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NaturFreunde: Keine neue deutsche Waffenproduktionsanlage in Saudi-Arabien


Opfer von Waffengewalt müssen Waffenproduzenten endlich verklagen können

Berlin, 20. Juli 2011 – „Dass in Saudi-Arabien eine neue komplette Produktionsanlage für deutsche Sturmgewehre gebaut werden soll, ist eine Schande“, kritisiert das Mitglied im Bundesvorstand der NaturFreunde Deutschlands Uwe Hiksch die aktuellen Pläne des Rüstungsunternehmens Heckler & Koch. „Mit dem ebenfalls geplanten Panzer-Deal ist klar: Deutsche Waffen sollen die Golfregion systematisch aufrüsten, auf Menschenrechte und demokratische Bestrebungen in der Bevölkerung wird keinerlei Rücksicht genommen.“

 

Für neue Profite würden alle menschenrechtlichen Sonntagsreden zur Seite geschoben und in einer der letzten absoluten Diktaturen der Welt eine hochmoderne Waffenschmiede gebaut, so Hiksch. Saudi-Arabien sei bereits seit vielen Jahrzehnten ein Produktionsstandort für Waffen von Heckler & Koch. So werde dort das Sturmgewehr G3 in Lizenz produziert und von Saudi-Arabien aus direkt für die Aufrüstung der Diktaturen in den Golfstaaten eingesetzt.

 

In einer Pressemitteilung hatte Heckler & Koch bekannt gegeben, dass Umsatz und Gewinn im Geschäftsjahr 2010 erneut gesteigert und damit der „erfolgreiche Wachstumskurs der vergangenen Jahre“ fortgesetzt werden konnte. Für die NaturFreunde eine zynische Aussage, schließlich ist dieser „Wachstumskurs“ die Grundlage für Waffenlieferungen in viele Regionen der Welt. „Kleinwaffen und Handfeuerwaffen sind die Massenvernichtungsmittel der heutigen Zeit. Es sterben viel mehr Menschen durch diese hochmodernen Kleinwaffen als durch Großwaffen“, erklärt Uwe Hiksch.

 

NaturFreunde fordern Waffenexportverbot im Grundgesetz

Die NaturFreunde fordern ein Waffenexportverbot im Grundgesetz. Zudem müssten Opfer und Angehörige der Opfer von Waffengewalt das Recht erhalten, auch die Hersteller von Waffen zu verklagen. „Wenn diese Firmen von den Angehörigen der Millionen Opfer endlich verklagt werden könnten, wäre der Profit mit dem Tod innerhalb kürzester Zeit beendet“, empfiehlt Hiksch.

 

Im Jahr 2010 hat Heckler & Koch einen Umsatz von 247 Millionen Euro erzielt. Der operative Gewinn lag mit 51,8 Millionen Euro um rund 30 Prozent über 2009. Erst vor wenigen Tagen hatte die „Heckler & Koch GmbH“ am Kapitalmarkt eine Anleihe mit einem Volumen von 295 Millionen Euro platziert. Diese Anleihe wird mit jährlich 9,5 Prozent hochprofitabel verzinst und hat eine Laufzeit bis 2018. Gezeichnet wurde diese Anleihe vor allen von internationalen institutionellen Anlegern, also Banken, Versicherungen und Pensions-Fonds.

 

NaturFreunde Deutschlands: Teil der Friedensbewegung

Die NaturFreunde Deutschlands sind seit mehr als 50 Jahren Teil der bundesdeutschen Friedensbewegung und waren Gründungsmitglied der Anti-Atomtod-Bewegung, aus der schließlich die Ostermärsche hervorgegangen sind.

 

 

Die NaturFreunde unterstützen die „Aktion Aufschrei – stoppt den Waffenhandel“:

www.aufschrei-waffenhandel.de


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Pax Christi: Parlament muss U-Boot Subvention stoppen

pax christi fordert Bundesregierung zu politischer Konfliktlösung statt Waffenhilfe auf

„Jetzt ist das Parlament gefragt. Der Deutsche Bundestag kann und muss die deutsche Subventionierung eines weiteres U-Bootes für Israel verhindern. Mit der Ablehnung des “Einzelplan 60″ im Haushaltsentwurf für 2012 können alle Fraktionen beweisen, ob parlamentarische Kontrolle den deutschen Rüstungsexport stoppen kann.”, erklärt pax christi-Generalsekretärin Christine Hoffmann heute in Berlin.

„Mit dieser U-Boot Lieferung an Israel setzt die Bundesregierung weiter auf Aufrüstung und heizt damit den Konfliktherd Naher Osten an. Israel will Besatzungsmacht bleiben und zeigt sich immer uneinsichtiger, an einer politischen Konfliktregelung mitzuwirken. Die israelische Regierung setzt auf militärische Dominanz. Statt sich für eine Lösung einzusetzen, die beiden Völkern Perspektive bietet, leistet die Bundesregierung Waffenhilfe. Die Atommacht Israel kann dieses U-Boot mit atomaren Raketen bestücken und damit die Rüstungsspirale in der Region weiter treiben.”, kommentiert pax christi-Vizepräsidentin Wiltrud Rösch-Metzler.

Spiegel-Online berichtete gestern über die Pläne der Bundesregierung, ein weiteres U-Boot für Israel mit 135 Millionen Euro zu subventionieren. Dort heißt es, im Entwurf des Bundeshaults 2012 werde die Ausgabe als “Beitrag zur Beschaffung von Verteidigungssystemen für Israel” im Einzelplan 60 (“Allgemeine Bewilligungen”) aufgeführt.

Information:

Christine Hoffmann ist ebenfalls eine von drei Sprechern der Kampagne “Aktion Aufschrei – Stoppt den Waffenhandel”. Mehr zur Kampagne finden Sie im Internet unter www.aufschrei-waffenhandel.de


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10 Jahre Krieg in Afghanistan: Truppen abziehen – sofort und bedingungslos!

Auf Anregung der Friedenskoordination hat sich ein Arbeitsbündnis zusammen gefunden, das bisher dreimal tagte und diesen Aufruf erarbeitete, sowie die Aktion entwickelte. Geplant ist eine Umzingelung des Bundeskanzleramtes. Die Aktion wird am Samstag, 08. Oktober 2011 in Berlin stattfinden.

Aufruf:

10 Jahre Krieg in Afghanistan

Truppen abziehen –
sofort und bedingungslos!

 

Vor 10 Jahren überfielen die USA und ihre Verbündeten Afghanistan. Der Anschlag am 11. September 2001 diente als Vorwand für diesen Angriff. Sie nennen ihn „Krieg gegen den Terror“. In Wirklichkeit ist es ein Krieg, um die Öl- und Gasquellen und Transportwege im Nahen und Mittleren Osten zu kontrollieren. Seit zehn Jahren stehen deutsche Truppen am Hindukusch und sind auch an Kriegsverbrechen, wie z.B. in Kundus, beteiligt.

Die Bilanz des Krieges ist eindeutig: Jahr für Jahr steigende Opferzahlen, insbesondere unter der afghanischen Zivilbevölkerung, zerstörte Infrastruktur, verseuchte Gebiete durch den massiven Einsatz von Uranmunition, Armut und wachsende Gewalt gegen Frauen. Immer mehr Soldaten werden verletzt und getötet.

Die Fortsetzung des Kriegseinsatzes wird von der Bundesregierung mit „ziviler Aufbauhilfe“ gerechtfertigt. Doch wer profitiert? Die afghanische Wirtschaft wurde zerstört. 90 % der „Aufbauhilfe“ wandern in die Taschen westlicher „Wiederaufbaukonzerne“.

„Die NATO sät täglich neuen Hass“, schreibt der Politikwissenschaftler Dr. Matin Baraki. „Würden die Menschen in den NATO- Ländern nur einen Bruchteil dessen wissen, was die westliche Soldateska am Hindukusch verursacht, so würde eine Antikriegsbewegung wie in der Zeit des US-Krieges gegen Vietnam entstehen.“

Während nach Berechnung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung der Einsatz der Bundeswehr bei einem Abzug ab 2013 die Steuerzahler 36 Milliarden Euro kostet (zur Freude der Rüstungsindustrie), treibt die neoliberale Wirtschafts- und Finanzpolitik immer mehr Menschen in die Armut. Diejenigen, die im eigenen Land Menschrechte durch Sozial- und Demokratieabbau immer massiver einschränken, erdreisten sich, anderen Ländern “Menschenrechte”, “Demokratie” und “Freiheit” zu predigen.

In den neuen verteidigungspolitischen Richtlinien steht: „Die Bundeswehr soll den freien und ungehinderten Welthandel sowie den freien Zugang zur Hohen See und zu natürlichen Ressourcen ermöglichen.“ Das ist die Freiheit, die sie meinen! Und diese Freiheit droht der “Verteidigungs”minister de Maizière bald auch anderen Ländern zu bringen; mögliche Einsatzgebiete seien: Pakistan, Jemen, Somalia oder Sudan. Und weil sie dazu immer mehr freiwillige Soldaten benötigen, wirbt die Bundeswehr immer massiver in Job-Centern, Schulen und selbst schon in Kindergärten!

 

Bundeswehr raus aus Afghanistan!

Militär raus aus den Schulen!

Keinen Euro mehr für Krieg und Militär!

Die Unterstützerunterschriften sendet bitte an die Friko-mail friko-berlin@gmx.de oder schriftlich an meine Anschrift: Laura v. Wimmersperg, Hauptstr. 37, 10827 Berlin. Sie sollte wie immer Name der Organisation, Name des Absenders und seine Unterschrift enthalten.



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Schulen ohne Militär: Das Robert-Blum-Gymnasium


Die Schulkonferenz des Robert-Blum-Gymnasiums hat am Donnerstag, den 24.3. 2011 mit 7:1 Stimmen
den Antrag “Schule ohne Militär” angenommen.

Robert-Blum-Gymnasium – Schule ohne Militär


Die Schulkonferenz des Robert-Blum-Gymnasiums lehnt eine Zusammenarbeit im Bildungsbereich mit der Bundeswehr grundsätzlich ab. Hierzu gehören z.B.:

  • Kooperationsverträge mit der Bundeswehr
  • Einladen von Bildungsoffizieren in den Unterricht oder zu schulischen Veranstaltungen
  • Werbung für Praktika in Bundeswehreinrichtungen
  • Exkursionen zu Bundeswehreinrichtungen oder von der Bundeswehr durchgeführten Veranstaltungen
  • Werbung für Ausbildungsgänge bei der Bundeswehr oder für ein Studium an einer Bundeswehrhochschule
  • Teilnahme der Schule an Wettbewerben, Jugendmessen, Arbeitsplatzbörsen, die von der Bundeswehr ausgestaltet werden.
  • Das Verteilen von Werbematerialien der Bundeswehr

Begründung:
Das vermeintliche Lösen von Konflikten mit militärischer Gewalt widerspricht der an unserer Schule gepflegten Kultur und unseren Erziehungsidealen. Wie sollen wir Jugendliche zum gewaltfreien Lösen von Konflikten erziehen, wenn das Vertreten von Wirtschafts- oder Länderinteressen mit militärischen Mitteln von uns mit unterstützt wird? Dies widerspricht dem in Paragrafen 1 des Schulgesetzes formulierten Erziehungsziel der friedlichen Verständigung der Völker.

§ 1
Auftrag der Schule
Auftrag der Schule ist es, alle wertvollen Anlagen der Schülerinnen und Schüler zur vollen Entfaltung zu bringen und ihnen ein Höchstmaß an Urteilskraft, gründliches Wissen und Können zu vermitteln. Ziel muss die Heranbildung von Persönlichkeiten sein, welche fähig sind, der Ideologie des Nationalsozialismus und allen anderen zur Gewaltherrschaft strebenden politischen Lehren entschieden entgegenzutreten sowie das staatliche und gesellschaftliche Leben auf der Grundlage der Demokratie, des Friedens, der Freiheit, der Menschenwürde, der Gleichstellung der Geschlechter und im Einklang mit Natur und Umwelt zu gestalten. Diese Persönlichkeiten müssen sich der Verantwortung gegenüber der Allgemeinheit bewusst sein, und ihre Haltung muss bestimmt werden von der Anerkennung der Gleichberechtigung aller Menschen, von der Achtung vor jeder ehrlichen Überzeugung und von der Anerkennung der Notwendigkeit einer fortschrittlichen Gestaltung der gesellschaftlichen Verhältnisse sowie einer friedlichen Verständigung der Völker. Dabei sollen die Antike, das Christentum und die für die Entwicklung zum Humanismus, zur Freiheit und zur Demokratie wesentlichen gesellschaftlichen Bewegungen ihren Platz finden.

Bereits im laufenden Schuljahr sind an unsere Schule unaufgefordert Werbematerialien geschickt worden. Mit dem Aussetzen der allgemeinen Wehrpflicht ist mit einer verstärkten Aktivität der Bundeswehr an den Schulen zu rechnen. Erfahrungen belegen dies bereits jetzt.



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NaturFreunde fordern: Waffendeal mit Saudi-Arabien sofort stoppen!

 

Berlin, 8. Juli 2011– Zur geplanten Lieferung von 200 Kampfpanzern nach Saudi-Arabien erklärt der stellvertretende Landesvorsitzende von Berlin und Mitglieder im Bundesvorstand, Uwe Hiksch, folgendes:

 

Es ist ein gutes Zeichen, dass sich innerhalb von nur zwei Tagen über 55 000 Menschen an der Aktion „Panzer-Export nach Saudi-Arabien stoppen!“ im Internet beteiligt haben. Ebenso wie der Unterzeichner fordern die NaturFreunde Deutschlands, dass das mörderische Geschäft sofort beendet werden muss. Mit der Entscheidung der Bundesregierung, Panzer mitten in eine Krisenregion zu liefern, setzt sie sich wieder einmal über menschenrechtliche Grundsätze hinweg. Getreu dem Motto: Was für unsere Rüstungsindustrie gut ist, ist auch für uns gut! Mit der Genehmigung von Rüstungsexporten in Spannungsgebiete tragen Merkel und Rösler somit zur Verschärfung von Konflikten und Unsicherheit auf der arabischen Halbinsel bei.

 

Desweiteren fordern die NaturFreunde Deutschlands die Bundesregierung auf, ihre eigenen Richtlinien zum Rüstungsexport einzuhalten, die eine Ausfuhr von Rüstungsgütern in Krisengebiete untersagen. Es ist ein Skandal, dass mit dem Panzerexport an Saudi Arabien eine Diktatur unterstützt wird, die keine Opposition zulässt, alle fortschrittlichen Bewegungen durch massive Repressionen einschüchtern sowie mitgeholfen hat, die Demokratiebewegung im Nachbarland Bahrain zu unterdrücken.

 

Der Leopard 2 ist ein Verkaufsschlager: Bisher wurden mehr als 3000 Stück produziert und in mehr als 16 Länder verkauft. Nach Saudi-Arabien soll nun der Typ „Leopard-2-A7plus“ geliefert werden. Dieser Panzertyp wurde so weiterentwickelt, dass er auch in urbanen Regionen eingesetzt werden kann. Die perfekte Waffe, um die eigene Bevölkerung zu unterdrücken!

 

Das Gerede der Bundesregierung von Menschenrechten und Demokratisierung in der arabischen erweisen sich als leere Wortehülsen, wenn sie diesen Panzerdeal zulassen. Die Bundesregierungen der letzten Jahre haben den Verkauf von Waffen zur Stärkung der deutschen Rüstungskonzerne forciert. Das Ziel ist der strategische Ausbau der deutschen Rüstungsindustrie.

 

Als NaturFreunde kritisieren wir, dass die deutschen Rüstungsausfuhren zwischen 2005 und 2009 einen Anteil von 11 Prozent am weltweiten Rüstungshandel erreicht haben. Wichtigste Abnehmer deutscher Rüstungsexporte waren die Türkei (14%), Griechenland (13%)und Südafrika (12%).

 

Saudi-Arabien ist einer der größten Waffenimporteure weltweit. 2009 wurden Rüstungsgüter im Wert von 2,7 Milliarden US-Dollar eingekauft. Im Rüstungsexportbericht der Bundesregierung wird Saudi-Arabien unter den „Top Ten“ der Empfängerländer deutscher Waffen aufgeführt. Im Jahr 2009 wurden Genehmigungen für den Waffenexport nach Saudi-Arabien im Gesamtwert von 167,9 Millionen Euro erteilt. Dabei wurden Genehmigungen unter anderem für Teile für Feuerleiteinrichtungen, Bodenüberwachungsradar, für Kampfflugzeuge, Tankflugzeuge, für Raketen, Granaten, Elektronische Kampfführung und Grenzsicherungssysteme genehmigt.

 

 

NaturFreunde Deutschlands – Teil der Friedensbewegung

Die NaturFreunde Deutschlands sind seit mehr als 50 Jahren Teil der bundesdeutschen Friedensbewegung. Schon in den fünfziger Jahren des letzten Jahrhunderts haben sich die NaturFreunde gegen die deutsche Wiederbewaffnung ausgesprochen. Zudem waren wir Gründungsmitglied der Anti-Atomtod-Bewegung, aus der schließlich die Ostermärsche hervorgegangen sind.



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PAXX 2: Peace Action Trainings 2012


Einladung zu Infotreffen, 18. Juli, 18 Uhr, Heidelberg

Wir brauchen Eure Kreativität für die zweite PAXX-Aktionskonferenz für Friedens-, Umwelt- und BürgerInnenbewegungen 2012!

 

Liebe Freundinnen und Freunde,

 

Vor einem guten halben Jahr, vom 29. Oktober bis 1. November 2010, fand im Volkshaus Neckarau in Mannheim eine intensive und kreative Aktionskonferenz statt: die Peace Action Trainings.

Neben der Hauptinitiatorin Deutsche Friedensgesellschaft – Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen (DFG-VK) – insbesondere der Landesverband Baden-Württemberg – waren auch das Heidelberger Party-Kollektiv “Party & Activism“, die Werkstatt für Gewaltfreie Aktion Baden, das Friedensplenum Mannheim und der Bund für Soziale Verteidigung aktiv beteiligt.

Die Idee war, frischen Wind in die Friedensbewegung zu bringen: neue (und alte) Aktionsformen (wieder) kennenzulernen und einzuüben und mit friedenspolitischen Themenzu verknüpfen (z.B. Zivile Konfliktbearbeitung; Bundeswehr und Schule; Atomwaffen; Rüstungsindustrie; Konversion und Militärbasen). An den Vormittagen wurden durchgehend Aktionsformen wie Ziviler Ungehor-sam, Rebel Clowns, Straßentheater und Großpuppenbau angeboten. Bekannte Clowns- oder Straßentheater-TrainerInnen wie Captain Chamäleon oder Anita Bertolani und Shiva Grings führten die super-motivierten jungen und älteren Akteure zu kreativen Höchstleistungen, die dann während der Abschlussaktion der Öffentlichkeit präsentiert wurden. Ein echter „Hingucker“ (Mannheimer Morgen, 2.11.2010) waren die drei Meter hohen „Schreibtischtäter“ bzw. „Schreibtischtöter“, die unter der Anleitung von Larry Swingle an drei Tagen gebaut wurden. Diese Großpuppen sym-bolisierten die Verknüpfung von Militärverwaltung, Politik und Rüstungsindustrie und wurden seitdem schon mehrfach bei Demonstrationen und Aktionen verwendet.

Die 60 bis 70 Teilnehmenden der Aktionskonferenz waren zwischen 16 und 80 Jahre – sie alle zeigten sich sehr zufrieden mit der Veranstaltung: Sie haben tolle Leute kennen gelernt, viel Spaß gehabt, neue MitstreiterInnen gefunden , ein klasse Essen genossen und schließlich vielfältige Aktionsanregungen und Ermutigung mitgenommen.

Daran will das Organisationsteam anknüpfen und für 2012 PAXX 2 auf den Weg bringen. Wichtig ist uns dabei, in die Vorbereitung viele regionale und überregionale Gruppierungen nicht nur aus der Friedensbewegung anzusprechen sondern auch Aktive aus anderen Bewegungen wie attac, Anti-AKW-Gruppen, BUND, Naturfreundejugend, Parkschützer.

Denn aktive Friedensarbeit gegen Rüstung und Krieg ist auch Engagement für eine nachhaltige Umwelt- und gerechte Globalisierungspolitik. Kreative Aktionen sind nicht maßgeblich an bestimmte Themen gebunden.

Gerne laden wir Euch deshalb zu einem Infotreffen am Montag, 18. Juli, 18 Uhr, in den Karlstorbahnhof, Am Karlstor 1, nach Heidelberg ein. Das PAXX-Orga-Team berichtet dabei multimedial von den Peace Action Trainings 2010 und stellt erste neue Ideen für PAXX 2012 vor.

Für das PAXX Orgateam

Roland Blach, DFG-VK Landesgeschäftsführer, Stuttgart, ba-wue@dfg-vk.de
Stephan Brües, Bund für Soziale Verteidigung, Wiesloch, Stephan.Bruees@gmx.de
Hanne Langenbacher, DFG-VK Heidelberg, Weinheim, Johanna.Langenbacher@t-online.de
Hedwig Sauer-Gürth, Friedensplenum Mannheim, Hedwig.Sauer-Guerth@urz.uni-heidelberg.de
Renate Wanie, Werkstatt für Gewaltfreie Aktion Baden, Heidelberg, buero.heidelberg@wfga.de



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Dem Frieden eine Chance – Truppen raus aus Afghanistan!

Widerstand und Protest gegen Petersberg II / Bonn, Dezember 2011

Dem Frieden eine Chance – Truppen raus aus Afghanistan!

Auf die Terroranschläge vom 11. September 2001 reagierten die USA sowie die NATO mit dem Krieg in Afghanistan. Im Dezember vor zehn Jahren wurde auf der Petersberger Konferenz bei Bonn eine provisorische Regierung für Afghanistan unter Präsident Karzai eingesetzt – wenige Tage später beschloss der UN-Sicherheitsrat den ISAF-Einsatz. Nun lädt die Bundesregierung für den 5. Dezember 2011 erneut auf den Petersberg ein. Die kriegführenden Staaten werden hier zusammenkommen, um über die Zukunft Afghanistans zu beraten. Delegierte aus 90 Ländern sowie NGO’s sollen vorgeblich über „Friedensperspektiven“ diskutieren – doch die Realität sieht anders aus:

 

Seit einem Jahrzehnt führt die NATO in Afghanistan unter dem Vorwand der „humanitären Intervention“ und des „Krieges gegen den Terror“ einen Krieg für wirtschaftliche und machtpolitische Interessen. Die Bilanz: Jahr für Jahr steigende Opferzahlen, insbesondere unter der Zivilbevölkerung, zerstörte Infrastruktur, massive Unterernährung, unbehandelte Krankheiten, sinkende Lebenserwartung, wachsende Gewalt gegen Frauen.

Trotz alledem werden Menschen, die vor Krieg, Zerstörung und Not flüchten, mit Militär und Polizeieinheiten, wie z.B. FRONTEX mit Gewalt von Europa ferngehalten.

Die Bundeswehr beteiligt sich an diesem Krieg und trägt Schuld an Kriegsverbrechen, wie  z.B. dem Massaker bei Kunduz. Der jährlichen Verlängerung des parlamentarischen Mandates steht die mehrheitlich ablehnende Haltung der Bevölkerung entgegen: Es mangelt der Bundeswehr nicht nur an SoldatInnen, sondern auch an breiter Akzeptanz dafür, Krieg als Mittel der Politik zu führen. Mit dem Ziel dieses zu ändern, wird die Gesellschaft auf allen Ebenen zunehmend militarisiert. Die Reform der Bundeswehr bedeutet, dass die Bundeswehr an Schulen Rekruten wirbt, im Innern zum Einsatz kommt und zur Interventionsarmee umgestaltet wird.

Nun kündigt die Bundesregierung an, bei der zweiten Afghanistan-Konferenz auf dem Bonner Petersberg über „politische Lösungen“ und „Truppenabzug“ diskutieren zu wollen – eine reine Farce. De Facto sollen in Zukunft vermehrt afghanische Militärs und Polizisten ausgebildet werden, um stellvertretend für die NATO den Krieg fortzusetzen, den Großteil der Opfer zu stellen und, weiterhin von der NATO kontrolliert, selbst für „Sicherheit“ zu sorgen.

Gleichzeitig will die NATO als „Krisenmanagement“ die Zivil-Militärische Zusammenarbeit (ZMZ) forcieren – die enge Integration politischer, militärischer, wirtschaftlicher, humanitärer und polizeilicher Instrumente. Was früher zivil war, wird heute militärischen Zielen untergeordnet. So wird z.B. auch „Entwicklungshilfe“ zum Bestandteil der NATO-Strategie.

Wir lassen uns nicht täuschen: Was wie eine „Friedensperspektive“ klingt, soll der Fortsetzung internationaler militärischer Interventions- und Besatzungspolitik dienen. Krieg bedeutet immer: Tod, Folter, Vergewaltigungen, Menschenrechtsverletzungen – so aktuell auch in Libyen.

Die Regierungen der Kriegsallianz wollen den Krieg in Afghanistan weiterführen und beraten nun über das Wie – die Antikriegs- und Friedensbewegung will den Krieg beenden! Wir fordern die umgehende Einstellung aller Kampfhandlungen und den umfassenden Abzug der Truppen aus Afghanistan! Die frei werdenden Gelder (im Jahr 2011 sind allein im Bundeshaushalt rund 1,1 Milliarde Euro für den Krieg vorgesehen) müssen ab sofort für den Wiederaufbau und die Verbesserung der Lebensbedingungen der afghanischen Bevölkerung nach deren Bedürfnissen eingesetzt werden! Nur so kann in Afghanistan ein Frieden entstehen, der seinen Namen auch verdient.

 

Die Antikriegs- und Friedensbewegung ruft zu gemeinsamen und vielfältigen Aktivitäten in Bonn auf. Vom 3. bis zum 5. Dezember 2011 wollen wir mit einer bundesweiten Demonstration und auf einer internationalen Konferenz Zeichen gegen die menschenfeindliche Politik des Krieges setzen. Stellt Euch quer und beteiligt Euch an Aktionen Zivilen Ungehorsams!

Die Aufstände im arabischen Raum und die wiedererstarkte Anti-Atom Bewegung hierzulande lassen uns optimistisch sein, dass soziale Bewegung die Welt verändern und auch wir gemeinsam ein kraftvolles Zeichen gegen den Krieg setzen können!

Kommt nach Bonn!

 

 

UnterstützerInnen – die Bezeichnung in den Klammern dient zur Erklärung, in welchen Organisationen und Zusammenhängen sich die Aktiven engagieren (Stand: 29.06.2011)

Wilhelm Achelpöhler (Grünen Friedensinitiative), Reiner Braun (IALANA), 
Uli Cremer (Grünen Friedensinitiative), Peter Delis (Bundesausschuss Friedensratschlag),
Kristian Golla (Netzwerk Friedenskooperative Bonn), Lühr Henken (Bundesausschuss Friedensratschlag),
Uwe Hiksch (NaturFreunde Deutschland), Christine Hoffmann (pax christi), Matthias Jochheim (IPPNW),
Werner Rätz (Attac–Deutschland), Oberstleutnant a.D. Jürgen Rose (Darmstädter Signal),
Monty Schädel (DFG-VK), Mani Stenner (Netzwerk Friedenskooperative Bonn),
Peter Strutynski (Bundesausschuss Friedensratschlag), Hannelore Tölke (Abgeordnete in der
Stadtversammlung Bonn), Jürgen Wagner (Informationsstelle Militarisierung)
Laura von Wimmersperg (Gruppen der Berliner Friedenskoordination)
Lucas Wirl (NaturwisschaftlerInneninitiative)
 
Für DIE LINKE haben Gesine Lötzsch und Oskar Lafontaine unterschrieben.


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Rüstungsexportkampagne kritisiert Bundesregierung wegen geplanter Waffenlieferungen für Libyen-Krieg

Berlin/Stuttgart/Freiburg – Mit scharfer Kritik reagierten Christine Hoffmann, Jürgen Grässlin und Paul Russmann, die Sprecher/innen der Kampagne „Aktion Aufschrei: Stoppt den Waffenhandel!“, auf die Ankündigung von Waffenlieferungen für den Libyen-Krieg. Bundesverteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) hatte geäußert, eine entsprechende Anfrage der zuständigen NATO-Logistikagentur „positiv zu beantworten”.

„Aufgrund der hemmungslosen Genehmigungspolitik führen die drei Konfliktparteien in Libyen bereits heute Krieg mit deutschen Waffen und Rüstungsgütern“, erklärte der Freiburger Rüstungsexperte und Kampagnensprecher Jürgen Grässlin. „Wenn die Bundesregierung jetzt weitere Waffenexporte für den Libyen-Krieg genehmigt, gießt sie erneut Öl ins Feuer dieses Krieges und macht sich mitschuldig. Sie nimmt sehenden Auges weitere Opfer in der Zivilbevölkerung in Kauf.“

„Wenn Verteidigungsminister de Maizière Bauteile für Bomben und Präzisionsmunition an kriegsführende Staaten der NATO liefern will, verstößt er gegen das Gebot des Grundgesetzes, dem Frieden in der Welt zu dienen“, sagte Paul Russmann, Stuttgarter Sprecher der Kampagne Aktion Aufschrei: Stoppt den Waffenhandel! „Mit Waffenlieferungen in den Libyen-Krieg mutiert de Maizière vom Verteidigungs- zum Kriegsminister.“
„Wer, wie die Bundesregierung, zuerst den Kampfeinsatz der Bundeswehr in Libyen ablehnt,

danach aber Waffen liefert, macht sich trotz aller schönen Worte zur Kriegspartei“, sagte die Berliner Kampagnensprecherin Christine Hoffmann. „Wir dürfen keinerlei Waffen nach Libyen, in kriegsführende Staaten und an menschenrechtsverletzende Regime liefern. Die Aufschrei-Kampagne fordert einen grundsätzlichen Stopp des Waffenhandels und eine friedliche Beilegung des Libyen-Krieges auf dem Verhandlungswege.“

 

Infos bei: http://www.aufschrei-waffenhandel.de/

Info: Die im Sommer 2011 gegründete Kampagne „Aktion Aufschrei: Stoppt den Waffenhandel!“ ist das bislang breiteste Bündnis gegen den Export von Waffen und Rüstungsgütern aus Deutschland. Ziel ist die Ergänzung von Artikel 26 (2) des Grundgesetzes, wonach der Export von Waffen und Rüstungsgütern grundsätzlich verboten werden soll.

Trägerorganisationen:
Aktionsgemeinschaft Dienst für den Frieden e.V. (AGDF) • Bund der Deutschen Katholischen Jugend
(BDKJ) • Provinzleitung der Deutschen Franziskaner und Kommission Gerechtigkeit – Frieden –
Bewahrung der Schöpfung • Deutsche Friedensgesellschaft – Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen (DFGVK)
• Deutsche Sektion der Internationalen Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges e. V. (IPPNW)
Deutschland • JuristInnen gegen atomare, biologische und chemische Waffen (IALANA) Deutsche
Sektion • pax christi – Internationale katholische Friedensbewegung Deutsche Sektion • Ohne Rüstung
Leben (ORL) • RüstungsInformationsBüro (RIB e.V.) • Werkstatt für Gewaltfreie Aktion, Baden (WfGA)

Aktionsbündnis: • Arbeitsstelle Frieden und Abrüstung • Ev. Französisch-Reformierte Gemeinde • Friedenszentrum Braunschweig • Internationale Frauenliga für Frieden und Freiheit • Kooperation für den Frieden • medico international • Naturfreunde Deutschlands

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NaturFreunde: Rüstungsexporte müssen weltweit gestoppt werden


Rüstungskonzerne profitieren von leeren Munitionslagern durch Krieg in Libyen

Berlin, 15. Juni 2011 – Zur aktuellen Veröffentlichung der US-amerikanischen Rüstungsexporte durch die Defense Security Cooperation Agency (DSCA) erklärt Uwe Hiksch, Mitglied im Bundesvorstand der NaturFreunde Deutschlands: „Es ist eine der zynischen Folgen des Krieges in Libyen, dass die USA in diesem Jahr eine Steigerung ihrer Rüstungsexporte um fast 50 Prozent auf mehr als 46 Milliarden Dollar erreichen werden. 2010 lagen diese noch bei 32,1 Milliarden Dollar.“

 

Alle US-amerikanischen Rüstungsexporte müssen durch die DSCA genehmigt werden, die direkt dem Pentagon untersteht und jetzt aktuelle Zahlen veröffentlichte. Dabei gab DSCA-Chef Wiliam Landy offen zu, dass diese Steigerungen vor allem auf das Bedürfnis der an der Bombardierung Libyens beteiligten Staaten zurückzuführen seien, ihre Munitionslager wieder aufzufüllen. Um eine schnellere Lieferung von solchen Rüstungsgütern zu ermöglichen, setzt sich die DSCA dafür ein, das US-amerikanische Genehmigungsverfahren von Rüstungsexporten zu beschleunigen.

 

Diese Zahlen zeigen deutlich, wie große Rüstungskonzerne von den Kriegen in der Welt profitieren. Vor nicht ganz zehn Jahren lagen die Rüstungsexporte der USA noch bei etwa zehn Milliarden Dollar. Die jüngsten Kriege führten jedoch zu einer Verfünffachung der Waffenexporte. Die USA als global größter Waffenexporteur haben einen Weltmarktanteil von etwa 30 Prozent. Allein sieben der zehn größten Rüstungsunternehmen haben ihren Sitz in den USA.

 

USA rüsten arabische Staaten auf

Dabei betätigen sich die USA auch weiterhin als Aufrüster der arabischen Welt. So sind etwa die Vereinigten Arabischen Emirate der derzeit größte Kunde der US-amerikanischen Rüstungsunternehmen, obwohl sich die Vereinigten Arabischen Emirate seit Monaten als direkte Unterstützer der Despoten in der Region auszeichnen. Allein der US-amerikanische Rüstungsgigant Raytheon liefert für 3,3 Milliarden Dollar Patriot-Raketen an die Vereinigten Arabischen Emirate. Auch wird mit Saudi Arabien das größte Waffengeschäft in der Geschichte der USA geplant. Unter anderem sollen 84 neue Kampfjets vom Typ F-15 geliefert werden. Das Gesamtvolumen der Rüstungsexporte alleine an Saudi Arabien wird bei etwa 60 Milliarden Dollar liegen. Weltweit spricht die DSCA übrigens von mehr als 13.000 Rüstungsverträgen mit 165 verschiedenen Ländern. Diese Verträge haben einen Gesamtwert von 327 Milliarden Dollar.

 

Die NaturFreunde Deutschlands fordern ein Ende der Aufrüstung. Einige Rüstungskonzerne verdienen etwa mit den Konflikten in den arabischen Staaten Milliarden. Dabei gehen diese Waffenexporte in eine Region mit Massenarbeitslosigkeit, Armut und despotischen Herrschaftsstrukturen.

 

NaturFreunde Deutschlands – Teil der Friedensbewegung

Die NaturFreunde Deutschlands sind seit mehr als 50 Jahren Teil der bundesdeutschen Friedensbewegung und waren Gründungsmitglied der Anti-Atomtod-Bewegung, aus der schließlich die Ostermärsche hervorgegangen sind.


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Aufruf der Friedensbewegung zum Aktionsherbst 2011

10 Jahre Krieg in Afghanistan:

Truppen abziehen – sofort und bedingungslos

Aufruf der Friedensbewegung zum Aktionsherbst 2011

 

Am 7. Oktober 2011 jährt sich zum zehnten Mal der Beginn des US-Kriegs in Afghanistan, dem sich die Bundesrepublik Deutschland im November desselben Jahres angeschlossen hat. Im Dezember vor zehn Jahren wurde auf der Konferenz in Petersberg bei Bonn eine provisorische Regierung für Afghanistan eingesetzt; wenige Tage später beschloss der UN-Sicherheitsrat den ISAF-Einsatz zur „Stabilisierung“ des Karsai-Regimes. Der anfängliche „Krieg gegen den Terror“ hatte sich bald zu einem umfassenden Krieg um die Kontrolle über das zentralasiatische Land entwickelt – mit zunehmender Gewalt und einer wachsenden Zahl ziviler Opfer.

Auch nach der Liquidierung des mutmaßlichen Drahtziehers der terroristischen Anschläge vom 11. September 2001, Osama bin Laden, geht der Krieg am Hindukusch weiter.

Im Dezember 2011 werden Staats- und Regierungschefs, Außenminister und Verteidigungsminister aus den Staaten der NATO-Kriegsallianz in Bonn zusammenkommen, um über die Zukunft Afghanistans zu beraten. Man braucht wenig Phantasie um vorherzusagen, was dort beabsichtigt ist: Der Krieg soll so lange weiter geführt werden, bis die Afghanen für ihre eigene „Sicherheit“ selbst sorgen können. Garniert wird diese Kriegsverlängerung mit der Ankündigung, parallel dazu den zivilen Aufbau des Landes zu verstärken.

Doch dieses Programm ist schon bisher vollkommen gescheitert. Wer Krieg führt, kann nicht gleichzeitig die Folgen des Krieges beseitigen. Solange über Afghanistan Bomben abgeworfen und Raketen und Marschflugkörper eingesetzt werden, kann das Land nicht aufgebaut werden.

Daher sagen wir: Afghanistan und seine geschundene Bevölkerung brauchen einen sofortigen Waffenstillstand sowie den unverzüglichen und bedingungslosen Abzug der fremden Truppen. Tod und Zerstörung würden gestoppt, Ressourcen der Kriegskoalition könnten für den Wiederaufbau des Landes eingesetzt werden. Damit würden wichtige Voraussetzungen für Frieden und Entwicklung geschaffen.

Die Friedensbewegung ruft zu einem Aktionsherbst für die Beendigung des Afghanistankriegs auf:

  • Der 1. September (Antikriegstag) und der 4. September (zweiter Jahrestag des Kundus-Massakers) werden im ganzen Land genutzt, um auf den Wahnsinn des Krieges, auf Kriegsverbrechen und die Unmöglichkeit „humanitärer“ Kriegseinsätze hinzuweisen.
  • Am 7. Oktober soll auf einer Veranstaltung in Berlin öffentlich ANKLAGE gegen die Verantwortlichen des Afghanistankriegs erhoben werden.
  • Am 7./8. Oktober wird es in Berlin und vielen anderen Städten Protest-Aktionen, Mahnwachen, Demonstrationen u.ä. gegen den Afghanistankrieg geben.
  • Der Friedenspolitische Ratschlag in Kassel, der traditionell jeweils am ersten Dezemberwochenende stattfindet, wird dieses Jahr eine Woche vorher, am 26. und 27. November durchgeführt. Bilanz und Perspektiven des Afghanistankrieges werden einen Schwerpunkt des Kongresses bilden.
  • Aus Anlass des oben erwähnten Gipfels der Kriegsallianz wird die Friedensbewegung vom 3. bis 5. Dezember in Bonn ebenfalls präsent sein und mit geeigneten Mitteln (u.a. bundesweite Demo) gegen die Kriegskonferenz der NATO demonstrieren.

Die Friedensbewegung bereitet einen ereignisreichen Aktionsherbst 2011 vor. Sie wird vielfältige Aktivitäten mit verschiedenen Gruppen und Organisationen durchführen: lokal, regional und bundesweit. Durch Argumente sollen viele Menschen dazu veranlasst werden, sich kritisch mit der offiziellen Militär-und Außenpolitik auseinanderzusetzen. So soll der Gewöhnung an Krieg und Gewalt entgegengewirkt werden. Die Meinungsmehrheit gegen den Afghanistankrieg, aber auch gegen andere Kriegseinsätze soll bestärkt und erweitert werden. Der politische Druck auf die Regierenden zu einer Umkehr in der Außen- und Sicherheitspolitik muss erhöht werden. Eine andere Politik ist möglich.

DEM FRIEDEN EINE CHANCE – TRUPPEN RAUS AUS AFGHANISTAN


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Nein zur Werbung für die Bundeswehr in Berliner S-Bahn

An die
S-Bahn Berlin GmbH    Berliner Verkehrsbetriebe (BVG)
Invalidenstraße 19    Holzmarktstraße 15-17
10115 Berlin        10179 Berlin

Berlin, den 08.06.2011

Offener Brief des Berliner Bündnis “Schule ohne Militär” und des Aktionsbündnis Freiheit statt Angst e.V.

- Keine Werbung für die Bundeswehr -

Sehr geehrte Damen und Herren,
das Berliner Bündnis “Schule ohne Militär” und Aktion Freiheit statt Angst e.V. haben mit Erschrecken festgestellt, dass in der Berliner S- und U-Bahn für eine “Karriere” bei der Bundeswehr Werbung gemacht wird.
Dabei wird auch noch der Spruch “Zukunft gestalten” in den Vordergrund gestellt.

Welche Zukunft ist hier gemeint?
Handelt es sich um die statistisch gesehen verkürzte Zukunft des Bewerbers, der bei der Bundeswehr die Möglichkeit erhält früher zu sterben oder verstümmelt zu werden?
Oder ist es die Zukunft der Bewohner ferner Länder, die wir, wie in Kunduz, durch Bombardierungen verkürzen? 1) Vielleicht handelt es sich auch um die Zukunft derjenigen, die in Schlauchbooten versuchen Europa zu erreichen und sich plötzlich hochgerüsteten FRONTEX Schnellbooten gegenüber sehen. Sie erhoffen sich ein menschenwürdiges Auskommen zu erlangen, nachdem in ihren Ländern kein Geld mehr vorhanden ist, weil unsere “erfolgreiche Wirtschaft” 2) ihren korrupten Machthabern genügend Gewehre, Geschütze und Militärtransporter aufgeschwatzt hat, wodurch diese nebenbei, wie u. a.
in Tunesien und Ägypten, zu  Milliardären aufstiegen. Vielleicht kommen sie aber auch nur aus einem Land vor dessen Küste europäische oder japanische Fischfabrikschiffe ihnen den letzten Fang weggefischt haben. 3)

Sie werden natürlich sagen, für die Verkehrsbetriebe ist Werbung ein Geschäft. Da zählen Feingefühl und Moral nicht. Doch erst vor einiger Zeit hatten sich die Berliner Verkehrsbetriebe bei der Werbekampagne atheistischer Verbände “Es gibt wahrscheinlich keinen Gott” ganz anders verhalten und die Werbeeinnahmen aus politischen Gründen in den Wind geschlagen. 4)

Es bleibt dabei: Das Töten von Menschen zu erlernen war nie, ist es auch heute nicht und darf auch zukünftig keine “normale” Berufsausbildung sein. Der grundgesetzliche Auftrag der Bundeswehr zur Landesverteidigung hat sich mangels “Feinden” spätestens seit 1989 erledigt. Die sogenannten Auslandseinsätze seither waren Kriege (Jugoslawien, Somalia, Afghanistan,..), die mit dem grundgesetzlichen Auftrag der Selbst- oder Landesverteidigung nichts zu tun haben.

Ein mutiges ziviles(!) Engagement für die gegen ihre (von uns jahrelang ausgehaltenen und hofierten) Despoten kämpfende arabische Zivilgesellschaft wäre ehrenwert, ist aber weder der wankelmütigen, um deutsche Wirtschaftsinteressen besorgten Kanzlerin abzunehmen, noch der französischen Regierung, die in Libyen nur ihre Ölinteressen sieht und die zuvor von ihnen selbst dorthin gelieferten Waffen und Flugzeuge zerstört und nebenbei “kollateral” Menschen tötet. Ein Stück weiter östlich liefern dafür die USA Saudi Arabien über 100 neue Flugzeuge 5), während dieses Land gerade die Demonstranten im Nachbarland Bahrain zusammenschießt.

Die eigene Karriere mit diesen “Partnern” gemeinsam zu gestalten kann weder langfristig gesund noch moralisch vertretbar sein. Mit der Werbung für den Kriegsdienst bei der Bundeswehr in S- und U-Bahnen positionieren Sie sich für die Neuausrichtung der Bundeswehr als weltweit agierende Interventionsarmee. Das ist nicht nur verfassungsrechtlich umstritten.
Sie helfen aktiv dabei mit, einen gesellschaftlichen Ausnahmezustand – Krieg und die dazu gehörenden Handlungen- als normal darzustellen, und die Bevölkerung auf diesen permanenten Ausnahmezustand vorzubereiten.

Somit übernehmen Sie dann auch die Funktion, mit einer Werbekampagne der Bundeswehr, in der  Kriegsführung als normale Berufausübung dargestellt wird, Jugendliche zu täuschen und die Öffentlichkeit an die Alltgäglichkeit einer Aussenpolitik zu gewöhnen, die sich ausdrücklich zu Krieg als Mittel zur Durchsetzung auch ihrer wirtschaftlichen Interessen “bekennt”. 6)

Unsere Forderungen sind deshalb:
* keine Werbung für militärische Konfliktlösungen
* keine Werbung für ein persönliches Engagement in militärischen Verbänden
* stattdessen Einsatz für zivilgesellschaftliches Engagement zur Lösung von Problemen auf der Welt

Wir fordern die Verantwortlichen bei den Berliner Verkehrsbetrieben und bei der S-Bahn Berlin auf, in ihren Zügen und auf ihrem Gelände zukünftig keine weitere Werbung für die Bundeswehr zu gestatten.

Mit freundlichen Grüssen
Sigrun Steinborn        Dr. Rainer Hammerschmidt
Bündnis “Schule ohne Militär”    Aktion Freiheit statt Angst e.V.

 


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DFG-VK: Antimilitaristisches Aktionscamp in Nordschweden, 22.-29. Juli 2011

 

JETZT VERBINDLICH ANMELDEN – Anreisen organisieren!

Liebe FreundInnen und Freunde,

seit Beginn des Jahres haben wir auf unterschiedlichen Wegen auf das Antimilitaristische Aktionscamp verschiedener Gruppen der europäischen Antikriegs- und Friedensbewegung vom 22.-29. Juli 2011 im Norden Schwedens hingewiesen und zum Mitkommen eingeladen.

Wenn Ihr mehr über das Camp wissen wollt, schaut auf www.schwedencamp.dfg-vk.de Ebenso findet Ihr dort einen Film der Gruppe ofog zum Hintergrund des Camps an einem der größten Versuchsgelände der europäischen Rüstungsindustrie.

Mit dieser E-Mail und den abgefragten Informationen wollen wir jetzt unsere Planungen konkretisieren, um so die Anreise für möglichst alle die mit nach Nordschweden wollen, zu organisieren. So wollen wir versuchen die Kosten (auch für den/die Einzelne) möglichst gering zu halten.
Die Kosten für die Anreise sind von den Teilnehmenden grundsätzlich selbst zu tragen, sollen nach unseren Vorstellungen jedoch auch nicht den Betrag von ca. 250 Euro wesentlich übersteigen. Auf Nachfrage können wir im Rahmen unserer Haushaltsmittel zur Reduzierung des Eigenanteils beitragen.

Um die vorhandenen Mittel möglichst effektiv und für alle Reisefreudigen zum Vorteil einzusetzen, bitten wir jetzt DRINGEND, uns bis zum 10.06.2011 verbindlich mitzuteilen, ob und unter welchen Bedingungen Ihr Eure Anreise geplant habt bzw., wenn ihr Euch noch immer nicht entschieden habt, wie Ihr Anreisen wolltet.

Bisher ist die individuelle Anreise, je nach Zeitplanung und Interesse, per Flugzeug, Auto oder Kleinbus geplant. Die Anreise mit Kleinbussen oder einem größeren Bus ab Hamburg/Rostock, wird sich JETZT nach den verbindlichen Anmeldungen richten!

BITTE JETZT ANMELDEN und die Organisation erleichtern!

Anmeldungen bitte an schwedencamp@dfg-vk.de mit den nachfolgenden Angaben.


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NaturFreunde: Ostermärsche: Warum wir gegen die Atomkraft demonstrieren

Ostermärsche: Warum wir gegen die Atomkraft demonstrieren
Forderung nach nuklearer Abrüstung gilt für die militärische und die zivile Nutzung

Berlin, 22. April 2011 – 25 Jahre nach dem GAU von Tschernobyl wird der Ostermontag zum bundesweiten Tschernobyl-Aktionstag. „Die Nutzung der Kernkraft begann in unserem Land. Und wir werden alles tun, dass sie schnell wieder enden wird – in unserem Land und mit dem erfolgreichen Beispiel dann auch überall. Denn wir haben eine besondere Verantwortung für den Ausstieg aus dieser lebensfeindlichen Energie, und das nicht erst nach Hiroshima und Nagasaki, nach Harrisburg, Tschernobyl und Fukushima“, erklärt der Bundesvorsitzende der NaturFreunde Deutschlands Michael Müller den besonderen Charakter der diesjährigen Ostermärsche. Am 25. April 2011 werden an vielen Standorten von Atomkraftwerken und Atommüll-Zwischenlagern Kundgebungen und Demonstrationen gegen die Atomkraft organisiert.

Alle Aktionen des Tschernobyl-Aktionstages: www.tschernobyl25.de


Historische und aktuelle Anti-Atom-Fotos der NaturFreunde Deutschlands:

www.kurzlink.de/NFD-1959-Atomtod

www.kurzlink.de/NFD-1982-Frieden

www.kurzlink.de/NFD-2011-Abschalten

Die Atomkraft, „die schwarze Wolke“, wie der Lyriker Erich Fried sie nannte (siehe unten), ist ein Meister des Todes aus Deutschland. So charakterisierte Paul Celan unser Land wegen des Holocaust. Die erste Kernspaltung gelang nach Vorarbeit von Lisa Meitner im Dezember 1938 Otto Hahn und Fritz Strassmann im Berliner Kaiser-Wilhelm-Institut für Chemie. Sie leitete eine ganz neue Dimension von Gewalt ein, den atomaren Holocaust. Nicht nur Hiroshima und Nagasaki, auch Tschernobyl und jetzt Fukushima wurden zu Orten großer politischer und moralischer Katastrophen.


Wir haben eine besondere Geschichte und eine besondere Verantwortung

Die NaturFreunde, die zu den Hauptorganisatoren der Anti-Atom-Demonstrationen der letzten Monate gehören, beteiligen sich seit vielen Jahren auch an den Ostermärschen und werben so für Frieden und nukleare Abrüstung. Seit den 70er und 80er Jahren ist in Deutschland der Widerstand gegen Aufrüstung und Atomenergie eng miteinander verzahnt. Das ist eine Erklärung dafür, warum sich in unserem Land, das in der zweigeteilten Welt von der Atombombe besonders bedroht war, so viele Menschen für Abrüsten und Abschalten einsetzen. Wir haben eine besondere Geschichte und eine besondere Verantwortung, wie Erich Fried sie beschrieb: „Die Wolke darf gar nicht erst steigen. Und steigt sie, so hat auch dein Schweigen ihr Gewalt verliehen.“

Eine fatale Mischung aus menschlicher Dummheit und technischem Größenwahn

Die Geschichte der Atomkraft ist eine fatale Mischung aus menschlicher Dummheit und technischem Größenwahn, aus militärischer Macht und wirtschaftlichen Interessen. Zusammen mit dem ungarischen Wissenschaftler Léo Szilárd warnte Albert Einstein bereits im August 1939 in einem Brief an US-Präsident Franklin D. Roosevelt vor einer „Bombe neuer Zerstörungskraft“. Nach Hitlers Überfall auf Polen begann dann ein Wettlauf der Besessenen. Bei den einen, um den Krieg zu gewinnen, bei den anderen, um ihn zu beenden.

Auch um von der furchtbaren Zerstörungskraft der Atombombe abzulenken, kündigte US-Präsident Dwight D. Eisenhower am 8. Dezember 1953 vor den UN das Programm „Atoms for Peace“ an: „Amerika will Vereinbarungen, keine Kriege zwischen den Nationen, […] um den Weg zu finden, mit dem der wundersame Erfindungsreichtum der Menschen nicht dem Tod gewidmet, sondern dem Leben geweiht wird.“ Tatsächlich steckt in einem Hühnerei Uran 235 so viel Energie wie in 65 Tanklastern Öl oder fast 100 Güterwaggons mit je 30 Tonnen Steinkohle.


Deutschland muss die Atomkraftwerke abschalten

Bei diesen Visionen wurden aber die Gefahren verdrängt. Obwohl der Entsorgungsnachweis für Atommüll eine zentrale Grundlage für die Genehmigung von Atomkraftwerken ist, wurde er seit mehr als 50 Jahren nirgendwo erbracht. Und der Größte Anzunehmende Unfall (GAU), die Kernschmelze, die als „hypothetisches Restrisiko“ abgetan wurde, ist innerhalb nur eines Vierteljahrhunderts zweimal eingetreten. Ob Atome für den Krieg oder Atome für den Frieden: An ihrem lebensfeindlichen Charakter ändert sich nichts.

Jetzt tragen wir die Auseinandersetzung um die Abschaltung der Atomkraftwerke an die AKW-Standorte und fordern neben der atomaren Abrüstung auch die Stilllegung aller Atomanlagen – und zwar sofort. Das ist keine utopische Forderung, sondere eine der politischen Vernunft: Die alternativen Erzeugungskapazitäten sind da. Und die Umsetzung der Forderung ist möglich, wenn wir Ausstieg und Umbau miteinander verbinden und nicht länger darauf setzen, die AKW-Laufzeiten zu verlängern.

Deutschland muss seiner Verantwortung endlich nachkommen und die Atomkraftwerke abschalten.


DIE (SCHWARZE) WOLKE (von Erich Fried)

Eine Wolke zieht über die Zukunft
Eine Wolke so schwarz wie die Nacht
Und wer hat die Wolke geschaffen
Und wer hat sie hergebracht?

Und sagen sie dort „Sozialismus“
Und hier „unsre freie Welt“
Die Wolke hört nicht und fragt nicht
Auf wen ihr Regen fällt

Und willst du noch leben bleiben
Und hast du noch Kinder zuhaus
Dann musst du die Wolke vertreiben
Sonst ists mit dem Leben aus

Die Wolke darf gar nicht erst steigen
Die Wolke darf gar nicht erst ziehen
Und steigt sie, so hat auch dein Schweigen
Ihr Gewalt verliehen

Geht hin wo sie Wolken brauen
Geht hin aber bald muss es sein
Geht hin alle Männer und Frauen
Und wascht euren Himmel rein


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Erklärung der VVN-BdA zum Krieg gegen Libyen

Erklärung der VVN-BdA zum Krieg gegen Libyen

Die Erhebung der Menschen in Nordafrika und anderen arabischen Ländern gegen korrupte Regimes und antidemokratische Herrscher-Clans werden von allen demokratischen Kräften unseres Landes unterstützt.
Die VVN-BdA hofft, dass es den Völkern gelingt, alte Machtstrukturen zu beseitigen und ihr Schicksal in die eigenen Hände zu nehmen.

Durch militärische Einmischung von NATO-Staaten wurde jetzt die Situation verschärft, ja sogar ein internationaler Krieg angezettelt.

Das findet unseren entschiedenen Widerspruch. Dieser Krieg ist kein Krieg für Menschenrechte. Deutschland sollte sich auf die Verpflichtung besinnen, sich jeder Kriegshandlung zu enthalten. Die Stimmenthaltung Deutschlands im UN-Weltsicherheitsrat über die Frage des Kriegseinsatzes gegen Libyen könnte ein Anfang zur Umkehr sein.

Wir fordern: Schluss mit dem deutschen Waffenexport!

Es sollte allen Flüchtlingen aus Nordafrika Asyl im Bereich der EU gewährt werden. Alle Bemühungen zu einer Verhandlungslösung sind zu unterstützen. Wir fordern den sofortigen Schluss der kriegerischen Intervention gegen Libyen.

Bundesausschuss der VVN-BdA, Magdeburg, 20.03.2011


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NaturFreunde Deutschlands rufen zu Anti-Atom-Ostermärschen am 25. April auf

Reaktorsicherheitskommission: Die Agenda heißt Röttgen
NaturFreunde Deutschlands rufen zu Anti-Atom-Ostermärschen am 25. April auf

Berlin, 31. März 2011 – „Man kann sich nur kneifen, mit welcher Selbstverständlichkeit die Befürworter der Atomenergie neue Purzelbäume schlagen“, kritisiert der Bundesvorsitzende der NaturFreunde Deutschlands Michael Müller die heutige Vorstellung der Kriterien zur Überprüfung der deutschen Atomkraftwerke während des AKW-Moratoriums. „Dass Bundesumweltminister Röttgen auch noch von einem notwendigen breiten gesellschaftlichen Konsens in der Atom- und Energiepolitik spricht, damit nicht nach jeder Bundestagswahl neu entschieden werden müsse, schlägt dem Fass einfach den Boden aus“, so Müller: „Wer hat denn eigentlich den Atomkonsens aufgekündigt, wenn nicht die schwarz-gelbe Bundesregierung?“

Wenn Herr Röttgen jetzt zum Beispiel herausstelle, man müsse die Sicherheit der AKW auch hinsichtlich der Folgen terroristischer Flugzeugabstürze neu bewerten, dann sei dies überhaupt nichts Neues: Darüber sei nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 längst geforscht worden, so Müller, der von 2005 bis 2009 auch Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesumweltministerium war.

Die damalige Bundesregierung hatte sich auf ein sogenanntes Vernebelungskonzept eingelassen, das einem gekaperten Flugzeug die exakte Ansteuerung eines AKW erschweren sollte. Die Umweltverbände hatten schon damals diese „Kinderei“ kritisiert, nicht nur weil sie durch Nutzung der GPS-Technik unwirksam ist.

Die schleswig-holsteinische Landesregierung hatte deshalb vor einigen Jahren vom Atomkonzern Vattenfall gefordert, schwere Seile um die dortigen AKW zu spannen, um ein Flugzeug abfangen zu können. „Norbert Röttgen war damals nur Parlamentarischer Geschäftsführer der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, sodass er sich scheinbar mit diesen Fachfragen nie beschäftigt hat. Als Umweltminister aber hätte er dies längst nachholen müssen“, erklärte Michael Müller.

Dem Bundesvorsitzenden der NaturFreunde zufolge sei es müßig, Herrn Röttgen, Frau Merkel oder auch Herrn Brüderle mit ihren eigenen Aussagen zu konfrontieren. „Tatsächlich geht es schon lange nicht mehr um eine Prüfung der Risiken von Atomanlagen, denn die Fakten sind schon längst alle bekannt. Der einzige Maßstab, an dem die NaturFreunde Deutschlands die Bundesregierung messen, heißt: Abschalten!“ betonte Müller.


Atomausstieg im Zentrum der Ostermärsche

Die NaturFreunde Deutschlands haben angekündigt, dass der Atomausstieg in diesem Jahr auch im Zentrum der Ostermärsche stehen wird. Die NaturFreunde, die zu den Hauptorganisatoren der Anti-Atom-Demonstrationen der letzten Monate gehören, beteiligen sich seit vielen Jahren auch an den Ostermärschen, um für ihr Ziel zu werben, die nukleare Abrüstung durchzusetzen. Schon in den siebziger und achtziger Jahren gab es einen engen Zusammenhang zwischen Friedensbewegung und Anti-Atom-Bewegung, schließt eine friedliche Nutzung der Atomenergie doch immer auch das militärische Potenzial mit ein.

„Die NaturFreunde werden keine Ruhe geben, bis es zu einem Ausstieg aus der Atomenergie und zur atomaren Abrüstung kommt. Die diesjährigen Ostermärsche finden am 25. Jahrestag der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl statt und werden keine nostalgischen Veranstaltungen werden, sondern sein starkes Zeichen für eine friedliche und atomfreie Welt“, erklärte Michael Müller in Berlin.

Mehr Informationen zu den Anti-Atom-Ostermärschen: www.tschernobyl25.de


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IPPNW: Energiewende als Friedenspolitik – Für eine kriegs-präventive dezentrale Energiewirtschaft

IPPNW-Presseinformation vom 28. März 2011

Konsequenzen nach der “Abstimmung über Atomkraft”
Energiewende als Friedenspolitik – Für eine kriegs-präventive dezentrale Energiewirtschaft

Nach der gestrigen “Abstimmung über Atomkraft” steht bei allen Parteien die Energiepolitik grundsätzlich auf dem Prüfstand. Die atomkritische ärztliche Friedensorganisation IPPNW appelliert an die politischen Parteien, im Zuge eines umfassenden Atomausstiegs “die Energiewende in einer gesellschaftlich tatsächlich nutzbringenden Weise zu vollziehen”. Die Organisation votiert für die konsequente Umsetzung einer “ökologisch nachhaltigen und kriegs-präventiven dezentralen Energiewirtschaft”.* Aus ökologischen, friedenspolitischen, sozialen und wirtschaftlichen Gründen sollte die Energieversorgung schnellstmöglich und weitgehend auf heimische erneuerbare Energien “in Bürgerhand” umgestellt werden. Die Abhängigkeit von Energieimporten und von konzern-eigenen Großkraftwerksstrukturen sollte aus den folgenden Gründen minimiert werden:

1. Die IPPNW tritt ein für eine kriegs-präventive dezentrale Energiewirtschaft. Durch die Nutzung heimischer erneuerbarer Energien werden Energieimporte praktisch überflüssig. Länder, die auf Energieautonomie setzen, werden sich in Zukunft wohl nicht mehr an Energie-Kriegen beteiligen. Eine dezentrale Energiewirtschaft ist daher ein ganz entscheidender Schlüssel für die Überwindung neokolonialer Strukturen und für die Verhütung von Kriegen.

2. Die propagierte “Energie-Außenpolitik” mit dem Bezug von Energie in großem Stil aus entfernten Weltregionen gefährdet den Frieden, ohne die Energieprobleme zu lösen. Die Realität der Großimporte von Öl und Gas zeigt, dass die Erschließung und Absicherung von konzerneigenen Produktionsstätten und Transportwegen (Pipelines, Schifffahrtswege) zu Militarisierung und Kriegen führt, nicht aber zu einer stabilen Energieversorgung. Ebenso wäre eine sensible Infrastruktur mit solarthermischen Großkraftwerken und wenigen Stromtrassen nach Europa in Verbindung mit zahlreichen staatlichen und privatwirtschaftlichen Akteuren ein ständiger Quell von Konflikten – mit der Gefahr von Terroranschlägen und bewaffneten Auseinandersetzungen.

3. Eine dezentrale Energiewirtschaft “in Bürgerhand” stärkt die wirtschaftliche Potenz von Bürgern und Kommunen, fördert die Demokratie, sorgt für mehr Verteilungsgerechtigkeit, reduziert die Gefahr der Energie-Armut, fördert regionale Wirtschaftskreisläufe, sorgt für Arbeitsplätze in der Region und fördert somit indirekt die Gesundheit der Menschen. Die atomkritische Friedensorganisation IPPNW fordert daher die Realisierung der erwiesenermaßen möglichen 100%-igen regenerativen Energieerzeugung “in Bürgerhand” durch die intensivierte Fortführung des bereits höchst erfolgreichen Ausbaus dieser Energieformen. Das für Nordafrika geplante DESERTEC-Projekt macht deshalb auch allenfalls als regionale Versorgung einen Sinn, aber nicht als “Wüstenstrom-Import” nach Europa.

4. Eines der wichtigsten Prinzipien zukunftsfähigen Wirtschaftens ist die Begrenzung des Wachstums in einer begrenzten Welt. Stromerzeugungs-Großanlagen halten hingegen den Glauben an die Unbegrenztheit der Wachstumsmöglichkeiten aufrecht und behindern die Entwicklung einer Kultur der Ressourcen-Einsparung mit einer Post-Wachstumsökonomie.

Da die Erreichung dieser Ziele insbesondere zusammen mit systematischer Energie-Einsparung sehr viel schneller möglich ist, als von der Atom- und Öl-Lobby behauptet, fordert die IPPNW zugleich die Rücknahme der hoch-gefährlichen Laufzeitverlängerung der Atomkraftwerke und den sofortigen Ausstieg aus der Atomenergie.

* Beschluss der IPPNW-Mitgliederversammlung vom 12.3.2011 in Frankfurt am Main.

Kontakt: Henrik Paulitz (Energieexperte), Tel. 0032-485-866 129. Angelika Wilmen (Presse), Tel. 030-69 80 47-15.
Deutsche Sektion der Internationalen Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges, Ärzte in sozialer Verantwortung (IPPNW), Körtestr. 10, 10967 Berlin, www.ippnw.de, Email: ippnw@ippnw.de


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DIE LINKE: Helfen statt bomben – Flüchtlinge aufnehmen

Helfen statt bomben – Flüchtlinge aufnehmen

„DIE LINKE im Bundestag fordert die Bundesregierung auf, ihrer Verantwortung nachzukommen, Flüchtlinge aus Nordafrika aufzunehmen – und jedwede militärische, wirtschaftliche und politische Unterstützung autoritärer Regime in Nordafrika zu beenden”, erklärt Sevim Dagdelen, Mitglied im Auswärtigen Ausschusses des Deutschen Bundestages und Sprecherin für Internationale Beziehungen der Fraktion DIE LINKE. anlässlich des aktuellen Beschlusses der Fraktion DIE LINKE. im Bundestag eines Positionspapiers zur Flüchtlingsproblematik nach den Aufständen in Nordafrika. Dagdelen weiter:

„Die Bundesregierung hat über Jahre hinweg, Despoten und Autokraten Nordafrikas aus ökonomischem und geostrategischem Eigeninteresse und im Interesse des deutschen Kapitals als Geschäftspartner und Vorfeldposten der Festung Europa hofiert und gestützt.

Es ist heuchlerisch, wenn sie nun Begeisterung für Demokratie und Menschenrechte in Nordafrika vorgibt. DIE LINKE fordert die Bundesregierung auf, umgehend alle Rüstungsexporte, die Ausbildungs- und Ausstattungshilfe sowie sämtliche Maßnahmen im Rahmen ihrer ‚Vorverlagerungsstrategie’ bei der Flüchtlingsabwehr einzustellen. Darüber hinaus muss die Bundesregierung unverzüglich humanitäre Soforthilfe zur Verfügung stellen, um Tunesien und Ägypten bei der Aufnahme der Bürgerkriegsflüchtlinge aus Libyen zu unterstützen und innerhalb der Europäischen Union für die Aufnahme der Schutzsuchen sich einsetzen.”

Berlin, 24.03.2011


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Deutschland muss deutliche Zeichen für eine Welt frei von Atomwaffen zu setzen

Brief an die Abgeordneten des Deutschen Bundestags:

Deutschland muss deutliche Zeichen für eine Welt frei von Atomwaffen zu setzen

Beschluss des Deutschen Bundestages vom 26.03.2010

Sehr geehrte Damen und Herren,

„Eine Welt frei von Atomwaffen ist keine Utopie, sondern eine konkrete Verpflichtung der Unterzeichner des Nichtverbreitungsvertrages!“ Dieses starke Bekenntnis für eine Politik der weltweiten atomaren Abrüstung hat eine überwältigende Mehrheit des Deutschen Bundestages beschlossen. Der Beschluss „Deutschland muss deutliche Zeichen für eine Welt frei von Atomwaffen setzen“ vom 26.3.2010 ist ein wegweisendes Dokument, das viele Bürgerinnen und Bürger in ihrem Engagement für den Abzug der taktischen Atomwaffen aus Deutschland bestärkt.

Als Initiatoren und Träger der Kampagne „unsere zukunft ‑ atomwaffenfrei“ haben wir in den vergangenen Jahren die politische Entscheidung hin zu einer Welt ohne Atomwaffen im Dialog mit vielen von ihnen mitgestaltet und mit den Mitteln der Zivilgesellschaft begleitet. Jetzt, ein Jahr nach dem richtungsweisenden Beschluss, betrachten wir Erreichtes und erinnern an ausstehende politische Umsetzungsschritte.

Auf der Überprüfungskonferenz des Nichtverbreitungsvertrages im Mai vergangenen Jahres in New York ist es im internationalen Dialog zumindest gelungen, die Perspektive von atomarer Abrüstung aufrecht zu erhalten. Erneut ausgeblieben ist aber die Konkretisierung des seit über 40 Jahren in Artikel VI des Nichtverbreitungsvertrages zugesicherten nuklearen Abrüstungsprozesses. Dies ist nicht nur eine vertane Chance, sondern bedeutet auch den Bruch einer völkerrechtlich bindenden Vereinbarung.

Die deutsche Initiative für den Abzug der verbliebenen taktischen Atomwaffen aus Deutschland hat international große Aufmerksamkeit und viel Unterstützung gefunden. Im neuen Strategischen Konzept der NATO wurde eine Überprüfung der Abschreckungs- und Verteidigungsstrategie und der Waffenarsenale – also auch der Atomwaffen ‑ vereinbart. Im Sinne des Beschlusses des Deutschen Bundestages ist die Bundesregierung nun gefordert, erneut deutliche Zeichen für eine Welt frei von Atomwaffen zu setzten. Die nächsten logischen Schritte sind der Verzicht auf die nukleare Teilhabe, die Zusammenarbeit mit gleich gesinnten Ländern Europas hin zur Schaffung einer atomwaffenfreien Zone Europa und Gespräche mit Russland über die taktischen Atomwaffen.

Sie haben sich dafür eingesetzt, dass die Bundesregierung „sich weiterhin an der Diskussion über die verschiedenen, auch zivilgesellschaftlichen Ansätze für eine vollständige nukleare Abrüstung […] wie beispielsweise an der Diskussion über den Vorschlag für eine Nuklearwaffenkonvention zur Ächtung der Atomwaffen“ beteiligt. Der Kern eines solchen vertraglichen Atomwaffenverbots ist die Festlegung konkreter Fristen für Abrüstungsschritte. Verhandlungen über eine Nuklearwaffenkonvention wurden zwar vom UN-Generalsekretär empfohlen und auf der Überprüfungskonferenz debatiert, im Abschlussdokument wurde diese Diskussion aber nur zur Kenntnis genommen. Unterstützung findet die Forderung nach einer Konvention inzwischen von 118 Ländern der Welt, darunter sämtlichen paktfreien Staaten. Von den europäischen Vertretern haben sich bislang Bosnien-Herzegowina, Irland, Liechtenstein, Norwegen, Österreich, San Marino, Schweden, die Schweiz und Serbien dafür ausgesprochen. Mit diesem Instrument könnte der Durchbruch für konkrete nukleare Abrüstung gelingen und die Blockade der Atomwaffenstaaten überwunden werden. Deshalb bitten wir Sie, in Ihrer Fraktion die Initiative zu ergreifen und Gelegenheiten für die Diskussion des von den Fachorganisationen der Friedensbewegung IALANA, INESAP, IPB und IPPNW entwickelten und bereits seit 1997 der UN-Generalversammlung vorliegenden Modellentwurfs einer Nuklearwaffenkonvention zu schaffen.

Gerne stehen wir zur Unterstützung solcher Initiativen zur Seite. Um Ihre Arbeit unterstützen zu können, interessiert uns, welche Schritte Sie jetzt planen, um den Beschluss des Deutschen Bundestages weiter mit Leben zu füllen und um den Abzug der in Deutschland verbliebenen Atomwaffen zu erreichen. Bitte schreiben Sie uns.

Gestatten Sie uns abschließend noch, angesichts der atomaren Katastrophe in Japan und den Diskussionen hierzu kurz auf das unheilvolle Zusammenspiel der zivilen und der militärischen Nutzung der Atomenergie einzugehen. Der Nichtverbreitungsvertrag verbietet die Proliferation von Atomwaffen und verspricht zugleich den Zugang zur zivil genutzten Atomkraft. Wenn jetzt von einer Cäsur im Umgang mit der Atomenergie gesprochen wird, erscheint es uns auch notwendig, auf diese Problemstellung hinzuweisen.

Länder, die über die technischen Voraussetzungen für einen nuklearen Brennstoffkreislauf verfügen, können nicht nur Atomenergie erzeugen, sondern haben auch Zugriff auf den Stoff für den Bau von Atomwaffen. Fortgeschrittene Atomtechnologie erhöht daher die Gefahr der nuklearen Zerstörung der Menschheit wie des ganzen Planeten.

Aus unserer Sicht erscheint es daher unabdingbar: wer eine Welt ohne Atomwaffen verfolgen will, muss sich auch für den Ausstieg aus der Atomenergie und die Umstellung auf erneuerbare Energien einsetzen – weltweit.

Wir sind gespannt, was Sie unternehmen wollen und freuen uns auf Ihre Antwort.

Mit freundlichen Grüßen

Roland Blach, Kampagnenkoordinator, Deutsche Friedensgesellschaft – Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen (DFG-VK), Stuttgart
Regina Hagen, Redaktion Wissenschaft und Frieden, Darmstadt
Xanthe Hall, Internationale Ärzte zur Verhütung eines Atomkriegs (IPPNW), Berlin
Christine Hoffmann, Pax Christi, Berlin
Paul Russmann, Ohne Rüstung Leben, Stuttgart
Wolfgang Schlupp-Hauck, Pressehütte Mutlangen


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Eine Zukunft ohne Atomwaffen und Atomkraftwerke

Atomkraftwerke abschalten! - Atomwaffen abschaffen!


Berliner Ostermarsch am 23.04.2011 - ab 11.30 Uhr, Treffpunkt: Vattenfall-Zentrale

Gemeinsamer Aufruf Friedens- und Anti-Atom-Bewegung zum Ostermarsch 2011

Vor 25 Jahren hat die Katastrophe von Tschernobyl überdeutlich gezeigt: Eine sichere Nutzung von Atomkraft kann es nicht geben. Durch die Reaktorkatastrophe wurde ein Gebiet verseucht, das halb so groß ist wie die Bundesrepublik. Wie viele tausend Menschen als Folge dieser Katastrophe umgekommen sind, ist nach wie vor ungewiss. 375 000 Menschen mussten umgesiedelt werden.

Von Anfang an war die Nutzung der Atomtechnologie militärisch dominiert. Mit den Atombombenabwürfen auf Nagasaki und Hiroshima im Jahr 1945 wurden der Welt die Folgen des militärischen Einsatzes von Atomwaffen dramatisch vor Augen geführt. Hunderttausende starben qualvoll. Nachfolgende Generationen leiden noch immer an den Spätfolgen der radioaktiven Strahlung.


Die Nutzung der Atomenergie ist unverantwortlich. Die Folgen des Uranabbaus, der Urananreicherung und die Herstellung der Brennelemente verseuchen ganze Landstriche, machen krank und sind tödlich. Für jede Tonne verwertbares Uranerz fallen bis zu 2000 Tonnen strahlender, umweltbelastender Abraum an. Für die Lagerung des radioaktiven Abfalls gibt es weltweit noch keine sichere Lösung und wird es wohl in naher Zukunft auch nicht geben.


Wir, die Anti-Atom- und Friedensbewegung, möchten gemeinsam darauf hinweisen: Die Nutzung der Atomenergie gefährdet den Frieden in der Welt. Denn durch Atomkraftwerke und Urananreicherungsanlagen nimmt die Gefahr der Ausbreitung von Atomwaffen zu. Solange Atomwaffen existieren, bestehen die Gefahr und der Anreiz zu ihrer weiteren Verbreitung. Jede Nutzung von Atomkraft bietet die Grundlage, das hergestellte Material in waffenfähiges umzuwandeln. Deshalb ist die Exportförderung der deutschen Atomreaktoren ein Beitrag zum Bau von neuen Atomwaffen. Ausstieg aus der Atomkraft ist darum unser Ziel.


Laut Schätzungen lagern derzeit 22 600 Kernwaffen in den weltweiten Arsenalen. Durch das neue NATO-Konzept wird weiterhin der Ersteinsatz von Atomwaffen angedroht. Vor allem die Atommächte müssen mit der Abrüstung beginnen. Gleichzeitig können atomwaffenfreie Zonen, z.B. im Nahen und Mittleren Osten, geeignete Schritte auf dem Weg zu einer atomwaffenfreien Welt sein. Als deutschen Beitrag zur atomaren Abrüstung fordern wir den Abzug der US-Atomwaffen aus Büchel und die Beendigung der nuklearen Teilhabe im Rahmen der NATO.


Durch solche Schritte gäbe es die Chance, die Welt friedlicher und menschlicher zu gestalten. Allein die USA geben jedes Jahr über 50 Milliarden Dollar für die Wartung ihrer Atomwaffen aus. Welch gigantische Summe könnte für den Kampf gegen Hunger, Trinkwassermangel, Armut und vermeidbare Krankheiten bereitgestellt werden!


Wir fordern, dass weltweit alle Atomkraftwerke abgeschaltet und alle  Atomwaffen abgeschafft werden.

 

Ablauf:

 

ab 11.30 Uhr Treffen vor der Vattenfall-Zentrale (U-Bahn: Naturkundemuseum)

12.00 Uhr Auftaktkundgebung vor der Vattenfall-Zentrale

Ostermarsch von der Vattenfall-Zentrale zum Potsdamer Platz

ab ca. 14.00 Uhr Abschlusskundgebung auf dem Potsdamer Platz

 

Infos bei NaturFreunde Berlin, Uwe (0176-62015902) oder hiksch@naturfreunde.de

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Bundesausschusses Friedensratschlag: Flugverbotszone bedeutet Krieg – Hände weg von Libyen!

Appell aus der Friedensbewegung: Kein Öl ins Feuer gießen!
Flugverbotszone bedeutet Krieg – Hände weg von Libyen! Pressemitteilung des Bundesausschusses Friedensratschlag

* NATO-Planungen zur Libyen-Invasion beenden
* Deutsche Kriegsschiffe abziehen
* Humanitäre Hilfe muss zivile Hilfe sein
* Für Waffenruhe und Verhandlungslösung

Kassel/Berlin, 8. März 2011 – Zum Bürgerkrieg in Libyen und den militärischen Drohung aus dem Ausland erklärten die Sprecher des Bundesausschusses Friedensratschlag in Kassel in einer Stellungnahme:

Die brutale Niederschlagung anfangs friedlicher Demonstrationen vor allem in den östlichen Teilen Libyens durch Sicherheitskräfte des Gaddafi-Regimes hat zu einer raschen Militarisierung des Konflikts seitens der Aufständischen und somit insgesamt zu einer gefährlichen Eskalation der Gewalt geführt, sodass sich das ölreichste Land Afrikas am Beginn eines blutig ausgetragenen Bürgerkrieges befindet. Insbesondere Berichte über den Einsatz der libyschen Luftwaffe gegen die Zivilbevölkerung ließen zahlreiche Rufe nach der Einrichtung einer Flugverbotszone über Libyen laut werden. Ganz abgesehen davon, dass es dafür bisher keine überprüfbaren Beweise gibt (US-Verteidigungsminister Gates sagte, dass das Pentagon keine Bestätigung dafür habe, dass Revolutionsführer Gaddafi seine Bevölkerung tatsächlich aus der Luft habe beschießen lassen; er habe das bisher nur Presseberichten entnommen), warnen wir entschieden davor, diese Option weiter zu verfolgen. Und zwar aus zwei Gründen:

1. Die Einrichtung einer Flugverbotszone („No-Fly-Zone“) stellt eine Kriegshandlung dar, die in einem laufenden Konflikt eindeutig Partei ergreift. Die eingreifende Seite muss in der Lage sein, sämtliche Militärflugzeuge abzufangen. Die libysche Luftwaffe verfügt nominell über 374 Kampfflugzeuge auf 13 Stützpunkten. Notwendig wäre zudem die Ausschaltung der libyschen Flugabwehr, was mit beträchtlichen „Kollateralschäden“ verbunden sein dürfte. Auch wenn sich die diesbezüglichen NATO-Planungen noch in einem Anfangsstadium befinden sollten, haben sie schon jetzt dazu beigetragen, den Konflikt weiter anzuheizen. Das Gaddafi-Regime kann sich dadurch zum Verteidiger der nationalen Ölinteressen aufspielen und der „Nationalrat“ der Opposition sieht keine Veranlassung zurückzustecken, weil er sich in der Hoffnung wähnt, die NATO käme ihm aus der Luft zur Hilfe.
2. Die Folgen einer „No-Fly-Zone“ für die arabische Welt und die südlich angrenzenden Staaten sind unkalkulierbar. Denn die Geschichte der Einrichtung von „No-Fly-Zones“ über dem Irak und in Bosnien-Herzegowina hat gezeigt, dass es damit nicht getan war. In beiden Fällen folgte der Einsatz von Bodentruppen. Auch für Libyen lässt sich dies nicht ausschließen. Die Folge wäre hier ein NATO-Krieg gegen die Metropole Tripolis. Die Agglomeration der libyschen Hauptstadt beherbergt etwa ein Drittel der rund sechs Millionen Einwohner Libyens. Angesichts dieser blutigen Aussichten sollten sich derartige Gedankengänge von vornherein verbieten.

Gegenwärtig deutet vieles auf einen zähen und langwierigen Bürgerkrieg hin. Beide Seiten beanspruchen für sich jeweils für das ganze Land zu sprechen, aber keine Seite kann der anderen einen entscheidenden Schlag versetzen. Die Folgen eines Bürgerkrieges wären hohe Opferzahlen und ein Anstieg der Flüchtlingsströme bei zunehmender Schwächung der Wirtschaft und einer Beeinträchtigung der Versorgungslage. Dies würde zu einer Destabilisierung einer sich im Umbruch befindenden arabischen Welt beitragen und hätte darüber hinaus unübersehbare Auswirkungen auf die Weltwirtschaft.

Jedes militärische Eingreifen von außen würde zusätzliches Öl ins Feuer gießen. Interventionsplanspielen der NATO oder der EU muss entschieden entgegen getreten werden. Wir erachten es für dringend notwendig, dass sich neutrale Vermittler finden, die sich unverzüglich um Verhandlungen mit den Konfliktparteien bemühen. Erstes Ziel muss eine Waffenruhe sein. Es ist uns unverständlich, weshalb der kürzlich vom venezolanischen Präsidenten Hugo Chávez entworfene Friedensplan, der auf die Zustimmung Gaddafis traf, vom Westen übergangen wurde. Solange in den USA und in der EU einseitig auf den Sturz Gaddafis gesetzt wird, rückt eine Lösung des Konflikts in weite Ferne.

Für verfehlt halten wir den Einsatz der deutschen Luftwaffe in und der Marine vor Libyen. Der Flug von zwei Transall-Transportmaschinen der Bundeswehr in die libysche Wüste am 26. Februar war nicht nur überflüssig, sondern auch völkerrechtswidrig. Zuvor war übereinstimmend berichtet worden, dass die Lage an den Ölförderstätten der BASF-Tochter Wintershall in der Wüste bei Nafoora (ca. 400 km südöstlich von Bengasi in der Cyrenaika gelegen) „ruhig“ gewesen sei. Die Anlage sei heruntergefahren worden, und lediglich wenige Wachleute seien zurückgeblieben. Weshalb dann trotzdem die Bundeswehr-Maschinen, von bewaffneten Fallschirmjägern der Bundeswehr begleitet, ohne Genehmigung in den libyschen Luftraum eindringen „mussten“, konnte von der Bundesregierung nicht plausibel begründet werden. Für Leib und Leben der 132 Ausländer, darunter 22 Deutsche, die nach Kreta ausgeflogen wurden, hatte offensichtlich keine Gefahr bestanden. „Gefahr im Verzug“ konnte also nicht geltend gemacht werden. Internationales Recht wurde gebrochen, weil die Bundeswehr unbefugt in fremden Luftraum eingedrungen ist. Weil es sich hier um einen bewaffneten Einsatz der Bundeswehr handelte, hätte der Bundestag zuvor zustimmen müssen. Eine nachträgliche Zustimmung, wie sie das „Parlamentsbeteiligungsgesetz“ im Falle der „Gefahr im Verzug“ vorsieht, greift hier nicht – und ist im Übrigen bislang auch nicht beantragt worden.

Für verfehlt halten wir auch den Einsatz von zwei Fregatten und einem Einsatzgruppenversorger, um 400 Flüchtlinge von Tunesien nach Ägypten zu transportieren. Die Kriegsschiffe sind für den Personentransport nur unzureichend ausgestattet. Warum müssen es überhaupt Kriegsschiffe sein? China beispielsweise hat für die Evakuierung ihrer 36.000 Landsleute griechische Fähren gechartert und zivile Flugzeuge genutzt. Zivile Flugzeuge hätten es für Deutschland auch getan, zumal dann die Flüchtlinge nicht drei Tage, sondern nur wenige Stunden unterwegs gewesen wären.

Wir bewerten den unsachgemäßen Einsatz militärischer Mittel als Versuch, humanitäre Hilfe zu militarisieren, d.h. militärische Maßnahmen als „alternativlos“ darzustellen und damit zu legitimieren. Nicht nur in diesem Fall wären ausschließlich zivile Hilfsmaßnahmen zu Gunsten der Flüchtlinge effektiver und kostengünstiger gewesen.

Der Bundesausschuss Friedensratschlag appelliert an die Bundesregierung, sowohl in der NATO und in der EU als auch im UN-Sicherheitsrat allen Bestrebungen entgegen zu treten, die ein militärisches Eingreifen in Libyen zum Ziel hätten. Was die Bevölkerung in Libyen am dringendsten braucht, sind ein Waffenstillstand und internationale Bemühungen – vor allem von Seiten der Afrikanischen Union – um eine neutrale Vermittlung zwischen den Konfliktparteien.

Für den Bundesausschuss Friedensratschlag:
Lühr Henken, (Berlin)
Peter Strutynski (Kassel)


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DFG-VK: Libyen: Drohungen tragen nicht zur Deeskalation bei!

Libyen: Drohungen tragen nicht zur Deeskalation bei!

Monty Schädel: „Wer mit doppelten Standards misst macht sich unglaubwürdig und die Welt nicht friedlicher!“

Vor dem Hintergrund zunehmender Kriegsrhetorik fordert Monty Schädel, Bundessprecher der Deutschen Friedensgesellschaft-Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen (DFG-VK), die Besinnung der Politik zur Diplomatie und humanitärer Hilfe.

Schädel warnt vor einer weiteren Eskalation des Konfliktes in Libyen durch die von NATO-Militärs und -Politiker laut vorgebrachten Gedanken einer mögliche militärischen Intervention in dem nordafrikanischen Land. „Wer von Überwachung fremden Luftraums oder Flugverbotszonen über fremden Territoriums spricht, muss dieses in der Folge auch umsetzen, was unweigerlich zu einer weiteren Eskalation der Situation beiträgt.“ Solche Verlautbarungen müssten als Drohung verstanden werden und trügen nicht zu einer Deeskalation bei. Anstelle einen weiteren Krieg verbal und durch Truppenkonzentrationen direkt vorzubereiten, sollten die reichen Länder ihre zivile humanitäre Verantwortung wahrnehmen.

Monty Schädel: „Für humanitäre Hilfe und Deeskalation werden keine Soldaten und Waffen benötigt! Die stören dabei nur!“ Flüchtlingen bräuchten in dem Krisengebieten Unterstützung und auch in Westeuropa Asyl. Um sofort zu helfen könnte die EU den Deserteuren aus den Kriegsgebieten Asyl gewähren und auch andere Flüchtlingen aus den arabischen Ländern die Grenzen öffnen.

Das es den westlichen Ländern in Nordamerika und der EU offensichtlich aber nicht um humanitäre Hilfe für bedrohte Zivilisten geht, macht das Versagen bei der zivil möglichen Unterstützung für die Flüchtlinge in Nordafrika deutlich. „Während in kürzester Zeit Kriegsmaterial in die Krisenregion verbracht, Flüchtlinge in Richtung EU auf dem Mittelmeer abgefangen sowie Grenzen mit Millionenaufwand dicht gemacht werden können, fehlt es an anderer Stelle an Trinkwasser, Zelten, Lebensmitteln zu einem Bruchteil der anderen Kosten.“

Als „heuchlerisch“ bezeichnete der Friedensaktivist die Betonung westlicher Politiker, Zivilisten mit ihrem Handeln schützen zu wollen. Das Militärbündnis NATO sei für Friedenslösung völlig ungeeignet. Monty Schädel wies darauf hin, welchen Entwicklung die angeblich militärisch notwendige Durchsetzung von Menschenrechten durch die NATO-Länder in anderen Teilen der Welt genommen hat. „Trotz jahrelanger Besatzung des Iraks gibt es in dem Land eine schier unerschöpfliche Flut von Kriegsmaterial aus den Rüstungsschmieden der NATO-Länder und sich damit bekriegenden Einheiten. Im zehnten Jahr des Krieges gegen Afghanistan mit mehr als 100.000 Besatzungssoldaten ist die dortige Gesellschaft keinen Schritt näher an eine friedliche Zukunft gekommen.“

Auf die Ermordung von acht Kindern durch NATO-Beschuss in Afghanistan bezugnehmend erklärte der DFG-VK-Bundessprecher: „Wer in Afghanistan seit 10 Jahren fast täglich Zivilisten mit Raketen und Bomben aus Kampfflugzeuge und Hubschraubern ermordet, sollte sich nicht als Friedenskraft oder Wächter von Menschenrechten präsentieren. Wer mit doppelten Standards misst macht sich unglaubwürdig und die Welt nicht friedlicher!“

Der Konflikt in Libyen kann nach Ansicht des Friedenspolitikers nur unter neutraler Vermittlung, durch Verhandlungen der Konfliktparteien miteinander, ohne die Einmischung oder Drohung von außen gelöst werden.


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Aktionsberatung anlässlich der Regierungskonferenz zu Afghanistan („Petersberg II“)

Einladung

zur Aktionsberatung anlässlich der Regierungskonferenz zu Afghanistan („Petersberg II“) im November 2011 in Bonn

am Sonntag, 27. März 2011 von 11-17 Uhr
im DGB-Haus Bonn, Endenicher Str. 127, Erdgeschoss, großer Saal*

Liebe Freundinnen und Freunde,
liebe Kolleginnen und Kollegen,

Die Bundesregierung wird in der zweiten Novemberhälfte Gastgeber einer weiteren (nach London) Internationalen Afghanistankonferenz sein – nach 10 Jahren Krieg in Afghanistan ein „Petersberg II“.
Unser Beratungstreffen soll dazu dienen, ein Protestszenario in Bonn abzustimmen und Absprachen für koordinierte Aktionen zu treffen.

Diese Einladung folgt nach einem ersten Ideenaustausch auf regionaler Ebene. Auch auf der Afghanistankonferenz von entwicklungspolitischen NGOs und Friedensorganisationen (am 19./20.02. in Hannover) ist die Notwendigkeit koordinierter Aktionen im November zur Sprache gekommen.

Die „Internationale Konferenz“ findet im ehemaligen Bonner Regierungsviertel (linksrheinisch) und/oder auf dem Petersberg (bei Königswinter auf der rechten Rheinseite) statt. Die Bundesregierung, die NATO und Präsident Karzai werden die Bonner Konferenz als dem zivilen Aufbau gewidmet darstellen und Hilfsorganisationen noch stärker in die „zivil-militärische Zusammenarbeit“ einbinden wollen.

Wir denken, dass Antikriegs- und Friedensbewegung, NGOs und in Afghanistan tätige Hilfsorganisationen, die globalisierungskritische Bewegung, christliche Gruppierungen („Nichts ist gut in Afghanistan!“), Gewerkschaften und oppositionelle Parteien zu diesem Anlass gefordert sind, gegen den fortdauernden Krieg in Afghanistan auf die Straße zu gehen und auch zivile Alternativen für das Engagement in Afghanistan aufzuzeigen und zu verlangen.

Wir stellen uns vor, dass ein politisch breites Bündnis mit abgesprochenen Aktivitäten von Mahnwachen, Demonstrationen, Alternativen-Kongress, phantasievollen und künstlerischen Aktivitäten sowie Aktionen Zivilen Ungehorsams die regierungsamtlichen Lügen zum Afghanistankrieg wirksam konterkarieren, an Massaker und die zivilen Opfer, Folter und gezielte Tötungen erinnern und die kontraproduktive Gängelung der Hilfsorganisationen im Korsett der zivilmilitärischen Zusammenarbeit deutlich machen kann.

Dazu wünschen wir uns am 27. März 2011 bei unserem Treffen eine konstruktive Beratung.

Mit engagierten Grüßen,

Reiner Braun (IALANA), Markus Gross (Bundeswehr wegtreten), Werner Rätz (Attac Deutschland), Monty Schädel (DFG-VK), Reiner Schmidt (Interventionistische Linke) und Mani Stenner (Netzwerk Friedenskooperative).

* Anreise: Zu Fuß ab Bonn Hbf Vorderausgang links, Unterführung auf die andere Seite der Bahngleise, geradeaus an den Gleisen durch die Herwarthstrasse in die Endenicherstraße (insg. gut 10 Min.), DGB auf der linken Seite.
Ab Busbahnhof (schräg rechts gegenüber Hbf) mit Buslinien 608, 609, 610,
611 und 843 (Richtung Endenich/Hardtberg/Duisdorf o.ä.) drei Haltestellen bis Karlstraße/DGB-Haus.


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BICC-Index analysiert Militarisierung weltweit: Naher und Mittlerer Osten in Spitzenposition

Presseerklärung, 28. Februar 2011

Am Montag, den 28. Februar 2011, veröffentlicht das BICC (Internationales Konversionszentrum Bonn – Bonn International Center for Conversion) den Globalen Militarisierungsindex (GMI) 2011 (http://www.bicc.de/our-work/gmi.html). Der GMI untersucht die Militarisierungsgrade weltweit und dokumentiert die Entwicklung seit 1990. Die Studie dient der Bewertung der Entwicklungsorientierung von Staaten und der Analyse der regionalen Militarisierung. Der GMI 2011 zeigt auf, dass der Nahe und Mittlere Osten am höchsten militarisiert sind.

Die Forschungsergebnisse des BICC stellen nicht nur dar, wie viele Mittel in das Militär eines Staates fließen. Sie definieren den Militarisierungsgrad eines Landes auch dadurch, wie sich die staatliche Mittelverteilung an das Militär zum Bruttoinlandsprodukt oder zu anderen gesellschaftlichen Bereichen wie z.B. der medizinischen Versorgung verhält. „Unsere Forschung kann die Politik bei der Bewertung von regionalen Entwicklungen unterstützen und dazu beitragen politische Entscheidungen – etwa im Bereich der Entwicklungszusammenarbeit oder des Rüstungsexports – zu treffen“, hofft Peter J. Croll.

Naher und Mittlerer Osten am höchsten militarisiert

Im Jahr 2009 (das letzte Jahr, für das aktuelle Daten vorlagen)belegen Israel (865 Punkte), Singapur (843 Punkte), Syrien (796 Punkte), Jordanien (779 Punkte), Russland (777 Punkte), Südkorea (748 Punkte), Zypern (738 Punkte), Griechenland (736 Punkte), Kuwait (736 Punkte) und Weißrussland (731 Punkte) die ersten zehn Plätze des GMI.

„Dass mit Israel, Syrien, Jordanien und Kuwait vier Länder des Nahen und Mittleren Ostens an der Spitze der Top 10 stehen, verweist auf die hohe Militarisierung dieser konfliktreichen Region, die zu ihrer weiteren Instabilität beiträgt“, stellt Jan Grebe, Projektleiter am BICC, dar. Weitere sieben Länder der Region und Nordafrikas befinden sich 2009 unter den ersten 20 Ländern mit den höchsten Militarisierungsgraden: Libyen (Platz 12), Oman (Platz 13), Bahrain (Platz 14), Saudi Arabien (Platz 15), Vereinigte Arabische Emirate (Platz 16), Irak (Platz 17) und Algerien (Platz 18). Die konstant hohe Militarisierung nicht nur Israels, sondern auch anderer Länder der Region kann nicht nur auf gegenseitige Bedrohungsperzeptionen zurückgeführt werden. Sie verweist vielmehr auch auf die immense politische Rolle des Militärs, das in den gesellschaftlichen Ver& auml;nderungen Arabiens eine entscheidende Rolle spielen wird. „Dies sollte die Politik generell bei Fragen der internationalen Zusammenarbeit – und erst recht beim Rüstungsexport oder der Militärhilfe – verstärkt im Auge behalten“, fordert Jan Grebe.

Militarisierung in anderen Weltregionen

In den einzelnen Regionen lassen sich verschiedene Entwicklungen der Militarisierung beobachten. In Europa existiert ein deutliches Gefälle. Weißrussland (2009: Platz 10), Bulgarien (2009: Platz 19) und die Ukraine (2009: Platz 25) etwa weisen hohe Militarisierungsgrade auf.

Griechenland (1990: Rang 10, 2000: Rang 10, 2009: Rang 8 ) und Zypern (1990: Platz 3, 2000: Platz 5, 2009: Platz 7) halten sich sogar seit 1990 konstant unter den Top 10. Athen wendet seit Jahren gemessen am BIP die höchsten finanziellen Ressourcen für sein Militär innerhalb Europas und auch der EU auf. Treibende Faktoren hierfür könnten die Zypernfrage und darüber hinaus ganz allgemein der andauernde Konflikt mit dem Nachbarland und NATO-Partner Türkei (2009: Rang 24) sein, der in Griechenland bestimmte Bedrohungsperzeptionen auslöst. Diese hohen Militärausgaben, die in der Vergangenheit auch für umfangreiche Rüstungsgeschäfte verwendet wurden, könnten eine der Ursachen der Wirtschafts- und Finanzkrise sein. „Es wird sich zeigen, ob der harte Sparkurs der griechischen Regierung, der von der Europäischen Union und dem Internationalen Währungsfonds bestimmt wurde, sich in den ko mmenden Jahren auf den Militarisierungsgrad des Landes auswirkt“, konstatiert Grebe.

Der Militarisierungsgrad Deutschlands ist seit der Wiedervereinigung 1991 mehr oder weniger gleichmäßig von Platz 36 auf Platz 86 im Jahr 2007 gesunken. 2009 lag er mit Platz 81 im Weltmaßstab weiterhin im mittleren Bereich.

Selbst zwanzig Jahre nach Ende der Blockkonfrontation wird deutlich, dass Russland (2009: Rang 5) im Verhältnis zur Gesellschaft mehr Ressourcen für den Militärsektor aufwendet als die USA (2009: Rang 35), auch wenn das absolute Verteidigungsbudget der USA deutlich höher ist als das Russlands. Was diese Zahl angeht, liegen die USA mit 663 Milliarden US-Dollar und einem Anteil von 43 Prozent der globalen Rüstungsausgaben nach wie vor an der Weltspitze.

In Lateinamerika sind vor dem Hintergrund des drohenden Rüstungswettlaufs und vieler ungelöster (Grenz-)Konflikte über Jahre hinweg vergleichsweise hohe Militarisierungsgrade zu beobachten. Die asiatische Region hingegen weist eine hohe Heterogenität der Militarisierungsgrade auf. Einerseits droht die Rivalität zwischen China und Indien um regionalen Einfluss die Militarisierungsgrade beider Länder ansteigen zu lassen. Andererseits sind Konfliktländer wie Sri Lanka, Thailand oder Indonesien sehr unterschiedlich militarisiert.

Deutliche Zuwächse in den Militärausgaben sind bei Schwellenländern und Ländern mit besonders großem Wirtschaftswachstum erkennbar. Hohe Wachstumsraten brachten dort umfangreiche finanzielle Ressourcen hervor, die auch im Militärsektor investiert wurden. Die Militärausgaben Brasiliens sind zwischen 2000 und 2009 um 38 Prozent, Indiens um 67 Prozent und Chinas um 216 Prozent gestiegen. Ein Teil dieser Ausgaben floss in umfassende Modernisierungsprogramme der jeweiligen Streitkräfte. Dennoch haben sich sowohl der Anteil der Militärausgaben am BIP als auch die Gesundheitsausgaben sich in diesen Staaten nur geringfügig verändert. Bei Brasilien (1990: Platz 66, 2000; Platz 79, 2009: Platz 76) liegt die Militarisierung bei tendenziell leichtem Rückgang konstant im mittleren Bereich, bei Indien (1990: Platz 79, 2000; Platz 87, 2009: Platz 79) mit Tendenz zum Anstieg. Chinas Bild (1990: Platz 67, 2000; Platz 94, 2009: Platz 88) ähnelt dem Brasiliens. „So gelingt es diesen Ländern die gesellschaftliche Entwicklung insgesamt deutlich zu forcieren“, fasst Croll zusammen.

Höchste und niedrigste Militarisierungsgrade: eine differenzierte Betrachtung ist notwendig

In Afrika südlich der Sahara ist in vielen Postkonfliktländern ein leichter Rückgang unter dem Einfluss von Entwaffnungs-, Demobilisierungs- und Reintegrationsprozessen (DD&R) zu verzeichnen. Generell ist dort eher ein niedriger Militarisierungsgrad zu beob­achten. Ausnahmen bilden Angola (2009: Rang 31), Mauretanien (2009: Rang 36), Dschibuti (2009: Rang 40), der Tschad (2009: Rang 57) und Namibia (2009: Rang 59).

Es scheint auf den ersten Blick paradox, dass viele afrikanische Länder wie etwa Madagaskar (Bewaffneter Konflikt seit 2002, 2009: Platz 133), Demokratische Republik Kongo (Kriegsbeginn Ost-Kongo 2005, 2009: Platz 112), Zentralafrikanische Republik (Kriegsbeginn 2006, 2009: Platz 116) und Nigeria (Bewaffneter Konflikt seit 2004, 2009: Platz 135) zwar von bewaffneten Auseinandersetzungen betroffen waren bzw. sind, dabei jedoch niedrige Militarisierungsgrade aufweisen.

„Ein nur schwach oder gar nicht funktionierender Sicherheitssektor kann Gewalt und Konflikte, die die Bevölkerung und deren Entwicklung nachhaltig beeinträchtigen, nicht verhindern“, erklärt Jan Grebe. Die Folge sind häufig fragile und schwache Staaten, in denen sich wirtschaftliches Wachstum und Entwicklung nicht entfalten können. Unter den 40 Staaten mit den niedrigsten Militarisierungsgraden befinden sich elf Staaten, die laut dem Failed State Index zur Kategorie der am wenigsten stabilen Staaten gehören. Betrachtet man zusätzlich noch die Kategorie, in der jene Staaten gelistet sind, deren Stabilität gefährdet ist, wird deutlich, dass 30 der 40 Länder mit dem niedrigsten Militarisierungsgrad deutliche Merkmale schwacher und fragiler Staatlichkeit aufweisen.

„Um die notwendige differenzierte Einschätzung von Militarisierungsgraden zu erreichen, bietet der GMI – besonders in Verbindung mit anderen Indices wie dem Human Development Index oder dem Global Peace Index eine fundierte Datenbasis“, unterstreicht Peter J. Croll.

Der GMI stützt sich u.a. auf Zahlen des Stockholmer Friedensforschungsinstitut SIPRI, des Internationalen Währungsfonds (IWF), der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und des BICC. Das Ranking zeigt die Militarisierung von 161 Staaten seit 1990. Er wird jährlich durch das BICC aktualisiert. Der GMI des BICC wird durch das Bundesministerium für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) gefördert.

Occasional Paper VII / Forschungsbericht „Der Globale Militarisierungsindex (GMI) – Der Nutzen des GMI zur Bewertung der Entwicklungsorientierung von Staaten und regionaler Militarisierung“ (pdf, German):
http://www.bicc.de/uploads/pdf/publications/papers/occ_paper_07/occasional_paper_VII_02_11_deu.pdf

Occasional Paper VII „The Global Militarization Index (GMI) – A tool for evaluating development orientation of states as well as regional developments” (pdf, English):
http://www.bicc.de/uploads/pdf/publications/papers/occ_paper_07/occasional_paper_VII_02_11_eng.pdf

Ranking table: http://www.bicc.de/our-work/gmi-table.html

GMI Worldmap (pdf):http://www.bicc.de/uploads/gmi/pdf/gmi-map-2011.pdf

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AStA kritisiert die Einrichtung des dualen Studiengangs ISEE

„AStA kritisiert die Einrichtung des dualen Studiengangs ISEE“

Kooperation mit Rüstungsfirmen / Einführung des Bezahlstudiums

Der Hochschulpolitische Referent des AStA, Alexander G. Keckel, verurteilt die Entscheidung des AS: „Die Firmen mit denen eine Kooperation angedacht ist, sind größtenteils solche Unternehmen die Profite mit der Entwicklung und Produktion von Kriegsgeräten machen.

Auch wenn die Hochschule versichert, dass Studierende nicht direkt an Rüstungsprojekten beteiligt sein werden – es bleiben Unternehmen die mit dem Leid und dem Töten von Menschen Geld verdienen. Man kann die Augen verschließen – aber die Verantwortung dafür müssen alle Beteiligten tragen.“

Marc Renken, 2. AStA Vorsitzender, sieht darüber hinaus in der Struktur des Studiengangs ein Problem. „Hier werden indirekt Studiengebühren eingeführt. Neben dem dualen, kostenpflichtigen Studiengang gibt es noch
einen grundständigen Elektrotechnik Studiengang. Welcher von beiden die bessere Ausstattung haben wird, ist klar. Es ist doch nur eine Frage der Zeit bis duale Studiengänge die grundständigen und unterfinanzierten
Studiengänge ablösen. Die zu befürchtende Abhängigkeit von Sponsoren konterkariert doch die Freiheit von Lehre und Forschung.“

Hintergrund:

In der Sitzung des Akademischen Senats (AS) der Hochschule Bremen vom 25.01.11 wurde die Einführung des dualen Studiengangs ISSE (Elektrotechnik – Elektronische Systeme B.Sc.) beschlossen. Dieser Studiengang soll als berufsbegleitender Studiengang konstruiert werden, der in Kooperation mit Unternehmen wie z.B. Atlas, Rheinmetall, OHB etc. durchgeführt wird. Da dieser Studiengang durch die Kooperation kostenneutral ist, kann die Hochschule ohne Mehrkosten die Studierendenzahlen von ISEE auf den Hochschulpakt II anrechnen.

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Friedensorganisationen kritisieren „aktuelle Verdoppelung der Waffenexporte an das diktatorische Regime in Ägypten“

Gemeinsame Pressemitteilung
Deutsche Friedensgesellschaft – Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen (DFG-VK),
Kampagne gegen Rüstungsexport bei Ohne Rüstung Leben (ORL)
und RüstungsInformationsBüro (RIB e.V.)
vom 30. Januar 2011

Friedensorganisationen kritisieren „aktuelle Verdoppelung der Waffenexporte an das diktatorische Regime in Ägypten“
++ „Ägypten ist als Entwicklungsland bedeutendster Empfänger deutscher Waffen“ ++
++ Grässlin und Russmann fordern „sofortigen Rüstungsexportstopp für Ägypten und alle anderen menschenrechtsverletzenden Staaten“ ++

Frankfurt / Freiburg / Stuttgart. In Ägypten ist seit dem Jahr 1981 die Notstandsgesetzgebung ununterbrochen in Kraft, die Menschenrechtslage katastrophal.[#1] Mit der Waffengewalt staatlicher Sicherheitskräfte, die selbst massiv an Menschenrechtsverletzungen beteiligt waren und sind, konnte sich das diktatorische Regime in Kairo drei Jahrzehnte lang an der Macht halten. Derzeit riskieren Ägypterinnen und Ägyptern ihr Leben, indem sie ihren Protest gegen das diktatorische Regime unter Hosni Mubarak öffentlich artikulieren. Ägyptische Polizisten schießen auf weit überwiegend friedliche Demonstranten, mehr als hundert Menschen sind bereits ums Leben gekommen.

Bundesaußenminister Guido Westerwelle erklärte, „der Weg zur Stabilität führt über die Wahrung der Menschen- und Bürgerrechte“.[#2] Erklärungen wie diese „wirken heuchlerisch angesichts der Tatsache, dass Deutschland zu den Hauptwaffenlieferanten der diktatorischen Machthaber in Ägypten zählt“, sagte Jürgen Grässlin, Bundessprecher der Deutschen Friedensgesellschaft – Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen (DFG-VK) und Vorsitzender des RüstungsInformationsBüros (RIB e.V.). Der Freiburger Rüstungsexperte warf der Bundesregierung vor, dass sie 2009 gegenüber dem Vorjahr „mehr als eine Verdoppelung der Lieferungen von Waffen und Rüstungsgütern an Ägypten genehmigt“ habe. So sei der Genehmigungswert von 33,6 Millionen Euro (2008) auf 77,5 Millionen Euro (2009) „dramatisch gesteigert worden“.

„Die Einzelgenehmigungen für ‚Kleinwaffen’ sind aufgrund der hohen Opferzahlen besonders folgenschwer“, so Jürgen Grässlin. Die für ihre rücksichtslose Vorgehensweise bekannte ägyptische Polizei verfüge über Maschinenpistolen des Typs MP5, entwickelt von Heckler & Koch in Oberndorf. Allein im Jahr 2009 habe Ägypten weitere 884 Maschinenpistolen und Bestandteile im Wert von 866.037 Euro erhalten.[#3]

„Die Machthaber in Kairo erhielten Teile für Panzer, gepanzerte Fahrzeuge, militärische Landfahrzeuge und Kommunikationsausrüstung“, erklärte Paul Russmann, Sprecher der Kampagne gegen Rüstungsexport bei Ohne Rüstung Leben (ORL). Insgesamt sei „Ägypten mittlerweile sogar das bedeutendste Empfängerland in der Liste der aus Deutschland belieferten Entwicklungsländer“.

Die Gemeinsame Konferenz Kirche und Entwicklung (GKKE) stufte Ägypten in ihrem Rüstungsexportbericht 2009 als „problematisches“ Empfängerland ein. Die dortige Menschenrechtssituation sei laut Bericht der beiden großen christlichen Kirchen „sehr schlecht“, die Gefahr der Unverträglichkeit von Rüstung und Entwicklung sei „groß“.[#4] „Angesichts der katastrophalen Menschenrechtslage hätte Ägypten unter Diktator Mubarak niemals Waffen aus Deutschland und anderen Ländern erhalten dürfen“, erklärte ORL-Sprecher Paul Russmann.

Grässlin und Russmann forderten die Bundesregierung auf, „mit sofortiger Wirkung einen Rüstungsexportstopp gegenüber Ägypten und allen anderen menschenrechtsverletzenden Staaten zu verhängen“.

Kontakt:
Jürgen Grässlin, Freiburg, Tel.: 0761-76 78 208, j.graesslin@gmx.de
Paul Russmann, Stuttgart, Tel.: 0176-28 04 45 23, orl-russmann@gaia.de


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Jubeldemo für mehr Krieg

von Heinz Eckel, veröffentlicht bei indymedia:

Einen Tag vor der Bundestagsabstimmung über die erneute Verlängerung des Afghanistan-Mandats der Bundeswehr forderte eine bunte Truppe in Berlin mehr Geld, mehr Soldaten, mehr Blut, mehr Tote und noch mehr Krieg vom unwilligen Volk und von der sehr willigen Regierung. Wirtschaft und Aufschwung sollten durch mehr Investitionen in die Rüstungsindustrie (beispielsweise die Produktion von Streubomben, an der die deutsche Wirtschaft und die Banken und Versicherungen schon jetzt prächtig verdienen) weiter in Schwung gebracht, Andersdenkende könnten am Hindukusch entsorgt werden.

In einem unterhaltsamen Begleitprogramm des Zugs, der vom Alexanderplatz zum Brandenburger Tor zog, gaben sich u.a. Bundesverteidigungsminister zu Guttenberg (der sich hier auch ganz offiziell Kriegsminister nannte), ein rekrutenwerbender Jugendoffizier der Bundeswehr, unsere Steffi (gleichfalls zu Guttenberg), Johannes W(ehrmacht) Kerner, eine singende Soldatenmutter und ein Pfarrer ein Stelldichein. Während der Pfarrer alles absegnete, trottete eine Schafsherde hinter den Anführern hinterher und wusste nichts als “Mäh” zu sagen. Die Soldatenmutter erfreute die nachfolgenden Patrioten mit bewährtem deutschem Liedgut (”Junge, komm bald wieder”, “Lilly Marleen”), Kriegerwitwen und halbtote Soldaten (im Rollstuhl und auf Krücken) taten ihre Begeisterung für den immerwährenden Krieg kund. Auch jugendliche SoldatInnen waren in ihrem Kriegsenthusiasmus und -geschrei kaum noch zu bremsen, während sich Pharmaindustrie (Antidepressiva für Kriegsheimkehrer!) und deutsche Wirtschaft schon für neue Aufgaben rüsten. Alles in allem ein bedeutendes Signal für den wirtschaftlichen Aufschwung, dauert der Krieg am Hindukusch doch gerade erst mal 10 Jahre – und die Zustimmung des deutschen Bundestags zur Mandatsverlängerung ist quer durch die Reihen von CDU/CSU, FDP, SPD und Grünen weiterhin gewiss…Und damit dem Krieg auch wirklich nicht die Puste ausgeht, wurden am Rande der Demo auch noch “Kriegsanleihen” und die Forderungen der Kriegsbefürworter verteilt – darin heißt es:

Wir sichern unsere Weltmacht!!!
Wir sind ein verlässlicher Partner beim Aufbau einer neuen Welt nach unseren Vorstellungen!
Ein Grund zum Jubeln!!!

Wir haben es endlich geschafft! Die Deutsche Bundeswehrmacht ist die mächtigste Friedensbewegung der Republik, der potenteste Arbeitgeber mit Aufstiegschancen bis 2 m unter die Erde und auf dem Weg zum größten Reiseveranstalter mit Abenteuerbonus!

Ihre Truppen sorgen in aller Welt für unseren Wohlstand! In Afghanistan vor allem. Große Aufgaben liegen noch vor ihr.

Codewort: Roter Mohn

Menschen dieses Landes, beteiligt euch an der Aufgabe wahrhaft nationaler Größe und fordert mit uns:
Gemeinsam erneuern wir die Welt und sichern unsere Rohstoffe – überall
Computer für alle! Wir holen uns das Lithium da, wo es wächst.
Deutsche Bundeswehrmacht – starker Partner der Industrie
Wir sichern Ihrem Kind einen Platz auf dem Bundeswehrehrenmal.
Wem der Hindukusch zu weit ist, der kann auch hier ins Gras beißen.
Statt sozialer Hängematte Dienst am Vaterland in Kundus.
Blühende Landschaften in Afghanistan. Der Mohnanbau bringt Farbe ins triste Leben.
Gegen den Hunger der Kinder und für die Sicherheit unserer Soldaten verteilen wir Äpfel auf den Minenfeldern in Afghanistan!
Für Nachhaltigkeit: Wir kennen kein Pardon! Aus Kindern werden neue Taliban!
70% meiner Rente für neue Offizierspatente!
Nationale Aufgabe der DHL (Deutsche Heeres-Logistik): Störungsfreie Militärtransporte nach Afghanistan… und Päckchen, Päckchen, Päckchen für unsere Soldaten!

Den Artikel findet Ihr hier


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Afghanistan-Krieg: Abgeordnete sollen NEIN sagen: 7 Gründe gegen die Verlängerung des Bundeswehreinsatzes


Pressemitteilung des Bundesausschusses Friedensratschlag

Kassel, 26. Januar 2011 – Zwei Tage vor der Abstimmung im Deutschen Bundestag über die Verlängerung des Bundeswehreinsatzes in Afghanistan haben viele Gruppen und Organisationen der Friedensbewegung in Briefen und Eingaben sowie mit Sprechstundenbesuchen bei Bundestagsabgeordneten gefordert, Nein zum Krieg zu sagen. In einigen Städten haben auch Aktionen (von Mahnwachen bis zu Kundgebungen) stattgefunden und werden noch stattfinden. Der Sprecher des Bundesausschusses Friedensratschlag fasste die Erwägungsgründe gegen den Krieg noch einmal in sieben Punkten zusammen.

1) Die Bundeswehr führt im Rahmen der NATO nun schon im zehnten Jahr Krieg in Afghanistan. Die offiziellen “Kriegsziele” änderten sich im Verlauf der Jahre ständig: Vom Kampf gegen den Terrorismus und der Durchsetzung von Menschenrechten, insbesondere der Rechte von Frauen und Mädchen, über die Einführung rechtsstaatlicher Verwaltungsstrukturen und von Demokratie bis hin zum ökonomischen und sozialen (Wieder-)Aufbau des Landes reichte die Palette der Gründe, in Afghanistan zu bleiben.

2) Keines dieser Kriegsziele wurde wirklich erreicht. Terroristische Aktivitäten weltweit wurden nicht eingeschränkt, Menschen- und Frauenrechte nicht erkämpft, die bisherigen Wahlen in Afghanistan sprechen demokratischen Grundsätzen Hohn, von Wiederaufbau und Entwicklung des Landes kann keine Rede sein. Das einzige, was heute blüht in Afghanistan, sind der Mohnanbau und die Korruption.

3) Auch die Kriegsbilanz ist verheerend: Nach vorsichtigen Schätzungen (USA und NATO geben keine Zahlen heraus) fielen dem Krieg bisher mindestens 70.000 Menschen zum Opfer, der größere Teil davon Zivilpersonen. Die NATO hat mehr als 2000 getötete Soldaten zu beklagen, die Bundeswehr 45 Männer und Frauen. Die Wirtschaft des Landes liegt am Boden, Landwirtschaft – der wichtigste Wirtschaftszweig des Landes – ist wegen der Millionen von Minen nur sehr eingeschränkt möglich. Ein großer Teil der internationalen Hilfsgelder versickert in den Taschen der korrupten Regierung oder in den aufwändigen Apparaten unseriöser Hilfsorganisationen. Die Selbstmordrate unter Frauen ist in den letzten Jahren gestiegen, die Analphabeten-Quote ebenfalls und die Arbeitslosigkeit unter Jugendlichen beträgt mittlerweile knapp 50 Prozent.

5) Weder die NATO noch die Bundesregierung haben bisher die wahren Gründe für ihren aussichtslosen Krieg in Afghanistan genannt. Alle Welt weiß aber, dass es um Rohstoffe, um Pipelines für das zentralasiatische Öl und Erdgas sowie um geostrategische Positionen im Kampf um die Weltmacht geht. Originalton Guttenberg: „Die Sicherung der Handelswege und der Rohstoffquellen sind ohne Zweifel unter militärischen und globalstrategischen Gesichtspunkten zu betrachten“. (In einer Rede am 9. Nov. 2010 in Berlin.)

6) 70 Prozent der Bevölkerung hier zu Lande lehnen den Afghanistan-Einsatz ab und fordern die Rückkehr der Bundeswehr – je eher desto besser. Nach Auffassung der Friedensbewegung hier zu Lande und nach Auffassung der Mehrheit der Zivilgesellschaft in Afghanistan muss es in einem ersten Schritt zu einem sofortigen Waffenstillstand und zu einem sofortigen Beginn des Abzugs der NATO-Truppen Truppen kommen. Heinz Josef Algermissen, Bischof von Fulda, hat in einer viel beachteten Botschaft erklärt: “Wer den Einsatz in Afghanistan Krieg nennt, muss auch den Mut haben, diesen Krieg umgehend zu beenden. Afghanistan braucht Frieden.”

7) Ein Abzug der Truppen ist nicht gleichbedeutend mit einem Rückzug aus der Verantwortung. Im Gegenteil: Parallel dazu muss die ausschließlich zivile Hilfe verstärkt und verbessert werden. Das sind wir dem geschundenen Volk in Afghanistan schuldig.

Der Bundesausschuss Friedensratschlag geht davon aus dass die NEIN-Stimmen im Bundestag zunehmen werden. Dies wird auch in den Reihen der SPD-Fraktion der Fall sein, obwohl deren Führung abermals die Kriegsverlängerung empfiehlt und Druck auf die Abgeordneten ausübt. In der Mitgliedschaft und der SPD-Wählerschaft wird diese Haltung immer weniger mitgetragen.

Für den Bundesausschuss Friedensratschlag:
Peter Strutynski (Sprecher)


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Selbstverständnis des Berliner Bündnisses „Schule ohne Militär“

In Berlin arbeiten seit letztem Jahr Organisationen und Einzelpersonen aus der Berliner Friedensbewegung zusammen, um sich gegen die zunehmende Präsenz von Bundeswehrsoldaten an den Berliner Schulen zu wehren.

Hier die ausgearbeitete Erklärung des Berliner Bündnisses “Schule ohne Militär”:

Selbstverständnis des Berliner Bündnisses „Schule ohne Militär“

Seit vielen Jahren wird eine massive Militarisierung der Gesellschaft vorangetrieben. Durch eine zunehmende Präsenz der Bundeswehr in der Öffentlichkeit sollen Waffen und Krieg als Mittel der Konfliktlösung als Normalzustand dargestellt und in der Gesellschaft ideologisch verankert werden.

Die neuen Aufgaben des deutschen Militärs als Armee im weltweiten Einsatz zur Sicherung von Rohstoffen, Handelswegen und Absatzmärkten und die Umdeutung des verfassungsmäßigen Verteidigungsbegriffs sind gesellschaftlich höchst umstritten. Das Bündnis Schule ohne Militär betrachtet das frühzeitige Werben der Bundeswehr bei Kindern und Jugendlichen auch als Werben um Akzeptanz für eine Militarisierung von Politik und Gesellschaft, als Kriegserziehung gegen den Willen vieler Eltern, Schüler_innen und Lehrer_innen. Durch die Präsenz von Militär an Schulen sollen die Kinder und Eltern an die Normalität des Krieges gewöhnt und die Schüler_innen als neue Soldat_innen geworben werden. Dafür werden speziell geschulte Militärangehörige auf Jugendmessen, bei öffentlichen Festen, Freizeitevents, an Hochschulen und sogar direkt im Unterricht an Schulen eingesetzt.

Durch eine direkte Einflussnahme und die Gestaltung von Unterrichtseinheiten, durch die Bereitstellung von Lehrmaterial für den Unterricht und durch das Angebot von Seminaren für Schüler_innen und Lehrer_innen wird intensiv für die Bundeswehr und das Militär geworben. In einigen Bundesländern wurden auch Kooperationsvereinbarungen zwischen Bundeswehr und Kultusministerien geschlossen.

Das Bündnis “Schule ohne Militär” wendet sich gegen diese Militarisierung unserer Bildungseinrichtungen. Gemeinsam arbeiten die Mitgliedsorganisationen und Gruppen gegen jeglichen Einfluss von Militär auf Schulen und Bildungseinrichtungen

Das Bündnis „Schule ohne Militär“ besteht aus Gruppen, Organisationen und Einzelpersonen, die sich auch aktiv in anderen Bereichen der Antikriegsbewegung engagieren. Durch eine Schwerpunktsetzung auf den Bereich Militarisierung der Schule will es einen Beitrag für eine militärfreie Gesellschaft leisten.

Ziele des Bündnisses sind:

• Wir wollen erreichen, dass die Schulen und anderen Bildungseinrichtungen grundsätzlich zu militärfreien Einrichtungen werden. Wir setzen uns dafür ein, dass Schulen sich jeglicher Einflussnahme durch die Militärs verweigern.
• Wir unterstützen Schulen, Gewerkschaften, Schüler_innen, Lehrer_innen und Elternvertretungen darin, sich öffentlich gegen eine Beteiligung von militärischem Personal am Unterricht zu engagieren.
• Wir wollen jede Form von Kriegserziehung verhindern und erreichen, dass der strikt zivile Charakter von Schule in jedes Schulprofil aufgenommen wird.
• Wir wollen durch Informationsveranstaltungen die Schüler_innen, Lehrer_innen, Elternvertretungen und Schulen erreichen, um ihnen Informationen und rechtliche Beratung anzubieten, damit jegliche Präsenz von Militärs an Schulen verhindert wird.
• Wir wollen durchsetzen, dass die Bundeswehr weder unmittelbar noch mittelbar Lehr- und Unterrichtsmaterialien zur Verwendung an Schulen erstellt. Die Schulen, Lehrer_innen, Schüler_innen und Elternvertretungen wollen wir bestärken, dieses Material zurückzuweisen und dies auch öffentlich bekanntzumachen.
• Wir fordern, jede Einbindung der Bundeswehr in die Aus- und Fortbildung von Lehrkräften und Referendar_innen zu beenden.
• Wir setzen uns dafür ein, dass weder das Land Berlin noch einzelne Bezirke in Berlin Kooperationsvereinbarungen mit der Bundeswehr schließen und unterstützen Initiativen, die darauf abzielen, die bestehenden Kooperationsvereinbarungen in anderen Bundesländern aufzukündigen.

Die NaturFreunde Berlin sind Mitglied im Bündnis “Schule ohne Militär”


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Friedenspolitisches Aktionsprogramm 2011

Friedenspolitisches Aktionsprogramm 2011
Verabschiedet vom Bundesausschuss Friedensratschlag im Dezember 2010

Die Regierungen der reichen Staaten befestigen ihre Machtstellung gegenüber den Rest der Welt. Dazu soll die NATO gestärkt, die Europäische Union militarisiert und die Bundeswehr endgültig in eine Interventionsarmee transformiert werden. Dagegen regt sich Widerstand in vielen Teilen der Welt. Während große Kriege wie die in Afghanistan, in Pakistan und viele bewaffnete Konflikte in Afrika, Asien und Lateinamerika weiter geführt werden, besteht die Gefahr neuer Kriege insbesondere im Nahen Osten (Iran) und im Sudan. Friedenspolitik muss auf die Beendigung aller Kriege und auf die Verhinderung neuer Kriege dringen. Abrüstung und die Achtung des Völkerrechts sind zwei notwendige Voraussetzungen für eine andere, eine friedlichere Welt. Letztlich setzt die internationale Friedensbewegung auf eine vorausschauende, präventive Friedenspolitik, die weltweit auf Beseitigung der Konfliktursachen gerichtet ist.

Schwerpunkte unserer friedenspolitischen Arbeit 2011 werden sein:

(1) Afghanistan-Krieg beenden: Der Kampf um die Beendigung des Afghanistan-Krieges hat für die Friedensbewegung weiterhin Priorität. Die Ergebnisse des Krieges sind desaströs. Ein Abzug der Bundeswehr wäre ein ermutigendes Signal auch für andere Staaten. Das entspräche auch dem Wunsch der übergroßen Mehrheit der Bevölkerung in Deutschland. Die Friedensbewegung hat sich im Sommer 2010 auf den gemeinsamen Unterschriften-Appell „Den Krieg in Afghanistan beenden – zivil helfen“ verständigt, für den weiter breit geworben wird.

(2) Atomwaffen abschaffen: Der Einsatz atomarer Waffen und deren Ersteinsatz bleiben Teil der strategische Planung. Alle Appelle an die Regierungen zur Einhaltung des Nichtverbreitungsvertrags werden so lange wirkungslos bleiben, als nicht die Atomwaffen besitzenden Staaten mit gutem Beispiel voran gehen und mit der Abrüstung Ernst machen. Atomwaffenfreie Zonen, z.B. auch für den hochexplosiven Nahen und Mittleren Osten, können geeignete Schritte auf dem Weg zu einer atomwaffenfreien Welt sein. Als deutschen Beitrag zur atomaren Abrüstung fordern wir den Abzug der US-Atomwaffen aus Büchel und die Beendigung der atomaren Teilhabe im Rahmen der NATO.

(3) Die NATO delegitimieren: Die NATO ist zu einem Überbleibsel einer untergegangenen bipolaren Weltordnung geworden. Ihr Fortbestand dient der militärischen Absicherung imperialistischer Interessen gegen die Ansprüche der Völker der unterentwickelt gehaltenen Welt und richtet sich gegen Mächte, die dem freien Fluss ausländischen Kapitals nationale Schranken entgegen setzen wollen. Wir stellen die NATO dar, als das was sie ist: Der größte Militärpakt der Erde, dessen Mitgliedsstaaten drei Viertel der weltweiten Rüstungsausgaben auf sich vereinen, und der bereit ist, seine imperialen Interessen nicht nur in Afghanistan, sondern auch sonst in der Welt durchzusetzen. Die Friedensbewegung arbeitet weiter an der Delegitimierung der NATO mit dem Ziel ihrer Abschaffung.

(4) „Nein zur europäischen Militärunion“: Die Europäische Union ist mit dem Lissabon-Vertrag endgültig zu einem Militärbündnis geworden. Sie verfügt über eine eigene Sicherheitsstrategie, über eigene militärische Fähigkeiten (z.B. die bekannten Battle Groups) und eine europäische Rüstungsagentur, deren Aufgabe es ist, die geforderte Verbesserung der militärischen Fähigkeiten der EU (Aufrüstungsverpflichtung) zu vermitteln und zu managen. Wie in der Kampagne gegen den Verfassungsvertrag muss es auch heute für die Friedensbewegung heißen: „Ja zu Europa, Nein zur europäischen Militärunion“.

(5) Keine Interventionsarmee Bundeswehr: Guttenbergs Bundeswehrreform zielt auf weltweite Interventionsfähigkeit zur Sicherung der wirtschaftlichen Interessen „Deutschlands“ ab. Die Devise der Herrschenden lautet: Kleiner und feiner, effektiver und aggressiver! Wir weisen darauf hin, dass die Bundeswehr gemäß dem Grundgesetz und im Einklang mit dem Gewaltverbot der UN-Charta ausschließlich der Verteidigung dient. Darüber hinaus fordern wir die Abrüstung der Bundeswehr bis zu ihrer Abschaffung.

(6) Keine Auslandseinsätze der Bundeswehr: Die grundsätzliche Ablehnung aller Auslandseinsätze der Bundeswehr gehört zum festen Bestandteil der Friedensbewegung. Deutsche Soldaten haben weder in Afghanistan, noch auf dem Balkan, noch am Horn von Afrika oder im Sudan etwas zu suchen. Wo Menschen ihrer fundamentalen Rechte beraubt werden, ist wirksame Hilfe nur mit zivilen, nicht-militärischen Mitteln möglich. Jede Prävention, jede Form ziviler Konfliktbearbeitung, jeder Einsatz politischer, ökonomischer, sozialer und kultureller Mittel ist das vernünftige Gegenteil von militärischer Intervention.

(7) Schluss mit den Rüstungsexporten: Die Bundesrepublik Deutschland belegt seit Jahren einen der vordersten Plätze im internationalen Rüstungsgeschäft. Geliefert wird in alle Weltteile, in Spannungsgebiete und an Bürgerkriegsparteien. Wir fordern ein Verbot jeglichen Rüstungsexports. Auch die sog. „Kleinwaffen“ dürfen nicht weiter gegeben werden; Lizenzverträge mit anderen Staaten sind zu verbieten.

(8) Rüstungsindustrie verstaatlichen und konvertieren: Die privatwirtschaftlich organisierte Rüstungsindustrie ist am Gewinn interessiert und kennt weder Moral noch politische Verantwortung. Alles deutet darauf hin, dass die Rüstungsunternehmen ihre Produktion auch über eine Ausdehnung des Exports steigern will. In der schwarz-gelben Regierung haben sie einen wichtigen Förderer ihrer Anliegen. Wir setzen dem entgegen: Die hoch gefährliche Rüstungsindustrie muss verstaatlicht und gezielt auf die Produktion nützlicher ziviler Güter umgestellt werden (Konversion). Der Staat als 100-prozentiger Abnehmer der produzierten Waffen und militärischen Geräte trägt auch die Verantwortung für die Umstellung der Rüstungsproduktion bei Erhalt der Arbeitsplätze.

(9) Gegen die Militarisierung von Schule, Hochschule und Gesellschaft:
Die Regierung ist bestrebt, durch verstärkte Werbeanstrengungen – auch unter arbeitslosen Jugendlichen – dem Schwund an Nachwuchs entgegen zu wirken. Zugleich wird damit die innere Militarisierung vorangetrieben. Diese Offensive setzt auf die Militarisierung der Bildung und des Denkens und macht weder vor Schule, Hochschule und Arbeitsagenturen noch vor Jahrmärkten und Volksfesten halt. Wir unterstützen alle Aktivitäten die darauf abzielen, die ideologische Offensive der Bundeswehr abzuwehren, die sich heute an Schulen, Messen („Karrieretreffs“), Volksfesten oder bei Gelöbnissen und Zapfenstreichen manifestiert. Wir unterstützen den Kampf der Studierenden für die Einführung von „Zivilklauseln“.

(10) Völkerrecht einhalten und UNO demokratisieren: In der UN-Charta sind die wesentlichen Prinzipien des Völkerrechts verankert wie die Souveränität, Gleichberechtigung und territoriale Integrität der Staaten, das unbedingte Gewaltverbot sowie das Verbot, sich in die inneren Angelegenheiten von Staaten einzumischen. Die militärische Dominanz der NATO-Staaten vermochte bereits dreimal nach Ende der Blockkonfrontation durch Aggressionskriege (gegen Jugoslawien, Irak und Afghanistan) sich über das Völkerrecht hinweg zu setzen. Obwohl problematische und falsche Entscheidungen des UN-Sicherheitsrats nachträglich zu Legitimierungen dieser völkerrechtswidrigen Angriffskriege geführt haben, bleibt das UNO-System ohne vernünftige Alternative. In der UNO-Vollversammlung sowie in den meisten Gremien und Untergliederungen stehen die große weltweite Mehrheit der Mitgliedsstaaten gegen imperialistische Einmischung und Dominanz. Im UN-Sicherheitsrat sind unterprivilegierte Staaten unterrepräsentiert. Die UNO muss zu einem Anwalt der Schwachen werden. Es muss um eine Demokratisierung – nicht um eine Marginalisierung der UNO gehen.

Anhang: Ausgewählte Termine für die Friedensbewegung 2011:

  • Ende Januar/Anfang Februar: Aktionen gegen die Verlängerung des Mandats für den Bundeswehreinsatz in Afghanistan
  • 4./5. Februar : Aktionen gegen die NATO–Sicherheitskonferenz in München
  • 19./20. Februar : Afghanistan-Konferenz der Friedensbewegung und VENRO in Hannover
  • 15. bis 25. April : Ostermärsche
  • 26. April: 25. Jahrestag Tschernobyl
  • 1. Mai: Kundgebungen des DGB
  • 8. Mai: Tag der Befreiung am 8. Mai
  • 22. Juni: 70 Jahre Überfall der deutschen Wehrmacht auf die Sowjetunion
  • Juli/August: Sommerakademie des Friedensratschlags
  • 6./9. August: Hiroshima-/Nagasaki-Tag
  • 1. September: Antikriegstag/Weltfriedenstag
  • 4. September: 2. Jahrestag des Massakers von Kundus
  • 7. Oktober: 10. Jahrestag des Kriegsbeginns gegen Afghanistan (evtl. Afghanistan-Tribunal)
  • 3./4. Dezember 18. Friedenspolitischer Ratschlag in Kassel

Bundesausschuss Friedensratschlag
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Rüstungsinvestor will Hess Natur kaufen.

In der Advents- und Weihnachtszeit wird mit Klinglöckchen, klingelingeling die ‘Heile Welt’ fast herbei geläutet. Weihnachtsgeschenke für die Lieben werden besorgt und mancher entscheidet sich bewusst für Produkte, die ökologisch und sozial verträglich hergestellt wurden.

Jedoch kurz vor Jahresende ist zu befürchten, dass bei Hess Natur, einem Vorreiter in Sachen Öko- und Sozialstandards bei Textilien, künftig dieses Anliegen ad absurdum geführt werden könnte.

Die Kampagne für Saubere Kleidung sieht es mit Besorgnis, dass der us-amerikanische Private-Equity-Fonds und Rüstungskonzern Carlyle beabsichtigt Hess Natur zu kaufen. Es bleibt nicht nur die Frage, was wird aus der ethischen Unternehmenspraxis, sondern jeder Euro für Ökokleidung vermischt sich dann mit Gewinnen aus dem Verkauf von Panzer und Minen.

Das sind ja friedliche Weihnachten.

Protestiere mit deiner Unterschrift gegen die geplante Übernahme des Ökotextilunternehmens Hess Natur durch den Private Equity Fonds und Rüstungskonzern Carlyle!

Hier kann mensch mit seiner Unterschrift widersprechen!


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NATO-Konzept: Interventionsbündnis auf Samtpfoten

NATO-Konzept: Interventionsbündnis auf Samtpfoten
NATO: Teuer und überflüssig
Friedensbewegung: NATO auflösen


Kassel/Hamburg/Berlin, 16. November 2010 – Zum bevorstehenden NATO-Gipfel in Lissabon, erklärten die Sprecher des Bundesausschusses Friedensratschlag in Kassel:

Wenn sich die NATO am kommenden Wochenende ein neues strategisches Konzept gibt, wird es weder Überraschungen noch wirkliche Neuerungen gegenüber dem bisherigen Programm, geschweige denn gegenüber der bisherigen Praxis geben.

Seit Ende des Kalten Kriegs war klar, dass das alte Bedrohungsszenario, das von einem großangelegten Angriff mit riesigen Panzerheeren aus dem Osten ausging, der Vergangenheit angehört. Auf dem Gipfel 1991 in Rom gab sich die NATO ein neues Konzept, das den veränderten Realitäten Rechnung tragen sollte. Seither galten der Kampf gegen den internationalen Terrorismus und gegen die Weiterverbreitung von Massenvernichtungswaffen, die militärische Absicherung des freien Welthandels und des Zugangs zu lebenswichtigen Rohstoffen sowie die Sicherung der Energieversorgung zu den erklärten Zielen des Militärbündnisses. Festgehalten wurde auch an der Doktrin der atomaren Abschreckung einschließlich des Vorbehalts eines “Erstschlags”. Mit dem Krieg um das Kosovo 1999 wurde zudem die strikte geografische Eingrenzung des Aktionsradius der NATO auf den atlantischen Raum (nördlich des Wendekreises des Krebses) aufgegeben. Im Afghanistan-Krieg zieht die NATO – wie zuletzt Wikileaks aufgedeckt hat – alle Register einer völkerrechtswidrigen Kriegführung.

Das neue strategische Konzept wird feststellen,

  1. dass die Hauptaufgabe des NATO-Bündnisses weiterhin die Verteidigung gegen militärische Angriffe sein wird,
  2. dass die genannten “neuen Bedrohungen” noch um eine weitere ergänzt
  3. wird: um Cyber-Attacken, die sich gegen einzelne Mitgliedstaaten oder gegen Einrichtungen der NATO richten können,
  4. dass die NATO sowohl in konventioneller als auch in nuklearer Hinsicht zu weiteren Abrüstungsvereinbarungen bereit ist, wobei das Ziel eines “Global Zero” für richtig, aber in absehbarer Zeit für nicht realisierbar gehalten wird,
  5. dass die NATO Partnerschaften mit geeigneten Ländern und Organisationen anstrebt, allen voran mit der EU und der UNO und eine Aufrüstung der militärischen Fähigkeiten der EU unterstützt,
  6. dass die NATO in Europa ein Raketenabwehrsystem errichten wird, das einen Schutzschirm gegen potentielle Angriffe aus dem Nahen oder Ferneren Osten darstellen und Russland als Partner einbeziehen soll, und
  7. dass Fragen der Energiesicherheit und des Klimaschutzes, der Armutsbekämpfung und der Entwicklung zu Angelegenheiten der NATO werden.

Das neue NATO-Konzept will den Anschein erwecken, als handele es sich um ein Bündnis kollektiver Sicherheit, das den grundlegenden Werten von Demokratie, Freiheit und der Wahrung von Menschenrechten verpflichtet sei und auf der völkerrechtlichen Grundlage der UN-Charta operiere. Die NATO kommt auf Samtpfoten daher, bleibt aber ein bis an die Zähne bewaffneter Militärpakt, der 75 Prozent der weltweiten Rüstungs- und Militärausgaben auf sich vereinigt und tendenziell alle Probleme der globalisierten Welt “versicherheitlicht”, d.h. zu einem Gegenstand militärischer Überlegungen und Antworten macht. Das jüngste Beispiel sind Cyber-Attacken. Morgen (16. Nov.) beginnen unter dem Titel “Cyber Coalition 2010″ dreitägige NATO-Übungen, in denen die Möglichkeiten der Reaktion auf mehrfache, gleichzeitig vorgetragene Cyber-Attacken durchgespielt werden sollen. Hierfür gibt es bereits einen NATO-Stab, das “NATO Cyber Defence Management Board”.

Die Friedensbewegung wendet sich entschieden gegen alle Versuche, die NATO als global agierende Sicherheitsagentur mit umfassenden Kompetenzen zu etablieren und dafür von den Mitgliedstaaten steigende Beiträge zu fordern. Die meisten Risiken, mit denen die NATO ihre Existenz begründet, sind ziviler Natur und demnach auch nur zivil, also nicht-militärisch zu lösen. Hierfür existieren mit den Vereinten Nationen und mit der vernachlässigten OSZE zwei Organisationen, in deren Rahmen die genannten Probleme verhandelt und gelöst werden können. Ein Militärbündnis – das größte, das die Weltgeschichte je gekannt hat – braucht es dafür nicht.

Der Bundesausschuss Friedensratschlag wird seine Kampagne zur Delegitimierung der NATO fortsetzen. Dabei ist zu zeigen,

  1. dass Militärpakte aufgrund des allgemeinen Gewaltverbots keine Existenzberechtigung haben,
  2. dass kollektive Sicherheitssysteme, weil sie exklusiv wirken, nicht zu mehr Sicherheit beitragen, sondern die davon Ausgeschlossenen ihrerseits zu entsprechenden militärischen Vorkehrungen veranlassen,
  3. dass die NATO-Staaten heute rund 900 Milliarden US-Dollar für Militär und Rüstung ausgeben, das sind 75 Prozent der weltweiten Rüstungsausgaben,
  4. dass es ein Gebot der menschlichen Vernunft ist, die Auflösung dieser sündhaft teuren Verschwendungs-Allianz zu fordern, damit die Mittel zur Bekämpfung der dringendsten Menschheitsprobleme verwendet werden können.

Für den Bundesausschuss Friedensratschlag:
Lühr Henken, Hamburg/Berlin
Peter Strutynski (Kassel)

Bei Rückfragen:
L. Henken, Tel.: mobil: 0160 40 666 30
P. Strutynski, Tel.: mobil: 0160 976 28 972