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Initiative freedom roads!: Polizeieinsatz gegen postkoloniale Kunstperformance in Hamburgs Lettow-Vorbeck-Kaserne
P R E S S E M I T T E I L U N G
15.12.2011

Die Begehung “Kasernenechos: Widerstand und Widerhall”, die am 9.12.
anlässlich des 50. Jahrestags der Unabhängigkeit Tansanias in
Hamburg-Jenfeld stattfand, wurde durch ein größeres Polizeiaufgebot
abgebrochen.
Den Veranstaltern droht nun eine Strafanzeige wegen Hausfriedensbruchs und wegen einer “unangemeldeten Demonstration”.
Im so genannten „Tansania-Park“ und auf dem Gelände der heute frei
zugänglichen ehemaligen Lettow-Vorbeck-Kaserne in Hamburg-Jenfeld hatten
sich ca. 40 Menschen, unter ihnen Politiker aus Bezirk und Stadt, zu
einer performativen Begehung in 14 Szenen eingefunden. Die
veranstaltende Initiative freedom roads! wollte kritisch an den
deutschen Kolonialismus erinnern und den Widerstand der afrikanischen
Bevölkerung würdigen.
Mit Wasser und Asche, Verhüllung und Offenlegung, Flüsterung und
Aufforderung, mit lebenden Skulpturen und „weißen Flecken der
Erinnerung“ rückten sie den NS-Kolonialdenkmälern zu Leibe und kreierten
Momentaufnahmen einer würdevollen postkolonialen Erinnerungskultur. Die
gemeinsame Kunstaktion von Tansaniern und Deutschen forderte die Stadt
Hamburg, seit dem letzten Jahr Partnerstadt von Dar es Salaam in
Tansania, zu einem verantwortungsbewussten Umgang mit ihrem kolonialen
Erbe auf.
“Wer einen umzäunten Kleingarten mit Nazi-Kolonialdenkmälern als
‚Tansania-Park’ bezeichnet“, so der Tansanier M.S. Mboro, „ist
respektlos und verhöhnt die zahlreichen Opfer des deutschen
Kolonialregimes. Ich bin schockiert darüber, dass bis heute Häuser nach
Kriegs- und Kolonialverbrechern wie Lettow-Vorbeck, Wissmann und Trotha
benannt sind.
Wie kann es sein, dass die ‚Schutztruppen-kommandeure’
‚Deutsch-Ostafrikas’ hier noch immer mit wuchtigen Terrakotta-Porträts
geehrt werden?”
Erst 2003 wurde der „Tansania-Park“ mit den zwei Reliefs des
„Deutsch-Ostafrika-Kriegerdenkmals“ angelegt und inszeniert. Aus dem
Beirat, der ein erinnerungskulturelles Konzept erarbeiten sollte, traten
mehrere kolonialkritische ExpertInnen unter Protesten aus. Der kleine
Rest des fachlich überforderten Beirats hat nun ein fragwürdiges
Tafeltext-Exposé erarbeitet, das der Arbeitskreis Hamburg Postkolonial
kürzlich kritisierte. Der Arbeitskreis reagierte mit einer Reihe von
Alternativvorschlägen, die postkoloniales Erinnern und Globales Lernen
in Hamburg-Jenfeld ermöglichen sollen. „Das vom Beirat vorgelegte
Exposé“ so die bildende Künstlerin HMJokinen, „kann dies jedenfalls
nicht leisten, denn es ist eurozentrisch und lässt zudem das Denkmal-
und Bauensemble als Ganzes außen vor.“
Der Historiker Christian Kopp fügt an: “Stadt und Bezirk sollten nun
endlich allen interessierten Fachleuten – vor allem aus Tansania und aus
Hamburgs Black Community – ermöglichen, an einem umfassenden
postkolonialen Konzept für das denkmalgeschützte Bauensemble
mitzuwirken.“
Während der Performance benannten die Teilnehmenden den „Kleinen
Exerzierplatz“ symbolisch in „Mohamed-Husen-Platz“ um – in Erinnerung an
den Kindersoldaten der deutschen „Schutztruppe“ in Ostafrika, der
später nach Deutschland kam und von den NS-Rassisten im KZ Sachsenhausen
ermordet wurde. Gerade bei dieser temporären „Umbenennung“ wurde die
Performance von der Polizei jäh unterbrochen. Die Einsatzkräfte waren
von Studierenden der benachbarten Bundeswehrhochschule – den heutigen
Bewohnern der Gebäude – herbeigerufen worden. Die gleich mit mehreren
Fahrzeugen anrückende Polizei drohte den Veranstaltern ein
Strafverfahren an.
Kontakt:
Christian Kopp
Initiative freedom roads!
info@freedom-roads.de
Tel.: 01799100976
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Free Mumia: 9. Dezember 2011 – 30. Haftjahrestag von Mumia Abu-Jamal
Der 9. Dezember 2011 ist der 30. Haftjahrestag von Mumia Abu-Jamal. Während die Solidaritätsbewegung der USA für diesen Tag nach Philadelphia mobilisiert, hat auch die Bezirks-Staatsanwaltschaft eine Pressekonferenz angekündigt. Es ist bis jetzt nicht klar, was District Atourney Seth Willimans dort verkünden will. Erwartet wird, dass er dort über die weitere Vorgehensweise seines Büros in der Frage der Todesstrafe gegen den afroamerikanischen Journalisten reden wird.
Mumia muss endlich freigelassen werden. Erst Anfang Oktober bestätigte der US Supreme Court drei vorherige Entscheidungen durch Bundesgerichte, dass die Verhängung der Todesstrafe gegen Mumia Abu-Jamal im Jahr 1982 verfassungswidrig war. Allerdings räumte das Gericht der Bezirks-Staatsanwaltschaft die Möglichkeit ein, ein Jury-Verfahren allein über das Strafmaß zu fordern. Dabei ginge es um Lebenslänglich oder Todesstrafe. Mumia könnte in so einem Jury-Verfahren Beweise und Zeugen präsentieren, so dass die Ankläger hierbei riskieren, die komplette Haltlosigkeit der gesamten Anklage gerichtlich feststellen zu lassen. Die auf Rache und politische Repression orientierten Behörden wollen Mumia nun vielleicht gar nicht mehr hinrichten, sondern bis zum Lebensende weiter inhaftieren. Das wird ihnen nicht gelingen - genauso wie die jahrzehntelang immer wieder versuchte Hinrichtung.
Freiheit für Mumia Abu-Jamal - jetzt!
Die Freilassungskampagne für Mumia ist auch hierzulande in vollem Gange. Rund um Mumias 30. Haftjahrestag kommt es an vielen Orten zu Protesten und Veranstaltungen. Für den Leser_innen-Kreis dieses Rundbriefes sind natürlich vor allem die Termine in der BRD, Östereich und Schweiz interessant
(siehe auch „Termine“ weiter unten). Anfang November war wg. der großen Nachfrage die Auslieferungen von Flyern kurzfristig ins Stocken geraten. Nun gibt es aber wieder ausreichend Info-Material.Wer selbst etwas organisieren möchte und/oder Flyer und Plakate für eine kleine Portospende benötigt ( http://www.freiheit-fuer-mumia.de/material.htm ), meldet sich bitte bei kontakt@freiheit-fuer-mumia.de
Am 10. Dezember (Tag der Menschenrechte) findet in Nürnberg eine Demonstration unter dem Titel "Weg mit der Todesstrafe - Freiheit für Mumia Abu-Jamal!" statt. Auftakt ist um 16:00 an der Nürnberger Lorenzkirche ( http://www.freiheit-fuer-mumia.de/index.htm ). Weitere Infos und Möglichkeiten zur Unterstützung gibt es bei der Nürnberger Free Mumia Gruppe unter free.mumia.nbg@gmx.de
Bereits im Jahr 2000 - kurz nach dem erstem Anlauf der Justiz, die Todesstrafe gegen Mumia gegen lebenslange Haft auszutauschen - fanden viele klare Worte, die die Band Rage Against The Machine so zusammenfasste: Freedom - For Mumia! (Minute 4:50 - Video - Rock im Park 2000) http://www.youtube.com/watch?v=GSNeonapnT8&NR=1 )
Am 4. Februar 2012 rufen die Unterstützer_innen des indigenen Gefangenen Leonard Peltier in den USA und weltweit zu einem Aktionstag für seine Freilassung auf. Leonard Peltiers Gesundheitssituation ist nach seiner jüngsten Verlegung nach Florida weiterhin sehr ernst, da er unter den "Lockdown" Bedingungen kaum etwas gegen seine Diabetes unternehmen kann.
Bitte überlegt alle, ob ihr an diesem Termin eine öffentliche Aktion für die Freilassung des seit 1976 inhaftierten Aktivisten der American Indian Movement (A.I.M.) machen könnt. Schreibt ihm, auch um den Behörden zu zeigen, dass sie mit seiner Verschleppung von tausenden Kilometern von seinen Angehörigen entfernt den Fall nicht in Vergessenheit bringen werden:
LEONARD PELTIER
#89637-132
USP COLEMAN I
U.S. PENITENTIARY
P.O. BOX 1033
COLEMAN, FL 33521
USA
Außerdem ist es notwendig, direkt bei den zuständigen Behörden gegen die gesundheitsschädlichen Haftbedingungen des inzwischen 67 jährigen zu protestieren:
http://www.leonardpeltier.de/?p=1027
Anfang November mobilisierte die Anti-Todesstrafen Bewegung weltweit gegen die Hinrichtung von Hank Skinner in Texas (siehe auch letzter Free-Mumia-Rundbrief). Die Einwände gegen die Hinrichtung vor der Feststellung der juristischen Schuld des Angeklagten waren erfolgreich: zwei Tage vorher, am 7. November stoppte ein Berufungsgericht die angesetzte Hinrichtung. Hank Skinner lebt. Noch ist unklar, ob und wann eine DNA Analyse der Tatortspuren durchgeführt wird. Ein entsprechender Antrag wurde von seiner Verteidigung gestellt, aber die Bedrohung für das Leben von Hank Skinner ist noch lange nicht vorbei. Regelmässige Updates in englisch und französisch finden sich hier:
http://www.hankskinner.org/
Der Gouverneur des US Bundesstaates Oregon, John Kitzhaber, stoppte am 21. November die Hinrichtung des Gefangenen Gary Haugen und erklärte: "I refuse to be a part of this compromised and inequitable system any longer; and I will not allow further executions while I am Governor." - übersetzt: "Ich verweigere, an diesem kompromittierten und ungerechten System weiter Teil zu haben; und ich werde in meiner Amtszeit keine weiteren Hinrichtungen erlauben." ( http://salsa.democracyinaction.org/o/1265/p/dia/action/public/?action_KEY=8847 ) Damit hat der Bundesstaat Oregon faktisch ein Todesstrafen-Moratorium.
In den USA geht die Suche nach dem Präparat Thiopental zum Ermorden von Gefangenen weiter. Innerhalb der USA stellt momentan keine Firma diese Mittelmehr her, was dort inzwischen nur noch für Hinrichtungen verwendet wird. Anfang November wurde bekannt, dass der US Bundesstaat Nebraska eine kleine indisch-schweizerische Firma durch den Einsatz eines Mittelmanns und falschen Angaben dazu brachtete, ihnen Sodiumthiopental zur Verfügung zu stellen ( http://www.outlookindia.com/article.aspx?279072 ).
Ebenfalls im November besuchte die afroamerikanische Bürgerrechtlerin Angela Davis Berlin: "... Angela Davis kämpft seit vielen Jahren nicht nur für die Abschaffung der Todesstrafe, sondern auch der Haft. Die Todesstrafe, so Davis in Berlin, sei ein Relikt der Sklaverei. Ebenso wichtig wie der gegen die Tötung von Staats wegen sei der Kampf gegen das Einsperren von Menschen, von dem in den USA eine ständig wachsende Industrie profitiert. Statt den »strukturellen Rassismus« im Bildungssystem zu beseitigen, Arbeit, Wohnung und Gesundheitsversorgung für alle zu schaffen, habe bislang jede US-Regierung den »gefängnisindustriellen Komplex« subventioniert ... " (jW, 19.11.2011 http://www.jungewelt.de/2011/11-19/045.php?sstr=Angela|Davis )
Die Proteste gegen Angriffskriege der USA und der EU werden immer lauter. US Präsident Obama wurde von Unterstützer_innen Bradley Mannings konfrontiert, den inhaftierten GI endlich freizulassen und seine Rolle in der Aufklärung von Kriegsverbrechen genauso zu würdigen, wie es seinerzeit die Journalisten erfuhren, die den Watergate Skandal aufdeckten:
http://www.youtube.com/watch?v=ViWtnjRw9bM&feature=player_embedded
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Aktionstag gegen Hinrichtung von Troy Davis

aus indymedia:
Amnesty International hatte am vergangenen Freitag zum globalen
Aktionstag gegen die Hinrichtung von Troy Davis im US Bundesstaat
Georgia aufgerufen. Davis, dessen Hinrichtung bereits drei mal aufgrund
von Massenprotesten verschoben wurde, hat für Mittwoch, den 21.
September erneut einen Hinrichtungsbefehl erhalten. Der Tag begann mit
zwei motivierenden Meldungen. In Atlanta übergaben Mitglieder des
größten us-amerikanischen Bürgerrechtsvereins NAACP (1) und Amnesty
International 663.000 Unterschriften (2) an den Begnadigungsausschuß.
Dieser tagt am kommenden Montag und hat die Befugnis, das Todesurteil
endgültig abzusetzen, oder aber die Hinrichtung durchführen zu lassen.
 Annette Groth, MdB spricht in Berlin bei der Kundgebung gegen die Hinrichtung von Troy Davis
Zeitgleich kam aus dem nahegelegenden Texas die Nachricht, dass der
High Court die für den Vortag angesetzte Hinrichtung von Duane Buck
gestoppt hatte (3). In Bucks Verfahren war als strafverschärfender Grund
für die Todesstrafe seine afroamerikanische Herkunft angegeben worden.
Laut Gutachter in dem ursprünglichen Verfahren sei er “anfälliger” für
Rückfälle. Während Texas Gouverneur Rick Perry mit seinen 234
unterzeichneten Hinrichtungsbefehlen in den Präsidentschaftswahlkampf
gegen Obama startete, scheint ihm die Justiz dabei nicht bedingungslos
folgen zu wollen.
Troy Davis war 1991 in einem lediglich auf Augenzeugen basierenden
Verfahren des Mordes an einem Polizisten für schuldig befunden und zum
Tod verurteilt worden. Sieben der neun Belastungszeugen zogen ihre
Aussagen zurück und berichteten von massiven Polizeischikanen, die sie
damals zu ihren Falschaussagen genötigt hatten. Forensische Beweise,
eine Tatwaffe oder ein Motiv gibt es nicht. Davis selbst hat immer seine
Unschuld beteuert, nachdem er sich 1991 sogar selbst gestellt hatte, um
die Vorwürfe gegen ihn auszuräumen.
Über 300 Aktionen, Kundgebungen und Demonstrationen fanden überall in
den USA und auch auch in manchen europäischen Städten statt (4). Die
vermutlich größte Demonstration war in Georgias Hauptstadt Atlanta, wo
sich zwischen 2 – 3000 Menschen versammelten und durch die Innenstadt
liefen. Auf Fotos war sehr oft nicht nur die Forderung nach der
Abschaffung der Todesstrafe sondern auch nach der Freilassung von Troy
Davis zu sehen. Letzteres liegt durchaus in der Befugnis des
Begnadigungsausschußes, auch wenn zum jetzigen Zeitpunkt natürlich die
Verhinderung der Hinrichtung im Vordergrund steht.
 Uwe Hiksch, Mitglied im Bundesvorstand der NaturFreunde fordert: "Stop the Execution! - Nein zur Todesstrafe!"
Redner_innen machten deutlich, dass es den kommenden Tagen bis zur
Sitzung des Ausschußes darauf ankomme, den öffentlichen Druck aufrecht
zu erhalten. Online-, Fax- und Telefonproteste sollten unbedingt
weitergeführt werden. Die Verteidigung von Davis kündigte an, drei der
Jury Mitglieder als Zeugen aufzurufen, die 1991 für das Todesurteil
gestimmt hatten. Alle dreisagen heute, dass sie mit dem jetzigen
Wissensstand niemals für die Todesstrafe gestimmt hätten.
Troy Davis bedankte sich in einem Brief für die massive Unterstützung
und wies darauf hin, dass er und alle anderen Gefangenen die Hoffnung
haben, dass die Todesstrafe endlich abgeschafft wird. Ihm sei klar, dass
es hier “um viel mehr” als ihn selbst ginge.
Auch in Berlin protestierten 70 Menschen auf einer kurzfristig
mobilsierten Kundgebung gegen die Hinrichtung von Troy Davis. Nach einer
Mahnwache von Amnesty International erklang das Lied “Strange Fruits”
von Billie Holiday (5), dass den Teilnehmer_innen deutlich machte, dass
die heutige Todesstrafe die gesetzlich geregelte Fortführung der
Lynchjustiz in den USA ist. Uwe Hiksch, Redner der NaturFreunde, wies
auf die
 Kundgebung in Berlin "Nein zur Todesstrafe: Stoppt die Hinrichtung von Troy Davis!"
Notwendigkeit zur Abschaffung der Todesstrafe hin, die unvereinbar
mit der Einhaltung der Menschenrechte sei. Annette Groth (MdB)
berichtete von ihrer Initiative im Menschenrechtsausschuß des
Bundestages, in dem sich bis auf die LINKE alle Parteien geweigert
hatten, einer Unterstützungsresolution für Troy Davis und zur
Abschaffung der Todesstrafe zuzustimmen. Ein Sprecher des Berliner Free
Mumia Bündnisses wies auf den Zusammenhang von rassistischer Justiz, der
Gefängnisindustrie und der Todesstrafe hin, unter denen vor allem
People of Color in den USA zu leiden haben. Auch auf die
Schlüsselstellung des Landes wurde hingewiesen: solange es dort möglich
sei, “legal” Gefangene zu ermorden, könne sich jede andere Regierung
hinter der angeblich demokratisch legitimierten Methode verstecken. Vor
allem us-amerikanische Tourist_innen unterhielten sich angeregt mit den
Demonstrant_innen. Es zeigte sich, dass sich viele US Bürger_innen über
den der Todesstrafe zu Grunde liegenden Rassismus sehr genau bewußt
sind. Genau wie in Atlanta schallte die Parole “Stop The Execution – I
Am Troy Davis” über den Pariser Platz vor der US Botschaft.
Den Artikel auf indymedia findet Ihr hier
----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------- Spenden für die Unterstützungsarbeit der lokalen Opfer des Stahlwerks ThyssenKrupp CSA in Santa Cruz
Bitte um Spenden für die Unterstützungsarbeit der
lokalen Opfer des Stahlwerks ThyssenKrupp CSA in Santa Cruz an der
Bucht von Sepetiba, Rio de Janeiro.
Das
bundesweite Netzwerk der Brasilien-Solidaritätsgruppen Kooperation
Brasilien (KoBra) bittet dringend um Spenden zur Unterstützung der
lokalen Opfer des Stahlwerks ThyssenKrupp CSA an der Bucht von Sepetiba.
Mit den Spenden werden die von unserer Partnerorganisation PACS
koordinierten Aktivitäten wie Informationsvermittlung, Rechtsberatung,
Bildung, Vernetzung, Mobilisierung sowie Organisation der
Stadtteilversammlungen der AnwohnerInnen und der FischerInnen
finanziert. Diese sind angesichts der sich aktuell zuspitzenden
Situation dringend notwendig.
Denn nur wer seine Rechte kennt, kann sich auch zur Wehr setzen.
Bankverbindung/Spende: Kooperation Brasilien e.V.
Postbank Karlsruhe (BLZ 66010075)
Kto.-Nr. 301011-752 Stichwort: “Bucht von Sepetiba”
KoBra leitet die Gelder abzugsfrei nach Brasilien an die
Nichtregierungsorganisation PACS weiter, die den Widerstand der lokalen
AnwohnerInnen unterstützt. KoBra setzt sich allgemein für die als
besonders förderungswürdig anerkannten gemeinnützigen Zwecke “Förderung
der Völkerverständigung” ein, die laut Abschnitt A, Nr.10 der Anlage 1
zu § 48 Abs.2 EStDV als besonders förderungswürdig anerkannt sind. KoBra
ist berechtigt, für Spenden Zuwendungsbestätigungen nach amtlich
vorgeschriebenem Vordruck (§ 50 Abs. 1 EStDV) auszustellen.
Zum Hintergrund:
Der Konflikt um den Fall des Stahlwerkes ThyssenKrupp CSA in Santa Cruz an der Bucht von Sepetiba, Rio de Janeiro.
ThyssenKrupp CSA ist wegen wiederholten Umweltverstößen von den
Behörden mit Geldbußen und Entschädigungszahlungen belegt worden. Zudem
hat die Staatsanwaltschaft Anklage wegen Gesundheitsgefährdung der
Anwohner erhoben.
Die 8.000 lokalen FischerInnen der Bucht von Sepetiba mussten seit
Beginn der Bauarbeiten im Jahre 2006 massive Einkommensverluste von bis
zu 80 Prozent hinnehmen. Ihre Lebensgrundlage wurde ihnen geraubt.
AnwohnerInnen und FischerInnen leiden massiv unter den
Umweltauswirkungen dieses größten Stahlwerks Lateinamerikas. Dagegen
setzt unsere Partnerorganisation PACS in Brasilien vor Ort auf
Informationsvermittlung, Rechtsberatung, Bildung, Vernetzung und
Mobilisierung.
Weitere Informationen finden Sie auf unserer Homepage:
http://www.kooperation-brasilien.org/
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Arbeitskonflikt zwischen Triumph und asiatischen Gewerkschaften: Schweizer OECD-Kontaktpunkt als schlechter Schlichter
Berlin, 31.01.2011 – Ohne dass es je zu einem Mediationstreffen kam,
hat der Schweizer Kontaktpunkt für die OECD-Leitsätze für Multinationale
Unternehmen überraschend das Beschwerdeverfahren gegen den
Dessous-Produzenten Triumph International beendet, das nach der
Einreichung einer Beschwerde von Gewerkschaften aus Thailand und von den
Philippinen begonnen hatte. Ohne vorherige Gewerkschaftsverhandlung
hatte Triumph International im Sommer 2009 3600 Arbeiterinnen in
Thailand und auf den Philippinen entlassen, worauf die Gewerkschaften
eine Beschwerde eingereicht hatten. Die Entscheidung des Nationalen
Kontaktpunkts (NKP) in der Schweiz wirft ernsthafte Fragen bezüglich der
Mediationsbereitschaft von Triumph und der Bereitschaft des NKP auf,
seiner Rolle als unparteiischer Vermittler gerecht zu werden.
Obwohl Triumph zu Beginn Offenheit für eine Vermittlung durch den NKP
signalisierte hatte, hat das Unternehmen später Mediationstreffen
abgelehnt, in denen Kernpunkte der Beschwerde besprochen werden sollten.
Der NKP beugte sich der Unternehmenshaltung und ließ damit zu, dass der
Mediationsversuch endete, noch bevor es je zu einem Treffen mit den
Gewerkschaften kam.
Melona Daclan von Defend Job Philippines sagt über das
Beschwerdeverfahren: „Der NKP hat kaum Arbeit geleistet und die
Korrespondenz zwischen Triumph und den Gewerkschaften hin- und
hergeschickt, nie jedoch mit einem konstruktiven Vorschlag die
Organisation eines Mediationstreffens unterstützt oder den Fall
unabhängig untersucht.“ Defend Job Philippines ist eine der
Organisationen, welche die Beschwerde eingereicht hatten.
In der Schlusserklärung gibt der NKP keine Einschätzung ab, ob die
OECD- Leitsätze von Triumph verletzt wurden und spricht auch keine
Empfehlung für die bessere Implementierung der Leitsätze aus, wie es dem
NKP eigentlich vorgeschrieben ist. „Der Beschwerdemechanismus verkommt
zu einem zahnlosen und unnützen Instrument, wenn der NKP sich nicht
einmal dazu äussert, ob es zu einer Verletzung der OECD-Leitsätze kam“,
sagt Julia Thimm von INKOTA/Kampagne für Saubere Kleidung. „Die
Schlusserklärung trägt nichts zur Lösung des Arbeitskonfliktes bei. Im
Gegenteil: Die Erklärung sendet Firmen das Signal, dass sie machen
können, was sie wollen, ohne zur Rechenschaft gezogen zu werden.“
„Die minimalistische Art, wie der Schweizer NKP die Beschwerde
abgewickelt hat, zeigt, wie nötig Mindeststandards für die Bearbeitung
von Beschwerden sind, damit sich derartige Mängel in Zukunft nicht
wiederholen“, so Joseph Wilde-Ramsing vom internationalen ‚Corporate
Accountability‘-Netzwerk OECD Watch. „Die aktuelle Überarbeitung der
OECD-Leitsätze bietet eine ausgezeichnete Gelegenheit, die Richtlinien
für die NKPs und damit deren Funktionieren zu verbessern. Regierungen
müssen jetzt aktiv werden und die nötigen Anpassungen anpacken.“
Der NKP hat sich geweigert, notwendige Mediationstreffen in Thailand
oder den Philippinen abzuhalten und war auch nicht gewillt, die
Beschwerdeführerinnen finanziell für eine Reise in die Schweiz oder für
die Übersetzung von Schlüsseldokumenten zu unterstützen. Dies erschwerte
den Zugang zum Beschwerdemechanismus und machte es für die
Gewerkschafterinnen schwierig, sich an diesem Prozess zu beteiligen.
Heiner Köhnen von TIE Internationales Bildungswerk e.V. ergänzt: „Es ist
sehr unbefriedigend zu sehen, dass der Schweizer NKP nicht gewillt war,
den Gewerkschaften eine echte Chance zu geben und Triumph die Freiheit
gab, die Agenda zu diktieren.“ TIE hatte den Gewerkschaften bei der
Einreichung der Beschwerde beratend zur Seite gestanden.
Für weitere Informationen:
Julia Thimm
Kampagne für Saubere Kleidung
c/o INKOTA-netzwerk e.V., Chrysanthemenstr. 1-3, 10407 Berlin
Mobil: +49 (0) 179 90 93 684
thimm@inkota.de
www.inkota.de/triumph
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Kampagne „Daimler – Star of Apartheid“: Übergabe von Protestunterschriften an Daimler in Stuttgart
Konzern übernimmt keine Verantwortung für Geschäfte mit Apartheidregime
Anlässlich
des südafrikanischen Tages der Versöhnung am 16. Dezember überreichten
Menschenrechtsaktivisten, die sich in der Kampagne „Daimler – Star of
Apartheid“ zusammengeschlossen haben, mehrere Tausend
Protest-Unterschriften an Daimler. Die Kampagne sammelte während der
Fußball-Weltmeisterschaft Unterschriften, um Daimler zu einer
angemessenen Entschädigung für die Überlebenden des Apartheidregimes zu
bewegen.
Die Daimler AG machte profitable Geschäfte mit dem Regime. Dem
Unternehmen wird in einem laufenden Gerichtsverfahren vorgeworfen, damit
Beihilfe zu schweren Menschenrechtsverletzungen geleistet zu haben.
Bereits 1966 wurde das Apartheidsystem in Südafrika von der
Vollversammlung der UN als „Verbrechen gegen die Menschheit“ bezeichnet.
„Trotzdem verkaufte Daimler Fahrzeuge und Maschinen an das Regime.
Fahrzeuge mit denen die Sicherheitskräfte den politischen Protest
bekämpften“, erläutert das Kampagnenbündnis von
Nichtregierungsorganisationen (darunter medico international, Kirchliche
Arbeitsstelle Südliches Afrika, Koordination Südliches Afrika,
Solidaritätsdienst-international). „Daher soll die Daimler AG ihre
Mitverantwortung gegenüber den Opfern endlich übernehmen“ fordert das
auch von attac, der Bundeskoordination Internationalismus, IG Metall
Vertrauensleuten, und Betriebsräten des Daimler-Werkes in Bremen und
vielen Einzelpersonen unterstützte Bündnis.
In Südafrika wird die Kampagne von dem größten Apartheid-Opferverband
des Landes, der Khulumani Support Group getragen. „Ohne die Beteiligung
internationaler Unternehmen an der dringend benötigten finanziellen
Entschädigung der Opfer wird der Versöhnungsprozess nicht abgeschlossen
werden können“, so Marjorie Jobson, Direktorin von Khulumani.
Am Donnerstag, den 16. Dezember wurden die Unterschriften um 11 Uhr
vor den Toren des Stuttgarter Werkes in der Mercedesstraße 137
stellvertretend an einen Daimler-Betriebsrat übergeben, da die
Konzernzentrale sich weigert, diese persönlich entgegen zu nehmen.
Georg Rapp, Betriebsrat im Daimler-Werk Untertürkheim, sagt dazu:
„Diese Haltung des Daimler-Vorstands ist nicht akzeptabel. Die Bilder
der militärisch aufgerüsteten Daimler-Unimogs, die in den Townships
sogar gegen demonstrierende Schüler eingesetzt wurden, sind nicht
vergessen. Der Konzern muss sich seiner Verantwortung für diese
Unterstützung des Apartheidregimes stellen!“
KHULUMANI STATEMENT FOR HANDING-OVER CEREMONY:
Twelve years after the Human Rights Hearings of the South African
Truth and Reconciliation Commission (TRC) concluded in 1998, the issue
of delivering on redress for the victims and survivors of apartheid
gross human rights abuses, has been mainstreamed in the South African
media.
Just over one month ago, the South African Department of Justice and
Constitutional Development acknowledged that government had failed to
adequately embrace the urgent needs of victims and survivors of
apartheid gross human rights atrocities through reparative and
rehabilitative measures. The department expressed the view that their
stringent adherence to the very limited number of some 17,000 victims
identified by the South African TRC, had left those who had made some of
the greatest sacrifices in the achievement of a democracy in South
Africa in situations of destitution and exclusion. Government
acknowledged both its legal and its moral obligation to provide
reparative justice to victims and survivors, especially given the
several opportunities created for perpetrators to be pardoned or to be
given immunity from prosecution.
While South African officials take stock of the measures still needed
to redress a horrendous and costly past, Daimler as the lead defendant
in the South Africa Apartheid Litigation, has stubbornly refused to
acknowledge its complicity in the perpetration of the crimes of
apartheid.
As Khulumani’s German partners submit their calls to Daimler today,
demanding that Daimler come clean on its past complicity with the
apartheid regime, which it equipped with the the commodities used to
kill and severely injure opponents of the hated apartheid state,
Khulumani also calls on Daimler AG to take a stand to assist in
redressing this abhorrent past.
By instituting actions to make amends for its complicity in
committing harms against civilians in South Africa during apartheid,
Daimler AG would counter the serious reputational damage it has
sustained for its contribution to the commission of these historical
crimes.
Daimler’s STAR continues to be associated with this history of
apartheid death and destruction. This is a memory that has not been
erased in South Africa whose citizens experienced its own Holocaust
aided and abetted by the corporate complicity of Daimler AG amongst
others.
Issued by Marjorie Jobson, National Director of Khulumani Support Group,
a national membership organisation of 65,000 victism and survivors of apartheid atrocities
Rückfragen und Interviews:
*
Dieter Simon, Koordination Südliches Afrika, Tel. 0178 3488719
*
Anne Jung, medico international, Tel. 0179 1230719
*
Simone Knapp, Kirchliche Arbeitsstelle Südliches Afrika, Tel. 0163 7302888
Mehr Informationen zur Kampagne unter:
www.star-of-apartheid.de
www.kosa.org/thema_entschaedigung.html
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Amnesty International USA: Mumia Abu-Jamal verdient ein neues Verfahren, kein neues Todesurteil, sagt Amnesty International
Amnesty International USA
KONTAKT: Amnesty International – USA
Wende Gozan Brown, 212-633-4247
wgozan@aiusa.org
9. November 2010
Mumia Abu-Jamal verdient ein neues Verfahren, kein neues Todesurteil, sagt Amnesty International
Washington, 9. November 2010
Am Dienstag, den 9. November, werden drei Richter des 3.
Bundesberufungsgerichts der USA eine Anhörung durchführen, um die
frühere Entscheidung desselben Gerichts zu überprüfen, die das
Todesurteil Mumia Abu-Jamals aufgehoben hatte. (overturned)
Im Jahr 2000 kam Amnesty International nach gründlicher Untersuchung
des Falls in seinem Bericht “Der Fall Mumia Abu-Jamals – Ein Leben in
der Schwebe” zu dem Schluss, dass der Gerechtigkeit nur gedient wäre,
wenn Abu-Jamal ein neues Verfahren gewährt würde. Im folgenden hier ein
Statement von Laura Moye, der Direktorin von Amnesty
Internationals Kampagne zur Abschaffung der Todesstrafe:
“Das Todesurteil wieder einzusetzen wäre absolut unakzeptabel. Mumia
Abu-Jamal sollte ein neues Verfahren, nicht ein neues Todesurteil
erhalten.
Ernsthafte Fragen zur Fairness in seinem Verfahren sind nach wie vor
unbeantwortet. Während Amnesty International keine eigene Position zu
Schuld oder Unschuld bezieht, beharrt die Organisation jedoch darauf,
dass Abu-Jamals ursprüngliches Verfahren, das hoffnungslos (heillos) von
Politik und Rassismus geprägt war, dem internationalen Standard
für einen fairen Prozess nicht entsprochen hat.
Einige der unzähligen Unstimmigkeiten dieses Falles: Abu-Jamal hatte
sowohl während seines Prozesses als auch während der Urteilsphase eine
völlig unzureichende Verteidigung. Elf potenzielle Afro-Amerikanische
Geschworene wurden abgelehnt. Die engen politischen Beziehungen zwischen
der Bruderschaft der Polizei (FOP) und der gewählten Rechtsvertreter
Pennsylvanias waren unangemessen. Der Richter, der enge politische Bande
zur Strafverfolgung hatte, begegnete der Verteidigung mit
Feindseligkeit.
Diese Bedenken sind ebenso wie andere nicht ausgeräumt worden. Die Gerechtigkeit erfordert ein neues Verfahren.
Der Staat Pennsylvania sollte dem unwiderruflichen und zerrütteten System der Todesstrafe den Rücken kehren.
Wir sind Menschen überall auf der Welt, die sich für Menschlichkeit
und Menschenrechte einsetzen. Unser Ziel ist es, Menschen zu schützen,
wo immer Gerechtigkeit, Freiheit, Wahrheit und Würde geleugnet werden.
Wir zeigen und untersuchen Misshandlungen, wir klären die Öffentlichkeit
auf und mobilisieren sie, und wir tragen dazu bei, unsere
Gesellschaften hin zu einer sichereren und gerechteren Welt zu
verändern.
(Übersetzung:
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»Mumia ist in allergrößter Gefahr«
01.10.10 (von ivk) Am 9. November wird vor einem US-Gericht mündlich
darüber verhandelt, ob das Todesurteil gegen den Bürgerrechtler Mumia
Abu-Jamal bestehen bleibt. Die Entscheidung wird in den darauffolgenden
Monaten fallen Gespräch mit Robert R. Bryan / Interview: Jürgen Heiser
Aus: junge Welt Nr. 229 – 1. Oktober 2010
Robert R. Bryan aus San Francisco, USA, ist Hauptverteidiger des 1982
zum Tode verurteilen schwarzen Bürgerrechtlers Mumia Abu-Jamal
Für den 9. November 2010 wurde jetzt im Fall Ihres Mandanten eine
mündliche Anhörung angesetzt. Worum geht es?
Staatsanwaltschaft und Verteidigung werden vor drei Richtern des 3.
US-Bundesberufungsgerichts jeweils 30 Minuten lang Argumente vortragen.
Es geht um die Frage, ob das Todesurteil gegen meinen Mandanten bestehen
bleibt oder ob es in einem neuen Juryprozeß in lebenslange Haft
umgewandelt wird.
Was unterscheidet diesen Termin von der Anhörung im Mai 2007 vor
demselben Gericht?
Damals ging es um die Entscheidung über die Wiederaufnahme des
Verfahrens, die das Gericht im März 2008 und der Oberste Gerichtshof der
USA im April 2009 ablehnten. Wir gewannen in der ersten Anhörung
insofern, als das Berufungsgericht einen neuen Juryprozeß anordnete, in
dem es um die Umwandlung der Todesstrafe in Lebenslang gehen sollte. Die
Berufungsrichter waren der Meinung, daß die Todesstrafe nicht hätte
verhängt werden dürfen, weil keine mildernden Umstände berücksichtigt
worden waren. Diese Entscheidung hob der Oberste Gerichtshof im Januar
2010 auf Antrag der Staatsanwaltschaft auf und verwies den Fall zur
Neuverhandlung an das Berufungsgericht zurück.
Mußte das Berufungsgericht diese Anhörung anberaumen?
Nein, aber daß es das tat, ist positiv zu bewerten. Dieser Termin ist
in der Verfahrensgeschichte meines Mandanten von außerordentlicher
Bedeutung, und er wird großes öffentliches Interesse finden. Dafür
spricht, daß die Anhörung im Ceremonial Courtroom, dem größten Saal des
Gerichtsgebäudes in Philadelphia, stattfinden wird. Die Sitzplätze
werden trotzdem nicht ausreichen.
Was passiert in der Anhörung?
Zuerst spricht der Staatsanwalt, weil der Oberste Gerichtshof nur die
Berufung der Anklagebehörde zugelassen hat. Dann werde ich unsere
Argumente vortragen, auf die der Staatsanwalt noch einmal abschließend
entgegnen kann. Die Verteidigung hat also leider nicht das letzte Wort,
obwohl es um das Leben meines Mandanten geht.
Wie sieht ist der juristische Hebel gegen die drohende Hinrichtung
Abu-Jamals aus?
Richter Albert Sabo hat 1982 im Prozeß die Jury instruiert, sie könne
nur dann von der Todesstrafe absehen, wenn alle Geschworenen einstimmig
auf mildernde Umstände erkennen würden. Das widerspricht aber
höchstrichterlichen Grundsatzurteilen. Bundesrichter William Yohn hatte
deshalb bereits 2001 entschieden, das Urteil müsse umgewandelt werden.
Dem schloß sich das Bundesberufungsgericht 2008 an. In beiden Fällen
legte die Staatsanwaltschaft Berufung ein, weshalb das Todesurteil
weiterhin Bestand hatte.
Was sagen Sie zu der sogar in der Solidaritätsbewegung vorhandenen
Meinung, die Berufungsrichter könnten die »Todesstrafe erneut
verhängen«?
Das ist falsch. Als ich Mumia erzählte, dies habe gerade wieder in
einem Artikel gestanden, lachte er und meinte, das wüßte er aber. Seit
fast 30 Jahren sitze er in der Todeszelle, und er hätte es gemerkt, wenn
das Todesurteil aufgehoben worden wäre. Leider hat sich aber wegen der
Berufungen der Staatsanwaltschaft gegen Entscheidungen der
Bundesgerichte, die positiv für meinen Mandanten waren, nie etwas
geändert! Außerdem können Bundesgerichte keine Todesurteile »verhängen«,
sie können nur bereits gefällte verfassungsrechtlich überprüfen,
eventuell aufheben und neuverhandeln lassen.
Wann wird das Berufungsgericht entscheiden?
In den Monaten nach der Anhörung. Der Verlauf des Termins und die
Fragen der Richter werden aber schon zeigen, ob früher oder später damit
zu rechnen ist.
Ihr Mandant darf wieder nicht im Gerichtssaal sein. Wie sieht er dem
Termin entgegen?
Vorsichtig optimistisch, weil es gut ist, daß es den Termin gibt. Das
Gericht hätte ihn nicht anordnen müssen. Schlecht ist, daß wir erneut
über die Umwandlung der Todesstrafe verhandeln müssen, also über etwas,
worüber wir 2008 eigentlich schon triumphiert hatten.
Glauben Sie, daß ein größerer Druck auf den Richtern lastet als bei
der letzten Anhörung?
Ja, der Druck ist enorm. Nach der Entscheidung des Obersten
Gerichtshofs vom Januar steht das Bundesgericht unter dem starken Druck,
gegen uns zu entscheiden.
Und wenn das Berufungsgericht das Todesurteil festschreibt?
Dann ziehen wir erneut vor den Obersten Gerichtshof, weil wir anders
Mumias Hinrichtung nicht verhindern können.
Welche juristischen Argumente bleiben dann noch?
Es gibt Aspekte des Falles, die von weitreichender rechtlicher
Bedeutung sind, aber von früheren Verteidigern vor den Bundesgerichten
nicht angefochten wurden. Unsere Ermittlungen und rechtlichen
Untersuchungen dazu laufen, und wir arbeiten mit hervorragenden
Spezialisten zusammen, aber es fehlt uns einfach das Geld dazu, alles
Notwendige zu tun.
Die bisherigen Spendenmittel reichen also nicht aus?
Nein, bei weitem nicht. Auch wenn diese Spezialisten für geringere
Honorare arbeiten als sonst, müssen wir sie jedoch bezahlen.
Wie steht es um die weltweite öffentliche Unterstützung?
Auch die muß stärker werden, die Petition an US-Präsident Obama
braucht mehr Unterschriften. Die Leute müssen begreifen, daß Teresa
Lewis jetzt in Virginia hingerichtet wurde, obwohl sie viel
Unterstützung bis in kirchliche und politische Kreise in Europa hatte.
Mein Mandant hat es aber mit schlagkräftigen Gegnern wie der Fraternal
Order of Police zu tun, die ihre 350000 Mitglieder und Millionen von
US-Dollars mobilisiert, um seine Hinrichtung durchzusetzen. Wir stehen
also unter einem viel größeren Druck und brauchen deshalb auch eine viel
stärkere Solidarität. Mumia ist in allergrößter Gefahr.
Petition und Spendenkonto: www.freedom-now.de
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Kampagne für Saubere Kleidung zu Vaude, Columbia und Tatonka
Kampagne für Saubere Kleidung – Clean Clothes Campaign
informiert über Rechercheergebnisse in Zulieferbetrieben von Vaude,
Columbia und Tatonka zur Aktionswoche Discover Fairness! Aktiv für
Menschenrechte
Berlin (ots) – Die CCC befragte im Sommer 2010 die Outdoor-Firmen zu
ihrem sozial Engagement bei der Herstellung von Produkten und
veröffentlichte deren Profile zu folgenden Kategorien: Transparenz,
Verhaltenskodex, Kodexumsetzung und Kontrolle. Unterdessen wurden auch
Beschäftige in Zulieferbetrieben in Vietnam befragt. Die durch die
Firmenbefragung festgestellten Mängel bestätigt die Recherche in den
Produktionsstandorten.
Vietnam, attraktives Zulieferland in Asien
Für internationale Investoren gilt das Land als Niedrigkosten
Alternative in Asien. Die Lohnkosten sind im Vergleich zu
Produktionsstandorten in China etwa um das Zwei- bis Dreifache
niedriger. Vietnam mit seinen ca. 1,6 Millionen Beschäftigten in der
Textil- und Bekleidungsindustrie gilt auch für die Outdoor-Branche als
attraktive Niedrigkosten Produktionsstandort in dem auch die
Gewerkschaft keinen großen Ärger bereitet.
Exzessive Überstunden und minimales Einkommen bei den ArbeiterInnen
Partner der CCC interviewten ArbeiterInnen bei Vaude, Columbia und
Tatonka Zulieferbetrieben. Die Befragten berichten, dass der staatlich
avisierte Mindestlohn von 38 Euro nur bei durchgehender Arbeit und
Überstunden in einer sechs Tagewoche erreicht wird. In der
Textilindustrie werden bei offiziell erlaubten 48 Stunden die Woche
durchschnittlich vier Überstunden über die gesetzlich zugelassene Anzahl
pro Tag geleistet. ” Die Überstunden liegen meistens zwischen 18.00 und
22.00 Uhr. Mindestens aller zwei Monate ist auch sonntags zu arbeiten.
Dann geht es durch bis nächsten Tag Mittag.” Festgestellt wurde auch,
dass die Mehrarbeit nur einen Tag vorher bekannt gegeben wird.
“Sollten wir uns verspäten, dann wird uns der Lohn eines ganzen Tages
gestrichen und wir verlieren alle zusätzlichen Boni zum Lohn.” In
diesen Phasen werden “immer wieder zusätzlich befristete Zeitarbeiter
beschäftigt. Für diese wird keine Sozialversicherung gezahlt.” wurde
berichtet.
Keine der Befragten konnte beantworten, in welcher Höhe ihnen der
Lohn zu steht. Fast einstimmig wurde dagegen geäußert: Eins ist sicher,
selbst mit umgerechnet etwa 46 Euro bei Normerfüllung, ist kein
Auskommen möglich.
“Es ist schwierig damit klar zu kommen. Es reicht für einige
Schüsseln Fleisch oder Gemüse.” Eine andere junge Arbeiterin meint: “Was
wir hart verdienen, reicht gerade so.” Alle der befragten Personen
teilen sich mit drei bis fünf Personen eine Unterkunft, um die Kosten
decken zu können. Gängige Praxis scheint auch, dass mindestens die
Hälfte des ersten Lohns der Arbeiter vom Management einbehalten bleibt,
“damit die Arbeiter nicht einfach fortbleiben können”. Davon berichtete
ein Gesprächspartner der Tatonka eigenen Produktionsstätte.
ArbeiterInnen von anderen Fabriken sagten dazu: “Manche bleiben trotzdem
einfach fort, da die Fabrik sie krank gemacht hat.”
Mangel an Rechten
Berichtet wurde auch von Beleidigungen, “wird mal ein Einzelner nicht
beschimpft, dann bestimmt alle zusammen. Sie tun dies, weil sie denken
sie haben das Recht dazu, da sie der Boss sind.” Wegen des Unmuts kommt
es immer wieder zu spontanen Protesten. Im März 2010 fühlten sich
Arbeiter bei einem Zulieferer für Vaude und Columbia aufgrund des
niedrigen Lohns unfair behandelt. Nach 29 Tagen Arbeit im Monat plus
Überstunden bekam diese umgerechnet etwa 60 Euro ausgezahlt.
Von der offiziellen Gewerkschaft fühlten sie sich nicht vertreten, da
nur “gute Arbeiter” durch das Management für diese ausgewählt werden.
Häufiger kommt es zu so genannten wilden Streiks. Seit 2006 ist die
Anzahl in Vietnam auf etwa 400 im Jahr gestiegen. Dies bestätigt auch
die Internationale Arbeitsorganisation (ILO).
Der sozialen Spannung wird seitens der Regierung versucht zu
begegnen. Für Exportzentren mit ausländischen Investitionen wie in Hanoi
und Ho Chi Minh City avisierte die Regierung seit 2009 einen
Mindestlohn von 38 Euro. Diese erste Erhöhung um 28 Prozent seit sechs
Jahren ist ein Zugeständnis an die Beschäftigten anlässlich der Streiks
und aufgrund von gestiegenen Lebenshaltungskosten und extremen
Überstunden.
“Arbeit in Würde und einen Lohn, von dem der Mensch leben kann,
müssen bei einer Branche mit diesem Nachhaltigkeitsimage
Selbstverständlichkeit sein.”, sagt Berndt Hinzmann von INKOTA.
Nur wenn Sozialstandards in der Einkaufspraxis Eingang finden, kann
glaubwürdig von Nachhaltigkeit gesprochen werden.”, sagt Julia Thimm,
Koordinatorin von Eilaktionen der Kampagne für Saubere Kleidung.
Pressegespräch: Dienstag, den 05.10.2010, um 11.00 Uhr
Haus der GKKE, Berlin-Mitte, Charlotten Str. 53-54
Protestaktion Street Climbing, Discover Fairness! Aktiv für
Menschenrechte.
Pressekontakt:
Berndt Hinzmann und Julia Thimm
Koordinatorin von Eilaktionen der CCC
INKOTA-netzwerk, Chrysanthemenstraße 1-3, 10407 Berlin,
Tel. 030 42 08 202 52, Mobil: 0160 94 69 87 70 hinzmann@inkota.de,
www.inkota.de
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Erklärung zivilgesellschaftlicher Organisationen zur
Yasuní-ITT-Initiative
Erkärung von Klima-Allianz, Forum Umwelt und
Entwicklung, VENRO:
Die ecuadorianische Regierung hat der Weltgemeinschaft vor Jahren mit
der Yasuní-ITT-Initiative ein innovatives Angebot unterbreitet, welches
den Biodiversitäts- und Klimaschutz, den Respekt vor indigenen Rechten
sowie die Förderung der nachhaltigen menschlichen Entwicklung
miteinander verbindet. Ein im Yasuní-Nationalpark entdecktes Ölfeld soll
unberührt in der Erde bleiben, der Regenwald des Amazonas nicht
angetastet und indianische Lebensformen nicht zerstört werden – sofern
die Weltgemeinschaft sich verpflichtet, den Menschen in Ecuador eine
Kompensation für die entgangenen Einnahmen zu gewähren.
Der fortschreitende Verlust der Biodiversität und der Klimawandel
zwingen zu einem radikalen Kurswechsel. Wir müssen wegkommen von der
Nutzung fossiler Energieträger hin zu umweltverträglichen erneuerbaren
Energien, wir müssen wegkommen von der rücksichtslosen Ausbeutung und
Verschwendung natürlicher Ressourcen hin zu einer nachhaltigen Nutzung,
die dem Klimaschutz und der Erhaltung der biologischen Vielfalt dient.
Die Yasuní-ITT-Initiative stellt sich dieser Herausforderung und die
ecuadorianische Regierung hat damit einen bislang einzigartigen
Vorschlag unterbreitet, welcher Nachahmer finden könnte. Dieses Angebot
anzunehmen, wäre ein wichtiger Schritt in Richtung einer globalen
Zukunftsfähigkeit, der mit dem gängigen „business-as-usual“ bricht.
Auf dem Weg von der Idee zur Umsetzung hat der Vorschlag seither
zahlreiche Hürden genommen. Mit der Vereinbarung über die Einrichtung
eines Treuhandfonds zwischen der ecuadorianischen Regierung und dem
Entwicklungswerk der Vereinten Nationen (UNDP) in diesem Jahr wurde die
Voraussetzung geschaffen, dass die internationale Gemeinschaft
Kompensationsmittel zur Verfügung stellen kann. Letztlich kann darin
auch eine Chance liegen, Impulse zu setzen, die Entwicklungsgelder auf
Dauer überflüssig machen.
Das Gebiet Ishpingo-Tambococha-Tiputini (ITT) ist ein Teil des
Nationalparks Yasuní in der nordwestlichen Amazonas-Region. Er gilt
aufgrund seiner einzigartigen Artenvielfalt als Weltnaturschutzerbe und
wurde 1989 von der UNESCO ins Biosphärenschutzprogramm aufgenommen.
Auf einem Hektar finden sich im Yasuní-Nationalpark fast genauso
viele Baumarten, wie in ganz Nordamerika zusammen, auf einem Baum finden
sich mehr Käferarten als in ganz Europa. Von 1300 Vogelarten des
gesamten Amazonasbeckens sind 567 im Yasuní beheimatet. Im Nationalpark
leben indigene Völker, deren Kultur und Lebensweise eng mit dieser
Naturvielfalt und dem Wald verbunden sind. Unter ihnen sind die Tagaeri
und Taromenane, die bis heute ohne Kontakt zur Zivilisation leben.
Im Amazonasraum Ecuadors wird seit Jahrzehnten Öl gefördert.
Ausgewiesene Ölfördergebiete (Blocks) reichen inzwischen bis hinein in
das Gebiet des Yasuní. Der ITT-Block liegt fast zur Gänze auf dem Gebiet
des Nationalparks. Schätzungen gehen von etwa 846 Millionen Barrel aus.
Die Förderung des Öls in dieser Gegend wäre mit hohen ökologischen
Schäden verbunden und würde den Lebensraum der dort lebenden
indianischen Völker/Kulturen vernichten.
Unterstützung durch den Deutschen Bundestag
Der Deutsche Bundestag hat die Initiative am 25. Juni 2008 in einem
übergreifenden Antrag ausdrücklich und einstimmig begrüßt. Er hat die
Bundesregierung u.a. aufgefordert den ITTVorschlag zu unterstützen und
sich bereit zu erklären, einen angemessenen Finanzierungsmechanismus zu
entwickeln und sich gemeinsam mit anderen Gebern im Rahmen der geltenden
Haushaltsplanung des Bundes finanziell zu beteiligen.
Weiterhin hat der Bundestag die Regierung gebeten, in einer Studie
die noch offenen Fragen hinsichtlich des Kompensationsfonds zu klären.
Grundlage für die Leistungen von Kompensationszahlungen soll dabei die
Erhaltung der biologischen Vielfalt in dem Gebiet sein. Ein
Kompensationsmodus soll nachhaltig, transparent, effizient und im Sinne
der lokalen Bevölkerung gerecht gestaltet sein und von etwaigen
politischen Veränderungen vor Ort unangetastet bleiben.
In seinem Antrag forderte der Deutsche Bundestag die Bundesregierung
ebenso dazu auf,
„6. einen Schuldenerlass für Ecuador als Beitrag zu den
Kompensationszahlungen nochmals zu prüfen und bei den Partnern innerhalb
der Europäischen Union bzw. des Pariser Clubs für ein
debt-for-nature-swap zu werben;
7. innerhalb der EU und der OECD diese Initiative zu befördern und
möglichst viele Partnerregierungen
für ein finanzielles und politisches Engagement zu gewinnen;
8. in diesem Zusammenhang auch darauf hinzuwirken, dass der Schutz des
Yasuní-Nationalparks insgesamt politisch gestärkt und Ecuador technisch
dabei unterstützt wird, dieses Gebiet wirkungsvoll zu schützen bzw.
nachhaltig zu nutzen, um alternative Einnahmequellen für die örtliche
Bevölkerung zu erschließen;
9. darüber hinaus zu prüfen, inwieweit der ITT-Vorschlag bzw. der
gefundene Finanzierungs- und Verteilungsmechanismus grundsätzlich
Erfahrungswerte für den Schutz vergleichbarer sensibler Ökosysteme in
Entwicklungsländern liefern kann und inwieweit dieser Mechanismus dann
in ein künftiges internationales Finanzierungsregime überführt werden
könnte, um singuläre Fonds-Lösungen zu überwinden.“
Bundesminister Niebel kündigt die deutsche Unterstützung auf
Aufgrund der Entscheidung des Bundestages untersuchte die GTZ die
Initiative hinsichtlich der Durchführbarkeit im Rahmen der bestehenden
Klimaverhandlungen. Auch sonst waren die Bundesregierung und der
Deutsche Bundestag wichtige Ansprechpartner für die ecuadorianische
Regierung. Kirchliche Hilfswerke und zivilgesellschaftliche
Organisationen haben die Yasuní-ITT-Initiative ebenfalls begrüßt und für
den Vorschlag geworben. Alberto Acosta, der ehemalige Energieminister
Ecuadors und Präsident der verfassungsgebenden Versammlung, war als
einer der Yasunì-Initiatoren zum Deutschen Evangelischen Kirchentag 2009
und zum Ökumenischen Kirchentag 2010 eingeladen, um die Initiative
vorzustellen.
In seiner Antwort vom 14.09.2010 auf ein Schreiben der Abgeordneten
Ute Koczy vom 4. August teilte Bundesminister Niebel mit, „dass (wir)
aufgrund dieser Überlegungen und der immer noch unzureichend
beantworteten Fragen (…) die Einzahlungen in den Treuhandfonds für die
ITT-Initiative nicht in Betracht ziehen.“ Diese Ankündigung dürfte
weitreichende Folgen für den Erfolg der Initiative haben, da der
bisherige Vorreiter Deutschland sich plötzlich zurückzieht. Es steht zu
befürchten, dass die Bemühungen zur Auffüllung des Treuhandfonds schon
gescheitert sind, bevor es überhaupt richtig losgegangen ist.
Mit seiner einsamen Entscheidung setzt sich Minister Niebel aber auch
über die bisherige Unterstützung des Deutschen Bundestages für dieses
in Eigenverantwortung von Ecuador entwickelte Projekt hinweg. Ohne
vorherige Konsultation mit den Abgeordneten und ohne ausreichende
Begründung verkündet der Minister in einem Brief, dass viele Bedenken
nicht ausgeräumt sind und daher eine Beteiligung am Treuhandfonds nicht
erfolgen soll. Damit brüskiert er die Abgeordneten des Bundestages.
Aber auch auf internationaler Ebene und im Verhältnis zur
ecuadorianischen Regierung wird diese Entscheidung des Ministers von
vielen als Affront empfunden, welche Regeln des gegenseitigen Respekts
und eines partnerschaftlichen Verhältnis verletzt. Auf diese Weise kann
das in Kopenhagen verloren gegangene Vertrauen zwischen Industrie- und
Entwicklungsländern nicht zurück gewonnen werden.
Erwartungen der Zivilgesellschaft
Die unterzeichnenden Entwicklungs- und Umweltorganisationen, Kirchen
und andere zivilgesellschaftliche
Akteure halten die Entscheidung von Bundesminister Niebel in der Sache
für falsch und in der Form für nicht angemessen. Das Ansehen
Deutschlands als Vorreiter in der Biodiversitäts-, Klima- und
Nachhaltigkeitspolitik und sein Ansehen als solidarischer Partner wird
aufs Spiel gesetzt.
Wir appellieren daher an den Bundestag,
• in den Bundeshaushalt 2011 die Einzahlung in den Treuhandfonds sowie
für die Folgejahre eine Verpflichtungsermächtigung für die weiteren
Einzahlungen in den Treuhandfonds einzustellen,
• den bisherigen Dialog und die Kooperation mit der ecuadorianischen
Regierung fortzusetzen, und
• die vom Ministerium aufgeführten Fragen aufzugreifen und
lösungsorientiert sowie partizipativ zu diskutieren.
Wir appellieren an die Bundesregierung,
• öffentlich darzulegen, welches Ergebnis die Prüfung eines
Schuldenerlasses und der Gestaltung eines debt-for-nature swaps ergeben
hat,
• zu einem Fachgespräch mit internationaler Beteiligung einzuladen, um
die Umsetzung der Yasuní-ITT-Initiative weiter zu befördern.
Berlin, den 28.09.2010
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Kolumbianische Gewerkschafter erhalten Morddrohungen von
Paramilitärs
In einem Schreiben, das am Morgen des 22. September
auftauchte, haben Gewerkschaftsführer der Lebensmittelgewerkschaft
Sinaltrainal und ihre Familien Morddrohungen erhalten. Dieses Blatt
wurde auf den Straßen der Stadt Bugalagrande verteilt.
Die Paramilitars „Aguilas Negras (Schwarze Adler) machen bekannt:
1. „…Die Kriegsfront West beginnt ihre Sauberungsoperation in dem
Departament Valle de Cauca…
2. Die Aguila Negras geben nun Antwort auf eure Flugblatter und
Aktivitaten, Ihr Guerilleros,
Gewerkschafter, Linke des Polo Democratico (Linkspartei) und aller
Kiffer und Ubeltater…
3. Wir wollen auch eine Antwort geben, an die Guerilleros, die sich in
Sinaltrainal verstecken und
bestimmte Arbeiter, die bei Nestle arbeiten…
4. Unser Ziel ist die Beseitigung dieser Organisation und ihrer Fuhrung,
ihrer ehemaligen Fuhrung
und ihrer Familien…
5. Ausloschung von Javier Correa, Edgar Paez, Fabio Olaya, Jairo Mendez,
Rafael Esquivel e Martin
Agudelo
6. Wir geben euch Gelegenheit, den Ort zu€ verlassen. Ihr habt 15 Tage
um abzuhauen, ihr
Hurensohne…“
Einer der Auszulöschenden,
Edgar Paez, internationaler Sekretär der Sinaltrainal war schon einige
Male in Deutschland gewesen und berichtete von der schwierigen Situation
für kolumbianische Gewerkschafter. Kolumbien ist seit vielen Jahren das
Land, in dem weltweit die meisten Gewerkschafter ermordet werden.
Gefährlich wird es offensichtlich immer dann, wenn sich Gewerkschaften
konsequent dem Abbau der Arbeitsrechte entgegenstellen und die Politik
der transnationalen Konzerne in ihren Ländern anprangern und
Alternativen präsentieren. In diesem Zusammenhang hatte der
Gewerkschaftssekretär aus Kolumbien bei seinen Besuchen in Europa auch
die Auseinandersetzungen bei Coca Cola und Nestlé beschrieben, die nach
seinen Schilderungen mehreren Kollegen seiner Gewerkschaft das Leben
gekostet haben.
Vor genau fünf Jahren
Einer von ihnen war Luciano Romero, der vor fünf Jahren, am 23.
September 2005, vom Bloco Norte der Paramilitärs entführt, gefoltert und
ermordet wurde. Er war von Nestlé entlassen worden, weil er an einem
Streik teilgenommen haben soll, der nie stattgefunden hatte. Allerdings
hatte er die Präsenz von Paramilitärs in der Region und die
arbeitsrechtlichen Verstöße von Nestlé angeprangert. Zum Tod von Luciano
gab es die groteskesten Versionen. Erst hieß es, er sei Opfer eines
Autoraubmordes geworden. Dann, es habe sich um einen Eifersuchtsdrama
gehandelt. Danach, jemand habe an das Geld seiner Lebensversicherung
gewollt, die er niemals besessen hatte. Letztendlich konnten die
paramilitärischen Täter überführt werden.
Im Verfahren gegen die Mörder
von Luciano wurde auch gegen Manager von Nestlé Untersuchungen
angestellt, die noch zu keinem Ergebnis geführt haben. Dies, obwohl der
bekannte paramilitärische Führer Salvatore Mancuso am 17. Mai 2007
ausgesagt hatte, dass die Paramilitärs AUC von verschiedenen
Unternehmen, darunter auch von Cicolac (Nestlé) finanziert wurden.
Sinaltrainal bittet um Solidaritäts- und Protestschreiben an
Nestlé Europa
Achim.Drewes@de.nestle.com
Hartmut.Gahmann@de.nestle.com
Angelino Garzón
Vicepresidente de Colombia
comunicacionesvp@presidencia.gov.co
Hernán Jaime Ulloa Venegas
Director del Programa Presidencial de Derechos Humanos y Derecho
Internacional Humanitario
hernanulloa@presidencia.gov.co
Sinaltrainal
areainternacional@sinaltrainal.org
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Free-Mumia-Aktive besuchen Mumia im Todestrakt
Am 29. April hatten zwei Unterstützer aus Berlin und Heidelberg die
Gelegenheit, Mumia für knapp sechs Stunden im Todestrakt vom SCI Greene
in Waynesburg zu besuchen. Sie werden in den kommenden Wochen Berichte
und Artikel veröffentlichen.
Hier nur einige erste Eindrücke: Mumia setzt im momentanen
juristischen Abschnitt alles daran, vor eine Jury zu kommen. Natürlich
ist ihm bewusst, dass das lediglich in einem begrenzten Verfahren um das
Strafmass (Lebenslänglich oder Todesstrafe) möglich wäre. Trotzdem will
er die Manipulationen und rassistischen Methoden aufdecken, mit denen
er und Hunderttausende anderer Gefangener unschuldig zum Leben in
Isolation oder Tod verurteilt wurden und werden. Mumia macht einen
äusserst gesunden und starken Eindruck. Er zeigt grosses Interesse an
globalen politischen Themen. Er bedankte sich mehrfach für die massiv
spürbare Unterstützung aus Deutschland, besonders für die vielen Briefe
und Postkarten. An seinem Geburtstag erhielt er über 50 allein aus der
BRD, an jedem anderen Tag auch zwischen 5 – 10. Neuerdings erreichen ihn
Postkarten auch fast ohne Zeitverzögerung. Er sagte, dass die
Poststempel in der Regel nicht älter als fünf Tage seien. Starkes
Interesse zeigt er an Informationen vom Übergang von Realsozialismus zum
Kapitalismus in der ehemaligen DDR und am seitdem erstarkten
Neo-Nazismus in der gesamten Bundesrepublik.
Mumia erzählte ausführlich über das Gefängnis SCI Greene und gab sehr
detaillierte Beschreibungen über den Todestrakt und den Umgang mit den
WärterInnen ab. Er beschrieb die extreme Gewalt, die in dieser “Bright
Shining Hell” (hell leuchtenden Hölle) vorherrscht. Eine ausführliche
Schilderung seiner Zelle, Nahrung, Bekleidung, erlaubter
Gebrauchsgegenstände, des Tagesablaufes sowie des Umgangs mit anderen
Gefangenen werden in den zukünftigen Berichten enthalten sein.
Auch über den Stand der Solidaritätsbewegung und die Frage, wie es
von hier aus weitergeht, wurde bei dem Besuch geredet. Mumia hält sich
mit Ratschlägen verständlicherweise zurück, hatte aber doch mehrere
Anliegen. Er bittet alle, nach ihren Möglichkeiten die unterdrückten
Fakten in seinem Verfahren zu verbreiten und den Charakter der
rassistischen und politischen Justiz speziell in Philadelphia bekannt zu
machen. Er riet UnterstützerInnen, sich nicht zu sehr mit juristischen
Details und Widersprüchen der US-Verfassung und ihrer Rechtsauslegung
durch Hohe Gerichte zu belasten. Schliesslich zeige sein Fall sowie der
von Tausenden anderen, was diese Gesetze wert sind, wenn Beschuldigte
arm sind und nicht der europäisch-stämmigen Bevölkerungsmehrheit
entstammen – nichts.
Er betonte wiederholt während des Gespräches, dass niemand die Kraft
des organsierten gemeinsamen Handelns unterschätzen sollte. Dass er noch
am Leben sei, zeige, zu was organsierte Menschen fähig sind. Auch wenn
zahlenmässig kleine Gruppen dem momentan grössten Imperium der Welt
dessen innere Widersprüche vorhalten, können sie etwas bewirken. Er
sagte ausdrücklich, dass die Bewegung immer ihren eigenen Weg finden
muss. Angesprochen auf die beiden derzeit parallel existierenden
Petitionen an Obama und Justizminister Holder antwortete Mumia, dass es
sehr vernünftig sei, beide zu unterstützen.
Soweit einige erste Eindrücke. In der Auswertung des Gespräches sowie
weiteren Unterhaltungen mit US-UnterstützerInnen sind auch einige neue
Ideen entstanden. Im kommenden Juni Rundbrief, den nächsten
Veranstaltungen und Radiosendungen (immer montags, siehe Termine) mehr
dazu.
aus: FREE MUMIA Rundbrief (Mai 2010)
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VENRO: Entwicklungspolitik muss eigenständig bleiben
PRESSEMELDUNG
6/2010
NRO fordern Einhaltung des Lissabon-Vertrages
Entwicklungspolitik muss eigenständig bleiben
Bonn, 26. April 2010 – Die europäische Entwicklungspolitik muss ein
eigenständiges Politikfeld bleiben und darf nicht von außen- und
sicherheitspolitischen Interessen dominiert werden. Dies fordert der
Verband Entwicklungspolitik deutscher Nichtregierungsorganisationen
(VENRO) von den EU-Außenministern, die heute in Luxemburg über den
Europäischen Auswärtigen Dienst (EAD) beraten.
„Der Lissabon-Vertrag verlangt, dass entwicklungspolitische
Strategien sich auf die Armutsbekämpfung ausrichten. Sie dürfen sich
nicht an kurzfristigen außenpolitischen Interessen orientieren“, so
VENRO-Vorstandsvorsitzender Ulrich Post. „Wenn dieses Prinzip nicht
eingehalten wird, dann ist das ein klarer Vertragsbruch.“
VENRO fordert zudem, dass die politische Steuerung und Durchführung
von entwicklungspolitischen Strategien in einer Hand liegen soll.
„Hierfür muss der Kommissar für Entwicklungspolitik mit den notwendigen
Kompetenzen ausgestattet werden“, fordert Post. Die politischen
Richtlinien des EAD müssten ausdrücklich Bezug auf das Kohärenzgebot
nehmen.
Der Lissabon-Vertrag erfordert auch von anderen Politikfeldern, dass
sie sich kohärent zu entwicklungspolitischen Zielen verhalten. „Dies
ist eine große Chance für eine wirksamere Entwicklungspolitik – aber
nur, wenn sich alle daran halten“, sagt Post.
Mit Unverständnis reagiert der Verband zudem auf die „Politik der
verschlossenen Türen“ beim Aufbau des EAD. So wurde die Öffentlichkeit
über den Stand der Verhandlungen kaum informiert.
Auch dies entspricht nicht dem Geist des Lissabonner Vertrags. Er fordert mehr Transparenz und
zivilgesellschaftliche Beteiligung.
Der Lissabon-Vertrag, der am 1. Dezember 2009 in Kraft trat, sieht
für die Europäische Union einen Europäischen Auswärtigen Dienst (EAD)
vor, einen diplomatischen Dienst mit der Zielsetzung, eine echte
europäische Außenpolitik zu entwickeln.
------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------- „Save Africa“ – eine neue Partnerorganisation der NFI in Kamerun
Bei der letzten Vorstandssitzung der NFI im September 2009 wurde die Vereinigung „Save Africa“, mit Sitz in Yaoundé, als Partnerorganisation aufgenommen. Sie zählt derzeit 130 Mitglieder.
Die Organisation hat folgende Zielsetzungen:
- Förderung von Ökotourismus und Umweltschutz
- Förderung von Kunst und Kultur
- Bildungsangebote, in erster Linie für Frauen, in den Bereichen Hygiene und Naturheilkunde
- Förderung integrierter Landwirtschaft und Viehhaltung
- Förderung einkommensschaffender Tätigkeiten und berufsbildender Maßnahmen, mit dem Ziel, die Abwanderung – vor allem junger Menschen – einzudämmen
- Einsatz für gemeinschaftliche Belange
- Bekämpfung von Korruption, Rassismus, Tribalismus, Feindseligkeit, Elend und Armut
- Umsetzung allgemeiner Maßnahmen zur Hebung des Verantwortungsgefühls der Bevölkerung
„Save Africa“ verfügt über ein Pilotdorf, in dem 20 Hektar für vielfältige Tätigkeiten genutzt werden. Es befindet sich in Zentralkamerun, am Fuße des Nyafianga-Gebirges, im Landkreis Ngoro. Die Hütten des Dorfes wurden aus lokalen Baustoffen nach traditionellen Vorbildern gebaut und bieten etwa 30 Personen Platz. Der Obstgarten des Dorfes liefert eine Vielzahl einheimischer Früchte: Mangos, Zitronen, Pflaumen, Früchte der Annona, Mandarinen, Orangen, Grapefruits, Passionsfrüchte, Guaven, Bananen und Palmfrüchte.
Im Jahr 2008 wurde ein großer Saal errichtet, der als Seminarraum genutzt wird. Im Dorf wird zum Beispiel Hühner-, Schaf- und Bienenzucht betrieben. Es wurden auch kleine Kooperativen gegründet, mit dem Ziel die Bevölkerung im der Region zu halten und Abwanderungstendenzen in die Städte zu unterbinden. Die gemeinsam bewirtschafteten Felder tragen dazu bei, die Lebensbedingungen der Betroffenen zu verbessern. Eine Interessensgemeinschaft ist kulturell tätig und betreibt eine ausgezeichnete Tanzgruppe, die bereits Aufmerksamkeit erregt.
Weitere Projekte betreffen Fortbildung, Seminarveranstaltungen, Entwicklung und Durchführung von Kleinprojekten, Ausbildung von Landwirtschaftsberatern für Reisanbau, Aufbau einer „Bibliothek des Landlebens“ etc.
Save Africa ist Teil des Netzwerks afrikanischer Naturfreundeverbände, dem unsere Mitglieds- und Partnerverbände in Senegal, Togo, Burkina Faso, Mali, Algerien und Marokko angehören.
Michèle Davieau, NFI Vize-Präsidentin, September
-------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------- Workcamps in Togo: „Bäume pflanzen – Flüsse retten“
Die Vereinigung CASE Togo – Amis de la Nature, seit September 2008 assoziiertes Mitglied der NFI, veranstaltet im Rahmen des Projekts „Bäume pflanzen – Flüsse retten“ internationale Workcamps zur Rettung von Baumbeständen entlang von Flussläufen.
Der durch menschlichen Einfluss hervorgerufene Rückgang der Waldökosysteme führt in Togo zu einem drastischen Biodiversitätsverlust, und es existieren nur mehr wenige Waldpuffer auf schwer zugänglichen Berghängen und Restwaldbestände an Flussläufen. Der fortschreitende Rückgang der Uferwälder verschlechtert dabei massiv den ökologischen Zustand der Flussläufe.
Die in den Sommermonaten 2007 und 2008 begonnenen Camps werden von Juni bis August 2009 fortgesetzt und sind Teil eines umfassenden Programms zur Schaffung von Galeriewäldern an Flussläufen in der westlichen Hochlandregion Togos. Eine Reisegruppe der NFI konnte sich im November 2008 vom Fortschritt der Pflanzungen überzeugen.
Für das Projekt „Bäume pflanzen – Flüsse retten“ sowie für das ebenfalls von CASE-Togo geplante Projekt „Umweltbildung – BotschafterInnen für die Zukunft“ bittet der junge Naturfreundeverband um Spenden.
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