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NaturFreunde: Brandenburger Landesregierung muss Energiepolitik an Klimaschutz ausrichten
Zur aktuellen Diskussion über die Energie ‐ und
Klimapolitik in Brandenburg erklären der Vorsitzende der NaturFreunde
Brandenburg, Rüdiger Herzog, und der stellvertretende Vorsitzender der
NaturFreunde Berlin, Uwe Hiksch:
Brandenburger Landesregierung muss Energiepolitik an Klimaschutz ausrichten
‐ Neubau eines Kohlekraftwerks Jänschwalde ist klimapolitisch nicht zu verantworten –
Energiepolitik
für Brandenburg muss sich konsequent an einer Politik des Klimaschutzes
und des Umbaus der Brandenburger Energieerzeugung ausrichten. Hier hat
die rot‐rote Landesregierung durchaus erste Vorschläge unterbreitet, die
von den NaturFreunden begrüßt werden. Gleichzeitig bleiben diese
Vorschläge aber energiepolitisch unzureichend, wenn es um die Zukunft
der Braunkohle in Brandenburg geht. Teile der Landesregierung machen
hier den selben Fehler, wie Landesregierungen in Nordrhein‐Westfalen,
die glaubten, mit einer Konservierung von Kohleabbau, die
Zukunftsfähigkeit des Landes voranzubringen. Hier wurden über Jahrzehnte
Fördergelder falsch eingesetzt, die wesentlich sinnvoller für die
Forschung und Entwicklung im Bereich der erneuerbaren Energien
eingesetzt werden konnten. Heute haben sich die erneuerbaren Energien zu
einen Jobmotor entwickelt, in dem mehr als 370 000 Menschen Arbeit
gefunden haben.
Hier sollte das Wirtschaftsministerium in Brandenburg konsequent
ansetzen und seine Politik darauf ausrichten, die Ansiedlung von
Industrien im Bereich der erneuerbaren Energien noch mehr als bisher zu
fördern. Für die Arbeitsplätze in der Kohleindustrie müssen rasch
Ersatzarbeitsplätze geschaffen und die Förderung der Braunkohle
schnellstmöglich beendet werden. Die Braunkohle hat in Brandenburg in
Zukunft keinen Platz mehr im Rahmen einer zukunftsfähigen
Energiepolitik. Wenn jetzt innerhalb der Brandenburger Landesregierung
über den Neubau eines Kohlekraftwerkes im Jahr 2020 und später
gestritten wird, hat ein Teil der Landesregierung nicht verstanden, dass
dies mit einer Klimapolitik, die sich an klaren Klimaschutzzielen
orientiert, nicht zu vereinbaren ist.
Die NaturFreunde fordern ein energiepolitisches Leitbild für
Brandenburg, das dezentrale, regenerative Energieerzeugung fördert und
die Energieverteilung zurück in kommunale Hände verlagert. Großkonzerne
wie Vattenfall, e.on oder RWE müssen der Vergangenheit angehören. Aus
diesem Grund unterstützen die NaturFreunde das Bündnis „Atomausstieg
selber machen“ und werben für einen Wechsel der Stromverbraucherinnen
und Stromverbraucher zu Ökostromanbietern.
Auch das Verbauen großer landwirtschaftlicher Flächen für Solarparks
sehen die NaturFreunde skeptisch, solange Menschen auf der Welt hungern
müssen und landwirtschaftliche Flächen durch solche Mega‐Solar‐Parks
verloren gehen. Vielmehr setzen die NaturFreunde auf eine Politik der
Energieeinsparung und der konsequenten Förderung von dezentralen
Solaranlagen auf den Dächern von öffentlichen Einrichtungen und
Wohnsiedlungen.
Die NaturFreunde Berlin und Brandenburg unterstützen die intensive
Diskussion über eine neue Energiepolitik. Eine nachhaltige
Energiepolitik für Brandenburg setzt jedoch einen schnellen Ausstieg aus
der klimaschädlichen Kohleverstromung voraus. Die derzeitige
Kohlepolitik für das Land Brandenburg ist weder regionalpolitisch noch
energiepolitisch zu verantworten. Riesige Landstriche Brandenburgs
werden für die kurzfristige Nutzung einer klimaschädlichen
Energieerzeugung zerstört.
Ganze Regionen müssen umsiedeln, um den Gewinninteressen Vattenfalls
Platz zu machen. Der Braunkohletagebau in der Lausitz ist
rückwärtsgewandt und mit den Notwendigkeiten einer offensiven
Klimapolitik nicht zu vereinbaren.
Die NaturFreunde Berlin und Brandenburg unterstützen alle Kräfte in
der Landesregierung, die sich gegen den Neubau eines Kohlekraftwerkes
aussprechen. Die NaturFreunde werden den Widerstand gegen solche Pläne
aktiv unterstützen und alle rechtlichen Möglichkeiten zur Verhinderung
eines solchen Kraftwerks ausschöpfen. Jeder Versuch durch
CCS‐Technologien oder neue Tagebaue eine solche Politik zu
konterkarieren werden die NaturFreunde kritisch begleiten.
Rückfragen:
Uwe Hiksch, NaturFreunde Berlin Tel. 0176/62015902
Rüdiger Herzog, NaturFreunde Brandenburg 0174/6955569
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NaturFreunde-Fotowettbewerb: nachhaltiger Tourismus
NaturFreunde-Fotowettbewerb: nachhaltiger Tourismus
Bis 1. September 2012 Aufenthalte in nachhaltigen Tourismusregionen gewinnen
Wien/Berlin,
5. Dezember 2011 – Der NaturFreunde-Fotowettbewerb 2012 „Nachhaltiger
Tourismus“ ruft Fotografinnen und Fotografen weltweit dazu auf,
touristische Wechselwirkungen fotografisch einzufangen und bis
spätestens 1. September 2012 als Wettbewerbsbeitrag einzureichen. Denn
in insgesamt vier Wettbewerbssparten können hochwertige Preise gewonnen
werden, etwa mehrtägige Aufenthalte in nachhaltigen Tourismusregionen.
Der Wettbewerb wird organisiert von der NaturFreunde Internationale
(NFI), Kooperationspartner sind die NaturFreunde Deutschlands (NFD) und
Österreichs (NFÖ).
Mit diesem internationalen Fotowettbewerb wollen die NaturFreunde die
Bewusstseinsbildung für den sowie die Entwicklung des Nachhaltigen
Tourismus fördern. Schließlich stehen die NaturFreunde unter anderem für
die sozialökologische Gestaltung von Tourismus- und Freizeitangeboten
sowie den Schutz und die aktive Vermittlung unseres Natur- und
Kulturerbes – Grundvoraussetzungen für eine Nachhaltige Entwicklung.
Nachhaltiger Tourismus bedeutet auch: Verantwortung übernehmen
Tatsächlich kann der Tourismus zu mehr Wohlstand und mehr kulturellem
Zusammenhalt in einer Region führen. Allerdings hängt dieser Prozess
stark von der Art und Weise des Reisens sowie des „Bereist-Werdens“ ab.
Für den Aufbau eines sozial, kulturell, ökologisch und wirtschaftlich
langfristig tragfähigen Tourismus, der positive Entwicklungen auch für
die Menschen vor Ort ermöglicht, sind intakte Natur- und
Landschaftsräume, Rücksichtnahme auf lokale Kulturen und eine geschickte
Vernetzung des touristischen Angebots mit weiteren regionsspezifischen
Wirtschaftszweigen notwendig. Dazu gehört aber auch, dass Reisende und
Reiseveranstalter Verantwortung übernehmen für die Auswirkungen ihrer
touristischen Aktivitäten auf Menschen und Natur der bereisten Region.
Urlaube in Island, Litauen, Österreich und Deutschland zu gewinnen
Die in diesem Sinne aussagekräftigsten digitalen Bilder, die in vier
Wettbewerbssparten eingereicht werden können, werden prämiert unter
anderem mit mehrtägigen Aufenthalten in nachhaltigen Tourismusregionen.
In Zusammenarbeit mit dem Netzwerk European Destinations of Excellence
(EDEN) bieten etwa die Wohlfühlregion Oberes Innviertel „Seelentium“ und
die Urlaubsregion Biosphärenpark Großes Walsertal in Österreich sowie
die isländischen Westfjorde, die litauische Region Plunge gemeinsam mit
dem Nationalpark Zemaitija und der kroatische Nationalpark Sjeverni
Velebit mehrtägige Aufenthalte in herausragenden Tourismusregionen an,
die bereits als Vorreiter für einen nachhaltigen Tourismus von EDEN
ausgezeichnet wurden. Weitere Wochenendaufenthalte führen in Europas
wildes Herz, der deutschen Nationalparkregion Bayerischer Wald. Zudem
sponsert „LEBENSART – Das Magazin für Nachhaltige Lebenskultur“
spannende Abonnements und auch das Hightech-Fotolabor „Cyberlab“
unterstützt den internationalen Fotowettbewerb.
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NaturFreunde: Europa braucht eine neue Finanzmarktarchitektur
NaturFreunde rufen zur Teilnahme an der Demonstration „Banken in die Schranken“ auf
Berlin,
10. November 2011 – Zu den Demonstrationen „Banken in die Schranken“
am 12. November 2011 in Frankfurt und Berlin erklärt Uwe Hiksch,
Mitglied im Bundesvorstand der NaturFreunde Deutschlands:
Gemeinsam mit den Organisationen attac und campact
organisieren die NaturFreunde Deutschlands die Demonstrationen „Banken
in die Schranken“, die am 12. November 2011 gleichzeitig das
Bankenviertel in Frankfurt und das Regierungsviertel in Berlin umzingeln
werden.
„Wir sehen einen dramatischen Verlust der Demokratie. Das Sagen
hat längst nicht mehr die Politik, die dafür vom Volk legitimiert wurde.
Das Sagen haben mittlerweile die flotten Gelddealer in den Banken. Und
dagegen wehren wir uns“, erklärte der Bundesvorsitzende der
NaturFreunde Deutschlands Michael Müller, der auch auf der
Abschlusskundgebung der Berliner Demonstration sprechen wird.
Die
NaturFreunde unterstützen die Aktionen für eine neue Wirtschafts- und
Sozialpolitik und solidarisieren sich mit den weltweiten Protesten gegen
die Politik der Finanzmärkte, deren Akteure sich immer mehr auf Kosten
von Beschäftigten, Studierenden und Rentnern bereichern.
Mit den Demonstrationen solidarisieren sich die NaturFreunde auch
ausdrücklich mit den Protesten der Menschen in Griechenland, die sich
gegen das großflächige Sparprogramm wehren. Immer mehr der Arbeitnehmer,
Rentner und sozial Schwächeren werden durch die massiven Kürzungen in
die Armut getrieben. Diese Kürzungspolitik ist sozial nicht zu
verantworten und ungerecht.
Durch diese Politik wird die Wirtschaft in Staaten wie Griechenland
und Portugal ökonomisch erdrosselt. Die NaturFreunde Deutschlands
fordern die Gewinner der derzeitigen Wirtschafts- und Finanzkrise auf,
sich endlich auch an den Rettungspaketen zu beteiligen.
Zudem fordern die NaturFreunde Deutschlands die Parteien im Deutschen Bundestag auf, Initiativen zu ergreifen für:
> das Verbot von Leerverkäufen und ungedeckten Kreditausfallversicherungen;
> mehr soziale Gerechtigkeit: Eine neue Politik der Umverteilung
von oben nach unten muss endlich die Armut und die soziale Ausgrenzung
von immer mehr Menschen beseitigen;
> die Beteiligung von Banken und Versicherungen an der
Finanzierung der Krise: Es ist höchste Zeit für die Einführung einer
Bankenabgabe;
> eine gerechtere Besteuerung von Vermögen und hohen Einkommen,
die zu einer echten Finanzierung der öffentlichen Haushalte beiträgt;
> die sofortige Einführung einer Finanztransaktionssteuer;
> die Stärkung der Sparkassen und genossenschaftlichen Banken: Die
privaten Großbanken müssen in die öffentliche Hand überführt werden;
> die Schaffung einer öffentlichen europäischen Bank, die
zinsgünstige Kredite an die Staaten vergibt und damit eine gerechte
Staatenfinanzierung ermöglicht.
Alle Informationen zu den Demonstrationen auf: www.banken-in-die-schranken.de
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NaturFreunde: Keine Turbogenehmigungen für europäische Stromtrassen
EU-Kommission will Beteiligungsrechte einschränken und zentralistische Großprojekte fördern
Berlin, 20. Oktober 2011 – Die Vorschläge der EU-Kommission,
künftig die Planungs- und Genehmigungsphase wichtiger europäischer
Stromtrassen auf drei Jahre zu beschränken, werden von den NaturFreunden
Deutschlands abgelehnt. Denn „damit greift die EU-Kommission nicht nur
massiv in die bisherigen Beteiligungsrechte von Naturschutzverbänden und
Bürgern ein“, kritisierte Uwe Hiksch, Mitglied im Bundesvorstand der
NaturFreunde Deutschlands: „Auch sollen wieder einseitig zentralistische
Großprojekte gefördert werden, die eine dezentrale
Energieerzeugungsstruktur ausbremsen.“
Hiksch
zufolge argumentiere die EU-Kommission mit der scheinbaren Gefahr, dass
die Energiewende an fehlenden Strom- und Ferngasleitungen scheitern
könne. Doch damit lenke sie bewusst von einer wirklich nachhaltigen und
ökologischen Energiewende ab, die nur dezentral funktionieren könne.
Das Ziel der EU-Kommission sei dabei nicht neu: Grenzüberschreitende
Infrastrukturprojekte sollen künftig „im europäischen Interesse“
deutlich schneller umgesetzt werden. Konkret hieße das: mit weniger
Bürgerbeteiligung von Betroffenen und weniger Einwendungsmöglichkeiten
von Umweltverbänden. „Dies ist in keiner Weise akzeptabel und muss vom
Tisch“, forderte Hiksch.
Bundesregierung darf einer entsprechenden Verordnung nicht zustimmen
Die NaturFreunde Deutschlands fordern die Bundesregierung auf, der so
vorgeschlagenen EU-Infrastrukturverordnung nicht zuzustimmen.
Gleichzeitig vertritt der Umweltverband die Auffassung, dass die
Beteiligung von Umweltverbänden, Standortinitiativen und Bürgern an der
Planung von Infrastruktureinrichtungen nicht auf EU-Ebene geregelt
werden könne, sondern allein in die Kompetenzen der einzelnen
Mitgliedsstaaten falle.
„Völlig inakzeptabel sind die Vorschläge der Kommission, dass die
Planungs- und Genehmigungsphase neuer Stromtrassen und Ferngasleitungen
künftig nicht länger als drei Jahre dauern soll“, stellte Hiksch klar.
Eine solche zeitliche Festlegung widerspreche demokratischen
Grundprinzipien. Große Infrastrukturprojekte sollten so in „Turbomanier“
durch die Genehmigungen gepeitscht werden. Gründliche Prüfungen und die
Erarbeitung von Alternativplanungen sollten damit bewusst verhindert
werden.
EU-Kommissar Oettinger verhindert ökologische Energiewende
„Seit
seiner Ernennung versucht EU-Kommissar Oettinger die Realisierung
verschiedener Vorschläge der Umweltverbände zu verhindern. Nach wie vor
setzt er auf den Ausbau der Atomenergie innerhalb der EU, versucht neue
Kohlekraftwerke zu fördern und verhindert eine ökologische
Energiewende“, kritisierte Hiksch. Auch die Durchsetzung von
europäischen Stromautobahnen, mit denen dann der billige Atom- und
Kohlestrom verteilt werden könne und solle, falle in dieses falsche
Denken. „Dass man einen derart massiven Ausbau für eine echte
ökologische Energiewende benötigt, ist vorgeschoben und einfach falsch“,
stellte Hiksch klar.
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NaturFreunde Internationale: „Gemeinsam Natur (er)leben“: Neues „Migrationshandbuch“ der Naturfreunde erschienen
Presseaussendung | Naturfreunde Internationale
Das
Nachmachen und Kopieren ist ausdrücklich erwünscht: Das Handbuch
„Gemeinsam Natur (er)leben“ der Naturfreunde Internationale (NFI) stellt
nicht nur Integrationsprojekte der Naturfreundebewegung und anderer
Vereine aus insgesamt fünf Ländern vor, sondern möchte generell
zivilgesellschaftliche Organisationen dazu ermutigen, MigrantInnen aktiv
anzusprechen und zur Mitarbeit einzuladen.
Präsentiert wurde die Broschüre im Rahmen des Naturfreunde-Kongresses
in Graz. Es geht darin um Grundsätze und Beispiele für interkulturelles
Arbeiten im Umweltbereich. Sowohl die Nord-Süd-Partnerschaften der NFI
als auch solidarisches Handeln in Europa werden vorgestellt.
„Dieses Handbuch soll Naturfreundinnen und Naturfreunde motivieren,
über Zusammenhänge von Klimawandel und Migration zu diskutieren und sich
aktiv für Integration zu engagieren. Deshalb haben wir Aktivitäten und
Projekte ausgesucht, von denen man sich etwas abschauen kann“, erklärt
Dr. Christian Baumgartner, Generalsekretär der NFI. „Wir stellen vor,
wie Naturfreunde bereits in ihren Ortsgruppen Menschen mit
Migrationshintergrund ansprechen und gemeinsam Projekte verwirklichen“,
so Dr. Margit Leuthold vom ExpertInnenbeirat.
Naturfreunde Internationale (NFI)
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NaturFreunde: Atommüll in Morsleben gefährdet die gesamte Region
NaturFreunde fordern unverzügliche Rückholung des eingelagerten Atommülls
Berlin, 14. Oktober 2011 – Anlässlich der aktuellen Diskussion über
die Zukunft des sogenannten „Atommüllendlagers Morsleben“ erklärt Uwe
Hiksch, Mitglied im Bundesvorstand der NaturFreunde Deutschlands:
Die
chaotischen Zustände in Morsleben zeigen wieder einmal deutlich, dass
der Bevölkerung von der Atomlobby ein schier unlösbares Problem
aufgeladen wurde. Die Politik versucht die Endlagerung des hochgiftigen
Atommülls zu lösen, indem sie das Hunderttausende Jahre strahlende
Material in völlig ungeeignete geologische Formationen wie etwa dem
einstürzenden Salzstock in Morsleben einbetonieren möchte. Doch dadurch
werden nur Risiken auf zukünftige Generationen verlagert. Die
NaturFreunde Deutschlands fordern die unverzügliche und sichere
Rückholung des in Morsleben eingelagerten Atommülls.
Terminhinweis: Morsleben-Demonstration am 15.10.2011 in Magdeburg
Die
NaturFreunde Deutschlands unterstützen die Demonstration „Atommüllkippe
Morsleben stilllegen – ABER RICHTIG!“ am Samstag, dem 15. Oktober 2011
in Magdeburg. Das Programm beginnt um 11:00 Uhr vor dem Magdeburger
Hauptbahnhof, die Demonstration um 12:05 Uhr.
Die zwischenzeitlich 37.000 Kubikmeter Atommüll in Morsleben lagern
in einer geologischen Formation, für die bis heute keinerlei belastbarer
Langzeitsicherheitsnachweis erbracht wurde. Dabei stammt nur der
kleinere Teil des radioaktiven Materials aus der ehemaligen DDR. Der
größte Teil wurde nach 1989 aus westdeutschen AKW eingelagert. Morsleben
wurde als willkommenes Atomlager genutzt, um von den bestehenden
chaotischen Verhältnissen der westdeutschen Atomwirtschaft abzulenken.
Betonsarkophag gegen mangelnde geologische Eignung
Geradezu zynisch sind die Planungen, die mangelnde geologische
Eignung des völlig maroden und einstürzenden Salzbergwerks durch die
Schaffung eines „Betonsarkophages“ zu ersetzen. Denn die
Verantwortlichen hoffen darauf, dass dieses Betongrab einige Jahrzehnte
durchhalten wird und sie so Zeit gewinnen können. Doch dieser Vorschlag
ist mehr als fahrlässig: Er nimmt in Kauf, das zukünftige Generationen
mit der massiven Gefahr einer Verseuchung leben und deren
gesundheitliche Risiken tragen müssen.
Die NaturFreunde Deutschlands fordern:
· Die unverzügliche und sichere Rückholung von Atommüll aus dem
bereits hochgradig ausgebeuteten Salzbergwerk in Morsleben. Dort wurden
auf sieben Ebenen Hunderte von Kavernen, Stollen und Schächte in das
Gestein getrieben und dadurch eine instabile Formation geschaffen.
Bereits jetzt sind mehr als 2.000 Tonnen Deckengestein eingestürzt. Dies
ist jedoch nur der Anfang.
· Die Aufgabe der Pläne für die Schaffung eines „Betonsarkophages
Morsleben“, da durch den großflächigen Einsatz von Beton die bestehende
sicherheitsgefährdende Lage nicht verbessert werden kann.
· Die Aufgabe der Idee von Morsleben als Atommüllendlager, da die
geologische Formation ungeeignet ist, atomare Abfälle über Zehntausende
von Jahren sicher zu lagern.
· Die Lagerung von Atommüll in Salzgesteinen muss grundsätzlich
aufgegeben werden, da nach derzeitigen wissenschaftlichen Erkenntnissen
aufgrund der sehr komplexen geologischen Verhältnisse im Salzgestein
eine dauerhaft sichere Lagerung unmöglich ist.
· Jegliche Einlagerung von Atommüll muss rückholbar organisiert
werden, um einen mindestens einigermaßen verantwortlichen Umgang mit den
hochgiftigen Abfällen gegenüber zukünftiger Generationen
sicherzustellen. Die bisherigen Erfahrungen mit den Lagern Morsleben und
Asse lassen keine anderen Rückschlüsse zu.
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NaturFreunde: Nationaler Masterplan Maritime Technologien ist rückwärtsgewandt
Fokus auf Erdöl- und -Erdgasförderung im Tiefwasser ist ökologisch nicht zu vertreten
Berlin, 13. Oktober 2011 – Zum von der Bundesregierung
vorgelegten „Nationalen Masterplan Maritime Technologien“
(Bundestags-Drucksache 17/6926: www.kurzlink.de/DBT-17-6926) erklärt Uwe Hiksch, Mitglied im Bundesvorstand der NaturFreunde Deutschlands:
Der
einseitige Fokus der Bundesregierung auf die Meeresnutzung für
ökonomische Zwecke ist ökologisch nicht zu vertreten und hat mit einem
nachhaltigen Meeresschutz und einem ökologischen Umbau der
Energieerzeugung wenig zu tun.
Im Nationalen Masterplan Maritime Technologien legt die
Bundesregierung ihr Hauptaugenmerk darauf, wie deutsche Unternehmen ihre
Weltmarktposition in der Meerestechnik zur Ausbeutung der Weltmeere
weiter ausbauen können. Als zentrales Betätigungsfeld für die deutsche
maritime Wirtschaft wird der „Weltmarkt Offshore Öl und Gas“
beschrieben. Völlig inakzeptabel ist dabei der Fokus der Bundesregierung
auf die Erschließung von Tiefwasser-Erdöl- und -Erdgasfeldern in einer
Tiefe zwischen 1.500 und 3.000 Metern, die als einer „der wesentlichen
Trends für die zukünftige Entwicklung des weltweiten Offshore-Markts“
beschrieben wird.
Unfälle und Bohrschlämme verseuchen die Meere großflächig
Die
intensive Exploration und der Transport von Öl auf den Weltmeeren haben
negative Auswirkungen. Unfälle von Tankschiffen oder auf Ölplattformen
sorgen für großflächige Verseuchungen. Auch durch die Ableitung des für
die Ölförderung notwendigen Produktionswassers und den massenhaft
anfallenden Bohrschlamm werden die Meere täglich stark verseucht. Denn
dabei werden große Mengen von Chemikalien als notwendige Zusätze des
Bohrvorgangs in die Weltmeere eingeleitet. Ölplattformen fördern ein
Gemisch aus Öl, Wasser und Gas. Nachdem das Öl vom Wasser getrennt
wurde, wird das benutzte Meerwasser als „Produktionswasser“ ins Meer
eingeleitet – inklusive der Restmengen an Öl. Durch die verstärkte
Exploration von Öl und Gas in immer größeren Meerestiefen wird das
Risiko von Verschmutzungen aus dem laufenden Betrieb oder durch schwere
Unfälle stark zunehmen.
Auch der Hinweis im Masterplan, dass „durch den Klimawandel die
Eisdicken und die Eisausbreitung in der Arktis stark abgenommen haben“
und sich daraus „völlig neue Möglichkeiten, die dort lagernden Erdöl-,
Erdgas- und andere Rohstoffvorkommen zu fördern und mit Eis brechenden
Schiffen abzutransportieren“ ergeben, ist im Sinne einer nachhaltigen
Klimapolitik nicht akzeptabel. Wir brauchen keinen Aktionsplan für die
noch intensivere Exploration von Kohlendioxid produzierenden Ressourcen,
sondern im Gegenteil eine Strategie zum Ausstieg aus der
CO2-Verbrennung und zum Schutz der Arktis und der Weltmeere.
Positiv im Masterplan ist hingegen die Ausrichtung auf einen
deutlichen Ausbau der Offshore-Windenergie. Aber auch hier fehlt ein
Ansatz, die einseitig ausgerichtete zentralistische Großproduktion von
Windstrom, der dann über ganz Europa verteilt werden soll, durch ein
dezentrales System von nachhaltigem Strom zu ersetzen.
Für die Zukunft fordern die NaturFreunde von der Bundesregierung
> Öl- und Gasförderungen in der Arktis und in der Tiefsee müssen verboten werden.
> Aufgrund der hohen Risiken bei der Ölförderung in Tiefen
unter 250 Metern ist ein weiterer Ausbau der Öl-Exploration in diesen
Tiefen zu untersagen.
> Die Öl- und Gasfirmen müssen verpflichtet werden, für
mögliche Folgen der Exploration von Öl und Gas aufzukommen. Hierfür
müssen ein internationaler Entschädigungsfonds und der verpflichtende
Abschluss von Risikoversicherungen gesetzlich vorgeschrieben werden.
Alle Firmen, die Gas und Öl explorieren, müssen in einen solchen Fonds
einbezahlen. Aus diesem Fonds sind dann die Beseitigungskosten der
Folgen von Unfällen zu bezahlen.
> Für die Überwachung der Sicherheitsstandards auf den
Offshore-Plattformen muss eine internationale Überwachungsbehörde
gegründet werden, die Sicherheitsstandards regelmäßig kontrolliert und
bei Verstößen Plattformen auch schließen kann.
Der „Nationale Masterplan Maritime Technologien“ ist ein Zeugnis
einer rückwärtsgewandten Technologieausrichtung, die für die
Zukunftsfähigkeit der deutschen Industrie keinen positiven Beitrag
leisten wird. Stattdessen sollte die Bundesregierung endlich eine
ökologisch verträgliche Industriepolitik entwickeln.
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NaturFreunde: Vietnamesische Agent-Orange-Opfer brauchen dringend Hilfe
Mehr als drei Millionen Menschen aus drei Generationen leiden bereits an den Folgen
Berlin,
10. Oktober 2011 – Anlässlich des Vietnambesuchs von Bundeskanzlerin
Angela Merkel haben die NaturFreunde Deutschlands die Bundeskanzlerin in
einem Brief aufgefordert, auf ihrer Reise auch die Folgen des Einsatzes
des Pflanzenvertilgungsmittels Agent Orange zu thematisieren sowie
konkrete eigene Hilfen für die Opfer anzubieten.
Jetzt, 50 Jahre nach dem ersten Sprüheinsatz mit Agent Orange im
Vietnamkrieg, müsse es endlich auch um die Menschen gehen, die dem
Pflanzenvertilgungsmittel ausgesetzt gewesen seien, forderte die
stellvertretende Bundesvorsitzende der NaturFreunde Deutschlands Regina
Schmidt-Kühner: „Mehr als drei Millionen Menschen aus drei Generationen
leiden noch heute unter den Folgen des Kontakts mit dem berüchtigten
Dioxin.“
Agent Orange verändert Erbgut jetzt schon der dritten Generation
Die wohl schrecklichste Langzeitwirkung des Dioxins sei
Schmidt-Kühner zufolge seine mutagene Wirkung. So gehörten die jüngsten
Betroffenen in Vietnam bereits zur Generation der Enkel der
Kriegsveteranen. Deformierte Gliedmaßen, Missbildungen des Gehirns, des
Rückgrates sowie Krebs bedeuteten für die Opfer häufig ein Leben in
Siechtum und Armut.
„Auch
50 Jahre nach dem Beginn der Agent-Orange-Katastrophe gibt es immer
noch keine ausreichende medizinische Versorgung oder gar eine
Rehabilitation,“ kritisierte Regina Schmidt-Kühner. Bis heute verweigern
die USA sowie die Konzerne, die einst das Agent Orange lieferten, allen
voran Dow Chemical und Monsanto, entsprechenden Schadenersatz und
bestreiten jegliche Verantwortung für die Schäden durch Agent Orange.
„Die Betroffenen in Vietnam brauchen dringend Hilfe. Wir erwarten von
der Bundeskanzlerin, dass sie sich vor Ort über die Folgen des
Agent-Orange-Einsatzes informiert und die Bundesrepublik einen eigenen
Beitrag zur Hilfe der betroffenen Menschen leistet“, erklärte die
stellvertretende Bundesvorsitzende der NaturFreunde Deutschlands.
Der Brief der NaturFreunde Deutschlands an Bundeskanzlerin Merkel als PDF-Download: www.kurzlink.de/NFD-zu-Agent-Orange
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NaturFreunde: SPD vergibt Chance für einen verkehrspolitischen und ökologischen Umbau von Berlin
Koalitionsverhandlungen in Berlin gescheitert
SPD vergibt Chance für einen verkehrspolitischen und ökologischen Umbau von Berlin
Berlin, 5. Oktober 2011 – Zu den vorerst gescheiterten
Koalitionsverhandlungen zwischen SPD und Bündnis 90/Die Grünen erklärt
der stellvertretende Landesvorsitzende der NaturFreunde Berlin und
Mitglied im Bundesvorstand der NaturFreunde Deutschlands, Uwe Hiksch,
folgendes:
Durch
ihre unnachgiebige Haltung ist die SPD Berlin dabei, einen notwendigen
verkehrspolitischen und ökologischen Umbau der Stadt zu verhindern. Die
Planungen für den Ausbau der A 100 gehen auf die 50er Jahre zurück, in
denen die autogerechte Stadt als der Inbegriff der infrastrukturellen
Modernität galten – die sind „Dinosaurier-Planungen“ einer längst
vergangenen Zeit.
Die NaturFreunde Berlin erwarten von der SPD ihre unnachgiebige
Haltung zur A 100 endlich aufzugeben und sich einer neuen
verkehrspolitischen Entwicklung in Berlin zu öffnen. Dies bedeutet, dass
ein gut ausgebauter öffentlicher Personennahverkehr, der Ausbau der
Straßenbahnen und des Fahrradverkehrs sowie eine menschengerechte
Stadtplanung in den Mittelpunkt der Verkehrs- und Infrastrukturpolitik
gestellt werden.
Die
NaturFreunde Berlin bitten die Mitgliederinnen und Mitglieder der SPD
sich für eine verkehrspolitische Wende und ein Nein zum Ausbau der A 100
in ihrer Partei einzusetzen. Der Landesparteitag der SPD ist nur mit
knapper Mehrheit für die Autobahnbefürworter entschieden worden. Diese
knappe Mehrheit darf für Berlin nicht zu politischen Stillstand und
einer Regierungsbeteiligung einer gesellschaftspolitisch
rückwärtsgewandten CDU führen.
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NaturFreunde unterstützen Landesbündnis „Ja zum Ausstieg“
Pressemitteilung der NaturFreunde in Baden-Württemberg
Naturfreunde unterstützen Landesbündnis „Ja zum Ausstieg“
Der Verband für Umweltschutz, sanften Tourismus, Sport und Kultur untermauert sein Nein zum Milliardenprojekt „Stuttgart 21“
STUTTGART/KARLSRUHE.
Getreu dem alten Sponti-Spruch, „Du hast keine Chance – also nutze
sie!“, beteiligen sich die NaturFreunde in Baden-Württemberg am
Landesbündnis „Ja zum Ausstieg“, das bei der nun endgültig beschlossenen
Volksabstimmung am 27. November das Bahnprojekt „Stuttgart 21“ zu Fall
bringen will. Ohne Gegenstimme hat der Vorstand des Verbands für
Umweltschutz, sanften Tourismus, Sport und Kultur, der landesweit rund
25.000 Mitglieder zählt, in seiner jüngsten Sitzung diesen Beschluss
gefasst.
Dass die Aussichten für einen S-21-Ausstieg beim Volksentscheid,
aufgrund der hohen rechtlichen Hürden in Baden-Württemberg nicht allzu
groß sind, wissen die NaturFreunde – wie das gewählte Motto zeigt – ganz
genau. „Allerdings sehen wir auch die einmalige Gelegenheit auf dem Weg
zur direkten Demokratie weiter zu kommen“, heißt es in einer Erklärung
des Vorstandsgremiums. So mache der Konflikt um Stuttgart 21 die Mängel
bei Volksbegehren und Volksabstimmungen in Baden-Württemberg
überdeutlich. Abschrecken lassen sich die NaturFreunde davon indes
nicht: ganz im Gegenteil.
Schon
seit langem unterstützen viele NaturFreunde-Mitglieder sowie deren
regionale Gliederungen aktiv den Kampf gegen „Stuttgart 21“ und setzen
sich für die weit sinnvollere Alternative K 21 ein. Auch auf Landesebene
hat sich der Verband bereits vor vielen Jahren entsprechend geäußert
und positioniert. Jetzt sei es wichtig, „dass die anstehende
Volksabstimmung einen großen Zuspruch in der Bevölkerung erfährt, damit
Stuttgart 21 verhindert werden kann und für den Erhalt des Kopfbahnhofs
votiert wird“. So würde unter anderem über die 191 Ortsgruppen und in
den mehr als 140 NaturFreundehäusern im Land für eine Teilnahme am
Volksentscheid und für den S-21-Ausstieg geworben, erklärt der
NaturFreunde-Vorstand abschließend.
Für weitere Informationen:
NaturFreunde Geschäftsstelle Württemberg
Jochen Alber, Geschäftsführer
Neue Str. 150, 70186 Stuttgart
Tel.: 0711/481076
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NaturFreunde: Jörg Asmussen – der Bock als Gärtner
Berlin,
4. Oktober 2011 – Zur Ernennung von Jörg Asmussen zum Chefvolkswirt der
Europäischen Zentralbank (EZB) äußert sich Michael Müller,
Bundesvorsitzender der NaturFreunde Deutschlands e.V. wie folgt:
Wie tief sich falsches Denken in die politischen Entscheidungen
einnisten kann, zeigt der Aufstieg von Jörg Asmussen. Die 17
Finanzminister der Euro-Zone machten den Geldpolitiker zum Chefvolkswirt
der Europäischen Zentralbank. Damit wird umgedreht, was lange Zeit
selbstverständlich war: Geld darf nicht herrschen, sondern muss den
Wirtschaftskreislauf stabilisieren. Ein Chefvolkswirt muss die Regeln
einer guten Volkswirtschaftlehre bewahren.
Doch Asmussen gehört zu denjenigen, die seit Jahren die Deregulierung
und Liberalisierung der Geldmärkte predigen. Er ist einer der
Architekten in der Umsetzung der neoliberalen Ideologie, die nicht nur
unser Land in die Finanzkrise geführt hat. Asmussen wird Chefvolkswirt,
weil er politisch genehm ist, aber nicht, weil er fachlich
gerechtfertigt ist. Die Entscheidung ist keine überzeugende Wahl – sie
entspricht dem Zeitgeist, aber nicht der ökonomischen Vernunft!
Asmussen ist eine politische Entscheidung die Geldpolitik über die
Volkswirtschaftslehre zu stellen. Mit ihm wird sich die Welt nicht aus
der Krise befreien können: Denn bei dieser Personalentscheidung handelt
es sich offenkundig um eine ideologische und keine vernunftbetonte.
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Naturfreunde Internationale: Radeln für Frieden und neue Energien
1
Die NaturFreunde Deutschlands rufen zur Teilnahme an der Friedensfahrt
2012 der Initiative „bike for peace” von Verdun nach Wolgograd auf. Die
Naturfreunde Internationale wird gebeten, für die Aktivitäten zu werben.
Der Antrag wurde auf den Kongress der Naturfreunde Internationale am 01.10.11 in Graz beschlossen.
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Naturfreunde Internationale: EURATOM endlich auflösen!
EURATOM endlich auflösen! Für die Schaffung einer Europäischen Gemeinschaft zur Förderung erneuerbarer
Energien!
1 Seit vielen Jahrzehnten hat die Anti-Atom-Bewegung
auf die Unverantwortlichkeit der Atomkraft hingewiesen. Naturfreunde
sind Gründungsmitglied der Anti-Atom-Bewegung in vielen Ländern Europas.
Mit ihrem Engagement haben sie deutlich gemacht, dass die Nutzung der
Atomenergie unverantwortlich ist. Die Naturfreunde treten für den
schnellstmöglichen Ausstieg aus der Atomenergienutzung ein und fordern
die massive Förderung einer nachhaltigen und umweltverträglichen
Energiegewinnung.
2 Atomkraft ist eine unbeherrschbare
Risikotechnologie mit unabsehbaren Folgen für die Menschen und die
Umwelt. Die Nutzung der Atomtechnologie setzt demokratische Grundrechte
auf Spiel und gefährdet die Lebensbedingungen zukünftiger Generationen.
3 Von Anfang an gab es keine absolute Trennung
zwischen „ziviler“ und militärischer Nutzung der Nukleartechnologien.
Vielmehr wurde die Forcierung der Atomenergienutzung von vielen Staaten
als Möglichkeit für den Einstieg in den Bau von Atombomben benutzt.
4 In vielen Ländern der Welt gibt es
Anti-Atom-Initiativen. Die Naturfreunde Internationale wird die Stärkung
und den Aufbau eines internationalen Netzwerkes gegen Atomenergie
Förderung und aktiv unterstützen. Gemeinsam mit den Landesverbänden, die
sich an einem solchen Netzwerk beteiligen wollen, wird sich die
Naturfreunde Internationale in internationale Aktionen und Debatten zur
Abschaffung der Atomenergie weltweit einbringen.
5 Tschernobyl, Harrisburg und Fukushima sind die
bekanntesten Beispiele für die Risikotechnologie Atomkraft. Für
Naturfreunde ist es völlig inakzeptabel, dass 25 Jahre nach dem
Reaktorunglück in Tschernobyl und trotz der vielen Störfälle in der
Geschichte der Kernenergienutzung, die Europäische Union weiterhin auf
die Erforschung und den Ausbau der Kernenergienutzung setzt.
6 Alleine in der laufenden Förderperiode sind im
Haushalt der Europäischen Union 7,8 Milliarden Euro für die Förderung
der Kerntechnologie eingestellt worden. Über 3 Milliarden Euro werden
alleine dafür aufgewandt, um die Fusionsforschung voranzutreiben und
durch Kredite den Neubau und die Modernisierung von Atomkraftwerken zu
fördern.
7 In den meisten Staaten der EU wird diese falsche
Politik von den jeweiligen Regierungen unterstützt. Durch diesen Irrweg
sind die Staaten der EU zu den führenden Erzeugern von Atomenergie auf
der Welt geworden. Die Europäische Union ist die Region mit der größten
Atomkraftwerksdichte in der Welt. In den 15 der 27 EU-Mitgliedstaaten
werden insgesamt 145 kommerzielle Atomreaktoren betrieben.
8 Massiv zur Förderung der Atomtechnologie hat
EURATOM beigetragen. Naturfreunde fordern seit vielen Jahrzehnten die
seit 1957 bestehende Europäische Atomgemeinschaft (EAG, EURATOM)
aufzulösen. Nie hat EURATOM dazu beitragen können, den Menschen in der
EU ein hohes Maß an technischer Sicherheit von Kernkraftwerken zu
garantieren – vielmehr wurde EURATOM dafür benutzt, die Atomtechnologie
in möglichst vielen Ländern auf möglichst profitabler Basis zu fördern.
Durch riesige Subventionierung der Atomtechnologie wurden der Ausbau und
die Förderung von unbeherrschbarer Atomkraft seit vielen Jahrzehnten
massiv vorangetrieben.
9 Einige EU-Mitgliedstaaten, wie beispielsweise
Österreich, Schweden, die Niederlande und Belgien, haben Beschlüsse in
Richtung eines Atomausstiegs auf nationalstaatlicher Ebene gefasst.
Dennoch bleiben sie an ihren vertraglichen Pflichten gebunden und
beteiligen sich weiterhin an der finanziellen Förderung der Atomenergie
durch die EU und die EAG.
10 Es ist nicht akzeptabel, dass alle Staaten, die
sich um einen Beitritt zur EU bewerben, durch die bisherigen
Beitrittspraxis mit dem Vertrag über den EU-Beitritt jeweils auch den
EURATOM-Vertrag mit unterzeichnen, unabhängig davon, ob sie selbst
Atomenergie herstellen. Damit verpflichtet sich jeder künftiger
EU-Mitgliedstaat, sich an der Subventionierung und Privilegierung der
Atomenergie in der EU zu beteiligen.
11 Durch den Vertrag von Lissabon ist EURATOM
strukturell aus den EU-Verträgen ausgegliedert. Trotzdem ist EURATOM
durch den einheitlichen institutionellen Rahmen und durch den
gemeinsamen Haushalt eng mit der EU verzahnt. Es ist an der Zeit, diese
Verflechtung durch eine Vertragsänderung zu brechen, um den Austritt aus
dem EURATOM für diejenigen Mitgliedstaaten, die das wollen, zu
ermöglichen.
12 Die Naturfreunde unterstützen die Forderung nach
einem einseitigen Ausstieg aus der Europäischen Atomgemeinschaft durch
Länder, die keine Atomenergie wollen. Dies kann für die Naturfreunde
jedoch nur ein erster Schritt zur vollständigen Auflösung von EURATOM
sein. Erst die Beendigung des EURATOM-Vertrages wird ein unumkehrbarer
Atomausstieg auf EU-Ebene und eine vollständige Umorientierung auf
erneuerbaren Energien möglich machen.
13 Die Naturfreunde wollen EURATOM durch eine
alternative „Europäische Gemeinschaft zur Förderung von erneuerbaren
Energien und Energieeinsparung“ ersetzten.
14 Die Naturfreunde Internationale wird mit allen
Landesverbänden, die sich für eine europaweite Initiative zur Auflösung
von EURATOM engagieren wollen, eine europaweite Kampagne zum
Atomausstieg starten. Hierbei soll eine Arbeitsgruppe über verschiedene
Möglichkeiten für die Umsetzung einer solchen Kampagne Vorschläge
ausarbeiten. Die Kampagne soll im Jahr 2012 begonnen werden.
15 Die Naturfreunde Internationale wird sich dafür einsetzen,
(a) dass EURATOM schnellstmöglich aufgelöst wird;
(b) dass ein neuer europäischer Vertrag geschlossen
wird, auf dessen Grundlage eine alternative Europäische Gemeinschaft zur
Förderung von erneuerbaren Energien und Energieeinsparung eingerichtet
wird;
(c) dass auf EU-Ebene eine Initiative für die
Entflechtung der vertraglichen Grundlagen der EU und des EURATOM
ergriffen wird. Zusammen mit den Landesverbänden wird sie Druck auf den
jeweiligen Regierungen ausüben, damit die Mitgliedsstaaten der EU den
EURATOM-Vertrag einseitig kündigen;
(d) dass die europäischen Verträgen so geändert werden,
damit das Verbot der Nutzung von Atomtechnologien für militärische
Zwecke sowie zur Energiegewinnung als Grundlage der Europäischen Union
festgeschrieben wird;
(e) dass die nationalen Regierungen und die
EU-Kommission sich bei den Vereinten Nationen entschieden für einen
weltweiten Ausstieg aus der Atomenergie für militärische Zwecke sowie
zur Energiegewinnung einsetzen und ein Moratorium für alle weltweit
geplanten Neubauten von Atomanlagen für militärische Zwecke und zur
Energiegewinnung durchgesetzt wird.
Der Antrag wurde auf dem Kongress der Naturfreunde Internationale am 01.10.11 in Graz beschlossen.
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NaturFreunde: Der Tourismus verbindet Kulturen nicht automatisch
Anlässlich des Welttourismustages fordern die NaturFreunde einen stärker sozial- und umweltverträglich organisierten Tourismus
Wien/Berlin,
26. September 2011 – „Linking Cultures – Kulturen verbinden“ lautet das
Motto des diesjährigen Welttourismustages am 27. September. Immer
wieder wird behauptet, dass der Tourismus zu mehr Frieden und
Demokratisierung beitragen könne. „Ja, aber …“ kommentieren die
NaturFreunde Internationale (NFI) und die NaturFreunde Deutschlands
(NFD) diese These: „… der Tourismus führt eben nicht wie von Zauberhand
zu mehr Frieden und Demokratie.“ Denn für einen wirklich positiven
gesellschaftlichen Effekt müsse der Tourismus viel stärker sozial- und
umweltverträglich organisiert sein. Den NaturFreunden zufolge sei das in
der Praxis jedoch äußerst selten der Fall.
Die offiziellen Feierlichkeiten zum diesjährigen Welttourismustag,
der von der Welttourismusorganisation UNWTO initiiert wurde, finden
statt im ägyptischen Assuan. „Ganz sicher sind diese Feierlichkeiten im
postrevolutionären Ägypten, einem der wichtigsten und ältesten
Reiseländer, ein positives Signal. Ob den Feiern und der parallel
stattfindenden Konferenz, in deren Rahmen die Sozialverträglichkeit des
Tourismus diskutiert werden soll, auch entsprechende Taten folgen, wird
sich aber erst noch zeigen müssen“, dämpft der Generalsekretär die
NaturFreunde Internationale Dr. Christian Baumgartner die Erwartungen.
Diffuse Vorstellungen vom Völker verbindenden Reisen
„Der globale Tourismus ist in erster Linie ein komplexer
Wirtschaftssektor, der mit diffusen Vorstellungen vom Völker
verbindenden Reisen kaum etwas gemein hat“, erklärt Karin Chladek von
„respect“, der NFI-Marke für nachhaltige Tourismusentwicklung und
ergänzt: „Die Annahme, dass der Tourismus automatisch die Welt
verbessere, ähnelt ein wenig der These, dass die Marktwirtschaft
automatisch zu mehr Demokratie führe.“
Auch lokale Bevölkerung muss von der Tourismusentwicklung profitieren
„Der Tourismus kann tatsächlich ein positiver Faktor sein, allerdings
muss er dafür sozial- und umweltverträglich geplant und gestaltet
werden. Zum Beispiel muss die Bevölkerung vor Ort in die
Tourismusentwicklung eingebunden sein und davon auch wirtschaftlich
profitieren“, betont Baumgartner und verweist in diesem Kontext auf gute
Beispiele der NaturFreunde: „Mit langfristigen Projekten wie etwa der
grenzüberschreitenden ‚Landschaft des Jahres’ arbeitet die
internationale NaturFreunde-Bewegung daran, mit den Menschen in den
jeweiligen Destinationen einen nachhaltigen Tourismus zu ermöglichen und
weiter zu entwickeln. Ein sehr großes Potenzial haben auch unsere immer
stärker genutzten interkontinentalen Austauschprojekte, beispielsweise
zwischen NaturFreunden in Afrika und Europa.“
Sozialökologische Orte der lebendigen Begegnung
Auf eine sozialökologische Möglichkeit der deutsch-französischen
Völkerverständigung etwa weist Eckart Kuhlwein, Mitglied im
Bundesvorstand der NaturFreunde Deutschlands, hin: „Deutsche und
französische NaturFreunde haben jüngst eine grenzüberschreitende
Radroute ‚Von der Saar zum Rhein‘ in handlichen Faltblättern
beschrieben, die auch die Besonderheiten der durchfahrenen
Naturschutzgebiete erklären.“ Dieser sogenannte Natura Trail (www.natura-trails.naturfreunde.de)
führt immer wieder in deutsche und französische Naturfreundehäuser und
damit an sozialökologische Orte der Begegnung, wo Freizeit und Freiheit
kein Luxus sind. „In den Naturfreundehäusern lernen sich übrigens nicht
nur Deutsche und Franzosen kennen“, so Kuhlwein.
Kennenlernen, um sich zu verstehen
„Menschen unterschiedlicher Kulturen müssen sich kennenlernen, um
sich zu verstehen. Dann verbindet der Tourismus auch Kulturen. Ohne das
Verständnis füreinander können aber weder Menschen noch Kulturen
miteinander auskommen“, fasst Baumgartner zusammen.
Die NaturFreunde
Die
NaturFreunde treten seit dem Jahr 1895 ein für eine offene,
demokratische und sozial gerechte Welt. Sie orientieren sich
traditionell am Leitbild der Nachhaltigkeit und setzen dies in ihrer
Projektarbeit wie auch in ihren Reise- und Freizeitangeboten um.
In Deutschland engagieren sich 75.000 NaturFreunde in rund 650 deutschen Orts-, Bezirks- und Regionalgruppen. Zumeist ehrenamtlich bewirtschaften diese auch die mehr als 400 deutschen Naturfreundehäuser als offene und sozialökologische Stätten der Begegnung.
Dachverband der internationalen NaturFreunde-Bewegung mit weltweit
mehr als 500.000 Mitgliedern und rund 1.000 Naturfreundehäusern ist die NaturFreunde Internationale (NFI) mit Sitz in Wien. Sie zählt zu den größten NGO weltweit und ist Mitglied der sogenannten Green10.
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NaturFreunde fordern Abschaffung der Todesstrafe
NaturFreunde fordern Abschaffung der Todesstrafe
Bundesregierung sollte zum Tode verurteilten Troy Davis Asyl gewähren
Berlin,
20. September 2011 – Zur heutigen Ablehnung des Gnadengesuchs für den
zum Tode verurteilten Afroamerikaner Troy Davis durch den
Gnadenausschuss des US-Bundesstaats Georgia erklärt das Mitglied im
Bundesvorstand der NaturFreunde Deutschlands Uwe Hiksch:
In den letzten Wochen haben sich über eine Million Menschen weltweit
für das Überleben von Troy Davis eingesetzt. Auch jetzt dauern die
Proteste und Kundgebungen in den USA noch an. Nachdem die zuständige
Gefängnisbehörde die Hinrichtung von Troy Davis für Mittwoch, den 21.
September angesetzt hatte, fanden am vergangenen Freitag weltweit erneut
mehr als 300 Protestveranstaltungen gegen die geplante Hinrichtung
statt. Die NaturFreunde Berlin etwa haben gemeinsam mit der „Free
Mumia“-Bewegung vor der US-amerikanischen Botschaft in Berlin für das
Leben von Troy Davis und die endgültige Abschaffung der Todesstrafe in
den USA demonstriert.
Bei einer erneuten Beweisaufnahme im Troy-Davis-Fall vor zwei Jahren
hatten Belastungszeugen zu Protokoll gegeben, dass sie von der Polizei
unter Druck gesetzt worden waren, gegen Troy Davis auszusagen. Sieben
der neun Belastungszeugen hatten ihre Aussage gegen Troy Davis
zurückgezogen und deutlich gemacht, dass Troy Davis unschuldig sei.
Trotzdem wurde der Afroamerikaner zum Tode verurteilt.
Für
sein Leben hatte sich unter anderen Ex-FBI-Chef William S. Sessions
eingesetzt, der die Behörden in Georgia aufforderte, die Hinrichtung
auszusetzen. Gegen die Hinrichtung hatten sich auch Ex-US-Präsident
Jimmy Carter, der südafrikanische Friedensnobelpreisträger Desmond Tutu
sowie der Papst ausgesprochen.
Die NaturFreunde Deutschlands fordern die Bundesregierung auf, alles
in ihrer Kraft Stehende zu tun, damit die geplante Hinrichtung von Troy
Davis nicht durchgeführt wird. Die NaturFreunde schlagen der
Bundesregierung zudem vor, den US-Behörden anzubieten, Troy Davis in
Deutschland Asyl zu gewähren. Die Behörden in Georgia fordern wir auf:
„Machen Sie Schluss mit dem Morden! Schaffen sie die Todesstrafe endlich
ab!“
Die NaturFreunde Deutschlands engagieren sich seit Jahrzehnten gegen
die Todesstrafe. Die Todesstrafe ist barbarisch und mit einem
humanistischen Rechtssystem unvereinbar. Sie setzt Vergeltung vor
Versöhnung und beruht auf niederen Racheinstinkten.
Für Mittwoch, den 21. September 2011 um 19:00 Uhr laden die
NaturFreunde Berlin und die Free-Mumia-Bewegung zu einer
Protestveranstaltung auf den Pariser Platz vor der US-amerikanische
Botschaft unter dem Motto: „Freiheit für Troy Davis – Abschaffung der
Todesstrafe weltweit!“
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NaturFreunde sagen Nein zur Todesstrafe
Globaler Aktionstag gegen die Hinrichtung von Troy Davis am 21. September 2011
Berlin, 15. September 2011 – Zum globalen Aktionstag am 21. September
gegen die geplante Hinrichtung des Afroamerikaners Troy Davis erklärt
das Mitglied im Bundesvorstand der NaturFreunde Deutschlands Uwe Hiksch:
Amnesty
International hat für Freitag, den 21. September zu einem globalen
Aktionstag für das Leben des Afroamerikaners Troy Davis aufgerufen. Aus
diesem Anlass findet in Berlin bereits am 16. September um 18:00 Uhr
eine Protestkundgebung vor der US-Botschaft auf dem Pariser Platz
(Brandenburger Tor) statt, zu der auch die NaturFreunde Deutschlands
einladen.
An der Veranstaltung sprechen werden unter anderem Annette Groth,
menschenrechtspolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion DIE LINKE,
die einen Antrag zur Rettung des Lebens von Troy Davis in den Deutschen
Bundestag eingebracht hat, sowie ein Vertreter der „Campaign to End the
Death Penalty“ (CEDP).
Der Afroamerikaner Troy Davis soll nach Aussagen der zuständigen
US-Gefängnisbehörde am 21. September hingerichtet werden. Das Urteil
wurde ohne greifbare Schuldbeweise gefällt. Durch weltweite Proteste
konnte die Hinrichtung von Troy Davis bereits dreimal in buchstäblich
letzter Minute unterbunden hatten.
In den USA werden zurzeit fast täglich Hinrichtungen durchgeführt.
Noch am vergangenen Wochenende bekräftigte etwa der Republikaner und
Bewerber für die Präsidentschaftskandidatur Rick Perry, dass er die
Todesstrafe für ein wichtiges „Rechtsgut“ der USA halte. Selbst das
Hinrichten Unschuldiger oder höchst umstrittener Fälle stellt für ihn
offensichtlich kein Problem dar, wie mehrere Hinrichtungen in dieser
Woche unter seiner Regie als Gouverneur im
Bundesstaat Texas wieder deutlich machten.
Wer die Todesstrafe zu einem „Rechtsgut“ erklärt, handelt nach
Überzeugung der Organisatoren der Kundgebung inhuman, da die Todesstrafe
mit einer humanistischen Grundeinstellungen einer Gesellschaft nicht
vereinbar ist. Die Todesstrafe ist eine Form besonders unmenschlicher,
grausamer und erniedrigender Behandlung von Menschen.

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NaturFreunde: Jetzt aus der Atomenergie aussteigen!
NaturFreunde Deutschlands laden morgen zur Protestkundgebung vor der französischen Botschaft in Berlin
Berlin,
12. September 2011 – Zum Unfall in der südfranzösischen Atomanlage
Marcoule erklärt das Mitglied im Bundesvorstand der NaturFreunde
Deutschlands Uwe Hiksch:
Die Verantwortlichen wollen nichts dazulernen: Harrisburg,
Tschernobyl und Fukushima sollten für die Regierenden eigentlich genug
mahnende Katastrophen sein, um endlich einzusehen, dass die Atomenergie
eine unverantwortliche, weil todbringende Energieerzeugungsart ist.
Die Explosion in der südfranzösischen Atomanlage Marcoule hat erneut
gezeigt, dass auch vom gesamten Verarbeitungsprozess von Nuklearmaterial
eine Gefahr für Mensch und Umwelt ausgeht. Doch die Verantwortlichen
versuchen alles wie gewohnt herunterzuspielen. Der Unfall macht aber
deutlich: Die französische Regierung spielt seit vielen Jahren
leichtsinnig mit dem Leben und der Gesundheit der Bürgerinnen und Bürger
Europas. Für die Profite weniger Menschen wird die Verseuchung ganzer
Regionen bewusst in Kauf genommen.
Es gibt keine sichere Nutzung von Atomenergie. Wer den Einsatz von
Atomenergie weiterhin als Teil der Energieversorgung toleriert, nimmt in
Kauf, dass sich auch mitten in Europa eine ähnliche Katastrophe wie in
Tschernobyl oder Fukushima ereignen kann.
Die
NaturFreunde Deutschlands fordern die Regierungen Europas auf, jetzt
aus der Atomenergie auszusteigen. Auch Deutschland darf nicht erst zum
Jahr 2022 aus der Atomenergie aussteigen, sondern muss jetzt mit dieser
unverantwortlichen Art der Energieerzeugung Schluss machen.
Die NaturFreunde Deutschlands fordern zudem ein sofortiges Ende von
EURATOM. Es dürfen nicht weiterhin Steuergelder für die Entwicklung der
menschenverachtenden Atomtechnologie eingesetzt werden.
Die NaturFreunde Deutschlands werden sich zusammen mit
Anti-Atom-Aktiven auch aus anderen Ländern massiv gegen alle Planungen
zum weiteren Ausbau der Atomenergie, etwa in Polen, Tschechien oder der
Slowakei wehren. Wir werden nicht hinnehmen, dass Europa in eine
strahlende Wüste verwandelt wird.
Die NaturFreunde Deutschlands laden für morgen, den 13.
September 2011, 17:00 Uhr zu einer Mahn- und Protestkundgebung vor der
französische Botschaft in Berlin (Pariser Platz 5, 10117 Berlin) unter
dem Motto: Nach dem Atomunfall in Frankreich: Atomausstieg sofort – und
zwar weltweit!
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Atomausstieg selber machen: ÖKOSTROM-WECHSELWOCHE VOM 17. BIS 24. SEPTEMBER
Pressemitteilung vom 9. September 2011
ÖKOSTROM-WECHSELWOCHE VOM 17. BIS 24. SEPTEMBER
Umweltverbände rufen auf, für die Energiewende aktiv zu werden und Strom
nicht länger bei den großen Atom- und Kohlekonzernen zu beziehen
Berlin, 9. September 2011 – Das Bündnis „Atomausstieg selber machen“
ruft zur zweiten Ökostrom-Wechselwoche auf, die bundesweit vom 17. bis
24. September stattfindet. Acht Tage vor Beginn der Wechselwoche haben
schon über 50 Gruppen und Privatpersonen in ganz Deutschland ihre
Beteiligung angekündigt. Auf der Internetseite www.atomausstieg-selber-machen.de erhalten Interessierte Informationen über Ökostrom, Aktionsvorschläge und kostenloses Aktionsmaterial.
„Der Wechsel zu einem Ökostromversorger ist das einfachste Mittel,
die Energiewende zu beschleunigen und nicht länger die Kassen der
Atomkonzerne zu füllen. Wer gute Erfahrung mit dem Wechsel gemacht hat,
erzählt das gern im Bekanntenkreis weiter“, meint Florian Noto,
Koordinator von Atomausstieg selber machen. „E.ON, RWE, EnBW und
Vattenfall spielen sich als Opfer der Energiewende auf, haben aber
jahrelang alle Innovationen blockiert und verdienen weiterhin prächtig
an den neun noch laufenden Atomkraftwerken.“
Bei ihren Auslandsaktivitäten hielten sie weiter an der Atomenergie
fest, und im Inland verfolgten sie mit dem Weiterbetrieb der AKW und dem
Neubau von Kohlekraftwerken unverändert ihr risikoreiches und
klimafeindliches
Geschäftsmodell. Der Ökostromanteil liege bei den Konzernen nach wie vor
weit unter dem nationalen Durchschnitt und sei „insgesamt beschämend
gering“, sagte Noto.
Stromkundinnen und -kunden sollten daher darauf achten, einen
Stromversorger zu wählen, der ausschließlich mit Ökostrom handelt und
nicht mit den großen vier Energiekonzernen verflochten sei, empfiehlt
Noto. Besonders glaubwürdig und engagiert seien die Elektrizitätswerke
Schönau, Greenpeace Energy, Lichtblick und Naturstrom.
Atomausstieg selber machen ist ein Bündnis von 23
Umweltverbänden und Anti-Atom-Initiativen. Die Trägerverbände sind:
.ausgestrahlt, BBU, BI Lüchow-Dannenberg, BUND, Bund der
Energieverbraucher, Campact, DNR, DUH, Forum Umwelt und Entwicklung,
genanet, Greenpeace, Grüne Liga, IPPNW, Jugendbündnis Zukunftsenergie,
KLAR, Mütter gegen Atomkraft, NABU, NaturFreunde, Robin Wood, TEMA, UfU,
urgewald und WWF.
An die Redaktion:
Kontakt: Florian Noto, Tel. 030-297732-86,
florian.noto@atomausstieg-selber-machen.de
Eine Übersicht der Aktivitäten finden Sie auf
www.atomausstieg-selber-machen.de.
Gern vermitteln wir Kontakte zu regional aktiven Gruppen in ganz Deutschland.
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NaturFreunde Sachsen unterstützen die Initiative „Pro Weltnaturerbe Sächsisch-Böhmische Schweiz“ am 10.09.2011
Pressemitteilung
Am
10.09.2011 findet zum 6. Mal die Wanderung der Initiative „Pro
Weltnaturerbe Sächsisch-Böhmische Schweiz“ statt. Mit dieser
Veranstaltung soll die Aufnahme des Elbsandsteingebirges beiderseits der
deutsch-tschechischen Grenze zum Weltnaturerbe unterstützt werden. Ein
Anliegen, welches die NaturFreundeDeutschlands/Sachsen e.V.
unterstützen. Die Elbe mit ihrer einzigartigen Flusslandschaft und das
Elbsandsteingebirge mit den wundervollen großflächigen Tafelbergen und
Schluchten stellt ein Stück unberührte Natur dar. Das obere Elbtal muss
in seiner einzigartigen Form auch künftigen Generationen erhalten
bleiben und darf zum Beispiel nicht durch weitere Elbestaustufen
zerstört werden. Der Mensch hat sich im Interesse künftiger Generationen
der Natur anzupassen.
Hier die wichtigsten Infos: Treffpunkt 09:00 Uhr in Schöna an der Fähre. Mit der Fähre übersetzen
nach Hrensko. Von hieraus beginnt dann die Wanderung bis zum
Prebischtor. 13:15 Uhr Abwanderung nach Hrensko und mit der Fähre
übersetzen zum Bhf. Schöna. Während der Wanderung informieren Experten
zum Stand “Weltnaturerbe” und über Flora und Fauna. Die Strecke der
Wanderung beträgt etwa 10 Kilometer.
Tilmann Schwenke
(Landesvorsitzender und
Stv. Bundesvorsitzender)
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NaturFreunde: Die Ursachen der Krisen liegen im Finanzkapitalismus
Medien sollten der computergesteuerten Börsenspekulation keine Bühne mehr geben
Berlin,
26. August 2011 – Vor dem Hintergrund der weiterhin schwelenden
Finanzkrise fordern die NaturFreunde Deutschlands erneut, dass die
Börsenberichterstattung erheblich zurückgefahren und dabei ungleich
kritischer gestaltet wird. Die Politik dürfe sich nicht von den
Spekulanten in die Enge treiben lassen, doch die große mediale
Aufmerksamkeit erwecke in der Gesellschaft den Eindruck einer ungeheuren
Relevanz des Börsenhandels. „Die täglichen Kursschwankungen haben aber
nur noch eine Aussagekraft für wenige Spekulanten, für das reale
Wirtschaftsgeschehen sind sie irrelevant“, erklären Michael Müller,
Bundesvorsitzender der NaturFreunde Deutschlands, und Prof. Gerhard
Scherhorn, ehemaliges Mitglied im Sachverständigenrat zur Begutachtung
der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung.
„Die Wertpapierbörsen haben ihre volkswirtschaftliche Funktion längst
verloren, die Wirtschaft mit Eigenkapital zu versorgen“, ergänzt Prof.
Scherhorn. Scherhorn verweist darauf, dass sich die börsennotierten
Unternehmen heute mehr über Anleihen und eigene Gewinne als über die
Ausgabe von Aktien finanzieren: „Tatsächlich kaufen sie sogar mehr
eigene Aktien zurück, als sie neue ausgeben.“ Die Börsen seien laut
Prof. Scherhorn zum Spiegelbild einer computergesteuerten Spekulation
verkommen, in der es nur noch darauf ankomme, um Sekundenbruchteile
schneller zu sein als andere.
Michael Müller verweist auf das Schlusswort des früheren
US-Finanzministers Henry Morgenthau auf der Konferenz von Bretton Woods:
Eine Welt ohne Krisen und Kriege werde es nur geben, wenn wir die
Geldhändler aus den Tempeln der Finanzwelt werfen, so Morgenthau schon
im Jahr 1944. Damals seien noch vor allem die britischen und
amerikanischen Verhandlungsführer, unter anderem John Maynard Keynes,
davon überzeugt gewesen, dass die Welt nur dann prosperieren könne, wenn
der Realwirtschaft der Vorrang vor der Finanzwirtschaft gegeben werde:
Die Finanzinstitute müssten dabei die Rolle eines Dieners übernehmen.
„Doch
Anfang der 1980er Jahre drehte sich dieses Verhältnis“, erläutert
Michael Müller. „Nach einer Phase außerordentlich hohen Wachstums in der
Nachkriegszeit stagnierten die Volkswirtschaften, verbunden mit
Inflation. Um zu hohen Wachstumsraten zurückzukehren, wurde einer
börsengetriebenen Ökonomie der Boden bereitet, indem man durch
Deregulierung der Finanzmärkte die unkontrollierte Geldvermehrung
erleichterte und diese mit billigem Zentralbankgeld noch weiter
aufputschte. Die Rechnung dafür präsentieren die Krisen unserer Zeit.“
Neben den ökologischen Folgen dieser Wachstumspolitik seien es besonders
die dramatischen Verschuldungstendenzen. Denn das Wachstum sei zum
großen Teil kreditfinanziert gewesen: „ein Aufschwung auf Pump, eine
Auszehrung der Zukunft“, so Müller. „Und trotzdem ist es Unsinn, die
Verschuldung zum Grund der Krisen zu machen. Die Ursachen der Krisen
liegen vielmehr im Finanzkapitalismus selbst.“
Finanzkapitalisten orientieren sich nicht am Wohl der Gesellschaft
Laut Müller ist es die Aufgabe der Politik, Gesellschaft, Wirtschaft
und Natur in ein dauerhaftes Gleichgewicht zu bringen und so das Wohl
der Menschen zu mehren – nicht aber, einer „verkommenen Marktideologie“
zu frönen. „Was für einen Unsinn redet zum Beispiel Bundeskanzlerin
Merkel, wenn sie ‚das Vertrauen der Märkte zurückgewinnen‘ möchte.
Finanzkapitalisten orientieren sich nun mal nicht am Wohl der
Gesellschaft. Wie tief sind auch die Medien gesunken, wenn sie permanent
über die Börsenlage berichten, wenn die Nachrichten, ob nun im Radio
oder im Fernsehen, der Spekulation immer wieder eine Bühne geben“,
empört sich Müller.
Der Umfang der Shows der Spekulanten stehe in keinem vernünftigen
Verhältnis zu deren eigentlicher Bedeutung für die Realwirtschaft, so
Müller. Die NaturFreunde Deutschlands fordern deshalb erneut, dass die
Börsenberichterstattung erheblich zurückgefahren und dabei ungleich
kritischer gestaltet wird, etwa durch Sondersendungen über die
Spekulation auf Nahrungsmittel und deren Folgen für das Überleben der
Menschen in den Entwicklungsländern.
Sozialer Sprengstoff in den Ballungsgebieten
„Die Spekulanten spielen mit Erwartungen. Die Realwirtschaft besteht
aber eben nicht nur aus Psychologie und Erwartungen, sondern in erster
Linie aus handfesten Investitionen und Innovationen. Darum sollte es
auch in den Medien gehen und nicht um das Fingerzucken der flotten
Gelddealer in den Tempeln der Finanzwelt von London und New York“, mahnt
Michael Müller und ruft auf: „Es wird Zeit, die Tatsachen wieder vom
Kopf auf die Füße zu stellen.“
„Die Politik muss der Vermögensinflation eine höhere Aufmerksamkeit
widmen. Die Inflationsgefahr bildet sich heute weniger in den
Konsumgüterpreisen als vielmehr im Steigen der Preise für reale
Vermögenswerte wie Immobilien und Rohstoffe ab“, erläutert Prof.
Scherhorn. Die Politik habe es aber nicht geschafft, die Gewinner der
Finanzkrise an den Kosten zu beteiligen. So sei der weltweite
Geldüberhang virulent geblieben, den die Politik durch die Deregulierung
der Finanzmärkte ermöglicht habe.
„Heute drängt das viele Geld in reale Werte und bläht dort die Kurse
auf. Die so entstehende Vermögensinflation bewirkt bereits steigende
Mieten in den Ballungsgebieten. Hier kündigt sich sozialer Sprengstoff
an, der dringend entschärft werden muss“, warnt Prof. Scherhorn.
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NaturFreunde: Unkritische Börsenberichterstattung verunsichert Gesellschaft
Börsengeschäfte haben eigentlich nur eine geringe Bedeutung für die Realwirtschaft
Berlin,
18. August 2011 – „Stoppt endlich das alltägliche Casino im Fernsehen,“
fordert der Bundesvorsitzende der NaturFreunde Deutschlands Michael
Müller die Intendanten der Fernsehanstalten auf. „Die zahlreichen
TV-Börsenformate tragen mit dazu bei, dass die Gesellschaft immer
stärker verunsichert wird. Dabei spiegeln die Börsen nur eine künstliche
Wirklichkeit, ihre Bedeutung für die Realwirtschaft ist gering. Allein
die massive und unkritische Berichterstattung wirkt sich letztlich auf
das realwirtschaftliche Geschehen aus“, warnt Müller.
Realwirtschaftlich hätten die Börsengeschäfte nur noch eine
vergleichsweise geringe Bedeutung, so Müller. Aber sie prägten die
Wirtschaft durch Stimmungen, Spekulationen und ungerechtfertigte
Überhöhungen. Große Unternehmen finanzierten sich dem Bundesvorsitzenden
der NaturFreunde Deutschlands zufolge in der Regel nicht über die
Börse, kleine und mittlere träten dort erst gar nicht auf. „Um der
eigentlichen realwirtschaftlichen Bedeutung gerecht zu werden, würde es
auch reichen, monatlich über das Börsengeschehen zu berichten“, erklärt
Müller.
Überhöhung der ominösen Nervosität der Märkte
„Die Überhöhung der Börsengeschäfte hat nicht zuletzt dazu
beigetragen, dass die Gesellschaft der ominösen Nervosität der Märkte
und den Temperaturmessungen der flotten Gelddealer eine größere
Aufmerksamkeit schenkt als der tatsächlichen Wirtschaftskraft und
Investitionstätigkeit. Auch durch diese Entwicklung ist der
Wirtschaftskreislauf instabil geworden“, so Michael Müller.
Den Finanzalchemisten die Möglichkeit der medialen Selbstdarstellung verweigern
Die NaturFreunde Deutschlands fordern die Intendanten der
Fernsehanstalten auf, den Finanzalchemisten die Möglichkeit zur
ständigen medialen Selbstdarstellung zu verweigern. „Mit ihren falschen
Ratschlägen der letzten Jahre haben die marktlibertären Spekulanten die
heutigen Krisen mitverursacht. Sie sollten nicht auch noch empfehlen
dürfen, was heute zu deren Lösung zu tun ist“, empfiehlt Michael Müller.
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Deutscher Naturschutzring und NaturFreunde fordern Zivilisierung der Finanzmärkte
Stoppt die Entmündigung der Demokratie!
Berlin,
16. August 2011 – Die Regulierung der Finanzmärkte, der ökologische
Umbau der Wirtschaft und die Wende zu einer nachhaltigen Haushalts- und
Finanzpolitik sind nach Auffassung des Deutschen Naturschutzrings (DNR)
jetzt überfällig. „Die Welt befindet sich in der härtesten Krise der
Nachkriegszeit. Die Situation ist mit dem historischen Jahr 1989
vergleichbar. Deshalb müssen die Kräfte der Zivilgesellschaft gestärkt
werden. Obwohl für die Banken und den Finanzsektor milliardenschwere
Rettungsschirme aufgespannt wurden, spitzt sich die Krise zu, auch weil
nach wie vor den Finanzexperten die Bewältigung der vom Finanzsystem
ausgelösten Krise überlassen wird. Bekämpft werden die Folgen, aber
nicht die Ursachen“, erklärte Michael Müller, Präsidiumsmitglied des DNR
und Bundesvorsitzender der NaturFreunde Deutschlands.
Mehr als ein Jahrzehnt lang haben aus Sicht des DNR die Politiker
alle Forderungen nach demokratischer Kontrolle der Finanzmärkte und
ökologischer Modernisierung der Wirtschaft ignoriert. „Damit Banken und
Finanzmärkte an der Tilgung der Staatsschulden, am Umbau der Wirtschaft,
an der Bekämpfung der Armut und beim Klima- und Umweltschutz beteiligt
werden, ist eine zunächst europäische Finanztransaktionssteuer von 0,05
Prozent auf den Handel mit Devisen, Aktien, festverzinslichen
Wertpapieren und Derivaten einzuführen“, forderte DNR-Präsidiumsmitglied
Sebastian Schönauer.
Mehr Steuern auf Vermögen statt Kürzungen im sozialen oder Umweltbereich
Zur Überwindung der Staatsschulden darf es nach Meinung des DNR keine
Kürzungspolitik im sozialen oder Umweltbereich geben, wie jetzt in den
USA geplant. Stattdessen sind, so der DNR, neue Quellen für
Staatseinnahmen durch Steuern auf Kapitalerträge, Vermögen und höchste
Einkommen zu erschließen.
Wie der DNR fordert auch Professor Gerhard Scherhorn, früheres
Mitglied im Sachverständigenrat zur Begutachtung der
gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, dass die Finanzmärkte zivilisiert
werden: „Sie dürfen nicht länger Herren der Welt sein, sondern müssen
auf ihre eigentliche Aufgabe zurückgeführt werden: als Diener der
Wirtschaft den Geldkreislauf zu sichern.“
Die heutige Krise ist, so der DNR, nicht vom Himmel gefallen, sondern
hat eine längere Vorgeschichte, die in die 1970er Jahre zurückreicht.
Damals wurde, als die Wachstumsraten vor allem in den USA und
Großbritannien zurückgingen, die Weichen für Neoliberalismus und
Finanzkapitalismus gestellt. Die Macht über wirtschaftliche
Entwicklungen wurde Zug um Zug den Investmentbanken übertragen. Die
Haupttäter dieser Entmoralisierung der Wirtschaftsordnung hießen nach
Meinung des DNR Margret Thatcher und Ronald Reagan. „Sie haben als Erste
die Kapitalmärkte dereguliert und liberalisiert, damit sie die
Unternehmen ‚aufmischen‘ und die Wirtschaft zu höheren Wachstumsraten
antreiben und damit ihre Länder neue Stärke erreichen“, so die
DNR-Vertreter.
Finanzkapitalismus mit seinen hemmungslosen Raffkes darf keine Zukunft haben
„Der Finanzkapitalismus machte mit seiner Finanzgier
Wettbewerbswirtschaften zu hemmungslosen Raffkes. Der ehemalige
IWF-Direktor und Bundespräsident Horst Köhler nannte die
Investmentbanken ‚Monster‘, die alle zivilisatorischen Grenzen
missachten. Von daher geht es nicht nur um einzelne Korrekturen. Der
Finanzkapitalismus darf keine Zukunft haben. Die Politik läuft den
ökonomischen Umbrüchen atemlos hinterher, das Krisenmanagement der
Bundesregierung, der Eurostaaten oder der USA kann nicht überzeugen. Es
ist Zeit für einen fundamentalen Kurswechsel, weg vom Diktat der Wall
Street und des Finanzzentrums London, die nicht länger die Regeln der
Wirtschaft zum eigenen Vorteil diktieren dürfen. Das erfordert mehr als
eine Politik, die nur die schlimmsten Folgen abzuwenden sucht und
letztlich bei nationalen Egoismen bleibt“, betonten die Vertreter des
DNR.
Aus Sicht von DNR und NaturFreunden sind die vier wichtigsten Ziele für eine Neuordnung:
- Die Finanzmärkte müssen der Wirtschaft und Gesellschaft dienen, sie dürfen nicht länger über sie herrschen.
- Der Umbau in eine nachhaltige Ordnung muss mit Nachdruck vorangetrieben werden, die Grundlage dafür ist eine grüne Wirtschaft.
- Die Europäische Union muss zur Nachhaltigkeitsunion werden.
- Wir brauchen mehr Demokratie, um aus der Geiselhaft des
Finanzkapitalismus herauszukommen und die kreativen Potenziale der
Gesellschaft zu nutzen.
Zur Bewältigung der Finanzkrise hat der DNR ein ausführliches Sieben-Punkte-Papier zum Download gestellt auf: www.kurzlink.de/DNR-zur-Finanzkrise.
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NaturFreunde: Ohne das Primat der Politik über den Finanzkapitalismus droht die soziale Spaltung
Berlin, 9. August 2011 – „Ging es auf den
Märkten nicht einmal um Wertschöpfung“, fragt vor dem Hintergrund der
aktuellen Verwerfungen der Bundesvorsitzende der NaturFreunde
Deutschlands Michael Müller. „Die Demokratien sind den Märkten nicht
ausgeliefert, das Geld darf nicht die Organisation unserer
Gesellschaften übernehmen. Nicht weniger als die Demokratie ist
gefährdet, wenn die Folgen der Finanzgier der Politik überlassen werden,
sie von den Heuschrecken aber gleichzeitig geschwächt und delegitimiert
wird“, so Müller.
Franz
Müntefering hatte vor einigen Jahren den Aufstieg des
Finanzkapitalismus mit der Ausbreitung von Heuschrecken verglichen. Dann
kam mit dem Zusammenbruch der Investment Bank Lehman Brothers die große
Finanzkrise. Die Politik spannte gewaltige Rettungsschirme auf und
kündigte Reformen an. Doch es blieb bei den Ankündigungen, geschehen ist
nur wenig. Die Heuschrecken fallen weiter über die Volkswirtschaften
her.
Unruhen wie in London können sich ausweiten
Über diese Landplage wird kaum gesprochen, über die Folgen aber
schon. Dabei sind die Ursachen der Krisen nicht beseitigt. Manchmal
bedarf es, wie etwa bei den nächtlichen Unruhen in London, nur eines
Anlasses, und schon kommt es zur Explosion. Das soziale
Konfliktpotenzial ist über Jahre gewachsen, besonders in Großbritannien,
dem „Mutterland“ des Finanzkapitalismus. Der erste Vorfall im Londoner
Stadtteil Tottenham war ein Streichholz. Und die Reibfläche sind die
modernen Informationstechniken, die heute für eine blitzschnelle
Verbreitung des Protests sorgen.
Die NaturFreunde Deutschlands warnen, dass sich diese Unruhen vor dem
Hintergrund der Wirtschafts- und Finanzkrisen auf immer mehr Länder
übertragen können. Spanien, Griechenland, auch Italien: Die Konflikte
weiten sich solange aus, wie den Heuschrecken nicht Einhalt geboten
wird.
Scheinwirklichkeit der Gelddealer hat dramatische Auswirkungen auf den Alltag
Die einseitige Bewertung der Welt durch Finanzmanager und Gelddealer
muss beendet werden. Ihre Geschäfte werden in einer Scheinwirklichkeit
abgewickelt, die aber auf das alltägliche Leben dramatische Auswirkungen
hat. Die Politik wurde nicht auf Gedeih, wohl aber auf Verderb in
Geiselhaft genommen. Legitimiert wird das Irreale mit den angeblich
unantastbaren Regeln der Märkte, die auf die zunehmende
Staatsverschuldung mit Börsencrashs, Wirtschaftskrisen oder Inflation
reagieren.
Gewaltige Rettungspakete werden geschnürt mit der Begründung, die
„Anleger“ seien nervös. Was soll eigentlich der Unsinn, diese Scheinwelt
Ernst zu nehmen. Und warum geben die Fernsehanstalten den Geld- und
Börsendealern auch noch immer mehr Raum für deren Bewertung der Lage?
Tatsächlich sind es dieselben Akteure, die uns erst in den
Finanzkapitalismus geführt hatten. Als Brandstifter haben sie kein
Recht, die Feuerwehr zu spielen.
Die Wünsche der Spekulanten sind unwichtiger als der Zusammenhalt der Gesellschaft
Wer heute eine Rücksicht auf die Märkte anmahnt, der meint nicht die
Realwirtschaft, also die Leistungskraft der großen Unternehmen, sondern
die Geldinteressen großer Fonds und Anleger. Die Wünsche der Spekulanten
dürfen aber nicht wichtiger sein als die Stabilität und der
Zusammenhalt der Gesellschaft. Wenn sich die Demokratie ernst nimmt,
dann muss sie diesen Unsinn endlich stoppen.
Das Geld soll kursieren, nicht aber die Organisation unserer
Gesellschaft übernehmen. Denn das ist eine politische Aufgabe. Nicht
weniger als die Demokratie ist gefährdet, wenn die Folgen der Finanzgier
der Politik überlassen werden, sie von den Heuschrecken aber
gleichzeitig geschwächt und delegitimiert wir
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NaturFreunde: Die Politik in Geiselhaft der Märkte
Statt der Folgen der Krisen müssen endlich die Ursachen bekämpft werden
Berlin, 8. August 2011 – „Entscheidende Ursachen für die
heutigen Krisen liegen in der Liberalisierung und Deregulierung der
Finanzmärkte durch neoliberale Kräfte“, erklärt der Bundesvorsitzende
der NaturFreunde Deutschlands Michael Müller. „In das aktuelle Desaster
führten die Politik des billigen Geldes und eine hemmungslose
Spekulation. Das wird so bleiben, bis die Politik die Kraft hat, die
Unlogik des Finanzkapitals zu durchbrechen und die Banken wieder zu
Dienern von Wirtschaft und Gesellschaft macht.“
Schon
1944 erklärte der damalige US-Finanzminister Henry Morgenthau in seinem
Schlusswort auf der Konferenz von Bretton Woods, auf der immerhin die
Weltwirtschaftsordnung der Nachkriegszeit beschlossen wurde, dass es nur
dann eine Welt ohne Krisen und Konflikte geben könne, wenn die
Geldhändler aus den Tempeln der Finanzen geworfen würden.
Tatsächlich gelang es so bis Ende der siebziger Jahre, das
Finanzkapital halbwegs in seine Grenzen zu weisen. Doch dann hat auf
Initiative Großbritanniens und der USA der Neoliberalismus die
Finanzmärkte durch eine Strategie der Liberalisierung und Deregulierung
„befreit“. Ohne politische Rahmensetzung spielten sich mit der
Globalisierung die Finanzinstitute gleichsam zu Herrschern der Welt auf
und übernahmen das Kommando über die Märkte. Hierin liegen entscheidende
Ursachen für die heutigen Krisen.
Atemlos läuft die Politik immer neuen Krisen hinterher
Dieses kurzsichtige Experiment zur Förderung des Wachstums hat in den
letzten zwei Jahrzehnten die Entwicklung der Welt geprägt, bis es 2008
schließlich zum Zusammenbruch der Investmentbank Lehman Brothers kam,
der die tiefste Krise seit der großen Depression von 1929 auslöste. In
dieses Desaster führten die Politik des billigen Geldes und eine
hemmungslose Spekulation. Seitdem läuft die Politik atemlos immer neuen
Krisen hinterher, um zu retten, was innerhalb der Logik des
Finanzkapitalismus zu retten ist. Zu wirksamen Reformen kam es jedoch
bis heute nicht.
Ob Obama, Merkel oder Sarkozy: Sie alle wollen die ominösen Märkte
beruhigen, geraten dabei aber immer tiefer in die Geiselhaft des
Finanzkapitals, denen sie nicht auf Gedeih, wohl aber auf Verderb
ausgeliefert sind. Das wird so bleiben, bis die Politik die Kraft hat,
die Unlogik des Finanzkapitals zu durchbrechen. Sie muss dafür sorgen,
dass die Banken wieder Diener der Wirtschaft werden. Deren eigentliche
Aufgabe ist es, den Geldkreislauf zu sichern – und nicht der Wirtschaft
und Gesellschaft zu diktieren, wie sie sich zu verhalten haben.
Die derzeitige Entwicklung setzt alle Regierungen unter
Handlungszwang. Deshalb sollte die Situation nicht nur genutzt werden,
um nationale Interessen zu verfolgen, sondern in erster Linie, um zu
einer wirklich durchgreifenden internationalen Lösung zu kommen.
Steueroasen ächten, Spekulation besteuern, Transparenz schaffen
Dazu gehören insbesondere ein Verbot von Leerverkäufen und Derivaten,
eine Ächtung von Offshore-Finanzzentren und Steueroasen, die Begrenzung
von Leverage-Geschäften und eine Einschränkung der Spekulation durch
steuerliche Maßnahmen. Vor allem aber muss Transparenz geschaffen
werden, was auf den Finanzmärkten geschieht und wer die eigentlichen
Akteure sind.
Insgesamt geht es darum, den Finanzkapitalismus so schnell wie möglich zu beenden.
Nur das zählt und daran wird die Politik gemessen.
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NaturFreunde: Die Krisen kehren zurück
Berlin, 5. August 2011 – Zu den sich weiter verschärfenden Krisen an den
internationalen Märkten erklärt der Bundesvorsitzende der NaturFreunde
Deutschlands Michael Müller:
Die
Börsen spielen verrückt, die Märkte sind instabil, die Weltwirtschaft
schwächt sich deutlich ab, die bisher führende Wirtschaftsmacht USA
kippt weg und die asiatischen Staaten werden ihre neue Macht für ihre
nationalen Interessen zu nutzen wissen. Europa droht auf die
Verliererstraße zu geraten.
Dabei käme es ganz entscheidend auf Deutschland an, ob die EU
weiterhin eine ernst zu nehmende Kraft ist oder nicht. Doch die jetzige
Bundeskanzlerin kann nicht mehr von der Vorarbeit ihres Vorvorgängers
Gerhard Schröder profitieren. Denn mittlerweile heißt die Vorgängerin
von Bundeskanzlerin Merkel: Bundeskanzlerin Merkel. Sie hat in den
letzten zwei Jahren keine der Reformen durchgesetzt, die dringend
notwendig gewesen wären: die Neuordnung der Weltwirtschaft, die
Kontrolle der Finanzwirtschaft und die Stärkung Europas.
Die
Neuordnung der Weltwirtschaft ist über einige Ankündigungen der G 20
kaum hinausgekommen, die Macht der Rating-Agenturen und Kreditmärkte ist
nahezu ungebrochen und die Europäische Union steckt in einer tiefen
Krise. Die Bundesregierung redet zwar permanent über Verantwortung,
übernimmt sie aber nicht. Sie spricht von Nachhaltigkeit, handelt aber
nur auf kurze Sicht.
Dabei dürfte spätestens Ende des Jahres klar sein, dass sich auch
unser Land nicht in Ruhe wiegen darf. Keine der großen Herausforderungen
ist bewältigt, die Krisen bauen sich immer deutlicher vor uns auf, die
Stürme kehren zurück. Aber weder ist die Bundesregierung darauf
vorbereitet, noch hat das Regierungsduo Merkel/Rösler die Kraft,
Kompetenz und Kreativität, die heute für einen Gegenkurs gebraucht
würden.
Drei erste Schritte sind unverzichtbar:
> Erstens müssen die Finanzmärkte wieder der Wirtschaft
dienen, sie dürfen sich nicht länger als die Herren der Welt aufspielen.
Dafür muss die EU die Kooperation mit den USA suchen. Für beide geht es
um ihre künftige Rolle in der Weltwirtschaft.
> Die Realwirtschaft muss gestärkt werden. Der ökologische
New Deal ist dafür der richtige Weg, denn hier handelt es sich um die
wichtigsten Zukunftsfelder.
> Und schließlich brauchen wir ein starkes Europa, dass sich vor allem als soziale und ökologische Union präsentiert.
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NaturFreunde: Nichts ist gut in Fukushima
Obwohl die Strahlung wieder steigt, steht der japanische GAU im medialen Abseits
Berlin, 4. August 2011 – „Warum wird über Fukushima in den
Medien kaum noch berichtet“, kritisiert der Bundesvorsitzende der
NaturFreunde Deutschlands Michael Müller. „Aus der Atomruine tritt immer
mehr Radioaktivität aus. Zwischen den explodierten Reaktorblöcken 1 und
2 wurde jetzt eine tödliche Strahlung von mehr als 10 Sievert pro
Stunde gemessen. Das ist die höchste Belastung seit dem Beginn der
japanischen Atomkatastrophe im März 2011. Die Wahrscheinlichkeit, eine
solche Bestrahlung zu überleben, liegt bei deutlich unter 50 Prozent“,
so Müller.
Bekannt
gemacht wurden die Strahlungswerte von der japanischen Regierung – und
nicht vom AKW-Betreiber TEPCO. Auch fünf Monate nach dem GAU hätten
weder der Betreiber noch die Behörden die Lage im Griff, so Müller, der
bis 2009 auch Parlamentarischer Staatssekretär im
Bundesumweltministerium war. Erneut werde ein Extremereignis vertuscht,
generell noch immer viel zu wenig gemessen und nur unzureichend
informiert, warnt Müller.
„Die Meldungen über Fukushima sind sehr alarmierend, aber sie werden –
wenn überhaupt – kaum noch zur Kenntnis genommen. Dabei hätte die jetzt
gemessene Strahlung an die Spitze der Nachrichten gehört, ein
Brennpunkt wäre eigentlich selbstverständlich gewesen. Doch die
internationale Öffentlichkeit interessiert sich immer weniger für den
japanischen GAU. Fukushima steht im medialen Abseits“, kritisiert
Michael Müller.
Erneut zeige sich, dass der mediale Betrieb nur noch auf spektakuläre
Einzelereignisse ausgerichtet sei. „Fukushima ist ‚abgefrühstückt‘. Es
gibt kein vorher, aber auch kein nachher. Deshalb muss die
Zivilgesellschaft selbst für mehr Kontinuität sorgen“, empfiehlt Müller.
Die NaturFreunde Deutschlands engagieren sich seit rund 40 Jahren im
Kampf gegen die Atomenergie. „Unser Kampf geht solange weiter, bis
dieses unselige Kapital beendet ist“, erklärt Müller und stellt fest,
dass in dieser Sache auch vom Bundesumweltminister nichts zu hören sei.
Herr Röttgen sei ein typischer Minister des Zeitgeistes und es
verwundere nicht, dass die Umweltpolitik immer mehr an Boden in der
ohnehin schon schwachen Bundesregierung verliere.
„Wo
bleibt der Klimaschutz? Wo bleibt eine Kreislaufwirtschaft? Wo bleibt
ein Effizienzgesetz? Wo bleibt der Biodiversitätsschutz? Wo bleibt die
Idee der Nachhaltigkeit? Zu all‘ diesen Fragen kommt aus der
Bundesregierung einfach nichts“, kritisiert Michael Müller.
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no pasaran: NaturFreunde Berlin spenden 150 Euro für Falken Neuköln

Am 27.06.2011 wurde durch einen faschistischer Brandanschlag das
Falken Jugendzentrum „Anton –Schmaus-Haus“ (ASH) schwer beschädigt und
kann zurzeit nicht mehr genutzt werden.
Auf unserer letzten Landesausschusssitzung am 18.07.2011 haben wir
spontan Geld gesammelt, um unsere Solidarität mit den Falken zum
Ausdruck zu bringen.
Von den Mitgliedern der NaturFreunde wurden 100 Euro spontan beim
Landesausschuss gespendet. Zusätzlich hat die Ortsgruppe Skiklub Berlin
weitere 50 Euro gesammelt, die wir den Falken auf ihr Spendenkonto
überwiesen haben.
Bitte Link anklicken: http://www.falken-berlin.de/show/4352730.html
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NaturFreunde kritisieren geplanten Uranabbau in Tschechien
Berlin,
22. Juli 2011 – „Dass die Uran-Industrie in der Tschechischen Republik
den Abbau von Natur-Uran massiv ausweiten möchte, ist ein
energiepolitischer Irrweg“, erklärt Tilmann Schwenke, Vorsitzender der
NaturFreunde Sachsens und stellvertretender Bundesvorsitzender der
NaturFreunde Deutschlands. „Die tschechische Regierung geht
energiepolitisch den falschen Weg, wenn sie eine positive Energiezukunft
mit der Atomenergie sucht“, warnt Schwenke. „Und sie vergibt Chancen am
Arbeitsmarkt: Schließlich wurden im Bereich der regenerativen
Energieerzeugung in Deutschland mehr als 300.000 zukunftsfähige
Arbeitsplätze alleine in den letzten Jahren geschaffen.“
In der Tschechischen Republik werden rund 110.000 Tonnen Uran
vermutet. Allein in Nordböhmen, Westmähren und der Umgebung der
mittelböhmischen Stadt Přibram gibt es ergiebige Uranvorkommen mit einem
Uranerzanteil von etwa 0,1 Prozent. Die Uran-Industrie hat nun ihr
Interesse angemeldet – zum Vorteil ihrer Profite und zum Nachteil von
Mensch und Natur in den potenziellen Abbaugebieten. Diese liegen nur
wenige Kilometer von der bayerischen und sächsischen Grenze entfernt
liegen.
Die tschechische Regierung möchte in den nächsten Jahrzehnten die
Anzahl ihrer Atomreaktoren von aktuell sechs auf dann neun erweitern.
Die NaturFreunde haben bereits ihren Widerstand angekündigt und werden
sich gemeinsam mit tschechischen Anti-Atom-Initiativen gegen diesen
energiepolitischen Irrweg engagieren.
„Die tschechischen Stromkonzerne irren sich, wenn sie auf
Atomstromexporte nach Deutschland setzen“, so Schwenke. „Denn
Deutschland wird durch den Atomausstieg kein Energieimporteur. Im
Gegenteil: Durch den Ausbau der regenerativen Energieträger wird
Deutschland auch weiterhin genug Energie für den eigenen Bedarf
produzieren – und bei starken Winden sogar massiv Energie in die
europäischen Nachbarländer exportieren“.
Der Uranabbau in Tschechien hat eine schreckliche politische
Vergangenheit. In den Uranminen der früheren Tschechoslowakei mussten
mehr als 40.000 politische Häftlinge arbeiten. Mehr als 500 kamen dabei
ums Leben, viele weitere erkrankten an Krebs.
Auch war der Uranabbau in der früheren Tschechoslowakei mit massiven
Umweltbelastungen verbunden. Im sogenannten „Lösungsbergbau“ wurde das
Uran direkt im Gestein ausgelaugt. Dabei wurde flüssige Schwefelsäure in
das Erz gepumpt, um das radioaktive Material herauszulösen. Riesige
Wassermengen wurden so kontaminiert.
Alleine in den ehemaligen Minen des früheren Kurorts Stráž pod
Ralskem wurden rund fünf Millionen Tonnen Säure in die Erde gepumpt, was
zur radioaktiven Verseuchung von mehr als 370 Millionen Kubikmetern
Trinkwasser führte. Die im Jahr 1996 begonnenen Säuberungsarbeiten
werden noch bis nach 2040 dauern und mehr als zwei Milliarden Euro
kosten – aufgebracht vom Steuerzahler.
„Wenn die Atomreaktoren weltweit nicht abgeschaltet werden, kommt der
nächste GAU bestimmt. Die NaturFreunde werden sich weiter dafür
engagieren, dass sich menschgemachte Katastrophen wie der japanische GAU
nicht wiederholen können. Auch deshalb treten die NaturFreunde für
einen schnellstmöglichen weltweiten Atomausstieg ein“, erklärt Schwenke.
Die NaturFreunde Deutschlands setzen sich dafür ein, dass Deutschland
keinen Atomstrom mehr importieren darf und fordern, das Grundgesetz
entsprechend zu ändern. Denn die Stromproduktion mit Atomkraftwerken ist
weder umwelt- noch sicherheitspolitisch vertretbar.
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NaturFreunde: Keine neue deutsche Waffenproduktionsanlage in Saudi-Arabien
Opfer von Waffengewalt müssen Waffenproduzenten endlich verklagen können
Berlin,
20. Juli 2011 – „Dass in Saudi-Arabien eine neue komplette
Produktionsanlage für deutsche Sturmgewehre gebaut werden soll, ist eine
Schande“, kritisiert das Mitglied im Bundesvorstand der NaturFreunde
Deutschlands Uwe Hiksch die aktuellen Pläne des Rüstungsunternehmens
Heckler & Koch. „Mit dem ebenfalls geplanten Panzer-Deal ist klar:
Deutsche Waffen sollen die Golfregion systematisch aufrüsten, auf
Menschenrechte und demokratische Bestrebungen in der Bevölkerung wird
keinerlei Rücksicht genommen.“
Für neue Profite würden alle menschenrechtlichen Sonntagsreden zur
Seite geschoben und in einer der letzten absoluten Diktaturen der Welt
eine hochmoderne Waffenschmiede gebaut, so Hiksch. Saudi-Arabien sei
bereits seit vielen Jahrzehnten ein Produktionsstandort für Waffen von
Heckler & Koch. So werde dort das Sturmgewehr G3 in Lizenz
produziert und von Saudi-Arabien aus direkt für die Aufrüstung der
Diktaturen in den Golfstaaten eingesetzt.
In einer Pressemitteilung hatte Heckler & Koch bekannt gegeben,
dass Umsatz und Gewinn im Geschäftsjahr 2010 erneut gesteigert und damit
der „erfolgreiche Wachstumskurs der vergangenen Jahre“ fortgesetzt
werden konnte. Für die NaturFreunde eine zynische Aussage, schließlich
ist dieser „Wachstumskurs“ die Grundlage für Waffenlieferungen in viele
Regionen der Welt. „Kleinwaffen und Handfeuerwaffen sind die
Massenvernichtungsmittel der heutigen Zeit. Es sterben viel mehr
Menschen durch diese hochmodernen Kleinwaffen als durch Großwaffen“,
erklärt Uwe Hiksch.
NaturFreunde fordern Waffenexportverbot im Grundgesetz
Die NaturFreunde fordern ein Waffenexportverbot im Grundgesetz. Zudem
müssten Opfer und Angehörige der Opfer von Waffengewalt das Recht
erhalten, auch die Hersteller von Waffen zu verklagen. „Wenn diese
Firmen von den Angehörigen der Millionen Opfer endlich verklagt werden
könnten, wäre der Profit mit dem Tod innerhalb kürzester Zeit beendet“,
empfiehlt Hiksch.
Im Jahr 2010 hat Heckler & Koch einen Umsatz von 247 Millionen
Euro erzielt. Der operative Gewinn lag mit 51,8 Millionen Euro um rund
30 Prozent über 2009. Erst vor wenigen Tagen hatte die „Heckler &
Koch GmbH“ am Kapitalmarkt eine Anleihe mit einem Volumen von 295
Millionen Euro platziert. Diese Anleihe wird mit jährlich 9,5 Prozent
hochprofitabel verzinst und hat eine Laufzeit bis 2018. Gezeichnet wurde
diese Anleihe vor allen von internationalen institutionellen Anlegern,
also Banken, Versicherungen und Pensions-Fonds.
NaturFreunde Deutschlands: Teil der Friedensbewegung
Die NaturFreunde Deutschlands sind seit mehr als 50 Jahren Teil der
bundesdeutschen Friedensbewegung und waren Gründungsmitglied der
Anti-Atomtod-Bewegung, aus der schließlich die Ostermärsche
hervorgegangen sind.

Die NaturFreunde unterstützen die „Aktion Aufschrei – stoppt den Waffenhandel“:
www.aufschrei-waffenhandel.de
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NaturFreunde Deutschlands fordern grundlegende Reform der globalen Finanzarchitektur
Die Ursache der Krise ist der Finanzmarktkapitalismus
NaturFreunde Deutschlands fordern grundlegende Reform der globalen Finanzarchitektur
Berlin, 18. Juli 2011 – Zu der sich weiter zuspitzenden Krise
an den Finanzmärkten erklärt der Bundesvorsitzende der NaturFreunde
Deutschlands Michael Müller:
Die
hohe Verschuldung von Griechenland, Portugal und Irland, die tiefe
Krise des Euroraumes und der drohende finanzielle Kollaps in den USA
verdeutlichen in aller Schärfe: Der Welt fehlt eine stabile
Finanzarchitektur, die auf den Grundsätzen der Gegenseitigkeit und
Zusammenarbeit beruht. Stattdessen haben in den letzten drei Jahrzehnten
die Kapitalmärkte das Kommando über die Entwicklung von Wirtschaft und
Gesellschaft übernommen.
Die flotten Gelddealer und die eiskalten Ratingagenturen, die ihre
Büros vornehmlich in New York und der Finanzcity von London haben,
setzen sich rücksichtslos über alle bewährten Formen des Wirtschaftens
hinweg. Der Finanzmarktkapitalismus mit seinen spekulativen Exzessen ist
die Ursache für die Krise, die nicht mit einzelnen Stützungsmaßnahmen,
sondern nur mit einer grundsätzlich neuen Architektur zu lösen ist.
Kurz: Die Finanzmärkte müssen wieder die Rolle eines Dieners der
Wirtschaft einnehmen, sie dürfen sich nicht länger als Ersatz für eine
fehlende Weltregierung aufspielen und dabei immer größere Finanzblasen
aufpumpen.
Von daher kann es nicht darum gehen, immer neue Stützaktionen für ein
marodes System zu fordern, sondern zu einer grundlegenden Reform der
Finanzordnung zu kommen. Das aber ist etwas ganz anderes, als das, was
Bundeskanzlerin Merkel und andere fordern. Wir erleben ein schreckliches
Versagen der Politik. Es könnte noch korrigiert werden, aber die Zeit
wird knapp.
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NaturFreunde: Lubminer Atom-Zwischenlager darf nicht größer werden
NaturFreunde Deutschlands kritisieren Pläne für Verlagerung von Berliner Atommüll in Urlaubsgebiete nahe der Ferieninsel Usedom
Berlin,
14. Juli 2011 – Zur Diskussion um die geplante Verlagerung von Atommüll
aus dem Forschungsreaktor Wannsee in das Zwischenlager Nord in Lubmin
erklärt das Mitglied im Bundesvorstand der NaturFreunde Deutschlands Uwe
Hiksch: „Es ist ein Skandal, dass ein bundeseigenes Unternehmen
versucht, die Ostseeregion um Lubmin zum ‚Atomklo‘ Deutschlands zu
machen. Die NaturFreunde Deutschlands erwarten vom Betreiber des
Lubminer Atommülllagers dringend mehr Verantwortung für das
Ostsee-Feriengebiet.“
Dass sich das Management der Energiewerke Nord (EWN) in Lubmin bei
Greifswald für Atommüll aus dem Berliner Zwischenlager Wannsee
interessiere, sei ja nicht verwunderlich, so Hiksch. Schließlich wolle
die EWN wie jedes andere Unternehmen prosperieren. Die Interessen der
Ostsee-Ferienregion um Lubmin spielten dabei jedoch nur eine
untergeordnete Rolle.
Zwischenlager fragwürdige Attraktion für Radtouren
„Weil es weiterhin kein deutsches Endlager für Atommüll gibt,
versuchen nun EWN-Management und Bundesregierung Lubmin zu einem
zentralen Aufnahmelager für Atommüll auszubauen“, kritisiert Hiksch.
„Lubmin kann man schon jetzt getrost als langfristiges Zwischenlager für
die nächsten Jahrzehnte einstufen – keine zwanzig Kilometer Luftlinie
von Usedoms Stränden entfernt. Dass die touristische Zukunft um Lubmin
bewusst zerstört wird, ist einfach nicht akzeptabel. Ein nachhaltiger
Tourismus lässt sich nun mal nicht in unmittelbarer Nähe eines atomaren
Lagers entwickeln. Da helfen auch keine Ausflugstipps in regionalen
Zeitungen, die das Zwischenlager gar als Attraktion für Radtouren
anpreisen. Durch die jetzige Politik von Management und Bundesregierung
sind Tausende von zukunftsfähigen Arbeitsplätzen in der gesamten Region
bedroht.“
Die Bundesregierung müsse dem Gewinnstreben der EWN endlich einen
Riegel vorschieben. Deren Aufgabe müsse endlich wieder auf die
ursprüngliche Grundlage zurückgeführt werden: die Lagerung des atomaren
Mülls aus den AKW der ehemaligen DDR.
Berlin muss sich entscheiden
Vom Berliner rot-roten Senat erwarten die NaturFreunde eine rasche
Antwort, wie der Weiterbetrieb des Berliner Forschungsreaktors begründet
werden solle, wenn keinerlei akzeptable Lagerung für den anfallenden
Atommüll angeboten werden könne. Hier sei auch der Berliner Senat
gefordert.
Im Berliner Zwischenlager Wannsee lagern mittlerweile 800 Kubikmeter
komprimierter Atommüll, der seit 1973 entstanden ist. Da das
Zwischenlager Wannsee in spätestens zwei Jahren an seine
Kapazitätsgrenze stößt, suchen die Betreiber nun einen neuen
Atommüllplatz. Die NaturFreunde Deutschlands unterstützen die
Anti-Atom-Initiativen in der Ostseeregion in ihrem Engagement gegen das
atomare Zwischenlager in Lubmin.

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NaturFreunde fordern: Waffendeal mit Saudi-Arabien sofort stoppen!
Berlin,
8. Juli 2011– Zur geplanten Lieferung von 200 Kampfpanzern nach
Saudi-Arabien erklärt der stellvertretende Landesvorsitzende von Berlin
und Mitglieder im Bundesvorstand, Uwe Hiksch, folgendes:
Es ist ein gutes Zeichen, dass sich innerhalb von nur zwei Tagen über
55 000 Menschen an der Aktion „Panzer-Export nach Saudi-Arabien
stoppen!“ im Internet beteiligt haben. Ebenso wie der Unterzeichner
fordern die NaturFreunde Deutschlands, dass das mörderische Geschäft
sofort beendet werden muss. Mit der Entscheidung der Bundesregierung,
Panzer mitten in eine Krisenregion zu liefern, setzt sie sich wieder
einmal über menschenrechtliche Grundsätze hinweg. Getreu dem Motto: Was
für unsere Rüstungsindustrie gut ist, ist auch für uns gut! Mit der
Genehmigung von Rüstungsexporten in Spannungsgebiete tragen Merkel und
Rösler somit zur Verschärfung von Konflikten und Unsicherheit auf der
arabischen Halbinsel bei.
Desweiteren fordern die NaturFreunde Deutschlands die Bundesregierung
auf, ihre eigenen Richtlinien zum Rüstungsexport einzuhalten, die eine
Ausfuhr von Rüstungsgütern in Krisengebiete untersagen. Es ist ein
Skandal, dass mit dem Panzerexport an Saudi Arabien eine Diktatur
unterstützt wird, die keine Opposition zulässt, alle fortschrittlichen
Bewegungen durch massive Repressionen einschüchtern sowie mitgeholfen
hat, die Demokratiebewegung im Nachbarland Bahrain zu unterdrücken.
Der Leopard 2 ist ein Verkaufsschlager: Bisher wurden mehr als 3000
Stück produziert und in mehr als 16 Länder verkauft. Nach Saudi-Arabien
soll nun der Typ „Leopard-2-A7plus“ geliefert werden. Dieser Panzertyp
wurde so weiterentwickelt, dass er auch in urbanen Regionen eingesetzt
werden kann. Die perfekte Waffe, um die eigene Bevölkerung zu
unterdrücken!
Das Gerede der Bundesregierung von Menschenrechten und
Demokratisierung in der arabischen erweisen sich als leere Wortehülsen,
wenn sie diesen Panzerdeal zulassen. Die Bundesregierungen der letzten
Jahre haben den Verkauf von Waffen zur Stärkung der deutschen
Rüstungskonzerne forciert. Das Ziel ist der strategische Ausbau der
deutschen Rüstungsindustrie.
Als NaturFreunde kritisieren wir, dass die deutschen
Rüstungsausfuhren zwischen 2005 und 2009 einen Anteil von 11 Prozent am
weltweiten Rüstungshandel erreicht haben. Wichtigste Abnehmer deutscher
Rüstungsexporte waren die Türkei (14%), Griechenland (13%)und Südafrika
(12%).
Saudi-Arabien ist einer der größten Waffenimporteure weltweit. 2009
wurden Rüstungsgüter im Wert von 2,7 Milliarden US-Dollar eingekauft. Im
Rüstungsexportbericht der Bundesregierung wird Saudi-Arabien unter den
„Top Ten“ der Empfängerländer deutscher Waffen aufgeführt. Im Jahr 2009
wurden Genehmigungen für den Waffenexport nach Saudi-Arabien im
Gesamtwert von 167,9 Millionen Euro erteilt. Dabei wurden Genehmigungen
unter anderem für Teile für Feuerleiteinrichtungen,
Bodenüberwachungsradar, für Kampfflugzeuge, Tankflugzeuge, für Raketen,
Granaten, Elektronische Kampfführung und Grenzsicherungssysteme
genehmigt.

NaturFreunde Deutschlands – Teil der Friedensbewegung
Die NaturFreunde Deutschlands sind seit mehr als 50 Jahren Teil der
bundesdeutschen Friedensbewegung. Schon in den fünfziger Jahren des
letzten Jahrhunderts haben sich die NaturFreunde gegen die deutsche
Wiederbewaffnung ausgesprochen. Zudem waren wir Gründungsmitglied der
Anti-Atomtod-Bewegung, aus der schließlich die Ostermärsche
hervorgegangen sind.
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NaturFreunde: Offener Brief an die SPD gegen Stuttgart 21
Offener Brief an die Genossinnen und Genossen der SPD.
Über
viele Jahr hinweg haben Gegner des Projekts Stuttgart 21 neben ihrer
Kritik am verkehrstechnischen, städtebaulichen und umweltpolitischen
Nutzen und Schaden besonders auf die finanziellen Unwägbarkeiten von S21
hingewiesen.
Was in den letzten Tagen von Spiegel, Stern, ja sogar in der Stuttgarter
Monopolpresse zu diesem Thema veröffentlicht wurde, bestätigt unsere
Vermutungen:
Die Bahn AG und zahlreiche Politiker und S21-Befürworter haben über
Jahre hinweg gegenüber Mandatsträger/innen und der Öffentlichkeit die
tatsächlichen Kosten von S21 geschönt, Risiken klein gerechnet,
Professionalität vorgetäuscht und Dilettantismus in der Praxis bewiesen.
Die Unterzeichnenden fordern Euch, den SPD-Landesvorstand, die Fraktion
im Landtag, den Stuttgarter Kreisvorstand und insbesondere die
Mitglieder der SPD-Gemeideratsfraktion auf, nun endlich die Reißleine zu
ziehen und Eure Unterstützung für S21 zu beenden. Damit eröffnet sich
auch für Euch eine (letzte?) Gelegenheit, ein Stück an Glaubwürdigkeit
im Umgang mit dem Projekt, den zahlreichen engagierten und vor allem
sachkundigen Bürgerinnen und Bürgern und (ehemaligen) SPD-Wählern/innen
zurückzugewinnen.
Wann, wenn nicht jetzt?
Waldemar Grytz (Bezirksvorsitzender Naturfreunde Stuttgart)
Peter Pipiorke (Naturfreunde Radgruppe Stuttgart) Karl Rehmann, Roland
Schatz, Reinhold Burghoff (Naturfreunde Sillenbuch) Peter Grohmann
(Autor & Anstifter) Annemarie Raab (Naturfreunde Zuffenhausen,
Kreisvorsitzende GEW) Hans-Hermann Frese (Naturfreunde Degerloch)
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NaturFreunde Deutschlands fordern ein Nein zum CO2-Speicherungsgesetz (CCS)
Berlin, 4. Juli 2011 – Die deutschen NaturFreunde warnen die Fraktionen im Bundestag vor einer Verabschiedung des CO2-Speicherungsgesetzes
(CCS) und fordern die Abgeordneten auf, in dieser Woche im Plenum
dagegen zu stimmen. Wie der umweltpolitische Sprecher des Verbandes,
Eckart Kuhlwein, in Berlin erklärte, sei diese Technologie nicht
zukunftsfähig.
CCS könne wegen der ungünstigen Energieeffizienz und der verheerenden
Folgen für unterirdische Bodenschichten keine Perspektive für die
weitere Nutzung fossiler Brennstoffe in Kraft-werken sein. Zur
Abscheidung und Lagerung von CO2 gebe es mehr offene Fragen
als Antworten. Es sei außerdem ein Skandal, dass die Bundesregierung und
die Europäische Union dabei mit erheblichen Summen die
Energiemonopolisten subventionieren wollen.
Mit der CCS-Technologie soll das Kohlendioxid, das bei der
Verbrennung fossiler Rohstoffe – vor allem Kohle – freigesetzt wird, aus
dem Abgas abgeschieden, durch Pipelines transportiert und anschließend
in unterirdischen Speichern “entsorgt” werden. Kuhlwein sieht darin in
Übereinstimmung mit vielen Sachverständigen ein “teures Experiment, das
nicht zukunftsfähig ist.”
In Deutschland komme eine Speicherung von Kohlendioxid nur in leeren
Gasfeldern und tiefen Hohlräumen im Erdreich (saline Aquifere) in Frage.
Die möglichen Kapazitäten – sie lägen vor allem in Norddeutschland und
unter der Nordsee – seien jedoch begrenzt. Die Lagerung von Kohlendioxid
würde außerdem mit anderen wesentlich zukunftsfähigeren Nutzungen wie
der Geothermie und der Druckluftspeicherung von Windenergie
konkurrieren. Auch die ökologischen Risiken seien schon heute absehbar.
Es drohen ein plötzlicher oder schleichender Austritt von CO2
und zudem chemische Prozesse in der Erde, die zu Leckagen führen und
das Grundwasser gefährden könnten. Kohlendioxid sei unsichtbar und
schwerer als Luft und schon bei drei Prozent Anreicherung in der
Atemluft gesundheitsschädlich, bei zehn Prozent drohe Atemstill-stand.
Für Milliarden teure Transportsysteme wie Pipelines wird es nach der
Auffassung Kuhlweins keine gesellschaftliche Akzeptanz geben. Die
Menschen hätten seit den Erfahrungen mit der Atomenergie “genug von
technologischen Großexperimenten zu Lasten von Natur und Bevölkerung.“
Zudem ist das CCS-Verfahren auch unwirtschaftlich, sonst hätten die
Energieversorger nicht nach staatlichen Subventionen gerufen. Für die
NaturFreunde stehen Investitionen in die Nutzung fossiler Brennstoffe
zur Stromversorgung im Widerspruch zur offiziell verkündeten
nach-haltigen Entwicklung. Kuhlwein: “Große Grundlastkraftwerke werden
auch als Übergangstechnologie nicht mehr gebraucht. Die Zukunft liegt
bei den erneuerbaren Energien, deren Ausbau nicht durch hoch
subventionierte Kohlekraftwerke behindert werden darf.“.
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Atomkraft: „Nach großem Etappensieg geht der Kampf in die nächste Runde“
Gemeinsame Pressemitteilung
Atomkraft: „Nach großem Etappensieg geht der Kampf in die nächste Runde“
Atomkraftgegner zeigen mit Ortsschildern, wo die Auseinandersetzung
über die Atomkraft weitergehen wird: In Gorleben, Asse, Gronau und den
verbleibenden AKW-Standorten Berlin, 30.06.2011. Kurz vor der
Bundestagsabstimmung über das Atomgesetz haben Atomkraftgegner deutlich
gemacht, dass sie weiter für den schnellstmöglichen Atomausstieg kämpfen
wollen. Mit großen Ortsschildern zeigten sie vor dem Reichstagsgebäude,
wo die Auseinandersetzung über die Atomkraft ihrer Ansicht nach
weitergehen wird: An den Atommüllstandorten Gorleben, Asse und Schacht
Konrad, der Urananreicherungsfabirk Gronau und an den Standorten der
neun noch am Netz bleibenden Atomkraftwerke. Die Aktion wurde von dem
Kampagnennetzwerk Campact organisiert und vom Bund für Umwelt- und
Naturschutz Deutschland (BUND) und den Naturfreunden Deutschlands
unterstützt.
Campact-Geschäftsführer Christoph Bautz erklärt:
„Die Abschaltung von acht Schrottreaktoren auf einen Streich ist ein
wichtiger Etappensieg der Anti-Atom-Bewegung. Doch das ist erst der
Anfang – jetzt geht die Auseinandersetzung um die Atomkraft in die
nächste Runde. Wenn im Herbst der nächste Castor rollt, wird um das Aus
für Gorleben und eine standortoffene Endlagersuche gerungen. Die
Proteste werden erst aufhören, wenn auch die letzte Atomanlage endgültig
stillgelegt ist.“
Der BUND-Bundesvorsitzende Prof. Dr. Hubert Weiger erklärt:
“Die Zustimmung des Bundestags zu Atomlaufzeiten bis 2022 vertagt den
Ausstieg aus dieser riskanten Technologie, zementiert die Macht der
Stromoligopole und verzögert die Energiewende. Entgegen den
Sonntagsreden von Regierung und Opposition werden die notwendigen
Konsequenzen aus Fukushima nicht gezogen. Wer den schnelleren Ausbau der
Erneuerbaren Energien will, muss jetzt alle Atommeiler stilllegen, darf
keine neuen Kohlekraftwerke bauen und muss auf weniger Stromverbrauch
und ein dezentrales Energieversorgungssystem setzen.“
Uwe Hiksch vom Vorstand der Naturfreunde Deutschlands erklärt:
“Im Bundestag haben sich SPD und Bündnis 90/Die Grünen aus taktischen
Gründen leider für die Zustimmung zu den Ausstiegsplänen der
Bundesregierung entschieden. Nur die Linke bleibt bei einem
schnellstmöglichen Atomausstieg. Wir werden nicht hinnehmen, dass wir
noch bis zum Jahr 2022 mit der Gefahr eines Super-GAU in Deutschland
leben sollen. Die Anti-Atom-Bewegung wird jetzt einen Kampf um die
Abschaltung jedes einzelnen Reaktors führen, bis der letzte Reaktor vom
Netz geht.“
Presse-Kontakte:
Christoph Bautz, Campact-Geschäftsführer: mobil 0163 59 575 93
Tina Löffelsend, BUND-Klimaexpertin, mobil: 0176-20067099
Uwe Hiksch, NaturFreunde Deutschlands, mobil: 0176-62015902
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Atomkraft abschalten – und zwar sofort!

Donnerstag 30.06.2011
* Ort: Heinrich-von-Gagern-Straße, Westseite der Reichstagswiese
* Uhrzeit: 8.30 Uhr
Diesen Donnerstag entscheidet der Bundestag über den schwarz-gelben
Atomausstieg. Nachdem auch die Grünen am letzten Wochenende ihre
Zustimmung zu diesem beschlossen haben, wird er voraussichtlich mit
breiter Mehrheit angenommen. Mit einer Aktion vor dem Bundestag wollen
wir deutlich machen: Die Abschaltung von acht Reaktoren auf einen
Streich ist ein Riesenerfolg der Anti-Atom-Bewegung. Doch gleichzeitig
ist die Auseinandersetzung um die Atomkraft damit bei weitem nicht
beendet.
Wo sie weitergeht – das wollen wir mit großen Ortsschildern zeigen:
In Gorleben, Morsleben und der Asse, wo in den nächsten Monaten um die
Endlagerung des Atommülls gerungen wird. An den acht Standorten der am
Netz bleibenden Reaktoren, wo es weiter um die Sicherheit und die
Abschaltung der Anlagen geht. Und in Gronau, wo der Export von Atommüll
und die Urananreicherung beendet werden müssen.
Kommt zu der Aktion!
Zeit: Donnerstag, 30. Juni 2011, 8.30 bis 9.00 Uhr
Ort: Heinrich-von-Gagern-Straße, Westseite der Reichstagswiese
Gemeinsam wollen wir mit campact, BUND, ausgestrahlt und NaturFreunden zeigen: Wir wollen den Atomausstieg – und zwar sofort!
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NaturFreunde bedauern grünes Ja zum Merkel-Atomausstieg
Berlin,
27. Juni 2011 – „Der Parteitag von Bündnis 90/Die Grünen am Wochenende
hat deutlich gezeigt, dass sich die Partei vor allem an der
veröffentlichten Meinung ausrichtet. Im Rahmen des parlamentarischen
Mainstreams wollen die Grünen Teil der Ausstiegskoalition bis 2022 sein.
Wir bedauern dies außerordentlich“, erklärt das Mitglied im
Bundesvorstand der NaturFreunde Deutschlands Uwe Hiksch.
Zusammen mit vielen Mitgliedern von Bündnis 90/Die Grünen hatten die
NaturFreunde in den letzten Monaten bei Demonstrationen, Mahnwachen und
Kundgebungen immer wieder darauf hingewiesen, dass sich eine
Atomkatastrophe wie in Fukushima jederzeit in einem anderen Meiler
wiederholen kann. Auch deutsche Atommeiler sind vor einem GAU nicht
sicher.
„Die Mehrheit des Grünen-Parteitages hat bewusst das „Restrisiko“
hingenommen, dass deutsche AKW noch zehn weitere Jahre in Betrieb sein
werden“, so Hiksch. Damit würden sich die NaturFreunde jedoch nicht
abfinden, sondern sich weiterhin für einen sofortigen Ausstieg aus der
Atomenergie engagieren und gemeinsam mit Standortinitiativen und
Umweltverbänden für die Abschaltung jedes einzelnen Reaktors streiten.
Ausdrücklich begrüßt wird von den NaturFreunden die Ankündigung von
Bündnis 90/Die Grünen, die „Energieinfrastruktur in den kommenden Jahren
auf die vollständige Umstellung auf Ökostrom auszurichten“. An diesem
Versprechen würden die NaturFreunde auch die rot-grünen
Landesregierungen messen.
„Für Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen erwarten die
NaturFreunde zudem, dass schnellstmöglich ausreichende Vorrangflächen
von mindestens zwei Prozent der Landesfläche für die Nutzung der
Windenergie ausgewiesen werden“, erklärt Uwe Hiksch und ergänzt: „Von
den rot-grünen Landesregierungen in Nordrhein-Westfalen erwarten die
NaturFreunde, dass auf die bereits im Bau befindlichen
Steinkohlekraftwerke wie Datteln verzichtet wird.“
Die Grünen könnten vor allem auf Landesebene einen Beitrag dazu
leisten, dass durch eine deutliche Verschärfung der Sicherheitsauflagen
für die nun zehn Jahre weiter laufenden AKW diese bestenfalls
unwirtschaftlich würden, empfiehlt Uwe Hiksch.

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NaturFreunde: Griechenland braucht eine echte Chance
Solidarität und Zusammenarbeit sollten einen Neuanfang prägen
Berlin,
26. Juni 2011 – „Partnerschaft sieht anders aus“, kritisiert der
Bundesvorsitzende der NaturFreunde Deutschlands Michael Müller den
Umgang mit Griechenland und fordert einen echten Neuanfang. „Kaum einer
denkt ehrlich und aufrichtig an Hilfe für die Menschen in Griechenland.
Wie soll ein Neuanfang gelingen, wenn den Griechen nicht endlich Mut
gemacht wird.“
„Keine Frage: Wirtschaftlich gravierende Fehler haben Griechenland
und über den Euro auch die europäische Währungsunion in eine schwere
Krise geführt“, stellt Michael Müller fest. Nun aber gerate die
griechische Gesellschaft unter die Knute finanzwirtschaftlicher
Ideologien, die dem Land kaum Chancen gäben. Getauscht würden neue
Kreditversprechen gegen die Zusage sogenannter Reformen und weiterer
Sparpakete. „Doch diese Operationen spiegeln über weite Strecken nur die
Konzepte, die letztlich in die Finanzmarktkrise geführt haben. Aus
Mangel an eigenständigen politischen Konzepten übernehmen immer stärker
die Banken und die Rating-Agenturen das Kommando. Nachdem ihre eigenen
Rezepte aber nicht mehr funktionieren, verlangen sie wieder einmal
staatliche Hilfen“, kritisiert Müller.
Populismus und neoliberale Konzepte dominieren
Der Umgang mit Griechenland sei in mehrfacher Hinsicht doppelbödig.
Einige Akteure bedienten mit nationalistisch-populistischen Behauptungen
niederste Klischees. Einige redeten von Hilfe für Griechenland, meinten
aber tatsächlich die Interessen der Banken und ihrer internationalen
Kreditgeschäfte. Einige hielten unverändert an den neoliberalen
Konzepten der letzten Jahrzehnte fest. Aber kaum einer denke ehrlich und
aufrichtig an Hilfe für die Menschen in Griechenland.
„Wenn die Fehler der vergangenen Jahre aufgearbeitet werden, dann
bitte auch und zuerst in Großbritannien, dem Mutterland des
Finanzkapitalismus, von dem das ganze Elend ausgegangen ist. Und
natürlich auch bei den falschen Stichwortgebern in
Wirtschaftswissenschaften, Beratungseinrichtungen und Rating-Agenturen,
die noch immer mit großem Selbstbewusstsein weitermachen, obwohl ihr
Interesse allein den kurzfristig hohen Renditen gilt“, empfiehlt der
Bundesvorsitzende der NaturFreunde Deutschlands.
Griechen benötigen neuen Mut
Wenn es um einen Neuanfang gehe, dann müsse dieser auf beiden Seiten
erfolgen. „Im Augenblick ist die Vereinigung der Finanzexperten und
ihrer politischen Jünger unter der Führung von Bundeskanzlerin Merkel
dabei, den Griechen die Würde zu nehmen. Der griechischen Gesellschaft
wird mit restriktiven Auflagen die Luft zum Atmen genommen. Das darf
nicht sein. Wie soll ein Neuanfang gelingen, wenn den Menschen nicht
endlich Mut gemacht wird“, kritisiert Müller.
Die NaturFreunde Deutschlands fordern einen neuen, einen fairen
Umgang mit Griechenland. Nur so könne das Land die Kräfte entfalten, die
für einen echten Neuanfang nötig seien. „Dann dürfen aber nicht die
sogenannten Finanzexperten das Sagen haben. Die weitere Entwicklung muss
stattdessen vom Geist der Solidarität und Zusammenarbeit geprägt sein“,
fordert Michael Müller.
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NaturFreunde: Auch die SPD sollte den schwarz-gelben Atomfahrplan ablehnen
NaturFreunde Deutschlands fordern AKW-Stilllegung bis spätestens zum Jahr 2014
Berlin,
24. Juni 2011 – In einem Brief an den Parteivorstand und Parteirat der
SPD haben die NaturFreunde Deutschlands den Sozialdemokraten empfohlen,
bei den Entscheidungen in Bundestag und Bundesrat zu Atomausstieg und
Energiewende mit Nein zu stimmen. „Nicht nur CDU/CSU und FDP, sondern
auch die anderen Parteien müssen dazulernen“, erklärte der
Bundesvorsitzende der NaturFreunde Deutschlands Michael Müller.
Fukushima habe erneut gezeigt, dass das hypothetische Risiko ein reales
und eben nicht zu verantwortendes Risiko sei. Deshalb müsse der Maßstab
eine inhärente Sicherheit sein. Wenn die Atomkraftbetreiber diese nicht
nachweisen könnten, müssten ihre Atomkraftwerke abgestellt werden. Die
NaturFreunde Deutschlands fordern die Stilllegung der verbliebenen AKW
bis spätestens zum Jahr 2014 und die 2.000-Watt-Gesellschaft bis 2050.
Brief der NaturFreunde an den Parteivorstand der SPD: www.kurzlink.de/NaturFreunde-an-SPD
Weil gerade nach dem japanischen GAU das von der Bundesregierung
vorgesehene Enddatum 31. Dezember 2022 für die Nutzung der Atomkraft in
Deutschland nicht akzeptabel ist, hatten die NaturFreunde Deutschlands
gemeinsam mit dem gesellschaftlichen Anti-Atom-Bündnis bereits Anfang
dieser Woche auch die Delegierten der Bundeskonferenz der Bündnisgrünen
aufgefordert, der schwarz-gelben Atompolitik keinen grünen Segen zu
erteilen.
Zwar vollziehe die schwarz-gelbe Bundesregierung eine radikale Wende,
wenn sie nun das nachhole, was bis zur Bundestagswahl 2009 noch Stand
der Gesetzgebung war, heißt es in dem Brief an die SPD. Doch stelle sich
auch die Frage, welche Schlussfolgerungen die Parteien zögen, die seit
vielen Jahren weitergehende Beschlüsse hätten.
Ausstieg nur rechtssicher über Sicherheits- oder Entsorgungsfrage
Der gesellschaftliche Konsens von 2001 mit den vier Atomkonzernen
bestehe heute nicht mehr. Fukushima sei ein berechtigter Grund,
weitergehenden Forderungen zu vertreten, zumal die Atomkraftbetreiber
erklärt hätten, gegen das Gesetz zu klagen und auch die Bundesregierung
den ursprünglichen Konsens verlassen habe. Besonders wichtig sei, dass
der Ausstiegsweg endlich rechtssicher werde. Aus Sicht der NaturFreunde
Deutschlands gehe das nur über die Sicherheits- oder die
Entsorgungsfrage – beträfe dann aber alle Atomkraftwerke in Deutschland.
Vor allem aber ließe der schwarz-gelbe Ausstiegsfahrplan keine klare
Linie für die Energieversorgung der Zukunft erkennen, die aus Sicht der
NaturFreunde Deutschlands auf dezentralen Strukturen aufbauen müsse, um
auf dieser Basis effiziente und erneuerbare Energien zusammenzubringen.

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NaturFreunde fordern sofortiges Verbot von Investitionen in Streumunition
Das „Riestern“ mit dem Tod muss beendet werden
Berlin, 23. Juni 2011 – Zur Diskussion über Investitionen
in die Herstellung von Streumunition durch deutsche Finanzinstitute
erklärt das Mitglied im Bundesvorstand der NaturFreunde Deutschlands
Uwe Hiksch:
Seit
dem 1. August 2010 ist das internationale Abkommen zur Ächtung von
Streumunition in Kraft. Es wurde im vergangenen Jahr von 108 Ländern
unterschrieben. Trotzdem geht die Produktion von Streumunition weiter.
Das Sterben durch diese mörderische Munition hat noch nicht aufgehört.
Antipersonenminen, Streubomben, Streumunition und Landminen gehören
zu den perversesten Waffen aus den Arsenalen der Militärs dieser Welt.
Sie sind besonders heimtückisch, da ein hoher Anteil dieser Sprengsätze
beim Aufprall nicht sofort explodiert. Noch Jahre nach Ende eines
militärischen Konflikts können diese Waffen Menschen verstümmeln und
töten. Weltweit wird die Zahl der Opfer von Streumunitionsblindgängern
auf fast 100.000 Menschen geschätzt. Einer Studie von Handicap
International zufolge sind 98 Prozent der Opfer Zivilisten.
Perverse Alterssicherung
Nach aktuellen Recherchen des Bündnisses „FACING FINANCE“ und
„urgewald“ betrugen alleine die Investitionen, Kredite und Anleihen
deutscher Banken in diesem Sektor in den vergangenen zwei Jahren etwa
1,3 Milliarden Euro. Besonders unverständlich ist, dass mindestens 21
Anbieter von öffentlich geförderten Riesterprodukten mit rund 500
Millionen Euro an Herstellern dieser völkerrechtswidrigen Waffen
beteiligt sind.
Die NaturFreunde halten es für inakzeptabel und pervers, dass sich
Alterssicherungssysteme an Waffenfabriken und Rüstungskonzernen
beteiligen. Niemand dürfte nachvollziehen können, warum sich die
Anbieter von öffentlich geförderten Altersversorgeprodukten in
Deutschland an Streubomben herstellenden Rüstungsfirmen beteiligen
dürfen, obwohl Deutschland das internationale Abkommen zur Ächtung von
Streumunition unterschrieben hat.
Tödliche Renditen durch Streumunition
Anbieter solcher „Riester-Renten“ mit tödlichen Renditen sind zum
Beispiel die Aachen/Münchner Versicherung, Allianz, Alte Leipziger,
AXA, Basler Versicherungen, Deutscher Ring, Signal Iduna oder der
Volkswohlbund. Die NaturFreunde Deutschlands erwarten von diesen
Versicherungen eine sofortige Beendigung ihres Engagements im Bereich
von Streumunitionsherstellung und fordern den Deutschen Bundestag auf,
ein solches Engagement gesetzlich zu verbieten.
Zwar hat Deutschland mit dem Beitritt zum internationalen Abkommen
zur Ächtung von Streumunition diese geächtet, davon unbetroffen sind
aber die profitablen Anlagen und Geschäftsverbindungen vieler deutscher
Finanzinstitute, Versicherer und Fonds.
Milliarden in Aktien und Anleihen investiert
Spitzenreiter bei diesen tödlichen Investments ist die Deutsche
Bank: Sie hält entsprechende Aktien im Wert von 479.770.000 Euro,
erworbene Anleihen in Höhe von 53.570.000 Euro und darüber hinaus
ausgegebene Aktien im Wert von 675.590.000 Euro sowie ausgegebene
Anleihen und Kredite in Höhe von 42.000.000 Euro. Insgesamt hat alleine
die Deutsche Bank nach Untersuchungen von Profundo im Jahr 2010
Investments in diesem Bereich von 1.291.860.000 Euro unternommen. Die
Deutsche Bank Group ist mit mehr als 100 Investmentprodukten an
Herstellern von Streumunition beteiligt und besitzt insgesamt etwa 28
Millionen Aktien an solchen Unternehmen. Zudem hält die Deutsche Bank
Group Aktien von fast allen führenden Streumunitionsherstellern, etwa
General Dynamics (1,5 Millionen Aktionen im Wert von 94,2 Millionen
Dollar), L-3 Communications (1,1 Millionen Aktion im Wert von 82,4
Millionen Dollar), Lockheed Martin (2,8 Millionen Aktien im Wert von
219 Millionen Dollar), Raytheon (1,5 Millionen Aktien im Wert von 73
Millionen Dollar).
Weitere Großinvestoren in diesen Bereich sind die Commerzbank mit
einer Investitionssumme von etwa 41 Millionen Euro, die DekaBank mit
etwa 43,5 Millionen Euro, die Norddeutsche Landesbank mit 1,7 Millionen
Euro und die UniCredit/HVB, die Aktien in Höhe von 298,5 Millionen
Euro hält. Darüber hinaus halten auch die öffentlichen Landesbanken
BayernLB und die LBBW Aktien von Herstellern von Streumunition.
Streumunition wurde zum Beispiel durch die NATO-Staaten im
Jugoslawien-Krieg eingesetzt. Hier wurden nach Angaben der NATO 1.392
Streubomben mit 289.536 sogenannter Submunition an 333 Orten
abgeschossen. Auch in Afghanistan und im Irakkrieg wurden fast eine
Million Streubomben eingesetzt. Israel verwendete im Libanon-Feldzug im
Jahr 2006 Streubomben mit insgesamt mehr als vier Millionen
Sprengsätzen.
In Libyen wird Streumunition eingesetzt
Auch nach Libyen wurde Streumunition exportiert: etwa im Jahr 2007
im Wert von 3,8 Millionen Euro. Die spanische Regierung genehmigte in
jenem Jahr ausdrücklich Exporte der Munition vom Typ MAT-120 der
spanischen Rüstungsfirma Instalaza S.A. an das Regime von Gaddafi. Ein
Teil dieser Bomben wurden vor wenigen Wochen bei den blutigen Kämpfen
um die libysche Stadt Misrata eingesetzt.
Bundestag muss Investitionen in Streumunition verbieten
Die NaturFreunde Deutschlands fordern ein sofortiges Verbot von
solchen Investments und bitten den Deutschen Bundestag, aktiv zu
werden. Staaten wie Belgien, Irland, Luxemburg oder Neuseeland haben
der Finanzindustrie das Investment in die Produktion dieser Waffen
bereits gesetzlich untersagt. Die NaturFreunde erwarten, dass der
Deutsche Bundestag schnellstmöglich ein Gesetz verabschiedet, dass
jedwedes Investment in Streumunitionshersteller verbietet.
Die NaturFreunde Deutschlands fordern zugleich alle Kundinnen und
Kunden der betroffenen Finanzinstitute auf, bei diesen Banken und Fonds
zu protestieren. Es darf kein Cent in die Herstellung dieser
völkerrechtswidrigen Waffen fließen. Gleichzeitig erwarten die
NaturFreunde, dass solche Waffenhersteller weltweit geächtet und ihre
Manager zur Rechenschaft gezogen werden.

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Atomausstieg: Offener Brief der Umweltverbände an Bündnis 90/Die Grünen und Antwort

Offener Brief an die Delegierten der außerordentlichen
Bundesdelegiertenversammlung von Bündnis 90/Die Grünen am 25. Juni 2011
in Berlin
21. Juni 2011
Kein grüner Segen für diese Atompolitik!
Liebe Delegierte,
die weiter andauernde Katastrophe von Fukushima hat in Deutschland
und weit darüber hinaus zu einer starken Anti-Atom-Bewegung geführt. Die
schwarz-gelbe Bundesregierung wurde dadurch gezwungen, die im letzten
Herbst beschlossene Laufzeitverlängerung zurückzunehmen und acht
Reaktoren endgültig abzuschalten. Ein großer Erfolg, der ohne den
unermüdlichen und breit getragenen Protest nicht möglich geworden wäre.
Doch die zweite Hälfte des „Ausstiegs“ wird im Wesentlichen auf die
Jahre 2021/2022 vertagt. Wie schon nach dem rot-grünen
Ausstiegsbeschluss sollen erneut zehn Jahre vergehen, die vor allem den
Weiterbetrieb der Atomreaktoren sichern. So würde selbst das AKW
Gundremmingen C, das fast baugleich mit Fukushima ist, bis 2021
weiterlaufen. Wieder ist der „Ausstieg“ nicht unumkehrbar. Die
Sicherheitsauflagen für die Betreiber sind sogar noch schwächer als zu
Zeiten des rot-grünen „Atomkonsenses“. Zudem ist die angekündigte,
bundesweite Endlagersuche völlig unverbindlich. Fakten werden weiterhin
lediglich in Gorleben geschaffen, indem der Ausbau des Salzstocks zum
Endlager fortgesetzt wird.
Wir sind enttäuscht, dass der Bundesvorstand von Bündnis 90/Die
Grünen dieser schwarz-gelben Mogelpackung im Bundestag und Bundesrat
zustimmen und ihr damit einen grünen Segen verleihen will. Im März
diesen Jahres, wenige Tage nach Fukushima, beschloss der Kleine
Parteitag der Grünen mit breiter Mehrheit die Forderung, den
Atomausstieg massiv gegenüber dem rot-grünen „Atomkonsens“ zu
beschleunigen und alle Reaktoren stufenweise bis 2017 abzuschalten.
Jetzt droht dieser Beschluss bereits wieder Makulatur zu werden. So
entsteht nicht Glaubwürdigkeit bei Wählerinnen und Wählern – sondern der
Eindruck, aus Angst vor Kampagnen der politischen Konkurrenz grüne
Kernpositionen zu räumen.
Mit einer Zustimmung zum vorliegenden Atombeschluss der Regierung
würden Bündnis 90/Die Grünen sich an einen Ausstiegsplan fesseln, der
ihnen jeden relevanten atompolitischen Gestaltungsspielraum im Falle
einer Regierungsbeteiligung 2013 raubt. Damit wären sie gezwungen eine
Politik zu verteidigen, die in der nächsten Legislaturperiode lediglich
die Abschaltung eines Reaktors, des Kraftwerks Grafenrheinfeld,
vorsieht. Konsequentes Handeln gegenüber den Atomkonzernen – etwa durch
höhere Sicherheitsauflagen und Haftungsansprüche – verlöre nach
vorheriger Zustimmung zu einem Ausstieg im Schneckentempo die
Plausibilität. Wenn die Grünen dem schwarz-gelben Beschluss zustimmen,
dann ist atompolitisch die Kiste zu.
Die Grünen müssen in der Offensive bleiben und dürfen das Heft des
Handelns nicht aus der Hand geben! Sie müssen mit der klaren Forderung
nach einem Ausstieg innerhalb einer Legislaturperiode in den
Bundestagswahlkampf 2013 ziehen – und gegebenenfalls mit dieser
Bedingung in Koalitionsverhandlungen über eine grüne
Regierungsbeteiligung treten! Dazu gehört auch ein klares Nein zu einem
Endlager in Gorleben. Es braucht ein Endlagersuchgesetz das endlich ein
vergleichendes Verfahren mit Bürgerbeteiligung und –rechten ermöglicht.
Die Grünen müssen nicht über das Stöckchen springen, das die
Regierung hinhält! Sie müssen nicht einen Konsens mit der Regierung
eingehen, nur weil diese damit das Thema Atomkraft von der politischen
Tagesordnung abräumen will. Sie müssen nicht ihren politischen Spielraum
einengen, nur weil die SPD dem Regierungsbeschluss vielleicht zustimmt.
Sie müssen nicht einem Gesetz zustimmen, nur weil es auch
begrüßenswerte Elemente wie die Abschaltung von acht Reaktoren enthält.
Diese werden auch stillgelegt, wenn sie aus den genannten Gründen mit
„Nein“ stimmen.
Im Jahr 2000 haben Bündnis 90/Die Grünen mit einem völlig
unzureichenden Ausstiegsbeschluss einen tiefen Graben zu den
Umweltverbänden und der Anti-Atom-Bewegung aufgerissen. In den letzten
Jahren haben wir diesen an vielen Stellen überbrückt, sind gemeinsam für
das Ende der Risikotechnologie Atomkraft auf die Straße gegangen.
Beginnen Sie jetzt nicht, diese Brücken wieder einzureißen! Streiten Sie
mit uns für einen Ausstieg, der diesen Namen auch verdient!
Mit besten Grüßen
Peter Dickel, Arbeitsgemeinschaft Schacht Konrad
Ingo Hoppe, AK.W.ENDE (AKW Biblis)
Jochen Stay, .ausgestrahlt
Wolfram Scheffbuch, Bund der Bürgerinitiativen mittlerer Neckar (AKW
Neckarwestheim)
Hubert Weiger, Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND)
Bündnis Anti-Atom-Ostwestfalen-Lippe (AKW Grohnde)
Karsten Hinrichsen, Bürgerinitiative Gesundheit und Klimaschutz Unterelbe (AKW Brokdorf)
Wolfgang Ehmke, Kerstin Rudek, Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg
Christoph Bautz, Campact
Raimund Kamm, FORUM Gemeinsam gegen das Zwischenlager und für eine verantwortbare Energiepolitik (AKW Gundremmingen)
Ewald Feige, Internationale Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges (IPPNW)
Uwe Hiksch, NaturFreunde Deutschlands
Dirk Seifert, Robin Wood
Widerwelle (AKW Philippsburg)
Bei Fragen wenden Sie sich bitte an:
Diesen Offenen Brief können Sie auch als PDF unter http://www.mister-wong.de/doc/atomausstieg-offener-brief-der-umweltverbaende-an-buendnis-90die-gruenen_260382786/ herunterladen.
————————
Hier die Antwort vom Bundesvorstand Bündnis 90/Die Grünen:
Berlin, 22. Juni 2010
Antwort auf Euren Brief „Kein grüner Segen für diese
Atompolitik!“
Liebe Freundinnen und Freunde aus den unterzeichnenden Umweltverbänden,
wir danken Euch für Euren offenen Brief an die Delegierten unserer außerordentlichen
Bundesdelegiertenkonferenz. Damit beteiligt Ihr Euch an der intensiven Debatte, die wir
am kommenden Samstag führen werden. Mit Eurem Brief macht Ihr ebenso die Sichtweise
der unterzeichnenden Umweltverbände deutlich wie zugleich die Tatsache, dass
auch die Umweltverbände momentan ähnlich differenziert untereinander debattieren
wie wir Grüne miteinander. Das zeigen die Äußerungen und Briefe von anderen Umweltverbänden,
die uns ebenfalls erreichen und die inhaltliche Position unseres Antrags
ausdrücklich teilen.
Der Einsatz gegen die Atomkraft eint uns seit über 30 Jahren. Wir haben auf vielen
Straßen und Äckern gemeinsam demonstriert und auch nicht nachgelassen, als der
Kampf für den Atomausstieg zwischendurch nicht die breiten Massen erreichte. Auch
wenn Ihr nun leider der Ansicht seid, dass durch unsere Positionen schon Gräben aufgerissen
wurden, so wisst Ihr unsere Partei seit Ihrem Bestehen an der Seite der Verbände,
wenn es um die Beendigung der „friedlichen“ Nutzung der Atomenergie, die Beendigung
der Urananreicherung oder die Verhinderung ungeeigneter Lagerstätten für
Atommüll geht. Schließlich decken sich auch Teile Eurer und unserer Mitgliedschaft. Auf
den Straßen, Plätzen, Schienen und vor den Toren der Anlagen wehen stets viele grüne
Fahnen – und das wird auch in Zukunft so bleiben. Wer aus Grünen und der Anti-Atom-
Bewegung zwei getrennte Strömungen machen will, der betreibt das Spiel der
Gegner!
Nur durch unseren gemeinsamen und unermüdlichen Kampf haben wir es geschafft, in
der Gesellschaft einen breiten Konsens gegen die Risikotechnologie Atomkraft und für
die Erneuerbaren Energien zu schaffen. Mit der so erreichten breiten Mehrheit haben
wir viel erreicht: Die Atombefürworter in Regierung und Industrie wurden in die Defensive
gedrängt, Schwarz-Gelb ist nach der Katastrophe in Fukushima eingeknickt und
nun gezwungen, die Laufzeitverlängerungen zurückzunehmen. Nach nur einem halben
Jahr muss Angela Merkel ihren atompolitischen Offenbarungseid leisten.
Ohne unseren gemeinsamen, jahrzehntelangen Kampf wäre das nicht möglich gewesen.
Bei all den unterschiedlichen Einschätzungen sollten wir uns diesen gemeinsamen
Erfolg nicht kaputt machen lassen, indem wir ausgerechnet jetzt auf die Strategie der
Atomlobby hereinfallen, die uns gespalten sehen will. Gönnen wir ihnen nicht den Triumph,
uns selbst zu zerlegen. Denn in der Sache sind wir uns nach wie vor einig, und
das müsst Ihr auch nicht leugnen. Genauso wie Ihr vertreten wir die Position, dass der
von Schwarz-Gelb vorgelegte Atomausstieg zu langsam vollzogen wird und ein schnellerer
Einstieg in die Erneuerbaren notwendig und möglich ist. Deswegen empfehlen wir
auch, sechs der sieben vorgelegten Gesetzesvorlagen nicht zuzustimmen.
Die Menschenketten, Demos und Blockaden der letzten Monate haben eindrucksvoll
gezeigt, wie stark wir gemeinsam sind und wie viel wir gemeinsam bewegen können.
Doch es gibt eine sinnvolle Arbeitsteilung zwischen Anti-Atom-Bewegung und Grüner
Partei. Dabei geht es um die unterschiedlichen Rollen, die wir als Partei im parlamentarischen
System und ihr als zivilgesellschaftliche Verbände außerparlamentarisch übernehmen.
Es ist richtig und notwendig, dass die Bewegungen das Ideale fordern und Druck
machen, damit es Realität wird. Doch müssen wir Grüne uns auch am politisch Machbaren
und praktisch Umsetzbaren orientieren, um den Wandel zu sichern. Praktischer
Fortschritt braucht beides – die Orientierung am Idealen ebenso wie die Bereitschaft,
zur richtigen Zeit einen vertretbaren Kompromiss einzugehen, gerade um der Verwirklichung
des Idealen einen großen Schritt näher zu kommen. Diese Rollenverteilung war
für uns Grüne sicher nicht immer die einfachste und dankbarste – doch haben wir damit
bis heute in etlichen Bereichen viel bewirkt und Veränderungen erreicht. Deshalb erwarten
wir auch nicht von Euch, dass wir jeden Schritt des Weges im Gleichschritt tun. Es ist
gut, wenn Ihr auch weiterhin Druck macht und uns zwingt, unsere Entscheidungen immer
wieder kritisch zu überprüfen. Aber man darf im Gegenzug eben auch nicht so zu
tun, als gebe es nur eine legitime Form des Widerstandes und der „richtigen“ Anti-Atom-
Politik, wie die Reaktion von NABU und WWF zeigen.
In Eurem Brief beschreibt Ihr Argumente, die gegen die Zustimmung zur Novelle des
Atomgesetzes sprechen. Mit dieser Position ignoriert Ihr aus unserer Sicht, dass die Medaille
zwei Seiten hat. Wir sind nämlich mitnichten der Meinung, durch eine Zustimmung
zur Änderung des Atomgesetzes das Heft des Handelns aus der Hand zu geben.
Ganz im Gegenteil: Wir haben Angela Merkel und Co. erst dahin gebracht, ihre falsche
und unverantwortliche Politik vom vergangenen Herbst zurückzunehmen – und wir
wollen sie nun mit unserer Zustimmung darauf festnageln, auch dabei zu bleiben.
Auch wäre eine Zustimmung zur jetzt vorgelegten Atomgesetz-Novelle nicht gleichbedeutend
mit einem Atomkonsens. Es wird weiterhin eine eigenständige, kritische und
wache grüne Atompolitik geben und auch brauchen. Denn wir werden mit einem Ja zur
Rücknahme der Laufzeitverlängerung eben nicht § 7d zustimmen – dieser steht in der
Novelle auch gar nicht zur Abstimmung. Und natürlich halten wir unsere Klage beim
Bundesverfassungsgericht weiterhin aufrecht. Wir werden nicht nachlassen, ein ergebnisoffenes
Endlagersuchverfahren und höchste Sicherheitsstandards durchzusetzen. All
das ist für uns keinesfalls erledigt und findet sich in unserem Antrag explizit wieder. Dafür
brauchen wir auch Eure Unterstützung!
Klar ist aber auch: Nach der jetzt vorgelegten Gesetzesnovelle wird der Atomausstieg in
Deutschland schneller vonstatten gehen, als wir es vor zehn Jahren durchsetzen konnten.
Es wird verbindliche Abschaltdaten geben und die sieben ältesten AKWs und
Krümmel werden sofort und endgültig vom Netz gehen. Das bedeutet jedoch nicht,
dass man den Ausstieg nicht noch beschleunigen kann. Unsere Zustimmung wäre alles
andere als ein Blankoscheck für die Atomkonzerne. Im Gegenteil: Bei der Umsetzung
höherer Sicherheitsanforderungen, bei der Endlagersuche und beim Beenden der wirtschaftlichen
Bevorzugung der Atomwirtschaft werden wir Druck machen. Vor diesem
Hintergrund ist es alles andere als ausgeschlossen, dass mehr AKWs eher vom Netz gehen
müssen als im aktuellen Gesetzentwurf festgeschrieben.
Wenn wir Grüne jetzt zustimmen, dann tun wir das auch aus Gründen der Investitionssicherheit
für Erneuerbaren Energien und Gaskraftwerke. Eine Zustimmung von vier
Fraktionen im Deutschen Bundestag macht den Ausstieg praktisch unumkehrbar. Dies
ist auch ein wichtiger Unterschied zum Beschluss von 2001, als Merkel lieber Fundamentalopposition
spielte und das Zurückdrehen der Vereinbarung ankündigte. Dagegen
wäre eine weitere 180-Grad-Wende für Schwarz-Gelb auch unter veränderten Bedingungen
gesellschaftlich nicht mehr vermittelbar.
Im Ergebnis dieser Abwägungen heißt das für uns: Lasst uns endgültig das Schicksal der
Atomenergie in Deutschland besiegeln – um anschließend unsere ganze Kraft dafür einzusetzen,
dass der Ausstieg aus der Atomenergie und der Einstieg in die Erneuerbaren
Energien tatsächlich und auch europaweit gelingt. Schon heute kann man spüren, welche
Signalwirkung von einem breit getragenen Ausstiegsbeschluss ausgehen würde. In
Italien hat eine übergroße Mehrheit dem Wiedereinstieg in einer Volksbefragung eine
Absage erteilt. Die Schweiz hat, auch mit Verweis auf die Debatte bei uns in Deutschland,
einen Ausstieg beschlossen. Selbst in Frankreich müssen sich Präsident Sarkozy
und seine Atomlobby mehr und mehr unangenehme Fragen gefallen lassen – beispielsweise
warum in Frankreich nicht möglich sein solle, was Deutschland gerade vormacht.
Lasst uns der Bundesregierung aber auch klar machen, dass die Zustimmung zum Ausstieg
weder ein Blankoscheck noch ein grünes Plazet für ihre Energiewende und ihre
Atompolitik als Ganzes ist. Deshalb sagen wir Nein zur laschen Sicherheitspolitik, zur
vertagten Endlagersuche, zum Ausbremsen der Erneuerbaren, zum Einstieg in neue
Kohlekraftwerke und zu einem Planungsrecht, das sich über die Köpfe der Menschen
hinweg setzt. Grüne bleiben der Garant dafür, dass die Atomkraft in Deutschland sicher
abgewickelt wird, dass der Umstieg gestaltet und nicht nur verwaltet und die Energiewende
zu einer wirklichen Wende wird.
Damit wir gemeinsam das Heft des Handelns nicht aus der Hand geben und in der Offensive
bleiben!
Mit grünen Grüßen
Claudia Roth Cem Özdemir
Diesen Offenen Brief können Sie auch als PDF unter http://www.mister-wong.de/doc/atomausstieg-antwort-buendnis-90die-gruenen-an-die-umweltverbaende_260382775/ herunterladen.
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NaturFreunde fordern die Abschaffung der Rating-Agenturen
Unsere Welt braucht internationale Solidarität statt neoliberale Herrschaftsverhältnisse
Berlin, 20. Juni 2011 – Zur aktuellen Diskussion um eine
eigene europäische Rating-Agentur erklärt der Bundesvorsitzende der
NaturFreunde Deutschlands Michael Müller:
Die
Welt wird regiert von drei anonymen Rating-Agenturen mit Tunnelblick:
Standard & Poor‘s, Moody‘s und Fitch Ratings – alle mit Hauptsitz
in New York. Obwohl ihre Macht demokratisch nicht legitimiert ist,
spielen sie sich auf als Herren der Welt. Dabei sind sie ein Produkt des
Finanzkapitalismus, das der Welt von der Wall Street aufgedrängt wurde.
Die Stärke der Rating-Agenturen ergibt sich aus dem Umstand, dass die
neoliberale Ideologie weltweit übernommen wurde, es aber keine wirksamen
weltwirtschaftlichen Institutionen gibt.
Undemokratische Rating-Agenturen entscheiden über das Schicksal ganzer Länder
Diese drei Agenturen sind auf dem globalen Finanzmarkt mit weitem
Abstand führend, sie fühlen sich als die „Master of the Universe“. Sie
bewerten die Qualität von Unternehmen und Wertpapieren, aber auch die
Kreditwürdigkeit von Staaten. Sie treiben die Wirtschaft vor sich her,
entscheiden über das Schicksal ganzer Länder und bestimmen die
Bedingungen der globalen Wirtschaft. Ihre Bewertungen entscheiden
letztlich darüber, zu welchen Konditionen Konzerne, Banken oder auch
Länder auf den Kapitalmärkten Geld leihen können: Je besser die
Bewertung, desto niedriger die Zinsen.
Zuletzt hatten die Rating-Agenturen mit ihren Bewertungen von
Griechenland, Spanien, Portugal und Italien ihre Macht gezeigt, selbst
England und Frankreich mussten zittern. Deshalb fordern europäische
Politiker, nun auch eine europäische Rating-Agentur aufzubauen. Was aber
sollte eine europäische Agentur anders machen, wenn weiterhin der
Neoliberalismus die Leitlinie der Entscheidungen ist?
Finanzinstitute müssen Diener, nicht Herr der Wirtschaft sein
Die richtige Forderung ist, die Finanzinstitute wieder auf ihre
eigentlich Funktion zurückzuführen: Sie sollen ausreichend Geld für
einen funktionierenden Wirtschaftskreislauf zur Verfügung stellen und
müssen Diener, nicht Herr der Wirtschaft zu sein. Zudem müssen die
spekulativen Finanzinstrumente wie Leerverkäufe, Derivate, Wetten auf
Kursänderungen etc. verboten werden.
Insofern fordern die NaturFreunde Deutschlands keine neue europäische
Konkurrenz zu den US-Rating-Agenturen, sondern schlicht und einfach
deren Abschaffung. Notwendig ist stattdessen vielmehr ein Bretton Woods
II, das die Weltwirtschaft vernunftgeleitet regelt.
Die Vorherrschaft der Kapitalmärkte muss endlich beendet werden: Wir
brauchen dringend eine Weltwirtschaft, die von der Solidarität aller mit
allen ausgeht, statt einseitige Herrschaftsverhältnisse aufzubauen.
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Neue Qualität des Protestes: Gewaltfreie Sitzblockade am AKW Brokdorf / Unterstützerverbände äußern sich
Zahlreiche
Organisationen unterstützen die am morgigen Samstag beginnende
gewaltfreie Sitzblockade vor dem AKW Brokdorf und fordern einen
konsequenten Ausstieg. Keinesfalls dürfe das AKW weitere zehn Jahre am
Netz bleiben.
Im Folgenden begründen ausgewählte Unterstützerorganisationen ihre Beteiligung.
Thorben Becker, Energiereferent des Bunds für Umwelt und
Naturschutz Deutschland (BUND): “Ein Konsens unter den politischen
Parteien ist noch längst kein gesellschaftlicher Konsens. Der BUND
kämpft für einen möglichst schnellen Atomausstieg und beteiligt sich
deshalb aktiv an der Blockade.”
Hendrik Paulitz, Atomexperte der Internationalen Ärzte für die
Verhütung des Atomkrieges, Ärzte in sozialer Verantwortung (IPPNW):
„Die Opposition muss jetzt darauf bestehen, dass die endgültige
Stilllegung aller Atomkraftwerke durch eine Grundgesetzänderung
abgesichert wird. Nur dadurch kann das erklärte Ansinnen von
Bundesumweltminister Norbert Röttgen vereitelt werden, künftigen
Regierungen die Option der erneuten Laufzeitverlängerung zu
ermöglichen.“
Uwe Hiksch, Mitglied des Bundesvorstandes der Naturfreunde:
„Die Blockaden, die jetzt in Brokdorf stattfinden, stellen eine neue
Qualität des Protestes dar. Jetzt beginnt der Kampf um ein möglichst
schnelles Ende jedes einzelnen Reaktors.”
Gesine Agena, Sprecherin der Grünen Jugend: “Was die
Bundesregierung vorlegt, ist kein Konsens, sondern ein
schwarz-gelber Koalitionskompromiss. Als Grüne Jugend werden wir weiter
auf der Straße aber auch innerparteilich für den schnellstmöglichen
Ausstieg streiten.”
Sven Frye, Bundesvorsitzender der SJD – Die Falken: “Wir brauchen
keine AKWs! Bei der Verlängerung der AKW-Laufzeiten ging es CDU, CSU und
FDP nicht um Strom, sondern um die Profite der Energiekonzerne.”
Jutta Sundermann, Mitglied des Koordinierungskreises von Attac:
“Die Atomkonzerne müssen endlich entmachtet werden. Der
entschädigungsfreie und sofortige Ausstieg ist ohne weiteres zu
rechtfertigen. Energiewende muss auch heißen, dass kleine, dezentrale
Strukturen Vorrang haben vor den Begehrlichkeiten der Energieriesen.“

Wegen der laufenden Revisionsarbeiten am AKW herrscht Hochbetrieb
auf dem Gelände: viel mehr Fahrzeuge als sonst müssen die Tore
passieren. Derweil sammeln sich Atomkraftgegnerinnen und -gegner im
nahe gelegenen Camp und bereiten sich im Laufe des Tages mit Trainings
auf die Blockaden vor. Für Samstagmorgen, 9 Uhr ist eine Demonstration
zum AKW angekündigt. Der Schichtwechsel um 17 Uhr soll durch die
Blockaden
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NaturFreunde: Strombörse abschaffen – Spekulation eindämmen
Berlin,
17. Juni 2011 – „Darf die Strombörse in Leipzig (EEX) eine Zukunft
haben, obwohl sie ein Instrument der Spekulation ist“, fragt der
Bundesvorsitzende der NaturFreunde Deutschlands Michael Müller
anlässlich der aktuellen Behandlung zahlreicher Gesetze zur
Energiepolitik in Bundestag und Bundesrat. „Die Spekulation mit den
Strompreisen nimmt durch überschüssiges Kapital zu, die Folge sind
zunehmend Preissteigerungen. Die Strombörse muss abgeschafft werden!“
Die Strombörse in Leipzig (EEX) ist ein organisierter Markt ähnlich
einer Wertpapierbörse, gehandelt wird aber Strom. Theoretisch soll
durch die Bündelung von Angebot und Nachfrage eine hohe Liquidität
erreicht werden und der geregelte Handel ein Vergleichsinstrument
schaffen, um Transaktionskosten zu senken.
Immer kurzfristigere Verträge
„Diese Strombörse ist eine Folge der Liberalisierung der
europäischen Elektrizitätsmärkte“, so Müller. „Obwohl es statt
langfristiger Bindungen immer mehr kurzfristige Verträge gab, ist die
Bundeskanzlerin voll des Lobes, bezeichnet die EEX sogar als
‚Energiegeschichte‘. Erneut hat sie die Dimension spekulativer Prozesse
nicht erkannt, die der Augsburger Juraprofessor Thomas Möllers eine
„Aura der Gesetzlosigkeit“ genannt hat.“
Die dunkle Seite der Börse sei spätestens seit dem Enron-Skandal
bekannt, führt Müller weiter aus. Durch manipulative Eingriffe kam es
zu Kunstzahlen und schließlich zu Engpässen durch spekulative
Strompreise. Auch in Deutschland habe es im Jahr 2005 Vermutungen
gegeben, dass große Energiekonzerne die Preise an der EEX künstlich
beeinflussen würden, schließlich unterliege diese Börse keiner
behördlichen Aufsicht. Von daher habe es im Jahr 2007 ein
Kartellverfahren gegen E.on gegeben, bis heute aber weder eine
Verschärfung der Aufsicht, noch eine Verbesserung bei der
Veröffentlichungspflicht.
Gravierende gesamtwirtschaftliche Folgen
„Tatsächlich ist die deutsche Stromspotbörse im Jahr 2009 ‚Offshore‘
gegangen und hat sich bei Stromlieferungen innerhalb Deutschlands der
Aufsicht entzogen. Die Preisverzerrungen nehmen zu, die
gesamtwirtschaftlichen Folgen sind gravierend, zumal sich die Preise
der Strompreisspotbörse auch auf den außerbörslichen Stromhandel und
die Terminmärkte auswirken. Diese Problematik ist der Bundeskanzlerin
bekannt, aber sie reagiert nicht“, so Michael Müller, der in der
letzten Legislaturperiode auch als Parlamentarische Staatssekretär im
Bundesumweltministerium tätig war.
Zunehmend spekulative Preisbildung
„Insider gehen davon aus, dass zunehmend spekulative Elemente in die
Preisbildung einfließen. Das darf nicht hingenommen werden. Gerade
nach den Erfahrungen der Finanzkrise muss die Politik Konsequenzen
ziehen und jede Form der Spekulation stoppen. Die NaturFreunde
Deutschlands fordern deshalb, das Projekt Strombörse zu beenden. Sie
ist ein Instrument des Neoliberalismus und darf keine Zukunft haben.
Stattdessen muss verstärkt daran gearbeitet werden, die Spekulationen
mit Energie, Rohstoffen und Nahrungsmitteln zu beenden. Die Abschaffung
der Strombörse wäre ein guter Schritt in diese Richtung.“

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Naturfreunde fordern nachhaltigere Klimapolitik in und für Afrika
Wien, 20. Mai 2011
Im Rahmen der internationalen Konferenz „Klimawandel und
Biodiversität – eine Zukunft für Afrika“ forderten am 14. Mai in
Dakar/Senegal 200 Naturfreunde aus Senegal, weiteren westafrikanischen
Ländern und Europa eine nachhaltigere Klimapolitik in und für Afrika.
Die Konferenz wurde im Zuge der alljährlich stattfindenden
Präsidentenkonferenz des internationalen Naturfreundeverbandes erstmals
in Afrika veranstaltet.
Afrika ist vom Klimawandel und vom Verlust der Biodiversität
besonders betroffen. Die zunehmende Desertifikation führt zu weniger
Agrarflächen und zu einem großflächigen Rückgang der Vegetation womit
vor allem die Absorption des Klimagases Kohlendioxid weiter verringert
und der Klimawandel beschleunigt wird. Zusätzlich reduziert die
Überfischung der Meere die Klimaschutzfunktion der Meeresbiotope.
In einer gemeinsamen Erklärung fordern die TeilnehmerInnen, aus 9
afrikanischen und 12 europäischen Staaten, die Länder Afrikas sowie die
internationale Gemeinschaft zu wirksamen Klimaschutzmaßnahmen auf:
- Die Einrichtung und Ausweitung von Meeresschutzgebieten zur Erholung der Fischbestände
- Einen ausgedehnten Schutz von Feuchtgebieten und Nationalparken als
natürlicher CO2-Speicher und zur Sicherung wichtiger Wasserressourcen
- Eine nachhaltige Tourismus- und Energiepolitik zur Reduktion des CO2-Ausstoßes
- Die endgültige Integration des Flugverkehrs in den verpflichtenden
Emissionshandel und eine effektivere Evaluierung vom Nutzen der
Maßnahmen bei sogenannten CDM-Projekten (Clean-Development-Mechanism –
Projekte für klimaschonende Maßnahmen in Entwicklungsländern)
Die Industriestaaten werden dringend aufgefordert Handlungen zu
setzen um den Biodiversitätsverlust und Klimawandel in Afrika zu
minimieren, anstatt durch Exportförderung billiger landwirtschaftlicher
Produkte die kostenintensive Anpassung der afrikanischen
Landwirtschaft an den Klimawandel zu erschweren, oder weiterhin die
Überfischung der Meere durch riesige Fangflotten voranzutreiben.
„Der durch Überfischung und zunehmende Wüstenbildung verursachte
Rückgang der Biodiversität ist nicht nur Turbo für den Klimawandel,
sondern verursacht auch ein schwerwiegendes soziales Problem. In den
nächsten Jahren werden mehr als 400 Millionen junge AfrikanerInnen auf
den Arbeitsmarkt drängen, die eine Perspektive brauchen. Europa ist hier
dringend zur Unterstützung aufgefordert, um eine Fortsetzung der sich
bereits anbahnenden humanitären Katastrophen in Afrika zu verhindern“, betont Manfred Pils, Präsident der Naturfreunde Internationale, in seinem Abschluss-Statement. „Europa
muss jetzt in die Erhaltung der Natur und Umwelt in Afrika
investieren, weil sonst der Flüchtlingsstrom aus Afrika noch mehr
zunehmen wird. Die Mittel, die wir jetzt für eine verfehlte
Exportförderung oder für den Aufbau der „Festung Europa“ ausgeben,
wären besser direkt in Afrika angelegt.“ Die Investition in die
Landwirtschaft und in den Naturschutz Afrikas ist eine Investition in
den Klimaschutz, aber auch in eine gerechtere soziale Entwicklung.
Die NFI ist der internationale Dachverband der Naturfreundebewegung
mit mehr als 50 Mitglieds- und Partnerorganisationen. Als Mitglied der
Green10 zählt sie mit 500.000 Mitgliedern zu den größten NGOs weltweit.
Weitere Informationen, Interviewpartner, Fotos in hoher Qualität sowie die Naturfreunde-Erklärung zur Konferenz auf Anfrage.
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NaturFreunde: Für den sofortigen und endgültigen Atomausstieg

| Für den sofortigen und endgültigen Atomausstieg |
| 8.6.2011 | Stellungnahme der NaturFreunde Deutschlands zur Änderung des Atomgesetzes |
Stellungnahme der NaturFreunde Deutschlands bei der öffentlichen
Anhörung des Ausschusses des Deutschen Bundestages für Umwelt,
Naturschutz und Reaktorsicherheit am 08.06.2011 zum Thema „Änderung des
Atomgesetzes/Energiewende“
vorgetragen von Hans-Gerd Marian, Bundesgeschäftsführer der NaturFreunde Deutschlands
Für den sofortigen und endgültigen Atomausstieg
Vorbemerkung:
Die NaturFreunde weisen seit mehr als dreißig Jahren darauf
hin, dass mit der Nutzung der Atomkraft unbeherrschbare Risiken
verbunden sind. Für die NaturFreunde Deutschlands stellt der Betrieb
von Atomkraftwerken einen grundgesetzwidrigen Tatbestand dar. Schon
weil die Entsorgung nicht gesichert ist, dürfte es für kein
Atomkraftwerk eine Betriebsgenehmigung geben. Deshalb fordern wir den
sofortigen Ausstieg aus der Atomenergie. Der Atomausstieg muss durch
eine Änderung des Grundgesetzes abgesichert werden, indem im
Grundgesetz ein verankerter Stichtag festgelegt wird, ab dem in
Deutschland keine Kernkraftwerke mehr betrieben werden dürfen.
Gleichzeitig muss auch der Export von Atomtechnik grundgesetzlich
verboten werden.
Als Teil des Atomausstiegs sollte der Deutsche Bundestag die
Bundesregierung beauftragen, sich auf europäischer Ebene für die
Auflösung des Vertrags zur Gründung der
Europäischen Atomgemeinschaft (EURATOM) einzusetzen. Die NaturFreunde
unterstützen die Forderung nach einem neuen europäischen Vertrag zur
Einrichtung einer
„Europäischen Gemeinschaft zur Förderung von erneuerbaren Energien und Energieeinsparung“.
Positiv bewerten die NaturFreunde die geplante Festlegung eines
befristeten festen Enddatums für die Nutzung der Atomenergie zur
gewerblichen Erzeugung von Elektrizität in Deutschland. Das vorgesehene
Enddatum zum 31. Dezember 2022 ist jedoch nicht akzeptabel. Die
NaturFreunde fordern die sofortige und endgültige Stilllegung aller
zurzeit abgeschalteter AKW und aller AKWs, die in erdbebengefährdeten
Gebieten liegen. Die verbleibenden AKW können und müssen nach einem
gesetzlich fixierten Stufenplan bis spätestens 2014 stillgelegt werden.
Aufgrund der bestehenden Kraftwerksstruktur, ist ein vollständiger
Ausstieg aus der Atomenergie bis spätestens zu diesem Zeitpunkt
möglich.
Auch dieser Übergangszeitraum birgt hohe Gefahrenpotentiale, da
weder die älteren noch die neueren Atomkraftwerke gegen den Absturz
eine Passagierflugzeuges oder gar einem Terrorangriff geschützt sind. |
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Für den sofortigen und endgültigen Atomausstieg |
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| Naturfreunde-Stellungnahme*: |
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Entwurf für ein „Dreizehntes Gesetz zur Änderung des Atomgesetzes
§ 7 Absatz 1 a Satz 1 und 2:
Die im Entwurf für ein „Dreizehntes Gesetz zur Änderung des Atomgesetzes“
in § 7 Absatz 1a Satz 1 und 2 in den Punkten 2 bis 6 aufgezeigten
Berechtigungszeiträume „zum Leistungsbetrieb einer Anlage zur Spaltung
von Kernbrennstoffen“ halten die NaturFreunde für nicht akzeptabel.
In Punkt 1 werden die AKWs Biblis A, Neckarwestheim
1, Biblis B, Brunsbüttel, Isar 1, Unterweser, Philippsburg 1 und
Krümmel, mit Annahme des Gesetzes abgeschaltet. Dies begrüßen die
NaturFreunde ausdrücklich.
In Punkt 2 wird mit Ablauf des 31. Dezember 2015 für
das Atomkraftwerk Grafenrheinfeld die Abschaltung festgelegt. Diesen
Zeitraum halten wir aufgrund der akuten Sicherheitsmängel von
Grafenrheinfeld für nicht akzeptabel und fordern die sofortige
Stilllegung des Atomkraftwerks.
In Punkt 3 wird mit Ablauf des 31. Dezember 2017 für das
Atomkraftwerk Gundremmingen B die Stilllegung vorgesehen. Diesen
Zeitraum halten wir für nicht zu verantworten, da Gundremmingen B in
einem erdbebengefährdeten Gebiet liegt und fordern die sofortige
Stilllegung des Atomkraftwerkes.
In Punkt 4 wird mit Ablauf des 31. Dezember 2019 für das Atomkraftwerk
Philippsburg 2 die Stilllegung vorgesehen. Diesen Zeitraum halten wir
für nicht zu verantworten, da Philippsburg 2 in einem
erdbebengefährdeten Gebiet liegt und fordern die sofortige Stilllegung
des Atomkraftwerkes.
In Punkt 5 wird mit Ablauf des 31. Dezember 2021 für die Atomkraftwerke
Grohnde, Gundremmingen C und Brokdorf die Stilllegung vorgesehen. Diese
Zeiträume halten wir für nicht zu verantworten. Gundremmingen C liegt
in einem erdbebengefährdeten Gebiet und ist deshalb sofort
stillzulegen. Die Atomkraftwerke Grohnde und Brokdorf müssen spätestens
2014 stillgelegt sein.
In Punkt 6 wird mit Ablauf des 31. Dezember 2022 für die Atomkraftwerke
Isar 2, Emsland und Neckarwestheim 2 die Stilllegung vorgesehen. Diese
Zeitraum halten wir für nicht zu verantworten. Neckarwestheim 2 liegt
in einem erdbebengefährdeten Gebiet und muss deshalb sofort stillgelegt
werden. Die Atomkraftwerke Emsland und Isar 2 müssen spätestens 2014
stillgelegt sein.
§ 7 Absatz 1e
Der vorgesehene Reservebetrieb eines in Absatz 1a Satz 1
Nummer 1 genannten Atomkraftwerke halten die NaturFreunde für nicht
akzeptabel und sicherheitstechnisch nicht verantwortbar. Der
vorgesehene Reservebetrieb ist aus dem Gesetzesentwurf zu streichen.
Begründung:
Die Behauptung, „auch nach den schwerwiegenden Ereignissen in Japan ist
es zum jetzigen Zeitpunkt aus Gründen der Versorgungssicherheit, des
Klimaschutzes und einer preiswürdigen Energieversorgung nicht möglich,
sofort gänzlich auf die Nutzung der Kernenergie zu verzichten“ ist
falsch.
Ein endgültiger Ausstieg aus der
Atomenergieerzeugung bis 2014 ist ohne technische Probleme möglich. In
Deutschland gibt es derzeit völlig überdimensionierte
Kraftwerkskapazitäten, die es möglich machen, elf der siebzehn
Atomkraftwerke sofort stillzulegen. Hierdurch wird in keiner Weise die
Versorgungssicherheit gefährdet oder eine preiswerte Energieversorgung
erschwert. Die hierdurch wegfallenenden Erzeugungskapazitäten können
durch die bestehenden Überkapazitäten, Reserven im Kraftwerkspark und
die bereits geplante Kraftwerkszubauten den Ausstieg aus der Atomenergie
im Ganzen kompensieren. Auch die Behauptung, dass durch einen
sofortigen Ausstieg aus der Atomenergie der Klimaschutz gefährdet würde,
ist nicht haltbar. Die bisherige Planung der Stromversorgung wurde
einseitig am Bau von fossilen Großkraftwerken orientiert. Eine solche
Ausrichtung der Stromversorgung ist mit einer nachhaltigen
Stromversorgung in Zukunft nicht mehr vereinbar. Vielmehr eröffnen
abgeschaltete Atomreaktoren die Möglichkeit in den Verteilernetzen
schneller und offensiver Strom aus erneuerbaren Energien aufzunehmen. So
kann durch die Abschaltung der Atomkraftwerke Brunsbüttel, Krümmel und
Unterweser notwendige Kapazitäten in den Verteilernetzen für die
Einspeisung von Strom aus Offshore-Windparks geschaffen.
Auch die Behauptung, dass aus Gründen der Versorgungssicherheit ein
weiterer Betrieb von Atomkraftwerken notwendig sei, ist falsch. Zurzeit
sind im bestehenden Kraftwerkspark Kapazitäten von mindestens 8.700 MW
verfügbar. Darüber hinaus können aus der „Kaltreserve“ innerhalb
kürzester Zeit Kraftwerkskapazitäten von mehr als 2.500 MW für die
Stromproduktion verfügbar gemacht werden. Hierdurch kann die
Abschaltung der ersten 11 Atomkraftwerke ohne technische Probleme und
ohne Gefahren für die Versorgungssicherheit durchgeführt werden.
Gleichzeitig unterstützen die NaturFreunde die Forderung nach einem
schnellstmöglichen Bau der bereits geplanten Offshore-Windparks und zur
Sicherstellung einer schnell einsatzfähigen, flexiblen Stromerzeugung
den Bau der geplanten Gas-Kraftwerke. Vordringlich halten die
NaturFreunde jedoch einen Ausbau von dezentralen
Onshore-Windkraftanlagen in Deutschland für notwendig. In allen
Bundesländern müssen ausreichende Vorrangflächen für die Nutzung der
Windenergie von mindestens zwei Prozent der Landesfläche ausgewiesen
werden. Genehmigte Windparks müssen auch unverzüglich gebaut werden,
sonst muss die Genehmigung nach spätestens einem Jahr an andere
Investoren übertragen werden können.
Nach den bereits genehmigten Plänen der Energieerzeugungsunternehmen
sind bereits heute Gas- und Kohlekraftwerke mit einer Leistung von
über elf Gigawatt in Bau und gehen in den kommenden drei Jahren ans
Netz. Nach jetzigen Planungen sollen in den nächsten Jahren zehn
Offshore-Windparks und zwanzig neue Erdgaskraftwerke ans Netz gehen.
Würde in Kauf genommen, dass auch einige fossile Kraftwerke wenige
Jahre länger als geplant am Netz bleiben, würden alleine durch diese
Maßnahmen ein Netto-Zuwachs an Kraftwerkskapazitäten erzielt, der die
Abschaltung der verbleibenden Atomkraftwerke in zwei Jahren möglich
macht.
In Realität sind für einen Ausstieg aus der Atomenergie und für die
Gewährleistung von Versorgungssicherheit jedoch weniger Kohlekraftwerke
notwendig, als sich derzeit im Bau befinden. Besonders klimaschädliche
Braunkohlekraftwerke wie Neurath und Boxberg dürfen deshalb nicht mehr
ans Netz gehen. Auf die bereits in Bau befindlichen
Steinkohlekraftwerke wie Moorburg und Datteln könnte verzichtet werden.
Für eine Übergansperiode wäre eine Inbetriebnahme nur hinnehmbar, wenn
bei Inbetriebnahme dieser Kraftwerke alte Kohlekraftwerke mit
entsprechender Leistung stillgelegt werden. Diese wenigen Beispiele
zeigen, dass ein Atomausstieg bis spätestens 2014 realisierbar ist.
Werden die Forderungen der Umweltverbände nach einer deutlichen
Beschleunigung der Energiewende durch die Politik endlich umgesetzt,
ist auch ein sofortiger Atomausstieg möglich. Eine zentrale
Voraussetzung hierfür ist die schnelle und drastische Senkung des
Stromverbrauchs.
Völlig inakzeptabel ist die Feststellung im Begründungstext
des Gesetzesentwurfs: „Die Reaktor-Sicherheitskommission kommt dabei zu
dem Ergebnis, dass die deutschen Anlagen einen hohen Robustheitsgrad
aufweisen und im Hinblick auf die Ereignisse in Fukushima hinsichtlich
der Stromversorgung und der Berücksichtigung externer
Überflutungsereignisse für deutsche Anlagen eine höhere Vorsorge
festzustellen ist.“
So unzureichend die RSK-Prüfung in der kurzen Frist
nur sein konnten, so belegt sie doch das ernsthafte Restrisiko der
Folgen eines Flugzeugabsturzes mit dem Grundsatz „Sicherheit zuerst“
unvereinbar ist. Auch hat es allein in den deutschen Atomkraftwerken
seit 1965 über 5.800 meldepflichtige Störfälle gegeben.
Fazit:
Die NaturFreunde unterstützen die Forderung, nach sofortiger
und auf Dauer sichergestellter Stilllegung der sieben ältesten AKWs
(Biblis A, Biblis B, Brunsbüttel, Isar 1, Krümmel, Neckarwestheim 1,
Philippsburg 1, Unterweser). Das AKW Neckarwestheim 2 sowie die AKWs
Gundremmingen B und C sind sofort stillzulegen, da sie in
erbebengefährdeten Gebieten liegen.
Alle Behauptungen, durch diese Stilllegung könnten Stromlücken
entstehen, sind falsch. Die Jahreslastpläne zeigen deutlich, dass wir
keine Stromlücke haben, wohl aber Regional- und Klimaprobleme, auch
weil die südlichen Bundesländer Bayern und Baden-Württemberg den Ausbau
der erneuerbaren Energie deutlich vernachlässigt haben. Deshalb
brauchen wir neben dem Zubau der erneuerbaren Energieerzeugungsanlagen
auch flexible Gaskraftwerke von rd. 5.000 MW. Sie sollten eventuelle
regionale Spitzenlasten für einen Übergangszeitraum auffangen. Die
Forderung, eine Kaltreserve über Kernkraftwerke vorzuhalten ist
technisch Unsinn und ethisch aufgrund wesentlich höherer Risiken nicht
zu verantworten.
Ausblick:
Energieeinsparung und Energieeffizienz sind das Gebot der
Stunde, unsere Gesellschaft sollte den Energieverbrauch pro Kopf auf
weniger als ein Drittel der heutigen Verbrauchswerte senken.
Ein „Weiter so“ im Sinne der traditionellen Versorgungswirtschaft
darf es nicht geben. Die Brücke ins Solarzeitalter ist die
Effizienzrevolution. Sie ist möglich, denn energietechnisch betrachtet,
weist der bisherige Verbrauch gewaltige Energieverluste auf. Sie
belaufen sich auf rund 25 Prozent im Umwandlungssektor, auf ca. ein
Drittel bei der Wandlung von der End- in die Nutzenergie, dort wiederum
auf bis zu 35 Prozent. Nach den Gesetzen der Thermodynamik erreichen
die Verluste bis zu 80 Prozent, vor allem im Wärmebereich, bei den
Antriebstechniken und den Hochtemperaturprozessen.
Die entscheidende Voraussetzung ist die Anerkennung der Energie- und
Ressourceneffizienz als Produktivitätsfaktor. Wenn sie gesteigert
wird, sind Energiepreise und Energiekosten zwei Paar Schuhe. Höhere
Energiepreise kommen dem Nachfrager bei einem sehr viel geringeren
Verbrauch sogar insgesamt gesehen billiger.
Unsere Vision ist die 2.000-Watt-Gesellschaft, die wir in den
nächsten Jahrzehnten bei einem Gewinn an Lebensqualität erreichen
wollen. Derzeit liegt der Verbrauch in Deutschland im Schnitt bei mehr
als 6.500 Watt. Die Umsetzung erfordert eine Vielzahl von Maßnahmen wie
> Fortentwicklung des Erneuerbaren-Energien-Gesetz mit der
Zielstellung, bis 2020 die Hälfte des Energieverbrauchs aus
Erneuerbaren zu bestreiten;
> Ausbau der Windkraft mit Priorität auf Onshore statt Offshore;
> Erneuerbares Wärmegesetz mit einem massiven Ausbau von Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen und ein Wärmenutzungsgebot;
> eine Kraftstoffstrategie und der Umbau des Verkehrssystems für ein „weg vom Öl“;
> dauerhafte Förderung der energetischen Sanierung des Gebäudebestands und eine Verdreifachung des Mittelansatzes;
> Schaffung eines Effizienzfonds;
> Einbringung eines Effizienz- und Einsparprogramms in allen Energienutzungsbereichen;
> Fortentwicklung der Öko-Steuer;
> Umsetzung eines fairen Netzzugangs und einer wirksamen Anreizregulierung;
> Ausstieg aus der Verbundwirtschaft und Umbau der Energieversorgung von zentraler auf dezentrale Energieerzeugung;
> Ausbau einer Bildungs- und Beratungsinfrastruktur für eine nachhaltige Energieversorgung.
Innovationen sind nicht nur ein ökonomischer, sondern immer auch ein
gesellschaftlicher Vorgang. Auf allen Ebenen existieren große
Möglichkeiten für eine intelligentere Nutzung von Energien und
Rohstoffen, die aber nur in einer Gemeinschaftsanstrengung genutzt
werden können.
Deshalb weist der Vorschlag der Ethikkommission zur Schaffung eines „Gemeinschaftswerkes“ in die richtige Richtung.
Schon mit bewährten Mitteln lassen sich die Kosten in kurzer Zeit um
20 bis 30 Prozent senken. Zugleich können im großen Umfang neue und
qualifizierte Arbeitsplätze geschaffen werden. Unser Land wäre führend
bei der Basistechnologie des 21. Jahrhunderts.
Das ist eine große Vision der NaturFreunde. Die Steigerung der
Energie- und Rohstoffeffizienz würde nicht nur den Druck auf die
Lohnkosten senken, sondern Material, Kilowattstunden und Abfall
arbeitslos machen und nicht Menschen.
Berlin, den 08.06.2011
NaturFreunde Deutschlands
Bundesvorstand
Hans-Gerd Marian
Bundesgeschäftsführer
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NaturFreunde: Rüstungsexporte müssen weltweit gestoppt werden
Rüstungskonzerne profitieren von leeren Munitionslagern durch Krieg in Libyen
Berlin, 15. Juni 2011 – Zur aktuellen Veröffentlichung der
US-amerikanischen Rüstungsexporte durch die Defense Security Cooperation
Agency (DSCA) erklärt Uwe Hiksch, Mitglied im Bundesvorstand der
NaturFreunde Deutschlands: „Es ist eine der zynischen Folgen des Krieges
in Libyen, dass die USA in diesem Jahr eine Steigerung ihrer
Rüstungsexporte um fast 50 Prozent auf mehr als 46 Milliarden Dollar
erreichen werden. 2010 lagen diese noch bei 32,1 Milliarden Dollar.“
Alle
US-amerikanischen Rüstungsexporte müssen durch die DSCA genehmigt
werden, die direkt dem Pentagon untersteht und jetzt aktuelle Zahlen
veröffentlichte. Dabei gab DSCA-Chef Wiliam Landy offen zu, dass diese
Steigerungen vor allem auf das Bedürfnis der an der Bombardierung
Libyens beteiligten Staaten zurückzuführen seien, ihre Munitionslager
wieder aufzufüllen. Um eine schnellere Lieferung von solchen
Rüstungsgütern zu ermöglichen, setzt sich die DSCA dafür ein, das
US-amerikanische Genehmigungsverfahren von Rüstungsexporten zu
beschleunigen.
Diese Zahlen zeigen deutlich, wie große Rüstungskonzerne von den
Kriegen in der Welt profitieren. Vor nicht ganz zehn Jahren lagen die
Rüstungsexporte der USA noch bei etwa zehn Milliarden Dollar. Die
jüngsten Kriege führten jedoch zu einer Verfünffachung der
Waffenexporte. Die USA als global größter Waffenexporteur haben einen
Weltmarktanteil von etwa 30 Prozent. Allein sieben der zehn größten
Rüstungsunternehmen haben ihren Sitz in den USA.
USA rüsten arabische Staaten auf
Dabei betätigen sich die USA auch weiterhin als Aufrüster der
arabischen Welt. So sind etwa die Vereinigten Arabischen Emirate der
derzeit größte Kunde der US-amerikanischen Rüstungsunternehmen, obwohl
sich die Vereinigten Arabischen Emirate seit Monaten als direkte
Unterstützer der Despoten in der Region auszeichnen. Allein der
US-amerikanische Rüstungsgigant Raytheon liefert für 3,3 Milliarden
Dollar Patriot-Raketen an die Vereinigten Arabischen Emirate. Auch wird
mit Saudi Arabien das größte Waffengeschäft in der Geschichte der USA
geplant. Unter anderem sollen 84 neue Kampfjets vom Typ F-15 geliefert
werden. Das Gesamtvolumen der Rüstungsexporte alleine an Saudi Arabien
wird bei etwa 60 Milliarden Dollar liegen. Weltweit spricht die DSCA
übrigens von mehr als 13.000 Rüstungsverträgen mit 165 verschiedenen
Ländern. Diese Verträge haben einen Gesamtwert von 327 Milliarden
Dollar.
Die NaturFreunde Deutschlands fordern ein Ende der Aufrüstung. Einige
Rüstungskonzerne verdienen etwa mit den Konflikten in den arabischen
Staaten Milliarden. Dabei gehen diese Waffenexporte in eine Region mit
Massenarbeitslosigkeit, Armut und despotischen Herrschaftsstrukturen.
NaturFreunde Deutschlands – Teil der Friedensbewegung
Die NaturFreunde Deutschlands sind seit mehr als 50 Jahren Teil der
bundesdeutschen Friedensbewegung und waren Gründungsmitglied der
Anti-Atomtod-Bewegung, aus der schließlich die Ostermärsche
hervorgegangen sind.

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NaturFreunde: Italienische Volksabstimmung ist ein großer Erfolg für ein Europa ohne Atomenergie
Auch Italien stimmt gegen die Atomkraft
Italienische Volksabstimmung ist ein großer Erfolg für ein Europa ohne Atomenergie
Berlin, 14. Juni 2011 – Zum Ergebnis der Volksabstimmungen in
Italien erklärt das Mitglied im Bundesvorstand der NaturFreunde
Deutschlands Uwe Hiksch:
94,6
Prozent der Italiener sprachen sich am Wochenende in einer
Volksabstimmung gegen Italiens Wiedereinstieg in die Nutzung der
Atomenergie aus. Damit hat die italienische Bevölkerung nicht nur
deutlich gezeigt, was sie von der Atomenergie hält, sondern Italien auch
die Chance für eine zukunftsfähige und nachhaltige Energieversorgung
eröffnet. Das Referendum wurde initiiert von Umweltschutzgruppen und der
linksgerichteten Opposition, auch die NaturFreunde Italiens (Gruppo
Italiano Amici della Natura – G.I.A.N.) hatten das Referendum aktiv
unterstützt.
Mit diesem historischen Sieg der italienischen Anti-AKW-Bewegung
lehnt Italien als eines der wichtigsten Industrieländer der Europäischen
Union die Atomenergie weiterhin aktiv ab. Nun muss auch die Europäische
Union handeln. Die NaturFreunde Deutschlands fordern die Kündigung des
EURATOM-Vertrages sowie die Schaffung einer „Europäische Gemeinschaft
zur Förderung von erneuerbaren Energien und Energieeinsparung“. Damit
auch in Deutschland der endgültige Ausstieg aus der Atomenergie
unumkehrbar wird, fordern die NaturFreunde Deutschlands zudem ein im
Grundgesetz verankertes Verbot der Atomenergienutzung.
Mit den Volksabstimmungen ist der fortschrittlichen Reformbewegung in
Italien ein dreifacher Erfolg gelungen: Italien sagt endgültig Nein zur
Atomenergie, die Privatisierung der Wasserversorgung wurde abgelehnt,
gleichzeitig eine „Lex Berlusconi“ verworfen. Der Eindruck ist: Die
Italiener wollen endlich wieder eine zukunftsfähige Politik für ihr
Land.
Auch in Deutschland wird es in den nächsten Jahren darum gehen, die
Leistungen der Daseinsvorsorge wieder in die kommunale und öffentliche
Hand überzuführen. In vielen Städten beteiligen sich NaturFreunde an
Initiativen zur Rekommunalisierung der Wasserversorgung, der
Energieversorgung und des Öffentlichen Nahverkehrs. Die NaturFreunde
sind dabei Teil einer breiten europäischen Bewegung gegen den
Neoliberalismus, die sich für die Sicherung und den Ausbau des
Sozialstaates einsetzen.

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IYNF: Born To Be Wild – 18-27 July 2011, Poland
Born To Be Wild
18-27 July 2011, Poland
Born To Be Wild is a youth exchange on sustainable lifestyle
of young people. Its for 25 participants between 18-30 years of age from
5 different countries. Project is is organised from 18-27th of June in Poland. Working language is English.
Call for participants
International youth exchange on exploring people’s
sustainable lifestyle and relation to nature, based on outdoor
activities for all young Naturefriends.
Are you looking for a great summer activity and you’re not scared of a new challenge?
Are you between 18 and 30 years and want to meet interesting young people from around Europe?
Do you sometimes find life in the city too overwhelming? Would you
like to try living outside? In the nature? As simple as possible?
Wildly? Differently?
You don’t have to search any further for your summer activity! Here you’ll find the mind-blowing camp you are looking for.
We invite you to: “Born To Be Wild 2011″ : arrival 18th of July – departure 27th of July
“Born To Be Wild 2011″ you say?
Yes! It’s about…
8 days of living intensively in the wild: a lot of cool activities in
nature: survival techniques, first aid, sleeping in tents in the
meadow, cooking your own meals…
8 days of reflecting on your lifestyle: How eco/green are you? How
connected to nature are you? Waste reduction. Decrease your
environmental impact and learn how you can start having a more
sustainable lifestyle.
8 days of living in tents together with 25 young people from Poland,
Czech Republic, Germany, Portugal and Hungary! Moreover you’re invited
to the unique Lemkos minority festival!
8 days of having lots and lots fun: you are invited to bring your
enthusiasm, play games, share your experiences and learn from those of
others!
To summarize: we will spend eight days in nature, trying to live more simply and reflect how we could change the way we live in the city.
There will also be plenty of time for calm thinking about how we
live, if our lifestyle is ecological and if there is a way how to
connect these 8 days spent in nature with everyday life.
And we won’t forget to play, sing (unless you really don’t want to), move, jump, be creative and have lots of fun.
Whom is it for?
The activity is designed for young naturefriends from the IYNF
network, who are ready to discover nature together, and are open to new
adventures and learning by exploring and experiencing.
If you are between 18 and 30, coming from either Czech Republic, Poland, Germany, Portugal, and Hungary, able
to communicate in English and willing to go through this green
adventure with us, Born To Be Wild is being organised for you.
Where is it taking place?
Born To Be Wild will have its base camp in a beautiful countryside of
Southern Poland, near Krakow. The camp base of our Polish member
organisation is called Radocyna Base Camp. Away from civilization, in
the middle of meadows, fields and forests. We will stay at a camp site,
so be ready for rather natural conditions. No electricity and running
water! Sleeping in tents! Be ready to be wild!
Want to come?
Please apply through the online application form http://www.iynf.org/obsah/take_part/activities.php
When applying, please pay attention to the questions, which are
focused on your motivation to come to the project. They will serve as
one of the factors according to which the team will be deciding upon the
selection of the participants. These questions and answers will help
the team to select/choose the participant
The registration deadline is Tuesday 21st of June and the selection of participants will be ready by Friday 24th
June. All applicants will be informed about the outcomes
(accepted/rejected/waiting list) by email to the address you provide in
the application form (please make sure it is a correct one). Accepted
applicants will receive an admission sheet with instructions for further
action. In case you did not receive any email from us in the expected
time, please contact us by email or phone.
What do we cover?
IYNF will provide travel reimbursement to all participants covering
70 % of total travel costs. The maximum reimbursed costs (70%) are:
- 290 EUR for travels over 1000 km,
- 250 EUR for travels not exceeding 1000 km,
- 120 EUR for travels not exceeding 500 km and
- 50 EUR for travels less than 300 km.
Please note that IYNF wants you to choose the most ecological travel
means. To stimulate this we give the highest discount if you travel by
bus and a lower discount if you travel by train. In case you need to
take a plane you have to consult us to get permission for it. You can
read more about this in our travel regulation:
http://www.iynf.org/obsah/materials/documents.php?id_document=26
In case you are flying a CO2 compensation is obligatory, more information about that can be found in the practical infosheet.
Besides that food, accommodation and all material needed during the activity are included.
What is your contribution?
You are expected to cover 30% of your travel costs and pay the
participation fee (according to the chart below). We offer this activity
to you at a very affordable price, and ask for a small contribution to
our costs in the form of a participation fee.
IYNF follows a policy of fair prices, dividing Europe into regions
according to the different income levels. You pay the fee according to
your country of residence. In addition, Students and Naturefriends
(members of IYNF member or partner organisation) have a combinable
discount and there is a special reduction rate for Registered IYNF
Volunteers. You can find the price valid for you at the intersection of
your region and your status in the tables below.
Participation fees (in EURO)
|
|
Basic fee |
NF fee |
Students |
NF students |
|
% |
100% |
80% |
90% |
70% |
| other country |
100% |
63 |
50 |
57 |
44 |
| GE |
85% |
54 |
43 |
48 |
37 |
|
60% |
38 |
30 |
34 |
26 |
| CZ, HU, PL, PO |
50% |
32 |
25 |
28 |
22 |
|
33% |
21 |
17 |
19 |
15 |
Explanation: NF – Naturefriends
For being a student and / or a member of IYNF we would need a proof
by sending a copy of your student or membership card by fax, post or a
scan per mail. If you would like to know if you are a registered IYNF
volunteer or not, please send an email to iynf@iynf.org.
Besides contributions mentioned above, we expect you to come with
interest, passion and open mind towards exploration of how things are
when you are Born To Be Wild!
And if you would like to come but cannot pay the fee?
We don’t want money to be an obstacle for anyone to participate to
our activities; on the other hand we want committed and motivated
participants, who value the opportunity. Therefore, we employ the
principle ‘pay what you can, and a little bit more’. So do contact us if money is an issue, but you do want to come.
If you have any question about the project or the application, don’t
hesitate to contact BTBW Project Coordinator Bert Aelter at aelterbert [@] hotmail.com in English, French, German, Spanish or Dutch.
Don’t forget the BTBW Face book page: http://www.facebook.com/#!/event.php?eid=205870539431623
We are looking forward to your registration and to spending 10 days in the Polish nature with you!
Born To Be Wild is organised by:
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NaturFreunde: AKW-Verbot muss im Grundgesetz verankert werden
Berlin,
10. Juni 2011 – Zur aktuellen Diskussion über den Ausstieg aus der
Atomenergie erklärt das Mitglied im Bundesvorstand der NaturFreunde
Deutschlands Uwe Hiksch: „Weil der Betrieb von Atomkraftwerken ethisch
unverantwortbar ist, muss er verfassungsrechtlich auch verboten werden.
Die NaturFreunde fordern, dass ein Verbot der Nutzung von Atomenergie
im Grundgesetz festgeschrieben und als Teil der gesetzlichen Regelungen
zum Atomausstieg im Deutschen Bundestag beschlossen wird.“
Gleichzeitig forderten die NaturFreunde, dass im Grundgesetz eine
Pflicht zur unverzüglichen, sicheren und geordneten Beendigung des
Betriebs der bestehenden Atomkraftwerke und ein Verbot der Planung,
Errichtung und des Betriebs neuer kerntechnischer Anlagen
festgeschrieben werde, so Hiksch. Auch der Export von Technologie zum
Bau oder Unterhalt von Atomkraftwerken in andere Länder müsse
grundgesetzlich verboten werden.
„Die NaturFreunde treten ein für einen sofortigen und endgültigen
Ausstieg aus der Nutzung der Atomenergie. Denn die Atomtechnologie
stellt eine unkalkulierbare Gefahr für Mensch und Umwelt dar, ihre
Risiken sind nicht verantwortbar. Beim Absturz eines Flugzeuges auf ein
Atomkraftwerk oder etwa einem terroristischen Angriff besteht die
Gefahr eines radioaktiven GAU. Weil schon ein Unfall die Gesundheit und
das Leben von Millionen Menschen gefährdet, ist die Atomkraft mit dem
Grundgesetz der Bundesrepublik unvereinbar. Das AKW-Verbot muss jetzt
im Grundgesetz verankert werden“, fordert Uwe Hiksch für die
NaturFreunde Deutschlands.
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NaturFreunde: Blockadekonzeption für Brokdorf voller Erfolg
| NaturFreunde danken allen Beteiligten für die Vorbereitung der Aktionen |
Berlin, 9. Juni 2011 – Zur Verschiebung der
Revisionsarbeiten am AKW Brokdorf durch die Betreiberfirma erklärt das
Mitglied im Bundesvorstand der NaturFreunde Deutschlands Uwe Hiksch:
Seit
gestern Abend ist es amtlich: Der Atomkonzern Eon hat die
Revisionsarbeiten am AKW Brokdorf auf den 15. Juni verschoben. Dabei
ist völlig klar. Mit der kraftvollen Aktion der Anti-Atom-Bewegung, die
in Zusammenarbeit von Block Brokdorf und X-tausendmal quer für die
Pfingstfeiertage eine Massenblockade des AKW Brokdorf geplant hatte,
haben wir Eon dazu gebracht, die Revision zu verschieden.
Dies ist wieder ein großer Erfolg in der Anti-Atom-Arbeit. Die
Atomkonzerne sind zurzeit verunsichert und versuchen negative
Schlagzeilen zu verhindern. Die angekündigten Massenblockaden sind der
Anlass für die Verschiebung.
Doch
verschoben wurde nicht nur die Revision, sondern auch die friedliche
Blockade. Der Beginn ist nun für den 18. Juni geplant, das Aktionscamp
öffnet aber schon am Donnerstag, dem 16. Juni.
Auch die NaturFreunde Deutschlands mobilisieren zur Blockade von
Brokdorf. Mit eigenen Aktionen und Zelten wollen die NaturFreunde
deutlich machen, dass sie einen Weiterbetrieb von Atomkraftwerken bis
zum Jahr 2022 ablehnen. Die NaturFreunde weisen seit mehr als dreißig
Jahren darauf hin, dass mit der Nutzung der Atomkraft unbeherrschbare
Risiken verbunden sind und der Betrieb von Atomkraftwerken einen
grundgesetzwidrigen Tatbestand darstellt. Schon weil die Entsorgung des
Atommülls nicht gesichert ist, dürfte es für kein Atomkraftwerk eine
Betriebsgenehmigung geben.
Die NaturFreunde Deutschlands fordern den sofortigen Ausstieg aus
der Atomenergie. Auch in den nächsten Jahren werden die NaturFreunde
aktiv dazu beitragen, dass mit Aktionen direkt an den Atomkraftwerken
für die Abschaltung jedes einzelnen Atomreaktors gekämpft wird.
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NaturFreunde: Milliarden-Entschädigungen für nicht rechtssicheren Atomausstieg?
Berlin,
9. Juni 2011 – „Die NaturFreunde Deutschlands warnen die rot-grünen
Parteien, sich in Mithaftung für einen nicht rechtssicheren Atomausstieg
nehmen zu lassen, der möglicherweise noch größere
Entschädigungsprobleme aufwerfen wird“, erklärt Michael Müller,
Bundesvorsitzender der NaturFreunde Deutschlands und Parlamentarische
Staatssekretär im Bundesumweltministerium a.D.. „Wer aus der Atomenergie
raus will, braucht entweder einen Konsens mit den Betreibern oder klare
gesetzliche Kriterien. Das Unionsproblem ist allerdings, dass diese
dann für alle AKW gelten und dementsprechend alle AKW gleichzeitig
abgeschaltet werden müssten.“
Im Unterschied zum Atomausstieg von 2000/2001 sei es heute höchst
unklar, ob es zu einer konsensualen Lösung mit den Atomkonzernen EnBW,
Eon, RWE und Vattenfall kommen werde, so Müller. Wenn nicht, drohten
Klagen, schließlich sei es höchst schwierig bis unmöglich, unter dem
Gesichtspunkt des Restrisikos Differenzierungen hinsichtlich einzelner
AKW vorzunehmen.
Tatsächlich haben einige Atomkonzernen bereits Klagen angekündigt und
fordern finanzielle Entschädigungen in Milliardenhöhe. „Diese den
Atomkonzernen auch noch zu zahlen, wäre zwar ein bodenloser Skandal,
aber eben darin begründet, dass ein gesetzlich klar begründeter
Ausstiegsweg nicht gefunden wurde“, erläutert Michael Müller.
Im Jahr 2000 hätten sich die Beteiligten auf 32 Jahre AKW-Laufzeiten
verständigt, weil sich die Kraftwerke dann amortisiert haben. Diese
Regelung sei von den Konzernen akzeptiert worden, zumal auch sie dem
andauernden Streit um die Atomenergie aus dem Wege gehen wollten – und
wohl auch auf künftig andere politische Mehrheiten hofften.
„Wer aus der Atomenergie raus will, braucht entweder einen Konsens
mit den Betreibern oder klare gesetzliche Kriterien. Das Unionsproblem
ist allerdings, dass diese dann für alle AKW gelten und dementsprechend
alle AKW gleichzeitig abgeschaltet werden müssten. Bei keinem der beiden
entscheidenden Ausstiegsgründe, weder der Frage der Sicherheit noch der
der Atommüllentsorgung, dürfen die Kriterien willkürlich sein. Die
Bundesregierung läuft derzeit in eine mögliche Falle, in die ihr die
anderen Parteien nicht auch noch folgen sollten“, so Müller.
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NaturFreunde: Atomausstieg – Rechnung ohne den Wirt?
Berlin, 6. Juni 2011 – Zu dem von der schwarz-gelben
Bundesregierung beschlossenen Atomausstieg erklärt der Bundesvorsitzende
der NaturFreunde Deutschlands e.V. und Parlamentarische Staatssekretär
a.D. im Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und
Reaktorsicherheit, Michael Müller, folgendes:
Der
jetzt geplante Ausstieg ist, sofern er so kommt, nicht die Rückkehr zum
Gesetz von 2001. Dies als historische Entscheidung zu feiern, ist
falsch: Die letzten drei AKWs werden laut Beschluss erst ein Jahr später
abgeschaltet und manche der Kraftwerke haben zudem längere
Restlaufzeiten, als unter Rot-Grün vorgesehen. Wenn das Gesetz von 2001
nicht von der schwarz-gelben Kumpanei mit den vier Atomkonzernen
unterlaufen worden wäre, hätten bis Anfang 2012 zehn Atomkraftwerke
stillgelegt werden müssen: Mühlheim-Kärlich, Obrigheim, Stade, Biblis A,
Neckarwestheim 1, Biblis B, Brunsbüttel, Isar 1, Unterweser und
Philippsburg 1. Mit dem sicherheitstechnisch problematischen Krümmel
wären es sogar elf Atomkraftwerke gewesen – ein AKW mehr als jetzt!
Zudem wären die verbleibenden Reaktoren früher abgeschaltet worden. Bei
Frau Merkel kommt erst 2015 mit Grafenrheinfeld das nächste AKW dran.
Das Wichtigste aber ist: 2001 gab es einen Konsens mit den
Betreibern. Bisher haben EnBW, E.on, RWE und Vattenfall dem Plan von
Frau Merkel nicht zugestimmt. Damals wurde der Konsens aus Angst vor
Entschädigungen und vor einem schnellen Abschalten (Grundlastversorgung
der Industrie) von Gerhard Schröder und Werner Müller, Joschka Fischer
und Jürgen Trittin gesucht. Heute ist offen, ob es erneut zu einem
Konsens kommt. Die vier Atomkonzerne haben angekündigt, das Abschalten
ihrer AKWs nicht hinzunehmen. Was also ist, wenn es keinen Konsens gibt?
Rechtsfest gibt es drei Möglichkeiten für einen Ausstieg ohne Konsens:
1. Anerkennung, dass das Restrisiko für alle AKWs existiert und
in einem dicht besiedelten Land wie Deutschland nicht zu vertreten ist.
2. Alle Atomkraftwerke sind illegal in Betrieb, weil ihre
Genehmigungsgrundlage u. a. ein Entsorgungsnachweis ist, der nirgendwo
erfüllt wird.
3. Die Übertragung der technischen Anforderungen im Atomgesetz
von 1995 (unter der Verantwortung von Bundesumweltministerin Merkel) für
die Genehmigung neuer AKWs – inhärente Sicherheit – auf alte Anlagen
gemäß der Linie „Sicherheit zuerst!“. Diese Norm erfüllt kein
Atomkraftwerk.
Diese drei Wege erfordern die schnelle Stilllegung aller
Atomkraftwerke. Technisch ist das möglich, kann aber zu Problemen, vor
allem in Süddeutschland, führen. Hier wurde bisher viel zu wenig für die
Energiewende getan. Was aber bleibt dann, wenn es keinen Konsens gibt?
Hinzu kommt, dass die Bundesregierung auch bei der Fortentwicklung
der erneuerbaren Energien sehr einseitig auf die Förderung von Offshore
setzt, andere Formen der Förderung vernachlässigt, ja sogar kürzt. Das
ist ein verhängnisvoller Weg.
Insofern ist es falsch, einfach von einer Rückkehr zu Rot-Grün zu
reden. Nicht einmal das wird getan, obwohl Frau Merkel von einer
einzigartigen Energiepolitik spricht. Einzigartig sind Trickserei und
Opportunismus.

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NaturFreunde: Merkels Atomausstieg: wieder nur ein Trick?
Merkels Atomausstieg: wieder nur ein Trick?
Berlin,
2. Juni 2011 – „Nachdem der Unionsentwurf für ein neues Atomgesetz
jetzt vorliegt, drängt sich die Frage auf, ob die Bundeskanzlerin nicht
erneut unsäglich trickst“, warnt der Bundesvorsitzende der
NaturFreunde Deutschlands Michael Müller. „Die Behandlung der
Restlaufzeiten der abgeschalteten AKW, einschließlich Mülheim-Kärlich
und Stade, das ist doch alles eher abenteuerlich nach Fukushima.“
Bei
einer vollen Übertragung aller Restlaufzeiten könnten faktisch alle
anderen Kraftwerke bis zum gesetzlichen Endpunkt weiter laufen, so
Müller, auch ehemaliger Parlamentarischer Staatssekretär im
Bundesumweltministerium. Für die Betreiber wäre das trotz allem ein
bombiges Geschäft: Sie hätten mehr AKW-Laufzeiten, als noch im
rot-grünen Ausstiegsgesetz vorgesehen und würden die verbliebenen Meiler
wohl kaum schrittweise abschalten, sondern bis mindestens 2021 in
Betrieb lassen.
„Auch nach
Fukushima wird weiter getrickst und vertuscht“, so Müller. „Dieses
Ausstiegsgesetz ist überhaupt nicht konstruktiv und klar, wie
Bundesumweltminister Röttgen behauptet. Es hat mit einem geordneten
Ausstieg nichts zu tun.“ Der Gesetzentwurf sei genauso dürftig wie die
bis heute ausgebliebene klare Begründung für die Brennelementesteuer.
Deren Berechtigung sei nicht etwas die knappe Haushaltslage, sondern die
bisherige Steuerbefreiung von Uran im Gegensatz zu anderen
Brennstoffen.
„Die aktuelle
Atompolitik der Bundesregierung entspringt nicht einer durchdachten und
in sich schlüssigen Strategie, sondern ist die mehr oder weniger
halbherzige Reaktion auf den breiten Protest aus der Bevölkerung“,
erklärt Michael Müller. „Jetzt wäre Klarheit in der Gesellschaft
wirklich nötig. Aber die Bundesregierung bekommt es einfach nicht hin.“
Anti-Atom-Demo am 28.05.11 in Berlin
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NaturFreunde: Dieser Atomausstieg ist noch lange keine Energierevolution
Dieser Atomausstieg ist noch lange keine Energierevolution
Berlin, 31. Mai 2011 – „Die größte Herausforderung in der
Energiefrage ist nicht mangelndes Wissen, sondern unzureichendes
Handeln“, erklärt der Bundesvorsitzende der NaturFreunde Deutschlands
Michael Müller zur aktuellen Debatte über den Atomausstieg und die
Energieversorgung der Zukunft. „Tatsächlich wird ein echter und
zukunftsfähiger Umbau der Energiestrukturen nur möglich, wenn die
heutige Verbundwirtschaft überwunden und beseitigt wird“, so Müller.

„Wer die aktuelle Debatte über den Atomausstieg aufmerksam verfolgt,
der kann sich nur immer wieder fragen, ob eine Vielzahl der
Kommentatoren in den letzten 20 Jahren auf einer anderen Welt gelebt
hat. Es fehlt nur noch, dass sie beim Unionsfahrplan für den
Atomausstieg in ihrer Uninformiertheit von einer Energierevolution
reden. Alles, was derzeit in der Debatte ist, wird seit den 70er Jahren
diskutiert und ist spätestens seit Ende der 80er Jahre gefestigt. Die
größte Herausforderung in der Energiefrage ist nicht mangelndes Wissen,
sondern unzureichendes Handeln“, wundert sich Michael Müller.
Die beiden eigentlichen Fragen würden hingegen nicht in der notwendigen Breite behandelt:
1. Warum ist es bis heute eigentlich nicht zu einer Effizienzrevolution gekommen?
2. Genügt es für eine solare Zukunft, die heutigen Energiestrukturen nur mit den erneuerbaren Energien zu verbinden?
In beiden Fragen komme laut Müller weder von der Bundesregierung,
schon gar nicht von der Elektrizitätswirtschaft, aber auch nicht von
großen Teilen der Medien, ein Anstoß für eine weiterführende Debatte.
Tatsächlich werde ein echter und zukunftsfähiger Umbau der
Energiestrukturen aber nur möglich, wenn die heutige Verbundwirtschaft
überwunden und beseitigt würde.
„Denn mit dem zentralistischen Energiesystem ist eine
Energierevolution nicht machbar: Weder werden so die großen
Einsparpotenziale mobilisiert, noch der Raum für Innovationen
geschaffen. Insofern bleiben alle energierelevanten Beschlüsse in den
alten Strukturen und können keine echte und zukunftsfähige Lösung
bilden“, erklärt Müller und gibt zwei Beispiele:
Erstes: „Sollte es bei den zentralisierten
Energiestrukturen der Verbundwirtschaft bleiben, ist ein viel
umfangreicherer Ausbau der 380-Kilovolt-Leitungen auf der
Hochspannungsebene notwendig als bei dezentralen Strukturen. Dieser
Ausbau ist nicht nur teuer, er trifft auch auf den Widerstand gerade
jener Bürger, die eine Energiewende eigentlich befürworten. Ein
dezentraler Umbau hingegen wäre auf diese gigantischen Investitionen
nicht angewiesen.“
Zweites: „Gerne wird behauptet, die Vorteile der
Atomenergie lägen in ihrer Klimafreundlichkeit. Doch die Fachdebatte
stellt eine andere Frage: Unter welchen Bedingungen können die meisten
Kohlendioxid-Emissionen vermieden werden. Das expansive System der
Verbundwirtschaft kann auch das nur begrenzt, denn die reinen
Kondensationskraftwerke sind auf den Verkauf und die Verschwendung von
Strom ausgerichtet und nicht das Energiesparen. Allein schon diese
Strukturen fördern unnötige Kohlendioxid-Emissionen, zudem erreichen
sie nur niedrige Effizienzgrade.“
Das Energiesystem der Zukunft müsse laut Michael Müller dezentral
und flexibel sein. Das funktioniere nur über den Umbau der heutigen
Großsysteme zu intelligenten und dezentralen Technologien und
Strukturen. Dieser Umbau sei dringend geboten, auch wenn diese Einsicht
bei der Bundesregierung noch nicht angekommen sei.
Friedliche Blockade des AKW Brokdorf
Die NaturFreunde Deutschlands unterstützen die ab dem 12. Juni von
x-tausendmal quer geplante gewaltfreie Blockade des AKW Brokdorf und
beteiligen sich daran. Wir werden nicht locker lassen, bis auch der
letzte Reaktor endgültig vom Netz gegangen ist!

Mehr Informationen: www.kurzlink.de/AKW-Blockade
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NaturFreunde: Fahrplan für den Atomausstieg ist eine große Enttäuschung
Fahrplan für den Atomausstieg ist eine große Enttäuschung
NaturFreunde unterstützen friedliche Blockade des AKW Brokdorf ab dem 12. Juni

Berlin, 30. Mai 2011 – „Kurz nach Fukushima wurde ein
Elefant versprochen, am Ende aber war es nur ein Mäuschen“, erklärt der
Bundesvorsitzende der NaturFreunde Deutschlands Michael Müller zum
heute Nacht von der Bundesregierung beschlossenen Fahrplan für den
Atomausstieg. „Die Anti-Atom-Bewegung ist enttäuscht und sieht sich in
den Einschätzungen bestätigt, die sie seit den 1980er Jahren von
Schwarz-Gelb hatte“, so Müller.
Wahrscheinlich komme beim schwarz-gelben Atomausstieg nicht einmal
das heraus, was rechtskräftig war, bis vor wenigen Wochen das Gesetz
über den geordneten Atomausstieg geändert wurde, fürchtet Michael
Müller. Auf jeden Fall aber dauere der Atomausstieg nun ein Jahr länger
als bei Rot-Grün (2022 statt 2021) und es gebe eine Revisionsklausel
(2018), die den ewig Gestrigen eine Tür offen lässt. Selbst die
sogenannte Ethik-Kommission müsse sich veralbert fühlen, ihre Vorschläge
seien ja nur teilweise übernommen worden.
Wie Umweltminister Norbert Röttgen diesen Fahrplan auch noch
konstruktiv und klar nennen könne, bleibe das Geheimnis verquer
denkender Menschen. „Die Anti-Atom-Bewegung jedenfalls ist enttäuscht
und sieht sich in den Einschätzungen bestätigt, die sie seit den 1980er
Jahren von Schwarz-Gelb hatte. Die jetzige Regierungskoalition wird in
die Geschichte eingehen als die Regierung, die einfach unfähig war,
ihre Chancen zu nutzen“, so Müller.
Friedliche Blockade des AKW Brokdorf
Die NaturFreunde Deutschlands unterstützen die ab dem 12. Juni von
x-tausendmal quer geplante gewaltfreie Blockade des AKW Brokdorf und
beteiligen sich daran. Wir werden nicht locker lassen, bis auch der
letzte Reaktor endgültig vom Netz gegangen ist!

Mehr Informationen: www.kurzlink.de/AKW-Blockade
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NaturFreunde rufen zu breiter Beteiligung an Demonstrationen am 28. Mai auf
Atomkraft Schluss! Der Anti-Atom-Protest ist jetzt überall
NaturFreunde rufen zu breiter Beteiligung an Demonstrationen am 28. Mai auf
Berlin, 27. Mai 2011 – Vor den erneuten Anti-Atom-Protesten in
bundesweit mehr als 20 Städten, die auch von den NaturFreunden
koordiniert werden, erklärt der Bundesvorsitzende der NaturFreunde
Deutschlands Michael Müller: „Gute zweieinhalb Monate nach Fukushima
besteht das Regierungshandeln immer noch aus einem Mischmasch aus
Ankündigungen und Dementi, aus Scheinradikalität und Angst, aus
Interpretationen und altem Denken. Tatsächlich deutet sogar einiges
darauf hin, dass der Zustand aus dem letzten Herbst faktisch wieder
hergestellt werden könnte, als die schwarz-gelbe Koalition die Laufzeit
der deutschen AKW um bis zu 14 Jahre verlängert hatte. Das wäre aber
ein gigantisches Eigentor: In den letzten Monaten gingen bei den
Großdemonstrationen gegen die Atomkraft Hunderttausende auf die Straße
und an diesem Samstag wird es in mehr als 20 Städten nicht anders sein,
wenn die Bürger wieder fordern: Atomkraft Schluss!“
Mehr Informationen zu den Anti-Atom-Demonstrationen: www.kurzlink.de/atomkraft-schluss
Nach dem japanischen GAU habe die Bundesregierung versprochen,
„lernfähig“ zu sein, erinnert Müller. Immerhin war es schon die dritte
Katastrophe in der Geschichte der zivilen Nutzung der Atomenergie nach
Harrisburg (1979) und Tschernobyl (1986). Doch tatsächlich verstecke
sich die Bundesregierung hinter den Kommissionen zur Ethik und zur
Sicherheit und hoffe letztlich wohl auf einen neuen Konsens mit den
Atomkonzernen.
Auch Uwe Hiksch, Mitglied im Trägerkreis der bundesweiten
Anti-Atom-Demonstration und im Bundesvorstand der NaturFreunde
Deutschlands kritisiert: „Die Bundesregierung und die Atomlobby
versuchen den Ausstieg aus der Atomenergie immer weiter herauszuzögern.
Doch mit ihren Schreckgespenstern ‚Blackout‘ und ‚massiv steigende
Strompreise‘ wollen sie nur ihre Profite aus den abgeschriebenen
Schrottreaktoren noch einige Jahre erhalten.“
Ausstiegsgesetz nötig für faktisch illegale AKW
„Ob die Atomkonzerne EnBW, E.on, RWE und Vattenfall nochmals zu einem
Konsens bereit sind und ob dieser Konsens sogar über die damalige
Linie hinausgehen würde, ist mehr als zweifelhaft“, befürchtet Michael
Müller und fordert: „Stattdessen muss die Bundesregierung jetzt eine
klare gesetzliche Ausstiegsregelung finden – die dann aber alle
deutschen AKW betrifft.“
Das immer vorhandene Restrisiko eines GAU, etwa durch einen gezielten
oder zufälligen Absturz eines größeren Passagierflugzeuges, sei in der
dicht besiedelten BRD nicht zu verantworten, so Müller. Der ehemalige
Parlamentarische Staatssekretär im Bundesumweltministerium weist auch
darauf hin, dass die AKW faktisch illegal in Betrieb seien, basiere doch
ihre Betriebsgenehmigung auf einem Entsorgungsnachweis, der bis heute
nirgendwo erbracht worden sei.
Öffentlicher Druck entscheidet über Atomausstieg
„Der öffentliche Druck wird letztlich entscheiden, ob das Ende der
Atomkraft in Deutschland besiegelt werden kann“, erklärt Uwe Hiksch.
„Mit den bundesweiten Protestaktionen am 28. Mai wollen wir die
Bundesregierung dazu zwingen, endlich eine klare Konsequenz aus
Tschernobyl und Fukushima zu ziehen. Spätestens nach Fukushima gibt es
nur noch eine Richtung und die heißt: Alle AKW abschalten – sofort und
endgültig! Die Zukunft liegt bei den erneuerbaren Energien, der
Energieeffizienz und dem Energiesparen.“
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NaturFreunde: Kreative Proteste gegen Atomforum waren Erfolg
Kreative Proteste gegen Atomforum waren Erfolg
Mehr als 10 000 Menschen kamen zu den verschiedenen Veranstaltungen zum „Widerstandscamp“ auf den Alexanderplatz
Berlin, 19. Mai 2011 – Zu den Protesten gegen das Atomforum erklärt
der stellvertretende Landesvorsitzende der NaturFreunde Berlins und
Mitglied im Bundesvorstand der NaturFreunde Deutschlands, Uwe Hiksch,
folgendes:
Die NaturFreunde in Berlin werten die Proteste gegen die Tagung des
Atomforums als Erfolg für die Anti-AKW-Bewegung. Zusammen mit Anti Atom
Berlin und AtomConcern haben die NaturFreunde in Berlin die Aktion
„Atomforum einbetonieren“ und das Widerstandscamp auf dem Alexanderplatz
organisiert. Zudem fungierten die NaturFreunde als Anmelder für die
Demonstration am 17. Mai von Kreuzberg zum Alexanderplatz. Hieran
nahmen, trotz intensiven Regens, mehr als 650 Teilnehmerinnen und
Teilnehmer teil.
Eine völlig neue Aktionsform war das Widerstandscamp auf dem
Alexanderplatz. In den fünf Tagen des Camps wurde ein kreatives und
lautes Programm geboten: Mehr als 15 Bands, 200 Künstlerinnen und
Künstler, Akrobaten, Clowns und Kulturschaffende haben das
Widerstandscamp unterstützt und sind auf der Bühne oder dem
Alexanderplatz aufgetreten. Zu den verschiedenen Veranstaltungen kamen
während des Widerstandscamps mehr als 10 000 Menschen. Gleichzeitig
blieben viele tausend Touristen und Berlinerinnen und Berliner vor der
ungewöhnlichen Kulisse auf dem Alexanderplatz stehen und hörten einige
Zeit den verschiedenen Gruppen oder Reden zu. Mit dieser Aktion haben
die Aktiven des Camps bundesweit in der Anti-Atom-Bewegung viel
Aufmerksamkeit und Interesse erreicht. Viele Aktive haben schon jetzt
Ihr Kommen für das nächste Jahr zugesagt.
Durch die intensive Diskussion im Vorfeld der „Jahrestagung
Kerntechnik“ war es gelungen, die Veranstalter „Deutsches Atomforum
e.V.“ und „Kerntechnische Gesellschaft e.V.“ zu zwingen, das geplante
Festbankett mit Musik und Unterhaltung abzusagen. Die NaturFreunde
Deutschlands hatten im Vorfeld der Planungen das Bankett kritisiert und
die Veranstaltung wenige Wochen nach Fukushima als inakzeptabel
bezeichnet.
Aufgrund der internen Debatten in der deutschen Energiewirtschaft
wurden auch alle „politischen Teile“ aus dem Programm des Atomforums
gestrichen, so dass die Tagung mit 19 Stunden Verspätung begann. Die
NaturFreunde werten auch dies als Erfolg der Proteste gegen die Tagung
des Atomforums und der Kerntechnischen Gesellschaft.
Sollte das Atomforum auch im nächsten Jahr wieder nach Berlin kommen,
werden die Proteste intensiviert und deutlich verstärkt werden. Das
Atomforum als Vernetzungstreffen der deutschen Atomlobby ist
anachronistisch und mit einer aktiven Politik für den Atomausstieg nicht
vereinbar. Die NaturFreunde wollen mithelfen, die Hintergründe der
Atomlobby aufzuzeigen und die wirtschaftlichen Profitinteressen an der
Atomenergie zu beenden. Mit ihren Protest wollen die NaturFreunde
verhindern, dass sich die Atomkonzerne nun intensiver den Märkten in
anderen Ländern zuwenden und die Atomtechnologie exportieren.
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NaturFreunde fordern konsequent nachhaltige Waldwirtschaft
NaturFreunde fordern konsequent nachhaltige Waldwirtschaft
Bundesregierung soll Internationales Jahr der Wälder zum Umsteuern nutzen
Berlin, 18. Mai 2011 – Der Wald in Deutschland steht unter starkem
Druck: Die Holznachfrage ist übersteigert, der Wald längst degradiert
als Energie- und Rohstofflieferant. Zudem veränderte der Klimawandel
nicht nur langfristig die Zusammensetzung der Wälder und lässt
heimische Baumarten aussterben, er macht den Wald auch anfälliger für
Schädlingsbefall, Unwetter und Stürme als bisher. Die NaturFreunde
Deutschlands haben deshalb auf einer Tagung in Schmiedefeld im
Thüringer Wald die Bundesregierung aufgefordert, konsequenter eine
nachhaltige Waldwirtschaft zu betreiben.
Wie die Naturschutzexpertin des Verbandes Mira Beinert erklärte,
sollte die Bundesregierung das „Internationale Jahr der Wälder“ 2011 zum
Umsteuern in der Waldpolitik nutzen. In ihrer „Schmiedefelder
Erklärung“ forderten die NaturFreunde, Deutschland müsse in der
Waldwirtschaft auch global eine Vorbildfunktion einnehmen und in
internationalen Verhandlungen und Wirtschaftsbeziehungen einer
nachhaltigen Waldpolitik Priorität einräumen.
Qualität und Gesundheitszustand der deutschen Wälder nehmen ab
Mira Beinert erinnerte in diesem Zusammenhang auch an die deutschen
Selbstverpflichtungen aus der Nationalen Biodiversitätsstrategie: etwa
die Ausweitung der natürlichen Waldentwicklung auf fünf Prozent der
Waldflächen und die Zertifizierung von 80 Prozent auf FSC-Standard bis
2020, verbindliche Richtlinien zur Berücksichtigung der
Biodiversitätsziele auch in Privatwäldern einzuführen und die Förderung
des Vertragsnaturschutzes in Privatwäldern auf zehn Prozent der
Waldfläche zu erweitern. Dazu müssten aber noch ein ausgeglichenes
Verhältnis zwischen Waldverjüngung und Wildbesatz – auch durch eine
Reform des Jagdrechts – sowie verstärkte Bemühungen um die Bildung für
nachhaltige Entwicklung für das Kulturgut Wald kommen.
Die NaturFreunde kritisieren, dass Qualität und Gesundheitszustand
der Wälder in Deutschland seit Jahrzehnten abnähmen. Intakte, alte
Wälder seien die Ausnahme, forstwirtschaftlich durchgeplante
Waldparzellen die Regel. Neuaufforstungen mit schnell wachsenden Hölzern
verdrängten langfristig gewachsene Wälder. Gleichzeitig sei weniger
als ein Prozent der deutschen Waldfläche Wildnisfläche, wo der Wald
ohne wirtschaftliche Nutzung sich selbst überlassen werde.
Deutschland fehlen 30 Millionen Kubikmetern Holz bis 2020
Im Internationalen Jahr der Wälder müsse deutlich gemacht werden,
unter welchem extrem starken Druck die deutschen Wälder durch
Schadstoffeintrag, Rohstoffknappheit und einem ungebändigten
Energiehunger stünden. Deutschland sei neben den USA Weltmeister im
Verbrauch von Holz- und Papierprodukten. Nicht zuletzt hierdurch
rechneten Experten mit einer Holzversorgungslücke bis zum Jahre 2020 von
rund 30 Millionen Kubikmetern allein für Deutschland.
Ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung wäre nach den Worten
von Mira Beinert eine konsequent zukunftsfähige Waldstrategie für
Deutschland, die verantwortungsvolle Richtlinien und Maßnahmen von
Politik und Wirtschaft einfordere. Die zurzeit federführend vom
zuständigen Bundeslandwirtschaftsministerium geplante Waldstrategie 2020
müsse deshalb eine nachhaltige Waldwirtschaft ins Zentrum ihrer
Überlegungen und Forderungen stellen.
NaturFreunde bieten Waldwanderungen an
Die NaturFreunde Deutschlands haben ihre Mitglieder aufgerufen, sich
an der Initiative des Bundesamts für Naturschutz „Gemeinsam wandern –
Vielfalt in Wäldern erleben“ zu beteiligen, die sich über einen Zeitraum
vom 14. Mai bis 26. Juni erstreckt.
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NaturFreunde: Auch Sicherheitskommission bekennt: Atomreaktoren nicht sicher
Auch Sicherheitskommission bekennt: Atomreaktoren nicht sicher
NaturFreunde Deutschlands rufen zu Anti-Atom-Protesten am 28. Mai auf
Berlin, 17. Mai 2011 – „Die wichtigste Erkenntnis der Prüfung der
sicherheitstechnischen Auslegung deutscher Atomkraftwerke (AKW) hat das
bestätigt, was wir seit 2001 wussten: Die AKW halten unter anderem
keine terroristischen Flugzeugangriffe aus, sie sind einfach nicht
sicher“, erklärt der Bundesvorsitzende der NaturFreunde Deutschlands
Michael Müller zum heutigen Bericht der Reaktorsicherheitskommission
(RSK) über den Status der deutschen Atomkraftwerke. „Das ernsthafte
Restrisiko der Folgen eines terroristischen Flugzeugangriffs ist mit
dem Grundsatz ‚Sicherheit zuerst‘ unvereinbar. Bundesumweltminister
Röttgen bleibt deshalb unehrlich, wenn er neben den sieben sogenannten
Schrottmeilern nicht auch alle anderen deutschen AKW abschaltet.“
Schon nach dem Attentat auf das World Trade Center hatte die
Bundesregierung geprüft, ob deutsche Atomkraftwerke gegen gezielte
Flugzeugabstürze geschützt sind. Aus Angst, terroristische Aktivitäten
zu fördern, wurde diese Debatte erst weitgehend intern geführt, dann
aber doch öffentlich bekannt. Während die Franzosen damals ihre AKW mit
Flak-Einrichtungen gegen Terroristen schützen wollten, verständigte man
sich in Deutschland auf sogenannte Vernebelungsmaschinen: eine von
Anfang an blödsinnige Idee, denn mit der heutigen GPS-Technologie können
auch AKW punktgenau angeflogen werden. In Schleswig-Holstein wurde
deshalb ernsthaft überlegt, Stahlnetze um Atomanlagen zu spannen.
So
unzureichend die RSK-Prüfung in der kurzen Frist nur sein konnten, so
belegt sie doch das ernsthafte Restrisiko der Folgen eines
terroristischen Flugzeugangriffs, das mit dem Grundsatz „Sicherheit
zuerst“ unvereinbar ist. Bundesumweltminister Röttgen bleibt deshalb
unehrlich, wenn er neben den sieben sogenannten Schrottmeilern nicht
auch alle anderen deutschen AKW abschaltet. Denn kein AKW ist gegen
einen größeren Flugzeugabsturz geschützt, kein AKW ist sicher. Und das
nicht nur in dieser Frage.
Wenn Herr Röttgen selbst nach dem RSK-Bericht einen sofortigen
Ausstieg nicht für nötig hält, darf er den Menschen aber keine
Sicherheit vorgaukeln. Seine Haltung ist eine persönliche Bewertung,
aber kein striktes Prinzip, das sich grundsätzlich an der Sicherheit
orientiert.
Es ist offenkundig so, dass die Bundesregierung auf ein Verblassen
der Eindrücke von Fukushima setzt. Sie hat in der Vergangenheit
verhindert, dass es zum Atomausstieg kam, weil sie sich in
Komplizenschaft mit den großen Atomkonzernen begeben hatte. Nun steckt
sie in der Falle, will aber genau das vertuschen.
Atomkraft Schluss: Anti-Atom-Proteste am 28. Mai in mehr als 20 Städten
Die NaturFreunde Deutschlands rufen zusammen mit vielen Partnern der
Anti-Atom-Bewegung für den 28. Mai zur breiten Teilnahme an den
Anti-Atom-Protesten in bundesweit mehr als 20 Städten auf. Denn die
Bundesregierung will im Juni beschließen, welche Konsequenzen sie aus
dem japanischen GAU zieht – offiziell auch auf Basis des
Sicherheitschecks der deutschen AKW.
Doch tatsächlich wird der öffentliche Druck bestimmen, ob jetzt
endlich Schluss mit der gesamten Atomindustrie ist. Die NaturFreunde
Deutschlands werden mit Zigtausenden Menschen ein kraftvolles Signal an
die Regierung senden. Nach Fukushima gibt es nur noch eine Richtung und
die heißt: Atomkraft Schluss – sofort und endgültig! Die Zukunft
gehört den erneuerbaren Energien, der Energieeffizienz und dem
Energiesparen.
Mehr Informationen zu den Atomkraft-Schluss-Demos: www.kurzlink.de/atomkraft-schluss
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NaturFreunde: Atom-Ethiker fürchten Sicherheits-Logik
Berlin, 13. Mai 2011 – „Die Ethikkommission hat Angst vor
der Logik ihrer eigenen Aussagen“, kommentiert der Bundesvorsitzende
der NaturFreunde Deutschlands Michael Müller die bekannt gewordenen
Empfehlungen der zu den Konsequenzen des japanischen GAU eingesetzten
Kommission. Diese trifft sich am Wochenende zur Abschlussklausur. „Wenn
es um eine Bewertung des ‚Restrisikos‘ geht, dann muss ehrlich gesagt
werden, dass dieses Risiko bei allen Atomkraftwerken besteht und von
daher alle abgeschaltet werden müssen. Die Ethikkommission muss
aufzeigen, dass ein kurzfristiger Ausstieg bis Ende 2014 möglich ist,
aber enorme Kraftanstrengungen erfordert. Sie muss fragen, ob die
Gesellschaft dazu bereit ist“, so Müller.
Zwar nimmt der Bericht der Ethikkommission die unselige Verlängerung
der AKW-Laufzeiten zurück. Auch soll die Trickserei von CDU/CSU und FDP
mit den Atomkonzernen beendet werden, die AKW über die Wahlen zu
bringen und den Atomkonsens von 2001 weiter zu unterlaufen. Dadurch
nämlich sind in der letzten Legislaturperiode nicht vier Atomkraftwerke
vom Netz gegangen – obwohl ursprünglich so vorgesehen.
Doch einen wirklichen Schritt nach vorne hat diese Kommission nicht
gemacht. 2001 gab es nämlich keinen Atomkonsens mit der Gesellschaft,
sondern mit der Atomwirtschaft. Der vorab veröffentlichte Bericht
erfüllt auch nicht den von Herrn Röttgen formulierten Anspruch, dass man
noch mehr aus Fukushima lernen müsse als aus Tschernobyl. Es zeigt
sich: Je weiter der japanische GAU zurückliegt, desto stärker werden die
alten Kräfte wieder.
Wirtschaftliche Macht der Atomkonzerne zwingt Politik zu Kompromissen
Wenn es um eine Bewertung des „Restrisikos“ geht, dann muss ehrlich
gesagt werden, dass dieses Risiko bei allen Atomkraftwerken besteht und
von daher alle abgeschaltet werden müssen. Wenn nicht abgeschaltet
wird, dann wegen der wirtschaftlichen Macht, die vom Atomstrom ausgeht
und die die Politik zu Kompromissen zwingt. Die Politik sollte
wenigstens das zugeben, damit klar ist, um was es hier geht: nicht
allein um eine sachpolitische Entscheidung, sondern immer auch um
wirtschaftliche Macht.
Faktisch erweist sich die Ethikkommission als mutlos, denn ein
schnellerer Ausstieg ist möglich – auch wenn dies mit erheblichen
Anstrengungen, kurzfristigen Problemen für das Klima und regionalen
Engpässen verbunden ist. Die Ethikkommission muss aufzeigen, dass ein
kurzfristiger Ausstieg bis Ende 2014 möglich ist, aber enorme
Kraftanstrengungen erfordert. Sie muss fragen, ob die Gesellschaft dazu
bereit ist. Das tut sie nicht und vergibt so leichtfertig eine Chance.
Atomkraft Schluss: Anti-Atom-Proteste am 28. Mai in mehr als 20 Städten
Die NaturFreunde Deutschlands rufen zusammen mit vielen Partnern der
Anti-Atom-Bewegung für den 28. Mai zur breiten Teilnahme an den
Anti-Atom-Protesten in bundesweit mehr als 20 Städten auf. Denn die
Bundesregierung will im Juni beschließen, welche Konsequenzen sie aus
dem japanischen GAU zieht – offiziell auch auf Basis eines
Sicherheitschecks der deutschen AKW.
Doch tatsächlich wird der öffentliche Druck bestimmen, ob jetzt
endlich Schluss mit der gesamten Atomindustrie ist. Die NaturFreunde
Deutschlands werden mit Zigtausenden Menschen ein kraftvolles Signal an
die Regierung senden. Nach Fukushima gibt es nur noch eine Richtung und
die heißt: Atomkraft Schluss – sofort und endgültig! Die Zukunft
gehört den erneuerbaren Energien, der Energieeffizienz und dem
Energiesparen.
Mehr Informationen zu den Atomkraft-Schluss-Demos: www.kurzlink.de/atomkraft-schluss
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NaturFreunde Deutschlands rufen zu Anti-Atom-Protesten am 28. Mai auf
Europäische AKW-Stresstests: doch nicht „Sicherheit zuerst“?
NaturFreunde Deutschlands rufen zu Anti-Atom-Protesten am 28. Mai auf
Berlin, 4. Mai 2011 – Zu den gestern im ungarischen Gödöllö
vereinbarten Kriterien für einen europäischen AKW-Stresstest erklärt der
Bundesvorsitzende der NaturFreunde Deutschlands Michael Müller:
Nach der tragischen Atomkatastrophe in Fukushima kündigte die
Europäische Kommission vollmundig einen sogenannten Stresstest für alle
AKW in der Europäische Union an. Die Sicherheit der Atomanlagen sollte
hinsichtlich jedes denkbaren Unfalls geprüft werden, inklusive
Naturkatastrophen, Flugzeugabstürze oder terroristische Angriffe. Dabei
war klar, dass ein solcher Test ein deutliches Restrisiko aufzeigen
und sich dann ein brisanter Handlungsbedarf in der europäischen
Energiepolitik ergeben würde.
Die Europäische Kommission ist eingeknickt
Doch scheinbar wollte sich die Atomlobby, zu der durchaus einige
europäische Regierungen gezählt werden müssen, keinem wirklichen Stress
aussetzen: Ihre Kampagnen fruchten, die Europäische Kommission ist
eingeknickt und rudert schon zurück. Denn nach neuen Plänen sollen die
auch in Europa nicht auszuschließenden GAU-Ursachen wie etwa der Absturz
eines Passagierflugzeugs oder ein gezieltes Attentat nicht mehr in den
Stresstest einbezogen werden. Zudem werden die Meiler nicht von
unabhängigen Experten überprüft, sondern von der Atomindustrie selbst.
Tatsache ist nicht nur, dass eine Mehrheit der EU-Staaten in der
Vergangenheit auf Atomkraft gesetzt hat. Manche Länder sind sogar
hochgradig abhängig vom Atomstrom. Sie tun alles, um eine
Verbindlichkeit in Richtung Ausstieg zu verhindern. Mit dem in
Atomfragen geltenden Grundsatz „Sicherheit zuerst“ hat das alles nichts
mehr zu tun.
Jetzt kommt es darauf an, was in Deutschland passiert, ob etwa auch
die Bundesregierung einbricht. Es rächt sich aber bitterlich, dass sie
über Jahrzehnte den Atomausstieg blockiert und auch heute noch kein
Konzept für einen Umbau vorgelegt hat, der diesen Namen tatsächlich
verdient.
Atomkraft Schluss: Anti-Atom-Proteste am 28. Mai in mehr als 20 Städten
Die
NaturFreunde Deutschlands rufen zusammen mit vielen Partnern der
Anti-Atom-Bewegung für den 28. Mai zur breiten Teilnahme an den
Anti-Atom-Protesten in bundesweit mehr als 20 Städten auf. Denn die
Bundesregierung will im Juni beschließen, welche Konsequenzen sie aus
dem japanischen GAU zieht – offiziell auch auf Basis eines
Sicherheitschecks der deutschen AKW.
Doch tatsächlich wird der öffentliche Druck bestimmen, ob jetzt
endlich Schluss mit der gesamten Atomindustrie ist. Die NaturFreunde
Deutschlands werden mit Zigtausenden Menschen ein kraftvolles Signal an
die Regierung senden. Nach Fukushima gibt es nur noch eine Richtung und
die heißt: Atomkraft Schluss – sofort und endgültig! Die Zukunft
gehört den erneuerbaren Energien, der Energieeffizienz und dem
Energiesparen.
Mehr Informationen zu den Atomkraft-Schluss-Demos: www.kurzlink.de/atomkraft-schluss
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NaturFreunde: Ostermärsche: Warum wir gegen die Atomkraft demonstrieren
Ostermärsche: Warum wir gegen die Atomkraft demonstrieren
Forderung nach nuklearer Abrüstung gilt für die militärische und die zivile Nutzung
Berlin, 22. April 2011 – 25 Jahre nach dem GAU von Tschernobyl wird
der Ostermontag zum bundesweiten Tschernobyl-Aktionstag. „Die Nutzung
der Kernkraft begann in unserem Land. Und wir werden alles tun, dass
sie schnell wieder enden wird – in unserem Land und mit dem
erfolgreichen Beispiel dann auch überall. Denn wir haben eine besondere
Verantwortung für den Ausstieg aus dieser lebensfeindlichen Energie,
und das nicht erst nach Hiroshima und Nagasaki, nach Harrisburg,
Tschernobyl und Fukushima“, erklärt der Bundesvorsitzende der
NaturFreunde Deutschlands Michael Müller den besonderen Charakter der
diesjährigen Ostermärsche. Am 25. April 2011 werden an vielen
Standorten von Atomkraftwerken und Atommüll-Zwischenlagern Kundgebungen
und Demonstrationen gegen die Atomkraft organisiert.
Alle Aktionen des Tschernobyl-Aktionstages: www.tschernobyl25.de
Historische und aktuelle Anti-Atom-Fotos der NaturFreunde Deutschlands:
www.kurzlink.de/NFD-1959-Atomtod
www.kurzlink.de/NFD-1982-Frieden
www.kurzlink.de/NFD-2011-Abschalten
Die Atomkraft, „die schwarze Wolke“, wie der Lyriker Erich Fried sie
nannte (siehe unten), ist ein Meister des Todes aus Deutschland. So
charakterisierte Paul Celan unser Land wegen des Holocaust. Die erste
Kernspaltung gelang nach Vorarbeit von Lisa Meitner im Dezember 1938
Otto Hahn und Fritz Strassmann im Berliner Kaiser-Wilhelm-Institut für
Chemie. Sie leitete eine ganz neue Dimension von Gewalt ein, den
atomaren Holocaust. Nicht nur Hiroshima und Nagasaki, auch Tschernobyl
und jetzt Fukushima wurden zu Orten großer politischer und moralischer
Katastrophen.
Wir haben eine besondere Geschichte und eine besondere Verantwortung
Die NaturFreunde, die zu den Hauptorganisatoren der
Anti-Atom-Demonstrationen der letzten Monate gehören, beteiligen sich
seit vielen Jahren auch an den Ostermärschen und werben so für Frieden
und nukleare Abrüstung. Seit den 70er und 80er Jahren ist in Deutschland
der Widerstand gegen Aufrüstung und Atomenergie eng miteinander
verzahnt. Das ist eine Erklärung dafür, warum sich in unserem Land, das
in der zweigeteilten Welt von der Atombombe besonders bedroht war, so
viele Menschen für Abrüsten und Abschalten einsetzen. Wir haben eine
besondere Geschichte und eine besondere Verantwortung, wie Erich Fried
sie beschrieb: „Die Wolke darf gar nicht erst steigen. Und steigt sie,
so hat auch dein Schweigen ihr Gewalt verliehen.“
Eine fatale Mischung aus menschlicher Dummheit und technischem Größenwahn
Die Geschichte der Atomkraft ist eine fatale Mischung aus
menschlicher Dummheit und technischem Größenwahn, aus militärischer
Macht und wirtschaftlichen Interessen. Zusammen mit dem ungarischen
Wissenschaftler Léo Szilárd warnte Albert Einstein bereits im August
1939 in einem Brief an US-Präsident Franklin D. Roosevelt vor einer
„Bombe neuer Zerstörungskraft“. Nach Hitlers Überfall auf Polen begann
dann ein Wettlauf der Besessenen. Bei den einen, um den Krieg zu
gewinnen, bei den anderen, um ihn zu beenden.
Auch um von der furchtbaren Zerstörungskraft der Atombombe
abzulenken, kündigte US-Präsident Dwight D. Eisenhower am 8. Dezember
1953 vor den UN das Programm „Atoms for Peace“ an: „Amerika will
Vereinbarungen, keine Kriege zwischen den Nationen, […] um den Weg zu
finden, mit dem der wundersame Erfindungsreichtum der Menschen nicht dem
Tod gewidmet, sondern dem Leben geweiht wird.“ Tatsächlich steckt in
einem Hühnerei Uran 235 so viel Energie wie in 65 Tanklastern Öl oder
fast 100 Güterwaggons mit je 30 Tonnen Steinkohle.
Deutschland muss die Atomkraftwerke abschalten
Bei diesen Visionen wurden aber die Gefahren verdrängt. Obwohl der
Entsorgungsnachweis für Atommüll eine zentrale Grundlage für die
Genehmigung von Atomkraftwerken ist, wurde er seit mehr als 50 Jahren
nirgendwo erbracht. Und der Größte Anzunehmende Unfall (GAU), die
Kernschmelze, die als „hypothetisches Restrisiko“ abgetan wurde, ist
innerhalb nur eines Vierteljahrhunderts zweimal eingetreten. Ob Atome
für den Krieg oder Atome für den Frieden: An ihrem lebensfeindlichen
Charakter ändert sich nichts.
Jetzt tragen wir die Auseinandersetzung um die Abschaltung der
Atomkraftwerke an die AKW-Standorte und fordern neben der atomaren
Abrüstung auch die Stilllegung aller Atomanlagen – und zwar sofort. Das
ist keine utopische Forderung, sondere eine der politischen Vernunft:
Die alternativen Erzeugungskapazitäten sind da. Und die Umsetzung der
Forderung ist möglich, wenn wir Ausstieg und Umbau miteinander verbinden
und nicht länger darauf setzen, die AKW-Laufzeiten zu verlängern.
Deutschland muss seiner Verantwortung endlich nachkommen und die Atomkraftwerke abschalten.
DIE (SCHWARZE) WOLKE (von Erich Fried)
Eine Wolke zieht über die Zukunft
Eine Wolke so schwarz wie die Nacht
Und wer hat die Wolke geschaffen
Und wer hat sie hergebracht?
Und sagen sie dort „Sozialismus“
Und hier „unsre freie Welt“
Die Wolke hört nicht und fragt nicht
Auf wen ihr Regen fällt
Und willst du noch leben bleiben
Und hast du noch Kinder zuhaus
Dann musst du die Wolke vertreiben
Sonst ists mit dem Leben aus
Die Wolke darf gar nicht erst steigen
Die Wolke darf gar nicht erst ziehen
Und steigt sie, so hat auch dein Schweigen
Ihr Gewalt verliehen
Geht hin wo sie Wolken brauen
Geht hin aber bald muss es sein
Geht hin alle Männer und Frauen
Und wascht euren Himmel rein
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NaturFreunde Stuttgart: Nein zu Stuttgart 21 – Bau- und Vergabestopp muss durchgesetzt werden
Pressemitteilung:
Die
Bezirkskonferenz der Stuttgarter Naturfreunde, die am 26. März 2011 im
Naturfreunde Stadtheim Fuchsrain im Stuttgarter Osten stattfand,
bekräftigte ihre Forderung von 1997, den Stuttgarter Kopfbahnhof zu
erhalten und fordert insbesondere die SPD auf, sich für einen
unverzüglichen Bau- und Vergabestop
einzusetzen.
Die Stuttgarter Naturfreunde unterstützen ferner das Bürgerbegehren,
mit der Forderung die Energie- und Wasserversorgung wieder im kommunale
Verantwortung zurückzuführen, setzen sich aktiv für eine Wende in der
Energiepolitik ein und einen Wechsel zu atomstromfreien Anbietern. Seit
längerem kooperieren die Naturfreunde in Württemberg mit den
Elektrizitätswerken Schönau (EWS) in Schwarzwald.
Neu in den Bezirksvortstand gewählt wurde Judith Vowinkel, Mitglied der SPD-Fraktion im Stuttgarter Gemeinderat.
Die
Bezirkskonferenz vetritt ca. 1900 Stuttgarter Naturfreunde/innen-, die
in 18 Ortsgruppen organisiert sind. Zum Bezirksverband gehören ferner
die Naturfreunde-Skischule, die Naturfreunde Radgruppe, sieben
Naturfreundehäuser in Degerloch/Rosshau, am Killesberg/Steinbergle, am
Büsnauer Rain/Vaihingen, im Fuchsrain/Buchwald, in Aidlingen, auf der
Schwäbischen Alb/Römerstein und im Krummbachtal/Gerlingen.
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Erneuerbar statt atomar – NaturFreunde begrüßen Regierungswechsel in Baden-Württemberg
Berlin, 27. März 2011
Pressemitteilung von Hans-Gerd Marian, Bundesgeschäftsführer der NaturFreunde Deutschlands:
Erneuerbar statt atomar – NaturFreunde begrüßen Regierungswechsel in Baden-Württemberg
Angesichts des bevorstehenden Regierungswechsels in Baden-Württemberg fordern die NaturFreunde den radikalen Umbau von EnBW
Erneuerbar
statt atomar. Das wird jetzt erstmals möglich als neue Konzernpolitik
eines Atomkonzerns in Deutschland. Ausgerechnet eine der letzten
Amtshandlungen des heute gescheiterten baden-württembergischen
Ministerpräsidenten Mappus ermöglicht durch den Einstieg bei EnBW eine
rasche Energiewende in Baden-Württemberg. Durch den so gestiegenen
Einfluss einer neuen Landesregierung wird es möglich, den Atomkonzern
EnBW umzubauen, Serviceleistungen für Energieeinsparung anzubieten, die
Energieeffizienz zu steigern und endlich auch in Baden-Württemberg die
erneuerbaren Energien auszubauen.
„Energieeinsparung und Erneuerbare müssen zum Markenzeichen einer
neuen baden-württembergischen Regierungskoalition werden“, forderte
Michael Müller, Bundesvorsitzender der NaturFreunde Deutschlands in
Berlin. Dort hatten die NaturFreunde Deutschlands gestern mit 120.000
Menschen die größte Anti-Atom-Demonstration der deutschen Geschichte
angemeldet und erstmals in einem Bündnis mit den Gewerkschaften
durchgeführt. Mit Kundgebungen auch in Köln, München und Hamburg hatte
das Anti-Atom-Bündnis mit bundesweit 250.000 Demonstranten für eine
Energiewende geworben.
Die NaturFreunde führen seit Wochen über die Internetseite www.ade-enbw.de eine Kampagne, die auf den Umbau des Energieversorgers mit dem höchsten Atomstromanteil gerichtet ist.
Zur Kampagne der NaturFreunde: www.ade-enbw.de
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NaturFreunde fordern einen europäischen Volksentscheid für den
Atomausstieg und ein Energiekonzept auf Basis der erneuerbaren Energien
NaturFreunde fordern einen europäischen Volksentscheid
für den Atomausstieg und ein Energiekonzept auf Basis der erneuerbaren
Energien
18.3.2011 | Resolution des 28. ordentlichen Bundeskongresses der NaturFreunde Deutschlands vom 18.-20. März in Hannover – einstimmig beschlossen
Fukushima
ist nicht überall, aber schon morgen kann es überall zu einem GAU
kommen. Der 11. März 2011 hat erneut gezeigt, dass die Nutzung der
Nukleartechnologie ein Krieg gegen die Zukunft ist. Die Tragödie in
Japan zeigt, dass selbst Hochtechnologieländer die Hochrisikotechnologie
Atomkraft nicht beherrschen.
Wer nicht für ein schnellstmögliches Ende der Atomkraft plädiert, hat
nicht verstanden, dass diese Technologie aufgrund ihres Schadensumfangs
unverantwortbar ist. Sie setzt das Leben von Millionen Menschen aufs
Spiel, macht die Bewohnbarkeit ganzer Landstriche für Jahrhunderte
unmöglich und schädigte die natürlichen Lebensgrundlagen über
Jahrtausende.
Es reicht nicht, in Deutschland ein paar Schrottreaktoren für drei
Monate vom Netz zu nehmen. ABSCHALTEN ist das Gebot der Stunde. Die acht
unsichersten AKWs sofort und dann alle zwei Monate einen Atommeiler.
Alle Argumente, die von den Lobbyisten für die Atomenergie vorgebracht werden, sind falsch:
> Unser Land kann schon heute auf Atomkraft verzichten, wenn wir die
Möglichkeiten von Einsparen und Energieeffizienz nutzen. Allein der
Ausbau der Kraft-Wärme-Kopplung kann CO2 drastisch reduzieren.
Kohlekraftwerke müssen nicht länger laufen als geplant.
> Bis zum Jahr 2050 ist eine CO2-freie Versorgung mit Strom und
Wärme möglich. Das hat zuletzt der Sachverständigenrat für Umweltfragen
nachgewiesen.
> Die Atomkraft ist kein Beitrag zum Klimaschutz. Sie erschwert
sogar den Umstieg, denn sie rechnet sich nur bei einer hohen
Stromnachfrage und blockiert Innovationen.
> Die Atomenergie ist nur „billiger“ als erneuerbare Energien,
weil sie massiv subventioniert wurde, notwendige Nachrüstungen in die
Sicherheit unterbleiben und die Folgekosten nicht eingerechnet wurden.
> Die Atomkraftwerke sind auch deshalb unwirtschaftlich, weil sie
nicht reguliert werden können. Sie stehen deshalb in einem prinzipiellen
Widerspruch zu einer flexiblen und dezentralen Energieversorgung der
Zukunft.
„Deutschland hat die sichersten Atomkraftwerke der Welt“ behauptet
die Bundeskanzlerin noch immer im Bundestag. Woher weiß sie das? Von
ihren Freunden bei E.ON, RWE, EnBW oder Vattenfall? Hat ihr das Stefan
Mappus geflüstert, der sich bei EnBW zugleich als Atomkonzernchef
versucht und die Atomaufsicht über das eigene Unternehmen wahrnimmt?
Hat nicht auch der japanische Premier noch bis letzte Woche
behauptet, Japan betreibe die sichersten Atomkraftwerke der Welt?
Tatsächlich gibt es nicht nur in der Rhetorik bemerkenswerte Parallelen
zwischen deutschen und japanischen Atomkraftwerken. Wir müssen diesen
Wahnsinn generell beenden. Dafür treten die NaturFreunde als eine
internationalistische Organisation ein.
In Frankreich steht das AKW Fessenheim in einem Erdbebengebiet,
Siemens bemüht sich um einen Auftrag der Türkei, in dortigen
Erdbebengebieten neue Atomkraftwerke zu errichten. In Bulgarien steht
das AKW Belene in einer seismisch aktiven Region. Atomunfälle sind von
Tricastin über Krümmel bis Sellafield auch in Europa die Regel, wenn
auch bisher nicht mit einer Kernschmelze. Wollen wir tatsächlich warten,
bis es zu einer solchen Katastrophe kommt? Lernen wir immer erst, wenn
es zu spät ist?
Doch nicht nur bei Unfällen, auch im Regelbetrieb sind deutsche
Atommeiler eine Gefahr für die Menschen: Verschiedene Studien, selbst
Studien im Auftrag der Bundesregierung belegen, dass Männer, Frauen und
Kinder in der Nähe von AKWs überdurchschnittlich häufig an Krebs
erkranken und auch sterben. Verantwortlich Handeln heißt: Abschalten!
Europa hat sich im EURATOM-Vertrag der Regierungen zur Förderung der
Atomkraft verpflichtet. Die Bürgerinnen und Bürger sind nicht gefragt
worden. Das wollen wir ändern.
Die
NaturFreunde fordern statt des EURATOM-Vertrages ein europäisches
Konzept zur Förderung von Energieeffizienz und erneuerbaren Energien und
zum Ausstieg aus der Atomtechnologie. Dazu wäre eine europäische
Volksinitiative ein erster Schritt. Denn es ist klar, dass wir es mit
knallharten Profitinteressen im Machtkartell der Atomkonzerne zu tun
haben. Dagegen setzen wir eine starke Bewegung.
Kein Regierungsbesuch im Ausland findet statt, ohne dass Merkel oder
Sarkozy nicht auch die Atomlobbyisten mit im Flugzeug hätten. In
Deutschlands Atomaufsicht wurde der Bock zum Gärtner gemacht. Gerald
Hennenhöfer, der für die Atomkonzerne über den schrittweisen
Atomausstieg mit der Regierung Schröder verhandelt hat, ist heute der
höchste Beamte für Reaktorsicherheit bei Bundesminister Röttgen.
Will Siemens Atomtechnologie nach Brasilien liefern, dann verschafft
dem deutschen Konzern die schwarz-gelbe Bundesregierung prompt eine
Exportbürgschaft. Die Durchsetzung der Politik mit Atomlobbyisten muss
ein Ende haben. Die NaturFreunde fordern ein Exportverbot für
Atomtechnologie und eine Ächtung der Atomtechnologie in der deutschen
Verfassung nach dem Vorbild Österreichs.
Der Exportweltmeister Deutschland macht auch beim Strom seinem Ruf
alle Ehre: Allein in 2010 wurden so viel Strom exportiert, wie die acht
ältesten Atomkraftwerke produzieren. Sogar Regierungsstudien belegen,
dass bei einem mindestens gleichbleibenden Ausbau der erneuerbaren
Energien, einer steigenden Energieeffizienz sowie intelligentem
Energiesparen bis spätestens 2015 Atomkraft in Deutschland verzichtbar
ist.
Angela Merkels Moratorium ist mehr der baden-württembergischen
Landtagswahl gewidmet denn einer Umkehr in der Atompolitik. Der
demokratische Druck auf die Regierung muss verstärkt werden.
Deshalb rufen die NaturFreunde zusammen mit vielen Bündnispartnern zu
Massenkundgebungen unter dem Motto ABSCHALTEN am 26.03.2011 in Berlin,
Hamburg, Köln, München und weiteren Städten auf. Der Respekt vor den
Opfern in Japan verlangt jetzt von uns, keine Ruhe mehr zu geben.
Japan ist das einzige Land, das sowohl von der militärischen wie der
zivilen Gewalt der Atomkraft getroffen wurde. Der Bundeskongress der
NaturFreunde in Hannover verneigt sich vor den Opfern der
Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki und der Atomkatastrophen in
Fukushima und Tschernobyl.
Wir danken Herrn Prof. em. Dr. Hideto Sotobayashi, der als
16-jähriger Schüler in Hiroshima den Atombombenabwurf erlebte, für seine
Bereitschaft, zu unserem Kongress zu sprechen.
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NaturFreunde erwarten größte Anti-Atom-Demonstration in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschlands
NaturFreunde erwarten größte Anti-Atom-Demonstration in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschlands
Berlin,
25. März 2011 – Mit den vier Großkundgebungen am morgigen Samstag in
Berlin, Hamburg, Köln und München, die ein sofortiges Abschalten aller
AKWS fordern, erwarten die NaturFreunde Deutschlands die größte
Anti-Atom-Demonstration in der Geschichte der Bundesrepublik. Für Berlin
kündigten mittlerweile auch Touristen aus dem Ausland ihre Teilnahme an
der von den NaturFreunden angemeldeten Großkundgebung an.
Hans-Gerd Marian, Bundesgeschäftsführer der NaturFreunde, sieht den
nächsten notwendigen Schritt der Anti-Atom-Bewegung in der Begründung
einer europäischen Volksinitiative, die in einem europäischen
Volksentscheid gegen die Atomkraft münden könnte. Er begrüßte zudem den
Vorschlag der österreichischen Regierung zu einem Aktionsplan für den
Atomausstieg der EU.
Dass selbst der österreichische Bundeskanzler Faymann nun von den
„Lügen der Atomlobby“ spreche, zeige, dass auch bei Regierungschefs
Lernfähigkeit bestehe. Es gebe in Europa nicht nur die Brüderles und die
Merkels.
www.anti-atom-demo.de
http://www.kurzlink.de/Anti-Atom-Demo-Maerz
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Kommentieren Sie diesen Standpunkt hier: www.blog.naturfreunde.de
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Pressevorgespräch zur Anti-Atom-Demonstrationen am 26. März in Berlin
Gemeinsame Einladung von NFD und BUND für TV, Presse, Radio und andere Medien in Berlin
„Abschalten statt Aussitzen, Frau Merkel!“
Pressevorgespräch zur Anti-Atom-Demonstrationen am 26. März in Berlin (auch Hamburg, Köln und München)
Sehr geehrte Damen und Herren,
unter
dem Motto „Abschalten statt Aussitzen, Frau Merkel! Alle Atomkraftwerke
sofort stilllegen“, werden am kommenden Samstag, dem 26. März, in vier
deutschen Städten Großdemonstrationen stattfinden. Die Demonstranten
werden ein deutliches Zeichen gegen die Atomkraft setzen und
entschlossen und fantasievoll den sofortigen Atomausstieg in Deutschland
fordern.
Für Ihre Berichterstattung über das Großereignis in Berlin laden wir zu Sie zu einem Pressevorgespräch ein:
Wann: Donnerstag, den 24.3.2011 um 11:00 Uhr
Wo: DNR, Marienstr. 19, 10117 Berlin-Mitte, Klingel 101, 1. Etage, Besprechungsraum
Über den letzten Stand informiert werden Sie von
· Uwe Hiksch
Anmelder der Anti-Atom-Demonstration in Berlin und Mitglied des Bundesvorstands der NaturFreunde Deutschlands
· Thorben Becker
Atomexperte des Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland (BUND)
Einige wichtige Informationen finden Sie hier schon vorab:
Ab 11:00 Uhr versammeln sich am Potsdamer Platz die Teilnehmer. Erwartet werden mehrere Zehntausend Menschen.
Um 12:00 Uhr startet der Demonstrationszug zur Straße des 17. Juni,
wo um 14:00 Uhr eine Kundgebung vorgesehen ist mit den Hauptrednern:
· Hubert Weiger, Vorsitzender des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND)
· Michael Sommer, DGB-Bundesvorsitzender
· Michael Müller, Vorsitzender der NaturFreunde Deutschlands
· Luise Neumann-Cosel, Sprecherin der Anti-Atom-Initiative X-tausendmal quer
Um 14:15 Uhr wird mit einer Schweigeminute den Menschen in Japan gedacht.
Zum Abschluss spielen „Wir sind Helden“, die „Kleingeldprinzessin“, „Mono & Nikitaman“.
Zur Berichterstattung laden wir Sie herzlich ein.
Weitere Informationen über die Großdemonstrationen unter:
www.anti-atom-demo.de
Pressekontakte:
> Uwe Hiksch, NaturFreunde Deutschlands (NFD),
Bundesvorstandsmitglied und Anmelder der Demonstration in Berlin; Tel.:
(0176) 62 01 59 02
> Thorben Becker, Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland (BUND), Atomexperte; Tel.: (0173) 607 16 03
> Almut Gaude, BUND, Pressereferentin; Tel. (030) 27 58 64 64, Mobil: (0163) 607 90 90
> Samuel Lehmberg, NFD, Kommunikationsreferent; Tel. (030) 29 77 32 65, Mobil: (0177) 602 79 81
Die NaturFreunde Deutschlands: traditionell gegen die Atomkraft
Die NaturFreunde Deutschlands – Verband für Umweltschutz, sanften
Tourismus, Sport und Kultur e.V. kämpfen seit Jahrzehnten gegen die
Nutzung der Atomenergie. Ein erster Beschluss gegen die Nutzung der
Atomtechnologie wurde bereits im Jahr 1968 gefasst und ging zurück auf
den Physiker, Politiker und „Vater der Anti-Atomenergie-Bewegung“ Dr.
Karl Bechert. Aktuelle Anti-Atom-Kampagnen der NaturFreunde sind „Mal
richtig abschalten!“ und „Ade EnBW!“
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Anti-Atom-Großdemonstrationen am 26. März in vier Städten
Anti-Atom-Großdemonstrationen am 26. März in vier Städten
„Fukushima mahnt: Alle Atomkraftwerke abschalten!“
Berlin, 22. März 2011 – Gemeinsame Pressemitteilung von AG Schacht
Konrad, Attac Deutschland, .ausgestrahlt – Gemeinsam gegen Atomenergie,
Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland (BUND), Campact, contrAtom,
NaturFreunde Deutschlands, Netzwerk Friedenskooperative und Robin Wood:
Seit
der Atomkatastrophe in Japan nimmt der Protest gegen den Weiterbetrieb
der Atomanlagen in Deutschland täglich zu. Mahnwachen der
Anti-Atom-Bewegung fanden am Montag an über 700 Orten statt. Sehr viele
Menschen gehen jetzt auf die Straße und demonstrierten für den
Atomausstieg. Sie glauben weder den Beschwichtigungsversuchen der
Regierung noch deren hilflosen Erklärungen von einer „neuen Lage“. Das
breite Anti-Atom-Bündnis erklärt: „Die Gefahren der Atomkraft sind seit
langem bekannt. Wir brauchen jetzt kein Moratorium, was wir brauchen ist
das endgültige Abschalten aller Atomkraftwerke.“
Für den 26. März rufen deshalb Anti-Atom-Initiativen, Umweltverbände,
globalisierungskritische und friedenspolitische Organisationen
bundesweit zu vier zentralen Großdemontrationen auf. Die Vorbereitungen
laufen auf Hochtouren. In Berlin, Hamburg, Köln und München werden
zeitgleich Kundgebungen unter dem Motto „Fukushima mahnt: Alle
Atomkraftwerke abschalten!“ stattfinden. Viele gesellschaftliche Gruppen
unterstützen, mobilisieren und werden teilnehmen: Gewerkschaften,
Bürgerinitiativen, Kirchen, Vertreterinnen und Vertreter der Kommunen
und politischen Parteien. Und aus der ganzen Bundesrepublik planen jetzt
Zigtausende am 26.3 in diese vier Städte zu kommen.
Zahlreiche Künstlerinnen und Künstler haben spontan zugesagt, bei den
Kundgebungen aufzutreten. Unter anderem sind dabei: in Hamburg die
Musikband „Die Sterne“ und das Kabarettistenduo „Alma Hoppe“. In München
tritt der Kabarettist Urban Priol und die Band „The Notwist“ auf. Für
Köln haben die Musiker von „Klee“, Wolf Maahn, Klaus der Geiger samt
Orchester sowie der Kabarettist Wilfried Schmickler zugesagt. Und in
Berlin sind „Mono und Nikitaman“, die Liedermacherin „Dota, die
Kleingeldprinzessin“ sowie die Berliner Band „Wir sind Helden“ dabei.
Das Anti-Atom-Bündnis ruft die Bevölkerung bundesweit auf, am 26.3.
nach Berlin, Hamburg, Köln und München zu fahren: „Gemeinsam sagen wir
mit diesen zentralen Demonstrationen laut und eindeutig: Wir fordern das
Abschalten aller Atomkraftwerke jetzt!“
Nähere Informationen zur den vier Großdemonstrationen: www.anti-atom-demo.de
Rückfragen bitte an:
> Uwe Hiksch, Bundesvorstand NaturFreunde Deutschlands: Tel.: (0176) 62 01 59 02
> Jochen Stay, Sprecher von .ausgestrahlt: Tel.: (0170) 935 87 59
> Eberhard Heise, Attac-Koordinierungskreis: Tel.: (0175) 6 7 8 4 55
> Thorben Becker, BUND-Atomexperte, Tel.: (0173) 607 16 03
> Christoph Bautz, Campact-Geschäftsführer, Tel.: (0163) 595 75 93
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NaturFreunde fordern naturverträgliche Waldpolitik
NaturFreunde fordern naturverträgliche Waldpolitik
Wälder sind keine Kulisse für wirtschaftliche Interessen weniger Industriezweige
Berlin, 21. März 2011 – Anlässlich des heutigen Internationalen Tag
des Waldes erklärt Mira Beinert, Bundesfachgruppenleiterin für Natur-
und Umweltschutz der NaturFreunde Deutschlands:
Aufgrund
einer verfehlten Waldpolitik steht der Wald in Deutschland heute am
Rande seiner Belastbarkeit. Das deutsche Waldkulturerbe wird tagtäglich
energie- und klimapolitischen Notwendigkeiten geopfert.
Der Wald in Deutschland leidet an einer übersteigerten Holznachfrage
als Energie- und Rohstofflieferant, einer erhöhte Anfälligkeit durch den
Klimawandel, saurem Luftschadstoffeintrag und einem wachsenden Druck
durch Nutzungsänderungen für Infrastrukturmaßnahmen und Landwirtschaft.
Obwohl in der Summe die Waldfläche in Deutschland in den vergangenen
Jahren zugenommen hat und ein Drittel der deutschen Landesfläche
bewaldet ist, nehmen Qualität und Gesundheitszustand der Wälder in
Deutschland seit Jahrzehnten ab. Intakte, alte Wälder sind in
Deutschland die Ausnahme, forstwirtschaftlich durchgeplante
Waldparzellen die Regel. Neuaufforstungen mit schnell wachsenden Hölzern
verdrängen langfristig gewachsene Wälder. Gleichzeitig ist weniger als
ein Prozent der bundesdeutschen Waldfläche Wildnisfläche, wo der Wald
nicht genutzt und sich selbst überlassen wird.
Im Internationalen Jahr der Wälder 2011 sind die Wälder Deutschlands
durch Rohstoffknappheit und Energiehunger extrem stark unter Druck
gesetzt. Deutschland ist neben den USA Weltmeister im Verbrauch von
Holz- und Papierprodukten. Experten rechnen mit einer
Holzversorgungslücke bis zum Jahr 2020 von rund 30 Millionen Kubikmetern
allein für Deutschland.
Der Wald in Deutschland kann seine vielfältigen Funktionen auch in
Zukunft nur erfüllen, wenn auf der gesamten deutschen Waldfläche eine
nachhaltige Waldbewirtschaftung oberste Priorität hat. Die von
Bundeslandwirtschaftsministerium geplante Waldstrategie 2020 ist ein
Irrtum auf dem Weg zu einer zukunftsgerechten, nachhaltigen Waldpolitik.
Eine Waldstrategie, die den deutschen Wald als Rohstofflager
degradiert, schützt nicht das deutsche Waldkulturerbe sondern plündert
die Wälder in Deutschland für kurzfristige Interessen.
Die NaturFreunde Deutschlands fordern die Bundesregierung daher auf,
sich an die Selbstverpflichtungen aus der nationalen
Biodiversitätsstrategie zu halten und die geplante Waldstrategie 2020
dahingehend zu überarbeiten.
In Deutschland müssen Wälder mit natürlicher Waldentwicklung von
heute weniger als ein Prozent auf fünf Prozent der deutschen Waldfläche
erweitert werden. Standortheimische Arten sollten Vorrang vor schnell
wachsenden Baumarten wie Roteiche oder Douglasie haben. Zum
großflächigen Erhalt der Buchenwälder in Deutschland sollten neue
Schutzgebiete wie etwa der Nationalpark Steigerwald ausgewiesen werden.
Die NaturFreunde Deutschlands fordern die Bundesregierung auf, sich
ihrer Verantwortung für die Wälder in Deutschland zu stellen und
konsequent eine nachhaltige Waldpolitik zu betreiben. Die Wälder müssen
auch in Zukunft für alle Menschen ein faszinierender Naturraum bleiben
und nicht als Kulisse für die Wirtschaftsinteressen einiger weniger
Industriezweige dienen.
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NaturFreunde: Die Dreistigkeit der Atomhardliner
Die Dreistigkeit der Atomhardliner
NaturFreunde Deutschlands rufen zu Anti-Atom-Protesten am 26. März auf
Berlin,
21. März 2011 – Die Aussagen des Vorsitzenden der
CDU/CSU-Bundestagsfraktion Volker Kauder im heutigen ZDF-Morgenmagazin
kritisiert Michael Müller, Bundesvorsitzender der NaturFreunde
Deutschlands und ehemaliger Parlamentarischer Staatssekretär im
Bundesumweltministerium: „Atomhardliner Kauder verbiegt die Wahrheit.
Denn ohne Schwarz-Gelb wären in der letzten Legislaturperiode vier AKWs
und in dieser drei weitere vom Netz gegangen – und nicht nur das AKW
Neckarwestheim, wie die Atomlobbyisten jetzt immer wieder behaupten!“
Wer erinnert sich nicht? Noch vor weniger Tagen gab sich der
Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion Volker Kauder als
Atomhardliner. Bei einem Gespräch mit den Umweltverbänden ließ er
Kritiker erst gar nicht zu Wort kommen. „Darüber ist mit mir nicht zu
sprechen“, so Kauder.
Aus Angst vor der Landtagswahl in Baden-Württemberg behauptete Herr
Kauder nun im ZDF-Morgenmagazin das genaue Gegenteil. Kauder, dem die
Verlängerung der AKW-Laufzeiten gar nicht lang genug sein konnte, will
nichts mehr von seinen Aussagen wissen.
Einfach das Gegenteil behaupten und die Atomkritiker auch noch
angreifen, das ist seine Methode. So wie bei Bundeskanzlerin Angela
Merkel. Sie sind die wahren Panikmacher in unserem Land.
Panikmacher reden an der Wahrheit vorbei
Und
sie reden an der Wahrheit vorbei. Ihre These ist: Würde der alte
Rechtszustand noch bestehen, wäre jetzt nur das AKW Neckarwestheim
abgeschaltet worden. Tatsächlich wären ohne Schwarz-Gelb aber in der
letzten Legislaturperiode vier AKWs und jetzt drei weitere vom Netz
gegangen. Doch die Atomkonzerne EnBW, E.ON, RWE und Vattenfall
tricksten. In der Hoffnung auf neue politische Mehrheiten und die
Zusagen von Union und FDP wurden die AKWs heruntergefahren oder
zeitweilig still gelegt, um über den Wahltermin zu kommen. Dass Herr
Kauder sich nun hinstellt und die Initiatoren des Ausstiegs kritisiert,
verbiegt die Wahrheit.
Wenn sich die Haltung der Union zur Atomenergie tatsächlich geändert
hätte, dann müsste sie zuerst auf mehr Ehrlichkeit in der Atomfrage
setzen. Doch nichts davon bei Herrn Kauder und Frau Merkel. Kein Wunder,
dass die Bürgerinnen und Bürger das Vertrauen in die Glaubwürdigkeit
der Politik verlieren.
Fukushima mahnt: Anti-Atom-Proteste am 26. März
Die NaturFreunde Deutschlands rufen zusammen mit vielen Partnern der
Anti-Atom-Bewegung für den 26. März zu Massenkundgebungen in Berlin,
Köln, Hamburg und München auf und haben dafür die Demonstration in
Berlin angemeldet. Der Respekt vor den Opfern in Japan verlangt jetzt
von uns allen, keine Ruhe mehr zu geben, bis das letzte Atomkraftwerk
abgeschaltet ist.
Mehr Informationen zu den Massenprotesten: www.kurzlink.de/Anti-Atom-Demo-Maerz
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Fukushima mahnt: Alle AKW abschalten! Jetzt!
Fukushima mahnt: Alle AKW abschalten! Jetzt!
26.3.2011 | Großdemonstrationen in Berlin, Hamburg, Köln und München
Die NaturFreunde Deutschlands rufen zusammen mit vielen Partnern der
Anti-Atom-Bewegung für den 26. März zu Massenkundgebungen in Berlin,
Köln, Hamburg und München auf und haben dafür die Demonstration in
Berlin angemeldet. Der Respekt vor den Opfern in Japan verlangt jetzt
von uns allen, keine Ruhe mehr zu geben, bis das letzte Atomkraftwerk
abgeschaltet ist. Informieren Sie Ihre Familie, Ihre Freunde und Ihre
Bekannten – und demonstrieren Sie mit für eine Zukunft ohne die
menschenverachtende Atomkraft!
Die Ereignisse in Japan machen uns betroffen und fassungslos, das
Leid der Menschen ist schrecklich. Die Reaktorkatastrophe in Fukushima
hat wieder einmal auf erschütternde Weise deutlich gemacht: Es gibt
keinen Schutz vor dem nuklearen Restrisiko – die Natur hält sich nicht
an Berechnungen. Technik oder Menschen können auch in hochentwickelten
Ländern versagen.
Unter dem Eindruck der Reaktorkatastrophe von Fukushima sagen wir
deutlich: Wir können uns das Risiko einer nuklearen Katastrophe nicht
länger leisten!
Vor wenigen Monaten hat die Bundesregierung eine Laufzeitverlängerung
aller AKW beschlossen. Nun rudert sie ein Stückchen zurück: Der Betrieb
der sieben ältesten deutschen Atomkraftwerke soll für drei Monate
ausgesetzt werden. Doch das reicht nicht. Alle AKW müssen sofort
stillgelegt werden – und zwar endgültig!
Die NaturFreunde fordern: Weg mit der Risikotechnologie Atomkraft –
hin zu erneuerbaren Energien, Energie sparen und Energieeffizienz!
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NaturFreunde fordern einen europäischen Volksentscheid für den Atomausstieg
NaturFreunde fordern einen europäischen Volksentscheid für den Atomausstieg und ein nachhaltiges europäisches Energiekonzept
28. NaturFreunde-Bundeskongress in Hannover ruft auf zur Teilnahme an
den Massenprotesten gegen die Atomkraft am 26. März in Berlin, Hamburg,
Köln und München
Hannover, 18. März 2011 – Der heute begonnene 28. Bundeskongress der
NaturFreunde Deutschlands in Hannover hat in einer Resolution einen
europäischen Volksentscheid für den Atomausstieg und ein Energiekonzept
auf Basis der erneuerbaren Energien gefordert. Auch fordern die
NaturFreunde ein Exportverbot für Atomtechnologie und eine Ächtung der
Atomtechnologie in der deutschen Verfassung nach dem Vorbild
Österreichs. Zudem rufen die NaturFreunde zur Teilnahme an den
Anti-Atom-Kundgebungen am 26. März auf und haben die Großdemonstration
in Berlin angemeldet. Am Samstag werden unter anderem der
SPD-Bundesvorsitzende Sigmar Gabriel und der Hiroshima-Überlebende
Hideto Sotobayashi zu den Delegierten sprechen.
Vollständige Resolution der NaturFreunde Deutschlands: www.bundeskongress.naturfreunde.de
„Der Respekt vor den Opfern in Japan verlange jetzt von uns, keine
Ruhe mehr zu geben“, erklärte der Bundesvorsitzende der NaturFreunde
Deutschlands Michael Müller. Bundeskanzlerin Angela Merkels Moratorium
sei mehr der baden-württembergischen Landtagswahl gewidmet denn einer
echten Umkehr in der Atompolitik. Der demokratische Druck auf die
Regierung müsse unbedingt weiter verstärkt werden.
Dass ein besseres Leben ohne Atomkraft möglich ist, wird Michael
Müller heute in seinem Referat ab 14:30 Uhr darlegen. Er stellt die
Frage nach Wachstum oder Nachhaltigkeit. Das ist auch das Leitthema des
28. NaturFreunde-Bundeskongresses, der ganz im Zeichen der
Reaktorkatastrophe im japanischen Fukushima steht und noch bis zum 20.
März andauert.
Die NaturFreunde Deutschlands rufen zusammen mit vielen Partnern der
Anti-Atom-Bewegung für den 26. März zu Massenkundgebungen in Berlin,
Köln, Hamburg und München auf und haben die Demonstration in Berlin
angemeldet. Fukushima mahne eindringlich: Alle AKW abschalten! Jetzt!
Denn Fukushima sei zwar nicht überall, doch schon morgen könne überall
ein GAU sein. Der 11. März habe erneut gezeigt, dass die Nutzung der
Atomkraft ein Krieg gegen die Zukunft sei.
Beginn der Großdemonstration in Berlin um 12:00 Uhr am Potsdamer Platz: www.abschalten.naturfreunde.de
Zu den rund 200 Delegierten und ihren Gästen aus Politik und
Gesellschaft sprechen dann am Samstag unter anderem der
SPD-Bundesvorsitzende Sigmar Gabriel (11.30 Uhr) und der
Hiroshima-Überlebende und emeritierter Professor für physikalische
Chemie Hideto Sotobayashi (14:00 Uhr)
Seit 1895: die NaturFreunde (www.naturfreunde.de)
Die NaturFreunde Deutschlands sind ein Verband für nachhaltige
Entwicklung. Der Verband befasst sich mit sozial-, wirtschafts- und
kulturpolitischen sowie naturschutz- und umweltpolitischen Fragen und
nimmt zu ihnen öffentlich Stellung. Die NaturFreunde sind den Idealen
des demokratischen Sozialismus verpflichtet.
Allein in Deutschland engagieren sich rund 75.000 Mitglieder in mehr
als 650 Ortsgruppen für Klima- und Umweltschutz, Freizeit und
Naherholung, Natursport, Kultur- und Heimatkunde, Projekte und Politik.
Die NaturFreunde tragen dazu bei, dass sich die Menschen ihrer
Einbindung in die soziale und natürliche Umwelt bewusst werden und
erkennen, dass sie nur dadurch in sozialer Gerechtigkeit und in Frieden
leben und sich entwickeln können. Schon seit mehr als 60 Jahren lehnen
die NaturFreunde die Nutzung der Atomkraft kategorisch ab.
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NaturFreunde: Erster Kongress eines Umweltverbandes nach japanischem GAU
Erster Kongress eines Umweltverbandes nach japanischem GAU
28. Bundeskongress der NaturFreunde Deutschlands mit Gastredner Sigmar Gabriel
Berlin/Hannover,
16. März 2011 – Es ist ein trauriger Zufall, dass der 28.
Bundeskongress der NaturFreunde Deutschlands die erste große
Mitgliederversammlung eines Umweltverbandes nach der Reaktorkatastrophe
in Fukushima darstellt. Das höchste Gremium der NaturFreunde
Deutschlands wird sich auch mit der sich immer weiter zuspitzende
Katastrophe im japanischen Atomkraftwerk und besonders dem Leid der
Menschen vor Ort beschäftigen. Der 28. Bundeskongress des Verbandes für
Umweltschutz, sanften Tourismus, Sport und Kultur tagt vom 18.– 20. März
2011 im Wienecke XI. Hotel Hannover. Unter anderem wird der
SPD-Parteivorsitzende Sigmar Gabriel als Gastredner erwartet.
Aktuelle Informationen zum Bundeskongress der NaturFreunde Deutschlands: www.bundekongress.naturfreunde.de
„Der japanische GAU zeigt uns allen: Das Undenkbare kann immer wieder
geschehen, selbst in einem hoch technisierten Land wie Japan. Die
Atomtechnologie ist einfach nicht zu verantworten“, so der
Bundesvorsitzende der NaturFreunde Deutschlands Michael Müller. „Diese
Erkenntnis ist nicht neu, aber sie hat sich noch nie so dramatisch
gestellt wie heute.“
„Wir wollen, dass alle Reaktoren in Deutschland abgeschaltet werden
und wir fordern die Bundesregierung auf, den EURATOM-Vertrag zu
kündigen. Wir werden keine Ruhe mehr geben, bis wir unsere Ziele
erreicht haben“, erklärte Hans-Gerd Marian, Bundesgeschäftsführer der
NaturFreunde Deutschlands. „Natürlich werden wir auch unseren
Bundeskongress nutzen, um den Druck auf die Förderer der Atompolitik
weiter zu erhöhen.“
Die NaturFreunde Deutschlands sind die Organisation, die am längsten
gegen die Nutzung der Atomtechnologie Stellung bezogen hat. Ein erster
Beschluss wurde bereits im Jahr 1968 gefasst und ging zurück auf den
Physiker, Politiker und „Vater der Anti-Atomenergie-Bewegung“ Dr. Karl
Bechert. Die traditionell ablehnende Position der NaturFreunde zur
Atomenergie bekräftigt nun auch ein weiterer Antrag, der sich nicht nur
auf die Forderung nach der Abschaltung der Atomkraftwerke beschränkt,
sondern besonders die Bevölkerung dazu aufruft, den eigenen Strom nicht
mehr von einem der vier großen Atom-Konzerne zu beziehen, sondern ganz
auf erneuerbare Energien zu setzen. Schließlich steige das
Atomunfallrisiko kontinuierlich, der Atommüll strahle unbegrenzt, die
Atomkraft schütze das Klima nicht, es gebe keine Stromlücke und der
Strom werde durch Atomkraft auch nicht günstiger, heißt es im
entsprechenden Antrag.
„Die japanische Katastrophe ist schrecklich. Sie zeigt den Menschen
aber auch, wohin es führt, wenn sich alles nur noch um das Goldene Kalb
‚Wachstum’ dreht“, mahnte Michael Müller. „Es ist eben kein Fortschritt,
wenn zwar der Strom billig ist, aber dafür Menschenleben gefährdet und
ganze Landstriche auf Generationen hinaus unbewohnbar werden.“
Über das Kongressthema „Wachstum oder Nachhaltigkeit – ein besseres
Leben ist möglich!“ werden die rund 120 Delegierten und weitere Gäste
unter anderem mit dem SPD-Vorsitzenden Sigmar Gabriel diskutieren. Über
die Herausforderungen des Wachstums wird dann der Politologe Prof. Dr.
Elmar Altvater referieren, während etwa Wolfgang Ehmke von der
Bürgerinitiative Lüchow-Dannenberg auch über die Herausforderung eines
Atommüllendlagers vor der eigenen Haustür berichten wird.
Zudem werden sich Manfred Pils, Präsident der NaturFreunde
Internationale, Wilhelm Schmidt, Vorsitzender des Präsidiums des
AWO-Bundesverbandes, Hans-Heinrich Sander, Minister für Umwelt und
Klimaschutz in Niedersachsen, Hartmut Tölle, DGB-Vorsitzender in
Niedersachsen und Stephan Weil, Oberbürgermeister der Stadt Hannover, an
die Delegierten wenden.
Die Anträge des 28. Bundeskongresses beschäftigen sich mit den
Themenbereichen „Finanz, Wirtschafts- und Sozialpolitik“,
„Nachhaltigkeit, Energie und Klimawandel“, „Friedenspolitik“,
„Naturschutz, Umwelt und Sanfter Tourismus“, „Anträge zur Organisation“
sowie „Landwirtschaft und Gentechnik“. Der Bundeskongress der
NaturFreunde Deutschlands findet alle drei Jahre an wechselnden Orten
statt.
Bundespressekonferenz | aktueller Hinweis:
Wegen der aktuellen Atomdebatte hat die Bundespressekonferenz für den
morgigen Donnerstag, 10:00 Uhr, die Vorsitzenden der NaturFreunde
Deutschlands (NFD) Michael Müller, des Bundes für Natur- und
Umweltschutz Deutschland (BUND) Hubert Weiger und des Deutschen
Naturschutzrings (DNR) Hubert Weinzierl in die Bundespressekonferenz
eingeladen.
Seit 1895: die NaturFreunde (www.naturfreunde.de)
Die NaturFreunde Deutschlands sind ein Verband für nachhaltige
Entwicklung. Der Verband befasst sich mit sozial-, wirtschafts- und
kulturpolitischen sowie naturschutz- und umweltpolitischen Fragen und
nimmt zu ihnen öffentlich Stellung. Die NaturFreunde sind den Idealen
des demokratischen Sozialismus verpflichtet.
Allein in Deutschland engagieren sich rund 75.000 Mitglieder in mehr
als 650 Ortsgruppen für Klima- und Umweltschutz, Freizeit und
Naherholung, Natursport, Kultur- und Heimatkunde, Projekte und Politik.
Die NaturFreunde tragen dazu bei, dass sich die Menschen ihrer
Einbindung in die soziale und natürliche Umwelt bewusst werden und
erkennen, dass sie nur dadurch in sozialer Gerechtigkeit und in Frieden
leben und sich entwickeln können.
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Naturfreunde Internationale: Naturfreunde fordern raschen Ausstieg aus der Atomenergie
Presseaussendung | Naturfreunde Internationale
Naturfreunde fordern raschen Ausstieg aus der Atomenergie
Wien, 14. März 2011
Die
Naturfreunde Internationale (NFI) fordert einen raschen weltweiten
Ausstieg aus der Atomenergie und ruft die Europäische Union dazu auf,
die EURATOM-Gemeinschaft sofort aufzulösen und in eine Agentur für
Nachhaltige Energiegewinnung und Energieeffizienz umzugestalten. Der
offenkundige GAU in den japanischen Reaktoren Fukushima zeigt, dass die
Atomenergie nicht beherrschbar ist. Es ist unverantwortlich, weitere
Atommeiler zu bauen oder veraltete Anlagen in Betrieb zu halten und
damit Millionen von Menschenleben zu gefährden.
Zahlreiche Naturfreunde Landesverbände engagieren sich in diesen
Tagen aktiv und international für den Ausstieg aus der Atomenergie: die
NaturFreunde Deutschlands (www.naturfreunde.de) setzen sich energisch
gegen die Laufzeitverlängerung der deutschen Kernkraftwerke ein und
riefen gestern Abend zu einer Mahnwache vor dem deutschen
Bundeskanzleramt in Berlin – mit rund 2.500 TeilnehmerInnen – auf. Die
Naturfreunde Österreich (www.naturfreunde.at) unterstützten tatkräftig
das österreichische Volksbegehren zum Ausstieg aus dem EURATOM-Vertrag.
Die NFI, der internationale Dachverband der Naturfreunde mit mehr als
500.000 Mitgliedern weltweit, fordert eine verantwortliche
Energiepolitik und daher den sofortigen Ausstieg aus der Atomenergie, da
ihre Risiken nicht genügend abgeschätzt und nicht beherrscht werden
können. Der GAU in Japan ist ein deutlicher Beleg dafür.
Rund 250 Kilometer nordöstlich der japanischen Hauptstadt Tokio ist
es im Atomkraftwerk Fukushima offenkundig zu einem verheerenden Unfall
gekommen. Bei mehreren Reaktoren wird eine Kernschmelze angenommen, weil
die Kühlung der Reaktoren wegen der Zerstörungen nach dem starken
Erdbeben und dem darauf folgenden Tsunami nicht mehr bewerkstelligt
werden konnte. Bei Stromausfall ist die Notkühlung selbst auf Strom
angewiesen – dieser Umstand wird vor allem dann zum Verhängnis, wenn
mehrere Kraftwerke und Reaktoren gleichzeitig von Problemen betroffen
sind. In den letzten Jahren kam es auch in europäischen Kernkraftwerken
immer wieder zu Beinahe-Unfällen, weil die Notstromaggregate nicht
funktionierten oder nicht leistungsfähig genug waren.
Mit Sicherheit können die tektonischen Schwächezonen Japans nicht mit
jenen in Mitteleuropa verglichen werden. Allerdings gibt es auch in
Europa – wie etwa in der Türkei – Regionen, wo derzeit intensiv am Bau
von Kernkraftwerken geplant wird. Ein Unfall im Großraum Istanbul wäre
durchaus vergleichbar mit der Gefährdung von Tokio so wie momentan zu
befürchten ist.
Die Naturfreunde möchten keine Katastrophenpolitik betreiben. Die
aktuellen Ereignisse in Japan rufen allerdings das potentielle Ausmaß
dieser Katastrophe auf Mensch und Natur ins Bewusstsein und zeigen dass
Atomenergie nie vollständig beherrschbar ist und die Auswirkungen
irreversibel sind.
Die NFI ist der internationale Dachverband der Naturfreundebewegung
mit mehr als 50 Mitglieds- und Partnerorganisationen. Als Mitglied der
Green 10 zählt sie mit 500.000 Mitgliedern zu den größten NGOs weltweit.
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NaturFreunde: Herr Röttgen, entschuldigen Sie sich!
Herr Röttgen, entschuldigen Sie sich!
Berlin,
15. März 2011 – Die Aussagen von Bundesumweltminister Norbert Röttgen
in den gestrigen ARD-Tagesthemen kritisiert der Bundesvorsitzende der
NaturFreunde Deutschlands Michael Müller:
Gestern Abend hat sich Herr Röttgen in den Tagesthemen ein dreistes
Stück geleistet: Erst wollte er die Atomenergie aus „der Kampfzone“
herausbringen. Nur, wer hat sie denn mit der Verlängerung der Laufzeiten
überhaupt da rein gebracht, nachdem das Thema durch den
Ausstiegsbeschluss befriedet war? Und dann sagte der
Bundesumweltminister einen ungeheuerlichen Satz: Er habe „aus den
Gesichtern (der Kritiker) die parteitaktische Freude an diesem Ereignis“
erkannt.
Pfui, Herr Röttgen, damit haben Sie eine Grenze überschritten, das
ist üble Brunnenvergiftung. Der langjährige Hardliner der Atomenergie
macht seine Haltung zu einer moralischen Frage, während die, die seit
Jahren für einen Ausstieg eintreten, die Atomfrage angeblich für den
Wahlkampf instrumentalisieren. Bundesumweltminister Norbert Röttgen
verdreht die Wahrheit, denn es waren CDU und CSU, die bisher jede
kritische Position gegen die Atomkraft als verantwortungslos abgetan
hatten.
Und nun? Eine 180-Grad-Wende von Frau Merkel und Herrn Röttgen,
begründet mit einer angeblich „historischen Zäsur“ durch die
Kernschmelzen in Fukushima. Herr Röttgen behauptet, jetzt seien es
„Laufzeiten mit Restrisiko“. Es sei das eingetreten, was bisher
ausgeschlossen war. Tatsächlich ist schrecklicherweise genau das
eingetreten, wovor die Umwelt- und Naturschutzbewegung immer gewarnt hat
– Herr Röttgen aber nie.
Zudem will sich der Bundesumweltminister jetzt auch noch als
Brückenbauer der Solarenergie hinstellen. Doch wer hat denn in der
Vergangenheit gegen das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) gestimmt und
zuletzt die Solarförderung gekürzt? Das war Herr Röttgen. Unter
Rot-Grün, in deren Zeit das EEG-Gesetz entstanden ist, glänzten CDU und
CSU im Bundestag immer nur durch Widerstand und Ablehnung.
Mit seinem Interview in den Tagesthemen hat der Bundesumweltminister
allem die Krone aufgesetzt und die Grenze der Fairness überschritten.
Herr Röttgen, entschuldigen Sie sich!
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NaturFreunde Deutschlands fordern sofortigen Ausstieg aus der Atomkraft
Heute, 17:00 Uhr, Mahnwache gegen Atom-Ignoranz und -Verantwortungslosigkeit vor dem Kanzleramt
NaturFreunde Deutschlands fordern sofortigen Ausstieg aus der Atomkraft
Berlin,
14. März 2011 – Anlässlich der nuklearen Katastrophe in Japan haben die
NaturFreunde Deutschlands für heute bundesweit zu Mahnwachen ab 18:00
Uhr aufgerufen. Bereits um 17:00 Uhr beginnt eine Demonstration vor dem
Bundeskanzleramt in Berlin, die auch von den NaturFreunden angemeldet
wurde. Wie der Bundesgeschäftsführer der NaturFreunde Hans-Gerd Marian
mitteilte, werden zu der Mahnwache u.a. auch die Parteivorsitzenden der
Grünen und der SPD Claudia Roth und Sigmar Gabriel sowie der regierende
Bürgermeister von Berlin Klaus Wowereit erwartet.
Die NaturFreunde Deutschlands gehören zu den wichtigsten
Organisatoren, die in der letzten Zeit die großen
Anti-Atom-Demonstrationen angemeldet und durchgeführt haben. Die
NaturFreunde haben eine rund 40-jährige Tradition im Kampf gegen die
Atomkraft.
Angesichts der nuklearen Katastrophe in Japan und des gleichzeitigen
Beharrens der Bundeskanzlerin und ihres so genannten „Umweltministers“
auf der Atomkraft als „Brückentechnologie“ haben die NaturFreunde für
heute bundesweit zu Mahnwachen aufgerufen.
Für Berlin meldeten sie eine Demonstration vor dem Kanzleramt um
17:00 Uhr an. Wie der Bundesgeschäftsführer der NaturFreunde Hans-Gerd
Marian mitteilte, werden zu der Mahnwache u.a. auch die
Parteivorsitzenden der Grünen und der SPD Claudia Roth und Sigmar
Gabriel sowie der regierende Bürgermeister von Berlin Klaus Wowereit
erwartet.
In Japan ist der größte nicht angenommene Unfall (GAU) passiert. Das
Lügengebäude von der sicheren Atomkraft ist nun endgültig wie ein
Kartenhaus zusammengebrochen.
Die NaturFreunde fordern einen sofortigen Ausstieg Deutschlands aus
der Atomenergie und eine Kündigung des EURATOM-Vertrages. Michael
Müller, Bundesvorsitzender der NaturFreunde und ehemaliger
Staatssekretär im Bundesumweltministerium, forderte die Kanzlerin auf,
ihren Amtseid ernst zu nehmen und die sieben unsichersten Atommeiler wie
Biblis, Brunsbüttel, Krümmel, Isar I, Neckarwestheim und Unterweser in
einem ersten Schritt sofort stillzulegen. Das ganze Kapitel Atomkraft
muss in Deutschland so schnell als möglich beendet werden.
Deutschland muss VOR einem GAU, also vor einer atomaren Katastrophe,
aussteigen. Jeder vernünftige Mensch könne bei einer ernsthaften
Risikoabwägung nur zum Schluss gelangen, umzukehren und das Abschalten
der Atommeiler einzuleiten, so Müller: „Die Stunde der Trickser und
Täuscher im Dienste der Profitinteressen der Energieversorger ist
vorbei!“
Müller forderte die Bürger auf, den Stromanbieter weg von den vier
großen Atombetreibern E.ON, EnBW, RWE und Vattenfall zu wechseln und bei
den anstehenden Landtagsentscheidungen eindeutig die Parteien zu
stärken, die für einen Atomausstieg stehen.
Genauer Ablauf der Mahnwache um 17:00 Uhr vor dem Kanzleramt: www.naturfreunde.de
Alle Mahnwachen ab 18:00 Uhr: www.ausgestrahlt.de/mitmachen/fukushima.html
Rückfragen bitte an
NaturFreunde Deutschlands
Verband für Umweltschutz, sanften Tourismus, Sport und Kultur
Michael Müller
(0172) 246 21 25
mueller@naturfreunde.de
www.presse.naturfreunde.de
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NaturFreunde Deutschlands rufen für Montag zu bundesweiten Mahnwachen auf
Atomtechnologie und Natur sind nicht beherrschbar
NaturFreunde Deutschlands rufen für Montag zu bundesweiten Mahnwachen auf
Berlin,
12. März 2011 – „Der offenkundige GAU im japanischen Reaktor Fukushima 1
zeigt: Das Undenkbare kann immer wieder geschehen, die Atomtechnologie
ist nicht zu verantworten“, erklärt Michael Müller, Bundesvorsitzender
der NaturFreunde Deutschlands und ehemaliger Aufsichtsratsvorsitzender
der Gesellschaft für Anlagen- und Reaktorsicherheit (GRS) sowie
ehemaliger Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesumweltministerium.
Müller fordert die Bundesregierung auf, jetzt endlich die notwendigen
Schlussfolgerungen zu ziehen: „Ihre Liebdienerei mit der Atomwirtschaft
ist verantwortungslos. Der GAU in Japan ist auch eine Mahnung an uns:
Die Atomtechnologie und die Natur sind nicht beherrschbar!“
Rund 250 Kilometer nordöstlich der japanischen Hauptstadt Tokio ist
es im Atomkraftwerk Fukushima 1 offenkundig zum größten (nicht)
angenommenen Unfall (GAU) gekommen. Japanische Reaktoren galten bisher
als sehr erdbebensicher, sie sollten diese bis zu einer Stärke von 8,25
auf der Richterskala aushalten können.
Was nun passiert, macht aber deutlich, dass es kein AKW weltweit
gibt, das gegen Erdbeben der Stärke 8,9 gesichert ist. Da helfen auch
die automatischen Schnellabschaltungen nichts. Und wenn das Notsystem
nur noch über Batterien betrieben werden kann, beginnt ein Wettlauf mit
der Zeit. Dieser Wettlauf wurde offenkundig verloren.
Die NaturFreunde Deutschlands sind die Organisation, die am längsten
gegen die Nutzung der Atomtechnologie Stellung bezogen hat. Ein erster
Beschluss wurde bereits im Jahr 1968 gefasst und ging zurück auf den
Physiker, Politiker und „Vater der Anti-Atomenergie-Bewegung“ Dr. Karl
Bechert. Auch der Bundesvorsitzende der NaturFreunde Deutschlands
Michael Müller hat zusammen mit dem heutigen Vorsitzender des
Umweltausschusses des Europäischen Parlamentes Jo Leinen schon in den
70er Jahren eine Vielzahl von Anti-Atom-Aktionen organisiert.
Es ist sicher nicht im Interesse der NaturFreunde,
Katastrophenpolitik zu betrieben. Sicher ist auch, dass die tektonischen
Verhältnisse Japans nicht mit denen in Mitteleuropa vergleichbar sind.
Aber warum haben AKW-Betreiber Interesse am Bau von Meilern in der
Türkei, wo die tektonischen Verhältnisse ähnlich wie in Japan sind,
besonders im Großraum Istanbul.
Die NaturFreunde Deutschlands fordern die Bundesregierung auf, jetzt
endlich die notwendigen Schlussfolgerungen zu ziehen. Ihre Liebdienerei
mit der Atomwirtschaft ist verantwortungslos. Der GAU in Japan ist auch
eine Mahnung an uns: Die Atomtechnologie und die Natur sind nicht
beherrschbar!
Heute protestieren Zehntausende Menschen mit einer Menschenkette
zwischen Stuttgart und dem AKW Neckarwestheim gegen die Atompolitik der
Bundesregierung. Die NaturFreunde Deutschlands sind Mitglied des
Trägerkreises und rufen auch für Montag zu bundesweiten Mahnwachen auf.
Mehr Informationen zur Menschenkette: www.anti-atom-kette.de
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NaturFreunde: Japan mahnt vor Sorglosigkeit vor den Gefahren der Atomenergie
Japan mahnt vor Sorglosigkeit vor den Gefahren der Atomenergie
NaturFreunde hoffen, dass es keinen Atom-Gau gibt
Berlin, 11. März 2011 – Es ist nicht die Absicht der NaturFreunde,
reale Katastrophen zur Begründung von Gefahren heranzuziehen. Der Brand
in dem japanischen Atomkraftwerk in Onagawa ist ein fürchterliches
Ereignis und wir hoffen, dass es nicht zu einem großflächigen Austritt
von Radioaktivität kommt. Dennoch müssen wir darauf hinweisen, dass nach
dem Erdbeben in Japan wieder etwas passiert, was möglich ist, aber von
den Befürwortern der nuklearen Stromerzeugung ignoriert und verdrängt
wird. Wir hoffen, dass es keinen Atom-Gau gibt, aber er ist leider sehr
viel näher gerückt.
Die Befürworter der Atomenergie unterschlagen die
Sicherheitsdimensionen. Es geht nicht nur um die
Eintrittswahrscheinlichkeit, die bei Atomkraftwerken zugegebenermaßen
sehr gering ist. Es geht, zumal in dicht bevölkerten Regionen, auch um
den Schadensumfang. Diese zweite Dimension ist bei der Atomkraft so
gewaltig, dass ihre Nutzung unverantwortlich ist.
Die tragischen Ereignisse in Japan fordern auch in Deutschland
Konsequenzen. Es muss Schluss sein mit der Relativierung der Gefahren.
Atomkraftwerke gehören abgeschaltet.
Am Samstag, den 12.03. werden sich die NaturFreunde Deutschlands mit
ihren Mitgliedern an einer Menschenkette zwischen dem Atomraftwerk
Neckarwestheim und Stuttgart beteiligen. Sie starten zugleich eine
Stromwechselkampagne unter dem Motto www.ade-enbw.de.
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NaturFreunde fordern zum Wechseln auf
NaturFreunde fordern zum Wechseln auf
Berlin/Stuttgart, 11. März 2011 – „Ade EnBW“ – unter diesem Motto
haben die NaturFreunde Deutschlands seit kurzem eine
Stromwechselkampagne gestartet und fordern in einem Appell die
baden-württembergische Regierung auf, ihre derzeitige Energiepolitik
aufzugeben und EnBW konsequent auf die erneuerbaren Energien
auszurichten.
Zahlreiche Unterstützerinnen und Unterstützer haben den Appell der
NaturFreunde Deutschlands auf der Kampagnenseite www.ade-enbw.de
unterschrieben. Dazu gehört der Vorsitzende der Sozialdemokratischen
Partei Deutschlands (SPD), Sigmar Gabriel. Desweiteren unterstützen
mehrere Abgeordnete der SPD, der Grünen und der Partei „Die Linke“ des
Deutschen Bundestages und des baden-württembergischen Landtags den
Appell.
Die NaturFreunde fordern die Regierung Mappus auf, nicht weiter auf
die Atomenergie zu setzen, sondern die Beteiligung an EnBW konsequent
dafür zu nutzen, den Stromkonzern auf regenerative Energien
auszurichten.
„Das dies im Moment nicht der Fall ist, kann man daran sehen, dass
EnBW trotz der erwarteten Mehreinnahmen durch Laufzeitverlängerung seine
Investitionen in die erneuerbaren Energien zurückfährt“ so Michael
Müller, Bundesvorsitzender der NaturFreunde Deutschlands. „Deshalb
müssen wir Druck seitens der Zivilgesellschaft aufbauen, damit die
Landesregierung begreift, dass die Zukunft nicht der Atomkraft, sondern
den erneubaren Energien gehört“, so Müller weiter.
Um ihre Position zu unterstreichen, haben die NaturFreunde
Deutschlands eine Stromwechselkampagne gestartet. Mit dieser Kampagne
wollen Sie vor allem die Bürgerinnen und Bürger in Baden-Württemberg von
einem Wechsel zu einem der bundesweit tätigen vier ökologischen
Stromanbieter überzeugen. Diese sind die EWS Schönau, Greenpeace Energy,
Lichtblick und Naturstrom.
Die Stromwechselkampagne unterstreicht das Engagement der
NaturFreunde in der Anti-AKW-Bewegung und bezüglich des Klimawandels.
Als Verband sind sie am 12. März 2011 mit weiteren Umweltorganisationen
und Initiativen Anmelder für die Menschenkette zwischen dem AKW
Neckarwestheim und Stuttgart.
Die NaturFreunde Deutschland wollen die Stromwechselkampagne bis zum
Abschalten des letzten Atommeilers fortführen. Solange dies nicht
geschehen ist, werden sie für den Wechsel zu einem der vier ökologischen
Stromanbieter werben.
„Im Moment kommt es nicht nur darauf an, sich an den verschiedenen
Aktionen der Anti-AKW-Bewegung zu beteiligen. Als NaturFreunde haben wir
die Pflicht, den Menschen zu sagen, dass Sie auch im Privaten aktiv
werden und gegen die Atompolitik der Regierung demonstrieren können –
indem sie einfach ihren Stromanbieter wechseln“, so Michael Müller.
Deswegen werden die NaturFreunde die Teilnehmerinnen und Teilnehmer
der Menschenkette an ihren Ständen auf dem Stuttgarter Schlossplatz, am
Bahnhof Feuerbach, dem Pragsattel in Stuttgart, am Bahnhof Ludwigsburg
und in der Nähe des Naturfreundehauses „Hirschberg“ in
Bietigheim-Bissingen über die Möglichkeit zum Stromwechsel informieren,
getreu dem Motto der Kette, „den Atomausstieg selbst in die Hand
nehmen!“
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NaturFreunde: Tourismus und Menschenrechte müssen enger verzahnt werden
Tourismus und Menschenrechte müssen enger verzahnt werden
Berlin, 9. März 2011 – Anlässlich der Eröffnung der Internationale
Tourismus-Börse (ITB) erklärt Uwe Hiksch, Mitglied im Bundesvorstand der
NaturFreunde Deutschlands: „Die NaturFreunde Deutschlands unterstützen
die Forderungen von ‚Tourism Watch‘ und ‚Evangelischem
Entwicklungsdienst‘ für eine menschenrechtlich orientierte
Tourismusentwicklung. Tatsächlich wird die Zukunft des Tourismus davon
abhängen, inwiefern er zum Vorteil der Menschen und in Einklang mit
Natur und Umwelt gestaltet wird.“
Urlaub und Tourismus sind für viele Menschen die Gelegenheit, sich
vom alltäglichen Stress des Lebens zu erholen. Deshalb sind Tourismus
und Touristikunternehmen in der alltäglichen Diskussion überwiegend
positiv besetzt. Für viele gilt die Fremdenverkehrs- und
Tourismusbranche vor allem auch als wichtiger wirtschaftlicher Beitrag
zur Schaffung von Arbeitsplätzen. In den Selbstdarstellungen versuchen
die großen Touristikunternehmen darüber hinaus, den Tourismus auch als
Beitrag zur Minderung der Armut in den Zielländern und als Beitrag zum
Frieden zwischen den Menschen darzustellen.
Tourismusboom mit Schattenseiten
Die Realität sieht jedoch häufig anders aus:
Menschenrechtsverletzungen, Umweltzerstörung, Vertreibung und Zerstörung
von indigenen Lebensformen, Prostitution und Zwangsarbeit sind die
Schattenseiten des ungebremsten Tourismusbooms. Hier müssen konkrete
Mechanismen entwickelt werden, um die Benachteiligung von
Lebensverhältnissen in den touristischen Zielländern einzuschränken und
die Wertschöpfung aus dem Tourismusgeschäft mehr als bisher der
einheimischen Bevölkerung zugutekommen zu lassen.
Touristische Erschließungen finden häufig gegen die Interessen der
dort lebenden Menschen statt. Zwangsenteignungen, Vertreibungen,
Zerstörung von natürlichen Lebensgrundlagen sind hier häufiger
anzutreffen. Gerade auch die Fußball-WM in Südafrika hat gezeigt, dass
zur Durchsetzung der Interessen der WM-Veranstalter viele Häuser
abgerissen und Menschen vertrieben wurden.
Mit ihrer Studie „Alles was Recht ist – Menschenrechte und Tourismus“
haben „Tourism Watch“ und der Evangelische Entwicklungsdienst wichtige
Forderungen an staatliche Institutionen, Reiseveranstalter und die
Reisenden aufgezeigt.
Studie als PDF: www.kurzlink.de/Alles-was-Recht-ist
Die NaturFreunde Deutschlands engagieren sich seit vielen Jahren für
einen nachhaltigen Tourismus, in dem Menschenrechte geachtet und die
Umwelt geschützt werden. Ausdrücklich unterstützen die NaturFreunde den
Ansatz des Evangelischen Entwicklungsdienstes, dass die Zukunft des
Tourismus davon abhängen wird, „inwiefern er zum Vorteil der Menschen
und in Einklang mit Natur und Umwelt gestaltet wird.“ Hierfür bieten die
konkreten Forderungen an die verschiedenen gesellschaftlichen Akteure
gute Grundlagen für die Weiterentwicklung des heutigen Massentourismus.
Die NaturFreunde Deutschlands treten dafür ein, dass
· Unternehmen, die in ihrer Unternehmensstrategie
gegen menschenrechtliche Standards verstoßen, dafür zur Rechenschaft
gezogen werden müssen,
· innerhalb der Staaten der Europäischen Union
die Haftungsverpflichtungen so weiterentwickelt werden, dass Unternehmen
für Menschenrechtsverletzungen auch ihrer Tochterfirmen oder
Vertragspartner haften,
· Betroffene direkt in den Staaten der
Europäischen Union einen ungehinderten Zugang zu den Gerichten bekommen,
um ihre Rechte und Ansprüche gegenüber Firmen, die ihren Sitz in den
Staaten der EU haben, durchzusetzen,
· im Menschenrechtsbericht der Bundesregierung
der Bereich Tourismus intensiver als bisher berücksichtigt wird und alle
Politikressorts dazu aufgefordert werden, Auswirkungen des Tourismus
auf Menschenrechte und Umwelt stärker zu berücksichtigen,
· Förderungen aus den Bundes- und
Landeshaushalten für Investitionen im Bereich der touristischen
Infrastruktur daraufhin überprüft werden, ob sie keine Menschenrechte
verletzen oder natürliche Ressourcen gefährden.
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NaturFreunde: E10: eine Geschichte der Tricks und Täuschungen
E10: eine Geschichte der Tricks und Täuschungen
Die CO2-Reduktion des Autoverkehrs muss auch ohne Beimischung erreicht werden
Berlin, 7. März 2011 – Anlässlich der Diskussion um die Einführung
des sogenannten „Biosprits“ E10 weist Michael Müller, Bundesvorsitzender
der NaturFreunde Deutschlands und ehemaliger Parlamentarischer
Staatssekretär im Bundesumweltministerium, auf die Entstehungsgeschichte
des nun zehnprozentigen Bioethanol-Anteils im Superbenzin hin. „Die
erhöhte Beimischung von Bioethanol zielt nicht auf mehr Klimaschutz“, so
Müller: „Das ganze E10-Desaster hat viel mit der Weigerung der
Automobilindustrie zu tun, sich für einen wirksamen Klimaschutz zu
engagieren.“
Die Strategie, den Bioethanol-Anteil des herkömmlichen Superbenzins
E5 auf zehn Prozent (E10) zu erhöhen, stammt aus dem Jahr 2005. Die
Motivation dafür wurde damals öffentlich nicht groß debattiert und die
Einführung als ökologisch sinnvoll dargestellt. Doch tatsächlich diente
das neue E10 nur einem Ziel: Der deutschen Automobilindustrie, die einen
besonders hohen Anteil an Sprit schluckenden Fahrzeugen baut, sollte
geholfen werden, da es ihr nicht gelang, den Kraftstoffverbrauch ihrer
Fahrzeugpalette nennenswert zu reduzieren. Denn bisher wurde ein durch
effizientere Motoren verringerter Kohlendioxid-Ausstoß in der Regel
durch PS-stärkere und schwerere Fahrzeuge wieder kompensiert.
Als erstmals Pläne der EU-Kommission bekannt wurden, den
Kohlendioxid-Ausstoß des Autoverkehrs mittels einer Verordnung deutlich
zu reduzieren, reagierte die deutsche Automobilindustrie wie üblich
ablehnend. Statt der geplanten Verordnung schlug sie eine
Selbstverpflichtung vor. Und weil die deutschen Autohersteller auch den
europäischen Automobilherstellerverband prägen, wurde daraus eine
europäische Strategie. Damit, so glaubten VW, Daimler, BMW & Co,
würden zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen: die EU-Pläne gestoppt
und die ausländische Konkurrenz in Schach gehalten – die übrigens sehr
viel besser da stand, weil sie einen höheren Anteil an Kleinwagen und
Dieselfahrzeugen stellt.
Doch die Automobilindustrie ließ ihren Ankündigungen keine Taten
folgen. Und spätestens im Jahr 2005 war klar, dass die deutsche
Automobilindustrie die selbst versprochene CO2-Reduktion nicht würde
einhalten können. Eine erneute EU-Verordnung mit verbindlichen
Grenzwerten drohte.
Darauf kam Plan B ins Spiel. Mit Hilfe von Bundeskanzlerin Angela
Merkel und dem damaligen Bundeswirtschaftsministers Michael Glos (CSU)
wurde die Verordnung abgeschwächt. Zugleich wurde mit einer
„ökologischen“ Argumentation („Biokraftstoff“) die Beimischungsstrategie
begonnen. Das Umweltministerium wollte zudem mit einer
Nachhaltigkeitsverordnung die Angebotsseite ökologisch regeln, der
Ansatz blieb aber unzureichend.
Die erhöhte Beimischung von Bioethanol zielte nicht auf mehr
Klimaschutz. Denn dann hätte die Strategie einen Weg für die Erhöhung
des Anteils von spritarmen und kleineren Motoren benennen müssen. Doch
das widerspricht der Philosophie deutscher Autoproduzenten, deren
Flagschiffe die großen Spritfresser sind. Die erhöhte Beimischung von
Bioethanol kann den CO2-Ausstoß um einige Prozentpunkte senken, wenn das
in der EU-Verordnung akzeptiert wird. E10 bringt da mehr als das alte
E5. So also entstand eine Strategie, die gerade das vermeidet, was für
den Klimaschutz notwendig ist. Alles soll im Grundsatz so bleiben, wie
es ist.
Wenn die Automobilindustrie jetzt der Politik die Schuld für die
bisher mangelnde Akzeptanz von E10 geben will, dann spielt der Täter
Feuerwehr. Tatsächlich erreichen die Benzinmotoren noch immer erst einen
Wirkungsgrad, bei dem weniger als 20 Prozent der eingesetzten Energie
genutzt werden.
Dass Bundesumweltminister Norbert Röttgen heute das Superbenzin E10
als umweltpolitisch sinnvoll bezeichnet, belegt bestenfalls seine
Unkenntnis. Und wahrscheinlich ist es auch kein Zufall, dass nicht er,
sondern Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle zu einem
„Benzingipfel“ einlädt.
Herr Röttgen sollte jetzt auf Klarheit drängen: Die CO2-Senkung des
Autoverkehrs muss auch ohne Beimischung erreicht werden. Schließlich ist
Tricksen keine Umweltpolitik.
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NaturFreunde: Der ‚Fall Guttenberg‘ und die Entleerung der Politik
Berlin, 1. März 2011 – „Der ‚Fall Guttenberg‘ reicht viel weiter als
das Plagiat“, erklärt der Bundesvorsitzende der NaturFreunde
Deutschlands Michael Müller anlässlich des Rücktritts des
Verteidigungsministers. Die Affäre mache schlagartig deutlich, wie tief
die Politik in den letzten Jahren gesunken sei: „Inhalte zählen kaum
noch, im neuen System geht es nur um die Form. Herr Guttenberg ist jetzt
das selbst erzeugte Opfer dieser Transformation geworden“, so Michael
Müller.
Die Politik hat mittlerweile die ästhetischen Gesetze der Warenwelt
übernommen. Weil sie in der Sache nur noch wenig zu bieten hat, geht es
vor allem um das Auftreten und die Botschaft. Von daher verwundert es
nicht, dass Karl-Theodor zu Guttenberg nicht über eine politische
Entscheidung fällt – welche sollte es auch sein? Er fällt über sein
eigenes kunstvoll aufgebautes Image, das ein Trugbild war: der
neuartige, federnde und elegante Politiker, anders als die anderen, in
Wahrheit aber nur kunstvoller.
Dieses Auftreten reduziert die Politik auf das Verkaufen, auf das
schillernde Symbol, auf den Anschein und auf die schnelle Botschaft.
Guttenberg als Fred Astaire am Times Square, Guttenberg in der Talkshow
am Hindukusch, Guttenberg als Showmaster, Guttenberg als Ranger,
Guttenberg als Dressman. Und alles in Symbiose mit der BILD-Zeitung, die
bis zuletzt für passende Bilder und Kommentare sorgt.
Natürlich kann ein Politiker Fehler machen. Es ist sogar eine Unsitte
geworden, dann jedes Mal sofort den Rücktritt zu verlangen. Auch
schadet es nicht, wenn ein Politiker vornehm gekleidet ist. Aber
gefährlich wird es, wenn aus Politik und Politiker eine einzige Show
wird, die den Erfolg nur an der Person misst, nicht aber am Inhalt. Dann
verkümmern selbst gravierende Fehler zu taktischen Fragen.
Als Herr zu Guttenberg Wirtschaftsminister wurde, lautete sein erster
Kommentar zur Finanzkrise 2008: „Wir erleben keine Krise des Systems,
sondern nur eine Krise im System.“ Eine solch falsche Behauptung konnte
nur jemand machen, der nicht begriffen hatte oder nicht begreifen
wollte, um was es ging. Es ist einfach falsch, nur das Auftreten der
Person zu sehen, aber die Inhalte zu übersehen. Dann nämlich wird
Politik zur Kunstform.
Dennoch: Guttenberg hat eigentlich nur perfektioniert, was seit
einigen Jahren immer mehr zur Politik wurde. Eine Einordnung des Falls
Guttenberg muss deshalb die Strukturen und Mechanismen der
Entpolitisierung und Entleerung sehen. Das aber ist noch immer eher
selten der Fall.
Schwarz-Gelb wollte die Causa Guttenberg ‚durchstehen‘, im
politischen Werbegeschäft ist ein Rücktritt eine Niederlage. Diese
wollten Merkel, Seehofer und Mappus vor den Landtagswahlen unbedingt
verhindern. Doch sie haben sich getäuscht. Dem schnellen Aufstieg folgt
ein ebenso schneller Fall. Denn so groß das Kunstwerk Guttenberg war, so
anfällig wurde es auch, zumal im Zeitalter von Internet und allseitiger
Transparenz. Da half auch die Mär nicht mehr, dass dieser Härtetest
Herrn zu Guttenberg erst stärken werde.
Der Schaden ist gewaltig, die Glaubwürdigkeit der Politik ist weiter
gesunken. Deshalb geht es auch um weit mehr als nur um Herrn Guttenberg.
Es geht um das Funktionieren der Demokratie.
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Naturfreunde Österreich: “Gipfel stürmen” gegen EURATOM
Wien
(TP/OTS) – Die Naturfreunde appellieren an alle Österreicherinnen und
Österreicher den Ausstieg aus EURATOM aktiv mit ihrer Unterschrift zu
unterstützen. Das Volksbegehren liegt von 28.Februar bis 7. März 2011 in
allen Gemeindeämtern und Magistraten zum Unterschreiben auf.
Jede Stimme zählt
Das Volksbegehren “Raus aus EURATOM” hat das Ziel, den Ausstieg
Österreichs aus der Europäischen Atomgemeinschaft EURATOM zu erreichen.
Wie bei der Volksabstimmung über das AKW Zwentendorf sollen die
ÖsterreicherInnen ein Votum abgeben können, das für die Politik
verbindlich ist. Bei einer Umfrage aus dem Jahr 2008 haben bereits 78%
für einen Ausstieg gestimmt und 81% lehnten die Unterstützung der
europäischen Atomindustrie mit österreichischen Steuergeldern ab. “Jetzt
kommt es darauf an, sich zu diesen
Forderungen zu bekennen und den Ausstieg aus EURATOM aktiv zu
unterstützen”, so DI Regina Hrbek, Leiterin der Umweltabteilung der
Naturfreunde Österreich.
“Gipfel stürmen” gegen EURATOM
Um auf das Volksbegehren aufmerksam zu machen, wurde die Aktion “100
Berggipfel stürmen und EURATOM-Volksbegehren bewerben” ins Leben
gerufen. Die Naturfreunde Vorarlberg hissten das “Raus aus
EURATOM”-Transparent nicht nur als erster am höchsten Berg Österreichs,
am Großglockner, sondern waren auch beim 100. Gipfelsieg mit dabei.
Diesmal ging es auf die westliche Kromerspitze (2865 m) in der
Silvretta.
Forderung nach “Euro-Energy”
Die Naturfreunde Österreich fordern den Ausstieg Österreichs aus dem
EURATOM-Vertrag und die Gründung einer Gemeinschaft “Euro-Energy”, die
europaweit die Weiterentwicklung ökologischer und nachhaltiger Energien
vorantreibt und die nationalen Ökoenergieprogramme vernetzt. “Damit
könnten die Gelder, die aus
Österreich und anderen Atomenergie-ablehnenden Mitgliedsländer bisher
der Atomenergie zugute kamen, für die Forschung und Entwicklung
erneuerbarer Energiequellen und Energieeffizienzmaßnahmen verwendet
werden”, führt Naturfreunde-Vorsitzender Dr. Karl Frais aus.
Appell der Naturfreunde
Die Naturfreunde rufen jede Österreicherin und jeden Österreicher
dazu auf, von seinem/ihrem Recht Gebrauch zu machen und das
Volksbegehren zu unterschreiben, um ein verbindliches NEIN zur
Atomenergie abzugeben!
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Gemeinsame Pressemitteilung des Demonstrationsbündnisses “Menschenkette am 12. März” vom 23. Februar 2011
„Atomausstieg in die Hand nehmen“. Bundesweite
Mobilisierung zur Menschenkette am 12. März zwischen dem AKW
Neckarwestheim und Stuttgart. Baden-Württemberg kommt Schlüsselrolle für
künftige Energiepolitik zu
Berlin:
Am 12. März wollen der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland
(BUND), die Anti-Atom-Organisation „ausgestrahlt“, Campact, Robin Wood
und die Naturfreunde Deutschlands mit mehreren zehntausenden Teilnehmern
zwischen dem Atomkraftwerk Neckarwestheim und der
baden-württembergischen Landeshauptstadt Stuttgart eine Menschenkette
gegen die Atomkraft bilden. Wenn zwei Wochen nach dieser Demonstration
in Baden-Württemberg gewählt werde, stehe eine neue Landesregierung in
Sachen Atompolitik vor einer entscheidenden Herausforderung, so die
Verbände. Als oberste Atomaufsichtsbehörde und Miteigentümerin des
Betreiberkonzerns EnBW (Energie Baden-Württemberg) entscheide sie über
den Weiterbetrieb bzw. die Stilllegung von vier baden-württembergischen
Atomkraftwerken.
„Der Beschluss für längere AKW-Laufzeiten wäre ohne den strammen
Pro-Atom-Kurs von Baden-Württemberg, Bayern und Hessen nicht zustande
gekommen“, sagte der BUND-Vorsitzende Hubert Weiger. „Inzwischen hat der
Anti-Atom-Widerstand stark zugenommen. Hunderttausende sind auf die
Straße gegangen, weil sie die gefährliche Atompolitik der
Bundesregierung und der genannten Länder nicht hinnehmen wollen. Der
Protest in Baden-Württemberg am 12. März wird sich bis nach Berlin
auswirken und die Energiepolitik der Bundesregierung entscheidend
beeinflussen. Ein energiepolitischer Kurswechsel im Südwesten bedeutet
das Aus für die Pro-Atom-Allianz.“
„Egal wer nach der Wahl Ende März in Baden-Württemberg miteinander
koaliert, die neue Landesregierung muss den Atomausstieg auf die
Tagesordnung setzen und die Meiler in Neckarwestheim und Philippsburg
stilllegen. Leisten muss das eine konsequente Atomaufsicht, die die
Sicherheit der Bevölkerung vor das Profitinteresse der EnBW stellt“,
sagte Jochen Stay, Sprecher der Anti-Atom-Organisation „ausgestrahlt“.
Uwe Hiksch vom Vorstand der Naturfreunde Deutschlands rechnet mit
mehreren zehntausend Demonstranten aus dem gesamten Bundesgebiet.
„Forderung Nummer Eins wird sein, dass die Bundesländer den Ausstieg aus
der Atomkraft selbst in die Hand nehmen. Was die Bundesregierung den
Bürgern verweigert, muss jetzt über die Länder durchgesetzt werden.“
Hiksch kündigte Busse aus mehr als 70 Städten und drei Sonderzüge aus
Hamburg, Bremen und Berlin an, die nach Baden-Württemberg zur
Menschenkette fahren würden.
Schon am kommenden Samstag sollen bundesweit in rund 40 Städten
Auftakt-Menschenketten stattfinden. Von Niebüll an der Grenze zu
Dänemark bis Lindau am Bodensee sollen die Auftakt-Veranstaltungen für
die große Menschenkette am 12. März mobilisieren und Zeichen für den
Atomausstieg setzen. „Jetzt tragen wir den Protest gegen die Atomkraft
zu den Kraftwerken und setzen die Bundesländer unter Druck, Meiler für
Meiler vom Netz zu nehmen. Die kommende neue Landesregierung in
Baden-Württemberg muss den Anfang machen und die ersten Atomreaktoren
abschalten“, sagte Campact-Geschäftsführer Christoph Bautz.
Weitere Informationen: www.anti-atom-kette.de
Pressekontakte: Thorben Becker, BUND-Teamleiter Klimaschutz und
Energiepolitik, Tel. 0173-6071603; Jochen Stay, .ausgestrahlt-Sprecher,
Tel. 0170-9358759; Christoph Bautz, Campact-Geschäftsführer, Tel.
0163-5957593; Uwe Hiksch, Vorstandsmitglied NaturFreunde Deutschland,
Tel. 0176-62015902
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NaturFreunde: Rekordpreise für Nahrungsmittel: Drohen neue Hungerrevolten?
Rekordpreise für Nahrungsmittel: Drohen neue Hungerrevolten?
Auch in vielen schwarzafrikanischen Staaten bauen sich soziale Proteste auf
Berlin, 22. Februar 2011 – „Drohen neue Hungerrevolten“, fragt
Michael Müller angesichts neuer Rekordpreise für Nahrungsmittel. Der
Bundesvorsitzende der NaturFreunde Deutschlands erklärt: „Das
Aufbegehren der Menschen in Nordafrika hat auch eine Ursache in den
Rekordpreisen für Nahrungsmittel.“ Die Spekulation auf Nahrungsmittel
müsse endlich verboten werden.
In vielen Bevölkerungen arabischer Länder wuchs die explosive
Stimmung auch deshalb, weil immer mehr Menschen nicht nur unter
Arbeits-, Perspektivlosigkeit und der Willkür ihrer Regenten leiden,
sondern auch unter den sehr hohen Preisen für Grundnahrungsmittel. Diese
übertreffen mittlerweile sogar die Rekordstände aus dem Jahr 2008, als
es zu zahlreichen Hungerrevolten kam, auch bekannt als sogenannte
Brotunruhen.
Nach Angaben der Weltbank sind die Lebensmittelpreise allein zwischen
Oktober 2010 und Januar 2011 um 15 Prozent gestiegen. Der
Nahrungsmittelindex der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der
Vereinten Nationen (FAO) erreichte den höchsten Wert seit seiner
Einführung im Jahr 1990. Die Gründe liegen in den steigenden
Energiekosten, aber auch in der zunehmenden Spekulation um
Nahrungsmittelpreise. Fast 50 Millionen Menschen zusätzlich sind in den
letzten sechs Monaten in äußerste Armut gefallen.
Die Welt ist weit weg von den sogenannten Millenniumszielen aus dem
Jahr 2000. Diese geben unter anderem vor, dass bis zum Jahr 2015 die
Zahl der Hungernden halbiert werden soll. Nur noch eine halbe Milliarde
Menschen soll bis dahin mit weniger als einem Dollar am Tag auskommen
müssen.
Doch das Gegenteil ist der Fall und erneut drohen Hungerrevolten. Die
nackte Verzweiflung der Menschen verbindet sich mit der Wut auf
korrupte, autokratische Regime und dem Verlangen nach Demokratie und
Freiheit. Nicht nur die Maghreb-Region ist betroffen, auch in vielen
schwarzafrikanischen Staaten bauen sich soziale Proteste auf. Die
Unruhen werden meist von stark steigenden Preisen für Zucker, Speiseöl,
Weizen und anderen Grundnahrungsmitteln ausgelöst. Auch die Vereinten
Nationen (UN) weisen schon seit geraumer Zeit auf diese Entwicklung hin.
Die UN gehen davon aus, dass der Trend steigender Preise anhält und
sich sogar noch verstärken wird. Dabei ist die Spekulation um
Nahrungsmittel, Energie und Mineralien einer der stärksten Preistreiber.
Sie nimmt weiter zu und lebt stark von der künstlichen Verknappung
statt von einer natürlichen Knappheit. Tatsächlich werden heute Preise
gehandelt, die in den letzten drei Jahrzehnten nicht bezahlt wurden. Und
wieder einmal trifft es vor allem die Ärmsten der Armen. Sie werden
sich wehren, es geht um ihr Überleben.
Die NaturFreunde Deutschlands fordern, dass sich die nationale wie
auch die europäische Politik mit dieser Thematik beschäftigt: Die
Spekulation auf Nahrungsmittel muss endlich verboten werden und die
internationalen Agrar- und Rohstoffmärkte müssen transparent und
nachhaltig neu geordnet werden.
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Hier geht es zur aktuellen Kampagne der NaturFreunde “Ade EnBW”
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NaturFreunde: ‚Tödliches Experiment‘ CCS muss ganz gestoppt werden
‚Tödliches Experiment‘ CCS muss ganz gestoppt werden
NaturFreunde Deutschlands warnen vor Verseuchung ganzer Landstriche
Berlin, 18. Februar 2011 – Vor einer Verseuchung ganzer Landstriche
durch die unterirdische Verpressung von Kohlendioxid durch die
sogenannte CCS-Technologie (CCS: Carbon Dioxide Capture and Storage)
warnen die deutschen NaturFreunde. „Bei der praktischen Umsetzung des
von der Bundesregierung geplanten CCS-Gesetzes werden große
unterirdische Giftmüllkippen entstehen, die sich weder beherrschen noch
sanieren lassen“, erklärte der umweltpolitische Sprecher des Verbandes
Eckart Kuhlwein. Die Bundesregierung müsse auf dieses ‚tödliche
Experiment‘ verzichten.
Kuhlwein zufolge gehe es nicht allein um die Frage, ob und inwieweit
die Bundesländer die Einlagerung von Kohlendioxid (CO2) in ihrem Gebiet
selbst bestimmen könnten. Es gehe schlichtweg um das Prinzip. Die
Bundesregierung mache den Bürgerinnen und Bürgern etwas vor, wenn sie in
ihrem Gesetzentwurf behaupte, die „CCS-Technologien könnten zum
Erreichen der Klimaschutzziele und zu einer möglichst sicheren,
effizienten und umweltverträglichen Energieversorgung und
Industrieproduktion beitragen“. Die CO2-Abscheidung und -Lagerung
verbrauche gewaltige Mengen an Energie und sei ein ökologischer und
ökonomischer Wahnsinn. Das hätten viele wissenschaftliche Institutionen
wie etwa der Sachverständigenrat für Umweltfragen oder das
Umweltbundesamt bestätigt.
Experten, wie etwa der nordfriesische Ingenieur Manfred Opel, hätten
zudem ausgerechnet, dass mit dem flüssigen CO2 auch bis zu sechs Prozent
hochgiftige Gase und Dämpfe mit verpresst würden. Zudem ließen sich das
CO2 und seine „Begleiter“ nicht in der Region halten, sondern würden
über mehr als 1.000 Kilometer verdriften. Dabei würden riesige Mengen
Wasser verdrängt und dauerhaft verseucht. In großer Zahl würden überdies
Leckagen entstehen, welche die Biosphäre und die Trinkwasservorräte
irreparabel zerstörten.
Kuhlwein fordert die Bundesregierung auf, die CCS-Gesetzgebung jetzt
ganz zu stoppen. Offenbar gehe es nur um das „Grünwaschen“ für die
großen Stromkonzerne, welche gern die Abgaben für ihre CO2-Emissionen
sparen wollten. Dies widerspreche in einem unerträglichen Ausmaß einer
Politik der „nachhaltigen Entwicklung“ im Interesse künftiger
Generationen, welche die Bundeskanzlerin in ihren Sonntagsreden gern
verkünde.
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NaturFreunde: Mehr Klimaschutz statt medialer Show
Mehr Klimaschutz statt medialer Show
Obwohl sich die Alarmsignale mehren, bleibt die Erderwärmung nur ein Modethema
Berlin, 18. Februar 2011 – „Der Klimawandel wird immer noch so
behandelt, als ob er nur ein mediales Ereignis sei, das eigentlich
niemanden betrifft. So ist es aber nicht“, erklärt Michael Müller,
Bundesvorsitzender der NaturFreunde Deutschlands und ehemaliger
Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesumweltministerium. Müller ruft
zu einer schnelleren und signifikanteren Reduktion von Treibhausgasen
auf und empfiehlt die Einführung einer Kohlendioxid-Steuer.
Im Sommer 2010 schlug die Natur mit aller Härte zurück: gewaltige
Überschwemmungen in Pakistan, brennende Wälder in Russland, extreme
Kälte in den Andenstaaten, Hochwasser in Mitteleuropa. Die
Extremereignisse kommen immer häufiger, zuletzt stand Australiens
Bundesstaat Queensland unter Wasser, während der Nordwesten des Landes
von Hitzewellen verbrannt wurde und in Brasilien litten ganze
Landstriche unter Schlamm- und Wasserwellen.
Die globale Öffentlichkeit zeigt sich entsetzt, doch kaum werden die
spektakulären Bilder durch andere abgelöst, erstirbt die Debatte. Dabei
ist allein schon die Häufung der Extremereignisse alarmierend und ein
weiterer Hinweis auf den längerfristigen Trend des dramatischen
Klimawandels. Es bleibt nur noch wenig Zeit, um eine Katastrophe
abzuwenden, immerhin hat die menschgemachte Erderwärmung einen langen
Bremsweg. Doch der Klimawandel wird immer noch so behandelt, als ob er
nur ein mediales Ereignis sei, das eigentlich niemanden betrifft. So ist
es aber nicht.
In den vergangenen zwei Jahrzehnten hatte Deutschland eine
internationale „Führungsrolle“ beim Klimaschutz eingenommen. Zwar beruht
Deutschlands Erfolg bei der Reduktion der Kohlendioxid-Emissionen auch
auf dem Zusammenbruch der DDR-Industrie. Doch mehr noch haben politische
Initiativen wie etwa das Erneuerbare-Energien-Gesetz für internationale
Anerkennung der deutschen Klimaschutz-Bemühungen gesorgt.
Das ist vorbei. Weder hat der deutsche Umweltminister Norbert Röttgen
(CDU) die Wetterextreme als bestätigende Begründung genutzt, für mehr
und konsequenten Klimaschutz einzutreten. Auch auf der
Weltklimakonferenz im mexikanischen Cancún spielte Röttgen nur eine
bescheidende Rolle. Nichts war beispielsweise zu hören vom groß
angekündigten Ziel, die klimaschädlichen Kohlendioxid-Emissionen in der
EU um 30 Prozent bis zum Jahr 2050 zu reduzieren. Auch begründet der
Bundesumweltminister die Notwendigkeit von mehr Klimaschutz zuerst mit
einem positiven Effekt für die heimische Wirtschaft. Kann dies das
zentrale Argument sein? Mehr Klimaschutz ist zuerst im Interesse von
Mensch und Natur notwendig.
Australien, dessen wirtschaftliche Kraft auch auf billiger Kohle
beruhte, will nun Konsequenzen ziehen und eine Steuer auf Kohlendioxid
einführen. Lange gehörte das Land zu den Bremsern in der internationalen
Klimapolitik. Doch jetzt handelt es engagiert, während die Rolle der EU
immer kraftloser wird.
Die Steuer auf Kohlendioxid, die ursprünglich auch die
Klima-Enquete-Kommission des Deutschen Bundestages wollte, ist wirksam
und unbürokratisch. Zudem ist sie dem Emissionshandel, der sich über die
UN-Klimaverhandlungen in Europa durchsetzen konnte, deutlich überlegen.
Denn eine derartige Steuer kann auch in den Bereichen eingesetzt
werden, die heute vom Emissionshandel ausgenommen sind, etwa dem
Verkehrssektor.
Der Prozess der Erderwärmung muss endlich ernst genommen werden. Er
ist keine mediale Show, sondern betrifft direkt unsere Lebensgrundlagen.
Die Emission von Treibhausgasen muss schneller und signifikanter
reduziert werden. Wir dürfen mit weiteren Anstrengungen nicht warten,
bis etwa 2013 der nächste Sachstandsbericht des IPCC kommt oder bis auch
unser Land den Klimawandel in aller Härte spürt.
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NaturFreunde: Berliner Volksentscheid wichtiger Schritt zur rekommunalisierten Wasserversorgung
Öffentliche Daseinsvorsorge braucht demokratische Kontrolle
Berliner Volksentscheid wichtiger Schritt zur rekommunalisierten Wasserversorgung
Berlin, 14. Februar 2011 – „Mit der Annahme des Volksentscheids endet
zumindest in Berlin die Möglichkeit, öffentliches Eigentum in geheimen
Absprachen an private Investoren zu verhökern“, erklärt Uwe Hiksch,
stellvertretender Landesvorsitzender der NaturFreunde Berlin und
Mitglied im Bundesvorstand der NaturFreunde Deutschlands zum Ausgang des
Berliner Volksentscheids ‚Unser Wasser‘. „Die öffentliche
Daseinsvorsorge muss vom Primat der privaten Gewinnmaximierung befreit
und zurück in die demokratische Kontrolle von Parlamenten geführt
werden.“
Mit einer Zustimmungsquote von 92,2 Prozent der abgegebenen Stimmen
und insgesamt 665.713 Ja-Stimmen haben die Berlinerinnen und Berliner
eindrucksvoll gezeigt, dass sie mit der bisherigen Wasser-Politik des
Berliner Abgeordnetenhauses nicht einverstanden waren. Damit sind auch
die intensiven Versuche der offiziellen Berliner Politik, den
Volksentscheid zu boykottieren, gescheitert. Denn die Berlinerinnen und
Berliner forderten eindeutig: „Gebt uns unser Wasser zurück!“
Die NaturFreunde Berlin haben sich aktiv am Bündnis beteiligt und mit
mehr als 50.000 verteilten Flugblättern offensiv für die Teilnahme am
Volksentscheid geworben. Mit der Annahme des Volksentscheids endet
zumindest in Berlin die Möglichkeit, öffentliches Eigentum in geheimen
Absprachen an private Investoren zu verhökern. Dieser Volksentscheid ist
ein wichtiger Schritt zurück zu einer öffentlichen Daseinsvorsorge, die
sicherstellt, dass alle Leistungen der öffentlichen Daseinsvorsorge
auch tatsächlich in öffentlicher Hand sind.
Die NaturFreunde werden sich zudem intensiv für Volksbegehren zur
Rückübertragung der Gas-, Wasser- und Energieversorgung einsetzen. Auch
Berlin braucht wieder öffentliche Betriebe, welche die wichtigen
Bereiche der Daseinsvorsorge organisieren – und zwar demokratisch
kontrolliert. Wasserversorgung, Energieerzeugung, und Gasversorgung
haben nichts in der Hand von privaten Investoren zu suchen, sondern sind
zentrale Grundpfeiler einer demokratisch organisierten Kommunal- und
Landespolitik.
Von den Parteien im Berliner Abgeordnetenhaus erwarten die
NaturFreunde, dass sie das Ergebnis des Volksentscheids akzeptieren und
sofort alle Dokumente veröffentlichen. Im nun folgenden Wahlkampf werden
die NaturFreunde die Aussagen der Berliner Parteien daran messen, ob
sie eine deutliche Aussage zur Rekommunalisierung der Daseinsvorsorge in
die jeweiligen Wahlprogramme aufnehmen und damit den Willen der
Berlinerinnen und Berliner zum Ausdruck bringen.
Bundesweit engagieren sich NaturFreunde für die Rekommunalisierung
der Daseinsvorsorge. In Stuttgart zum Beispiel haben NaturFreunde
gemeinsam mit anderen Initiativen und Verbänden das Bürgerbegehren
„Energie- und Wasserversorgung Stuttgart“ begonnen, mit dem auch in der
baden-württembergischen Landeshauptstadt die Gas-, Energie- und
Wasserversorgung zurück in die öffentliche Hand geführt werden soll.
Auch damit wollen die NaturFreunde Möglichkeiten für eine neue,
demokratisch ausgerichtete Kommunalpolitik eröffnen, sodass bei den
Kommunalwahlen auch über die Ausrichtung der kommunalen Infrastruktur
mitbestimmt werden kann.
Die öffentliche Daseinsvorsorge muss vom Primat der privaten
Gewinnmaximierung befreit und zurück in die demokratische Kontrolle von
Parlamenten geführt werden.
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NaturFreunde Sachsen: Aufruf zum Protest gegen Nazi-Aufmarsch in Dresden
Im
Februar planen Neonazis erneut Aufmärsche in Dresden. Bereits am 13.
Februar soll ein Fackelmarsch stattfinden. Die Naturfreunde und die
NaturFreundejugend Sachsen rufen dazu auf, sich an der Menschenkette
unter dem Motto »Erinnern und Handeln. Für mein Dresden« zu beteiligen,
um die Nazis zu stoppen. Sie soll symbolisch die Dresdner Innenstadt vor
dem Eindringen Rechtsextremer schützen.
Auch wie im letzten Jahr wollen sich die NaturFreunde Sachsen und die
NaturFreundejugend Sachsen aktiv an der Menschenkette beteiligen. Wir
treffen uns am 13.02.2011, 12.30 Uhr vor dem Umweltzentrum
(Schützengasse 18, 01067 Dresden), um gemeinsam zur Menschenkette zu
gehen.
Die größere Nazidemonstration ist für den 19. Februar geplant. Alle
Mitbürger sind aufgerufen, sich an dem friedlichen Protest gegen die
geplanten Nazi-Aufmärsche zu beteiligen. Statt den Nazis eine Plattform
zu bieten, soll so die demokratische und friedliche Gesinnung der
überwältigenden Mehrheit der Bevölkerung demonstriert werden.
Zur wahren Gesinnung der Nazis wird auf zwei Zitate aufmerksam gemacht.
“Die
große Anzahl von Anträgen, die sich dagegen wehren, dass im ganzen
Lande die Terrorakte überhand nehmen, die Akte der Brutalität,
ausgeführt von Nationalsozialisten, beweisen, wie stark inzwischen, seit
wir uns das letzte Male mit diesen Dingen beschäftigt haben, die die
Verbrechergarde des Herrn Studentkowski geworden ist. Sie zeigen, dass
wir in einer Situation sind, wo es höchste Zeit wird, dass die Regierung
eingreift, die die Staatsgewalt in der Hand hat, die die Aufgabe hat,
dafür zu sorgen, dass Sachsen ein Rechtsstaat ist, dass wir die
Möglichkeit haben, unsere politische Auffassung zu sagen, dass jeder
Mann sicher davor ist, dass er nicht von dem, der anderer Meinung ist,
über den Haufen geknallt oder hinterrücks niedergestochen wird.”
Dieses Zitat stammt von Herrmann Liebmann, bis 1933 Abgeordneter der
SPD im Sächsischen Landtag. Er hielt diese Rede zwei Mal. Das erste Mal
im Sächsischen Landtag am 16.12.1931, das zweite Mal wurde er im März
1934 vom NSDAP Gauleiter Mutschmann im Konzentrationslager Hohenstein
gezwungen, die Rede vorzutragen. Liebmann, der inzwischen erblindet
war, starb an den Folgen der im Konzentrationslager erlittenen
Misshandlungen am 06.09.1935.
Das zweite Zitat:
“Zum Schutz der Versammlungsfreiheit erwarten wir ferner, dass schon
die Vorbereitung zu Krawallen unterbunden und deshalb das
steuergeldfinanzierte Kriminellen-Nest am Bischofsplatz 6 in Dresden –
das Bürgerbüro der Anwälte Lichdi und Jähnigen – ausgehoben wird!
Politiker wie Herr Hahn, die öffentlich zu rechtswidrigen Blockaden
aufrufen, gehören überdies nicht in den Landtag, sondern in
Vorbeugegewahrsam genommen! Und wer seine parlamentarische Immunität wie
Herr Hahn und Herr Lichdi als Leitwolf für kriminellen Pöbel nutzt, für
den kann es nur heißen: Wasser Marsch – Gummiknüppel frei!“
Es handelt sich dabei um einen Auszug der Rede des NPD-Abgeordneten
im Sächsischen Landtag Holger Apfel, welche er am 09.02.2011 im
Sächsischen Landtag hielt.
Bedarf es noch eines Kommentars?
Tilmann Schwenke
(Landesvorsitzender und
Stv. Bundesvorsitzender)
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NaturFreunde: Hartz-IV-Reform wegen Landtagswahl gescheitert?
Hartz-IV-Reform wegen Landtagswahl gescheitert?
Merkels taktischer Machtpoker zulasten der Armutsbekämpfung
Berlin, 9. Februar 2011 – Zu den geplatzten Verhandlungen über eine
Hartz-IV-Reform erklärt der Bundesvorsitzende der NaturFreunde
Deutschlands Michael Müller:
Nun sind die Verhandlungen geplatzt, die Union hat sie zusammen mit
der FDP scheitern lassen. Zuletzt wurde gar nicht mehr ernsthaft
verhandelt, obwohl es um eine Kernfrage für den inneren Frieden in
unserem Land geht: die Bekämpfung der Armut.
Seit Wochen ließ Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in der
Arbeitsgruppe des Vermittlungsausschusses über die Neuregelung von Hartz
IV verhandeln, so wie es das Bundesverfassungsgericht verlangt hatte.
Doch zuletzt gab es keine ernsthaften Beratungen mehr: Taktik war
angesagt, die Bundeskanzlerin zog die Strippen.
Offenkundig will Frau Merkel kurz vor den Landtagswahlen in
Sachsen-Anhalt die dortige schwarz-rote Koalition platzen lassen.
Deshalb wurden die Verhandlungen abgebrochen. Das Platzen der Koalition
in einem Bundesland ist für die CDU-Vorsitzende die Karte, die sie
zieht, um nicht durch sonst notwendige „Kompromisse“ Krach im eigenen
Lager zu bekommen, vor allem mit ihrem Koalitionspartner FDP. Wieder
einmal scheint die geistige und ideologische Verengung der
Neokonservativen und Wirtschaftsliberalen der eigentliche Grund zu sein,
warum unser Land nicht vorankommt.
Sicher wird Sachsen-Anhalt dafür mit einigen Projekten abgefunden.
Wahrscheinlich beginnt jetzt auch die publizistische Vorbereitung,
diesen Trick als großes politisches Geschick hinzustellen. Die Frage ist
aber, ob Ministerpräsident Wolfgang Böhmer (CDU), auf den es jetzt
ankommt, bei diesem Schmierengeschäft mitmacht. Bisher hatte der
Regierungschef in Magdeburg einen anständigen Eindruck gemacht. Mal
sehen, ob er jetzt umkippt.
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NaturFreunde: Hartz-IV-Reform wegen Landtagswahl gescheitert?
Hartz-IV-Reform wegen Landtagswahl gescheitert?
Merkels taktischer Machtpoker zulasten der Armutsbekämpfung
Berlin, 9. Februar 2011 – Zu den geplatzten Verhandlungen über eine
Hartz-IV-Reform erklärt der Bundesvorsitzende der NaturFreunde
Deutschlands Michael Müller:
Nun sind die Verhandlungen geplatzt, die Union hat sie zusammen mit
der FDP scheitern lassen. Zuletzt wurde gar nicht mehr ernsthaft
verhandelt, obwohl es um eine Kernfrage für den inneren Frieden in
unserem Land geht: die Bekämpfung der Armut.
Seit Wochen ließ Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in der
Arbeitsgruppe des Vermittlungsausschusses über die Neuregelung von Hartz
IV verhandeln, so wie es das Bundesverfassungsgericht verlangt hatte.
Doch zuletzt gab es keine ernsthaften Beratungen mehr: Taktik war
angesagt, die Bundeskanzlerin zog die Strippen.
Offenkundig will Frau Merkel kurz vor den Landtagswahlen in
Sachsen-Anhalt die dortige schwarz-rote Koalition platzen lassen.
Deshalb wurden die Verhandlungen abgebrochen. Das Platzen der Koalition
in einem Bundesland ist für die CDU-Vorsitzende die Karte, die sie
zieht, um nicht durch sonst notwendige „Kompromisse“ Krach im eigenen
Lager zu bekommen, vor allem mit ihrem Koalitionspartner FDP. Wieder
einmal scheint die geistige und ideologische Verengung der
Neokonservativen und Wirtschaftsliberalen der eigentliche Grund zu sein,
warum unser Land nicht vorankommt.
Sicher wird Sachsen-Anhalt dafür mit einigen Projekten abgefunden.
Wahrscheinlich beginnt jetzt auch die publizistische Vorbereitung,
diesen Trick als großes politisches Geschick hinzustellen. Die Frage ist
aber, ob Ministerpräsident Wolfgang Böhmer (CDU), auf den es jetzt
ankommt, bei diesem Schmierengeschäft mitmacht. Bisher hatte der
Regierungschef in Magdeburg einen anständigen Eindruck gemacht. Mal
sehen, ob er jetzt umkippt.
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NaturFreunde: Das Doppelspiel des Westens in der arabischen Krise
Das Doppelspiel des Westens in der arabischen Krise
Clinton, Merkel & Co. setzen auf Zeit, nicht auf demokratische Reformen
Berlin, 7. Februar 2011 – Zu den anhaltenden Protesten in vielen
arabischen Ländern erklärt der Bundesvorsitzende der NaturFreunde
Deutschlands Michael Müller:
Demonstrationen mit Hunderttausenden unzufriedenen Menschen in den
arabischen Ländern, in Tunesien musste der Präsident die Flucht
ergreifen, in Ägypten wackelt der Thron von Mubarak, der – um sich zu
retten – erst einmal die Parteiführung entlässt und mithilfe Amerikas
auf Zeitgewinn hofft. Auch in Algerien, Jemen und Jordanien gibt es
große Proteste, die aber nur in Jordanien friedlich verlaufen. Was
geschieht da eigentlich in den arabischen Ländern?
In allen arabischen Ländern herrschen autoritäre Präsidenten,
beziehungsweise Monarchen de facto auf Lebenszeit. Wahlen werden
manipuliert, Unterdrückung ist die Regel, Korruption allgegenwärtig.
Doch solange die arabischen Regierungen für Stabilität sorgen, wissen
sie um die Zustimmung des Westens. So werden Despotismus und
Unterdrückung abgesichert.
Der Ruf nach Demokratie und Freiheit wird lauter, zumal es sich um
Gesellschaften mit sehr vielen jungen Menschen handelt, die sich nicht
mehr unterdrücken lassen wollen. Oft ist der Auslöser für Proteste die
schlechte wirtschaftliche Situation. Seit einiger Zeit steigen die
Preise von Grundnahrungsmitteln und Kraftstoffen. Die Lage der
Unterschicht, aber auch der unteren Mittelschicht, ist unerträglich,
besonders für die Arbeitslosen.
Die Demonstranten glauben, dass eine demokratische Regierung ihre
materielle Lage verbessern wird. Diese Hoffnung entlädt sich in schweren
Unruhen. Eine besondere Rolle spielt die hohe Jugendarbeitslosigkeit.
In Tunesien sind zwei Drittel der Bevölkerung unter 30 Jahre alt, davon
rund 70 Prozent arbeitslos. In Ägypten ist zwar nur die Hälfte der
Bevölkerung jünger als 30 Jahre, aber schon 90 Prozent der Arbeitslosen
gehören zu dieser Gruppe. Viele wollen nach Europa.
Hinzu kommt das gewaltige Bevölkerungswachstum in diesen Ländern. Als
Tunesien 1957 politisch unabhängig wurde, lebten dort fünf Millionen
Menschen, heute elf Millionen. In Ägypten sind es 87 Millionen, die
Bevölkerung wächst jährlich um 1,9 Prozent. Es gibt nicht genug
Arbeitsplätze für alle, die soziale Lage spitzt sich zu.
Was macht der Westen? Erst hält er sich zurück, dann gibt er
Erklärungen für die Demonstranten ab und nun will er vor allem Zeit
gewinnen, um die Fäden in der Hand zu behalten, wie auch immer es in den
Ländern weitergehen mag. Realpolitik nennt man das, was eigentlich nur
knallharte Machtpolitik ist, verschleiert mit Behauptungen wie
„notwendiger Aufbau der Demokratie“ oder „Warnung vor zu schnellen
Wahlen“. Anders können die Aussagen von Hillary Clinton oder Angela
Merkel auf der Münchener Sicherheitstagung nicht verstanden werden.
Man brauche erst einmal Zeit, um „den geordneten Übergang“ zu
ermöglichen. Clinton, Merkel & Co. geht es nicht zuerst um die
Freiheit. Es geht ihnen um strategische Ziele, um ihre geo- und
ressourcenpolitischen Interessen. Diese Doppelmoral ist unanständig.
Im Zeitalter des Peak-Oil, bei steigenden Rohöl-, Erdgas- und
Kohlepreisen, rücken die wirtschaftlichen Interessen des Westens noch
stärker ins Zentrum. Die steigenden Energiepreise sind zudem ein Faktor,
der auch die Lebensmittelpreise in die Höhe treibt. Auch das gilt als
Argument, die Despoten zu stützen, statt die Ursachen, insbesondere die
Spekulation zu bekämpfen.
Sie – Obama und Putin, Cameron, Sarkozy und Merkel – haben kein
Konzept, mit den Herausforderungen der schnell zusammenwachsenden, aber
ungleichen und krisenhaften Welt fertig zu werden. Das ist der wahre
Grund, warum die Unterstützung der Demonstranten in den arabischen
Ländern so halbherzig ist. Es geht ihnen um die eigenen Interessen,
nicht um den Freiheitsdrang der Menschen.
Der Westen – wie auch der Osten – hat diese Länder bisher nur für die
eigenen Interessen genutzt, um Freiheitsrechte ging es nicht. Eine
Konsequenz daraus war und ist die enge Zusammenarbeit mit dem Militär,
das fast überall nicht nur der stabilisierende, sondern auch der
gehätschelte Faktor ist. Das soll so bleiben, einschließlich der
Ausbildung in den USA.
Die arabischen Länder haben für die Versorgung mit natürlichen
Ressourcen eine herausragende Bedeutung. Obama und Clinton, Merkel und
Sarkozy wollen dort Ruhe und die Entwicklung beeinflussen können.
Natürlich soll eine Entwicklung wie im Iran verhindert werden, aber auch
daran waren die Großmächte nicht unschuldig, weil es fast immer um
wirtschaftliche und strategische Interessen ging.
Der großen Mehrheit der Demonstranten aber geht es um Freiheit und
Demokratie. Doch wenn sie keine wirkliche Hilfe erhalten, werden auch
fundamentalistische Entwicklungen möglich, die einzelne Länder ins
Mittelalter zurückwerfen können.
Deshalb: Für Taktierei darf jetzt kein Platz mehr sein.
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Europäischer Energiegipfel: Naturfreunde fordern intensivere Koordinierung anstelle von Liberalisierung
Europäischer Energiegipfel: Naturfreunde fordern intensivere Koordinierung anstelle von Liberalisierung
Wien, 7. Februar 2011
Eine nachhaltige Energiepolitik zur Erreichung der europäischen
Klimaziele stellt nach Ansicht der Naturfreunde Internationale (NFI),
dem Dachverband der Naturfreundeverbände mit etwa 500.000 Mitgliedern,
eine der größte Herausforderung der Europäischen Union dar. Der
vergangene Energiegipfel des Europäischen Rates gab keine entsprechende
Antwort auf diese Herausforderung: die weitere Liberalisierung des
europäischen Energiemarktes wird zu keiner nachhaltigen Energiepolitik
führen, wenn sie nicht mit einer besseren Regulierung und besseren
Koordination der nationalen und europäischen Energie- und Klimapolitik
ergänzt wird.
Derzeit gibt es keine koordinierte und abgestimmte Energiepolitik in
Europa. Einige Mitgliedsstaaten setzen auf den Ausbau der
Nuklearenergie, andere bauen weiterhin die Stromerzeugung aus Stein- und
Braunkohle aus – beides nicht kompatibel mit den Anforderungen der
Klimapolitik in Europa. Viele Länder unterstützen den Ausbau von
Erneuerbaren Energien mit Wind, Biomasse oder Photovoltaik ohne darauf
Rücksicht zu nehmen, dass diese Erzeugung in einen europäischen
Energiemarkt integriert werden muss, der durch das europäische
Übertragungsnetz physikalisch eng vernetzt ist. Maßnahmen an einer
Stelle des Netzes können direkte und manchmal unerwünschte Folgen im
gesamten Stromsystem Europas bewirken. Die europäischen
Entscheidungsträger sind offenbar der Auffassung, dass es genügt, teuere
Investitionen in die Energieerzeugung und in die Energieinfrastruktur
wie Stromleitungen oder Gaspipelines zu stimulieren. Aber es ist derzeit
nicht abzusehen wo diese zusätzlichen Netze im dicht besiedelten Raum
Europas errichtet werden sollen, was dazu führen wird, dass in nicht
ferner Zukunft die Energieerzeugung aus erneuerbaren Quellen mangels
Transportmöglichkeiten eingeschränkt werden muss und damit zu einem
‘Stranded Investment‘ wird, für das die Steuerzahler dann gerade stehen
müssen.
Die NFI fordert die EU und ihre Mitgliedsstaaten auf, rasch die
Prioritäten im Bereich der Energiepolitik zu verändern um die
Energiepolitik mit der Klimapolitik besser zu verzahnen, so dass die
derzeitigen Klimaziele der EU erreicht oder sogar überschritten werden
können:
- Eine integrative Energie- und Klimapolitik zur Erreichung der 20-20-20 Klimaziele 2010 vor allem im Bereich der Energieeffizienz
- Höchste Priorität dabei sollen Effizienzsteigerung und Energiesparen
einnehmen, da ein weiteres Wachstum des Energieverbrauchs nicht nur zu
weiteren Emissionen von Treibhausgasen führen wird, sondern auch zu
enorm höheren Energiekosten, welche letztendlich vom Endverbraucher zu
bezahlen sind
- Eine europäische Koordination der gesamten Klima- und Energiepolitik unter Einbindung aller betroffenen Interessensgruppen
- Die Förderung von innovativen Speichertechnologien und von Smart
Grids, welche es ermöglichen erneuerbare Energien lokal zu speichern und
zu verwenden und den Transport von Energie über weite Strecken und
damit den Bau von tausenden Kilometern Leitungsverbindungen überflüssig
machen
- Die Förderung von Investitionen in die Wasserstofftechnologie,
welche es ermöglicht Strom aus erneuerbaren Quellen wie Wind und Sonne
in ein speicherbares Gas umzuwandeln, welches auch für Transportzwecke
oder Wärmeerzeugung eingesetzt werden kann.
Alle diese Maßnahmen werden jedoch nicht durch den weitgehend
liberalisierten privaten Energiemarkt bereitgestellt, sondern erfordern
eine intensive Koordinierung und Regulierung der Energiemärkte durch die
Europäische Union in enger Zusammenarbeit mit den Mitgliedsstaaten.
Die NFI ist der internationale Dachverband der Naturfreundebewegung
mit mehr als 50 Mitglieds- und Partnerorganisationen. Als Mitglied der
Green 10 zählt sie mit 500.000 Mitgliedern zu den größten NGOs weltweit.
Anfragen und Kontakt:
Mag. Anita Pinter
Naturfreunde Internationale
Öffentlichkeitsarbeit
Tel.: +43 (0)1 89 23 877-24
E-Mail: anita.pinter@nf-int.org
www.nf-int.org
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European Energy Summit: Naturefriends demand intensive coordination instead of liberalisation
Vienna, 7 February 2011
A sustainable energy policy that meets the European climate change
targets is according the Naturefriends International (NFI) one of the
major challenges of the European Union. The European Energy Summit
unfortunately failed to tackle this challenge: more liberalisation of
the energy markets will not help to meet this target unless it is
accompanied by better regulation and coordination of the national and
European climate and energy policies.
The European Union is not likely to meet the targets for energy
efficiency set for the year 2020. One of the reasons is that most of the
energy policies are still focussing on national priorities, which are
not coordinated among the Member States, and that these policies are not
coordinated with the European and national climate policies.
Some countries are heading for more nuclear power generation, others
are still supporting electricity production from hard coal and lignite.
Many of the Members States are supporting renewable power generation
from wind, biomass and photovoltaics, but neglecting that these have to
be integrated into the European energy market which is physically
connected and integrated into the European transmission grid. Any local
measure in one Member State will have direct – and sometimes detrimental
– effects on the whole electricity system in Europe. The European
leaders are obviously convinced that it is sufficient to stimulate
investment into the energy production and into the upgrading of the
European energy infrastructure like electricity lines or gas pipelines.
But currently it is unlikely that we can build additional infrastructure
in the highly populated areas of Europe, what will in the near future
result in distribution problems entailing the danger of turning
renewably generated into a stranded investment.
NFI urge the European Union and the Member States to immediately
change their priorities to get a better-coordinated energy and climate
policy that helps to meet or even exceed the current climate targets:
- Integrate climate policy and energy policy in order to meet the 20-20-20 targets concerning energy efficiency
- Give utmost priority to energy efficiency and energy saving, as a
further growth in energy demand is not sustainable and will further
increase both the emission of green house gases energy costs that have
to be finally covered be the end consumer
- Introduce governance for a better coordination of energy and climate
policies on national and European level by involving all stakeholders
concerned
- Support innovation in local storage technologies and smart grids
that reduce the need for long distance electricity transport and avoid
the construction of thousands of kilometres of new electricity lines
- Invest into the hydrogen technology that helps to transfer renewable
electricity from wind and solar power into a storable gas that can be
used both for heating and transport issues.
All these new targets will not be met automatically by the private
energy markets and therefore require intensive coordination and
regulation by the European Union and the Member States.
NFI is the international umbrella organisation of the naturefriends
movement with more than 50 member and partnerorganisations. As a member
of the Green 10, NFI is with 500,000 members one of the largest non
governmental organisations (NGO) worldwide.
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NaturFreunde: Der Ölpreis steigt – Die Spekulanten machen Kasse
Berlin, 2. Februar 2011: Der Ölpreis pro Barrel hat die 100
US-Dollar-Grenze überstiegen. Mit dem Argument der Unruhen in Tunesien
und Ägypten wird weiter an der Preisschraube gedreht. Argument: Mögliche
Lieferengpässe. Generell behaupten die Finanzanalysten in ihrer
berufsmäßigen Kälte, dass sehr viel Geld auf den Märkten sei, das vor
allem bei knapper Energie und knappen Rohstoffen Anlagemöglichkeiten
sucht, um Gewinne mit absehbaren Preissteigerungen machen zu können.
Deutsch heißt das: Die Spekulanten sind unterwegs, um hohe Gewinne zu
machen.
Immer deutlicher wird, dass es „wandering bubbels“ gibt, die nach der
Finanz- und Immobilienspekulation in den letzten Jahren nunmehr
Energie, Metalle und Nahrungsmittel zum Ziel ihrer Begierde machen. Seit
einem Jahr steigen die Preise mit leichten Schwankungen kontinuierlich
auf den Rohstoffmärkten. Allein der Preisindex für Nahrungs-mittel
schwankte in den letzten 12 Monaten um 81 Prozent. Die Knappheit der
Güter wird ausgenutzt, nicht nur um auf steigende Preise zu setzen,
sondern um auch die Preise gezielt hoch zu treiben.
Seit Ende der vierziger Jahre gab es immer wieder Debatten, die
Preise für Energie und Rohstoffe einem internationalen Regime zu
unterwerfen, um Spekulationen auszuschließen und wirtschaftliche
Instabilität zu verhindern. Doch es geschieht nur wenig, um mehr
Transparenz und einen funktionierenden Markt zu schaffen. Wenige
Monopolunternehmen und Finanzinstitute haben weltweit das Sagen.
Besonders problematisch ist das Verhalten der großen Ölkonzerne. Sie
nutzen jeden Anlass, um Preissteigerungen durchzusetzen, finanzgierig
und rücksichtslos. Es wird Zeit, national und EU-weit öffentliche
Gegengewichte aufzubauen. Denkbar ist ein europäischer Energiekonzern
unter Kontrolle der EU, der nicht nur bei den herkömmlichen
Energieträgern aktiv ist, sondern auch neue Technologien fördert und
dort vergleichbare Fehlentwicklungen verhindert.
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NaturFreunde: Stromwechselkampagne „EnBW ade!“
Berlin/Stuttgart, 1. Februar 2011 – Die NaturFreunde Deutschlands
starten eine Kampagne für Atomausstieg in Baden-Württemberg unter dem
Motto „EnBW ade!“ mit einem Appell an die Landesregierung, den Konzern
auf erneuerbare Energien auszurichten.
Wir können alles. Außer Erneuerbare? Diese Frage stellen die
NaturFreunde und ihr Bundesvorsitzender Michael Müller, Staatssekretär
a.D., an Baden-Württembergs Energiekonzern EnBW.
EnBW ist der Energieversorger mit dem höchsten Atomstromanteil im
Energiemix. Nach Konzernangaben stammten 2009 mehr als 57% der von EnBW
erzeugten Energie aus Atommeilern. Kohle und Gas brachten weiter 32%.
Erneuerbare? Die mageren 11% stammen in erster Linie aus alten
Wasserkraftwerken. Baden-Württemberg gerät bei den erneuerbaren Energien
immer mehr zum Schlusslicht, eine Folge der Staatsintervention. Denn
schon lange wird EnBW vor allem von der Politik gesteuert.
Baden-Württembergs Regierung setzt auf Atomstrom. Nachdem sich
Frankreichs Atomstromproduzent EDF aus dem Ländle und
seinem Versorger EnBW zurückgezogen hat, weil er die Zukunftsaussichten
für Atomstrom in Deutschland negativ einschätzt, verstaatlicht
Ministerpräsident Mappus den Konzern kurzerhand. Bis zu 6 Milliarden
Steuergelder werden eingesetzt, damit die von CDU und FDP beschlossene
Laufzeitverlängerung für die Atommeiler bis zur letzten Kilowattstunde
ausgeschöpft werden kann.
In einem Appell fordern die NaturFreunde eine Energiewende in
Baden-Württemberg. Die NaturFreunde rufen die Landesregierung in
Baden-Württemberg auf, ihre „Dagegen-Politik` im Bezug auf die
erneuerbaren Energien endlich aufzugeben und die Beteiligung an EnBW zu
nutzen, um den Atomausstieg zu beginnen und eine dezentrale
Energieversorgung auf der Basis von Sonne, Wind, Wasser und Biomasse zu
fördern und dadurch Arbeitsplätze mit Zukunft zu schaffen.
Die NaturFreunde laden ein zum Stromwechsel zu Anbietern mit 100%
erneuerbaren Energien. So kann jede Bürgerin und jeder Bürger den
Atomausstieg selber beginnen. Mit einer Kampagne in den nächsten Monaten
wollen sie die „Wechselstimmung“ unter den Bürgern erhöhen. Dazu haben
sie eine Kampagnenseite http://www.ade-enbw.de geschaltet.
Die NaturFreunde mobilisieren zugleich für die Beteiligung an der für
den 12.03.2011 von Stuttgart nach Neckarwestheim geplanten
Menschenkette für den Atomausstieg.
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NaturFreunde: Aufstieg und Fall undemokratischer Staaten
Aufstieg und Fall undemokratischer Staaten
Welche Rolle spielt Europa im arabischen Umbruch?
Berlin, 31. Januar 2011 – Zu den Umbrüchen in der arabischen Welt und
die Rolle der europäischen Staaten bei der Unterstützung der dort
herrschende Diktatoren erklärt der Bundesvorsitzende der NaturFreunde
Deutschlands, Michael Müller, folgendes:
Das wissen wir auch: Wenn Demokratie und Freiheit nicht mit sozialer
Gerechtigkeit gefüllt sind, also mehr Chancen für die Menschen
verwirklichen, sind auch sie bedroht. Natürlich besteht – zumal in
arabischen Ländern – die Gefahr, dass Umbrüche und Veränderungen
Stabilität und Berechenbarkeit zerstören. Doch ohne Demokratie und
Freiheit kann auf Dauer keine Gesellschaftsordnung erfolgreich sein,
auch wenn sie durch eine sich immer weiter ausbreitende Gewalt und
Korruption ein enges Netz der Absicherung ihrer Macht aufgebaut hat. Das
zeigt sich in den arabischen Ländern, die sich nicht mehr mit
Einschüchterung, autoritärer Gewalt und totaler Überwachung still halten
lassen oder in denen autokratische Verhältnisse nur durch viele Gas-
oder Öldollars abgesichert werden.
Angst ist das Herrschaftsmittel versteinerter Despoten – mit Hilfe
einschüchternder Bürokratien, willfähriger Polizei und kalter Militärs.
Diese undemokratischen Regimes sind mit ihrem Machterhalt beschäftigt
und verlieren gerade deshalb den Boden unter den Füßen. Das dauert, weil
die Statik der Macht durch ihre Brutalität verfestigt ist, aber der
Prozess der Erosion ist unaufhaltsam, selbst wenn westliche Regierungen
diesen Zustand akzeptieren oder sogar unterstützen, wie das in Ägypten
seit Jahrzehnten der Fall ist. Die Unzufriedenheit über die Spaltung und
die Bevormundung des Volkes, die Blockade der Chancen und die
Unterdrückung der Freiheit sind stärker als die Diktatur des Terrors.
Die arabische Welt ist im Umbruch, auch weil sie zu lange in
verkrusteten Verhältnissen eingemauert war. Dieser Prozess zeigt sich
überall. Vielen Potentaten bleibt nur die Alternative, entweder noch
mehr Unterdrückung und Überwachung zu setzen oder den Weg für
grundlegende Reformen zu öffnen, was aber meist gleichbedeutend mit
ihren eigenen Ende wäre. Weil sich wenig ändert, bricht Unzufriedenheit
auf und lehnt sich gegen die alten Systeme auf. Die Lage spitzt sich zu,
die arabische Welt erlebt eine neue Phase der Instabilität.
Einer der Wurzeln des Konfliktes liegt in der bis 1989 zweigeteilten
Welt, in der die Absicherung eigener Interessen wichtiger war, als sich
für Menschenrechte und Demokratie einzusetzen. Es ging um Verbündete,
die auch dann gestützt wurden, wenn sie Reformen und Veränderungen
unterdrückten. In den Ländern des nahen und mittleren Ostens, wo der
Zugang zu den natürlichen Ressourcen das höchste In-teresse der
Supermächte war und ist, existieren noch immer viele Relikte der
untergegangenen Welt. Die Unruhen in Tunesien, Ägypten, Jemen und
anderswo sind auch ein Erbe der puren Machtpolitik, die seit Jahrzehnten
Diktaturen stützt, aber jetzt vor den Folgen des eigenen Versagens
warnt und Angst vor den Folgen Bürgerrevolten hat.
Natürlich kann das Ergebnis fatal sein, wenn der Zusammenbruch
überholter Ordnungen zum Rückfall in mittelalterliche Ideologien führt.
Doch auch hier gibt es Ursache und Wirkung, weil westliche Werte durch
eigenes Handeln diskreditiert wurden. Die Bilder aus Tunesien und
Ägypten zeigen, dass es den Menschen in erster Linie um Freiheit geht.
Wenn der Westen nicht Klarheit schafft, wie er es mit der Würde und den
humanen Hoffnungen der Menschen hält, dann wächst auch die Wut auf eine
verlogene Doppelmoral.
Die Welt wird neu geordnet. Von den großen Strategen in den
europäischen Machtzentralen sind bisher nur austauschbare Floskeln zu
hören. Sie warten ab und äußern hinter vorgehaltener Hand Angst vor
islamistischen Kräften. Sie sollten sich vielmehr um die eigene
Glaubwürdigkeit kümmern.
Was die NaturFreunde Deutschlands, ein Verband der aus der
europäischen Solidaritätsbewegung entstanden ist, jetzt verlangen, ist
weit mehr. Eine ebenso eindeutige wie auch selbstkritische Parteinahme
der europäischen Regierungen für die Menschenrechte. Und eine Rolle
Europas in der globalen Welt, die den Widerspruch zwischen Anspruch und
Taten endgültig beendet. Bisher zeichnen sich Berlin, Paris und London
wahrlich nicht darin aus, über den Tellerrand ihrer kurzfristigen
Interessen hinauszuschauen.
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NaturFreunde: Für frei fließende Flüsse und umweltverträglichen Gütertransport
Für frei fließende Flüsse und umweltverträglichen Gütertransport
Die Naturfreunde beteiligen sich an der Aktion „Fackeln für Elbe und
Donau“. Um 17 Uhr entzünden Naturschützer am 29.1.11 Fackeln entlang von
Elbe und Donau, um ein Zeichen gegen die drohende Zerstörung der frei
fließenden Flüsse zu setzen. Der Widerstand richtet sich insbesondere
gegen das Staustufenprojekt bei Decin, gegen den geplanten Bau des
Elbe-Saale-Kanals, gegen die Verengung und Vertiefung der Mittelelbe und
Unterelbe sowie die Staustufenpläne für die frei fließende Donau
zwischen Straubing und Vilshofen. Es handelt sich dabei um jeweils
fragwürdige Wasserstraßenprojekte, deren Sinnhaftigkeit die NaturFreunde
bezweifeln. Wir fordern hierzu für die Elbe eine Offenlegung sämtlicher
relevanter Daten, damit eine ökologische, ökonomische und soziale
Bewertung stattfinden kann. NaturFreunde, und nicht nur sie, wollen
informiert sein, um die Naturverträglichkeit zu prüfen. Es ist insoweit
zu begrüßen, dass nunmehr von der Tschechischen Republik weitere
Unterlagen zur Verfügung gestellt wurden, die im Zeitraum vom 28.01.2011
bis zum 11.02.2011 beim Wasser- und Schifffahrtsamt Dresden, bei der
Landesdirektion Dresden und beim Landkreis Sächsische Schweiz eingesehen
werden können. Die Stellungnahmefrist wurde bis zum 28.02.2011
verlängert.
Die frei fließende Donau in Niederbayern ist ebenso wie die frei
fließende Elbe ein einmaliges ökologisches Juwel in Mitteleuropa und
Rückzugsgebiet vieler bedrohter Tier- und Pflanzenarten. In Zeiten des
Klimawandels mit seiner durch schwankende Niederschläge erhöhten
Hochwassergefahr sind die unverbauten Flüsse als natürliches
Rückhaltebecken wichtiger denn je. Durch die wechselnden Wasserstände
sind Auwälder, Feuchtgebiete und Altwasser entstanden. Die geplanten
Staustufen beeinträchtigen die biologische Vielfalt. Ein Donauausbau ist
auch ohne Staustufen und Kanäle möglich, wie er vom deutschen Bundestag
bereits 2002 beschlossen wurde, was allerdings seitdem von der
bayerischen Landesregierung blockiert wird.
Kein umweltfreundlicherer Gütertransport durch Staustufen
Im Übrigen haben neuere Untersuchungen gezeigt, dass ein
Staustufenausbau nur unbedeutende Vorteile für den Güterverkehr im
Donau- und Elbraum bringen würde. Nach den Zahlen des Ifo-Instituts
(Studie von 2000) ist für die Autobahnen nur ein minimaler
Entlastungseffekt zu erwarten. Bei der Energie- und Schadstoffbilanz
schneidet das Binnenschiff entgegen früherer Einschätzungen schlechter
ab als die Bahn, weil mit der starren Wasserstraße lange Umwege für den
Güterverkehr in Kauf genommen werden müssen. Auch das Umweltbundesamt
(UBA 2011, Die Elbe: Schifffahrt und Ökologie im Einklang?) stellt
aktuell die Frage, ob in Zukunft unter den Bedingungen des Klimawandels
und in Abwägung mit anderen Nutzungen – eine Schifffahrt auf der Elbe
überhaupt aufrecht erhalten bleiben kann.
Bei dieser Sachlage ist es unverantwortlich, die einmalige Natur- und
Kulturlandschaft der Donau und der Elbe privatwirtschaftlichen
Interessen der Bau- und Energiewirtschaft zu opfern.
Rückfragen bitte an
NaturFreunde Deutschlands
Verband für Umweltschutz, sanften Tourismus, Sport und Kultur
Tilmann Schwenke
( 0174) 3150296
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NaturFreunde: Doch keine Bürgerbeteiligung in Gorleben?
Doch keine Bürgerbeteiligung in Gorleben?
Union fürchtet die Konsequenzen der beschlossenen AKW-Laufzeitverlängerung
Berlin, 27. Januar 2011 – Kein großes Planungsvorhaben solle mehr
ohne eine umfassende Bürgerbeteiligung stattfinden, hatten noch vor
wenigen Wochen die Regierungsparteien CDU/CSU und FDP versprochen. „Das
war anscheinend nur ein taktisches Ablenkungsmanöver nach den Protesten
gegen Stuttgart 21, eine Beruhigungspille vor der Landtagswahl in
Baden-Württemberg“, erklärt der Bundesvorsitzende der NaturFreunde
Deutschlands Michael Müller. „Denn wie soll man sich sonst erklären,
dass die CSU bei der Entsorgung von Atommüll, einem der wichtigsten
Planungsvorhaben überhaupt, die Bürgerbeteiligung in Gorleben stoppen
will?“
Die Motive sind offensichtlich: Die Union, die gerade erst die
Verlängerung der Atomlaufzeiten durchgesetzt hat, fürchtet die
Konsequenzen der beschlossenen AKW-Laufzeitverlängerung. Offensichtlich
geht auch sie davon aus, dass ein ergebnisoffenes und transparentes
Verfahren nicht nur die mangelnde Eignung von Gorleben feststellen wird,
sondern möglicherweise sogar geeignetere Standorte in Bayern oder
Baden-Württemberg empfiehlt.
Bürgerbeteiligung
ja – aber nur solange die harten Interessen der CDU/CSU nicht berührt
werden. Bei der Standortentscheidung für ein nationales Atomdepot wird
das sicherlich der Fall sein. Deshalb erklärte Hans-Peter Friedrich,
CSU-Landesgruppenchef im Bundestag, auch schon, es habe genug
Bürgerbeteiligung gegeben.
Da ist sie wieder, die Basta-Politik, vor der Heiner Geißler in
Stuttgart gewarnt hatte. Die erste Bewährungsprobe nach der Stuttgarter
Tafelrunde ist schon gescheitert. Auch Bundesumweltminister Norbert
Röttgen hatte öffentlich erklärt, den Bürgern Beteiligungsrechte beim
Planungsverfahren einräumen zu wollen. Die CSU behauptet aber, das sei
nur eine Plattform für Protestierer, die von ihrer vorgefassten Meinung
nicht abließen. Diese Behauptung ist dreist. Nach Aussage von Herrn
Friedrich habe die bisherige Untersuchung des Standorts keine
Erkenntnisse gebracht, die gegen Gorleben sprächen.
Den Untersuchungsausschuss Gorleben gibt es also gar nicht? Die
vielen kritischen Einwände, alle Fiktion? Wo bleibt der Schlichter
Heiner Geißler?
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NaturFreunde: Das Zeitalter der knappen Rohstoffe hat begonnen, doch die Politik reagiert nicht
Preise für Energie, Metalle und Nahrungsmittel steigen rasant
Das Zeitalter der knappen Rohstoffe hat begonnen, doch die Politik reagiert nicht
Berlin, 25. Januar 2011 – „Kommt nach der Finanzspekulation jetzt
eine Nahrungsmittelspekulation“, fragt der Bundesvorsitzende der
NaturFreunde Deutschlands Michael Müller und warnt: „Seit Monaten
steigen die Preise für Agrarrohstoffe, Metalle und Energie. Nach den
Finanz- und Immobilienkrisen der letzten Jahre grasen die Heuschrecken
nun die Rohstofffelder ab, ganz besonders dreist bei den
Nahrungsmitteln. Der Umgang mit der Rohstoffknappheit ist eine
Schlüsselfrage der nächsten Jahre. Bisher aber ist die Politik untätig.“
Seit den 1980er Jahren haben die Finanzinstitute das Kommando über
die Wirtschaft übernommen. Die Welt ist seitdem geprägt von einer
Arbitrage-Ökonomie, die mit den Unterschieden in Zeit und Raum
spekuliert und nur noch den kurzfristigen Gewinn sucht. Nach den Folgen
ihres Handelns fragt sie aber nicht.
Seit Monaten steigen die Preise für Agrarrohstoffe, Metalle und
Energie. In den letzten zwölf Monaten stieg der Preis für Rohöl um knapp
ein Drittel. Der Rohstoff-Preisindex des Hamburgischen
Weltwirtschaftsinstitutes (HWWI) erhöhte sich im Jahr 2010 um 41,3
Prozent. Doch die großen Anbieter tun weiter so, als sei der
Rohstoffmarkt ein freier Markt. Etwa der freie Markt von Deepwater
Horizon und einem überfluteten Australien?
Tatsächlich nimmt die Spekulation bei steigender Nachfrage und einem
immer knapper werdenden Angebot zu. Der Rohstoffsektor wird zu einem
kurzfristig orientierten Kasino. Die Rohstofffrage beginnt auch, den
Finanzmarkt zu dominieren: Seit dem Jahr 2005 haben fachfremde Anleger
und Banken, Broker und Spekulanten das Kommando übernommen. In vielen
Bereichen liegen die reinen Finanztransaktionen schon um ein Vielfaches
höher als die ihnen zugrunde liegenden Rohstoffmengen. Die „Wandering
Bubbles“ pumpen eine neue Spekulationsblase auf, ein ökologischer
Kolonialismus wird aufgebaut.
Die knappen globalen Ressourcen sind eine strategische Machtquelle,
die immer bedeutender wird. Längst haben Kartelle, große Fonds und
direkte Verträge zwischen einzelnen Staaten den Markt ersetzt. Bei den
Nahrungsmitteln riecht es nach neuen globalen Wanderungsbewegungen, bei
anderen Rohstoffen sogar nach Krieg. Das Zeitalter der knappen Rohstoffe
hat begonnen.
Der Umgang mit der Rohstoffknappheit ist eine Schlüsselfrage der
nächsten Jahre. Bisher aber ist die Politik untätig. Die NaturFreunde
Deutschlands fordern deshalb die Bundesregierung auf, endlich zu einem
vernünftigen Regime im Umgang mit den knappen Ressourcen zu kommen.
Wir erwarten Vorschläge für eine Ressourcensteuer, für ein Programm
zur Kreislaufwirtschaft, für internationale Fonds, die mehr
Verteilungsgerechtigkeit schaffen und für einen Grenzsteuerausgleich,
damit sich Volkswirtschaften gegen Umweltdumping schützen können. Vor
allem aber erwarten wir eine strikte Sanktionierung der Externalisierung
von Kosten zulasten der Allgemeinheit.
Nur: Wann endlich handelt die Bundesregierung?
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NaturFreunde: Die Agrarpolitik muss dringend nachhaltiger werden
Die Agrarpolitik muss dringend nachhaltiger werden
Subventionen sollten an ökologische Zusatzleistungen gekoppelt werden
Berlin, 20. Januar 2011 – Auch die NaturFreunde Deutschlands „haben
es satt“ und rufen gemeinsam mit einem breiten Aktionsbündnis zur
Demonstration für eine nachhaltige Agrarpolitik am 22. Januar in Berlin
auf. An diesem Tag treffen sich auf Einladung der Bundesregierung
Landwirtschaftsminister und Agrarkonzerne aus aller Welt zur ‚Grünen
Woche‘ in Berlin.
„Die Agrarpolitik in Deutschland und der Welt widerspricht allen
international verabredeten Zielen für eine nachhaltige Entwicklung“,
erklärte Eckart Kuhlwein, Naturschutzexperte des Verbandes. Nicht nur
der aktuelle Dioxin-Skandal in Deutschland zeige, dass sich die Lage
bereits dramatisch zugespitzt habe.
Die industrialisierte Landwirtschaft fördere den Hunger in der
Dritten Welt, schädige das Klima, die biologische Vielfalt, die Böden,
die Wasserversorgung und die Qualität der Lebensmittel, so Kuhlwein.
Europa müsse endlich durch eine Reform der gemeinsamen Agrarpolitik
(GAP) mit gutem Beispiel vorangehen.
Nach Auffassung der NaturFreunde müsse die bisherige GAP zu einer
ökologisch orientierten Agrarpolitik weiterentwickelt werden, indem die
Verteilung von Subventionen eng an die Bereitstellung ökologischer
Zusatzleistungen gekoppelt werde. Dafür gebe es schon sehr konstruktive
Vorschläge des zuständigen rumänischen EU-Kommissars Dacian Cioloș.
Jetzt gehe es darum, dass auch Deutschland und Frankreich ihren Kurs
änderten und mit der Rücksichtnahme auf die Großbauern, Agroindustrie
und Chemie endlich Schluss machten.
Letzten Endes müsse das Europäische Parlament, das seit dem
Lissabon-Vertrag in der Agrarpolitik mitbestimmen könne, die Ausbeutung
der Natur stoppen. Geschehe dies nicht, müsse mit einem gewaltigen
Vertrauensverlust in der Bevölkerung gerechnet werden. Europas
Steuerzahler seien nicht mehr bereit, eine zerstörerische Agrarpolitik
mit jährlich fast 60 Milliarden Euro zu unterstützen. Die Agrarpolitik
müsse endlich auch wichtige Aufgaben zur Erreichung längst akzeptierter
Nachhaltigkeitsziele übernehmen.
Die NaturFreunde verlangten deshalb eine multifunktionale,
bäuerlich-ökologische Landwirtschaft mit globaler Verantwortung. Es gehe
um eine Lebensmittelerzeugung, die – flächendeckend betrieben –
ökologisch intakte Kulturlandschaften präge, Arbeitsplätze schaffe und
Anliegen des Tierschutzes ebenso ernst nehme wie die Herausforderungen
der globalen Entwicklung und des Klimaschutzes.
Mehr Informationen und Treffpunkt für NaturFreunde: www.kurzlink.de/wir-haben-es-satt
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NaturFreunde: Geplanter griechischer Grenzzaun ist ein Armutszeugnis für die europäische Außenpolitik
Geplanter griechischer Grenzzaun ist ein Armutszeugnis für die europäische Außenpolitik
++
Wien, 20. Januar 2011
Die griechische Regierung plant, an der EU-Außengrenze zur Türkei einen
Hochsicherheitszaun zu errichten. Dazu erklärt der Präsident der
internationalen Naturfreundebewegung Manfred Pils: „Menschen, die aus
Not ihre Heimat verlassen, dürfen nicht kriminalisiert werden. Nachdem
wir 1989 endlich die letzte Mauer in Europa niedergerissen haben,
errichten wir plötzlich neue Zäune und Mauern, anstelle die Ursachen der
Migration in den Herkunftsländern zu bekämpfen und die Integration in
Europa effizient zu gestalten – immerhin sind weite Teile der
europäischen Wirtschaft, von der Alten- und Krankenpflege über den
Tourismus oder die Landwirtschaft ohnehin bereits von MigrantInnen
abhängig.“
Allein 200 Millionen Klimaflüchtlinge weltweit werden für die
nächsten 30 Jahre prognostiziert. Schon jetzt befinden sich mehr als
zehn Millionen Menschen auf der Flucht. Die meisten von ihnen finden in
benachbarten Ländern Asyl. Nicht mal ein Prozent dieser Flüchtlinge
erreicht die EU. 2010 wurden in Griechenland etwa 35.000 Menschen
festgenommen, die über die grüne Grenze in die EU zu kommen versuchten –
von interessierten Politikern und Medien zu einem „Flüchtlingsstrom“
hochstilisiert. Dabei sind 35.000 Flüchtlinge für die rund 500 Millionen
Europäer keine echte Herausforderung. Doch die seit vielen Jahren von
den Staaten an den EU-Außengrenzen eingeforderte Lösung, Flüchtlinge im
Rahmen von Kontingenten auf alle EU-Mitgliedsstaaten zu verteilen, wird
von vielen europäischen Ländern strikt abgelehnt. Erst dadurch werden
Probleme in den Randländern der EU faktisch erzeugt, die dann mit
menschenverachtenden Methoden „bekämpft“ werden müssen.
Anhaltelager, Abschiebegefängnisse, Polizeiboote und
Hochsicherheitszäune mit Wärmebildkameras und Bewegungsmeldern sind die
falsche Antwort auf die Herausforderung Migration – mit ihnen werden nur
Schlepperorganisationen begünstigt, die den Flüchtlingen für den Weg in
die EU tausende Euros abnehmen, obwohl viele dann wegen dieser
Grenzsicherungsmaßnahmen ihr Leben lassen müssen. Sinnvoller für die EU
wäre es, die eigentlichen Ursachen für die global zunehmende Migration
zu bekämpfen durch eine Änderung der Agrar- und Fischereipolitik und die
Förderung von Einkommensmöglichkeiten in den traditionellen
Fluchtländern im Rahmen der Entwicklungszusammenarbeit. So zerstören
etwa die sogenannten „Europäischen Partnerschaftsabkommen“ (EPA)
regionale Handelskreisläufe in Afrika und gefährden Hunderttausende
Arbeitsplätze.
Auch die große EU-Fischfangflotte trägt dazu bei, dass die Weltmeere
leergefischt werden und Zehntausende Fischerfamilien beispielsweise an
den afrikanischen Küsten ihre Existenzgrundlage verlieren. Durch den
massiven Kauf von seltenen Metallen aus illegalem Raubbau tragen
europäische Konzerne zudem eine Mitschuld an Bürgerkriegen und
Vertreibungen in vielen Regionen der Welt.
„Die internationalen Naturfreunde setzen sich mit ihren
Landesverbänden für eine humane Migrationspolitik in Europa ein, die
Flüchtlinge aktiv integriert und ihnen neue Lebenschancen bietet. Dazu
gehört auch einer Verteilung der Lasten auf alle europäischen Länder“ so
Pils abschließend.
Die NFI ist der internationale Dachverband der Naturfreundebewegung
mit mehr als 50 Mitglieds- und Partnerorganisationen. Als Mitglied der
Green10 zählt sie mit 500.000 Mitgliedern zu den größten NGOs weltweit.
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Immer mehr Wetterextreme: Wo ist eigentlich der Bundesumweltminister?
Immer mehr Wetterextreme: Wo ist eigentlich der Bundesumweltminister?
Berlin, 14. Januar 2011 – Die Wetterextreme nehmen weltweit zu, doch
von Dr. Norbert Röttgen (CDU) ist schon lange nichts mehr zu hören.
„Gerade jetzt müsste der Bundesumweltminister mehr Klimaschutz in
Deutschland und Europa fordern, es gibt keinen besseren Anlass“, erklärt
Michael Müller, Bundesvorsitzender der NaturFreunde Deutschlands und
ehemaliger Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesumweltministerium.
„Was wir heute erleben, sind die Folgen der Treibhausgasemissionen vor
Jahrzehnten. Diese sind allein im letzten Jahrzehnt nochmals um ein
Drittel gestiegen. Die bisherigen Klimaschutzmaßnahmen reichen nicht.
Wir müssen uns viel stärker anstrengen.“
Rund um den Globus gerät das Klima aus dem Lot. Schon der Sommer 2010
war geprägt von Wetterextremen. Große Gebiete Pakistans gingen unter,
weil die vom Gletschereis gespeisten Flüsse immer mehr Wasser aufnehmen
mussten. In Russland brannte angesichts anhaltend hoher Temperaturen
über Wochen der Wald. In Mitteleuropa gab es Hochwasser. Die
Andenstaaten erlebten einen extrem kalten Winter.
Und nun leiden große Landstriche Australiens an den Folgen des
Temperaturanstiegs in den ozeanischen Deckschichten und der
Klimaschwankungen (Oszillation). Die Wassermassen haben eine Fläche so
groß wie ein Drittel Westeuropas überflutet. Und auf der anderen Seite
Australiens wütet die Hitze mit Waldbränden und Trockenheit. Auch
Brasilien erlebt gerade extremes Hochwasser und gewaltige Erdrutsche.
Nach dem Jahr der Naturkatastrophen 2010 beginnt auch das neue Jahr
mit Extremen. Dabei muss berücksichtigt werden, dass die Folgen der
steigenden Treibhausgasemissionen erst mehrere Jahrzehnte später
sichtbar werden. Schon heute ist klar, dass sich der anthropogene
Klimawandel beschleunigt. Viel Zeit wurde bisher verschwendet, um die
Prozesse zumindest zu verlangsamen. Trotz des Kyoto-Vertrages stiegen
die Treibhausgasemissionen im letzten Jahrzehnt um mehr als ein Drittel.
Und was sagt der Bundesumweltminister dazu? Welcher Anlass als die
Zunahme weltweiter Wetterextreme wäre besser geeignet, mehr Klimaschutz
in Deutschland und Europa zu fordern? Dies umso mehr, weil die von der
Vorgängerregierung eingeleiteten Maßnahmen noch nicht ausreichen, um das
beschlossene Ziel von minus 40 Prozent Treibhausgasemissionen bis zum
Jahr 2020 zu erreichen. Doch von Dr. Norbert Röttgen (CDU), der sonst
jede Gelegenheit nutzt, sich in den Medien zu platzieren, ist nichts zu
hören.
Der Umweltminister ist für Umweltfragen zuständig, im Zentrum steht
hierbei seit Anfang der neunziger Jahre der Klimawandel. Jetzt muss
vielleicht gesagt werden: stand im Zentrum bei den Ministern Töpfer,
Merkel, Trittin und Gabriel. Bis es zu Schwarz-Gelb kam.
Im Interesse der Sache:
Setzen Sie, Herr Dr. Röttgen, bitte den Schwerpunkt auf mehr Umwelt-
und Klimapolitik in Berlin. Es ist Ihre Verpflichtung, die Stimme laut
zu erheben, wenn das Klima verrückt spielt.
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NaturFreunde unterstützen die Initiative „Fackeln für Elbe und Donau“ am 29.01.2011
PM der Naturfreunde Deutschlands, Landesverbände Bayern, Sachsen – Anhalt und Sachsen e.V. vom 12.01.2011
NaturFreunde Bayern, Sachsen – Anhalt und Sachsen unterstützen die Initiative „Fackeln für Elbe und Donau“ am 29.01.2011
Eine bundesweite Aktion zum Schutz der Flüsse findet am 29. Januar
2011 statt. Die NaturFreunde Bayern, Sachsen und Sachsen – Anhalt
rufen gemeinsam mit Bürgerinitiativen, Verbänden, Vereinen und Kirchen
dazu auf, mit Lichtern und Fackeln an den Ufern der Elbe und Donau gegen
Kanalisierung und Verbauung dieser in weiten Teilen noch verbliebenen
naturnahen Flüsse zu protestieren. Der Widerstand richtet sich
insbesondere gegen das Staustufenprojekt bei Decin, die Staustufenpläne
für die frei fließende Donau zwischen Straubing und Vilshofen, gegen den
geplanten Bau des Elbe-Saale-Kanals und gegen die Verengung und
Vertiefung der Mittelelbe und Unterelbe. Es handelt sich dabei um
jeweils fragwürdige Wasserstraßenprojekte, deren Sinnhaftigkeit die
NaturFreunde hinterfragen. Wir fordern hierzu eine Offenlegung
sämtlicher relevanter Daten, damit eine ökologische, ökonomische und
soziale Bewertung stattfinden kann. NaturFreunde, und nicht nur sie,
wollen informiert sein, um Prüfungen vornehmen zu können.
Eine Zubetonierung von frei fließenden Flüssen würde tote Flussrinnen
hinterlassen, die dem europäischen Gedanken von vernetzten
Naturlandschaften widerspricht. Es ist unverantwortlich, einmalige
Kultur- und Naturlandschaften privatwirtschaftlichen Interessen der
Bau-, Schifffahrt- und Energiewirtschaft zu opfern.
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NaturFreunde: Genehmigter Planfeststellungsbeschluss für A 100 überrascht nicht
Genehmigter Planfeststellungsbeschluss für A 100 überrascht nicht
NaturFreunde unterstützen Klagen gegen eine der teuersten Straßen Deutschlands
Berlin, 11. Januar 2011 – „Die Genehmigung des
Planfeststellungsbeschlusses für den Weiterbau der Berliner A 100 vom
Dreieck Neukölln zum Treptower Park ist ein weiterer verkehrspolitischer
Schritt in die falsche Richtung“, erklärt Uwe Hiksch, stellvertretender
Landesvorsitzender der NaturFreunde Berlin und Mitglied im
Bundesvorstand der NaturFreunde Deutschlands. Hiksch empfiehlt: „Statt
den motorisierten Individualverkehr zu fördern, wären die 420 Millionen
Euro viel sinnvoller im Ausbau des Berliner Straßenbahnnetzes angelegt.“
Der Bau der A 100 zementiert die Ausrichtung der Investitionen auf
den Autoverkehr und ist verkehrspolitisch falsch. Durch eine Politik der
kleinen Schritte versucht die Berliner Senatsverwaltung Fakten für den
unsinnigen Weiterbau der A 100 zu schaffen. Die Kleingärtner an der
geplanten Trasse mussten bereits ihre Parzellen räumen, obwohl dies zum
jetzigen Zeitpunkt in keiner Weise notwendig gewesen wäre.
Die NaturFreunde werden im anstehenden Wahlkampf für das Berliner
Abgeordnetenhaus deutlich machen, dass sie eine Neuorientierung in der
Verkehrspolitik verlangen. Die noch immer feststellbare Ausrichtung auf
den motorisierten Individualverkehr in Berlin muss beendet werden.
Stattdessen müssen Investitionen in den öffentlichen Personennahverkehr
fließen. Die NaturFreunde lehnen den Bau der A 100 ab und fordern, die
frei werdenden Mittel in einen Ausbau des Berliner Straßenbahnnetzes
umzulenken.
Der Bau des 3,2 Kilometer langen Abschnitts der A 100 soll 420
Millionen Euro kosten. Die A 100 würde damit zu einer der teuersten
Straßen Deutschlands und massiv Autoverkehr direkt in die Innenstadt von
Berlin lenken, statt für eine notwendige Entlastung der Berliner City
vom Autoverkehr zu sorgen.
Der Planfeststellungsbeschluss soll in der zweiten Januarhälfte
öffentlich ausgelegt werden. Nach dem Ende der Einsichtsfrist können
dann innerhalb eines Monats beim Bundesverwaltungsgericht in Leipzig
Klagen eingereicht werden. Als Mitglied in der Berliner
Landesarbeitsgemeinschaft Naturschutz unterstützen die NaturFreunde die
Klagen gegen diesen Planfeststellungsbeschluss.
Wenn vonseiten der SPD im Abgeordnetenhaus erklärt wird, dass „mit
dem Planfeststellungsbeschluss zur Verlängerung der A 100 eine wichtige
Etappe für eines der bedeutendsten Infrastrukturprojekte Berlins
absolviert wurde“, wird mehr als deutlich, dass innerhalb der SPD eine
nachhaltige Verkehrspolitik für Berlin derzeit keine Mehrheit hat.
Insofern erwarten die NaturFreunde von den Parteien DIE LINKE und
Bündnis 90/Die Grünen, dass sie ihre Ablehnung gegen die A 100 im
Wahlkampf klar vertreten und die Ablehnung des Weiterbaus der A 100 zu
einer Sollbruchstelle für einen Koalitionsvertrag in Berlin erklären.
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NaturFreunde: Münchner Olympia-Bewerbung überzeugt nicht
Münchner Olympia-Bewerbung überzeugt nicht
Optimaler Umwelt- und Klimaschutz muss der Maßstab für Großveranstaltungen sein
Berlin, 10. Januar 2011 – In dieser Woche werden die
Bewerbungsunterlagen für die 2018 in München geplanten Olympischen
Winterspiele dem Internationalen Olympischen Komitee überreicht.
„München wird zweifellos stärker als andere Bewerberstädte darauf
achten, dass es ‚moderne‘ Winterspiele werden“, erklärt Michael Müller,
Bundesvorsitzender der NaturFreunde Deutschlands. Doch Müller warnt:
„Der Maßstab der Bewertung darf nicht der Vergleich mit den anderen
konkurrierenden Städten sein. Es geht bei der Münchner Olympia-Bewerbung
um eine Großveranstaltung in den ökologisch äußerst sensiblen Alpen.
Der Umwelt- und Klimaschutz muss heute der Maßstab für derartige
Ereignisse sein.“
Die Befürworter von Olympia 2018 in München und
Garmisch-Partenkirchen verweisen zwar auf die Vorteile der Olympischen
Spiele für das Image der Bundesrepublik: fröhliche Spiele, weltweite
Aufmerksamkeit, Auftrieb für den Wintersport, Förderung des Tourismus.
Sie reden aber kaum über die andere Seite, die zunehmende Zerstörung der
Alpen. Dabei ist es längst nicht mehr möglich, derartige
Großveranstaltungen ohne eine fundierte ökologische Bewertung zu
betrachten.
Der Schutz der Alpen steht noch immer nicht im Zentrum der
Diskussion. Auch bei der jüngsten Werbeveranstaltung im „Aktuellen
Sportstudio“ des ZDF am 8. Januar 2011 spielte dieses Thema keine Rolle.
Dabei sind die Alpen eine durch den Klimawandel besonders gefährdete
Region, die Erderwärmung ist hier weit stärker ausgeprägt als in anderen
Gebieten Europas. Die Folgen sind sowohl für die biologische Vielfalt
gravierend als auch für den Wasserkreislauf: Permazonen weichen auf,
Hänge rutschen, Gletscher sterben. Die wunderbare Bergwelt der Alpen ist
auch das Wasserschloss Europas und reguliert Flüsse und Grundwasser.
Der Schutz der Natur darf nicht nur am Rande behandelt werden: Für
uns alle ist er lebenswichtig. Bisher ist das von der
Bewerbergesellschaft vorgelegte Konzept nicht überzeugend. Die
Bewerbergesellschaft greift das Thema zwar auf, klebt aber nur kleine
Pflaster auf die nicht zuletzt selbst erzeugten Wunden.
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NaturFreunde: Jährlich 370 Tonnen neuer hoch radioaktiver Abfall in Deutschland
Jährlich 370 Tonnen neuer hoch radioaktiver Abfall in Deutschland
AKW müssen jetzt abgeschaltet werden, der Atommüll darf nicht weiter zunehmen
Berlin, 7. Januar 2011 – Jedes Jahr produzieren deutsche
Atomkraftwerke etwa 370 Tonnen neuen hoch radioaktiven Abfall, teilte
die Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
mit (www.kurzlink.de/immer-mehr-risiko). „Sie wissen zwar, wie viel
Atommüll anfällt. Aber sie wissen immer noch nicht, wo sie ihn lassen
sollen“, kritisiert das Vorstandsmitglied der NaturFreunde Deutschlands
Uwe Hiksch. „Die für die Ewigkeit gedachten sogenannten ‚sicheren
Endlager’ sind nach nur drei Jahrzehnten bereits Ruinen. Für den
kurzfristigen Profit der Atomkonzerne werden unzählige Generationen mit
einer extrem gefährlichen Hypothek belegt. Der Atomwahnsinn muss jetzt
aufhören.“
Bereits für dieses Frühjahr ist ein neuer Castortransport in das
mecklenburg-vorpommersche Lubmin geplant. Das Zwischenlager in Lubmin
wird von der Bundesregierung zum neuen „Atomklo“ Deutschlands ausgebaut.
Diese Transporte müssen sofort aufhören, denn Atomkraftwerksbetreiber
und die atomkraftbefürwortenden Bundesregierungen haben sich völlig
verplant und in den letzten Jahrzehnten mit den sogenannten „Zwischen-
und Endlagerkonzepten“ einen ökologischen und sicherheitstechnischen
Irrweg eingeschlagen.
Schließlich gibt es nirgendwo auf der Welt einen sicheren Ort, an dem
der hochgefährliche Atommüll für einen Zeitraum von bis zu einer
Million Jahren zuverlässig von der Biosphäre abgeschirmt werden kann.
Gescheitert sind auch die Versuche in Deutschland, schwach- und
mittelradioaktiven Atomabfall unterirdisch in ehemaligen Salzbergwerken
zu lagern. So muss jetzt das bereits abgesoffene Bergwerk Asse II unter
Milliardenaufwand wieder geräumt werden, um größere Gefahren abzuwenden.
Alle von den sogenannten Atomexperten abgegebenen Gutachten und
Sicherheitsprognosen waren nur Makulatur. Die sogenannten „sicheren
Endlager“ gibt es nicht.
Die tatsächliche Situation in den sogenannten „Endlagern“:
Asse II: Das 1967 als sogenanntes Versuchsendlager
im ehemaligen Salzbergwerk Asse II bei Wolfenbüttel in Betrieb genommene
Endlager war von Anfang an für eine Lagerung von Atommüll nicht
geeignet. Alle Bedenken und Hinweise von Anti-Atom-Initiativen wurden in
den Wind geschlagen und das Lager in Betrieb genommen. Bis 1978 wurden
von Atomkraftwerksbetreibern 126.300 Fässer mit Betriebsabfällen in das
ehemalige Salzbergwerk gekippt. Großspurig wurde damals angekündigt,
dass hiermit der Endlagernachweis erbracht worden sei. 30 Jahre später
aber mussten die Atombetreiber zugeben, dass das Bergwerk absäuft. Jeden
Tag fließen elf Kubikmeter Lauge ins Bergwerk. Das Risiko, dass dadurch
Radioaktivität ins Grundwasser gelangt, ist enorm hoch.
Morsleben: Von Anfang an war bekannt, dass das
ehemalige Salzbergwerk Morsleben in Sachsen-Anhalt nicht wasserdicht ist
und Grundwasser in das Bergwerk gelangt. Trotzdem wurde es von der DDR
ab 1971 als Endlager genutzt und nach der Wiedervereinigung weiter
betrieben. Nach einem jahrelangen juristischen Kampf mussten die
Betreiber im Jahr 1998 die Einlagerung von schwach radioaktiven Abfällen
stoppen. Nur wenige Jahre später, im November 2001, stürzte ein 4.000
Tonnen schwere Gesteinsbrocken von der Grubendecke in das Bergwerk. Nun
müssen aus Steuermitteln Kosten in Milliardenhöhe übernommen werden, um
die Grube zu verfüllen.
Schacht Konrad: Ähnlich sieht es beim Schacht Konrad
bei Salzgitter aus, einer stillgelegten Eisenerzgrube, die im Jahr 2002
von der SPD-Landesregierung in Niedersachsen als „Endlager“ genehmigt
wurde. Auch hier lag keinerlei ausreichender Nachweis für die Sicherheit
des ehemaligen Bergwerks vor. Die Genehmigung von Schacht Konrad als
sogenanntes Endlager ist nichts weiter als der nächste Versuch der
Atomlobby, eine Möglichkeit für das Vergraben von Atommüll zu finden, da
Morsleben und Asse nicht mehr zur Verfügung stehen. Auf die
gesundheitlichen Risiken für Mensch und Natur wird dabei keine Rücksicht
genommen.
Durch die Laufzeitverlängerung der deutschen Atomkraftwerke nimmt die
schwarz-gelbe Bundesregierung billigend in Kauf, dass mindestens 5.000
weitere Tonnen hoch radioaktiver Atommüll produziert wird. Auch dieser
muss irgendwo gelagert und bewacht werden. Diese Mengen an Atommüll
machen mehr als deutlich, dass der sofortige Ausstieg aus der
Atomenergie eine ökologisch und sicherheitstechnisch richtige Forderung
ist. Der Gesellschaft werden immer neue langfristige Risiken und Kosten
aufgebürdet – nur um den Atomkonzernen einen kurzfristigen Profit zu
ermöglichen.
Die NaturFreunde werden sich weiter aktiv am Widerstand gegen die
Castortransporte beteiligen, die nur dazu dienen, die
Laufzeitverlängerung der Atomkraftwerke abzusichern.
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NaturFreunde: Geplanter griechischer Grenzzaun ist menschenverachtend
Berlin, 6. Januar 2011 – Die griechische Regierung plant, an der
EU-Außengrenze zur Türkei einen Hochsicherheitszaun zu errichten. Dazu
erklärt das Vorstandsmitglied der NaturFreunde Deutschlands Uwe Hiksch:
„Die geplanten Grenzanlagen werden allein den Schlepperbanden mehr
Profit bescheren, statt die in Not geratenen Flüchtlinge wirklich
aufzuhalten. Sinnvoller für die EU wäre es, die eigentlichen Ursachen
für die global zunehmende Migration zu bekämpfen. Schließlich ist die
unsoziale Wirtschaftspolitik der EU mitverantwortlich für Armut, Flucht
und Vertreibung in den Herkunftsstaaten der Flüchtlinge.“
Allein 200 Millionen Klimaflüchtlinge weltweit werden für die
nächsten 30 Jahre prognostiziert. Schon jetzt befinden sich mehr als
zehn Millionen Menschen auf der Flucht. Die meisten von ihnen finden in
benachbarten Ländern Asyl. Nicht mal ein Prozent dieser Flüchtlinge
erreicht die EU.
2010 wurden in Griechenland etwa 35.000 Menschen festgenommen, die
über die grüne Grenze in die EU zu kommen versuchten – von
interessierten Politikern und Medien zu einem „Flüchtlingsstrom“
hochstilisiert. Dabei sind 35.000 Flüchtlinge für die rund 500 Millionen
Europäer keine echte Herausforderung. Doch die seit vielen Jahren von
den Staaten an den EU-Außengrenzen eingeforderte Lösung, Flüchtlinge im
Rahmen von Kontingenten auf alle EU-Mitgliedsstaaten zu verteilen, wird
von der Bundesregierung strikt abgelehnt. Das ist menschenverachtend und
nicht akzeptabel.
Der Bau eines Hochsicherheitszaunes an der EU-Außengrenze stellt
zudem einen Verstoß gegen die Menschenrechte dar. Mit diesem Grenzzaun,
der mit Wärmebildkameras und Bewegungsmeldern gesichert werden soll,
wird die EU immer weiter zu einer Festung ausgebaut.
Obwohl die EU durch ihre unsoziale Wirtschaftspolitik
mitverantwortlich ist für Armut, Flucht und Vertreibung, versucht sie
nicht, die Fluchtursachen zu bekämpfen. Durch die einseitige Ausrichtung
der EU-Handelspolitik auf die Exportbedürfnisse der europäischen
Wirtschaft werden zum Beispiel in Afrika bewusst Arbeits- und
Verdienstmöglichkeiten zerstört. So zerstören etwa die sogenannten
„Europäischen Partnerschaftsabkommen“ (EPA) regionale Handelskreisläufe
in Afrika und gefährden Hunderttausende Arbeitsplätze.
Auch die große EU-Fischfangflotte trägt dazu bei, dass die Weltmeere
leergefischt werden und Zehntausende Fischerfamilien beispielsweise an
den afrikanischen Küsten ihre Existenzgrundlage verlieren. Durch den
massiven Kauf von seltenen Metallen aus illegalem Raubbau tragen
europäische Konzerne zudem eine Mitschuld an Bürgerkriegen und
Vertreibungen in vielen Regionen der Welt.
Die Reaktion, den Auswirkungen dieser unsozialen Außenhandelspolitik
auch noch mit Grenzzäune zu begegnen, ist geradezu zynisch und inhuman.
Solche Grenzanlagen werden keinen Flüchtling, der in Not ist, davon
abhalten, den Versuch zu unternehmen, die EU-Außengrenze zu überwinden.
Sie werden aber dazu beitragen, dass Schlepperbanden, die Schleichwege
zur Überwindung solcher Barrieren anbieten, noch mehr Profit von den
Hilfesuchenden einstreichen können.
Die NaturFreunde Deutschlands werden sich dafür einsetzen, dass diese
Grenzanlagen nicht gebaut werden dürfen. Solche Zäune sind mit einer
humanitären Migrationspolitik nicht vereinbar. Gemeinsam mit
migrationspolitischen und menschenrechtlichen Gruppen und Initiativen
werden sich die NaturFreunde für eine humane Migrationspolitik in
Deutschland und in der EU einsetzen, die Grenzen abbaut und in Not
geratenen Flüchtlingen hilft.
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NaturFreunde: Der kalte Winter – kein Grund zur Entwarnung
Der kalte Winter – kein Grund zur Entwarnung
Wetterextreme sind Alarmzeichen für Klimawandel
Berlin, 30.12.2010 – Die Klimaskeptiker behaupten, dass der kalte
Winter ein eindeutiger Beleg sei, dass es keinen Klimawandel gibt. Das
Weltbild der (in der Regel) Herren, für die die Erde immer noch eine
Scheibe ist, bleibt einfach. Bei dieser extremen Kälte ist die
Erderwärmung die Behauptung einiger weniger „Deindustrialisierer“ und
„Wohlstandsvernichter“, die mit dem Kohlendioxid gewaltige Geschäfte
machen wollen.
Das Problem ist nur, dass dies mit wissenschaftlicher Seriosität
nichts zu tun hat. Klimaforschung ist langfristig, während Wetter
kurzfristig gebildet wird. Der Klimawandel geht von langfristigen
Veränderungen aus, in den Anpassungsperioden nehmen vor allem die
Wetterextreme zu. Insofern ist gerade das Jahr 2010 mit seiner Vielzahl
von Extremen, die eine Spur rund um die Welt gezogen haben, ein
alarmierendes Warnsignal, dass das Klimasystem aus dem Lot gerät.
Die Warnungen vor dem Klimawandel basieren auf drei Hauptsäulen:
- der Paläoklimatologie, die ihre Erkenntnisse vor allem aus Eiskernen und Kalkablagerungen in der Tiefsee zieht;
- Datenblättern aus den Wetteraufzeichnungen, insbesondere der letzten 150 Jahre;
- Computersimulationsmodelle, die trotz unterschiedlicher Annahmen in
höchst komplexen Rechnungen zu Ergebnissen kommen, die in den
Erwärmungstendenzen nur geringfügig voneinander abweichen
Viele dieser Szenarien sind in den letzten Jahren von der
Wirklichkeit sogar übertroffen worden. So sind wichtige Aussagen im 4.
Sachstandsbericht des Weltklimarates (IPCC) zu konservativ ausgefallen,
zum Beispiel gilt das für den erwarteten Anstieg des Meeresspiegels.
Es gibt keinen Grund zur Entwarnung. Auch die extreme Kälte in Europa
passt ins Bild. Die Anstrengungen müssen im Gegenteil verstärkt werden,
alles andere wäre die Welt als Scheibe zu beschreiben.
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NaturFreunde: Die Tricks der Energiekonzerne – höhere Preise zu Lasten der Verbraucher
Berlin, 29.12.2010 – Im Januar 2011 erhöht jeder zweite
Stromanbieter im Schnitt um knapp sieben Prozent die Preise. In der
Spitze belaufen sich die Preissteigerungen sogar auf 19 Prozent. Die
rund 600 Nimmersatts nehmen sich was sie nur können, von einem
durchschnittlichen Haushalt rd. 70 Euro pro Jahr. Geschätzt wird ein
zusätzlicher Gewinn von rund 30 Milliarden Euro.
Um die Stromkosten zu steigern, ist den Energiekonzernen jedes
Argument recht. Die Verlängerung der Laufzeit von Atomkraftwerken wurde
damit begründet, dass der Strom dann billiger sei. Merkwürdig nur, dass
der Preis in den beiden Atomländern Bayern und Baden-Württemberg höher
als im Rest der Republik liegt.
Und seit Jahren behaupten sie, der Ausbau der erneuerbaren Energien
treibt die Stromkosten in die Höhe. Dass sie ab-geschriebene Kraftwerke
gegen Investitionen in neue Anlagen stellen, das wird natürlich nicht
erwähnt.
Auch nicht, dass alle Studien zeigen, dass die neuen Energieanbieter
in den letzten Jahren deutlich günstiger geworden sind und die Preise
weiter sinken, während die traditionellen Brennstoffe deutlich teurer
geworden sind. Der Trend ist eindeutig, so dass viele erneuerbare
Energien in wenigen Jahren preisgünstiger sein werden als Strom aus
Kohle oder Atom.
Und auch die Vorteile, die sie beim Emissionshandel hatten, bei denen
ihnen in Milliardenhöhe Zertifikate kostenlos zugewiesen wurden, wurden
nicht einmal zu einem geringen Anteil für Preissenkungen genutzt.
Es fehlt auf dem Strommarkt an Transparenz und Wettbewerb. Das
ermöglicht vor allem den vier großen Stromkonzernen – EnBW, E.on, RWE
und Vattenfall, die rund 80 Prozent des Strommarktes beherrschen – die
Preise zu diktieren, weil sie nicht am funktionierenden Markt gebildet
werden. Alles, was sie in den letzten Jahren kriegen konnten, haben sie
zu ihrem Vorteil genommen und kaum etwas an die Verbraucher
weitergegeben. So auch jetzt.
Es wird Zeit, der Regulierungsbehörde mehr Macht und bessere
Kontrollmöglichkeiten zu geben. Wer unter Markt-wirtschaft nur höhere
Preise versteht, der darf sich nicht wundern, wenn die öffentliche Hand
dieses miese Spiel nicht mitmacht, sondern die Preisbildung nicht länger
allein den Vorstandsetagen überlässt. Wo bleiben eigentlich die
zu-ständigen Minister Rainer Brüderle und Norbert Röttgen? Von beiden
ist nichts zu hören. Ist das die Energierevolution, die sie so groß
angekündigt haben?
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NaturFreunde: Castor-Proteste in Lubmin waren ein großer Erfolg
Für 12.3.2011 Anti-Atom-Menschenkette von Stuttgart nach Neckarwestheim geplant
Berlin, 17. Dezember 2010 – Zum Castortransport nach Lubmin erklärt
das Vorstandsmitglied der NaturFreunde Deutschlands Uwe Hiksch: „Auch
wenn die Demonstranten den Castortransport letztlich nur kurz aufhalten
konnten, haben sie doch für weitere bundesweite Aufmerksamkeit für das
nach wie vor ungelöste Atom-Endlager-Problem gesorgt. Und die Bewohner
von Lubmin, Greifswald und Mecklenburg-Vorpommern haben gesehen, dass es
sehr viele Menschen gibt, die sich aktiv für eine gute Zukunft für alle
engagieren. Das wird auch anderen Menschen Mut für eine Teilnahme an
den nächsten Aktionen machen.“
Die Proteste gegen die Atomkraft sind kreativ und entschlossen. Dass
sich auch die Menschen in Mecklenburg-Vorpommern die unverantwortliche
Atompolitik der schwarz-gelben Bundesregierung nicht einfach so gefallen
lassen, hatten schon am 11. Dezember in Greifswald die rund 4.000
Teilnehmer der großen Demonstration gegen die Castortransporte ins
Ostseebad Lubmin deutlich gemacht.
Viele
kreative Proteste folgten: Lichter- und Menschenketten, Laternenumzüge
und Mahnwachen, dann die gestrigen Sitzblockaden. Allen Teilnehmern, die
sich trotz Kälte und Schnee dem Castortransport entgegen stellten,
gebührt großer Respekt. Zwar konnten sie den Transport letztlich nur
kurz aufhalten, doch sorgten sie für weitere bundesweite Aufmerksamkeit
für das nach wie vor ungelöste Atom-Endlager-Problem.
Im Norden und im Süden: Der Widerstand geht weiter
Die Aktionen hatten auch einen wichtigen Effekt für die Bewohner von
Lubmin, Greifswald und Mecklenburg-Vorpommern. Sie haben gesehen, dass
es sehr viele Menschen gibt, die sich aktiv für eine gute Zukunft
engagieren. Das wird auch anderen Menschen Mut machen: Die für das
Frühjahr 2011 geplanten nächsten Castortransporte nach Lubmin werden
sicherlich von noch größeren Protesten begleitet werden. Gemeinsam mit
dem mecklenburg-vorpommerschen Landesverband und der Greifswalder
Ortsgruppe werden sich auch die NaturFreunde Deutschlands weiter im
Widerstand gegen die Castortransporte engagieren.
Zudem sind für das nächste Jahr weitere große Proteste gegen die
unverantwortliche Atompolitik der Bundesregierung geplant: am 12. März
2011 eine große Menschenkette von Stuttgart zum Atomkraftwerk
Neckarwestheim und weitere Demonstrationen am 25. April 2011
(Ostermontag) anlässlich des 25. Jahrestages der Katastrophe von
Tschernobyl.
Auch in den vielen Wahlkämpfen im nächsten Jahr werden sich die
NaturFreunde dafür einsetzten, dass keine Stimmen an die
Atomkraftparteien vergeben werden und die Wahlkämpfe mit einer klaren
Forderung an die Parteien nach sofortigem Ausstieg aus der Atomenergie
verbunden werden.
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Klimawandel verstehen: NaturFreund gewinnt Wissenschaftspreis
Klimawandel verstehen: NaturFreund gewinnt Wissenschaftspreis
Helmholtzgemeinschaft prämiert Vermittlung der Ursachen und Folgen des Klimawandels
Berlin, 16. Dezember 2010 – Das Umweltforschungszentrum der
Helmholtzgemeinschaft hat Dr. Kai Niebert, Bundesleiter der
Naturfreundejugend Deutschlands und Mitglied des Bundesvorstands der
NaturFreunde Deutschlands mit dem Preis „Wissenschaft verstehen“
ausgezeichnet. Sieger wurde der promovierte Didaktiker mit seiner
anschaulichen Doktorarbeit zum Thema „Den Klimawandel verstehen“.
Niebert zeigt in seiner Arbeit anschaulich die drängende
Herausforderung der Vermittlung von wissenschaftlichen Ergebnissen in
die Gesellschaft. „Wir müssen die vielen guten wissenschaftlichen
Erkenntnisse zur Bremsung des Klimawandels auch in das alltägliche Leben
der Menschen übertragen. Nur so haben wir überhaupt eine Chance, den
Klimawandel aufzuhalten“, erklärte Niebert. „Dabei reicht es längst
nicht, nur erkannt zu haben, wie der Klimawandel unsere Lebensgrundlagen
bedroht. Wir müssen auch wissen, was jeder Einzelne dagegen tun kann.“
Die didaktische Arbeit Nieberts steht in der langen Tradition der
NaturFreunde: Seit mehr als 100 Jahren führen die NaturFreunde Menschen
in die Natur, um sich dort zu erholen und zu bilden und dann aktiv an
der Gesellschaft teilhaben und diese auch mitgestalten zu können. Im
Mittelpunkt des Engagements der NaturFreunde steht ein nachhaltiger und
klimafreundlicher Lebensstil, um eine gute Zukunft für alle Menschen zu
ermöglichen.
Dr. Kai Niebert arbeitet als Naturwissenschaftsdidaktiker an der
Leibniz Universität Hannover und forscht dort über Alltagsvorstellungen
zu verschiedenen naturwissenschaftlichen Themen. Darüber hinaus
engagiert er sich für eine generationengerechte Klimapolitik.
Zusatzinformationen zum Wettbewerb www.kurzlink.de/Klimawandelverstehen
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NaturFreunde: Klimadiplomatie im Bummelzug gegen die Erderhitzung
Berlin, 13. Dezember 2010 – „Ja, es gab Fortschritte in Cancún, aber
wieder keinen Durchbruch“, fasst Michael Müller, Bundesvorsitzender der
NaturFreunde Deutschlands und ehemaliger Staatssekretär im
Bundesumweltministerium die Ergebnisse der Weltklimakonferenz in Mexiko
zusammen. „Kaum einer glaubt noch daran, dass die globale Erderwärmung
tatsächlich unter zwei Grad Celsius gehalten werden kann. Das ist schon
ein unzureichender Wert, weil er bereits erhebliche Teile der Welt dem
Klimawandel opfert. Wir dürfen auch nicht vergessen, dass schon einmal
von einer Erwärmungsobergrenze von 1,5 Grad Celsius die Rede war. Längst
holen uns die Fakten ein, weil mehr geredet als gehandelt wird.“
Die Dekade 2001 bis 2010 war das wärmste Jahrzehnt seit Beginn der
direkten Wettermessungen von 1850. Sie war um 0,46 Grad Celsius wärmer
als die Zeit zwischen 1961 und 1990. Tagtäglich erleben Millionen
Menschen, dass sich ihre Lebensbedingungen radikal verändern, besonders
in den Entwicklungsländern Bangladesch, Pakistan, Birma oder Honduras.
Aber das Problem ist global: Auch die reichen Staaten Taiwan,
Saudi-Arabien und Australien gehören zu den zehn Staaten, die derzeit am
stärksten von immer häufigeren Wetterextremen betroffen sind. In den
nächsten Jahrzehnten werden jedoch alle Länder die Folgen der Erwärmung
zu spüren bekommen, die man besser Erderhitzung nennen sollte, weil so
die dahinter stehende Dramatik besser zur Geltung kommt.
Ein neuer Geist der Zusammenarbeit: Jeder will mitmachen
Nach der Konferenzkatastrophe von Kopenhagen ging es in Cancún um
Minimalziele, von Anfang an waren die Ansprüche zwei Nummern
bescheidener. Dafür waren die Beratungen deutlich zielgerichteter und
ein neuer Geist der Zusammenarbeit war zu spüren.
Sogar Fortschritte im Verhandlungsmarathon gab es: beim Waldschutz,
bei der Finanzierung von Anpassungsmaßnahmen und einem „grünen Fonds“
oder beim Zugang zu Öko-Techniken. Auch bewegt sich in vielen Staaten
real etwas: Brasilien etwa will das Amazonasgebiet ernsthaft schützen,
China setzt auf Energieeffizienz und erneuerbare Energien, Südafrika
verfolgt ehrgeizige Umbauziele für eine umweltverträgliche
Stromversorgung. Selbst Staaten, die anfangs noch völlig konträr zum
Klimaschutz standen, wollen nun mitmachen, wenn auch nur mit
grundsätzlichen Zusagen. Das ist alles durchaus bemerkenswert, aber eben
kein Durchbruch.
Zusagen bleiben unverbindlich und werden nicht eingehalten
Die Zusagen bleiben weiterhin unverbindlich, geschweige denn, dass es
eine Sanktionierung bei Nichteinhaltung geben soll. Denn die Einigung
von Cancún wurde nur deshalb möglich, weil das Dokument nicht mit
konkreten Reduktionszahlen für Länder wie China oder die USA unterlegt
wurde.
Bei den Klimaverhandlungen geht weiter nicht nur nichts gegen die
„gelähmten“ USA, sondern mittlerweile auch nichts gegen die
selbstbewussten Schwellenländer Brasilien, China, Indien und Südafrika,
deren empörtes Zurückweisen internationaler Verpflichtungen angesichts
ihres rasanten wirtschaftlichen Aufholprozesses aber zunehmend zur
Phrase wird. Und die EU verspielt kontinuierlich ihre Chance als Motor
für den sozial-ökologischen Umbau – und damit auch Marktchancen.
Weiterhin werden Zusagen gemacht, ohne sie einzuhalten. Deutschland ist
hier auch kein Vorbild.
Zwar gibt es in vielen gesellschaftlichen Bereichen ein neues Denken
und neue Akteure, zum Beispiel die aufblühende Industrie der
erneuerbaren Energien. Aber noch immer dominieren die durch die Krise
diskreditierten Wirtschaftsakteure, die das alte System angetrieben
haben und kaum zu Veränderungen bereit sind. Gelernt wurde wenig daraus,
denn ein globaler Investitionsplan würde starke wirtschaftliche Impulse
setzen, Arbeitsplätze schaffen und das Klima schützen. Ein ökologischer
New Deal wäre ein wichtiger Beitrag für wirtschaftliche Stabilität und
den Klimaschutz.
Großer Durchbruch wieder einmal verschoben
Cancún machte die Flamme nicht aus, die Hoffnung lebt. Konkrete
Entscheidungen und der große Durchbruch wurden jedoch wieder einmal
verschoben. So soll nun die Weltklimakonferenz 2011 im südafrikanischen
Durban erreichen, dass die Weltgemeinschaft 20 Jahre nach dem Erdgipfel
von Rio endlich einen Anschlussvertrag hat.
Eine Klimadiplomatie im Bummelzug ist aber ein schlechtes Zeichen für
die bereits von den Wetterextremen betroffenen Menschen. Für sie ist
die Erderhitzung längst real, die immerhin einen Bremsweg von mindestens
40 Jahren hat.
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Naturfreundejugend Bayern für intakte Natur im Isental
Prestigeprojekt A94-Isentaltrasse führt nur zu mehr Schulden und Umweltzerstörung
Berlin, 9. Dezember 2010 – Am 24. November 2010 bestätigte der
Bayerische Verwaltungsgerichtshof (VGH) in München die Zulässigkeit der
sogenannten Isentaltrasse der Bundesautobahn A 94 durch das
oberbayerische Isental. „Damit hat sich das Gericht dem Druck der
oberbayerischen Regierung gebeugt, die das ökonomisch und ökologisch
höchst fragwürdige Projekt seit 34 Jahren durchzusetzen versucht“, so
Leonhard Seidl, Jugendbildungsreferent der Naturfreundejugend Bayerns.
Die Naturfreundejugend Bayern lehnt den Bau der A 94 durch das
Isental strikt ab. Die sogenannte Isentaltrasse würde eine Schneise der
Verwüstung schlagen durch eine der letzten nahezu unberührten
Flusslandschaften in Bayern mit Resten eines ursprünglichen Auwaldes.
Teile des Isentals sind geschützte Flora-Fauna-Habitate (FFH), die laut
eines Urteils des Europäischen Gerichtshofes (EuGH) einen klaren
europäischen Schutzanspruch genießen, selbst wenn sie noch nicht
förmlich in die Brüsseler Liste eingetragen wurden. Insofern halten wir
die Urteilsbegründung des VGH, dass „erhebliche Beeinträchtigungen für
die vom europäischen Naturschutzrecht geschützten Tier- und
Pflanzenarten“ nicht gegeben seien, für nicht nachvollziehbar.
Als Vertreter der jungen Generation, die die Konsequenzen der
horrenden Staatsverschuldung und der allgegenwärtigen Umweltzerstörung
maßgeblich zu tragen hat, empfehlen wir dringend, die kostengünstigere
und umweltverträglichere Alternative des Ausbaus der bereits bestehenden
Bundesstraße B 12 zu wählen. Wie das renommierte Verkehrsberatungsbüro
Vieregg-Rössler feststellte, das bereits die zu erwartenden Kosten für
den ehemals geplanten Transrapid korrekt berechnet hatte, würde der
Neubau der A 94 rund 400 Millionen Euro kosten, der Ausbau der bereits
bestehenden Bundesstraße B 12 aber lediglich etwa 200 Millionen Euro.
Selbst wenn die bayerische Staatsregierung von nur etwa fünf Prozent
Mehrkosten für die Isentaltrasse ausgeht, bleibt das entscheidende
Gegenargument der erwartete Umweltschaden, der monetär nicht aufzuwiegen
ist.
Auch das Gericht hatte immer wieder betont, dass die Isentaltrasse
nicht die bessere Trasse sei. Die ökologisch und finanziell sinnvollere
Lösung bleibt der Ausbau der B 12. Damit könnte auch den leidgeprüften
Anwohnern der B 12, den hohen Unfallzahlen und den nachfolgenden
Generationen verantwortungsvoll begegnet werden.
Die Naturfreundejugend Bayern wird kein Prestigeobjekt im Sinne des
rasenden, kapitalistischen Zeitgeistes unterstützen, sondern kämpft
weiterhin für eine intakte Natur im Isental. Der Schutz der Natur hat
für uns oberste Priorität. Wir werden unseren friedlichen, aber
entschlossenen Widerstand gegen den Bau der A 94 weiter intensivieren,
bis die schwarz-gelbe bayerische Landesregierung ihren
verkehrspolitischen Kurs geändert hat.
Zusätzliche Informationen www.kurzlink.de/keonda-isentaltrasse
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NaturFreunde: Auch die Fußball-Weltmeisterschaft in Südafrika zeigte: Allein die Schulden bleiben
Kommerzialisierung des Spitzensports schadet dem Breitensport
Auch die Fußball-Weltmeisterschaft in Südafrika zeigte: Allein die Schulden bleiben
Berlin, 7. Dezember 2010 – Zu den Folgen der
Fußball-Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika erklärt Uwe Hiksch, Mitglied
im Bundesvorstand der NaturFreunde Deutschlands: „Nachdem der
Weltfußballverband FIFA mit der WM 2010 etwa 3,3 Milliarden Euro
verdient hat, sitzt Südafrika nun auf einem großen Schuldenberg. Allein
die zehn Stadien, die extra für die WM gebaut oder modernisiert wurden,
verursachen einen Kostenaufwand von jährlich 150 Millionen Euro. Der
Spitzensport braucht einen radikalen Umbau, denn große Sportkonzerne und
Verbände wie die FIFA verdienen an der Kommerzialisierung des
Spitzensportes immense Milliardenbeträge, während der Breitensport immer
mehr eingeschränkt werden muss.“
Würde man allein den Aussagen der FIFA glauben, war die
Fußball-Weltmeisterschaft für Südafrika und den Fußballsport eine
einzige Erfolgsgeschichte: Für die 64 WM-Spiele wurden 3,18 Millionen
Eintrittskarten verkauft, die Bilder aus Südafrika waren harmonisch und
schön.
Tatsächlich kann die FIFA mit den Ergebnissen der WM zufrieden sein:
Sie machte mit der WM 2010 einen Profit von 3,3 Milliarden Euro, bei der
WM 2006 in Deutschland lag der Gewinn noch bei etwa 1,9 Milliarden
Euro. Für die FIFA war der Trip nach Südafrika also durchaus profitabel.
Ein Skandal aber ist, dass von diesen enormen Gewinnen der Staat
Südafrika keinen Cent erhält: Südafrika musste der FIFA bereits im
Vorfeld der WM völlige Steuerfreiheit einräumen – wie andere
Ausrichterstaaten auch.
An der WM gut verdient hat auch die deutsche Wirtschaft. Im Vorfeld
der WM wurden Aufträge im Gesamtvolumen von mehr als 1,5 Milliarden Euro
an deutsche Unternehmen vergeben. Hier waren vor allem Großkonzerne wie
Siemens (Ausbau der Energieversorgung), Daimler (neue Busse) oder die
Architektengruppe „von Gerkan, Marg und Partner“ (gmp) aus Hamburg
beteiligt. gmp hatte die Ausschreibungen für die Stadienentwürfe in Port
Elizabeth, Durban und Kapstadt gewonnen.
Dies ist vom Prinzip nicht zu verurteilen. Nicht akzeptabel ist aber,
dass die lokale Wirtschaft in Südafrika nicht im gleichen Maße von der
Fußball-WM profitieren konnte. Stattdessen kosteten das Land Südafrika
allein der Bau und die Modernisierung der Stadien rund 1,4 Milliarden
Euro. Sehr viel Geld, das nun für andere Zwecke fehlt. Mit dieser Summe
hätten in Südafrika für etwa 300.000 Menschen Sozialwohnungen gebaut
werden können, um sie aus den erbärmlichen Lebensbedingungen der Slums
zu holen.
Insgesamt 3,4 Mrd. Euro staatlicher Mittel wurden nach Angaben der
südafrikanischen Regierung für die WM aufgewendet. Trotzdem wurden die
Kosten unterschätzt, sodass Südafrika nun auf einem großen Schuldenberg
sitzt. Die südafrikanische Regierung geht davon aus, dass allein die
zehn Stadien, die extra für die WM gebaut oder modernisiert wurden,
einen Kostenaufwand von jährlich 150 Millionen Euro verursachen werden.
Dass sich die FIFA eine „goldene Nase“ verdient, während die
Ausrichterstaaten auf den Folgekosten sitzen bleiben, darf zukünftig
nicht mehr hingenommen werden. Der Spitzensport braucht einen radikalen
Umbau, denn große Sportkonzerne und Verbände wie die FIFA verdienen an
der Kommerzialisierung des Spitzensportes immense Milliardenbeträge,
während der Breitensport immer mehr eingeschränkt werden muss. Hier
werden Angeboten gekürzt, auch weil Gelder für den Ausbau von
Schwimmhallen und Turnhallen fehlen.
Megaereignisse wie die Fußball-WM werden immer stärker an
Profitinteressen und immer weniger an den Bedürfnissen des „normalen“
Sports ausgerichtet. Diese Tendenz schadet dem Sport und darf nicht
weiter gefördert werden.
Die NaturFreunde Deutschlands treten dafür ein, dass in einem ersten
Schritt die Gewinne solcher Großereignisse in den jeweiligen Ländern
bleiben müssen und für die Förderung des Breitensportes eingesetzt
werden.
Breitensportangebote der NaturFreunde Deutschlands: www.natursport.naturfreunde.de
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NaturFreunde: Stuttgart 21- Chance vertan, eigentlicher Konflikt nicht gelöst
Pressemitteilung des Bundesvorsitzenden der NaturFreunde Deutschlands Michael Müller vom 1. Dezember 2010:
Stuttgart 21: Chance vertan, eigentlicher Konflikt nicht gelöst
Berlin, 1. Dezember 2010 – „Es ist interessant, wie der ‚alte Fuchs‘
Heiner Geißler beim Stuttgarter Schlichtungsversuch noch versucht hat,
die Kurve zu kriegen“, kommentiert der Bundesvorsitzende der
NaturFreunde Deutschlands Michael Müller den Abschluss der Schlichtung
um Stuttgart 21. „Aber Geißler hat seine Chance nicht genutzt. Der
eigentliche Konflikt ist mit dem Vorschlag „S 21 plus“ in der Sache noch
längst nicht gelöst.“
Schon vor Beginn der Gespräche war klar, dass eine Schlichtung der
falsche Begriff sein würde. In Stuttgart funktionierte nicht, wie
Geißler anfangs unter Verweis auf seine Schlichtertätigkeit bei
Tarifkonflikten sagte, dass die eine Partei acht Prozent fordere und die
andere nur vier zugestehe, sodass ein Vorschlag von sechs Prozent eine
Lösung bringe.
In
der Debatte um Stuttgart 21 (S21) geht es vielmehr um den Konflikt
zwischen zwei unterschiedlichen Denkweisen. Das Bahn-Konzept stammt noch
aus dem Denken der achtziger Jahre, als die Bahn vor allem die großen
Beschleunigungskonzepte zwischen den Metropolen verfolgt hat. Warum
unter diesem ideologischen Dach nicht auch die Tieferlegung des
Frankfurter Hauptbahnhofs gefordert wurde, ist wohl nur mit den hohen
Kosten zu erklären.
Nun also hat Geißler ein Festhalten an S21 empfohlen und den
Vorschlag aufgrund verschiedener und durchaus sinnvoller Auflagen „S 21
plus“ genannt. Nur ist der Konflikt in der Sache damit nicht gelöst.
Fast drängt sich der Eindruck auf, Geißler wollte seinem Parteifreund
Stefan Mappus helfen – zumal der baden-württembergische
Ministerpräsident im Vorfeld schon davon sprach, nochmals bis zu 500
Millionen Euro draufzulegen, wenn S21 kommen sollte. Nun muss wiederum
auch sein Parteifreund Peter Ramsauer mitmachen, denn die Mehrkosten
gehen zu einem erheblichen Teil zulasten des Bundes und damit zulasten
anderer verkehrspolitischer Projekte.
Heiner Geißler hat seine Chance nicht genutzt. Er hat das Thema
verlagert auf die Demokratiefrage, weil unsere Zeit mit komplexen
Entscheidungen und neuen Kommunikationsmöglichkeiten auch neue Formen
der Willensbildung braucht. Das ist richtig – aber eben nur eine Seite.
Geißler gibt keine Antwort auf die Ursachen des zunehmenden
gesellschaftlichen Unbehagens über Megaprojekte und die herrschende
Wachstumsideologie. Er antwortet mit neuen Formen, aber nicht mit neuen
Inhalten. Das ist schade.
Wahrscheinlich waren die Schlichtungsgespräche zeitlich doch zu nah
zur bevorstehenden Landtagswahl in Baden-Württemberg, sodass die
Offenheit, die dieses Thema braucht, leider nicht gegeben war.
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NaturFreunde: Stuttgart 21 kein Ausgangspunkt für nachhaltige Stadtentwicklung
Pressemitteilung des Bundesvorsitzenden der NaturFreunde Deutschlands Michael Müller vom 30. November 2010:
Stuttgart kein Ausgangspunkt für nachhaltige Stadtentwicklung
Unsere Gesellschaft wird weiterhin von Sachzwängen in Geiselhaft genommen
Berlin, 30. November 2010 – Zu Heiner Geißlers Schlichterspruch zum
umstrittenen Milliardenprojekt „Stuttgart 21“ (S21) erklärt der
Bundesvorsitzende der NaturFreunde Deutschlands Michael Müller:
Die Rechnung von Mappus & Co., einen S21-Kritiker zu nehmen, um
das eigene Anliegen durchzusetzen, ist aufgegangen. Heiner Geißler hat
es genossen, wochenlang im Zentrum der Aufmerksamkeit zu stehen. Doch
als es darauf ankam, hat er zurückgezuckt.
Stuttgart hat es damit versäumt, zum Ausgangspunkt für eine
nachhaltige Stadtentwicklung zu werden. Selbst wenn S21 nun etwas
sozialer, ökologischer und leistungsfähiger werden sollte, selbst wenn
die neue Sprachregelung „S21 plus“ einen Mehrwert suggeriert: Auch
Geißler hat bestätigt, dass ein erneuerter Kopfbahnhof realisierbar wäre
und die Kritik der S21-Gegener berechtigt sei. Doch aufgrund der hohen
Ausstiegskosten von mindestens einer Milliarde Euro – letztlich für
nichts – und der mangelnden Bereitschaft der Bahn, die bereits erhaltene
Baugenehmigung wieder zurückzugeben, sei eine Abkehr von S21
unrealistisch.
Da sind sie wieder, die scheinbaren Sachzwänge, die unsere
Gesellschaft zunehmend in Geiselhaft nehmen. In Stuttgart geht es nicht
nur um den Bau eines neuen Hauptbahnhofes. Es geht auch um eine
gesellschaftliche Auseinandersetzung mit einer Wachstumsphilosophie, die
längst an ihre Grenzen geraten ist. Das „Schneller, Höher, Weiter“ wird
jetzt auch in der Mitte der Gesellschaft massiv angezweifelt.
Die Menschen haben deutlich gezeigt, dass sie nicht mehr mitmachen,
wenn sie derartig teure Projekte und fragwürdige Prestigeobjekte nur
noch abnicken sollen. Insofern waren und sind die Demonstrationen um S21
ein Zeichen der Hoffnung, ein Indiz für eine immer stärker werdende
Opposition zum Beschleunigungs- und Wachstumswahn in unserer
Gesellschaft.
Diese Gegenbewegung hat das Potenzial, eine breite gesellschaftliche
Debatte über die ökonomischen, ökologischen und sozialen Auswirkungen
der herrschenden Wachstumsideologie anzustoßen. Und spätestens bei der
baden-württembergischen Landtagswahl im März 2011 haben auch wieder die
Wähler das Wort.
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NaturFreunde: Erhöhte Krebsrate im Umfeld von ASSE weiteres Alarmsignal
Pressemitteilung des Bundesvorsitzende der NaturFreunde Deutschlands Michael Müller vom 28. November 2010:
Berlin, 28. November 2010 – Zur Häufung von Krebsfällen im Gebiet um
das Atommülllager Asse erklärt der Bundesvorsitzende der NaturFreunde
Deutschlands Michael Müller: „Selbst wenn es keine Kausalitätsbeweise
gibt, nimmt doch die Plausibilität derartiger Warnungen immer stärker
zu. Schon die sogenannte ‚KIK-Studie’ der Universität Mainz hatte
festgestellt, dass die Erkrankungen von Kindern im
Fünf-Kilometer-Umkreis von Atomkraftwerken um 120 Prozent höher liegen.“
Auf die deutlich erhöhte Krebsrate im Umfeld von Atomkraftwerken
hatte in den letzten Monaten mehrmals der Vorsitzende der
Naturfreundejugend Deutschlands Kai Niebert hingewiesen. Doch nicht nur
der Vorsitzende der CDU/CSU-Fraktion Volker Kauder empörte sich über
dessen Hinweise. In der Talk-Runde bei Maybrit Illner bezeichnete auch
Bundesinnenminister Thomas de Maizière die Aussagen als
verantwortungslos. Und der selten sachkundige Bundesentwicklungsminister
Dirk Niebel wollte derartige Behauptungen sogar verbieten lassen.
Dabei war amtlichen Stellen seit einiger Zeit bekannt, dass auch im
Umfeld des Atomlagers Assse eine deutlich höhere Krebsrate festgestellt
worden ist: bei Männern eine doppelt so hohe Leukämierate, Frauen
erkrankten dreimal mehr an Schilddrüsenkrebs.
Selbst wenn es keine Kausalitätsbeweise gibt, nimmt doch die
Plausibilität derartiger Warnungen immer stärker zu. Schon die
sogenannte „KIK-Studie“ der Universität Mainz hatte festgestellt, dass
die Erkrankungen von Kindern im Fünf-Kilometer-Umkreis von
Atomkraftwerken um 120 Prozent höher liegen als im bundesweiten
Durchschnitt.
Vorsorge und Verantwortung verlangen es, diese alarmierenden Hinweise
ernst zu nehmen. Warum aber ignoriert die Bundesregierung diese Fakten?
Zwar gibt sie zu, dass Zusammenhänge nicht ausgeschlossen werden
können. Das war es dann aber auch schon.
Die NaturFreunde Deutschlands fordern die Bundesregierung auf, den
gefährlichen Irrweg der Atomenergie unverzüglich zu verlassen. Ansonsten
muss sie sich den Vorwurf gefallen lassen, vorsätzlich gegen den Schutz
der Umwelt und der Gesundheit zu handeln.
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NaturFreunde Deutschlands unterstützen Großdemonstration in Greifswald
Pressemitteilung von Uwe Hiksch, Mitglied im Bundesvorstand der NaturFreunde Deutschlands, vom 26. November 2010:
Castor-Transporte nach Lubmin stoppen!
NaturFreunde Deutschlands unterstützen Großdemonstration in Greifswald
Berlin, 26. November 2010 – Zur Anti-Castor-Demonstration am 11.
Dezember 2010 in Greifswald erklärt Uwe Hiksch, Mitglied im
Bundesvorstand der NaturFreunde Deutschlands: „Die NaturFreunde
Deutschlands unterstützen die Demonstration am 11. Dezember 2010 in
Greifswald unter dem Motto ‚Castor-Transporte nach Lubmin stoppen!‘ Laut
Informationen der Anti-Atom-Bewegun in Mecklenburg-Vorpommern werden
in Lubmin schon für den 16. Dezember 2011 Castortransporte aus der
französischen Wiederaufbereitungsanlage Cadarache erwartet.“
Die NaturFreunde rufen Mitglieder und Freunde dazu auf, sich an der
Demonstration für die ganze Familie am 11. Dezember 2010 in Greifswald
zu beteiligen. Gemeinsam mit anderen Verbänden und Initiativen werden
die NaturFreunde wieder mithelfen, Busse zu organisieren.
Die NaturFreunde unterstützen die Aufrufe der verschiedenen
Standortinitiativen, entlang der Transportstrecke durch das Bundesgebiet
ihren Widerstand und Protest zu manifestieren! Mit bunten Protesten und
sichtbaren Zeichen werden wir an der Transportstrecke deutlich machen,
dass die Bevölkerung keine Castor-Transporte durch Deutschland will.
Die
NaturFreunde werden sich auch aktiv dafür einsetzen, den Protest
innerhalb der Bevölkerung von Mecklenburg-Vorpommern zu verbreiten und
um Lubmin eine Grundstimmung wie im Wendland zu schaffen. Wir wollen
erreichen, dass sich die gesamte Region den Castor-Transporten
entgegenstellt. Die Großdemonstration in Greifswald ist der Auftakt
einer Reihe von weiteren Veranstaltungen in der Region.
Nun geht es darum, mit den verschiedenen zivilgesellschaftlichen
Gruppen, Verbänden und Organisationen in der Region über gemeinsame
Widerstandsformen ins Gespräch zu kommen und Landwirte, Gewerkschaften,
Kirchen und Vereine der Region für den Widerstand zu sensibilisieren.
Auch in Lubmin wollen wir erreichen: Der Castor kommt nicht durch!
www.kurzlink.de/castor-lubmin
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NaturFreunde: Atommüllexporte nach Russland müssen verboten werden
Pressemitteilung von Uwe Hiksch, Mitglied im Bundesvorstand der NaturFreunde Deutschlands, vom 24. November 2010:
Atommüllexporte nach Russland müssen verboten werden
NaturFreunde Deutschlands fordern Bundestag auf, Staatsvertrag mit Russland zu verhindern
Berlin, 24. November 2010 – Zu den beantragten Atommüll-Transporten
vom nordrhein-westfälischen Atommüll-Zwischenlager Ahaus in die
russische Atomanlage Majak erklärt Uwe Hiksch, Mitglied im
Bundesvorstand der NaturFreunde Deutschlands:
Die russische Atomanlage Majak befindet sich in einem katastrophalen
sicherheitstechnischem Zustand. Majak hat sich zu einem atomaren Zentrum
entwickelt, in dem Atomschrott aus vielen Teilen der Welt in einer
völlig veralteten Aufbereitungsanlage zu unvorstellbaren
umweltpolitischen Bedingungen verarbeitet wird.
Dass 951 abgebrannte Brennelemente von Ahaus nach Majak transportiert
werden sollen, ist völlig inakzeptabel. Die NaturFreunde Deutschlands
fordern nicht nur die Mitglieder des Deutschen Bundestages auf, jegliche
Atommüllexporte zu verbieten, sondern erwarten auch von der
Bundesregierung, dass sie einen geplanten Staatsvertrag mit Russland,
der Atommülltransporte nach Russland ermöglicht, nicht unterzeichnet.
Majak ist ein atomarer Ramschladen, der zu Dumpingpreisen Atomschrott
aus aller Welt abnimmt und die Region immer weiter atomar verseucht.
Viele Atomkonzerne der Welt „entsorgen“ so ihre Probleme auf Kosten der
Umwelt und der Menschen in der Region um Majak. So lässt die völlig
veraltete Aufbereitungsanlage radioaktives Wasser in den Fluss Tetscha
ab. Durch künstliche Kanäle und Staustufen wird die radioaktive Fracht
in den 240 Kilometer entfernten Irtjasch-See transportiert. An den
Flussufern leben Menschen und bauen Lebensmittel auf atomar verseuchten
Feldern an. Die Leukämie hat dort massiv zugenommen und viele Kinder
leiden an Krebs. Die Region um Majak gilt zusammen mit der Region
Tschernobyl als am stärksten radioaktiv verstrahlte Region der Erde.
Die Stadt Majak ist eine Festung. Zu Sowjetzeiten wurde dort
Plutonium für das sowjetische Atomwaffenprogramm hergestellt. Es war
eine „geheime Stadt“, auf keiner Landkarte eingezeichnet. Viele Unfälle
haben die Gegend radioaktiv verstrahlt. Ohne Genehmigung darf niemand
Majak betreten.
Deshalb
ist es skandalös, dass bundesdeutscher Atommüll in diese verseuchte
Region abgeschoben werden soll. Hier wird versucht, die Belastungen der
Atomtechnologie auf eine andere Region zu übertragen. Die
Verantwortlichen akzeptieren dabei, dass durch deutschen Atommüll die
Gegend um Majak noch stärker verstrahlt wird. Selbst das
Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit hat
darauf hingewiesen, dass der Atomkomplex in Majak sanierungsbedürftig
ist.
Der Transport des Atommülls nach Majak wurde vom Verein für
Kernverfahrenstechnik und Analytik Rossendorf beantragt. Der Verein hat
sogar öffentlich erklärt, dass die Entsorgung in Russland vor allem aus
Kostengründung durchgeführt werden soll. Beim geplanten Transport geht
es um Atommüll aus dem früheren DDR-Kernforschungszentrum Rossendorf bei
Dresden. Das Land Sachsen hatte die 951 Brennelemente im Frühjahr 2005
mit 18 Castor-Behältern nach Ahaus bringen lassen, da Rossendorf als
Zwischenlager für Atommüll nicht zugelassen ist.
Die NaturFreunde Deutschlands werden aktiv dazu beitragen, dass keine
Atommülltransporte nach Russland stattfinden und den Widerstand gegen
diese Transporte in den betroffenen Ländern unterstützen.
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Naturfreundejugend: Zombies am Brandenburger Tor
Zombies am Brandenburger Tor
Berlin, 23.11.2010: Mit einer kreativen Aktion haben politische
Jugendverbände am Dienstag in Berlin gegen die schwarz-gelben Sparpläne
demonstriert. Während im Bundestag über den Haushalt 2011 debattiert
wurde, rissen zwei “Zombies” am Brandenburger Tor symbolisch ein
Schwimmbad ein – ein Vorgeschmack auf reale Kürzungen in der
Infrastruktur.
Touristen, Polizisten, Journalisten und Berliner auf dem Weg zur
Arbeit staunten am Dienstag nicht schlecht, als eine von Jugendlichen
errichtete Kartonmauer von zwei mit Schutzanzügen bekleideten und
schwarz-gelbem Klebeband eingewickelten Gestalten eingerissen wurde.
Doch wurde hier nicht etwa des Falls der Berliner Mauer gedacht oder
einer der zahlreichen Blockbusterfilme mit Berlin als Kulisse gedreht.
Eine Initiative aus verschiedenen Jugendverbänden wie der Grünen Jugend
und der Jusos hatte unter dem Motto „Ändert DAS!“ zur medienwirksamen
Protestaktion eingeladen.Auf den Kartons prangte das Bild eines
Schwimmbades, das symbolisch eingerissen wurde. Die Veranstalter wollten
auf mögliche Ergebnisse der Sparpolitik der Bundesregierung hinweisen,
denn heute begannen in Berlin nicht nur die Zombies zu wüten, sondern
auch der Bundestag mit seinen Haushaltsberatungen. „Schwarz-Gelb
schädigt junge Menschen jetzt und in Zukunft“, sagte der
Juso-Vorsitzende Sascha Vogt. „Studiengebühren, fehlende
Ausbildungsplätze und Bibliotheken nehmen Jugendlichen heute die
Bildungschancen. Schwarz-Gelb fördert den Fachkräftemangel!“
Die am Dienstag begonnene Kampagne hat verschiedene Schwerpunkte.
„Vor allem die Themen Umwelt und Erneuerbare Energien spielen eine
herausragende Rolle“, erläuterte Julia Römer, Mitglied der
Bundesjugendleitung der BUNDjugend. Das Energiekonzept der
Bundesregierung sei kein Beitrag zum Klimaschutz. „Innerhalb dieser
Kampagne fordern wir gemeinsam mit unseren Bündnispartnern aktiven
Klimaschutz und eine generationengerechte Perspektive ein.“
Gegen Rechts
Der Vorsitzende der Naturfreundejugend Kai Niebert kritisierte mit
Kind auf dem Arm : „Die Bundesregierung stellt sich mit ihrer
Energiepolitik konsequent gegen die Interessen von Kindern und
Jugendlichen: Die Laufzeitverlängerung führt zu mehr Blutkrebs bei
Kindern, mehr Atommüll und weniger Ausbildungsschancen im Bereich der
Erneuerbaren. Deswegen fordern wir: Ändert das!“
Und auch der Kampf gegen Rechts spielt für die politischen Verbände
eine wichtige Rolle. Gesine Agena, Bundessprecherin der Grünen Jugend,
erklärte: „Wer sich aktiv gegen Nazis wendet, wird von der
Bundesregierung verhöhnt.“ Im Mittelpunkt der Kritik steht die
Ankündigung von Bundesfamilienministerin Kristina Schröder, Links- und
Rechtsextremismus künftig gleich behandeln zu wollen. Gesine Agena
bezeichnet dies als „absurde Pläne“, denn sie untergrüben das
demokratische Engagement vieler Jugendlicher gegen Rassismus und
Nationalismus in ganz Deutschland. „Es darf nicht sein, dass das
Einstehen für demokratische Werte kriminalisiert wird.“
Zustimmung aus Belgien
Unerwartete Unterstützung bekamen die jungen Leute aus dem Ausland.
Mitten in ihre Aktion mischte sich eine Gruppe Senioren aus Belgien, die
kurzerhand die Aussagen der jungen Aktivisten vom Reiseleiter übersetzt
bekamen. Und siehe da: Auch in Belgien werden die Konsequenzen von
Sparmaßnamen erkannt und verstanden. So erhielten die Aktivisten nicht
nur Anerkennung für ihre tolle Aktion, sondern auch viel Applaus. Einige
wurden sogar zum Motiv fürs Fotoalbum. „Die Probleme kennen wir in
Belgien auch, aber dass die Jugendlichen etwas dagegen tun, nicht“,
wusste der Reiseleiter zu berichten.
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NaturFreunde: Cancún: The same procedure as every year
Pressemitteilung des Bundesvorsitzenden der NaturFreunde Deutschlands Michael Müller vom 23. November 2010:
Cancún: The same procedure as every year
Auch die UN-Klimakonferenz in Mexiko wird leer laufen
Berlin, 23. November 2010 – Diese Woche beginnen die ersten
Verhandlungen auf der UN-Klimakonferenz in Cancún. „Es ist wie bei
‚Dinner for One‘, dem berühmten Sketch von Miss Sophie und ihrem Butler
James. Bei den UN-Klimakonferenzen wiederholt sich stets derselbe
Vorgang“, erklärt der Bundesvorsitzende der NaturFreunde Deutschlands
Michael Müller. „Erst werden die Klimakonferenzen mit gewaltigen
Erwartungen aufgeladen, dann kommt es zu einem enttäuschenden Verlauf
und schließlich muss dennoch das Ganze wieder schöner geredet werden –
damit es weiter gehen kann, obwohl das Desaster längst offenkundig ist.“
Tatsächlich reihte sich bisher ein Scheitern der UN-Klimakonferenzen
an das nächste. Und nachdem in Kopenhagen kein Anschluss für den
Kyoto-Vertrag gefunden werden konnte, wird es in Cancún noch
unerfreulicher werden: China hat schon erklärt, sich nicht auf ein
verbindliches Ziel einzulassen und in den USA haben sich die politischen
Verhältnisse gedreht – dort ist an ein Klimaschutzgesetz nicht mehr zu
denken. Auch die EU erlebt einen schleichenden Abschied von den
ökologischen Zielen, die deutsche Bundeskanzlerin hat längst die Seiten
gewechselt.
Die Beratungen in Mexiko beginnen mit dem sogenannten Clean
Development Mechanism (CDM). Damit „verkaufen“ die Industrieländer den
Nicht-Kyoto-Ländern Klimaschutzmaßnahmen, die den Verkäufern angerechnet
werden, wenn sie einen Zusatz zu ihren eigenen Klimaschutzmaßnahmen
ergeben. Dieses Instrument war bei den Naturschutzverbänden von Anfang
an umstritten und ist mittlerweile auch durch Missbrauch ins Gerede
gekommen: weil die „Zusätzlichkeit“ oftmals fragwürdig ausgelegt wurde
und dann Treibhausgase mit einer hohen Kohlendioxid-Wertigkeit reduziert
wurden, die einen hohen Gewinn einbringen, obwohl ihr Einsatz gar nicht
notwendig war. Beispielsweise sehr klimaschädliche Mittel in der
Kältetechnik gehören hierzu.
Die verbindliche Festlegung auf eine globale Erwärmungsobergrenze von
zwei Grad Celsius ist auch bei den weiteren Verhandlungen nicht zu
erwarten. Wahrscheinlich wird es wieder bei Absichtserklärungen bleiben
und Maßnahmen werden vorgeschlagen, die weit hinter der notwendigen
Kohlendioxidsenkung zurückbleiben. Besondere Streitpunkte werden die
Anrechnung von Wald- und Bodensenken sein, mit denen sich einige Länder
von Reduktionspflichten freikaufen wollen. Ebenfalls umstritten sind die
Finanzierungsmechanismen eines Klimafonds.
Bis zuletzt werden die Staaten nur an sich selbst denken – und an die
Steigerung des Wachstums. Seit der Finanzkrise spielt die ökologische
Modernisierung nur noch eine untergeordnete Rolle. Die historische
Chance, die Finanzkrise für einen Umbau zu nutzen, wurde vertan.
So wird auch Cancún leer laufen – oder angelehnt an Miss Sophie: The same procedure as every year.
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NaturFreunde bei „Montagsdemonstration“ in Stuttgart
Pressemitteilung des Bundesvorsitzenden der NaturFreunde
Deutschlands Michael Müller vom 22. November 2010:
NaturFreunde bei „Montagsdemonstration“ in Stuttgart
Stuttgart, 22. November 2010 – Tag der Umweltverbände: An den
„Montagsdemonstrationen“ gegen Stuttgart 21 werden heute unter anderem
der Vorsitzende des BUND Prof. Hubert Weiger und der Vorsitzende der
NaturFreunde Deutschlands Michael Müller teilnehmen.
Die NaturFreunde werden anschließend noch eine Veranstaltung im
Gewerkschaftshaus unter dem Titel „Stuttgart 21 – Kathedrale einer
untergehenden Zeit“ durchführen. Das Ziel ist es, die Positionen der
Umweltverbände gegen die Philosophie des „Schneller – Höher – Weiter“
klarzumachen. Denn in Stuttgart geht es nicht nur um den Bau eines neuen
Hauptbahnhofes und gewaltige Immobilieninteressen, es geht auch um eine
Auseinandersetzung mit einer Wachstumsphilosophie, die heute an Grenzen
gerät. In Stuttgart treffen zwei völlig unterschiedliche Welten
aufeinander, so dass auch der Begriff der Schlichtung falsch ist. Es
geht in Wahrheit darum, ob wir fähig sind, den Anforderungen und
bedrängenden Fragen einer veränderten Welt noch gerecht zu werden.
Stuttgart steht für eine alte, niedergehende Welt, die Demonstrationen
für den Versuch, uns aus der Sachzwanglogik zu befreien. Die Menschen
machen zu recht nicht mehr mit, wenn sie derartig teure Projekte und
fragwürdige Prestigeobjekte nur abnicken sollen.
Die NaturFreunde Deutschlands sehen in Stuttgart 21 die Chance, eine
klärende Diskussion zu führen. Und über dieses Projekt muss letztlich
ein Volksentscheid bestimmen, ob der Bahnhof kommt oder nicht.
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NaturFreunde: Einsatz der französischen Polizeisondertruppe ist verfassungswidrig
Zum Einsatz von Angehörigen der französischen „Compagnies
Républicaines de Sécurité“ (CRS) während der Castor-Aktionen erklärt das
Mitglied im Bundesvorstand der NaturFreunde Deutschlands, Uwe Hiksch:
Einsatz der französischen Polizeisondertruppe ist verfassungswidrig
– Die Verantwortlichen müssen zur Rechenschaft gezogen werden –
Es ist völlig inakzeptabel, dass bei den Castor-Protesten im Wendland
neben der Bundespolizei und der Landespolizei auch Einheiten der
französischen CRS (Compagnies Républicaines de Sécurité) im Einsatz
waren. Fotos belegen eindeutig, dass sich Mitglieder der CRS aktiv an
einem Einsatz während der Räumung einer Schienenblockade im Wendland
beteiligt haben. Auch zeigen die Bilder, dass von Seiten der
französischen CRS-Mitglieder hier auch massiv gegen Demonstrierende
vorgegangen wurde. Die Fotos von einem französischen CRS-Polizisten mit
Teleskopschlagstock und Schusswaffe sind dabei eindeutig. Die
NaturFreunde erwarten eine sofortige Aufklärung durch die zuständigen
Innenministerien und Konsequenzen gegen die Verantwortlichen. Es ist in
keiner Weise hinnehmbar, dass durch die schwarz-gelbe Innenpolitik das
Grundgesetz immer weiter ausgehöhlt wird.
Wenn von Seiten des Innenministeriums anfangs behauptet wurde, die
CRS-Mitglieder seien lediglich zur Beobachtung im Wendland gewesen,
wurde hier glatt die Unwahrheit behauptet. Zwischenzeitlich geben die
Verantwortlichen im Bundesinnenministerium zu, dass mindestens ein
CRS-Polizist sich aktiv an einer Aktion beteiligt hat. In der
offiziellen Stellungnahme des Bundesinnenministeriums wird behauptet:
„Artikel 28 des Prümer Vertrages lässt Nothilfe durch ausländische
Polizisten zu.“ Dabei zeigen die Bilder keinerlei Situationen, in denen
es zu einer Situation gekommen wäre, die auch nur ansatzweise den
Begriff der „Nothilfe“ rechtfertigt.
Schon aus verschiedenen Widerstandsaktionen in Frankreich ist
bekannt, dass die kasernierten CRS-Einh