht erst nach Hiroshima und Nagasaki, nach Harrisburg, Tschernobyl und Fukushima“, erklärt der Bundesvorsitzende der NaturFreunde Deutschlands Michael Müller den besonderen Charakter der diesjährigen Ostermärsche. Am 25. April 2011 werden an vielen Standorten von Atomkraftwerken und Atommüll-Zwischenlagern Kundgebungen und Demonstrationen gegen die Atomkraft organisiert.

Alle Aktionen des Tschernobyl-Aktionstages: www.tschernobyl25.de


Historische und aktuelle Anti-Atom-Fotos der NaturFreunde Deutschlands:

www.kurzlink.de/NFD-1959-Atomtod

www.kurzlink.de/NFD-1982-Frieden

www.kurzlink.de/NFD-2011-Abschalten

Die Atomkraft, „die schwarze Wolke“, wie der Lyriker Erich Fried sie nannte (siehe unten), ist ein Meister des Todes aus Deutschland. So charakterisierte Paul Celan unser Land wegen des Holocaust. Die erste Kernspaltung gelang nach Vorarbeit von Lisa Meitner im Dezember 1938 Otto Hahn und Fritz Strassmann im Berliner Kaiser-Wilhelm-Institut für Chemie. Sie leitete eine ganz neue Dimension von Gewalt ein, den atomaren Holocaust. Nicht nur Hiroshima und Nagasaki, auch Tschernobyl und jetzt Fukushima wurden zu Orten großer politischer und moralischer Katastrophen.


Wir haben eine besondere Geschichte und eine besondere Verantwortung

Die NaturFreunde, die zu den Hauptorganisatoren der Anti-Atom-Demonstrationen der letzten Monate gehören, beteiligen sich seit vielen Jahren auch an den Ostermärschen und werben so für Frieden und nukleare Abrüstung. Seit den 70er und 80er Jahren ist in Deutschland der Widerstand gegen Aufrüstung und Atomenergie eng miteinander verzahnt. Das ist eine Erklärung dafür, warum sich in unserem Land, das in der zweigeteilten Welt von der Atombombe besonders bedroht war, so viele Menschen für Abrüsten und Abschalten einsetzen. Wir haben eine besondere Geschichte und eine besondere Verantwortung, wie Erich Fried sie beschrieb: „Die Wolke darf gar nicht erst steigen. Und steigt sie, so hat auch dein Schweigen ihr Gewalt verliehen.“

Eine fatale Mischung aus menschlicher Dummheit und technischem Größenwahn

Die Geschichte der Atomkraft ist eine fatale Mischung aus menschlicher Dummheit und technischem Größenwahn, aus militärischer Macht und wirtschaftlichen Interessen. Zusammen mit dem ungarischen Wissenschaftler Léo Szilárd warnte Albert Einstein bereits im August 1939 in einem Brief an US-Präsident Franklin D. Roosevelt vor einer „Bombe neuer Zerstörungskraft“. Nach Hitlers Überfall auf Polen begann dann ein Wettlauf der Besessenen. Bei den einen, um den Krieg zu gewinnen, bei den anderen, um ihn zu beenden.

Auch um von der furchtbaren Zerstörungskraft der Atombombe abzulenken, kündigte US-Präsident Dwight D. Eisenhower am 8. Dezember 1953 vor den UN das Programm „Atoms for Peace“ an: „Amerika will Vereinbarungen, keine Kriege zwischen den Nationen, […] um den Weg zu finden, mit dem der wundersame Erfindungsreichtum der Menschen nicht dem Tod gewidmet, sondern dem Leben geweiht wird.“ Tatsächlich steckt in einem Hühnerei Uran 235 so viel Energie wie in 65 Tanklastern Öl oder fast 100 Güterwaggons mit je 30 Tonnen Steinkohle.


Deutschland muss die Atomkraftwerke abschalten

Bei diesen Visionen wurden aber die Gefahren verdrängt. Obwohl der Entsorgungsnachweis für Atommüll eine zentrale Grundlage für die Genehmigung von Atomkraftwerken ist, wurde er seit mehr als 50 Jahren nirgendwo erbracht. Und der Größte Anzunehmende Unfall (GAU), die Kernschmelze, die als „hypothetisches Restrisiko“ abgetan wurde, ist innerhalb nur eines Vierteljahrhunderts zweimal eingetreten. Ob Atome für den Krieg oder Atome für den Frieden: An ihrem lebensfeindlichen Charakter ändert sich nichts.

Jetzt tragen wir die Auseinandersetzung um die Abschaltung der Atomkraftwerke an die AKW-Standorte und fordern neben der atomaren Abrüstung auch die Stilllegung aller Atomanlagen – und zwar sofort. Das ist keine utopische Forderung, sondere eine der politischen Vernunft: Die alternativen Erzeugungskapazitäten sind da. Und die Umsetzung der Forderung ist möglich, wenn wir Ausstieg und Umbau miteinander verbinden und nicht länger darauf setzen, die AKW-Laufzeiten zu verlängern.

Deutschland muss seiner Verantwortung endlich nachkommen und die Atomkraftwerke abschalten.


DIE (SCHWARZE) WOLKE (von Erich Fried)

Eine Wolke zieht über die Zukunft
Eine Wolke so schwarz wie die Nacht
Und wer hat die Wolke geschaffen
Und wer hat sie hergebracht?

Und sagen sie dort „Sozialismus“
Und hier „unsre freie Welt“
Die Wolke hört nicht und fragt nicht
Auf wen ihr Regen fällt

Und willst du noch leben bleiben
Und hast du noch Kinder zuhaus
Dann musst du die Wolke vertreiben
Sonst ists mit dem Leben aus

Die Wolke darf gar nicht erst steigen
Die Wolke darf gar nicht erst ziehen
Und steigt sie, so hat auch dein Schweigen
Ihr Gewalt verliehen

Geht hin wo sie Wolken brauen
Geht hin aber bald muss es sein
Geht hin alle Männer und Frauen
Und wascht euren Himmel rein


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NaturFreunde Stuttgart: Nein zu Stuttgart 21 – Bau- und Vergabestopp muss durchgesetzt werden

Pressemitteilung:

Die Bezirkskonferenz der Stuttgarter Naturfreunde, die am 26. März 2011 im Naturfreunde Stadtheim Fuchsrain im Stuttgarter Osten stattfand, bekräftigte ihre Forderung von 1997, den Stuttgarter Kopfbahnhof zu erhalten und fordert insbesondere die SPD auf, sich für einen unverzüglichen Bau- und Vergabestop
einzusetzen.

Die Stuttgarter Naturfreunde unterstützen ferner das Bürgerbegehren, mit der Forderung die Energie- und Wasserversorgung wieder im kommunale Verantwortung zurückzuführen, setzen sich aktiv für eine Wende in der Energiepolitik ein und einen Wechsel zu atomstromfreien Anbietern. Seit längerem kooperieren die Naturfreunde in Württemberg mit den Elektrizitätswerken Schönau (EWS) in Schwarzwald.

Neu in den Bezirksvortstand gewählt wurde Judith Vowinkel, Mitglied der SPD-Fraktion im Stuttgarter Gemeinderat.

Die Bezirkskonferenz vetritt ca. 1900 Stuttgarter Naturfreunde/innen-, die in 18 Ortsgruppen organisiert sind. Zum Bezirksverband gehören ferner die Naturfreunde-Skischule, die Naturfreunde Radgruppe, sieben
Naturfreundehäuser in Degerloch/Rosshau, am Killesberg/Steinbergle, am Büsnauer Rain/Vaihingen, im Fuchsrain/Buchwald, in Aidlingen, auf der Schwäbischen Alb/Römerstein und im Krummbachtal/Gerlingen.


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Erneuerbar statt atomar – NaturFreunde begrüßen Regierungswechsel in Baden-Württemberg

Berlin, 27. März 2011

Pressemitteilung von Hans-Gerd Marian, Bundesgeschäftsführer der NaturFreunde Deutschlands:

Erneuerbar statt atomar – NaturFreunde begrüßen Regierungswechsel in Baden-Württemberg

Angesichts des bevorstehenden Regierungswechsels in Baden-Württemberg fordern die NaturFreunde den radikalen Umbau von EnBW

Erneuerbar statt atomar. Das wird jetzt erstmals möglich als neue Konzernpolitik eines Atomkonzerns in Deutschland. Ausgerechnet eine der letzten Amtshandlungen des heute gescheiterten baden-württembergischen Ministerpräsidenten Mappus ermöglicht durch den Einstieg bei EnBW eine rasche Energiewende in Baden-Württemberg. Durch den so gestiegenen Einfluss einer neuen Landesregierung wird es möglich, den Atomkonzern EnBW umzubauen, Serviceleistungen für Energieeinsparung anzubieten, die Energieeffizienz zu steigern und endlich auch in Baden-Württemberg die erneuerbaren Energien auszubauen.

„Energieeinsparung und Erneuerbare müssen zum Markenzeichen einer neuen baden-württembergischen Regierungskoalition werden“, forderte Michael Müller, Bundesvorsitzender der NaturFreunde Deutschlands in Berlin. Dort hatten die NaturFreunde Deutschlands gestern mit 120.000 Menschen die größte Anti-Atom-Demonstration der deutschen Geschichte angemeldet und erstmals in einem Bündnis mit den Gewerkschaften durchgeführt. Mit Kundgebungen auch in Köln, München und Hamburg hatte das Anti-Atom-Bündnis mit bundesweit 250.000 Demonstranten für eine Energiewende geworben.

Die NaturFreunde führen seit Wochen über die Internetseite www.ade-enbw.de eine Kampagne, die auf den Umbau des Energieversorgers mit dem höchsten Atomstromanteil gerichtet ist.


Zur Kampagne der NaturFreunde: www.ade-enbw.de

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NaturFreunde fordern einen europäischen Volksentscheid für den Atomausstieg und ein Energiekonzept auf Basis der erneuerbaren Energien

NaturFreunde fordern einen europäischen Volksentscheid für den Atomausstieg und ein Energiekonzept auf Basis der erneuerbaren Energien

18.3.2011 | Resolution des 28. ordentlichen Bundeskongresses der NaturFreunde Deutschlands vom 18.-20. März in Hannover – einstimmig beschlossen

Fukushima ist nicht überall, aber schon morgen kann es überall zu einem GAU kommen. Der 11. März 2011 hat erneut gezeigt, dass die Nutzung der Nukleartechnologie ein Krieg gegen die Zukunft ist. Die Tragödie in Japan zeigt, dass selbst Hochtechnologieländer die Hochrisikotechnologie Atomkraft nicht beherrschen.

Wer nicht für ein schnellstmögliches Ende der Atomkraft plädiert, hat nicht verstanden, dass diese Technologie aufgrund ihres Schadensumfangs unverantwortbar ist. Sie setzt das Leben von Millionen Menschen aufs Spiel, macht die Bewohnbarkeit ganzer Landstriche für Jahrhunderte unmöglich und schädigte die natürlichen Lebensgrundlagen über Jahrtausende.

Es reicht nicht, in Deutschland ein paar Schrottreaktoren für drei Monate vom Netz zu nehmen. ABSCHALTEN ist das Gebot der Stunde. Die acht unsichersten AKWs sofort und dann alle zwei Monate einen Atommeiler.

Alle Argumente, die von den Lobbyisten für die Atomenergie vorgebracht werden, sind falsch:
> Unser Land kann schon heute auf Atomkraft verzichten, wenn wir die Möglichkeiten von Einsparen und Energieeffizienz nutzen. Allein der Ausbau der Kraft-Wärme-Kopplung kann CO2 drastisch reduzieren. Kohlekraftwerke müssen nicht länger laufen als geplant.

> Bis zum Jahr 2050 ist eine CO2-freie Versorgung mit Strom und Wärme möglich. Das hat zuletzt der Sachverständigenrat für Umweltfragen nachgewiesen.

> Die Atomkraft ist kein Beitrag zum Klimaschutz. Sie erschwert sogar den Umstieg, denn sie rechnet sich nur bei einer hohen Stromnachfrage und blockiert Innovationen.

> Die Atomenergie ist nur „billiger“ als erneuerbare Energien, weil sie massiv subventioniert wurde, notwendige Nachrüstungen in die Sicherheit unterbleiben und die Folgekosten nicht eingerechnet wurden.

> Die Atomkraftwerke sind auch deshalb unwirtschaftlich, weil sie nicht reguliert werden können. Sie stehen deshalb in einem prinzipiellen Widerspruch zu einer flexiblen und dezentralen Energieversorgung der Zukunft.

„Deutschland hat die sichersten Atomkraftwerke der Welt“ behauptet die Bundeskanzlerin noch immer im Bundestag. Woher weiß sie das? Von ihren Freunden bei E.ON, RWE, EnBW oder Vattenfall? Hat ihr das Stefan Mappus geflüstert, der sich bei EnBW zugleich als Atomkonzernchef versucht und die Atomaufsicht über das eigene Unternehmen wahrnimmt?

Hat nicht auch der japanische Premier noch bis letzte Woche behauptet, Japan betreibe die sichersten Atomkraftwerke der Welt? Tatsächlich gibt es nicht nur in der Rhetorik bemerkenswerte Parallelen zwischen deutschen und japanischen Atomkraftwerken. Wir müssen diesen Wahnsinn generell beenden. Dafür treten die NaturFreunde als eine internationalistische Organisation ein.

In Frankreich steht das AKW Fessenheim in einem Erdbebengebiet, Siemens bemüht sich um einen Auftrag der Türkei, in dortigen Erdbebengebieten neue Atomkraftwerke zu errichten. In Bulgarien steht das AKW Belene in einer seismisch aktiven Region. Atomunfälle sind von Tricastin über Krümmel bis Sellafield auch in Europa die Regel, wenn auch bisher nicht mit einer Kernschmelze. Wollen wir tatsächlich warten, bis es zu einer solchen Katastrophe kommt? Lernen wir immer erst, wenn es zu spät ist?

Doch nicht nur bei Unfällen, auch im Regelbetrieb sind deutsche Atommeiler eine Gefahr für die Menschen: Verschiedene Studien, selbst Studien im Auftrag der Bundesregierung belegen, dass Männer, Frauen und Kinder in der Nähe von AKWs überdurchschnittlich häufig an Krebs erkranken und auch sterben. Verantwortlich Handeln heißt: Abschalten!

Europa hat sich im EURATOM-Vertrag der Regierungen zur Förderung der Atomkraft verpflichtet. Die Bürgerinnen und Bürger sind nicht gefragt worden. Das wollen wir ändern.

Die NaturFreunde fordern statt des EURATOM-Vertrages ein europäisches Konzept zur Förderung von Energieeffizienz und erneuerbaren Energien und zum Ausstieg aus der Atomtechnologie. Dazu wäre eine europäische Volksinitiative ein erster Schritt. Denn es ist klar, dass wir es mit knallharten Profitinteressen im Machtkartell der Atomkonzerne zu tun haben. Dagegen setzen wir eine starke Bewegung.

Kein Regierungsbesuch im Ausland findet statt, ohne dass Merkel oder Sarkozy nicht auch die Atomlobbyisten mit im Flugzeug hätten. In Deutschlands Atomaufsicht wurde der Bock zum Gärtner gemacht. Gerald Hennenhöfer, der für die Atomkonzerne über den schrittweisen Atomausstieg mit der Regierung Schröder verhandelt hat, ist heute der höchste Beamte für Reaktorsicherheit bei Bundesminister Röttgen.

Will Siemens Atomtechnologie nach Brasilien liefern, dann verschafft dem deutschen Konzern die schwarz-gelbe Bundesregierung prompt eine Exportbürgschaft. Die Durchsetzung der Politik mit Atomlobbyisten muss ein Ende haben. Die NaturFreunde fordern ein Exportverbot für Atomtechnologie und eine Ächtung der Atomtechnologie in der deutschen Verfassung nach dem Vorbild Österreichs.

Der Exportweltmeister Deutschland macht auch beim Strom seinem Ruf alle Ehre: Allein in 2010 wurden so viel Strom exportiert, wie die acht ältesten Atomkraftwerke produzieren. Sogar Regierungsstudien belegen, dass bei einem mindestens gleichbleibenden Ausbau der erneuerbaren Energien, einer steigenden Energieeffizienz sowie intelligentem Energiesparen bis spätestens 2015 Atomkraft in Deutschland verzichtbar ist.

Angela Merkels Moratorium ist mehr der baden-württembergischen Landtagswahl gewidmet denn einer Umkehr in der Atompolitik. Der demokratische Druck auf die Regierung muss verstärkt werden.

Deshalb rufen die NaturFreunde zusammen mit vielen Bündnispartnern zu Massenkundgebungen unter dem Motto ABSCHALTEN am 26.03.2011 in Berlin, Hamburg, Köln, München und weiteren Städten auf. Der Respekt vor den Opfern in Japan verlangt jetzt von uns, keine Ruhe mehr zu geben.

Japan ist das einzige Land, das sowohl von der militärischen wie der zivilen Gewalt der Atomkraft getroffen wurde. Der Bundeskongress der NaturFreunde in Hannover verneigt sich vor den Opfern der Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki und der Atomkatastrophen in Fukushima und Tschernobyl.

Wir danken Herrn Prof. em. Dr. Hideto Sotobayashi, der als 16-jähriger Schüler in Hiroshima den Atombombenabwurf erlebte, für seine Bereitschaft, zu unserem Kongress zu sprechen.


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NaturFreunde erwarten größte Anti-Atom-Demonstration in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschlands

NaturFreunde erwarten größte Anti-Atom-Demonstration in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschlands

Berlin, 25. März 2011 – Mit den vier Großkundgebungen am morgigen Samstag in Berlin, Hamburg, Köln und München, die ein sofortiges Abschalten aller AKWS fordern, erwarten die NaturFreunde Deutschlands die größte Anti-Atom-Demonstration in der Geschichte der Bundesrepublik. Für Berlin kündigten mittlerweile auch Touristen aus dem Ausland ihre Teilnahme an der von den NaturFreunden angemeldeten Großkundgebung an.

Hans-Gerd Marian, Bundesgeschäftsführer der NaturFreunde, sieht den nächsten notwendigen Schritt der Anti-Atom-Bewegung in der Begründung einer europäischen Volksinitiative, die in einem europäischen Volksentscheid gegen die Atomkraft münden könnte. Er begrüßte zudem den Vorschlag der österreichischen Regierung zu einem Aktionsplan für den Atomausstieg der EU.

Dass selbst der österreichische Bundeskanzler Faymann nun von den „Lügen der Atomlobby“ spreche, zeige, dass auch bei Regierungschefs Lernfähigkeit bestehe. Es gebe in Europa nicht nur die Brüderles und die Merkels.

www.anti-atom-demo.de

http://www.kurzlink.de/Anti-Atom-Demo-Maerz

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Pressevorgespräch zur Anti-Atom-Demonstrationen am 26. März in Berlin

Gemeinsame Einladung von NFD und BUND für TV, Presse, Radio und andere Medien in Berlin


„Abschalten statt Aussitzen, Frau Merkel!“

Pressevorgespräch zur Anti-Atom-Demonstrationen am 26. März in Berlin (auch Hamburg, Köln und München)

Sehr geehrte Damen und Herren,

unter dem Motto „Abschalten statt Aussitzen, Frau Merkel! Alle Atomkraftwerke sofort stilllegen“, werden am kommenden Samstag, dem 26. März, in vier deutschen Städten Großdemonstrationen stattfinden. Die Demonstranten werden ein deutliches Zeichen gegen die Atomkraft setzen und entschlossen und fantasievoll den sofortigen Atomausstieg in Deutschland fordern.

Für Ihre Berichterstattung über das Großereignis in Berlin laden wir zu Sie zu einem Pressevorgespräch ein:

Wann: Donnerstag, den 24.3.2011 um 11:00 Uhr

Wo: DNR, Marienstr. 19, 10117 Berlin-Mitte, Klingel 101, 1. Etage, Besprechungsraum

Über den letzten Stand informiert werden Sie von

· Uwe Hiksch
Anmelder der Anti-Atom-Demonstration in Berlin und Mitglied des Bundesvorstands der NaturFreunde Deutschlands

· Thorben Becker
Atomexperte des Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland (BUND)

Einige wichtige Informationen finden Sie hier schon vorab:

Ab 11:00 Uhr versammeln sich am Potsdamer Platz die Teilnehmer. Erwartet werden mehrere Zehntausend Menschen.

Um 12:00 Uhr startet der Demonstrationszug zur Straße des 17. Juni,

wo um 14:00 Uhr eine Kundgebung vorgesehen ist mit den Hauptrednern:

· Hubert Weiger, Vorsitzender des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND)

· Michael Sommer, DGB-Bundesvorsitzender

· Michael Müller, Vorsitzender der NaturFreunde Deutschlands

· Luise Neumann-Cosel, Sprecherin der Anti-Atom-Initiative X-tausendmal quer

Um 14:15 Uhr wird mit einer Schweigeminute den Menschen in Japan gedacht.

Zum Abschluss spielen „Wir sind Helden“, die „Kleingeldprinzessin“, „Mono & Nikitaman“.

Zur Berichterstattung laden wir Sie herzlich ein.

Weitere Informationen über die Großdemonstrationen unter:

www.anti-atom-demo.de

Pressekontakte:

> Uwe Hiksch, NaturFreunde Deutschlands (NFD), Bundesvorstandsmitglied und Anmelder der Demonstration in Berlin; Tel.: (0176) 62 01 59 02

> Thorben Becker, Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland (BUND), Atomexperte; Tel.: (0173) 607 16 03
> Almut Gaude, BUND, Pressereferentin; Tel. (030) 27 58 64 64, Mobil: (0163) 607 90 90
> Samuel Lehmberg, NFD, Kommunikationsreferent; Tel. (030) 29 77 32 65, Mobil: (0177) 602 79 81

Die NaturFreunde Deutschlands: traditionell gegen die Atomkraft

Die NaturFreunde Deutschlands – Verband für Umweltschutz, sanften Tourismus, Sport und Kultur e.V. kämpfen seit Jahrzehnten gegen die Nutzung der Atomenergie. Ein erster Beschluss gegen die Nutzung der Atomtechnologie wurde bereits im Jahr 1968 gefasst und ging zurück auf den Physiker, Politiker und „Vater der Anti-Atomenergie-Bewegung“ Dr. Karl Bechert. Aktuelle Anti-Atom-Kampagnen der NaturFreunde sind „Mal richtig abschalten!“ und „Ade EnBW!“

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Anti-Atom-Großdemonstrationen am 26. März in vier Städten

Anti-Atom-Großdemonstrationen am 26. März in vier Städten
„Fukushima mahnt: Alle Atomkraftwerke abschalten!“

Berlin, 22. März 2011 – Gemeinsame Pressemitteilung von AG Schacht Konrad, Attac Deutschland, .ausgestrahlt – Gemeinsam gegen Atomenergie, Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland (BUND), Campact, contrAtom, NaturFreunde Deutschlands, Netzwerk Friedenskooperative und Robin Wood:

Seit der Atomkatastrophe in Japan nimmt der Protest gegen den Weiterbetrieb der Atomanlagen in Deutschland täglich zu. Mahnwachen der Anti-Atom-Bewegung fanden am Montag an über 700 Orten statt. Sehr viele Menschen gehen jetzt auf die Straße und demonstrierten für den Atomausstieg. Sie glauben weder den Beschwichtigungsversuchen der Regierung noch deren hilflosen Erklärungen von einer „neuen Lage“. Das breite Anti-Atom-Bündnis erklärt: „Die Gefahren der Atomkraft sind seit langem bekannt. Wir brauchen jetzt kein Moratorium, was wir brauchen ist das endgültige Abschalten aller Atomkraftwerke.“

Für den 26. März rufen deshalb Anti-Atom-Initiativen, Umweltverbände, globalisierungskritische und friedenspolitische Organisationen bundesweit zu vier zentralen Großdemontrationen auf. Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren. In Berlin, Hamburg, Köln und München werden zeitgleich Kundgebungen unter dem Motto „Fukushima mahnt: Alle Atomkraftwerke abschalten!“ stattfinden. Viele gesellschaftliche Gruppen unterstützen, mobilisieren und werden teilnehmen: Gewerkschaften, Bürgerinitiativen, Kirchen, Vertreterinnen und Vertreter der Kommunen und politischen Parteien. Und aus der ganzen Bundesrepublik planen jetzt Zigtausende am 26.3 in diese vier Städte zu kommen.

Zahlreiche Künstlerinnen und Künstler haben spontan zugesagt, bei den Kundgebungen aufzutreten. Unter anderem sind dabei: in Hamburg die Musikband „Die Sterne“ und das Kabarettistenduo „Alma Hoppe“. In München tritt der Kabarettist Urban Priol und die Band „The Notwist“ auf. Für Köln haben die Musiker von „Klee“, Wolf Maahn, Klaus der Geiger samt Orchester sowie der Kabarettist Wilfried Schmickler zugesagt. Und in Berlin sind „Mono und Nikitaman“, die Liedermacherin „Dota, die Kleingeldprinzessin“ sowie die Berliner Band „Wir sind Helden“ dabei.

Das Anti-Atom-Bündnis ruft die Bevölkerung bundesweit auf, am 26.3. nach Berlin, Hamburg, Köln und München zu fahren: „Gemeinsam sagen wir mit diesen zentralen Demonstrationen laut und eindeutig: Wir fordern das Abschalten aller Atomkraftwerke jetzt!“

Nähere Informationen zur den vier Großdemonstrationen: www.anti-atom-demo.de


Rückfragen bitte an:

> Uwe Hiksch, Bundesvorstand NaturFreunde Deutschlands: Tel.: (0176) 62 01 59 02
> Jochen Stay, Sprecher von .ausgestrahlt: Tel.: (0170) 935 87 59
> Eberhard Heise, Attac-Koordinierungskreis: Tel.: (0175) 6 7 8 4 55
> Thorben Becker, BUND-Atomexperte, Tel.: (0173) 607 16 03
> Christoph Bautz, Campact-Geschäftsführer, Tel.: (0163) 595 75 93


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NaturFreunde fordern naturverträgliche Waldpolitik

NaturFreunde fordern naturverträgliche Waldpolitik
Wälder sind keine Kulisse für wirtschaftliche Interessen weniger Industriezweige

Berlin, 21. März 2011 – Anlässlich des heutigen Internationalen Tag des Waldes erklärt Mira Beinert, Bundesfachgruppenleiterin für Natur- und Umweltschutz der NaturFreunde Deutschlands:

Aufgrund einer verfehlten Waldpolitik steht der Wald in Deutschland heute am Rande seiner Belastbarkeit. Das deutsche Waldkulturerbe wird tagtäglich energie- und klimapolitischen Notwendigkeiten geopfert.

Der Wald in Deutschland leidet an einer übersteigerten Holznachfrage als Energie- und Rohstofflieferant, einer erhöhte Anfälligkeit durch den Klimawandel, saurem Luftschadstoffeintrag und einem wachsenden Druck durch Nutzungsänderungen für Infrastrukturmaßnahmen und Landwirtschaft.

Obwohl in der Summe die Waldfläche in Deutschland in den vergangenen Jahren zugenommen hat und ein Drittel der deutschen Landesfläche bewaldet ist, nehmen Qualität und Gesundheitszustand der Wälder in Deutschland seit Jahrzehnten ab. Intakte, alte Wälder sind in Deutschland die Ausnahme, forstwirtschaftlich durchgeplante Waldparzellen die Regel. Neuaufforstungen mit schnell wachsenden Hölzern verdrängen langfristig gewachsene Wälder. Gleichzeitig ist weniger als ein Prozent der bundesdeutschen Waldfläche Wildnisfläche, wo der Wald nicht genutzt und sich selbst überlassen wird.

Im Internationalen Jahr der Wälder 2011 sind die Wälder Deutschlands durch Rohstoffknappheit und Energiehunger extrem stark unter Druck gesetzt. Deutschland ist neben den USA Weltmeister im Verbrauch von Holz- und Papierprodukten. Experten rechnen mit einer Holzversorgungslücke bis zum Jahr 2020 von rund 30 Millionen Kubikmetern allein für Deutschland.

Der Wald in Deutschland kann seine vielfältigen Funktionen auch in Zukunft nur erfüllen, wenn auf der gesamten deutschen Waldfläche eine nachhaltige Waldbewirtschaftung oberste Priorität hat. Die von Bundeslandwirtschaftsministerium geplante Waldstrategie 2020 ist ein Irrtum auf dem Weg zu einer zukunftsgerechten, nachhaltigen Waldpolitik. Eine Waldstrategie, die den deutschen Wald als Rohstofflager degradiert, schützt nicht das deutsche Waldkulturerbe sondern plündert die Wälder in Deutschland für kurzfristige Interessen.

Die NaturFreunde Deutschlands fordern die Bundesregierung daher auf, sich an die Selbstverpflichtungen aus der nationalen Biodiversitätsstrategie zu halten und die geplante Waldstrategie 2020 dahingehend zu überarbeiten.

In Deutschland müssen Wälder mit natürlicher Waldentwicklung von heute weniger als ein Prozent auf fünf Prozent der deutschen Waldfläche erweitert werden. Standortheimische Arten sollten Vorrang vor schnell wachsenden Baumarten wie Roteiche oder Douglasie haben. Zum großflächigen Erhalt der Buchenwälder in Deutschland sollten neue Schutzgebiete wie etwa der Nationalpark Steigerwald ausgewiesen werden.

Die NaturFreunde Deutschlands fordern die Bundesregierung auf, sich ihrer Verantwortung für die Wälder in Deutschland zu stellen und konsequent eine nachhaltige Waldpolitik zu betreiben. Die Wälder müssen auch in Zukunft für alle Menschen ein faszinierender Naturraum bleiben und nicht als Kulisse für die Wirtschaftsinteressen einiger weniger Industriezweige dienen.


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NaturFreunde: Die Dreistigkeit der Atomhardliner

Die Dreistigkeit der Atomhardliner
NaturFreunde Deutschlands rufen zu Anti-Atom-Protesten am 26. März auf

Berlin, 21. März 2011 – Die Aussagen des Vorsitzenden der CDU/CSU-Bundestagsfraktion Volker Kauder im heutigen ZDF-Morgenmagazin kritisiert Michael Müller, Bundesvorsitzender der NaturFreunde Deutschlands und ehemaliger Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesumweltministerium: „Atomhardliner Kauder verbiegt die Wahrheit. Denn ohne Schwarz-Gelb wären in der letzten Legislaturperiode vier AKWs und in dieser drei weitere vom Netz gegangen – und nicht nur das AKW Neckarwestheim, wie die Atomlobbyisten jetzt immer wieder behaupten!“

Wer erinnert sich nicht? Noch vor weniger Tagen gab sich der Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion Volker Kauder als Atomhardliner. Bei einem Gespräch mit den Umweltverbänden ließ er Kritiker erst gar nicht zu Wort kommen. „Darüber ist mit mir nicht zu sprechen“, so Kauder.

Aus Angst vor der Landtagswahl in Baden-Württemberg behauptete Herr Kauder nun im ZDF-Morgenmagazin das genaue Gegenteil. Kauder, dem die Verlängerung der AKW-Laufzeiten gar nicht lang genug sein konnte, will nichts mehr von seinen Aussagen wissen.

Einfach das Gegenteil behaupten und die Atomkritiker auch noch angreifen, das ist seine Methode. So wie bei Bundeskanzlerin Angela Merkel. Sie sind die wahren Panikmacher in unserem Land.

Panikmacher reden an der Wahrheit vorbei

Und sie reden an der Wahrheit vorbei. Ihre These ist: Würde der alte Rechtszustand noch bestehen, wäre jetzt nur das AKW Neckarwestheim abgeschaltet worden. Tatsächlich wären ohne Schwarz-Gelb aber in der letzten Legislaturperiode vier AKWs und jetzt drei weitere vom Netz gegangen. Doch die Atomkonzerne EnBW, E.ON, RWE und Vattenfall tricksten. In der Hoffnung auf neue politische Mehrheiten und die Zusagen von Union und FDP wurden die AKWs heruntergefahren oder zeitweilig still gelegt, um über den Wahltermin zu kommen. Dass Herr Kauder sich nun hinstellt und die Initiatoren des Ausstiegs kritisiert, verbiegt die Wahrheit.

Wenn sich die Haltung der Union zur Atomenergie tatsächlich geändert hätte, dann müsste sie zuerst auf mehr Ehrlichkeit in der Atomfrage setzen. Doch nichts davon bei Herrn Kauder und Frau Merkel. Kein Wunder, dass die Bürgerinnen und Bürger das Vertrauen in die Glaubwürdigkeit der Politik verlieren.

Fukushima mahnt: Anti-Atom-Proteste am 26. März

Die NaturFreunde Deutschlands rufen zusammen mit vielen Partnern der Anti-Atom-Bewegung für den 26. März zu Massenkundgebungen in Berlin, Köln, Hamburg und München auf und haben dafür die Demonstration in Berlin angemeldet. Der Respekt vor den Opfern in Japan verlangt jetzt von uns allen, keine Ruhe mehr zu geben, bis das letzte Atomkraftwerk abgeschaltet ist.

Mehr Informationen zu den Massenprotesten: www.kurzlink.de/Anti-Atom-Demo-Maerz

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Fukushima mahnt: Alle AKW abschalten! Jetzt!


Fukushima mahnt: Alle AKW abschalten! Jetzt!
26.3.2011 | Großdemonstrationen in Berlin, Hamburg, Köln und München

Die NaturFreunde Deutschlands rufen zusammen mit vielen Partnern der Anti-Atom-Bewegung für den 26. März zu Massenkundgebungen in Berlin, Köln, Hamburg und München auf und haben dafür die Demonstration in Berlin angemeldet. Der Respekt vor den Opfern in Japan verlangt jetzt von uns allen, keine Ruhe mehr zu geben, bis das letzte Atomkraftwerk abgeschaltet ist. Informieren Sie Ihre Familie, Ihre Freunde und Ihre Bekannten – und demonstrieren Sie mit für eine Zukunft ohne die menschenverachtende Atomkraft!

Die Ereignisse in Japan machen uns betroffen und fassungslos, das Leid der Menschen ist schrecklich. Die Reaktorkatastrophe in Fukushima hat wieder einmal auf erschütternde Weise deutlich gemacht: Es gibt keinen Schutz vor dem nuklearen Restrisiko – die Natur hält sich nicht an Berechnungen. Technik oder Menschen können auch in hochentwickelten Ländern versagen.

Unter dem Eindruck der Reaktorkatastrophe von Fukushima sagen wir deutlich: Wir können uns das Risiko einer nuklearen Katastrophe nicht länger leisten!

Vor wenigen Monaten hat die Bundesregierung eine Laufzeitverlängerung aller AKW beschlossen. Nun rudert sie ein Stückchen zurück: Der Betrieb der sieben ältesten deutschen Atomkraftwerke soll für drei Monate ausgesetzt werden. Doch das reicht nicht. Alle AKW müssen sofort stillgelegt werden – und zwar endgültig!

Die NaturFreunde fordern: Weg mit der Risikotechnologie Atomkraft – hin zu erneuerbaren Energien, Energie sparen und Energieeffizienz!

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NaturFreunde fordern einen europäischen Volksentscheid für den Atomausstieg

NaturFreunde fordern einen europäischen Volksentscheid für den Atomausstieg und ein nachhaltiges europäisches Energiekonzept

28. NaturFreunde-Bundeskongress in Hannover ruft auf zur Teilnahme an den Massenprotesten gegen die Atomkraft am 26. März in Berlin, Hamburg, Köln und München

Hannover, 18. März 2011 – Der heute begonnene 28. Bundeskongress der NaturFreunde Deutschlands in Hannover hat in einer Resolution einen europäischen Volksentscheid für den Atomausstieg und ein Energiekonzept auf Basis der erneuerbaren Energien gefordert. Auch fordern die NaturFreunde ein Exportverbot für Atomtechnologie und eine Ächtung der Atomtechnologie in der deutschen Verfassung nach dem Vorbild Österreichs. Zudem rufen die NaturFreunde zur Teilnahme an den Anti-Atom-Kundgebungen am 26. März auf und haben die Großdemonstration in Berlin angemeldet. Am Samstag werden unter anderem der SPD-Bundesvorsitzende Sigmar Gabriel und der Hiroshima-Überlebende Hideto Sotobayashi zu den Delegierten sprechen.

Vollständige Resolution der NaturFreunde Deutschlands: www.bundeskongress.naturfreunde.de

„Der Respekt vor den Opfern in Japan verlange jetzt von uns, keine Ruhe mehr zu geben“, erklärte der Bundesvorsitzende der NaturFreunde Deutschlands Michael Müller. Bundeskanzlerin Angela Merkels Moratorium sei mehr der baden-württembergischen Landtagswahl gewidmet denn einer echten Umkehr in der Atompolitik. Der demokratische Druck auf die Regierung müsse unbedingt weiter verstärkt werden.

Dass ein besseres Leben ohne Atomkraft möglich ist, wird Michael Müller heute in seinem Referat ab 14:30 Uhr darlegen. Er stellt die Frage nach Wachstum oder Nachhaltigkeit. Das ist auch das Leitthema des 28. NaturFreunde-Bundeskongresses, der ganz im Zeichen der Reaktorkatastrophe im japanischen Fukushima steht und noch bis zum 20. März andauert.

Die NaturFreunde Deutschlands rufen zusammen mit vielen Partnern der Anti-Atom-Bewegung für den 26. März zu Massenkundgebungen in Berlin, Köln, Hamburg und München auf und haben die Demonstration in Berlin angemeldet. Fukushima mahne eindringlich: Alle AKW abschalten! Jetzt! Denn Fukushima sei zwar nicht überall, doch schon morgen könne überall ein GAU sein. Der 11. März habe erneut gezeigt, dass die Nutzung der Atomkraft ein Krieg gegen die Zukunft sei.

Beginn der Großdemonstration in Berlin um 12:00 Uhr am Potsdamer Platz: www.abschalten.naturfreunde.de

Zu den rund 200 Delegierten und ihren Gästen aus Politik und Gesellschaft sprechen dann am Samstag unter anderem der SPD-Bundesvorsitzende Sigmar Gabriel (11.30 Uhr) und der Hiroshima-Überlebende und emeritierter Professor für physikalische Chemie Hideto Sotobayashi (14:00 Uhr)

Seit 1895: die NaturFreunde (www.naturfreunde.de)
Die NaturFreunde Deutschlands sind ein Verband für nachhaltige Entwicklung. Der Verband befasst sich mit sozial-, wirtschafts- und kulturpolitischen sowie naturschutz- und umweltpolitischen Fragen und nimmt zu ihnen öffentlich Stellung. Die NaturFreunde sind den Idealen des demokratischen Sozialismus verpflichtet.

Allein in Deutschland engagieren sich rund 75.000 Mitglieder in mehr als 650 Ortsgruppen für Klima- und Umweltschutz, Freizeit und Naherholung, Natursport, Kultur- und Heimatkunde, Projekte und Politik.

Die NaturFreunde tragen dazu bei, dass sich die Menschen ihrer Einbindung in die soziale und natürliche Umwelt bewusst werden und erkennen, dass sie nur dadurch in sozialer Gerechtigkeit und in Frieden leben und sich entwickeln können. Schon seit mehr als 60 Jahren lehnen die NaturFreunde die Nutzung der Atomkraft kategorisch ab.


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NaturFreunde: Erster Kongress eines Umweltverbandes nach japanischem GAU

Erster Kongress eines Umweltverbandes nach japanischem GAU

28. Bundeskongress der NaturFreunde Deutschlands mit Gastredner Sigmar Gabriel

Berlin/Hannover, 16. März 2011 – Es ist ein trauriger Zufall, dass der 28. Bundeskongress der NaturFreunde Deutschlands die erste große Mitgliederversammlung eines Umweltverbandes nach der Reaktorkatastrophe in Fukushima darstellt. Das höchste Gremium der NaturFreunde Deutschlands wird sich auch mit der sich immer weiter zuspitzende Katastrophe im japanischen Atomkraftwerk und besonders dem Leid der Menschen vor Ort beschäftigen. Der 28. Bundeskongress des Verbandes für Umweltschutz, sanften Tourismus, Sport und Kultur tagt vom 18.– 20. März 2011 im Wienecke XI. Hotel Hannover. Unter anderem wird der SPD-Parteivorsitzende Sigmar Gabriel als Gastredner erwartet.

Aktuelle Informationen zum Bundeskongress der NaturFreunde Deutschlands: www.bundekongress.naturfreunde.de

„Der japanische GAU zeigt uns allen: Das Undenkbare kann immer wieder geschehen, selbst in einem hoch technisierten Land wie Japan. Die Atomtechnologie ist einfach nicht zu verantworten“, so der Bundesvorsitzende der NaturFreunde Deutschlands Michael Müller. „Diese Erkenntnis ist nicht neu, aber sie hat sich noch nie so dramatisch gestellt wie heute.“

„Wir wollen, dass alle Reaktoren in Deutschland abgeschaltet werden und wir fordern die Bundesregierung auf, den EURATOM-Vertrag zu kündigen. Wir werden keine Ruhe mehr geben, bis wir unsere Ziele erreicht haben“, erklärte Hans-Gerd Marian, Bundesgeschäftsführer der NaturFreunde Deutschlands. „Natürlich werden wir auch unseren Bundeskongress nutzen, um den Druck auf die Förderer der Atompolitik weiter zu erhöhen.“

Die NaturFreunde Deutschlands sind die Organisation, die am längsten gegen die Nutzung der Atomtechnologie Stellung bezogen hat. Ein erster Beschluss wurde bereits im Jahr 1968 gefasst und ging zurück auf den Physiker, Politiker und „Vater der Anti-Atomenergie-Bewegung“ Dr. Karl Bechert. Die traditionell ablehnende Position der NaturFreunde zur Atomenergie bekräftigt nun auch ein weiterer Antrag, der sich nicht nur auf die Forderung nach der Abschaltung der Atomkraftwerke beschränkt, sondern besonders die Bevölkerung dazu aufruft, den eigenen Strom nicht mehr von einem der vier großen Atom-Konzerne zu beziehen, sondern ganz auf erneuerbare Energien zu setzen. Schließlich steige das Atomunfallrisiko kontinuierlich, der Atommüll strahle unbegrenzt, die Atomkraft schütze das Klima nicht, es gebe keine Stromlücke und der Strom werde durch Atomkraft auch nicht günstiger, heißt es im entsprechenden Antrag.

„Die japanische Katastrophe ist schrecklich. Sie zeigt den Menschen aber auch, wohin es führt, wenn sich alles nur noch um das Goldene Kalb ‚Wachstum’ dreht“, mahnte Michael Müller. „Es ist eben kein Fortschritt, wenn zwar der Strom billig ist, aber dafür Menschenleben gefährdet und ganze Landstriche auf Generationen hinaus unbewohnbar werden.“

Über das Kongressthema „Wachstum oder Nachhaltigkeit – ein besseres Leben ist möglich!“ werden die rund 120 Delegierten und weitere Gäste unter anderem mit dem SPD-Vorsitzenden Sigmar Gabriel diskutieren. Über die Herausforderungen des Wachstums wird dann der Politologe Prof. Dr. Elmar Altvater referieren, während etwa Wolfgang Ehmke von der Bürgerinitiative Lüchow-Dannenberg auch über die Herausforderung eines Atommüllendlagers vor der eigenen Haustür berichten wird.

Zudem werden sich Manfred Pils, Präsident der NaturFreunde Internationale, Wilhelm Schmidt, Vorsitzender des Präsidiums des AWO-Bundesverbandes, Hans-Heinrich Sander, Minister für Umwelt und Klimaschutz in Niedersachsen, Hartmut Tölle, DGB-Vorsitzender in Niedersachsen und Stephan Weil, Oberbürgermeister der Stadt Hannover, an die Delegierten wenden.


Die Anträge des 28. Bundeskongresses beschäftigen sich mit den Themenbereichen „Finanz, Wirtschafts- und Sozialpolitik“, „Nachhaltigkeit, Energie und Klimawandel“, „Friedenspolitik“, „Naturschutz, Umwelt und Sanfter Tourismus“, „Anträge zur Organisation“ sowie „Landwirtschaft und Gentechnik“. Der Bundeskongress der NaturFreunde Deutschlands findet alle drei Jahre an wechselnden Orten statt.

Bundespressekonferenz | aktueller Hinweis:

Wegen der aktuellen Atomdebatte hat die Bundespressekonferenz für den morgigen Donnerstag, 10:00 Uhr, die Vorsitzenden der NaturFreunde Deutschlands (NFD) Michael Müller, des Bundes für Natur- und Umweltschutz Deutschland (BUND) Hubert Weiger und des Deutschen Naturschutzrings (DNR) Hubert Weinzierl in die Bundespressekonferenz eingeladen.

Seit 1895: die NaturFreunde (www.naturfreunde.de)

Die NaturFreunde Deutschlands sind ein Verband für nachhaltige Entwicklung. Der Verband befasst sich mit sozial-, wirtschafts- und kulturpolitischen sowie naturschutz- und umweltpolitischen Fragen und nimmt zu ihnen öffentlich Stellung. Die NaturFreunde sind den Idealen des demokratischen Sozialismus verpflichtet.

Allein in Deutschland engagieren sich rund 75.000 Mitglieder in mehr als 650 Ortsgruppen für Klima- und Umweltschutz, Freizeit und Naherholung, Natursport, Kultur- und Heimatkunde, Projekte und Politik.

Die NaturFreunde tragen dazu bei, dass sich die Menschen ihrer Einbindung in die soziale und natürliche Umwelt bewusst werden und erkennen, dass sie nur dadurch in sozialer Gerechtigkeit und in Frieden leben und sich entwickeln können.


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Naturfreunde Internationale: Naturfreunde fordern raschen Ausstieg aus der Atomenergie

Presseaussendung | Naturfreunde Internationale

Naturfreunde fordern raschen Ausstieg aus der Atomenergie

Wien, 14. März 2011

Die Naturfreunde Internationale (NFI) fordert einen raschen weltweiten Ausstieg aus der Atomenergie und ruft die Europäische Union dazu auf, die EURATOM-Gemeinschaft sofort aufzulösen und in eine Agentur für Nachhaltige Energiegewinnung und Energieeffizienz umzugestalten. Der offenkundige GAU in den japanischen Reaktoren Fukushima zeigt, dass die Atomenergie nicht beherrschbar ist. Es ist unverantwortlich, weitere Atommeiler zu bauen oder veraltete Anlagen in Betrieb zu halten und damit Millionen von Menschenleben zu gefährden.

Zahlreiche Naturfreunde Landesverbände engagieren sich in diesen Tagen aktiv und international für den Ausstieg aus der Atomenergie: die NaturFreunde Deutschlands (www.naturfreunde.de) setzen sich energisch gegen die Laufzeitverlängerung der deutschen Kernkraftwerke ein und riefen gestern Abend zu einer Mahnwache vor dem deutschen Bundeskanzleramt in Berlin – mit rund 2.500 TeilnehmerInnen – auf. Die Naturfreunde Österreich (www.naturfreunde.at) unterstützten tatkräftig das österreichische Volksbegehren zum Ausstieg aus dem EURATOM-Vertrag.

Die NFI, der internationale Dachverband der Naturfreunde mit mehr als 500.000 Mitgliedern weltweit, fordert eine verantwortliche Energiepolitik und daher den sofortigen Ausstieg aus der Atomenergie, da ihre Risiken nicht genügend abgeschätzt und nicht beherrscht werden können. Der GAU in Japan ist ein deutlicher Beleg dafür.

Rund 250 Kilometer nordöstlich der japanischen Hauptstadt Tokio ist es im Atomkraftwerk Fukushima offenkundig zu einem verheerenden Unfall gekommen. Bei mehreren Reaktoren wird eine Kernschmelze angenommen, weil die Kühlung der Reaktoren wegen der Zerstörungen nach dem starken Erdbeben und dem darauf folgenden Tsunami nicht mehr bewerkstelligt werden konnte. Bei Stromausfall ist die Notkühlung selbst auf Strom angewiesen – dieser Umstand wird vor allem dann zum Verhängnis, wenn mehrere Kraftwerke und Reaktoren gleichzeitig von Problemen betroffen sind. In den letzten Jahren kam es auch in europäischen Kernkraftwerken immer wieder zu Beinahe-Unfällen, weil die Notstromaggregate nicht funktionierten oder nicht leistungsfähig genug waren.

Mit Sicherheit können die tektonischen Schwächezonen Japans nicht mit jenen in Mitteleuropa verglichen werden. Allerdings gibt es auch in Europa – wie etwa in der Türkei – Regionen, wo derzeit intensiv am Bau von Kernkraftwerken geplant wird. Ein Unfall im Großraum Istanbul wäre durchaus vergleichbar mit der Gefährdung von Tokio so wie momentan zu befürchten ist.

Die Naturfreunde möchten keine Katastrophenpolitik betreiben. Die aktuellen Ereignisse in Japan rufen allerdings das potentielle Ausmaß dieser Katastrophe auf Mensch und Natur ins Bewusstsein und zeigen dass Atomenergie nie vollständig beherrschbar ist und die Auswirkungen irreversibel sind.

Die NFI ist der internationale Dachverband der Naturfreundebewegung mit mehr als 50 Mitglieds- und Partnerorganisationen. Als Mitglied der Green 10 zählt sie mit 500.000 Mitgliedern zu den größten NGOs weltweit.


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NaturFreunde: Herr Röttgen, entschuldigen Sie sich!

Herr Röttgen, entschuldigen Sie sich!

Berlin, 15. März 2011 – Die Aussagen von Bundesumweltminister Norbert Röttgen in den gestrigen ARD-Tagesthemen kritisiert der Bundesvorsitzende der NaturFreunde Deutschlands Michael Müller:

Gestern Abend hat sich Herr Röttgen in den Tagesthemen ein dreistes Stück geleistet: Erst wollte er die Atomenergie aus „der Kampfzone“ herausbringen. Nur, wer hat sie denn mit der Verlängerung der Laufzeiten überhaupt da rein gebracht, nachdem das Thema durch den Ausstiegsbeschluss befriedet war? Und dann sagte der Bundesumweltminister einen ungeheuerlichen Satz: Er habe „aus den Gesichtern (der Kritiker) die parteitaktische Freude an diesem Ereignis“ erkannt.

Pfui, Herr Röttgen, damit haben Sie eine Grenze überschritten, das ist üble Brunnenvergiftung. Der langjährige Hardliner der Atomenergie macht seine Haltung zu einer moralischen Frage, während die, die seit Jahren für einen Ausstieg eintreten, die Atomfrage angeblich für den Wahlkampf instrumentalisieren. Bundesumweltminister Norbert Röttgen verdreht die Wahrheit, denn es waren CDU und CSU, die bisher jede kritische Position gegen die Atomkraft als verantwortungslos abgetan hatten.

Und nun? Eine 180-Grad-Wende von Frau Merkel und Herrn Röttgen, begründet mit einer angeblich „historischen Zäsur“ durch die Kernschmelzen in Fukushima. Herr Röttgen behauptet, jetzt seien es „Laufzeiten mit Restrisiko“. Es sei das eingetreten, was bisher ausgeschlossen war. Tatsächlich ist schrecklicherweise genau das eingetreten, wovor die Umwelt- und Naturschutzbewegung immer gewarnt hat – Herr Röttgen aber nie.

Zudem will sich der Bundesumweltminister jetzt auch noch als Brückenbauer der Solarenergie hinstellen. Doch wer hat denn in der Vergangenheit gegen das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) gestimmt und zuletzt die Solarförderung gekürzt? Das war Herr Röttgen. Unter Rot-Grün, in deren Zeit das EEG-Gesetz entstanden ist, glänzten CDU und CSU im Bundestag immer nur durch Widerstand und Ablehnung.

Mit seinem Interview in den Tagesthemen hat der Bundesumweltminister allem die Krone aufgesetzt und die Grenze der Fairness überschritten. Herr Röttgen, entschuldigen Sie sich!

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NaturFreunde Deutschlands fordern sofortigen Ausstieg aus der Atomkraft

Heute, 17:00 Uhr, Mahnwache gegen Atom-Ignoranz und -Verantwortungslosigkeit vor dem Kanzleramt
NaturFreunde Deutschlands fordern sofortigen Ausstieg aus der Atomkraft

Berlin, 14. März 2011 – Anlässlich der nuklearen Katastrophe in Japan haben die NaturFreunde Deutschlands für heute bundesweit zu Mahnwachen ab 18:00 Uhr aufgerufen. Bereits um 17:00 Uhr beginnt eine Demonstration vor dem Bundeskanzleramt in Berlin, die auch von den NaturFreunden angemeldet wurde. Wie der Bundesgeschäftsführer der NaturFreunde Hans-Gerd Marian mitteilte, werden zu der Mahnwache u.a. auch die Parteivorsitzenden der Grünen und der SPD Claudia Roth und Sigmar Gabriel sowie der regierende Bürgermeister von Berlin Klaus Wowereit erwartet.

Die NaturFreunde Deutschlands gehören zu den wichtigsten Organisatoren, die in der letzten Zeit die großen Anti-Atom-Demonstrationen angemeldet und durchgeführt haben. Die NaturFreunde haben eine rund 40-jährige Tradition im Kampf gegen die Atomkraft.

Angesichts der nuklearen Katastrophe in Japan und des gleichzeitigen Beharrens der Bundeskanzlerin und ihres so genannten „Umweltministers“ auf der Atomkraft als „Brückentechnologie“ haben die NaturFreunde für heute bundesweit zu Mahnwachen aufgerufen.

Für Berlin meldeten sie eine Demonstration vor dem Kanzleramt um 17:00 Uhr an. Wie der Bundesgeschäftsführer der NaturFreunde Hans-Gerd Marian mitteilte, werden zu der Mahnwache u.a. auch die Parteivorsitzenden der Grünen und der SPD Claudia Roth und Sigmar Gabriel sowie der regierende Bürgermeister von Berlin Klaus Wowereit erwartet.

In Japan ist der größte nicht angenommene Unfall (GAU) passiert. Das Lügengebäude von der sicheren Atomkraft ist nun endgültig wie ein Kartenhaus zusammengebrochen.

Die NaturFreunde fordern einen sofortigen Ausstieg Deutschlands aus der Atomenergie und eine Kündigung des EURATOM-Vertrages. Michael Müller, Bundesvorsitzender der NaturFreunde und ehemaliger Staatssekretär im Bundesumweltministerium, forderte die Kanzlerin auf, ihren Amtseid ernst zu nehmen und die sieben unsichersten Atommeiler wie Biblis, Brunsbüttel, Krümmel, Isar I, Neckarwestheim und Unterweser in einem ersten Schritt sofort stillzulegen. Das ganze Kapitel Atomkraft muss in Deutschland so schnell als möglich beendet werden.

Deutschland muss VOR einem GAU, also vor einer atomaren Katastrophe, aussteigen. Jeder vernünftige Mensch könne bei einer ernsthaften Risikoabwägung nur zum Schluss gelangen, umzukehren und das Abschalten der Atommeiler einzuleiten, so Müller: „Die Stunde der Trickser und Täuscher im Dienste der Profitinteressen der Energieversorger ist vorbei!“

Müller forderte die Bürger auf, den Stromanbieter weg von den vier großen Atombetreibern E.ON, EnBW, RWE und Vattenfall zu wechseln und bei den anstehenden Landtagsentscheidungen eindeutig die Parteien zu stärken, die für einen Atomausstieg stehen.

Genauer Ablauf der Mahnwache um 17:00 Uhr vor dem Kanzleramt: www.naturfreunde.de

Alle Mahnwachen ab 18:00 Uhr: www.ausgestrahlt.de/mitmachen/fukushima.html

Rückfragen bitte an

NaturFreunde Deutschlands

Verband für Umweltschutz, sanften Tourismus, Sport und Kultur

Michael Müller

(0172) 246 21 25

mueller@naturfreunde.de

www.presse.naturfreunde.de


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NaturFreunde Deutschlands rufen für Montag zu bundesweiten Mahnwachen auf

Atomtechnologie und Natur sind nicht beherrschbar
NaturFreunde Deutschlands rufen für Montag zu bundesweiten Mahnwachen auf

Berlin, 12. März 2011 – „Der offenkundige GAU im japanischen Reaktor Fukushima 1 zeigt: Das Undenkbare kann immer wieder geschehen, die Atomtechnologie ist nicht zu verantworten“, erklärt Michael Müller, Bundesvorsitzender der NaturFreunde Deutschlands und ehemaliger Aufsichtsratsvorsitzender der Gesellschaft für Anlagen- und Reaktorsicherheit (GRS) sowie ehemaliger Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesumweltministerium. Müller fordert die Bundesregierung auf, jetzt endlich die notwendigen Schlussfolgerungen zu ziehen: „Ihre Liebdienerei mit der Atomwirtschaft ist verantwortungslos. Der GAU in Japan ist auch eine Mahnung an uns: Die Atomtechnologie und die Natur sind nicht beherrschbar!“

Rund 250 Kilometer nordöstlich der japanischen Hauptstadt Tokio ist es im Atomkraftwerk Fukushima 1 offenkundig zum größten (nicht) angenommenen Unfall (GAU) gekommen. Japanische Reaktoren galten bisher als sehr erdbebensicher, sie sollten diese bis zu einer Stärke von 8,25 auf der Richterskala aushalten können.

Was nun passiert, macht aber deutlich, dass es kein AKW weltweit gibt, das gegen Erdbeben der Stärke 8,9 gesichert ist. Da helfen auch die automatischen Schnellabschaltungen nichts. Und wenn das Notsystem nur noch über Batterien betrieben werden kann, beginnt ein Wettlauf mit der Zeit. Dieser Wettlauf wurde offenkundig verloren.

Die NaturFreunde Deutschlands sind die Organisation, die am längsten gegen die Nutzung der Atomtechnologie Stellung bezogen hat. Ein erster Beschluss wurde bereits im Jahr 1968 gefasst und ging zurück auf den Physiker, Politiker und „Vater der Anti-Atomenergie-Bewegung“ Dr. Karl Bechert. Auch der Bundesvorsitzende der NaturFreunde Deutschlands Michael Müller hat zusammen mit dem heutigen Vorsitzender des Umweltausschusses des Europäischen Parlamentes Jo Leinen schon in den 70er Jahren eine Vielzahl von Anti-Atom-Aktionen organisiert.

Es ist sicher nicht im Interesse der NaturFreunde, Katastrophenpolitik zu betrieben. Sicher ist auch, dass die tektonischen Verhältnisse Japans nicht mit denen in Mitteleuropa vergleichbar sind. Aber warum haben AKW-Betreiber Interesse am Bau von Meilern in der Türkei, wo die tektonischen Verhältnisse ähnlich wie in Japan sind, besonders im Großraum Istanbul.

Die NaturFreunde Deutschlands fordern die Bundesregierung auf, jetzt endlich die notwendigen Schlussfolgerungen zu ziehen. Ihre Liebdienerei mit der Atomwirtschaft ist verantwortungslos. Der GAU in Japan ist auch eine Mahnung an uns: Die Atomtechnologie und die Natur sind nicht beherrschbar!

Heute protestieren Zehntausende Menschen mit einer Menschenkette zwischen Stuttgart und dem AKW Neckarwestheim gegen die Atompolitik der Bundesregierung. Die NaturFreunde Deutschlands sind Mitglied des Trägerkreises und rufen auch für Montag zu bundesweiten Mahnwachen auf.

Mehr Informationen zur Menschenkette: www.anti-atom-kette.de

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NaturFreunde: Japan mahnt vor Sorglosigkeit vor den Gefahren der Atomenergie

Japan mahnt vor Sorglosigkeit vor den Gefahren der Atomenergie

NaturFreunde hoffen, dass es keinen Atom-Gau gibt

Berlin, 11. März 2011 – Es ist nicht die Absicht der NaturFreunde, reale Katastrophen zur Begründung von Gefahren heranzuziehen. Der Brand in dem japanischen Atomkraftwerk in Onagawa ist ein fürchterliches Ereignis und wir hoffen, dass es nicht zu einem großflächigen Austritt von Radioaktivität kommt. Dennoch müssen wir darauf hinweisen, dass nach dem Erdbeben in Japan wieder etwas passiert, was möglich ist, aber von den Befürwortern der nuklearen Stromerzeugung ignoriert und verdrängt wird. Wir hoffen, dass es keinen Atom-Gau gibt, aber er ist leider sehr viel näher gerückt.

Die Befürworter der Atomenergie unterschlagen die Sicherheitsdimensionen. Es geht nicht nur um die Eintrittswahrscheinlichkeit, die bei Atomkraftwerken zugegebenermaßen sehr gering ist. Es geht, zumal in dicht bevölkerten Regionen, auch um den Schadensumfang. Diese zweite Dimension ist bei der Atomkraft so gewaltig, dass ihre Nutzung unverantwortlich ist.

Die tragischen Ereignisse in Japan fordern auch in Deutschland Konsequenzen. Es muss Schluss sein mit der Relativierung der Gefahren. Atomkraftwerke gehören abgeschaltet.

Am Samstag, den 12.03. werden sich die NaturFreunde Deutschlands mit ihren Mitgliedern an einer Menschenkette zwischen dem Atomraftwerk Neckarwestheim und Stuttgart beteiligen. Sie starten zugleich eine Stromwechselkampagne unter dem Motto www.ade-enbw.de.


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NaturFreunde fordern zum Wechseln auf

NaturFreunde fordern zum Wechseln auf

Berlin/Stuttgart, 11. März 2011 – „Ade EnBW“ – unter diesem Motto haben die NaturFreunde Deutschlands seit kurzem eine Stromwechselkampagne gestartet und fordern in einem Appell die baden-württembergische Regierung auf, ihre derzeitige Energiepolitik aufzugeben und EnBW konsequent auf die erneuerbaren Energien auszurichten.

Zahlreiche Unterstützerinnen und Unterstützer haben den Appell der NaturFreunde Deutschlands auf der Kampagnenseite www.ade-enbw.de unterschrieben. Dazu gehört der Vorsitzende der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD), Sigmar Gabriel. Desweiteren unterstützen mehrere Abgeordnete der SPD, der Grünen und der Partei „Die Linke“ des Deutschen Bundestages und des baden-württembergischen Landtags den Appell.

Die NaturFreunde fordern die Regierung Mappus auf, nicht weiter auf die Atomenergie zu setzen, sondern die Beteiligung an EnBW konsequent dafür zu nutzen, den Stromkonzern auf regenerative Energien auszurichten.

„Das dies im Moment nicht der Fall ist, kann man daran sehen, dass EnBW trotz der erwarteten Mehreinnahmen durch Laufzeitverlängerung seine Investitionen in die erneuerbaren Energien zurückfährt“ so Michael Müller, Bundesvorsitzender der NaturFreunde Deutschlands. „Deshalb müssen wir Druck seitens der Zivilgesellschaft aufbauen, damit die Landesregierung begreift, dass die Zukunft nicht der Atomkraft, sondern den erneubaren Energien gehört“, so Müller weiter.

Um ihre Position zu unterstreichen, haben die NaturFreunde Deutschlands eine Stromwechselkampagne gestartet. Mit dieser Kampagne wollen Sie vor allem die Bürgerinnen und Bürger in Baden-Württemberg von einem Wechsel zu einem der bundesweit tätigen vier ökologischen Stromanbieter überzeugen. Diese sind die EWS Schönau, Greenpeace Energy, Lichtblick und Naturstrom.

Die Stromwechselkampagne unterstreicht das Engagement der NaturFreunde in der Anti-AKW-Bewegung und bezüglich des Klimawandels. Als Verband sind sie am 12. März 2011 mit weiteren Umweltorganisationen und Initiativen Anmelder für die Menschenkette zwischen dem AKW Neckarwestheim und Stuttgart.

Die NaturFreunde Deutschland wollen die Stromwechselkampagne bis zum Abschalten des letzten Atommeilers fortführen. Solange dies nicht geschehen ist, werden sie für den Wechsel zu einem der vier ökologischen Stromanbieter werben.

„Im Moment kommt es nicht nur darauf an, sich an den verschiedenen Aktionen der Anti-AKW-Bewegung zu beteiligen. Als NaturFreunde haben wir die Pflicht, den Menschen zu sagen, dass Sie auch im Privaten aktiv werden und gegen die Atompolitik der Regierung demonstrieren können – indem sie einfach ihren Stromanbieter wechseln“, so Michael Müller.

Deswegen werden die NaturFreunde die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Menschenkette an ihren Ständen auf dem Stuttgarter Schlossplatz, am Bahnhof Feuerbach, dem Pragsattel in Stuttgart, am Bahnhof Ludwigsburg und in der Nähe des Naturfreundehauses „Hirschberg“ in Bietigheim-Bissingen über die Möglichkeit zum Stromwechsel informieren, getreu dem Motto der Kette, „den Atomausstieg selbst in die Hand nehmen!“


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NaturFreunde: Tourismus und Menschenrechte müssen enger verzahnt werden

Tourismus und Menschenrechte müssen enger verzahnt werden

Berlin, 9. März 2011 – Anlässlich der Eröffnung der Internationale Tourismus-Börse (ITB) erklärt Uwe Hiksch, Mitglied im Bundesvorstand der NaturFreunde Deutschlands: „Die NaturFreunde Deutschlands unterstützen die Forderungen von ‚Tourism Watch‘ und ‚Evangelischem Entwicklungsdienst‘ für eine menschenrechtlich orientierte Tourismusentwicklung. Tatsächlich wird die Zukunft des Tourismus davon abhängen, inwiefern er zum Vorteil der Menschen und in Einklang mit Natur und Umwelt gestaltet wird.“

Urlaub und Tourismus sind für viele Menschen die Gelegenheit, sich vom alltäglichen Stress des Lebens zu erholen. Deshalb sind Tourismus und Touristikunternehmen in der alltäglichen Diskussion überwiegend positiv besetzt. Für viele gilt die Fremdenverkehrs- und Tourismusbranche vor allem auch als wichtiger wirtschaftlicher Beitrag zur Schaffung von Arbeitsplätzen. In den Selbstdarstellungen versuchen die großen Touristikunternehmen darüber hinaus, den Tourismus auch als Beitrag zur Minderung der Armut in den Zielländern und als Beitrag zum Frieden zwischen den Menschen darzustellen.


Tourismusboom mit Schattenseiten

Die Realität sieht jedoch häufig anders aus: Menschenrechtsverletzungen, Umweltzerstörung, Vertreibung und Zerstörung von indigenen Lebensformen, Prostitution und Zwangsarbeit sind die Schattenseiten des ungebremsten Tourismusbooms. Hier müssen konkrete Mechanismen entwickelt werden, um die Benachteiligung von Lebensverhältnissen in den touristischen Zielländern einzuschränken und die Wertschöpfung aus dem Tourismusgeschäft mehr als bisher der einheimischen Bevölkerung zugutekommen zu lassen.

Touristische Erschließungen finden häufig gegen die Interessen der dort lebenden Menschen statt. Zwangsenteignungen, Vertreibungen, Zerstörung von natürlichen Lebensgrundlagen sind hier häufiger anzutreffen. Gerade auch die Fußball-WM in Südafrika hat gezeigt, dass zur Durchsetzung der Interessen der WM-Veranstalter viele Häuser abgerissen und Menschen vertrieben wurden.

Mit ihrer Studie „Alles was Recht ist – Menschenrechte und Tourismus“ haben „Tourism Watch“ und der Evangelische Entwicklungsdienst wichtige Forderungen an staatliche Institutionen, Reiseveranstalter und die Reisenden aufgezeigt.

Studie als PDF: www.kurzlink.de/Alles-was-Recht-ist

Die NaturFreunde Deutschlands engagieren sich seit vielen Jahren für einen nachhaltigen Tourismus, in dem Menschenrechte geachtet und die Umwelt geschützt werden. Ausdrücklich unterstützen die NaturFreunde den Ansatz des Evangelischen Entwicklungsdienstes, dass die Zukunft des Tourismus davon abhängen wird, „inwiefern er zum Vorteil der Menschen und in Einklang mit Natur und Umwelt gestaltet wird.“ Hierfür bieten die konkreten Forderungen an die verschiedenen gesellschaftlichen Akteure gute Grundlagen für die Weiterentwicklung des heutigen Massentourismus.

Die NaturFreunde Deutschlands treten dafür ein, dass

· Unternehmen, die in ihrer Unternehmensstrategie gegen menschenrechtliche Standards verstoßen, dafür zur Rechenschaft gezogen werden müssen,

· innerhalb der Staaten der Europäischen Union die Haftungsverpflichtungen so weiterentwickelt werden, dass Unternehmen für Menschenrechtsverletzungen auch ihrer Tochterfirmen oder Vertragspartner haften,

· Betroffene direkt in den Staaten der Europäischen Union einen ungehinderten Zugang zu den Gerichten bekommen, um ihre Rechte und Ansprüche gegenüber Firmen, die ihren Sitz in den Staaten der EU haben, durchzusetzen,

· im Menschenrechtsbericht der Bundesregierung der Bereich Tourismus intensiver als bisher berücksichtigt wird und alle Politikressorts dazu aufgefordert werden, Auswirkungen des Tourismus auf Menschenrechte und Umwelt stärker zu berücksichtigen,

· Förderungen aus den Bundes- und Landeshaushalten für Investitionen im Bereich der touristischen Infrastruktur daraufhin überprüft werden, ob sie keine Menschenrechte verletzen oder natürliche Ressourcen gefährden.


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NaturFreunde: E10: eine Geschichte der Tricks und Täuschungen

E10: eine Geschichte der Tricks und Täuschungen
Die CO2-Reduktion des Autoverkehrs muss auch ohne Beimischung erreicht werden

Berlin, 7. März 2011 – Anlässlich der Diskussion um die Einführung des sogenannten „Biosprits“ E10 weist Michael Müller, Bundesvorsitzender der NaturFreunde Deutschlands und ehemaliger Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesumweltministerium, auf die Entstehungsgeschichte des nun zehnprozentigen Bioethanol-Anteils im Superbenzin hin. „Die erhöhte Beimischung von Bioethanol zielt nicht auf mehr Klimaschutz“, so Müller: „Das ganze E10-Desaster hat viel mit der Weigerung der Automobilindustrie zu tun, sich für einen wirksamen Klimaschutz zu engagieren.“

Die Strategie, den Bioethanol-Anteil des herkömmlichen Superbenzins E5 auf zehn Prozent (E10) zu erhöhen, stammt aus dem Jahr 2005. Die Motivation dafür wurde damals öffentlich nicht groß debattiert und die Einführung als ökologisch sinnvoll dargestellt. Doch tatsächlich diente das neue E10 nur einem Ziel: Der deutschen Automobilindustrie, die einen besonders hohen Anteil an Sprit schluckenden Fahrzeugen baut, sollte geholfen werden, da es ihr nicht gelang, den Kraftstoffverbrauch ihrer Fahrzeugpalette nennenswert zu reduzieren. Denn bisher wurde ein durch effizientere Motoren verringerter Kohlendioxid-Ausstoß in der Regel durch PS-stärkere und schwerere Fahrzeuge wieder kompensiert.

Als erstmals Pläne der EU-Kommission bekannt wurden, den Kohlendioxid-Ausstoß des Autoverkehrs mittels einer Verordnung deutlich zu reduzieren, reagierte die deutsche Automobilindustrie wie üblich ablehnend. Statt der geplanten Verordnung schlug sie eine Selbstverpflichtung vor. Und weil die deutschen Autohersteller auch den europäischen Automobilherstellerverband prägen, wurde daraus eine europäische Strategie. Damit, so glaubten VW, Daimler, BMW & Co, würden zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen: die EU-Pläne gestoppt und die ausländische Konkurrenz in Schach gehalten – die übrigens sehr viel besser da stand, weil sie einen höheren Anteil an Kleinwagen und Dieselfahrzeugen stellt.

Doch die Automobilindustrie ließ ihren Ankündigungen keine Taten folgen. Und spätestens im Jahr 2005 war klar, dass die deutsche Automobilindustrie die selbst versprochene CO2-Reduktion nicht würde einhalten können. Eine erneute EU-Verordnung mit verbindlichen Grenzwerten drohte.

Darauf kam Plan B ins Spiel. Mit Hilfe von Bundeskanzlerin Angela Merkel und dem damaligen Bundeswirtschaftsministers Michael Glos (CSU) wurde die Verordnung abgeschwächt. Zugleich wurde mit einer „ökologischen“ Argumentation („Biokraftstoff“) die Beimischungsstrategie begonnen. Das Umweltministerium wollte zudem mit einer Nachhaltigkeitsverordnung die Angebotsseite ökologisch regeln, der Ansatz blieb aber unzureichend.

Die erhöhte Beimischung von Bioethanol zielte nicht auf mehr Klimaschutz. Denn dann hätte die Strategie einen Weg für die Erhöhung des Anteils von spritarmen und kleineren Motoren benennen müssen. Doch das widerspricht der Philosophie deutscher Autoproduzenten, deren Flagschiffe die großen Spritfresser sind. Die erhöhte Beimischung von Bioethanol kann den CO2-Ausstoß um einige Prozentpunkte senken, wenn das in der EU-Verordnung akzeptiert wird. E10 bringt da mehr als das alte E5. So also entstand eine Strategie, die gerade das vermeidet, was für den Klimaschutz notwendig ist. Alles soll im Grundsatz so bleiben, wie es ist.

Wenn die Automobilindustrie jetzt der Politik die Schuld für die bisher mangelnde Akzeptanz von E10 geben will, dann spielt der Täter Feuerwehr. Tatsächlich erreichen die Benzinmotoren noch immer erst einen Wirkungsgrad, bei dem weniger als 20 Prozent der eingesetzten Energie genutzt werden.

Dass Bundesumweltminister Norbert Röttgen heute das Superbenzin E10 als umweltpolitisch sinnvoll bezeichnet, belegt bestenfalls seine Unkenntnis. Und wahrscheinlich ist es auch kein Zufall, dass nicht er, sondern Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle zu einem „Benzingipfel“ einlädt.

Herr Röttgen sollte jetzt auf Klarheit drängen: Die CO2-Senkung des Autoverkehrs muss auch ohne Beimischung erreicht werden. Schließlich ist Tricksen keine Umweltpolitik.


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NaturFreunde: Der ‚Fall Guttenberg‘ und die Entleerung der Politik

Berlin, 1. März 2011 – „Der ‚Fall Guttenberg‘ reicht viel weiter als das Plagiat“, erklärt der Bundesvorsitzende der NaturFreunde Deutschlands Michael Müller anlässlich des Rücktritts des Verteidigungsministers. Die Affäre mache schlagartig deutlich, wie tief die Politik in den letzten Jahren gesunken sei: „Inhalte zählen kaum noch, im neuen System geht es nur um die Form. Herr Guttenberg ist jetzt das selbst erzeugte Opfer dieser Transformation geworden“, so Michael Müller.

Die Politik hat mittlerweile die ästhetischen Gesetze der Warenwelt übernommen. Weil sie in der Sache nur noch wenig zu bieten hat, geht es vor allem um das Auftreten und die Botschaft. Von daher verwundert es nicht, dass Karl-Theodor zu Guttenberg nicht über eine politische Entscheidung fällt – welche sollte es auch sein? Er fällt über sein eigenes kunstvoll aufgebautes Image, das ein Trugbild war: der neuartige, federnde und elegante Politiker, anders als die anderen, in Wahrheit aber nur kunstvoller.

Dieses Auftreten reduziert die Politik auf das Verkaufen, auf das schillernde Symbol, auf den Anschein und auf die schnelle Botschaft. Guttenberg als Fred Astaire am Times Square, Guttenberg in der Talkshow am Hindukusch, Guttenberg als Showmaster, Guttenberg als Ranger, Guttenberg als Dressman. Und alles in Symbiose mit der BILD-Zeitung, die bis zuletzt für passende Bilder und Kommentare sorgt.

Natürlich kann ein Politiker Fehler machen. Es ist sogar eine Unsitte geworden, dann jedes Mal sofort den Rücktritt zu verlangen. Auch schadet es nicht, wenn ein Politiker vornehm gekleidet ist. Aber gefährlich wird es, wenn aus Politik und Politiker eine einzige Show wird, die den Erfolg nur an der Person misst, nicht aber am Inhalt. Dann verkümmern selbst gravierende Fehler zu taktischen Fragen.

Als Herr zu Guttenberg Wirtschaftsminister wurde, lautete sein erster Kommentar zur Finanzkrise 2008: „Wir erleben keine Krise des Systems, sondern nur eine Krise im System.“ Eine solch falsche Behauptung konnte nur jemand machen, der nicht begriffen hatte oder nicht begreifen wollte, um was es ging. Es ist einfach falsch, nur das Auftreten der Person zu sehen, aber die Inhalte zu übersehen. Dann nämlich wird Politik zur Kunstform.

Dennoch: Guttenberg hat eigentlich nur perfektioniert, was seit einigen Jahren immer mehr zur Politik wurde. Eine Einordnung des Falls Guttenberg muss deshalb die Strukturen und Mechanismen der Entpolitisierung und Entleerung sehen. Das aber ist noch immer eher selten der Fall.

Schwarz-Gelb wollte die Causa Guttenberg ‚durchstehen‘, im politischen Werbegeschäft ist ein Rücktritt eine Niederlage. Diese wollten Merkel, Seehofer und Mappus vor den Landtagswahlen unbedingt verhindern. Doch sie haben sich getäuscht. Dem schnellen Aufstieg folgt ein ebenso schneller Fall. Denn so groß das Kunstwerk Guttenberg war, so anfällig wurde es auch, zumal im Zeitalter von Internet und allseitiger Transparenz. Da half auch die Mär nicht mehr, dass dieser Härtetest Herrn zu Guttenberg erst stärken werde.

Der Schaden ist gewaltig, die Glaubwürdigkeit der Politik ist weiter gesunken. Deshalb geht es auch um weit mehr als nur um Herrn Guttenberg. Es geht um das Funktionieren der Demokratie.


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Naturfreunde Österreich: “Gipfel stürmen” gegen EURATOM

Wien (TP/OTS) – Die Naturfreunde appellieren an alle Österreicherinnen und Österreicher den Ausstieg aus EURATOM aktiv mit ihrer Unterschrift zu unterstützen. Das Volksbegehren liegt von 28.Februar bis 7. März 2011 in allen Gemeindeämtern und Magistraten zum Unterschreiben auf.

Jede Stimme zählt

Das Volksbegehren “Raus aus EURATOM” hat das Ziel, den Ausstieg Österreichs aus der Europäischen Atomgemeinschaft EURATOM zu erreichen. Wie bei der Volksabstimmung über das AKW Zwentendorf sollen die ÖsterreicherInnen ein Votum abgeben können, das für die Politik verbindlich ist. Bei einer Umfrage aus dem Jahr 2008 haben bereits 78% für einen Ausstieg gestimmt und 81% lehnten die Unterstützung der europäischen Atomindustrie mit österreichischen Steuergeldern ab. “Jetzt kommt es darauf an, sich zu diesen
Forderungen zu bekennen und den Ausstieg aus EURATOM aktiv zu unterstützen”, so DI Regina Hrbek, Leiterin der Umweltabteilung der Naturfreunde Österreich.


“Gipfel stürmen” gegen EURATOM

Um auf das Volksbegehren aufmerksam zu machen, wurde die Aktion “100 Berggipfel stürmen und EURATOM-Volksbegehren bewerben” ins Leben gerufen. Die Naturfreunde Vorarlberg hissten das “Raus aus EURATOM”-Transparent nicht nur als erster am höchsten Berg Österreichs, am Großglockner, sondern waren auch beim 100. Gipfelsieg mit dabei. Diesmal ging es auf die westliche Kromerspitze (2865 m) in der Silvretta.


Forderung nach “Euro-Energy”

Die Naturfreunde Österreich fordern den Ausstieg Österreichs aus dem EURATOM-Vertrag und die Gründung einer Gemeinschaft “Euro-Energy”, die europaweit die Weiterentwicklung ökologischer und nachhaltiger Energien vorantreibt und die nationalen Ökoenergieprogramme vernetzt. “Damit könnten die Gelder, die aus
Österreich und anderen Atomenergie-ablehnenden Mitgliedsländer bisher der Atomenergie zugute kamen, für die Forschung und Entwicklung erneuerbarer Energiequellen und Energieeffizienzmaßnahmen verwendet werden”, führt Naturfreunde-Vorsitzender Dr. Karl Frais aus.

Appell der Naturfreunde

Die Naturfreunde rufen jede Österreicherin und jeden Österreicher dazu auf, von seinem/ihrem Recht Gebrauch zu machen und das Volksbegehren zu unterschreiben, um ein verbindliches NEIN zur Atomenergie abzugeben!


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Gemeinsame Pressemitteilung des Demonstrationsbündnisses “Menschenkette am 12. März” vom 23. Februar 2011

„Atomausstieg in die Hand nehmen“. Bundesweite Mobilisierung zur Menschenkette am 12. März zwischen dem AKW Neckarwestheim und Stuttgart. Baden-Württemberg kommt Schlüsselrolle für künftige Energiepolitik zu

Berlin: Am 12. März wollen der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), die Anti-Atom-Organisation „ausgestrahlt“, Campact, Robin Wood und die Naturfreunde Deutschlands mit mehreren zehntausenden Teilnehmern zwischen dem Atomkraftwerk Neckarwestheim und der baden-württembergischen Landeshauptstadt Stuttgart eine Menschenkette gegen die Atomkraft bilden. Wenn zwei Wochen nach dieser Demonstration in Baden-Württemberg gewählt werde, stehe eine neue Landesregierung in Sachen Atompolitik vor einer entscheidenden Herausforderung, so die Verbände. Als oberste Atomaufsichtsbehörde und Miteigentümerin des Betreiberkonzerns EnBW (Energie Baden-Württemberg) entscheide sie über den Weiterbetrieb bzw. die Stilllegung von vier baden-württembergischen Atomkraftwerken.

„Der Beschluss für längere AKW-Laufzeiten wäre ohne den strammen Pro-Atom-Kurs von Baden-Württemberg, Bayern und Hessen nicht zustande gekommen“, sagte der BUND-Vorsitzende Hubert Weiger. „Inzwischen hat der Anti-Atom-Widerstand stark zugenommen. Hunderttausende sind auf die Straße gegangen, weil sie die gefährliche Atompolitik der Bundesregierung und der genannten Länder nicht hinnehmen wollen. Der Protest in Baden-Württemberg am 12. März wird sich bis nach Berlin auswirken und die Energiepolitik der Bundesregierung entscheidend beeinflussen. Ein energiepolitischer Kurswechsel im Südwesten bedeutet das Aus für die Pro-Atom-Allianz.“

„Egal wer nach der Wahl Ende März in Baden-Württemberg miteinander koaliert, die neue Landesregierung muss den Atomausstieg auf die Tagesordnung setzen und die Meiler in Neckarwestheim und Philippsburg stilllegen. Leisten muss das eine konsequente Atomaufsicht, die die Sicherheit der Bevölkerung vor das Profitinteresse der EnBW stellt“, sagte Jochen Stay, Sprecher der Anti-Atom-Organisation „ausgestrahlt“.

Uwe Hiksch vom Vorstand der Naturfreunde Deutschlands rechnet mit mehreren zehntausend Demonstranten aus dem gesamten Bundesgebiet. „Forderung Nummer Eins wird sein, dass die Bundesländer den Ausstieg aus der Atomkraft selbst in die Hand nehmen. Was die Bundesregierung den Bürgern verweigert, muss jetzt über die Länder durchgesetzt werden.“ Hiksch kündigte Busse aus mehr als 70 Städten und drei Sonderzüge aus Hamburg, Bremen und Berlin an, die nach Baden-Württemberg zur Menschenkette fahren würden.

Schon am kommenden Samstag sollen bundesweit in rund 40 Städten Auftakt-Menschenketten stattfinden. Von Niebüll an der Grenze zu Dänemark bis Lindau am Bodensee sollen die Auftakt-Veranstaltungen für die große Menschenkette am 12. März mobilisieren und Zeichen für den Atomausstieg setzen. „Jetzt tragen wir den Protest gegen die Atomkraft zu den Kraftwerken und setzen die Bundesländer unter Druck, Meiler für Meiler vom Netz zu nehmen. Die kommende neue Landesregierung in Baden-Württemberg muss den Anfang machen und die ersten Atomreaktoren abschalten“, sagte Campact-Geschäftsführer Christoph Bautz.

Weitere Informationen: www.anti-atom-kette.de

Pressekontakte: Thorben Becker, BUND-Teamleiter Klimaschutz und Energiepolitik, Tel. 0173-6071603; Jochen Stay, .ausgestrahlt-Sprecher, Tel. 0170-9358759; Christoph Bautz, Campact-Geschäftsführer, Tel. 0163-5957593; Uwe Hiksch, Vorstandsmitglied NaturFreunde Deutschland, Tel. 0176-62015902


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NaturFreunde: Rekordpreise für Nahrungsmittel: Drohen neue Hungerrevolten?

Rekordpreise für Nahrungsmittel: Drohen neue Hungerrevolten?
Auch in vielen schwarzafrikanischen Staaten bauen sich soziale Proteste auf


Berlin, 22. Februar 2011 – „Drohen neue Hungerrevolten“, fragt Michael Müller angesichts neuer Rekordpreise für Nahrungsmittel. Der Bundesvorsitzende der NaturFreunde Deutschlands erklärt: „Das Aufbegehren der Menschen in Nordafrika hat auch eine Ursache in den Rekordpreisen für Nahrungsmittel.“ Die Spekulation auf Nahrungsmittel müsse endlich verboten werden.

In vielen Bevölkerungen arabischer Länder wuchs die explosive Stimmung auch deshalb, weil immer mehr Menschen nicht nur unter Arbeits-, Perspektivlosigkeit und der Willkür ihrer Regenten leiden, sondern auch unter den sehr hohen Preisen für Grundnahrungsmittel. Diese übertreffen mittlerweile sogar die Rekordstände aus dem Jahr 2008, als es zu zahlreichen Hungerrevolten kam, auch bekannt als sogenannte Brotunruhen.

Nach Angaben der Weltbank sind die Lebensmittelpreise allein zwischen Oktober 2010 und Januar 2011 um 15 Prozent gestiegen. Der Nahrungsmittelindex der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) erreichte den höchsten Wert seit seiner Einführung im Jahr 1990. Die Gründe liegen in den steigenden Energiekosten, aber auch in der zunehmenden Spekulation um Nahrungsmittelpreise. Fast 50 Millionen Menschen zusätzlich sind in den letzten sechs Monaten in äußerste Armut gefallen.

Die Welt ist weit weg von den sogenannten Millenniumszielen aus dem Jahr 2000. Diese geben unter anderem vor, dass bis zum Jahr 2015 die Zahl der Hungernden halbiert werden soll. Nur noch eine halbe Milliarde Menschen soll bis dahin mit weniger als einem Dollar am Tag auskommen müssen.

Doch das Gegenteil ist der Fall und erneut drohen Hungerrevolten. Die nackte Verzweiflung der Menschen verbindet sich mit der Wut auf korrupte, autokratische Regime und dem Verlangen nach Demokratie und Freiheit. Nicht nur die Maghreb-Region ist betroffen, auch in vielen schwarzafrikanischen Staaten bauen sich soziale Proteste auf. Die Unruhen werden meist von stark steigenden Preisen für Zucker, Speiseöl, Weizen und anderen Grundnahrungsmitteln ausgelöst. Auch die Vereinten Nationen (UN) weisen schon seit geraumer Zeit auf diese Entwicklung hin.

Die UN gehen davon aus, dass der Trend steigender Preise anhält und sich sogar noch verstärken wird. Dabei ist die Spekulation um Nahrungsmittel, Energie und Mineralien einer der stärksten Preistreiber. Sie nimmt weiter zu und lebt stark von der künstlichen Verknappung statt von einer natürlichen Knappheit. Tatsächlich werden heute Preise gehandelt, die in den letzten drei Jahrzehnten nicht bezahlt wurden. Und wieder einmal trifft es vor allem die Ärmsten der Armen. Sie werden sich wehren, es geht um ihr Überleben.

Die NaturFreunde Deutschlands fordern, dass sich die nationale wie auch die europäische Politik mit dieser Thematik beschäftigt: Die Spekulation auf Nahrungsmittel muss endlich verboten werden und die internationalen Agrar- und Rohstoffmärkte müssen transparent und nachhaltig neu geordnet werden.

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Hier geht es zur aktuellen Kampagne der NaturFreunde “Ade EnBW”


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NaturFreunde: ‚Tödliches Experiment‘ CCS muss ganz gestoppt werden

‚Tödliches Experiment‘ CCS muss ganz gestoppt werden
NaturFreunde Deutschlands warnen vor Verseuchung ganzer Landstriche


Berlin, 18. Februar 2011 – Vor einer Verseuchung ganzer Landstriche durch die unterirdische Verpressung von Kohlendioxid durch die sogenannte CCS-Technologie (CCS: Carbon Dioxide Capture and Storage) warnen die deutschen NaturFreunde. „Bei der praktischen Umsetzung des von der Bundesregierung geplanten CCS-Gesetzes werden große unterirdische Giftmüllkippen entstehen, die sich weder beherrschen noch sanieren lassen“, erklärte der umweltpolitische Sprecher des Verbandes Eckart Kuhlwein. Die Bundesregierung müsse auf dieses ‚tödliche Experiment‘ verzichten.

Kuhlwein zufolge gehe es nicht allein um die Frage, ob und inwieweit die Bundesländer die Einlagerung von Kohlendioxid (CO2) in ihrem Gebiet selbst bestimmen könnten. Es gehe schlichtweg um das Prinzip. Die Bundesregierung mache den Bürgerinnen und Bürgern etwas vor, wenn sie in ihrem Gesetzentwurf behaupte, die „CCS-Technologien könnten zum Erreichen der Klimaschutzziele und zu einer möglichst sicheren, effizienten und umweltverträglichen Energieversorgung und Industrieproduktion beitragen“. Die CO2-Abscheidung und -Lagerung verbrauche gewaltige Mengen an Energie und sei ein ökologischer und ökonomischer Wahnsinn. Das hätten viele wissenschaftliche Institutionen wie etwa der Sachverständigenrat für Umweltfragen oder das Umweltbundesamt bestätigt.

Experten, wie etwa der nordfriesische Ingenieur Manfred Opel, hätten zudem ausgerechnet, dass mit dem flüssigen CO2 auch bis zu sechs Prozent hochgiftige Gase und Dämpfe mit verpresst würden. Zudem ließen sich das CO2 und seine „Begleiter“ nicht in der Region halten, sondern würden über mehr als 1.000 Kilometer verdriften. Dabei würden riesige Mengen Wasser verdrängt und dauerhaft verseucht. In großer Zahl würden überdies Leckagen entstehen, welche die Biosphäre und die Trinkwasservorräte irreparabel zerstörten.

Kuhlwein fordert die Bundesregierung auf, die CCS-Gesetzgebung jetzt ganz zu stoppen. Offenbar gehe es nur um das „Grünwaschen“ für die großen Stromkonzerne, welche gern die Abgaben für ihre CO2-Emissionen sparen wollten. Dies widerspreche in einem unerträglichen Ausmaß einer Politik der „nachhaltigen Entwicklung“ im Interesse künftiger Generationen, welche die Bundeskanzlerin in ihren Sonntagsreden gern verkünde.


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NaturFreunde: Mehr Klimaschutz statt medialer Show

Mehr Klimaschutz statt medialer Show
Obwohl sich die Alarmsignale mehren, bleibt die Erderwärmung nur ein Modethema


Berlin, 18. Februar 2011 – „Der Klimawandel wird immer noch so behandelt, als ob er nur ein mediales Ereignis sei, das eigentlich niemanden betrifft. So ist es aber nicht“, erklärt Michael Müller, Bundesvorsitzender der NaturFreunde Deutschlands und ehemaliger Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesumweltministerium. Müller ruft zu einer schnelleren und signifikanteren Reduktion von Treibhausgasen auf und empfiehlt die Einführung einer Kohlendioxid-Steuer.

Im Sommer 2010 schlug die Natur mit aller Härte zurück: gewaltige Überschwemmungen in Pakistan, brennende Wälder in Russland, extreme Kälte in den Andenstaaten, Hochwasser in Mitteleuropa. Die Extremereignisse kommen immer häufiger, zuletzt stand Australiens Bundesstaat Queensland unter Wasser, während der Nordwesten des Landes von Hitzewellen verbrannt wurde und in Brasilien litten ganze Landstriche unter Schlamm- und Wasserwellen.

Die globale Öffentlichkeit zeigt sich entsetzt, doch kaum werden die spektakulären Bilder durch andere abgelöst, erstirbt die Debatte. Dabei ist allein schon die Häufung der Extremereignisse alarmierend und ein weiterer Hinweis auf den längerfristigen Trend des dramatischen Klimawandels. Es bleibt nur noch wenig Zeit, um eine Katastrophe abzuwenden, immerhin hat die menschgemachte Erderwärmung einen langen Bremsweg. Doch der Klimawandel wird immer noch so behandelt, als ob er nur ein mediales Ereignis sei, das eigentlich niemanden betrifft. So ist es aber nicht.

In den vergangenen zwei Jahrzehnten hatte Deutschland eine internationale „Führungsrolle“ beim Klimaschutz eingenommen. Zwar beruht Deutschlands Erfolg bei der Reduktion der Kohlendioxid-Emissionen auch auf dem Zusammenbruch der DDR-Industrie. Doch mehr noch haben politische Initiativen wie etwa das Erneuerbare-Energien-Gesetz für internationale Anerkennung der deutschen Klimaschutz-Bemühungen gesorgt.

Das ist vorbei. Weder hat der deutsche Umweltminister Norbert Röttgen (CDU) die Wetterextreme als bestätigende Begründung genutzt, für mehr und konsequenten Klimaschutz einzutreten. Auch auf der Weltklimakonferenz im mexikanischen Cancún spielte Röttgen nur eine bescheidende Rolle. Nichts war beispielsweise zu hören vom groß angekündigten Ziel, die klimaschädlichen Kohlendioxid-Emissionen in der EU um 30 Prozent bis zum Jahr 2050 zu reduzieren. Auch begründet der Bundesumweltminister die Notwendigkeit von mehr Klimaschutz zuerst mit einem positiven Effekt für die heimische Wirtschaft. Kann dies das zentrale Argument sein? Mehr Klimaschutz ist zuerst im Interesse von Mensch und Natur notwendig.

Australien, dessen wirtschaftliche Kraft auch auf billiger Kohle beruhte, will nun Konsequenzen ziehen und eine Steuer auf Kohlendioxid einführen. Lange gehörte das Land zu den Bremsern in der internationalen Klimapolitik. Doch jetzt handelt es engagiert, während die Rolle der EU immer kraftloser wird.

Die Steuer auf Kohlendioxid, die ursprünglich auch die Klima-Enquete-Kommission des Deutschen Bundestages wollte, ist wirksam und unbürokratisch. Zudem ist sie dem Emissionshandel, der sich über die UN-Klimaverhandlungen in Europa durchsetzen konnte, deutlich überlegen. Denn eine derartige Steuer kann auch in den Bereichen eingesetzt werden, die heute vom Emissionshandel ausgenommen sind, etwa dem Verkehrssektor.

Der Prozess der Erderwärmung muss endlich ernst genommen werden. Er ist keine mediale Show, sondern betrifft direkt unsere Lebensgrundlagen. Die Emission von Treibhausgasen muss schneller und signifikanter reduziert werden. Wir dürfen mit weiteren Anstrengungen nicht warten, bis etwa 2013 der nächste Sachstandsbericht des IPCC kommt oder bis auch unser Land den Klimawandel in aller Härte spürt.


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NaturFreunde: Berliner Volksentscheid wichtiger Schritt zur rekommunalisierten Wasserversorgung

Öffentliche Daseinsvorsorge braucht demokratische Kontrolle
Berliner Volksentscheid wichtiger Schritt zur rekommunalisierten Wasserversorgung


Berlin, 14. Februar 2011 – „Mit der Annahme des Volksentscheids endet zumindest in Berlin die Möglichkeit, öffentliches Eigentum in geheimen Absprachen an private Investoren zu verhökern“, erklärt Uwe Hiksch, stellvertretender Landesvorsitzender der NaturFreunde Berlin und Mitglied im Bundesvorstand der NaturFreunde Deutschlands zum Ausgang des Berliner Volksentscheids ‚Unser Wasser‘. „Die öffentliche Daseinsvorsorge muss vom Primat der privaten Gewinnmaximierung befreit und zurück in die demokratische Kontrolle von Parlamenten geführt werden.“

Mit einer Zustimmungsquote von 92,2 Prozent der abgegebenen Stimmen und insgesamt 665.713 Ja-Stimmen haben die Berlinerinnen und Berliner eindrucksvoll gezeigt, dass sie mit der bisherigen Wasser-Politik des Berliner Abgeordnetenhauses nicht einverstanden waren. Damit sind auch die intensiven Versuche der offiziellen Berliner Politik, den Volksentscheid zu boykottieren, gescheitert. Denn die Berlinerinnen und Berliner forderten eindeutig: „Gebt uns unser Wasser zurück!“

Die NaturFreunde Berlin haben sich aktiv am Bündnis beteiligt und mit mehr als 50.000 verteilten Flugblättern offensiv für die Teilnahme am Volksentscheid geworben. Mit der Annahme des Volksentscheids endet zumindest in Berlin die Möglichkeit, öffentliches Eigentum in geheimen Absprachen an private Investoren zu verhökern. Dieser Volksentscheid ist ein wichtiger Schritt zurück zu einer öffentlichen Daseinsvorsorge, die sicherstellt, dass alle Leistungen der öffentlichen Daseinsvorsorge auch tatsächlich in öffentlicher Hand sind.

Die NaturFreunde werden sich zudem intensiv für Volksbegehren zur Rückübertragung der Gas-, Wasser- und Energieversorgung einsetzen. Auch Berlin braucht wieder öffentliche Betriebe, welche die wichtigen Bereiche der Daseinsvorsorge organisieren – und zwar demokratisch kontrolliert. Wasserversorgung, Energieerzeugung, und Gasversorgung haben nichts in der Hand von privaten Investoren zu suchen, sondern sind zentrale Grundpfeiler einer demokratisch organisierten Kommunal- und Landespolitik.

Von den Parteien im Berliner Abgeordnetenhaus erwarten die NaturFreunde, dass sie das Ergebnis des Volksentscheids akzeptieren und sofort alle Dokumente veröffentlichen. Im nun folgenden Wahlkampf werden die NaturFreunde die Aussagen der Berliner Parteien daran messen, ob sie eine deutliche Aussage zur Rekommunalisierung der Daseinsvorsorge in die jeweiligen Wahlprogramme aufnehmen und damit den Willen der Berlinerinnen und Berliner zum Ausdruck bringen.

Bundesweit engagieren sich NaturFreunde für die Rekommunalisierung der Daseinsvorsorge. In Stuttgart zum Beispiel haben NaturFreunde gemeinsam mit anderen Initiativen und Verbänden das Bürgerbegehren „Energie- und Wasserversorgung Stuttgart“ begonnen, mit dem auch in der baden-württembergischen Landeshauptstadt die Gas-, Energie- und Wasserversorgung zurück in die öffentliche Hand geführt werden soll. Auch damit wollen die NaturFreunde Möglichkeiten für eine neue, demokratisch ausgerichtete Kommunalpolitik eröffnen, sodass bei den Kommunalwahlen auch über die Ausrichtung der kommunalen Infrastruktur mitbestimmt werden kann.

Die öffentliche Daseinsvorsorge muss vom Primat der privaten Gewinnmaximierung befreit und zurück in die demokratische Kontrolle von Parlamenten geführt werden.


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NaturFreunde Sachsen: Aufruf zum Protest gegen Nazi-Aufmarsch in Dresden

Im Februar planen Neonazis erneut Aufmärsche in Dresden. Bereits am 13. Februar soll ein Fackelmarsch stattfinden. Die Naturfreunde und die NaturFreundejugend Sachsen rufen dazu auf, sich an der Menschenkette unter dem Motto »Erinnern und Handeln. Für mein Dresden« zu beteiligen, um die Nazis zu stoppen. Sie soll symbolisch die Dresdner Innenstadt vor dem Eindringen Rechtsextremer schützen.

Auch wie im letzten Jahr wollen sich die NaturFreunde Sachsen und die NaturFreundejugend Sachsen aktiv an der Menschenkette beteiligen. Wir treffen uns am 13.02.2011, 12.30 Uhr vor dem Umweltzentrum (Schützengasse 18, 01067 Dresden), um gemeinsam zur Menschenkette zu gehen.

Die größere Nazidemonstration ist für den 19. Februar geplant. Alle Mitbürger sind aufgerufen, sich an dem friedlichen Protest gegen die geplanten Nazi-Aufmärsche zu beteiligen. Statt den Nazis eine Plattform zu bieten, soll so die demokratische und friedliche Gesinnung der überwältigenden Mehrheit der Bevölkerung demonstriert werden.

Zur wahren Gesinnung der Nazis wird auf zwei Zitate aufmerksam gemacht.

“Die große Anzahl von Anträgen, die sich dagegen wehren, dass im ganzen Lande die Terrorakte überhand nehmen, die Akte der Brutalität, ausgeführt von Nationalsozialisten, beweisen, wie stark inzwischen, seit wir uns das letzte Male mit diesen Dingen beschäftigt haben, die die Verbrechergarde des Herrn Studentkowski geworden ist. Sie zeigen, dass wir in einer Situation sind, wo es höchste Zeit wird, dass die Regierung eingreift, die die Staatsgewalt in der Hand hat, die die Aufgabe hat, dafür zu sorgen, dass Sachsen ein Rechtsstaat ist, dass wir die Möglichkeit haben, unsere politische Auffassung zu sagen, dass jeder Mann sicher davor ist, dass er nicht von dem, der anderer Meinung ist, über den Haufen geknallt oder hinterrücks niedergestochen wird.”

Dieses Zitat stammt von Herrmann Liebmann, bis 1933 Abgeordneter der SPD im Sächsischen Landtag. Er hielt diese Rede zwei Mal. Das erste Mal im Sächsischen Landtag am 16.12.1931, das zweite Mal wurde er im März 1934 vom NSDAP Gauleiter Mutschmann im Konzentrationslager Hohenstein gezwungen, die Rede vorzutragen. Liebmann, der inzwischen erblindet war, starb an den Folgen der im Konzentrationslager erlittenen Misshandlungen am 06.09.1935.

Das zweite Zitat:

“Zum Schutz der Versammlungsfreiheit erwarten wir ferner, dass schon die Vorbereitung zu Krawallen unterbunden und deshalb das steuergeldfinanzierte Kriminellen-Nest am Bischofsplatz 6 in Dresden – das Bürgerbüro der Anwälte Lichdi und Jähnigen – ausgehoben wird! Politiker wie Herr Hahn, die öffentlich zu rechtswidrigen Blockaden aufrufen, gehören überdies nicht in den Landtag, sondern in Vorbeugegewahrsam genommen! Und wer seine parlamentarische Immunität wie Herr Hahn und Herr Lichdi als Leitwolf für kriminellen Pöbel nutzt, für den kann es nur heißen: Wasser Marsch – Gummiknüppel frei!“

Es handelt sich dabei um einen Auszug der Rede des NPD-Abgeordneten im Sächsischen Landtag Holger Apfel, welche er am 09.02.2011 im Sächsischen Landtag hielt.

Bedarf es noch eines Kommentars?

Tilmann Schwenke
(Landesvorsitzender und
Stv. Bundesvorsitzender)


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NaturFreunde: Hartz-IV-Reform wegen Landtagswahl gescheitert?

Hartz-IV-Reform wegen Landtagswahl gescheitert?
Merkels taktischer Machtpoker zulasten der Armutsbekämpfung


Berlin, 9. Februar 2011 – Zu den geplatzten Verhandlungen über eine Hartz-IV-Reform erklärt der Bundesvorsitzende der NaturFreunde Deutschlands Michael Müller:

Nun sind die Verhandlungen geplatzt, die Union hat sie zusammen mit der FDP scheitern lassen. Zuletzt wurde gar nicht mehr ernsthaft verhandelt, obwohl es um eine Kernfrage für den inneren Frieden in unserem Land geht: die Bekämpfung der Armut.

Seit Wochen ließ Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in der Arbeitsgruppe des Vermittlungsausschusses über die Neuregelung von Hartz IV verhandeln, so wie es das Bundesverfassungsgericht verlangt hatte. Doch zuletzt gab es keine ernsthaften Beratungen mehr: Taktik war angesagt, die Bundeskanzlerin zog die Strippen.

Offenkundig will Frau Merkel kurz vor den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt die dortige schwarz-rote Koalition platzen lassen. Deshalb wurden die Verhandlungen abgebrochen. Das Platzen der Koalition in einem Bundesland ist für die CDU-Vorsitzende die Karte, die sie zieht, um nicht durch sonst notwendige „Kompromisse“ Krach im eigenen Lager zu bekommen, vor allem mit ihrem Koalitionspartner FDP. Wieder einmal scheint die geistige und ideologische Verengung der Neokonservativen und Wirtschaftsliberalen der eigentliche Grund zu sein, warum unser Land nicht vorankommt.

Sicher wird Sachsen-Anhalt dafür mit einigen Projekten abgefunden. Wahrscheinlich beginnt jetzt auch die publizistische Vorbereitung, diesen Trick als großes politisches Geschick hinzustellen. Die Frage ist aber, ob Ministerpräsident Wolfgang Böhmer (CDU), auf den es jetzt ankommt, bei diesem Schmierengeschäft mitmacht. Bisher hatte der Regierungschef in Magdeburg einen anständigen Eindruck gemacht. Mal sehen, ob er jetzt umkippt.

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NaturFreunde: Hartz-IV-Reform wegen Landtagswahl gescheitert?

Hartz-IV-Reform wegen Landtagswahl gescheitert?
Merkels taktischer Machtpoker zulasten der Armutsbekämpfung


Berlin, 9. Februar 2011 – Zu den geplatzten Verhandlungen über eine Hartz-IV-Reform erklärt der Bundesvorsitzende der NaturFreunde Deutschlands Michael Müller:

Nun sind die Verhandlungen geplatzt, die Union hat sie zusammen mit der FDP scheitern lassen. Zuletzt wurde gar nicht mehr ernsthaft verhandelt, obwohl es um eine Kernfrage für den inneren Frieden in unserem Land geht: die Bekämpfung der Armut.

Seit Wochen ließ Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in der Arbeitsgruppe des Vermittlungsausschusses über die Neuregelung von Hartz IV verhandeln, so wie es das Bundesverfassungsgericht verlangt hatte. Doch zuletzt gab es keine ernsthaften Beratungen mehr: Taktik war angesagt, die Bundeskanzlerin zog die Strippen.

Offenkundig will Frau Merkel kurz vor den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt die dortige schwarz-rote Koalition platzen lassen. Deshalb wurden die Verhandlungen abgebrochen. Das Platzen der Koalition in einem Bundesland ist für die CDU-Vorsitzende die Karte, die sie zieht, um nicht durch sonst notwendige „Kompromisse“ Krach im eigenen Lager zu bekommen, vor allem mit ihrem Koalitionspartner FDP. Wieder einmal scheint die geistige und ideologische Verengung der Neokonservativen und Wirtschaftsliberalen der eigentliche Grund zu sein, warum unser Land nicht vorankommt.

Sicher wird Sachsen-Anhalt dafür mit einigen Projekten abgefunden. Wahrscheinlich beginnt jetzt auch die publizistische Vorbereitung, diesen Trick als großes politisches Geschick hinzustellen. Die Frage ist aber, ob Ministerpräsident Wolfgang Böhmer (CDU), auf den es jetzt ankommt, bei diesem Schmierengeschäft mitmacht. Bisher hatte der Regierungschef in Magdeburg einen anständigen Eindruck gemacht. Mal sehen, ob er jetzt umkippt.

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NaturFreunde: Das Doppelspiel des Westens in der arabischen Krise

Das Doppelspiel des Westens in der arabischen Krise
Clinton, Merkel & Co. setzen auf Zeit, nicht auf demokratische Reformen


Berlin, 7. Februar 2011 – Zu den anhaltenden Protesten in vielen arabischen Ländern erklärt der Bundesvorsitzende der NaturFreunde Deutschlands Michael Müller:

Demonstrationen mit Hunderttausenden unzufriedenen Menschen in den arabischen Ländern, in Tunesien musste der Präsident die Flucht ergreifen, in Ägypten wackelt der Thron von Mubarak, der – um sich zu retten – erst einmal die Parteiführung entlässt und mithilfe Amerikas auf Zeitgewinn hofft. Auch in Algerien, Jemen und Jordanien gibt es große Proteste, die aber nur in Jordanien friedlich verlaufen. Was geschieht da eigentlich in den arabischen Ländern?

In allen arabischen Ländern herrschen autoritäre Präsidenten, beziehungsweise Monarchen de facto auf Lebenszeit. Wahlen werden manipuliert, Unterdrückung ist die Regel, Korruption allgegenwärtig. Doch solange die arabischen Regierungen für Stabilität sorgen, wissen sie um die Zustimmung des Westens. So werden Despotismus und Unterdrückung abgesichert.

Der Ruf nach Demokratie und Freiheit wird lauter, zumal es sich um Gesellschaften mit sehr vielen jungen Menschen handelt, die sich nicht mehr unterdrücken lassen wollen. Oft ist der Auslöser für Proteste die schlechte wirtschaftliche Situation. Seit einiger Zeit steigen die Preise von Grundnahrungsmitteln und Kraftstoffen. Die Lage der Unterschicht, aber auch der unteren Mittelschicht, ist unerträglich, besonders für die Arbeitslosen.

Die Demonstranten glauben, dass eine demokratische Regierung ihre materielle Lage verbessern wird. Diese Hoffnung entlädt sich in schweren Unruhen. Eine besondere Rolle spielt die hohe Jugendarbeitslosigkeit. In Tunesien sind zwei Drittel der Bevölkerung unter 30 Jahre alt, davon rund 70 Prozent arbeitslos. In Ägypten ist zwar nur die Hälfte der Bevölkerung jünger als 30 Jahre, aber schon 90 Prozent der Arbeitslosen gehören zu dieser Gruppe. Viele wollen nach Europa.

Hinzu kommt das gewaltige Bevölkerungswachstum in diesen Ländern. Als Tunesien 1957 politisch unabhängig wurde, lebten dort fünf Millionen Menschen, heute elf Millionen. In Ägypten sind es 87 Millionen, die Bevölkerung wächst jährlich um 1,9 Prozent. Es gibt nicht genug Arbeitsplätze für alle, die soziale Lage spitzt sich zu.

Was macht der Westen? Erst hält er sich zurück, dann gibt er Erklärungen für die Demonstranten ab und nun will er vor allem Zeit gewinnen, um die Fäden in der Hand zu behalten, wie auch immer es in den Ländern weitergehen mag. Realpolitik nennt man das, was eigentlich nur knallharte Machtpolitik ist, verschleiert mit Behauptungen wie „notwendiger Aufbau der Demokratie“ oder „Warnung vor zu schnellen Wahlen“. Anders können die Aussagen von Hillary Clinton oder Angela Merkel auf der Münchener Sicherheitstagung nicht verstanden werden.

Man brauche erst einmal Zeit, um „den geordneten Übergang“ zu ermöglichen. Clinton, Merkel & Co. geht es nicht zuerst um die Freiheit. Es geht ihnen um strategische Ziele, um ihre geo- und ressourcenpolitischen Interessen. Diese Doppelmoral ist unanständig.

Im Zeitalter des Peak-Oil, bei steigenden Rohöl-, Erdgas- und Kohlepreisen, rücken die wirtschaftlichen Interessen des Westens noch stärker ins Zentrum. Die steigenden Energiepreise sind zudem ein Faktor, der auch die Lebensmittelpreise in die Höhe treibt. Auch das gilt als Argument, die Despoten zu stützen, statt die Ursachen, insbesondere die Spekulation zu bekämpfen.

Sie – Obama und Putin, Cameron, Sarkozy und Merkel – haben kein Konzept, mit den Herausforderungen der schnell zusammenwachsenden, aber ungleichen und krisenhaften Welt fertig zu werden. Das ist der wahre Grund, warum die Unterstützung der Demonstranten in den arabischen Ländern so halbherzig ist. Es geht ihnen um die eigenen Interessen, nicht um den Freiheitsdrang der Menschen.

Der Westen – wie auch der Osten – hat diese Länder bisher nur für die eigenen Interessen genutzt, um Freiheitsrechte ging es nicht. Eine Konsequenz daraus war und ist die enge Zusammenarbeit mit dem Militär, das fast überall nicht nur der stabilisierende, sondern auch der gehätschelte Faktor ist. Das soll so bleiben, einschließlich der Ausbildung in den USA.

Die arabischen Länder haben für die Versorgung mit natürlichen Ressourcen eine herausragende Bedeutung. Obama und Clinton, Merkel und Sarkozy wollen dort Ruhe und die Entwicklung beeinflussen können. Natürlich soll eine Entwicklung wie im Iran verhindert werden, aber auch daran waren die Großmächte nicht unschuldig, weil es fast immer um wirtschaftliche und strategische Interessen ging.

Der großen Mehrheit der Demonstranten aber geht es um Freiheit und Demokratie. Doch wenn sie keine wirkliche Hilfe erhalten, werden auch fundamentalistische Entwicklungen möglich, die einzelne Länder ins Mittelalter zurückwerfen können.

Deshalb: Für Taktierei darf jetzt kein Platz mehr sein.


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Europäischer Energiegipfel: Naturfreunde fordern intensivere Koordinierung anstelle von Liberalisierung

Europäischer Energiegipfel: Naturfreunde fordern intensivere Koordinierung anstelle von Liberalisierung


Wien, 7. Februar 2011

Eine nachhaltige Energiepolitik zur Erreichung der europäischen Klimaziele stellt nach Ansicht der Naturfreunde Internationale (NFI), dem Dachverband der Naturfreundeverbände mit etwa 500.000 Mitgliedern, eine der größte Herausforderung der Europäischen Union dar. Der vergangene Energiegipfel des Europäischen Rates gab keine entsprechende Antwort auf diese Herausforderung: die weitere Liberalisierung des europäischen Energiemarktes wird zu keiner nachhaltigen Energiepolitik führen, wenn sie nicht mit einer besseren Regulierung und besseren Koordination der nationalen und europäischen Energie- und Klimapolitik ergänzt wird.

Derzeit gibt es keine koordinierte und abgestimmte Energiepolitik in Europa. Einige Mitgliedsstaaten setzen auf den Ausbau der Nuklearenergie, andere bauen weiterhin die Stromerzeugung aus Stein- und Braunkohle aus – beides nicht kompatibel mit den Anforderungen der Klimapolitik in Europa. Viele Länder unterstützen den Ausbau von Erneuerbaren Energien mit Wind, Biomasse oder Photovoltaik ohne darauf Rücksicht zu nehmen, dass diese Erzeugung in einen europäischen Energiemarkt integriert werden muss, der durch das europäische Übertragungsnetz physikalisch eng vernetzt ist. Maßnahmen an einer Stelle des Netzes können direkte und manchmal unerwünschte Folgen im gesamten Stromsystem Europas bewirken. Die europäischen Entscheidungsträger sind offenbar der Auffassung, dass es genügt, teuere Investitionen in die Energieerzeugung und in die Energieinfrastruktur wie Stromleitungen oder Gaspipelines zu stimulieren. Aber es ist derzeit nicht abzusehen wo diese zusätzlichen Netze im dicht besiedelten Raum Europas errichtet werden sollen, was dazu führen wird, dass in nicht ferner Zukunft die Energieerzeugung aus erneuerbaren Quellen mangels Transportmöglichkeiten eingeschränkt werden muss und damit zu einem ‘Stranded Investment‘ wird, für das die Steuerzahler dann gerade stehen müssen.

Die NFI fordert die EU und ihre Mitgliedsstaaten auf, rasch die Prioritäten im Bereich der Energiepolitik zu verändern um die Energiepolitik mit der Klimapolitik besser zu verzahnen, so dass die derzeitigen Klimaziele der EU erreicht oder sogar überschritten werden können:

  • Eine integrative Energie- und Klimapolitik zur Erreichung der 20-20-20 Klimaziele 2010 vor allem im Bereich der Energieeffizienz
  • Höchste Priorität dabei sollen Effizienzsteigerung und Energiesparen einnehmen, da ein weiteres Wachstum des Energieverbrauchs nicht nur zu weiteren Emissionen von Treibhausgasen führen wird, sondern auch zu enorm höheren Energiekosten, welche letztendlich vom Endverbraucher zu bezahlen sind
  • Eine europäische Koordination der gesamten Klima- und Energiepolitik unter Einbindung aller betroffenen Interessensgruppen
  • Die Förderung von innovativen Speichertechnologien und von Smart Grids, welche es ermöglichen erneuerbare Energien lokal zu speichern und zu verwenden und den Transport von Energie über weite Strecken und damit den Bau von tausenden Kilometern Leitungsverbindungen überflüssig machen
  • Die Förderung von Investitionen in die Wasserstofftechnologie, welche es ermöglicht Strom aus erneuerbaren Quellen wie Wind und Sonne in ein speicherbares Gas umzuwandeln, welches auch für Transportzwecke oder Wärmeerzeugung eingesetzt werden kann.

Alle diese Maßnahmen werden jedoch nicht durch den weitgehend liberalisierten privaten Energiemarkt bereitgestellt, sondern erfordern eine intensive Koordinierung und Regulierung der Energiemärkte durch die Europäische Union in enger Zusammenarbeit mit den Mitgliedsstaaten.

Die NFI ist der internationale Dachverband der Naturfreundebewegung mit mehr als 50 Mitglieds- und Partnerorganisationen. Als Mitglied der Green 10 zählt sie mit 500.000 Mitgliedern zu den größten NGOs weltweit.

Anfragen und Kontakt:
Mag. Anita Pinter
Naturfreunde Internationale
Öffentlichkeitsarbeit
Tel.: +43 (0)1 89 23 877-24
E-Mail: anita.pinter@nf-int.org
www.nf-int.org

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European Energy Summit: Naturefriends demand intensive coordination instead of liberalisation

Vienna, 7 February 2011

A sustainable energy policy that meets the European climate change targets is according the Naturefriends International (NFI) one of the major challenges of the European Union. The European Energy Summit unfortunately failed to tackle this challenge: more liberalisation of the energy markets will not help to meet this target unless it is accompanied by better regulation and coordination of the national and European climate and energy policies.

The European Union is not likely to meet the targets for energy efficiency set for the year 2020. One of the reasons is that most of the energy policies are still focussing on national priorities, which are not coordinated among the Member States, and that these policies are not coordinated with the European and national climate policies.

Some countries are heading for more nuclear power generation, others are still supporting electricity production from hard coal and lignite. Many of the Members States are supporting renewable power generation from wind, biomass and photovoltaics, but neglecting that these have to be integrated into the European energy market which is physically connected and integrated into the European transmission grid. Any local measure in one Member State will have direct – and sometimes detrimental – effects on the whole electricity system in Europe. The European leaders are obviously convinced that it is sufficient to stimulate investment into the energy production and into the upgrading of the European energy infrastructure like electricity lines or gas pipelines. But currently it is unlikely that we can build additional infrastructure in the highly populated areas of Europe, what will in the near future result in distribution problems entailing the danger of turning renewably generated into a stranded investment.

NFI urge the European Union and the Member States to immediately change their priorities to get a better-coordinated energy and climate policy that helps to meet or even exceed the current climate targets:

  • Integrate climate policy and energy policy in order to meet the 20-20-20 targets concerning energy efficiency
  • Give utmost priority to energy efficiency and energy saving, as a further growth in energy demand is not sustainable and will further increase both the emission of green house gases energy costs that have to be finally covered be the end consumer
  • Introduce governance for a better coordination of energy and climate policies on national and European level by involving all stakeholders concerned
  • Support innovation in local storage technologies and smart grids that reduce the need for long distance electricity transport and avoid the construction of thousands of kilometres of new electricity lines
  • Invest into the hydrogen technology that helps to transfer renewable electricity from wind and solar power into a storable gas that can be used both for heating and transport issues.

All these new targets will not be met automatically by the private energy markets and therefore require intensive coordination and regulation by the European Union and the Member States.

NFI is the international umbrella organisation of the naturefriends movement with more than 50 member and partnerorganisations. As a member of the Green 10, NFI is with 500,000 members one of the largest non governmental organisations (NGO) worldwide.


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NaturFreunde: Der Ölpreis steigt – Die Spekulanten machen Kasse


Berlin, 2. Februar 2011: Der Ölpreis pro Barrel hat die 100 US-Dollar-Grenze überstiegen. Mit dem Argument der Unruhen in Tunesien und Ägypten wird weiter an der Preisschraube gedreht. Argument: Mögliche Lieferengpässe. Generell behaupten die Finanzanalysten in ihrer berufsmäßigen Kälte, dass sehr viel Geld auf den Märkten sei, das vor allem bei knapper Energie und knappen Rohstoffen Anlagemöglichkeiten sucht, um Gewinne mit absehbaren Preissteigerungen machen zu können. Deutsch heißt das: Die Spekulanten sind unterwegs, um hohe Gewinne zu machen.

Immer deutlicher wird, dass es „wandering bubbels“ gibt, die nach der Finanz- und Immobilienspekulation in den letzten Jahren nunmehr Energie, Metalle und Nahrungsmittel zum Ziel ihrer Begierde machen. Seit einem Jahr steigen die Preise mit leichten Schwankungen kontinuierlich auf den Rohstoffmärkten. Allein der Preisindex für Nahrungs-mittel schwankte in den letzten 12 Monaten um 81 Prozent. Die Knappheit der Güter wird ausgenutzt, nicht nur um auf steigende Preise zu setzen, sondern um auch die Preise gezielt hoch zu treiben.

Seit Ende der vierziger Jahre gab es immer wieder Debatten, die Preise für Energie und Rohstoffe einem internationalen Regime zu unterwerfen, um Spekulationen auszuschließen und wirtschaftliche Instabilität zu verhindern. Doch es geschieht nur wenig, um mehr Transparenz und einen funktionierenden Markt zu schaffen. Wenige Monopolunternehmen und Finanzinstitute haben weltweit das Sagen.

Besonders problematisch ist das Verhalten der großen Ölkonzerne. Sie nutzen jeden Anlass, um Preissteigerungen durchzusetzen, finanzgierig und rücksichtslos. Es wird Zeit, national und EU-weit öffentliche Gegengewichte aufzubauen. Denkbar ist ein europäischer Energiekonzern unter Kontrolle der EU, der nicht nur bei den herkömmlichen Energieträgern aktiv ist, sondern auch neue Technologien fördert und dort vergleichbare Fehlentwicklungen verhindert.

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NaturFreunde: Stromwechselkampagne „EnBW ade!“


Berlin/Stuttgart, 1. Februar 2011 – Die NaturFreunde Deutschlands starten eine Kampagne für Atomausstieg in Baden-Württemberg unter dem Motto „EnBW ade!“ mit einem Appell an die Landesregierung, den Konzern auf erneuerbare Energien auszurichten.

Wir können alles. Außer Erneuerbare? Diese Frage stellen die NaturFreunde und ihr Bundesvorsitzender Michael Müller, Staatssekretär a.D., an Baden-Württembergs Energiekonzern EnBW.

EnBW ist der Energieversorger mit dem höchsten Atomstromanteil im Energiemix. Nach Konzernangaben stammten 2009 mehr als 57% der von EnBW erzeugten Energie aus Atommeilern. Kohle und Gas brachten weiter 32%. Erneuerbare? Die mageren 11% stammen in erster Linie aus alten Wasserkraftwerken. Baden-Württemberg gerät bei den erneuerbaren Energien immer mehr zum Schlusslicht, eine Folge der Staatsintervention. Denn schon lange wird EnBW vor allem von der Politik gesteuert. Baden-Württembergs Regierung setzt auf Atomstrom. Nachdem sich Frankreichs Atomstromproduzent EDF aus dem Ländle und
seinem Versorger EnBW zurückgezogen hat, weil er die Zukunftsaussichten für Atomstrom in Deutschland negativ einschätzt, verstaatlicht Ministerpräsident Mappus den Konzern kurzerhand. Bis zu 6 Milliarden Steuergelder werden eingesetzt, damit die von CDU und FDP beschlossene Laufzeitverlängerung für die Atommeiler bis zur letzten Kilowattstunde ausgeschöpft werden kann.

In einem Appell fordern die NaturFreunde eine Energiewende in Baden-Württemberg. Die NaturFreunde rufen die Landesregierung in Baden-Württemberg auf, ihre „Dagegen-Politik` im Bezug auf die erneuerbaren Energien endlich aufzugeben und die Beteiligung an EnBW zu nutzen, um den Atomausstieg zu beginnen und eine dezentrale Energieversorgung auf der Basis von Sonne, Wind, Wasser und Biomasse zu fördern und dadurch Arbeitsplätze mit Zukunft zu schaffen.

Die NaturFreunde laden ein zum Stromwechsel zu Anbietern mit 100% erneuerbaren Energien. So kann jede Bürgerin und jeder Bürger den Atomausstieg selber beginnen. Mit einer Kampagne in den nächsten Monaten wollen sie die „Wechselstimmung“ unter den Bürgern erhöhen. Dazu haben sie eine Kampagnenseite http://www.ade-enbw.de geschaltet.

Die NaturFreunde mobilisieren zugleich für die Beteiligung an der für den 12.03.2011 von Stuttgart nach Neckarwestheim geplanten Menschenkette für den Atomausstieg.


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NaturFreunde: Aufstieg und Fall undemokratischer Staaten

Aufstieg und Fall undemokratischer Staaten
Welche Rolle spielt Europa im arabischen Umbruch?

Berlin, 31. Januar 2011 – Zu den Umbrüchen in der arabischen Welt und die Rolle der europäischen Staaten bei der Unterstützung der dort herrschende Diktatoren erklärt der Bundesvorsitzende der NaturFreunde Deutschlands, Michael Müller, folgendes:

Das wissen wir auch: Wenn Demokratie und Freiheit nicht mit sozialer Gerechtigkeit gefüllt sind, also mehr Chancen für die Menschen verwirklichen, sind auch sie bedroht. Natürlich besteht – zumal in arabischen Ländern – die Gefahr, dass Umbrüche und Veränderungen Stabilität und Berechenbarkeit zerstören. Doch ohne Demokratie und Freiheit kann auf Dauer keine Gesellschaftsordnung erfolgreich sein, auch wenn sie durch eine sich immer weiter ausbreitende Gewalt und Korruption ein enges Netz der Absicherung ihrer Macht aufgebaut hat. Das zeigt sich in den arabischen Ländern, die sich nicht mehr mit Einschüchterung, autoritärer Gewalt und totaler Überwachung still halten lassen oder in denen autokratische Verhältnisse nur durch viele Gas- oder Öldollars abgesichert werden.

Angst ist das Herrschaftsmittel versteinerter Despoten – mit Hilfe einschüchternder Bürokratien, willfähriger Polizei und kalter Militärs. Diese undemokratischen Regimes sind mit ihrem Machterhalt beschäftigt und verlieren gerade deshalb den Boden unter den Füßen. Das dauert, weil die Statik der Macht durch ihre Brutalität verfestigt ist, aber der Prozess der Erosion ist unaufhaltsam, selbst wenn westliche Regierungen diesen Zustand akzeptieren oder sogar unterstützen, wie das in Ägypten seit Jahrzehnten der Fall ist. Die Unzufriedenheit über die Spaltung und die Bevormundung des Volkes, die Blockade der Chancen und die Unterdrückung der Freiheit sind stärker als die Diktatur des Terrors.

Die arabische Welt ist im Umbruch, auch weil sie zu lange in verkrusteten Verhältnissen eingemauert war. Dieser Prozess zeigt sich überall. Vielen Potentaten bleibt nur die Alternative, entweder noch mehr Unterdrückung und Überwachung zu setzen oder den Weg für grundlegende Reformen zu öffnen, was aber meist gleichbedeutend mit ihren eigenen Ende wäre. Weil sich wenig ändert, bricht Unzufriedenheit auf und lehnt sich gegen die alten Systeme auf. Die Lage spitzt sich zu, die arabische Welt erlebt eine neue Phase der Instabilität.

Einer der Wurzeln des Konfliktes liegt in der bis 1989 zweigeteilten Welt, in der die Absicherung eigener Interessen wichtiger war, als sich für Menschenrechte und Demokratie einzusetzen. Es ging um Verbündete, die auch dann gestützt wurden, wenn sie Reformen und Veränderungen unterdrückten. In den Ländern des nahen und mittleren Ostens, wo der Zugang zu den natürlichen Ressourcen das höchste In-teresse der Supermächte war und ist, existieren noch immer viele Relikte der untergegangenen Welt. Die Unruhen in Tunesien, Ägypten, Jemen und anderswo sind auch ein Erbe der puren Machtpolitik, die seit Jahrzehnten Diktaturen stützt, aber jetzt vor den Folgen des eigenen Versagens warnt und Angst vor den Folgen Bürgerrevolten hat.

Natürlich kann das Ergebnis fatal sein, wenn der Zusammenbruch überholter Ordnungen zum Rückfall in mittelalterliche Ideologien führt. Doch auch hier gibt es Ursache und Wirkung, weil westliche Werte durch eigenes Handeln diskreditiert wurden. Die Bilder aus Tunesien und Ägypten zeigen, dass es den Menschen in erster Linie um Freiheit geht. Wenn der Westen nicht Klarheit schafft, wie er es mit der Würde und den humanen Hoffnungen der Menschen hält, dann wächst auch die Wut auf eine verlogene Doppelmoral.

Die Welt wird neu geordnet. Von den großen Strategen in den europäischen Machtzentralen sind bisher nur austauschbare Floskeln zu hören. Sie warten ab und äußern hinter vorgehaltener Hand Angst vor islamistischen Kräften. Sie sollten sich vielmehr um die eigene Glaubwürdigkeit kümmern.

Was die NaturFreunde Deutschlands, ein Verband der aus der europäischen Solidaritätsbewegung entstanden ist, jetzt verlangen, ist weit mehr. Eine ebenso eindeutige wie auch selbstkritische Parteinahme der europäischen Regierungen für die Menschenrechte. Und eine Rolle Europas in der globalen Welt, die den Widerspruch zwischen Anspruch und Taten endgültig beendet. Bisher zeichnen sich Berlin, Paris und London wahrlich nicht darin aus, über den Tellerrand ihrer kurzfristigen Interessen hinauszuschauen.

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NaturFreunde: Für frei fließende Flüsse und umweltverträglichen Gütertransport

Für frei fließende Flüsse und umweltverträglichen Gütertransport

Die Naturfreunde beteiligen sich an der Aktion „Fackeln für Elbe und Donau“. Um 17 Uhr entzünden Naturschützer am 29.1.11 Fackeln entlang von Elbe und Donau, um ein Zeichen gegen die drohende Zerstörung der frei fließenden Flüsse zu setzen. Der Widerstand richtet sich insbesondere gegen das Staustufenprojekt bei Decin, gegen den geplanten Bau des Elbe-Saale-Kanals, gegen die Verengung und Vertiefung der Mittelelbe und Unterelbe sowie die Staustufenpläne für die frei fließende Donau zwischen Straubing und Vilshofen. Es handelt sich dabei um jeweils fragwürdige Wasserstraßenprojekte, deren Sinnhaftigkeit die NaturFreunde bezweifeln. Wir fordern hierzu für die Elbe eine Offenlegung sämtlicher relevanter Daten, damit eine ökologische, ökonomische und soziale Bewertung stattfinden kann. NaturFreunde, und nicht nur sie, wollen informiert sein, um die Naturverträglichkeit zu prüfen. Es ist insoweit zu begrüßen, dass nunmehr von der Tschechischen Republik weitere Unterlagen zur Verfügung gestellt wurden, die im Zeitraum vom 28.01.2011 bis zum 11.02.2011 beim Wasser- und Schifffahrtsamt Dresden, bei der Landesdirektion Dresden und beim Landkreis Sächsische Schweiz eingesehen werden können. Die Stellungnahmefrist wurde bis zum 28.02.2011 verlängert.

Die frei fließende Donau in Niederbayern ist ebenso wie die frei fließende Elbe ein einmaliges ökologisches Juwel in Mitteleuropa und Rückzugsgebiet vieler bedrohter Tier- und Pflanzenarten. In Zeiten des Klimawandels mit seiner durch schwankende Niederschläge erhöhten Hochwassergefahr sind die unverbauten Flüsse als natürliches Rückhaltebecken wichtiger denn je. Durch die wechselnden Wasserstände sind Auwälder, Feuchtgebiete und Altwasser entstanden. Die geplanten Staustufen beeinträchtigen die biologische Vielfalt. Ein Donauausbau ist auch ohne Staustufen und Kanäle möglich, wie er vom deutschen Bundestag bereits 2002 beschlossen wurde, was allerdings seitdem von der bayerischen Landesregierung blockiert wird.

Kein umweltfreundlicherer Gütertransport durch Staustufen

Im Übrigen haben neuere Untersuchungen gezeigt, dass ein Staustufenausbau nur unbedeutende Vorteile für den Güterverkehr im Donau- und Elbraum bringen würde. Nach den Zahlen des Ifo-Instituts (Studie von 2000) ist für die Autobahnen nur ein minimaler Entlastungseffekt zu erwarten. Bei der Energie- und Schadstoffbilanz schneidet das Binnenschiff entgegen früherer Einschätzungen schlechter ab als die Bahn, weil mit der starren Wasserstraße lange Umwege für den Güterverkehr in Kauf genommen werden müssen. Auch das Umweltbundesamt (UBA 2011, Die Elbe: Schifffahrt und Ökologie im Einklang?) stellt aktuell die Frage, ob in Zukunft unter den Bedingungen des Klimawandels und in Abwägung mit anderen Nutzungen – eine Schifffahrt auf der Elbe überhaupt aufrecht erhalten bleiben kann.

Bei dieser Sachlage ist es unverantwortlich, die einmalige Natur- und Kulturlandschaft der Donau und der Elbe privatwirtschaftlichen Interessen der Bau- und Energiewirtschaft zu opfern.

Rückfragen bitte an
NaturFreunde Deutschlands
Verband für Umweltschutz, sanften Tourismus, Sport und Kultur
Tilmann Schwenke
( 0174) 3150296

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NaturFreunde: Doch keine Bürgerbeteiligung in Gorleben?

Doch keine Bürgerbeteiligung in Gorleben?
Union fürchtet die Konsequenzen der beschlossenen AKW-Laufzeitverlängerung

Berlin, 27. Januar 2011 – Kein großes Planungsvorhaben solle mehr ohne eine umfassende Bürgerbeteiligung stattfinden, hatten noch vor wenigen Wochen die Regierungsparteien CDU/CSU und FDP versprochen. „Das war anscheinend nur ein taktisches Ablenkungsmanöver nach den Protesten gegen Stuttgart 21, eine Beruhigungspille vor der Landtagswahl in Baden-Württemberg“, erklärt der Bundesvorsitzende der NaturFreunde Deutschlands Michael Müller. „Denn wie soll man sich sonst erklären, dass die CSU bei der Entsorgung von Atommüll, einem der wichtigsten Planungsvorhaben überhaupt, die Bürgerbeteiligung in Gorleben stoppen will?“

Die Motive sind offensichtlich: Die Union, die gerade erst die Verlängerung der Atomlaufzeiten durchgesetzt hat, fürchtet die Konsequenzen der beschlossenen AKW-Laufzeitverlängerung. Offensichtlich geht auch sie davon aus, dass ein ergebnisoffenes und transparentes Verfahren nicht nur die mangelnde Eignung von Gorleben feststellen wird, sondern möglicherweise sogar geeignetere Standorte in Bayern oder Baden-Württemberg empfiehlt.

Bürgerbeteiligung ja – aber nur solange die harten Interessen der CDU/CSU nicht berührt werden. Bei der Standortentscheidung für ein nationales Atomdepot wird das sicherlich der Fall sein. Deshalb erklärte Hans-Peter Friedrich, CSU-Landesgruppenchef im Bundestag, auch schon, es habe genug Bürgerbeteiligung gegeben.

Da ist sie wieder, die Basta-Politik, vor der Heiner Geißler in Stuttgart gewarnt hatte. Die erste Bewährungsprobe nach der Stuttgarter Tafelrunde ist schon gescheitert. Auch Bundesumweltminister Norbert Röttgen hatte öffentlich erklärt, den Bürgern Beteiligungsrechte beim Planungsverfahren einräumen zu wollen. Die CSU behauptet aber, das sei nur eine Plattform für Protestierer, die von ihrer vorgefassten Meinung nicht abließen. Diese Behauptung ist dreist. Nach Aussage von Herrn Friedrich habe die bisherige Untersuchung des Standorts keine Erkenntnisse gebracht, die gegen Gorleben sprächen.

Den Untersuchungsausschuss Gorleben gibt es also gar nicht? Die vielen kritischen Einwände, alle Fiktion? Wo bleibt der Schlichter Heiner Geißler?

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NaturFreunde: Das Zeitalter der knappen Rohstoffe hat begonnen, doch die Politik reagiert nicht

Preise für Energie, Metalle und Nahrungsmittel steigen rasant
Das Zeitalter der knappen Rohstoffe hat begonnen, doch die Politik reagiert nicht


Berlin, 25. Januar 2011 – „Kommt nach der Finanzspekulation jetzt eine Nahrungsmittelspekulation“, fragt der Bundesvorsitzende der NaturFreunde Deutschlands Michael Müller und warnt: „Seit Monaten steigen die Preise für Agrarrohstoffe, Metalle und Energie. Nach den Finanz- und Immobilienkrisen der letzten Jahre grasen die Heuschrecken nun die Rohstofffelder ab, ganz besonders dreist bei den Nahrungsmitteln. Der Umgang mit der Rohstoffknappheit ist eine Schlüsselfrage der nächsten Jahre. Bisher aber ist die Politik untätig.“

Seit den 1980er Jahren haben die Finanzinstitute das Kommando über die Wirtschaft übernommen. Die Welt ist seitdem geprägt von einer Arbitrage-Ökonomie, die mit den Unterschieden in Zeit und Raum spekuliert und nur noch den kurzfristigen Gewinn sucht. Nach den Folgen ihres Handelns fragt sie aber nicht.

Seit Monaten steigen die Preise für Agrarrohstoffe, Metalle und Energie. In den letzten zwölf Monaten stieg der Preis für Rohöl um knapp ein Drittel. Der Rohstoff-Preisindex des Hamburgischen Weltwirtschaftsinstitutes (HWWI) erhöhte sich im Jahr 2010 um 41,3 Prozent. Doch die großen Anbieter tun weiter so, als sei der Rohstoffmarkt ein freier Markt. Etwa der freie Markt von Deepwater Horizon und einem überfluteten Australien?

Tatsächlich nimmt die Spekulation bei steigender Nachfrage und einem immer knapper werdenden Angebot zu. Der Rohstoffsektor wird zu einem kurzfristig orientierten Kasino. Die Rohstofffrage beginnt auch, den Finanzmarkt zu dominieren: Seit dem Jahr 2005 haben fachfremde Anleger und Banken, Broker und Spekulanten das Kommando übernommen. In vielen Bereichen liegen die reinen Finanztransaktionen schon um ein Vielfaches höher als die ihnen zugrunde liegenden Rohstoffmengen. Die „Wandering Bubbles“ pumpen eine neue Spekulationsblase auf, ein ökologischer Kolonialismus wird aufgebaut.

Die knappen globalen Ressourcen sind eine strategische Machtquelle, die immer bedeutender wird. Längst haben Kartelle, große Fonds und direkte Verträge zwischen einzelnen Staaten den Markt ersetzt. Bei den Nahrungsmitteln riecht es nach neuen globalen Wanderungsbewegungen, bei anderen Rohstoffen sogar nach Krieg. Das Zeitalter der knappen Rohstoffe hat begonnen.

Der Umgang mit der Rohstoffknappheit ist eine Schlüsselfrage der nächsten Jahre. Bisher aber ist die Politik untätig. Die NaturFreunde Deutschlands fordern deshalb die Bundesregierung auf, endlich zu einem vernünftigen Regime im Umgang mit den knappen Ressourcen zu kommen.

Wir erwarten Vorschläge für eine Ressourcensteuer, für ein Programm zur Kreislaufwirtschaft, für internationale Fonds, die mehr Verteilungsgerechtigkeit schaffen und für einen Grenzsteuerausgleich, damit sich Volkswirtschaften gegen Umweltdumping schützen können. Vor allem aber erwarten wir eine strikte Sanktionierung der Externalisierung von Kosten zulasten der Allgemeinheit.

Nur: Wann endlich handelt die Bundesregierung?

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NaturFreunde: Die Agrarpolitik muss dringend nachhaltiger werden

Die Agrarpolitik muss dringend nachhaltiger werden
Subventionen sollten an ökologische Zusatzleistungen gekoppelt werden

Berlin, 20. Januar 2011 – Auch die NaturFreunde Deutschlands „haben es satt“ und rufen gemeinsam mit einem breiten Aktionsbündnis zur Demonstration für eine nachhaltige Agrarpolitik am 22. Januar in Berlin auf. An diesem Tag treffen sich auf Einladung der Bundesregierung Landwirtschaftsminister und Agrarkonzerne aus aller Welt zur ‚Grünen Woche‘ in Berlin.

„Die Agrarpolitik in Deutschland und der Welt widerspricht allen international verabredeten Zielen für eine nachhaltige Entwicklung“, erklärte Eckart Kuhlwein, Naturschutzexperte des Verbandes. Nicht nur der aktuelle Dioxin-Skandal in Deutschland zeige, dass sich die Lage bereits dramatisch zugespitzt habe.

Die industrialisierte Landwirtschaft fördere den Hunger in der Dritten Welt, schädige das Klima, die biologische Vielfalt, die Böden, die Wasserversorgung und die Qualität der Lebensmittel, so Kuhlwein. Europa müsse endlich durch eine Reform der gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) mit gutem Beispiel vorangehen.

Nach Auffassung der NaturFreunde müsse die bisherige GAP zu einer ökologisch orientierten Agrarpolitik weiterentwickelt werden, indem die Verteilung von Subventionen eng an die Bereitstellung ökologischer Zusatzleistungen gekoppelt werde. Dafür gebe es schon sehr konstruktive Vorschläge des zuständigen rumänischen EU-Kommissars Dacian Cioloș. Jetzt gehe es darum, dass auch Deutschland und Frankreich ihren Kurs änderten und mit der Rücksichtnahme auf die Großbauern, Agroindustrie und Chemie endlich Schluss machten.

Letzten Endes müsse das Europäische Parlament, das seit dem Lissabon-Vertrag in der Agrarpolitik mitbestimmen könne, die Ausbeutung der Natur stoppen. Geschehe dies nicht, müsse mit einem gewaltigen Vertrauensverlust in der Bevölkerung gerechnet werden. Europas Steuerzahler seien nicht mehr bereit, eine zerstörerische Agrarpolitik mit jährlich fast 60 Milliarden Euro zu unterstützen. Die Agrarpolitik müsse endlich auch wichtige Aufgaben zur Erreichung längst akzeptierter Nachhaltigkeitsziele übernehmen.

Die NaturFreunde verlangten deshalb eine multifunktionale, bäuerlich-ökologische Landwirtschaft mit globaler Verantwortung. Es gehe um eine Lebensmittelerzeugung, die – flächendeckend betrieben – ökologisch intakte Kulturlandschaften präge, Arbeitsplätze schaffe und Anliegen des Tierschutzes ebenso ernst nehme wie die Herausforderungen der globalen Entwicklung und des Klimaschutzes.

Mehr Informationen und Treffpunkt für NaturFreunde: www.kurzlink.de/wir-haben-es-satt

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NaturFreunde: Geplanter griechischer Grenzzaun ist ein Armutszeugnis für die europäische Außenpolitik

Geplanter griechischer Grenzzaun ist ein Armutszeugnis für die europäische Außenpolitik

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Wien, 20. Januar 2011
Die griechische Regierung plant, an der EU-Außengrenze zur Türkei einen Hochsicherheitszaun zu errichten. Dazu erklärt der Präsident der internationalen Naturfreundebewegung Manfred Pils: „Menschen, die aus Not ihre Heimat verlassen, dürfen nicht kriminalisiert werden. Nachdem wir 1989 endlich die letzte Mauer in Europa niedergerissen haben, errichten wir plötzlich neue Zäune und Mauern, anstelle die Ursachen der Migration in den Herkunftsländern zu bekämpfen und die Integration in Europa effizient zu gestalten – immerhin sind weite Teile der europäischen Wirtschaft, von der Alten- und Krankenpflege über den Tourismus oder die Landwirtschaft ohnehin bereits von MigrantInnen abhängig.“

Allein 200 Millionen Klimaflüchtlinge weltweit werden für die nächsten 30 Jahre prognostiziert. Schon jetzt befinden sich mehr als zehn Millionen Menschen auf der Flucht. Die meisten von ihnen finden in benachbarten Ländern Asyl. Nicht mal ein Prozent dieser Flüchtlinge erreicht die EU. 2010 wurden in Griechenland etwa 35.000 Menschen festgenommen, die über die grüne Grenze in die EU zu kommen versuchten – von interessierten Politikern und Medien zu einem „Flüchtlingsstrom“ hochstilisiert. Dabei sind 35.000 Flüchtlinge für die rund 500 Millionen Europäer keine echte Herausforderung. Doch die seit vielen Jahren von den Staaten an den EU-Außengrenzen eingeforderte Lösung, Flüchtlinge im Rahmen von Kontingenten auf alle EU-Mitgliedsstaaten zu verteilen, wird von vielen europäischen Ländern strikt abgelehnt. Erst dadurch werden Probleme in den Randländern der EU faktisch erzeugt, die dann mit menschenverachtenden Methoden „bekämpft“ werden müssen.

Anhaltelager, Abschiebegefängnisse, Polizeiboote und Hochsicherheitszäune mit Wärmebildkameras und Bewegungsmeldern sind die falsche Antwort auf die Herausforderung Migration – mit ihnen werden nur Schlepperorganisationen begünstigt, die den Flüchtlingen für den Weg in die EU tausende Euros abnehmen, obwohl viele dann wegen dieser Grenzsicherungsmaßnahmen ihr Leben lassen müssen. Sinnvoller für die EU wäre es, die eigentlichen Ursachen für die global zunehmende Migration zu bekämpfen durch eine Änderung der Agrar- und Fischereipolitik und die Förderung von Einkommensmöglichkeiten in den traditionellen Fluchtländern im Rahmen der Entwicklungszusammenarbeit. So zerstören etwa die sogenannten „Europäischen Partnerschaftsabkommen“ (EPA) regionale Handelskreisläufe in Afrika und gefährden Hunderttausende Arbeitsplätze.

Auch die große EU-Fischfangflotte trägt dazu bei, dass die Weltmeere leergefischt werden und Zehntausende Fischerfamilien beispielsweise an den afrikanischen Küsten ihre Existenzgrundlage verlieren. Durch den massiven Kauf von seltenen Metallen aus illegalem Raubbau tragen europäische Konzerne zudem eine Mitschuld an Bürgerkriegen und Vertreibungen in vielen Regionen der Welt.

„Die internationalen Naturfreunde setzen sich mit ihren Landesverbänden für eine humane Migrationspolitik in Europa ein, die Flüchtlinge aktiv integriert und ihnen neue Lebenschancen bietet. Dazu gehört auch einer Verteilung der Lasten auf alle europäischen Länder“ so Pils abschließend.

Die NFI ist der internationale Dachverband der Naturfreundebewegung mit mehr als 50 Mitglieds- und Partnerorganisationen. Als Mitglied der Green10 zählt sie mit 500.000 Mitgliedern zu den größten NGOs weltweit.


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Immer mehr Wetterextreme: Wo ist eigentlich der Bundesumweltminister?

Immer mehr Wetterextreme: Wo ist eigentlich der Bundesumweltminister?


Berlin, 14. Januar 2011 – Die Wetterextreme nehmen weltweit zu, doch von Dr. Norbert Röttgen (CDU) ist schon lange nichts mehr zu hören. „Gerade jetzt müsste der Bundesumweltminister mehr Klimaschutz in Deutschland und Europa fordern, es gibt keinen besseren Anlass“, erklärt Michael Müller, Bundesvorsitzender der NaturFreunde Deutschlands und ehemaliger Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesumweltministerium. „Was wir heute erleben, sind die Folgen der Treibhausgasemissionen vor Jahrzehnten. Diese sind allein im letzten Jahrzehnt nochmals um ein Drittel gestiegen. Die bisherigen Klimaschutzmaßnahmen reichen nicht. Wir müssen uns viel stärker anstrengen.“

Rund um den Globus gerät das Klima aus dem Lot. Schon der Sommer 2010 war geprägt von Wetterextremen. Große Gebiete Pakistans gingen unter, weil die vom Gletschereis gespeisten Flüsse immer mehr Wasser aufnehmen mussten. In Russland brannte angesichts anhaltend hoher Temperaturen über Wochen der Wald. In Mitteleuropa gab es Hochwasser. Die Andenstaaten erlebten einen extrem kalten Winter.

Und nun leiden große Landstriche Australiens an den Folgen des Temperaturanstiegs in den ozeanischen Deckschichten und der Klimaschwankungen (Oszillation). Die Wassermassen haben eine Fläche so groß wie ein Drittel Westeuropas überflutet. Und auf der anderen Seite Australiens wütet die Hitze mit Waldbränden und Trockenheit. Auch Brasilien erlebt gerade extremes Hochwasser und gewaltige Erdrutsche.

Nach dem Jahr der Naturkatastrophen 2010 beginnt auch das neue Jahr mit Extremen. Dabei muss berücksichtigt werden, dass die Folgen der steigenden Treibhausgasemissionen erst mehrere Jahrzehnte später sichtbar werden. Schon heute ist klar, dass sich der anthropogene Klimawandel beschleunigt. Viel Zeit wurde bisher verschwendet, um die Prozesse zumindest zu verlangsamen. Trotz des Kyoto-Vertrages stiegen die Treibhausgasemissionen im letzten Jahrzehnt um mehr als ein Drittel.

Und was sagt der Bundesumweltminister dazu? Welcher Anlass als die Zunahme weltweiter Wetterextreme wäre besser geeignet, mehr Klimaschutz in Deutschland und Europa zu fordern? Dies umso mehr, weil die von der Vorgängerregierung eingeleiteten Maßnahmen noch nicht ausreichen, um das beschlossene Ziel von minus 40 Prozent Treibhausgasemissionen bis zum Jahr 2020 zu erreichen. Doch von Dr. Norbert Röttgen (CDU), der sonst jede Gelegenheit nutzt, sich in den Medien zu platzieren, ist nichts zu hören.

Der Umweltminister ist für Umweltfragen zuständig, im Zentrum steht hierbei seit Anfang der neunziger Jahre der Klimawandel. Jetzt muss vielleicht gesagt werden: stand im Zentrum bei den Ministern Töpfer, Merkel, Trittin und Gabriel. Bis es zu Schwarz-Gelb kam.


Im Interesse der Sache:

Setzen Sie, Herr Dr. Röttgen, bitte den Schwerpunkt auf mehr Umwelt- und Klimapolitik in Berlin. Es ist Ihre Verpflichtung, die Stimme laut zu erheben, wenn das Klima verrückt spielt.

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NaturFreunde unterstützen die Initiative „Fackeln für Elbe und Donau“ am 29.01.2011

PM der Naturfreunde Deutschlands, Landesverbände Bayern, Sachsen – Anhalt und Sachsen e.V. vom 12.01.2011


NaturFreunde Bayern, Sachsen – Anhalt und Sachsen unterstützen die Initiative „Fackeln für Elbe und Donau“ am 29.01.2011

Eine bundesweite Aktion zum Schutz der Flüsse findet am 29. Januar 2011 statt. Die NaturFreunde Bayern, Sachsen und Sachsen – Anhalt rufen gemeinsam mit Bürgerinitiativen, Verbänden, Vereinen und Kirchen dazu auf, mit Lichtern und Fackeln an den Ufern der Elbe und Donau gegen Kanalisierung und Verbauung dieser in weiten Teilen noch verbliebenen naturnahen Flüsse zu protestieren. Der Widerstand richtet sich insbesondere gegen das Staustufenprojekt bei Decin, die Staustufenpläne für die frei fließende Donau zwischen Straubing und Vilshofen, gegen den geplanten Bau des Elbe-Saale-Kanals und gegen die Verengung und Vertiefung der Mittelelbe und Unterelbe. Es handelt sich dabei um jeweils fragwürdige Wasserstraßenprojekte, deren Sinnhaftigkeit die NaturFreunde hinterfragen. Wir fordern hierzu eine Offenlegung sämtlicher relevanter Daten, damit eine ökologische, ökonomische und soziale Bewertung stattfinden kann. NaturFreunde, und nicht nur sie, wollen informiert sein, um Prüfungen vornehmen zu können.

Eine Zubetonierung von frei fließenden Flüssen würde tote Flussrinnen hinterlassen, die dem europäischen Gedanken von vernetzten Naturlandschaften widerspricht. Es ist unverantwortlich, einmalige Kultur- und Naturlandschaften privatwirtschaftlichen Interessen der Bau-, Schifffahrt- und Energiewirtschaft zu opfern.


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NaturFreunde: Genehmigter Planfeststellungsbeschluss für A 100 überrascht nicht

Genehmigter Planfeststellungsbeschluss für A 100 überrascht nicht
NaturFreunde unterstützen Klagen gegen eine der teuersten Straßen Deutschlands


Berlin, 11. Januar 2011 – „Die Genehmigung des Planfeststellungsbeschlusses für den Weiterbau der Berliner A 100 vom Dreieck Neukölln zum Treptower Park ist ein weiterer verkehrspolitischer Schritt in die falsche Richtung“, erklärt Uwe Hiksch, stellvertretender Landesvorsitzender der NaturFreunde Berlin und Mitglied im Bundesvorstand der NaturFreunde Deutschlands. Hiksch empfiehlt: „Statt den motorisierten Individualverkehr zu fördern, wären die 420 Millionen Euro viel sinnvoller im Ausbau des Berliner Straßenbahnnetzes angelegt.“

Der Bau der A 100 zementiert die Ausrichtung der Investitionen auf den Autoverkehr und ist verkehrspolitisch falsch. Durch eine Politik der kleinen Schritte versucht die Berliner Senatsverwaltung Fakten für den unsinnigen Weiterbau der A 100 zu schaffen. Die Kleingärtner an der geplanten Trasse mussten bereits ihre Parzellen räumen, obwohl dies zum jetzigen Zeitpunkt in keiner Weise notwendig gewesen wäre. 

Die NaturFreunde werden im anstehenden Wahlkampf für das Berliner Abgeordnetenhaus deutlich machen, dass sie eine Neuorientierung in der Verkehrspolitik verlangen. Die noch immer feststellbare Ausrichtung auf den motorisierten Individualverkehr in Berlin muss beendet werden. Stattdessen müssen Investitionen in den öffentlichen Personennahverkehr fließen. Die NaturFreunde lehnen den Bau der A 100 ab und fordern, die frei werdenden Mittel in einen Ausbau des Berliner Straßenbahnnetzes umzulenken.

Der Bau des 3,2 Kilometer langen Abschnitts der A 100 soll 420 Millionen Euro kosten. Die A 100 würde damit zu einer der teuersten Straßen Deutschlands und massiv Autoverkehr direkt in die Innenstadt von Berlin lenken, statt für eine notwendige Entlastung der Berliner City vom Autoverkehr zu sorgen.

Der Planfeststellungsbeschluss soll in der zweiten Januarhälfte öffentlich ausgelegt werden. Nach dem Ende der Einsichtsfrist können dann innerhalb eines Monats beim Bundesverwaltungsgericht in Leipzig Klagen eingereicht werden. Als Mitglied in der Berliner Landesarbeitsgemeinschaft Naturschutz unterstützen die NaturFreunde die Klagen gegen diesen Planfeststellungsbeschluss.

Wenn vonseiten der SPD im Abgeordnetenhaus erklärt wird, dass „mit dem Planfeststellungsbeschluss zur Verlängerung der A 100 eine wichtige Etappe für eines der bedeutendsten Infrastrukturprojekte Berlins absolviert wurde“, wird mehr als deutlich, dass innerhalb der SPD eine nachhaltige Verkehrspolitik für Berlin derzeit keine Mehrheit hat.

Insofern erwarten die NaturFreunde von den Parteien DIE LINKE und Bündnis 90/Die Grünen, dass sie ihre Ablehnung gegen die A 100 im Wahlkampf klar vertreten und die Ablehnung des Weiterbaus der A 100 zu einer Sollbruchstelle für einen Koalitionsvertrag in Berlin erklären.

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NaturFreunde: Münchner Olympia-Bewerbung überzeugt nicht

Münchner Olympia-Bewerbung überzeugt nicht
Optimaler Umwelt- und Klimaschutz muss der Maßstab für Großveranstaltungen sein


Berlin, 10. Januar 2011 – In dieser Woche werden die Bewerbungsunterlagen für die 2018 in München geplanten Olympischen Winterspiele dem Internationalen Olympischen Komitee überreicht. „München wird zweifellos stärker als andere Bewerberstädte darauf achten, dass es ‚moderne‘ Winterspiele werden“, erklärt Michael Müller, Bundesvorsitzender der NaturFreunde Deutschlands. Doch Müller warnt: „Der Maßstab der Bewertung darf nicht der Vergleich mit den anderen konkurrierenden Städten sein. Es geht bei der Münchner Olympia-Bewerbung um eine Großveranstaltung in den ökologisch äußerst sensiblen Alpen. Der Umwelt- und Klimaschutz muss heute der Maßstab für derartige Ereignisse sein.“

Die Befürworter von Olympia 2018 in München und Garmisch-Partenkirchen verweisen zwar auf die Vorteile der Olympischen Spiele für das Image der Bundesrepublik: fröhliche Spiele, weltweite Aufmerksamkeit, Auftrieb für den Wintersport, Förderung des Tourismus. Sie reden aber kaum über die andere Seite, die zunehmende Zerstörung der Alpen. Dabei ist es längst nicht mehr möglich, derartige Großveranstaltungen ohne eine fundierte ökologische Bewertung zu betrachten.

Der Schutz der Alpen steht noch immer nicht im Zentrum der Diskussion. Auch bei der jüngsten Werbeveranstaltung im „Aktuellen Sportstudio“ des ZDF am 8. Januar 2011 spielte dieses Thema keine Rolle. Dabei sind die Alpen eine durch den Klimawandel besonders gefährdete Region, die Erderwärmung ist hier weit stärker ausgeprägt als in anderen Gebieten Europas. Die Folgen sind sowohl für die biologische Vielfalt gravierend als auch für den Wasserkreislauf: Permazonen weichen auf, Hänge rutschen, Gletscher sterben. Die wunderbare Bergwelt der Alpen ist auch das Wasserschloss Europas und reguliert Flüsse und Grundwasser.

Der Schutz der Natur darf nicht nur am Rande behandelt werden: Für uns alle ist er lebenswichtig. Bisher ist das von der Bewerbergesellschaft vorgelegte Konzept nicht überzeugend. Die Bewerbergesellschaft greift das Thema zwar auf, klebt aber nur kleine Pflaster auf die nicht zuletzt selbst erzeugten Wunden.

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NaturFreunde: Jährlich 370 Tonnen neuer hoch radioaktiver Abfall in Deutschland

Jährlich 370 Tonnen neuer hoch radioaktiver Abfall in Deutschland
AKW müssen jetzt abgeschaltet werden, der Atommüll darf nicht weiter zunehmen

Berlin, 7. Januar 2011 – Jedes Jahr produzieren deutsche Atomkraftwerke etwa 370 Tonnen neuen hoch radioaktiven Abfall, teilte die Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN mit (www.kurzlink.de/immer-mehr-risiko). „Sie wissen zwar, wie viel Atommüll anfällt. Aber sie wissen immer noch nicht, wo sie ihn lassen sollen“, kritisiert das Vorstandsmitglied der NaturFreunde Deutschlands Uwe Hiksch. „Die für die Ewigkeit gedachten sogenannten ‚sicheren Endlager’ sind nach nur drei Jahrzehnten bereits Ruinen. Für den kurzfristigen Profit der Atomkonzerne werden unzählige Generationen mit einer extrem gefährlichen Hypothek belegt. Der Atomwahnsinn muss jetzt aufhören.“

Bereits für dieses Frühjahr ist ein neuer Castortransport in das mecklenburg-vorpommersche Lubmin geplant. Das Zwischenlager in Lubmin wird von der Bundesregierung zum neuen „Atomklo“ Deutschlands ausgebaut. Diese Transporte müssen sofort aufhören, denn Atomkraftwerksbetreiber und die atomkraftbefürwortenden Bundesregierungen haben sich völlig verplant und in den letzten Jahrzehnten mit den sogenannten „Zwischen- und Endlagerkonzepten“ einen ökologischen und sicherheitstechnischen Irrweg eingeschlagen.

Schließlich gibt es nirgendwo auf der Welt einen sicheren Ort, an dem der hochgefährliche Atommüll für einen Zeitraum von bis zu einer Million Jahren zuverlässig von der Biosphäre abgeschirmt werden kann. Gescheitert sind auch die Versuche in Deutschland, schwach- und mittelradioaktiven Atomabfall unterirdisch in ehemaligen Salzbergwerken zu lagern. So muss jetzt das bereits abgesoffene Bergwerk Asse II unter Milliardenaufwand wieder geräumt werden, um größere Gefahren abzuwenden. Alle von den sogenannten Atomexperten abgegebenen Gutachten und Sicherheitsprognosen waren nur Makulatur. Die sogenannten „sicheren Endlager“ gibt es nicht.

Die tatsächliche Situation in den sogenannten „Endlagern“:

Asse II: Das 1967 als sogenanntes Versuchsendlager im ehemaligen Salzbergwerk Asse II bei Wolfenbüttel in Betrieb genommene Endlager war von Anfang an für eine Lagerung von Atommüll nicht geeignet. Alle Bedenken und Hinweise von Anti-Atom-Initiativen wurden in den Wind geschlagen und das Lager in Betrieb genommen. Bis 1978 wurden von Atomkraftwerksbetreibern 126.300 Fässer mit Betriebsabfällen in das ehemalige Salzbergwerk gekippt. Großspurig wurde damals angekündigt, dass hiermit der Endlagernachweis erbracht worden sei. 30 Jahre später aber mussten die Atombetreiber zugeben, dass das Bergwerk absäuft. Jeden Tag fließen elf Kubikmeter Lauge ins Bergwerk. Das Risiko, dass dadurch Radioaktivität ins Grundwasser gelangt, ist enorm hoch.

Morsleben: Von Anfang an war bekannt, dass das ehemalige Salzbergwerk Morsleben in Sachsen-Anhalt nicht wasserdicht ist und Grundwasser in das Bergwerk gelangt. Trotzdem wurde es von der DDR ab 1971 als Endlager genutzt und nach der Wiedervereinigung weiter betrieben. Nach einem jahrelangen juristischen Kampf mussten die Betreiber im Jahr 1998 die Einlagerung von schwach radioaktiven Abfällen stoppen. Nur wenige Jahre später, im November 2001, stürzte ein 4.000 Tonnen schwere Gesteinsbrocken von der Grubendecke in das Bergwerk. Nun müssen aus Steuermitteln Kosten in Milliardenhöhe übernommen werden, um die Grube zu verfüllen.

Schacht Konrad: Ähnlich sieht es beim Schacht Konrad bei Salzgitter aus, einer stillgelegten Eisenerzgrube, die im Jahr 2002 von der SPD-Landesregierung in Niedersachsen als „Endlager“ genehmigt wurde. Auch hier lag keinerlei ausreichender Nachweis für die Sicherheit des ehemaligen Bergwerks vor. Die Genehmigung von Schacht Konrad als sogenanntes Endlager ist nichts weiter als der nächste Versuch der Atomlobby, eine Möglichkeit für das Vergraben von Atommüll zu finden, da Morsleben und Asse nicht mehr zur Verfügung stehen. Auf die gesundheitlichen Risiken für Mensch und Natur wird dabei keine Rücksicht genommen.

Durch die Laufzeitverlängerung der deutschen Atomkraftwerke nimmt die schwarz-gelbe Bundesregierung billigend in Kauf, dass mindestens 5.000 weitere Tonnen hoch radioaktiver Atommüll produziert wird. Auch dieser muss irgendwo gelagert und bewacht werden. Diese Mengen an Atommüll machen mehr als deutlich, dass der sofortige Ausstieg aus der Atomenergie eine ökologisch und sicherheitstechnisch richtige Forderung ist. Der Gesellschaft werden immer neue langfristige Risiken und Kosten aufgebürdet – nur um den Atomkonzernen einen kurzfristigen Profit zu ermöglichen.

Die NaturFreunde werden sich weiter aktiv am Widerstand gegen die Castortransporte beteiligen, die nur dazu dienen, die Laufzeitverlängerung der Atomkraftwerke abzusichern.

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NaturFreunde: Geplanter griechischer Grenzzaun ist menschenverachtend


Berlin, 6. Januar 2011 – Die griechische Regierung plant, an der EU-Außengrenze zur Türkei einen Hochsicherheitszaun zu errichten. Dazu erklärt das Vorstandsmitglied der NaturFreunde Deutschlands Uwe Hiksch:

„Die geplanten Grenzanlagen werden allein den Schlepperbanden mehr Profit bescheren, statt die in Not geratenen Flüchtlinge wirklich aufzuhalten. Sinnvoller für die EU wäre es, die eigentlichen Ursachen für die global zunehmende Migration zu bekämpfen. Schließlich ist die unsoziale Wirtschaftspolitik der EU mitverantwortlich für Armut, Flucht und Vertreibung in den Herkunftsstaaten der Flüchtlinge.“

Allein 200 Millionen Klimaflüchtlinge weltweit werden für die nächsten 30 Jahre prognostiziert. Schon jetzt befinden sich mehr als zehn Millionen Menschen auf der Flucht. Die meisten von ihnen finden in benachbarten Ländern Asyl. Nicht mal ein Prozent dieser Flüchtlinge erreicht die EU.

2010 wurden in Griechenland etwa 35.000 Menschen festgenommen, die über die grüne Grenze in die EU zu kommen versuchten – von interessierten Politikern und Medien zu einem „Flüchtlingsstrom“ hochstilisiert. Dabei sind 35.000 Flüchtlinge für die rund 500 Millionen Europäer keine echte Herausforderung. Doch die seit vielen Jahren von den Staaten an den EU-Außengrenzen eingeforderte Lösung, Flüchtlinge im Rahmen von Kontingenten auf alle EU-Mitgliedsstaaten zu verteilen, wird von der Bundesregierung strikt abgelehnt. Das ist menschenverachtend und nicht akzeptabel.

Der Bau eines Hochsicherheitszaunes an der EU-Außengrenze stellt zudem einen Verstoß gegen die Menschenrechte dar. Mit diesem Grenzzaun, der mit Wärmebildkameras und Bewegungsmeldern gesichert werden soll, wird die EU immer weiter zu einer Festung ausgebaut.

Obwohl die EU durch ihre unsoziale Wirtschaftspolitik mitverantwortlich ist für Armut, Flucht und Vertreibung, versucht sie nicht, die Fluchtursachen zu bekämpfen. Durch die einseitige Ausrichtung der EU-Handelspolitik auf die Exportbedürfnisse der europäischen Wirtschaft werden zum Beispiel in Afrika bewusst Arbeits- und Verdienstmöglichkeiten zerstört. So zerstören etwa die sogenannten „Europäischen Partnerschaftsabkommen“ (EPA) regionale Handelskreisläufe in Afrika und gefährden Hunderttausende Arbeitsplätze.

Auch die große EU-Fischfangflotte trägt dazu bei, dass die Weltmeere leergefischt werden und Zehntausende Fischerfamilien beispielsweise an den afrikanischen Küsten ihre Existenzgrundlage verlieren. Durch den massiven Kauf von seltenen Metallen aus illegalem Raubbau tragen europäische Konzerne zudem eine Mitschuld an Bürgerkriegen und Vertreibungen in vielen Regionen der Welt.

Die Reaktion, den Auswirkungen dieser unsozialen Außenhandelspolitik auch noch mit Grenzzäune zu begegnen, ist geradezu zynisch und inhuman. Solche Grenzanlagen werden keinen Flüchtling, der in Not ist, davon abhalten, den Versuch zu unternehmen, die EU-Außengrenze zu überwinden. Sie werden aber dazu beitragen, dass Schlepperbanden, die Schleichwege zur Überwindung solcher Barrieren anbieten, noch mehr Profit von den Hilfesuchenden einstreichen können.

Die NaturFreunde Deutschlands werden sich dafür einsetzen, dass diese Grenzanlagen nicht gebaut werden dürfen. Solche Zäune sind mit einer humanitären Migrationspolitik nicht vereinbar. Gemeinsam mit migrationspolitischen und menschenrechtlichen Gruppen und Initiativen werden sich die NaturFreunde für eine humane Migrationspolitik in Deutschland und in der EU einsetzen, die Grenzen abbaut und in Not geratenen Flüchtlingen hilft.

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NaturFreunde: Der kalte Winter – kein Grund zur Entwarnung

Der kalte Winter – kein Grund zur Entwarnung
Wetterextreme sind Alarmzeichen für Klimawandel


Berlin, 30.12.2010 – Die Klimaskeptiker behaupten, dass der kalte Winter ein eindeutiger Beleg sei, dass es keinen Klimawandel gibt. Das Weltbild der (in der Regel) Herren, für die die Erde immer noch eine Scheibe ist, bleibt einfach. Bei dieser extremen Kälte ist die Erderwärmung die Behauptung einiger weniger „Deindustrialisierer“ und „Wohlstandsvernichter“, die mit dem Kohlendioxid gewaltige Geschäfte machen wollen.

Das Problem ist nur, dass dies mit wissenschaftlicher Seriosität nichts zu tun hat. Klimaforschung ist langfristig, während Wetter kurzfristig gebildet wird. Der Klimawandel geht von langfristigen Veränderungen aus, in den Anpassungsperioden nehmen vor allem die Wetterextreme zu. Insofern ist gerade das Jahr 2010 mit seiner Vielzahl von Extremen, die eine Spur rund um die Welt gezogen haben, ein alarmierendes Warnsignal, dass das Klimasystem aus dem Lot gerät.

Die Warnungen vor dem Klimawandel basieren auf drei Hauptsäulen:

  • der Paläoklimatologie, die ihre Erkenntnisse vor allem aus Eiskernen und Kalkablagerungen in der Tiefsee zieht;
  • Datenblättern aus den Wetteraufzeichnungen, insbesondere der letzten 150 Jahre;
  • Computersimulationsmodelle, die trotz unterschiedlicher Annahmen in höchst komplexen Rechnungen zu Ergebnissen kommen, die in den Erwärmungstendenzen nur geringfügig voneinander abweichen

Viele dieser Szenarien sind in den letzten Jahren von der Wirklichkeit sogar übertroffen worden. So sind wichtige Aussagen im 4. Sachstandsbericht des Weltklimarates (IPCC) zu konservativ ausgefallen, zum Beispiel gilt das für den erwarteten Anstieg des Meeresspiegels.

Es gibt keinen Grund zur Entwarnung. Auch die extreme Kälte in Europa passt ins Bild. Die Anstrengungen müssen im Gegenteil verstärkt werden, alles andere wäre die Welt als Scheibe zu beschreiben.

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NaturFreunde: Die Tricks der Energiekonzerne – höhere Preise zu Lasten der Verbraucher


Berlin, 29.12.2010 – Im Januar 2011 erhöht jeder zweite Stromanbieter im Schnitt um knapp sieben Prozent die Preise. In der Spitze belaufen sich die Preissteigerungen sogar auf 19 Prozent. Die rund 600 Nimmersatts nehmen sich was sie nur können, von einem durchschnittlichen Haushalt rd. 70 Euro pro Jahr. Geschätzt wird ein zusätzlicher Gewinn von rund 30 Milliarden Euro.

Um die Stromkosten zu steigern, ist den Energiekonzernen jedes Argument recht. Die Verlängerung der Laufzeit von Atomkraftwerken wurde damit begründet, dass der Strom dann billiger sei. Merkwürdig nur, dass der Preis in den beiden Atomländern Bayern und Baden-Württemberg höher als im Rest der Republik liegt.

Und seit Jahren behaupten sie, der Ausbau der erneuerbaren Energien treibt die Stromkosten in die Höhe. Dass sie ab-geschriebene Kraftwerke gegen Investitionen in neue Anlagen stellen, das wird natürlich nicht erwähnt.

Auch nicht, dass alle Studien zeigen, dass die neuen Energieanbieter in den letzten Jahren deutlich günstiger geworden sind und die Preise weiter sinken, während die traditionellen Brennstoffe deutlich teurer geworden sind. Der Trend ist eindeutig, so dass viele erneuerbare Energien in wenigen Jahren preisgünstiger sein werden als Strom aus Kohle oder Atom.

Und auch die Vorteile, die sie beim Emissionshandel hatten, bei denen ihnen in Milliardenhöhe Zertifikate kostenlos zugewiesen wurden, wurden nicht einmal zu einem geringen Anteil für Preissenkungen genutzt.

Es fehlt auf dem Strommarkt an Transparenz und Wettbewerb. Das ermöglicht vor allem den vier großen Stromkonzernen – EnBW, E.on, RWE und Vattenfall, die rund 80 Prozent des Strommarktes beherrschen – die Preise zu diktieren, weil sie nicht am funktionierenden Markt gebildet werden. Alles, was sie in den letzten Jahren kriegen konnten, haben sie zu ihrem Vorteil genommen und kaum etwas an die Verbraucher weitergegeben. So auch jetzt.

Es wird Zeit, der Regulierungsbehörde mehr Macht und bessere Kontrollmöglichkeiten zu geben. Wer unter Markt-wirtschaft nur höhere Preise versteht, der darf sich nicht wundern, wenn die öffentliche Hand dieses miese Spiel nicht mitmacht, sondern die Preisbildung nicht länger allein den Vorstandsetagen überlässt. Wo bleiben eigentlich die zu-ständigen Minister Rainer Brüderle und Norbert Röttgen? Von beiden ist nichts zu hören. Ist das die Energierevolution, die sie so groß angekündigt haben?

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NaturFreunde: Castor-Proteste in Lubmin waren ein großer Erfolg



Für 12.3.2011 Anti-Atom-Menschenkette von Stuttgart nach Neckarwestheim geplant

Berlin, 17. Dezember 2010 – Zum Castortransport nach Lubmin erklärt das Vorstandsmitglied der NaturFreunde Deutschlands Uwe Hiksch: „Auch wenn die Demonstranten den Castortransport letztlich nur kurz aufhalten konnten, haben sie doch für weitere bundesweite Aufmerksamkeit für das nach wie vor ungelöste Atom-Endlager-Problem gesorgt. Und die Bewohner von Lubmin, Greifswald und Mecklenburg-Vorpommern haben gesehen, dass es sehr viele Menschen gibt, die sich aktiv für eine gute Zukunft für alle engagieren. Das wird auch anderen Menschen Mut für eine Teilnahme an den nächsten Aktionen machen.“

Die Proteste gegen die Atomkraft sind kreativ und entschlossen. Dass sich auch die Menschen in Mecklenburg-Vorpommern die unverantwortliche Atompolitik der schwarz-gelben Bundesregierung nicht einfach so gefallen lassen, hatten schon am 11. Dezember in Greifswald die rund 4.000 Teilnehmer der großen Demonstration gegen die Castortransporte ins Ostseebad Lubmin deutlich gemacht.

Viele kreative Proteste folgten: Lichter- und Menschenketten, Laternenumzüge und Mahnwachen, dann die gestrigen Sitzblockaden. Allen Teilnehmern, die sich trotz Kälte und Schnee dem Castortransport entgegen stellten, gebührt großer Respekt. Zwar konnten sie den Transport letztlich nur kurz aufhalten, doch sorgten sie für weitere bundesweite Aufmerksamkeit für das nach wie vor ungelöste Atom-Endlager-Problem.


Im Norden und im Süden: Der Widerstand geht weiter

Die Aktionen hatten auch einen wichtigen Effekt für die Bewohner von Lubmin, Greifswald und Mecklenburg-Vorpommern. Sie haben gesehen, dass es sehr viele Menschen gibt, die sich aktiv für eine gute Zukunft engagieren. Das wird auch anderen Menschen Mut machen: Die für das Frühjahr 2011 geplanten nächsten Castortransporte nach Lubmin werden sicherlich von noch größeren Protesten begleitet werden. Gemeinsam mit dem mecklenburg-vorpommerschen Landesverband und der Greifswalder Ortsgruppe werden sich auch die NaturFreunde Deutschlands weiter im Widerstand gegen die Castortransporte engagieren.

Zudem sind für das nächste Jahr weitere große Proteste gegen die unverantwortliche Atompolitik der Bundesregierung geplant: am 12. März 2011 eine große Menschenkette von Stuttgart zum Atomkraftwerk Neckarwestheim und weitere Demonstrationen am 25. April 2011 (Ostermontag) anlässlich des 25. Jahrestages der Katastrophe von Tschernobyl.

Auch in den vielen Wahlkämpfen im nächsten Jahr werden sich die NaturFreunde dafür einsetzten, dass keine Stimmen an die Atomkraftparteien vergeben werden und die Wahlkämpfe mit einer klaren Forderung an die Parteien nach sofortigem Ausstieg aus der Atomenergie verbunden werden.

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Klimawandel verstehen: NaturFreund gewinnt Wissenschaftspreis

Klimawandel verstehen: NaturFreund gewinnt Wissenschaftspreis
Helmholtzgemeinschaft prämiert Vermittlung der Ursachen und Folgen des Klimawandels


Berlin, 16. Dezember 2010 – Das Umweltforschungszentrum der Helmholtzgemeinschaft hat Dr. Kai Niebert, Bundesleiter der Naturfreundejugend Deutschlands und Mitglied des Bundesvorstands der NaturFreunde Deutschlands mit dem Preis „Wissenschaft verstehen“ ausgezeichnet. Sieger wurde der promovierte Didaktiker mit seiner anschaulichen Doktorarbeit zum Thema „Den Klimawandel verstehen“.

Niebert zeigt in seiner Arbeit anschaulich die drängende Herausforderung der Vermittlung von wissenschaftlichen Ergebnissen in die Gesellschaft. „Wir müssen die vielen guten wissenschaftlichen Erkenntnisse zur Bremsung des Klimawandels auch in das alltägliche Leben der Menschen übertragen. Nur so haben wir überhaupt eine Chance, den Klimawandel aufzuhalten“, erklärte Niebert. „Dabei reicht es längst nicht, nur erkannt zu haben, wie der Klimawandel unsere Lebensgrundlagen bedroht. Wir müssen auch wissen, was jeder Einzelne dagegen tun kann.“

Die didaktische Arbeit Nieberts steht in der langen Tradition der NaturFreunde: Seit mehr als 100 Jahren führen die NaturFreunde Menschen in die Natur, um sich dort zu erholen und zu bilden und dann aktiv an der Gesellschaft teilhaben und diese auch mitgestalten zu können. Im Mittelpunkt des Engagements der NaturFreunde steht ein nachhaltiger und klimafreundlicher Lebensstil, um eine gute Zukunft für alle Menschen zu ermöglichen.

Dr. Kai Niebert arbeitet als Naturwissenschaftsdidaktiker an der Leibniz Universität Hannover und forscht dort über Alltagsvorstellungen zu verschiedenen naturwissenschaftlichen Themen. Darüber hinaus engagiert er sich für eine generationengerechte Klimapolitik.

Zusatzinformationen zum Wettbewerb www.kurzlink.de/Klimawandelverstehen

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NaturFreunde: Klimadiplomatie im Bummelzug gegen die Erderhitzung


Berlin, 13. Dezember 2010 – „Ja, es gab Fortschritte in Cancún, aber wieder keinen Durchbruch“, fasst Michael Müller, Bundesvorsitzender der NaturFreunde Deutschlands und ehemaliger Staatssekretär im Bundesumweltministerium die Ergebnisse der Weltklimakonferenz in Mexiko zusammen. „Kaum einer glaubt noch daran, dass die globale Erderwärmung tatsächlich unter zwei Grad Celsius gehalten werden kann. Das ist schon ein unzureichender Wert, weil er bereits erhebliche Teile der Welt dem Klimawandel opfert. Wir dürfen auch nicht vergessen, dass schon einmal von einer Erwärmungsobergrenze von 1,5 Grad Celsius die Rede war. Längst holen uns die Fakten ein, weil mehr geredet als gehandelt wird.“

Die Dekade 2001 bis 2010 war das wärmste Jahrzehnt seit Beginn der direkten Wettermessungen von 1850. Sie war um 0,46 Grad Celsius wärmer als die Zeit zwischen 1961 und 1990. Tagtäglich erleben Millionen Menschen, dass sich ihre Lebensbedingungen radikal verändern, besonders in den Entwicklungsländern Bangladesch, Pakistan, Birma oder Honduras. Aber das Problem ist global: Auch die reichen Staaten Taiwan, Saudi-Arabien und Australien gehören zu den zehn Staaten, die derzeit am stärksten von immer häufigeren Wetterextremen betroffen sind. In den nächsten Jahrzehnten werden jedoch alle Länder die Folgen der Erwärmung zu spüren bekommen, die man besser Erderhitzung nennen sollte, weil so die dahinter stehende Dramatik besser zur Geltung kommt.

Ein neuer Geist der Zusammenarbeit: Jeder will mitmachen

Nach der Konferenzkatastrophe von Kopenhagen ging es in Cancún um Minimalziele, von Anfang an waren die Ansprüche zwei Nummern bescheidener. Dafür waren die Beratungen deutlich zielgerichteter und ein neuer Geist der Zusammenarbeit war zu spüren.

Sogar Fortschritte im Verhandlungsmarathon gab es: beim Waldschutz, bei der Finanzierung von Anpassungsmaßnahmen und einem „grünen Fonds“ oder beim Zugang zu Öko-Techniken. Auch bewegt sich in vielen Staaten real etwas: Brasilien etwa will das Amazonasgebiet ernsthaft schützen, China setzt auf Energieeffizienz und erneuerbare Energien, Südafrika verfolgt ehrgeizige Umbauziele für eine umweltverträgliche Stromversorgung. Selbst Staaten, die anfangs noch völlig konträr zum Klimaschutz standen, wollen nun mitmachen, wenn auch nur mit grundsätzlichen Zusagen. Das ist alles durchaus bemerkenswert, aber eben kein Durchbruch.


Zusagen bleiben unverbindlich und werden nicht eingehalten

Die Zusagen bleiben weiterhin unverbindlich, geschweige denn, dass es eine Sanktionierung bei Nichteinhaltung geben soll. Denn die Einigung von Cancún wurde nur deshalb möglich, weil das Dokument nicht mit konkreten Reduktionszahlen für Länder wie China oder die USA unterlegt wurde.

Bei den Klimaverhandlungen geht weiter nicht nur nichts gegen die „gelähmten“ USA, sondern mittlerweile auch nichts gegen die selbstbewussten Schwellenländer Brasilien, China, Indien und Südafrika, deren empörtes Zurückweisen internationaler Verpflichtungen angesichts ihres rasanten wirtschaftlichen Aufholprozesses aber zunehmend zur Phrase wird. Und die EU verspielt kontinuierlich ihre Chance als Motor für den sozial-ökologischen Umbau – und damit auch Marktchancen. Weiterhin werden Zusagen gemacht, ohne sie einzuhalten. Deutschland ist hier auch kein Vorbild.

Zwar gibt es in vielen gesellschaftlichen Bereichen ein neues Denken und neue Akteure, zum Beispiel die aufblühende Industrie der erneuerbaren Energien. Aber noch immer dominieren die durch die Krise diskreditierten Wirtschaftsakteure, die das alte System angetrieben haben und kaum zu Veränderungen bereit sind. Gelernt wurde wenig daraus, denn ein globaler Investitionsplan würde starke wirtschaftliche Impulse setzen, Arbeitsplätze schaffen und das Klima schützen. Ein ökologischer New Deal wäre ein wichtiger Beitrag für wirtschaftliche Stabilität und den Klimaschutz.


Großer Durchbruch wieder einmal verschoben

Cancún machte die Flamme nicht aus, die Hoffnung lebt. Konkrete Entscheidungen und der große Durchbruch wurden jedoch wieder einmal verschoben. So soll nun die Weltklimakonferenz 2011 im südafrikanischen Durban erreichen, dass die Weltgemeinschaft 20 Jahre nach dem Erdgipfel von Rio endlich einen Anschlussvertrag hat.

Eine Klimadiplomatie im Bummelzug ist aber ein schlechtes Zeichen für die bereits von den Wetterextremen betroffenen Menschen. Für sie ist die Erderhitzung längst real, die immerhin einen Bremsweg von mindestens 40 Jahren hat.

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Naturfreundejugend Bayern für intakte Natur im Isental


Prestigeprojekt A94-Isentaltrasse führt nur zu mehr Schulden und Umweltzerstörung

Berlin, 9. Dezember 2010 – Am 24. November 2010 bestätigte der Bayerische Verwaltungsgerichtshof (VGH) in München die Zulässigkeit der sogenannten Isentaltrasse der Bundesautobahn A 94 durch das oberbayerische Isental. „Damit hat sich das Gericht dem Druck der oberbayerischen Regierung gebeugt, die das ökonomisch und ökologisch höchst fragwürdige Projekt seit 34 Jahren durchzusetzen versucht“, so Leonhard Seidl, Jugendbildungsreferent der Naturfreundejugend Bayerns.

Die Naturfreundejugend Bayern lehnt den Bau der A 94 durch das Isental strikt ab. Die sogenannte Isentaltrasse würde eine Schneise der Verwüstung schlagen durch eine der letzten nahezu unberührten Flusslandschaften in Bayern mit Resten eines ursprünglichen Auwaldes. Teile des Isentals sind geschützte Flora-Fauna-Habitate (FFH), die laut eines Urteils des Europäischen Gerichtshofes (EuGH) einen klaren europäischen Schutzanspruch genießen, selbst wenn sie noch nicht förmlich in die Brüsseler Liste eingetragen wurden. Insofern halten wir die Urteilsbegründung des VGH, dass „erhebliche Beeinträchtigungen für die vom europäischen Naturschutzrecht geschützten Tier- und Pflanzenarten“ nicht gegeben seien, für nicht nachvollziehbar.

Als Vertreter der jungen Generation, die die Konsequenzen der horrenden Staatsverschuldung und der allgegenwärtigen Umweltzerstörung maßgeblich zu tragen hat, empfehlen wir dringend, die kostengünstigere und umweltverträglichere Alternative des Ausbaus der bereits bestehenden Bundesstraße B 12 zu wählen. Wie das renommierte Verkehrsberatungsbüro Vieregg-Rössler feststellte, das bereits die zu erwartenden Kosten für den ehemals geplanten Transrapid korrekt berechnet hatte, würde der Neubau der A 94 rund 400 Millionen Euro kosten, der Ausbau der bereits bestehenden Bundesstraße B 12 aber lediglich etwa 200 Millionen Euro. Selbst wenn die bayerische Staatsregierung von nur etwa fünf Prozent Mehrkosten für die Isentaltrasse ausgeht, bleibt das entscheidende Gegenargument der erwartete Umweltschaden, der monetär nicht aufzuwiegen ist.

Auch das Gericht hatte immer wieder betont, dass die Isentaltrasse nicht die bessere Trasse sei. Die ökologisch und finanziell sinnvollere Lösung bleibt der Ausbau der B 12. Damit könnte auch den leidgeprüften Anwohnern der B 12, den hohen Unfallzahlen und den nachfolgenden Generationen verantwortungsvoll begegnet werden.

Die Naturfreundejugend Bayern wird kein Prestigeobjekt im Sinne des rasenden, kapitalistischen Zeitgeistes unterstützen, sondern kämpft weiterhin für eine intakte Natur im Isental. Der Schutz der Natur hat für uns oberste Priorität. Wir werden unseren friedlichen, aber entschlossenen Widerstand gegen den Bau der A 94 weiter intensivieren, bis die schwarz-gelbe bayerische Landesregierung ihren verkehrspolitischen Kurs geändert hat.

Zusätzliche Informationen www.kurzlink.de/keonda-isentaltrasse

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NaturFreunde: Auch die Fußball-Weltmeisterschaft in Südafrika zeigte: Allein die Schulden bleiben

Kommerzialisierung des Spitzensports schadet dem Breitensport

Auch die Fußball-Weltmeisterschaft in Südafrika zeigte: Allein die Schulden bleiben

Berlin, 7. Dezember 2010 – Zu den Folgen der Fußball-Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika erklärt Uwe Hiksch, Mitglied im Bundesvorstand der NaturFreunde Deutschlands: „Nachdem der Weltfußballverband FIFA mit der WM 2010 etwa 3,3 Milliarden Euro verdient hat, sitzt Südafrika nun auf einem großen Schuldenberg. Allein die zehn Stadien, die extra für die WM gebaut oder modernisiert wurden, verursachen einen Kostenaufwand von jährlich 150 Millionen Euro. Der Spitzensport braucht einen radikalen Umbau, denn große Sportkonzerne und Verbände wie die FIFA verdienen an der Kommerzialisierung des Spitzensportes immense Milliardenbeträge, während der Breitensport immer mehr eingeschränkt werden muss.“

Würde man allein den Aussagen der FIFA glauben, war die Fußball-Weltmeisterschaft für Südafrika und den Fußballsport eine einzige Erfolgsgeschichte: Für die 64 WM-Spiele wurden 3,18 Millionen Eintrittskarten verkauft, die Bilder aus Südafrika waren harmonisch und schön.

Tatsächlich kann die FIFA mit den Ergebnissen der WM zufrieden sein: Sie machte mit der WM 2010 einen Profit von 3,3 Milliarden Euro, bei der WM 2006 in Deutschland lag der Gewinn noch bei etwa 1,9 Milliarden Euro. Für die FIFA war der Trip nach Südafrika also durchaus profitabel. Ein Skandal aber ist, dass von diesen enormen Gewinnen der Staat Südafrika keinen Cent erhält: Südafrika musste der FIFA bereits im Vorfeld der WM völlige Steuerfreiheit einräumen – wie andere Ausrichterstaaten auch.

An der WM gut verdient hat auch die deutsche Wirtschaft. Im Vorfeld der WM wurden Aufträge im Gesamtvolumen von mehr als 1,5 Milliarden Euro an deutsche Unternehmen vergeben. Hier waren vor allem Großkonzerne wie Siemens (Ausbau der Energieversorgung), Daimler (neue Busse) oder die Architektengruppe „von Gerkan, Marg und Partner“ (gmp) aus Hamburg beteiligt. gmp hatte die Ausschreibungen für die Stadienentwürfe in Port Elizabeth, Durban und Kapstadt gewonnen.

Dies ist vom Prinzip nicht zu verurteilen. Nicht akzeptabel ist aber, dass die lokale Wirtschaft in Südafrika nicht im gleichen Maße von der Fußball-WM profitieren konnte. Stattdessen kosteten das Land Südafrika allein der Bau und die Modernisierung der Stadien rund 1,4 Milliarden Euro. Sehr viel Geld, das nun für andere Zwecke fehlt. Mit dieser Summe hätten in Südafrika für etwa 300.000 Menschen Sozialwohnungen gebaut werden können, um sie aus den erbärmlichen Lebensbedingungen der Slums zu holen.

Insgesamt 3,4 Mrd. Euro staatlicher Mittel wurden nach Angaben der südafrikanischen Regierung für die WM aufgewendet. Trotzdem wurden die Kosten unterschätzt, sodass Südafrika nun auf einem großen Schuldenberg sitzt. Die südafrikanische Regierung geht davon aus, dass allein die zehn Stadien, die extra für die WM gebaut oder modernisiert wurden, einen Kostenaufwand von jährlich 150 Millionen Euro verursachen werden.

Dass sich die FIFA eine „goldene Nase“ verdient, während die Ausrichterstaaten auf den Folgekosten sitzen bleiben, darf zukünftig nicht mehr hingenommen werden. Der Spitzensport braucht einen radikalen Umbau, denn große Sportkonzerne und Verbände wie die FIFA verdienen an der Kommerzialisierung des Spitzensportes immense Milliardenbeträge, während der Breitensport immer mehr eingeschränkt werden muss. Hier werden Angeboten gekürzt, auch weil Gelder für den Ausbau von Schwimmhallen und Turnhallen fehlen.

Megaereignisse wie die Fußball-WM werden immer stärker an Profitinteressen und immer weniger an den Bedürfnissen des „normalen“ Sports ausgerichtet. Diese Tendenz schadet dem Sport und darf nicht weiter gefördert werden.

Die NaturFreunde Deutschlands treten dafür ein, dass in einem ersten Schritt die Gewinne solcher Großereignisse in den jeweiligen Ländern bleiben müssen und für die Förderung des Breitensportes eingesetzt werden.

Breitensportangebote der NaturFreunde Deutschlands: www.natursport.naturfreunde.de

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NaturFreunde: Stuttgart 21- Chance vertan, eigentlicher Konflikt nicht gelöst

Pressemitteilung des Bundesvorsitzenden der NaturFreunde Deutschlands Michael Müller vom 1. Dezember 2010:

Stuttgart 21: Chance vertan, eigentlicher Konflikt nicht gelöst

Berlin, 1. Dezember 2010 – „Es ist interessant, wie der ‚alte Fuchs‘ Heiner Geißler beim Stuttgarter Schlichtungsversuch noch versucht hat, die Kurve zu kriegen“, kommentiert der Bundesvorsitzende der NaturFreunde Deutschlands Michael Müller den Abschluss der Schlichtung um Stuttgart 21. „Aber Geißler hat seine Chance nicht genutzt. Der eigentliche Konflikt ist mit dem Vorschlag „S 21 plus“ in der Sache noch längst nicht gelöst.“

Schon vor Beginn der Gespräche war klar, dass eine Schlichtung der falsche Begriff sein würde. In Stuttgart funktionierte nicht, wie Geißler anfangs unter Verweis auf seine Schlichtertätigkeit bei Tarifkonflikten sagte, dass die eine Partei acht Prozent fordere und die andere nur vier zugestehe, sodass ein Vorschlag von sechs Prozent eine Lösung bringe.

In der Debatte um Stuttgart 21 (S21) geht es vielmehr um den Konflikt zwischen zwei unterschiedlichen Denkweisen. Das Bahn-Konzept stammt noch aus dem Denken der achtziger Jahre, als die Bahn vor allem die großen Beschleunigungskonzepte zwischen den Metropolen verfolgt hat. Warum unter diesem ideologischen Dach nicht auch die Tieferlegung des Frankfurter Hauptbahnhofs gefordert wurde, ist wohl nur mit den hohen Kosten zu erklären.

Nun also hat Geißler ein Festhalten an S21 empfohlen und den Vorschlag aufgrund verschiedener und durchaus sinnvoller Auflagen „S 21 plus“ genannt. Nur ist der Konflikt in der Sache damit nicht gelöst. Fast drängt sich der Eindruck auf, Geißler wollte seinem Parteifreund Stefan Mappus helfen – zumal der baden-württembergische Ministerpräsident im Vorfeld schon davon sprach, nochmals bis zu 500 Millionen Euro draufzulegen, wenn S21 kommen sollte. Nun muss wiederum auch sein Parteifreund Peter Ramsauer mitmachen, denn die Mehrkosten gehen zu einem erheblichen Teil zulasten des Bundes und damit zulasten anderer verkehrspolitischer Projekte.

Heiner Geißler hat seine Chance nicht genutzt. Er hat das Thema verlagert auf die Demokratiefrage, weil unsere Zeit mit komplexen Entscheidungen und neuen Kommunikationsmöglichkeiten auch neue Formen der Willensbildung braucht. Das ist richtig – aber eben nur eine Seite. Geißler gibt keine Antwort auf die Ursachen des zunehmenden gesellschaftlichen Unbehagens über Megaprojekte und die herrschende Wachstumsideologie. Er antwortet mit neuen Formen, aber nicht mit neuen Inhalten. Das ist schade.

Wahrscheinlich waren die Schlichtungsgespräche zeitlich doch zu nah zur bevorstehenden Landtagswahl in Baden-Württemberg, sodass die Offenheit, die dieses Thema braucht, leider nicht gegeben war.

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NaturFreunde: Stuttgart 21 kein Ausgangspunkt für nachhaltige Stadtentwicklung

Pressemitteilung des Bundesvorsitzenden der NaturFreunde Deutschlands Michael Müller vom 30. November 2010:


Stuttgart kein Ausgangspunkt für nachhaltige Stadtentwicklung

Unsere Gesellschaft wird weiterhin von Sachzwängen in Geiselhaft genommen

Berlin, 30. November 2010 – Zu Heiner Geißlers Schlichterspruch zum umstrittenen Milliardenprojekt „Stuttgart 21“ (S21) erklärt der Bundesvorsitzende der NaturFreunde Deutschlands Michael Müller:

Die Rechnung von Mappus & Co., einen S21-Kritiker zu nehmen, um das eigene Anliegen durchzusetzen, ist aufgegangen. Heiner Geißler hat es genossen, wochenlang im Zentrum der Aufmerksamkeit zu stehen. Doch als es darauf ankam, hat er zurückgezuckt.

Stuttgart hat es damit versäumt, zum Ausgangspunkt für eine nachhaltige Stadtentwicklung zu werden. Selbst wenn S21 nun etwas sozialer, ökologischer und leistungsfähiger werden sollte, selbst wenn die neue Sprachregelung „S21 plus“ einen Mehrwert suggeriert: Auch Geißler hat bestätigt, dass ein erneuerter Kopfbahnhof realisierbar wäre und die Kritik der S21-Gegener berechtigt sei. Doch aufgrund der hohen Ausstiegskosten von mindestens einer Milliarde Euro – letztlich für nichts – und der mangelnden Bereitschaft der Bahn, die bereits erhaltene Baugenehmigung wieder zurückzugeben, sei eine Abkehr von S21 unrealistisch.

Da sind sie wieder, die scheinbaren Sachzwänge, die unsere Gesellschaft zunehmend in Geiselhaft nehmen. In Stuttgart geht es nicht nur um den Bau eines neuen Hauptbahnhofes. Es geht auch um eine gesellschaftliche Auseinandersetzung mit einer Wachstumsphilosophie, die längst an ihre Grenzen geraten ist. Das „Schneller, Höher, Weiter“ wird jetzt auch in der Mitte der Gesellschaft massiv angezweifelt.

Die Menschen haben deutlich gezeigt, dass sie nicht mehr mitmachen, wenn sie derartig teure Projekte und fragwürdige Prestigeobjekte nur noch abnicken sollen. Insofern waren und sind die Demonstrationen um S21 ein Zeichen der Hoffnung, ein Indiz für eine immer stärker werdende Opposition zum Beschleunigungs- und Wachstumswahn in unserer Gesellschaft.

Diese Gegenbewegung hat das Potenzial, eine breite gesellschaftliche Debatte über die ökonomischen, ökologischen und sozialen Auswirkungen der herrschenden Wachstumsideologie anzustoßen. Und spätestens bei der baden-württembergischen Landtagswahl im März 2011 haben auch wieder die Wähler das Wort.

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NaturFreunde: Erhöhte Krebsrate im Umfeld von ASSE weiteres Alarmsignal

Pressemitteilung des Bundesvorsitzende der NaturFreunde Deutschlands Michael Müller vom 28. November 2010:


Berlin, 28. November 2010 – Zur Häufung von Krebsfällen im Gebiet um das Atommülllager Asse erklärt der Bundesvorsitzende der NaturFreunde Deutschlands Michael Müller: „Selbst wenn es keine Kausalitätsbeweise gibt, nimmt doch die Plausibilität derartiger Warnungen immer stärker zu. Schon die sogenannte ‚KIK-Studie’ der Universität Mainz hatte festgestellt, dass die Erkrankungen von Kindern im Fünf-Kilometer-Umkreis von Atomkraftwerken um 120 Prozent höher liegen.“

Auf die deutlich erhöhte Krebsrate im Umfeld von Atomkraftwerken hatte in den letzten Monaten mehrmals der Vorsitzende der Naturfreundejugend Deutschlands Kai Niebert hingewiesen. Doch nicht nur der Vorsitzende der CDU/CSU-Fraktion Volker Kauder empörte sich über dessen Hinweise. In der Talk-Runde bei Maybrit Illner bezeichnete auch Bundesinnenminister Thomas de Maizière die Aussagen als verantwortungslos. Und der selten sachkundige Bundesentwicklungsminister Dirk Niebel wollte derartige Behauptungen sogar verbieten lassen.

Dabei war amtlichen Stellen seit einiger Zeit bekannt, dass auch im Umfeld des Atomlagers Assse eine deutlich höhere Krebsrate festgestellt worden ist: bei Männern eine doppelt so hohe Leukämierate, Frauen erkrankten dreimal mehr an Schilddrüsenkrebs.

Selbst wenn es keine Kausalitätsbeweise gibt, nimmt doch die Plausibilität derartiger Warnungen immer stärker zu. Schon die sogenannte „KIK-Studie“ der Universität Mainz hatte festgestellt, dass die Erkrankungen von Kindern im Fünf-Kilometer-Umkreis von Atomkraftwerken um 120 Prozent höher liegen als im bundesweiten Durchschnitt.

Vorsorge und Verantwortung verlangen es, diese alarmierenden Hinweise ernst zu nehmen. Warum aber ignoriert die Bundesregierung diese Fakten? Zwar gibt sie zu, dass Zusammenhänge nicht ausgeschlossen werden können. Das war es dann aber auch schon.

Die NaturFreunde Deutschlands fordern die Bundesregierung auf, den gefährlichen Irrweg der Atomenergie unverzüglich zu verlassen. Ansonsten muss sie sich den Vorwurf gefallen lassen, vorsätzlich gegen den Schutz der Umwelt und der Gesundheit zu handeln.


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NaturFreunde Deutschlands unterstützen Großdemonstration in Greifswald

Pressemitteilung von Uwe Hiksch, Mitglied im Bundesvorstand der NaturFreunde Deutschlands, vom 26. November 2010:

Castor-Transporte nach Lubmin stoppen!

NaturFreunde Deutschlands unterstützen Großdemonstration in Greifswald


Berlin, 26. November 2010 – Zur Anti-Castor-Demonstration am 11. Dezember 2010 in Greifswald erklärt Uwe Hiksch, Mitglied im Bundesvorstand der NaturFreunde Deutschlands: „Die NaturFreunde Deutschlands unterstützen die Demonstration am 11. Dezember 2010 in Greifswald unter dem Motto ‚Castor-Transporte nach Lubmin stoppen!‘ Laut Informationen der Anti-Atom-Bewegun in Mecklenburg-Vorpommern werden in Lubmin schon für den 16. Dezember 2011 Castortransporte aus der französischen Wiederaufbereitungsanlage Cadarache erwartet.“

Die NaturFreunde rufen Mitglieder und Freunde dazu auf, sich an der Demonstration für die ganze Familie am 11. Dezember 2010 in Greifswald zu beteiligen. Gemeinsam mit anderen Verbänden und Initiativen werden die NaturFreunde wieder mithelfen, Busse zu organisieren.

Die NaturFreunde unterstützen die Aufrufe der verschiedenen Standortinitiativen, entlang der Transportstrecke durch das Bundesgebiet ihren Widerstand und Protest zu manifestieren! Mit bunten Protesten und sichtbaren Zeichen werden wir an der Transportstrecke deutlich machen, dass die Bevölkerung keine Castor-Transporte durch Deutschland will.

Die NaturFreunde werden sich auch aktiv dafür einsetzen, den Protest innerhalb der Bevölkerung von Mecklenburg-Vorpommern zu verbreiten und um Lubmin eine Grundstimmung wie im Wendland zu schaffen. Wir wollen erreichen, dass sich die gesamte Region den Castor-Transporten entgegenstellt. Die Großdemonstration in Greifswald ist der Auftakt einer Reihe von weiteren Veranstaltungen in der Region.

Nun geht es darum, mit den verschiedenen zivilgesellschaftlichen Gruppen, Verbänden und Organisationen in der Region über gemeinsame Widerstandsformen ins Gespräch zu kommen und Landwirte, Gewerkschaften, Kirchen und Vereine der Region für den Widerstand zu sensibilisieren.

Auch in Lubmin wollen wir erreichen: Der Castor kommt nicht durch!

www.kurzlink.de/castor-lubmin


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NaturFreunde: Atommüllexporte nach Russland müssen verboten werden

Pressemitteilung von Uwe Hiksch, Mitglied im Bundesvorstand der NaturFreunde Deutschlands, vom 24. November 2010:


Atommüllexporte nach Russland müssen verboten werden

NaturFreunde Deutschlands fordern Bundestag auf, Staatsvertrag mit Russland zu verhindern

Berlin, 24. November 2010 – Zu den beantragten Atommüll-Transporten vom nordrhein-westfälischen Atommüll-Zwischenlager Ahaus in die russische Atomanlage Majak erklärt Uwe Hiksch, Mitglied im Bundesvorstand der NaturFreunde Deutschlands:

Die russische Atomanlage Majak befindet sich in einem katastrophalen sicherheitstechnischem Zustand. Majak hat sich zu einem atomaren Zentrum entwickelt, in dem Atomschrott aus vielen Teilen der Welt in einer völlig veralteten Aufbereitungsanlage zu unvorstellbaren umweltpolitischen Bedingungen verarbeitet wird.

Dass 951 abgebrannte Brennelemente von Ahaus nach Majak transportiert werden sollen, ist völlig inakzeptabel. Die NaturFreunde Deutschlands fordern nicht nur die Mitglieder des Deutschen Bundestages auf, jegliche Atommüllexporte zu verbieten, sondern erwarten auch von der Bundesregierung, dass sie einen geplanten Staatsvertrag mit Russland, der Atommülltransporte nach Russland ermöglicht, nicht unterzeichnet.

Majak ist ein atomarer Ramschladen, der zu Dumpingpreisen Atomschrott aus aller Welt abnimmt und die Region immer weiter atomar verseucht. Viele Atomkonzerne der Welt „entsorgen“ so ihre Probleme auf Kosten der Umwelt und der Menschen in der Region um Majak. So lässt die völlig veraltete Aufbereitungsanlage radioaktives Wasser in den Fluss Tetscha ab. Durch künstliche Kanäle und Staustufen wird die radioaktive Fracht in den 240 Kilometer entfernten Irtjasch-See transportiert. An den Flussufern leben Menschen und bauen Lebensmittel auf atomar verseuchten Feldern an. Die Leukämie hat dort massiv zugenommen und viele Kinder leiden an Krebs. Die Region um Majak gilt zusammen mit der Region Tschernobyl als am stärksten radioaktiv verstrahlte Region der Erde.

Die Stadt Majak ist eine Festung. Zu Sowjetzeiten wurde dort Plutonium für das sowjetische Atomwaffenprogramm hergestellt. Es war eine „geheime Stadt“, auf keiner Landkarte eingezeichnet. Viele Unfälle haben die Gegend radioaktiv verstrahlt. Ohne Genehmigung darf niemand Majak betreten.

Deshalb ist es skandalös, dass bundesdeutscher Atommüll in diese verseuchte Region abgeschoben werden soll. Hier wird versucht, die Belastungen der Atomtechnologie auf eine andere Region zu übertragen. Die Verantwortlichen akzeptieren dabei, dass durch deutschen Atommüll die Gegend um Majak noch stärker verstrahlt wird. Selbst das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit hat darauf hingewiesen, dass der Atomkomplex in Majak sanierungsbedürftig ist.

Der Transport des Atommülls nach Majak wurde vom Verein für Kernverfahrenstechnik und Analytik Rossendorf beantragt. Der Verein hat sogar öffentlich erklärt, dass die Entsorgung in Russland vor allem aus Kostengründung durchgeführt werden soll. Beim geplanten Transport geht es um Atommüll aus dem früheren DDR-Kernforschungszentrum Rossendorf bei Dresden. Das Land Sachsen hatte die 951 Brennelemente im Frühjahr 2005 mit 18 Castor-Behältern nach Ahaus bringen lassen, da Rossendorf als Zwischenlager für Atommüll nicht zugelassen ist.

Die NaturFreunde Deutschlands werden aktiv dazu beitragen, dass keine Atommülltransporte nach Russland stattfinden und den Widerstand gegen diese Transporte in den betroffenen Ländern unterstützen.

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Naturfreundejugend: Zombies am Brandenburger Tor

Zombies am Brandenburger Tor

Berlin, 23.11.2010: Mit einer kreativen Aktion haben politische Jugendverbände am Dienstag in Berlin gegen die schwarz-gelben Sparpläne demonstriert. Während im Bundestag über den Haushalt 2011 debattiert wurde, rissen zwei “Zombies” am Brandenburger Tor symbolisch ein Schwimmbad ein – ein Vorgeschmack auf reale Kürzungen in der Infrastruktur.

Touristen, Polizisten, Journalisten und Berliner auf dem Weg zur Arbeit staunten am Dienstag nicht schlecht, als eine von Jugendlichen errichtete Kartonmauer von zwei mit Schutzanzügen bekleideten und schwarz-gelbem Klebeband eingewickelten Gestalten eingerissen wurde. Doch wurde hier nicht etwa des Falls der Berliner Mauer gedacht oder einer der zahlreichen Blockbusterfilme mit Berlin als Kulisse gedreht. Eine Initiative aus verschiedenen Jugendverbänden wie der Grünen Jugend und der Jusos hatte unter dem Motto „Ändert DAS!“ zur medienwirksamen Protestaktion eingeladen.Auf den Kartons prangte das Bild eines Schwimmbades, das symbolisch eingerissen wurde. Die Veranstalter wollten auf mögliche Ergebnisse der Sparpolitik der Bundesregierung hinweisen, denn heute begannen in Berlin nicht nur die Zombies zu wüten, sondern auch der Bundestag mit seinen Haushaltsberatungen. „Schwarz-Gelb schädigt junge Menschen jetzt und in Zukunft“, sagte der Juso-Vorsitzende Sascha Vogt. „Studiengebühren, fehlende Ausbildungsplätze und Bibliotheken nehmen Jugendlichen heute die Bildungschancen. Schwarz-Gelb fördert den Fachkräftemangel!“

Die am Dienstag begonnene Kampagne hat verschiedene Schwerpunkte. „Vor allem die Themen Umwelt und Erneuerbare Energien spielen eine herausragende Rolle“, erläuterte Julia Römer, Mitglied der Bundesjugendleitung der BUNDjugend. Das Energiekonzept der Bundesregierung sei kein Beitrag zum Klimaschutz. „Innerhalb dieser Kampagne fordern wir gemeinsam mit unseren Bündnispartnern aktiven Klimaschutz und eine generationengerechte Perspektive ein.“
Gegen Rechts

Der Vorsitzende der Naturfreundejugend Kai Niebert kritisierte mit Kind auf dem Arm : „Die Bundesregierung stellt sich mit ihrer Energiepolitik konsequent gegen die Interessen von Kindern und Jugendlichen: Die Laufzeitverlängerung führt zu mehr Blutkrebs bei Kindern, mehr Atommüll und weniger Ausbildungsschancen im Bereich der Erneuerbaren. Deswegen fordern wir: Ändert das!“

Und auch der Kampf gegen Rechts spielt für die politischen Verbände eine wichtige Rolle. Gesine Agena, Bundessprecherin der Grünen Jugend, erklärte: „Wer sich aktiv gegen Nazis wendet, wird von der Bundesregierung verhöhnt.“ Im Mittelpunkt der Kritik steht die Ankündigung von Bundesfamilienministerin Kristina Schröder, Links- und Rechtsextremismus künftig gleich behandeln zu wollen. Gesine Agena bezeichnet dies als „absurde Pläne“, denn sie untergrüben das demokratische Engagement vieler Jugendlicher gegen Rassismus und Nationalismus in ganz Deutschland. „Es darf nicht sein, dass das Einstehen für demokratische Werte kriminalisiert wird.“
Zustimmung aus Belgien

Unerwartete Unterstützung bekamen die jungen Leute aus dem Ausland. Mitten in ihre Aktion mischte sich eine Gruppe Senioren aus Belgien, die kurzerhand die Aussagen der jungen Aktivisten vom Reiseleiter übersetzt bekamen. Und siehe da: Auch in Belgien werden die Konsequenzen von Sparmaßnamen erkannt und verstanden. So erhielten die Aktivisten nicht nur Anerkennung für ihre tolle Aktion, sondern auch viel Applaus. Einige wurden sogar zum Motiv fürs Fotoalbum. „Die Probleme kennen wir in Belgien auch, aber dass die Jugendlichen etwas dagegen tun, nicht“, wusste der Reiseleiter zu berichten.


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NaturFreunde: Cancún: The same procedure as every year

Pressemitteilung des Bundesvorsitzenden der NaturFreunde Deutschlands Michael Müller vom 23. November 2010:

Cancún: The same procedure as every year

Auch die UN-Klimakonferenz in Mexiko wird leer laufen

Berlin, 23. November 2010 – Diese Woche beginnen die ersten Verhandlungen auf der UN-Klimakonferenz in Cancún. „Es ist wie bei ‚Dinner for One‘, dem berühmten Sketch von Miss Sophie und ihrem Butler James. Bei den UN-Klimakonferenzen wiederholt sich stets derselbe Vorgang“, erklärt der Bundesvorsitzende der NaturFreunde Deutschlands Michael Müller. „Erst werden die Klimakonferenzen mit gewaltigen Erwartungen aufgeladen, dann kommt es zu einem enttäuschenden Verlauf und schließlich muss dennoch das Ganze wieder schöner geredet werden – damit es weiter gehen kann, obwohl das Desaster längst offenkundig ist.“

Tatsächlich reihte sich bisher ein Scheitern der UN-Klimakonferenzen an das nächste. Und nachdem in Kopenhagen kein Anschluss für den Kyoto-Vertrag gefunden werden konnte, wird es in Cancún noch unerfreulicher werden: China hat schon erklärt, sich nicht auf ein verbindliches Ziel einzulassen und in den USA haben sich die politischen Verhältnisse gedreht – dort ist an ein Klimaschutzgesetz nicht mehr zu denken. Auch die EU erlebt einen schleichenden Abschied von den ökologischen Zielen, die deutsche Bundeskanzlerin hat längst die Seiten gewechselt.

Die Beratungen in Mexiko beginnen mit dem sogenannten Clean Development Mechanism (CDM). Damit „verkaufen“ die Industrieländer den Nicht-Kyoto-Ländern Klimaschutzmaßnahmen, die den Verkäufern angerechnet werden, wenn sie einen Zusatz zu ihren eigenen Klimaschutzmaßnahmen ergeben. Dieses Instrument war bei den Naturschutzverbänden von Anfang an umstritten und ist mittlerweile auch durch Missbrauch ins Gerede gekommen: weil die „Zusätzlichkeit“ oftmals fragwürdig ausgelegt wurde und dann Treibhausgase mit einer hohen Kohlendioxid-Wertigkeit reduziert wurden, die einen hohen Gewinn einbringen, obwohl ihr Einsatz gar nicht notwendig war. Beispielsweise sehr klimaschädliche Mittel in der Kältetechnik gehören hierzu.

Die verbindliche Festlegung auf eine globale Erwärmungsobergrenze von zwei Grad Celsius ist auch bei den weiteren Verhandlungen nicht zu erwarten. Wahrscheinlich wird es wieder bei Absichtserklärungen bleiben und Maßnahmen werden vorgeschlagen, die weit hinter der notwendigen Kohlendioxidsenkung zurückbleiben. Besondere Streitpunkte werden die Anrechnung von Wald- und Bodensenken sein, mit denen sich einige Länder von Reduktionspflichten freikaufen wollen. Ebenfalls umstritten sind die Finanzierungsmechanismen eines Klimafonds.

Bis zuletzt werden die Staaten nur an sich selbst denken – und an die Steigerung des Wachstums. Seit der Finanzkrise spielt die ökologische Modernisierung nur noch eine untergeordnete Rolle. Die historische Chance, die Finanzkrise für einen Umbau zu nutzen, wurde vertan.

So wird auch Cancún leer laufen – oder angelehnt an Miss Sophie: The same procedure as every year.

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NaturFreunde bei „Montagsdemonstration“ in Stuttgart

Pressemitteilung des Bundesvorsitzenden der NaturFreunde Deutschlands Michael Müller vom 22. November 2010:

NaturFreunde bei „Montagsdemonstration“ in Stuttgart

Stuttgart, 22. November 2010 – Tag der Umweltverbände: An den „Montagsdemonstrationen“ gegen Stuttgart 21 werden heute unter anderem der Vorsitzende des BUND Prof. Hubert Weiger und der Vorsitzende der NaturFreunde Deutschlands Michael Müller teilnehmen.

Die NaturFreunde werden anschließend noch eine Veranstaltung im Gewerkschaftshaus unter dem Titel „Stuttgart 21 – Kathedrale einer untergehenden Zeit“ durchführen. Das Ziel ist es, die Positionen der Umweltverbände gegen die Philosophie des „Schneller – Höher – Weiter“ klarzumachen. Denn in Stuttgart geht es nicht nur um den Bau eines neuen Hauptbahnhofes und gewaltige Immobilieninteressen, es geht auch um eine Auseinandersetzung mit einer Wachstumsphilosophie, die heute an Grenzen gerät. In Stuttgart treffen zwei völlig unterschiedliche Welten aufeinander, so dass auch der Begriff der Schlichtung falsch ist. Es geht in Wahrheit darum, ob wir fähig sind, den Anforderungen und bedrängenden Fragen einer veränderten Welt noch gerecht zu werden. Stuttgart steht für eine alte, niedergehende Welt, die Demonstrationen für den Versuch, uns aus der Sachzwanglogik zu befreien. Die Menschen machen zu recht nicht mehr mit, wenn sie derartig teure Projekte und fragwürdige Prestigeobjekte nur abnicken sollen.

Die NaturFreunde Deutschlands sehen in Stuttgart 21 die Chance, eine klärende Diskussion zu führen. Und über dieses Projekt muss letztlich ein Volksentscheid bestimmen, ob der Bahnhof kommt oder nicht.


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NaturFreunde: Einsatz der französischen Polizeisondertruppe ist verfassungswidrig

Zum Einsatz von Angehörigen der französischen „Compagnies Républicaines de Sécurité“ (CRS) während der Castor-Aktionen erklärt das Mitglied im Bundesvorstand der NaturFreunde Deutschlands, Uwe Hiksch:

Einsatz der französischen Polizeisondertruppe ist verfassungswidrig

– Die Verantwortlichen müssen zur Rechenschaft gezogen werden –

Es ist völlig inakzeptabel, dass bei den Castor-Protesten im Wendland neben der Bundespolizei und der Landespolizei auch Einheiten der französischen CRS (Compagnies Républicaines de Sécurité) im Einsatz waren. Fotos belegen eindeutig, dass sich Mitglieder der CRS aktiv an einem Einsatz während der Räumung einer Schienenblockade im Wendland beteiligt haben. Auch zeigen die Bilder, dass von Seiten der französischen CRS-Mitglieder hier auch massiv gegen Demonstrierende vorgegangen wurde. Die Fotos von einem französischen CRS-Polizisten mit Teleskopschlagstock und Schusswaffe sind dabei eindeutig. Die NaturFreunde erwarten eine sofortige Aufklärung durch die zuständigen Innenministerien und Konsequenzen gegen die Verantwortlichen. Es ist in keiner Weise hinnehmbar, dass durch die schwarz-gelbe Innenpolitik das Grundgesetz immer weiter ausgehöhlt wird.

Wenn von Seiten des Innenministeriums anfangs behauptet wurde, die CRS-Mitglieder seien lediglich zur Beobachtung im Wendland gewesen, wurde hier glatt die Unwahrheit behauptet. Zwischenzeitlich geben die Verantwortlichen im Bundesinnenministerium zu, dass mindestens ein CRS-Polizist sich aktiv an einer Aktion beteiligt hat. In der offiziellen Stellungnahme des Bundesinnenministeriums wird behauptet: „Artikel 28 des Prümer Vertrages lässt Nothilfe durch ausländische Polizisten zu.“ Dabei zeigen die Bilder keinerlei Situationen, in denen es zu einer Situation gekommen wäre, die auch nur ansatzweise den Begriff der „Nothilfe“ rechtfertigt.

Schon aus verschiedenen Widerstandsaktionen in Frankreich ist bekannt, dass die kasernierten CRS-Einh