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NaturFreunde: Keine neue deutsche Waffenproduktionsanlage in Saudi-Arabien
Opfer von Waffengewalt müssen Waffenproduzenten endlich verklagen können
Berlin,
20. Juli 2011 – „Dass in Saudi-Arabien eine neue komplette
Produktionsanlage für deutsche Sturmgewehre gebaut werden soll, ist eine
Schande“, kritisiert das Mitglied im Bundesvorstand der NaturFreunde
Deutschlands Uwe Hiksch die aktuellen Pläne des Rüstungsunternehmens
Heckler & Koch. „Mit dem ebenfalls geplanten Panzer-Deal ist klar:
Deutsche Waffen sollen die Golfregion systematisch aufrüsten, auf
Menschenrechte und demokratische Bestrebungen in der Bevölkerung wird
keinerlei Rücksicht genommen.“
Für neue Profite würden alle menschenrechtlichen Sonntagsreden zur
Seite geschoben und in einer der letzten absoluten Diktaturen der Welt
eine hochmoderne Waffenschmiede gebaut, so Hiksch. Saudi-Arabien sei
bereits seit vielen Jahrzehnten ein Produktionsstandort für Waffen von
Heckler & Koch. So werde dort das Sturmgewehr G3 in Lizenz
produziert und von Saudi-Arabien aus direkt für die Aufrüstung der
Diktaturen in den Golfstaaten eingesetzt.
In einer Pressemitteilung hatte Heckler & Koch bekannt gegeben,
dass Umsatz und Gewinn im Geschäftsjahr 2010 erneut gesteigert und damit
der „erfolgreiche Wachstumskurs der vergangenen Jahre“ fortgesetzt
werden konnte. Für die NaturFreunde eine zynische Aussage, schließlich
ist dieser „Wachstumskurs“ die Grundlage für Waffenlieferungen in viele
Regionen der Welt. „Kleinwaffen und Handfeuerwaffen sind die
Massenvernichtungsmittel der heutigen Zeit. Es sterben viel mehr
Menschen durch diese hochmodernen Kleinwaffen als durch Großwaffen“,
erklärt Uwe Hiksch.
NaturFreunde fordern Waffenexportverbot im Grundgesetz
Die NaturFreunde fordern ein Waffenexportverbot im Grundgesetz. Zudem
müssten Opfer und Angehörige der Opfer von Waffengewalt das Recht
erhalten, auch die Hersteller von Waffen zu verklagen. „Wenn diese
Firmen von den Angehörigen der Millionen Opfer endlich verklagt werden
könnten, wäre der Profit mit dem Tod innerhalb kürzester Zeit beendet“,
empfiehlt Hiksch.
Im Jahr 2010 hat Heckler & Koch einen Umsatz von 247 Millionen
Euro erzielt. Der operative Gewinn lag mit 51,8 Millionen Euro um rund
30 Prozent über 2009. Erst vor wenigen Tagen hatte die „Heckler &
Koch GmbH“ am Kapitalmarkt eine Anleihe mit einem Volumen von 295
Millionen Euro platziert. Diese Anleihe wird mit jährlich 9,5 Prozent
hochprofitabel verzinst und hat eine Laufzeit bis 2018. Gezeichnet wurde
diese Anleihe vor allen von internationalen institutionellen Anlegern,
also Banken, Versicherungen und Pensions-Fonds.
NaturFreunde Deutschlands: Teil der Friedensbewegung
Die NaturFreunde Deutschlands sind seit mehr als 50 Jahren Teil der
bundesdeutschen Friedensbewegung und waren Gründungsmitglied der
Anti-Atomtod-Bewegung, aus der schließlich die Ostermärsche
hervorgegangen sind.

Die NaturFreunde unterstützen die „Aktion Aufschrei – stoppt den Waffenhandel“:
www.aufschrei-waffenhandel.de
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Pax Christi: Parlament muss U-Boot Subvention stoppen
pax christi fordert Bundesregierung zu politischer Konfliktlösung statt Waffenhilfe auf
„Jetzt ist das Parlament gefragt. Der Deutsche Bundestag kann und
muss die deutsche Subventionierung eines weiteres U-Bootes für Israel
verhindern. Mit der Ablehnung des “Einzelplan 60″ im Haushaltsentwurf
für 2012 können alle Fraktionen beweisen, ob parlamentarische Kontrolle
den deutschen Rüstungsexport stoppen kann.”, erklärt pax
christi-Generalsekretärin Christine Hoffmann heute in Berlin.
„Mit dieser U-Boot Lieferung an Israel setzt die Bundesregierung
weiter auf Aufrüstung und heizt damit den Konfliktherd Naher Osten an.
Israel will Besatzungsmacht bleiben und zeigt sich immer uneinsichtiger,
an einer politischen Konfliktregelung mitzuwirken. Die israelische
Regierung setzt auf militärische Dominanz. Statt sich für eine Lösung
einzusetzen, die beiden Völkern Perspektive bietet, leistet die
Bundesregierung Waffenhilfe. Die Atommacht Israel kann dieses U-Boot mit
atomaren Raketen bestücken und damit die Rüstungsspirale in der Region
weiter treiben.”, kommentiert pax christi-Vizepräsidentin Wiltrud
Rösch-Metzler.
Spiegel-Online berichtete gestern über die Pläne der Bundesregierung,
ein weiteres U-Boot für Israel mit 135 Millionen Euro zu
subventionieren. Dort heißt es, im Entwurf des Bundeshaults 2012 werde
die Ausgabe als “Beitrag zur Beschaffung von Verteidigungssystemen für
Israel” im Einzelplan 60 (“Allgemeine Bewilligungen”) aufgeführt.
Information:
Christine Hoffmann ist ebenfalls eine von drei Sprechern der Kampagne
“Aktion Aufschrei – Stoppt den Waffenhandel”. Mehr zur Kampagne finden
Sie im Internet unter www.aufschrei-waffenhandel.de
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10 Jahre Krieg in Afghanistan: Truppen abziehen – sofort und bedingungslos!
Auf Anregung der Friedenskoordination hat sich ein
Arbeitsbündnis zusammen gefunden, das bisher dreimal tagte und diesen
Aufruf erarbeitete, sowie die Aktion entwickelte. Geplant ist eine
Umzingelung des Bundeskanzleramtes. Die Aktion wird am Samstag, 08.
Oktober 2011 in Berlin stattfinden.
Aufruf:
10 Jahre Krieg in Afghanistan
Truppen abziehen –
sofort und bedingungslos!
Vor 10 Jahren überfielen die USA und ihre Verbündeten Afghanistan.
Der Anschlag am 11. September 2001 diente als Vorwand für diesen
Angriff. Sie nennen ihn „Krieg gegen den Terror“. In Wirklichkeit ist es
ein Krieg, um die Öl- und Gasquellen und Transportwege im Nahen und
Mittleren Osten zu kontrollieren. Seit zehn Jahren stehen deutsche
Truppen am Hindukusch und sind auch an Kriegsverbrechen, wie z.B. in
Kundus, beteiligt.
Die Bilanz des Krieges ist eindeutig: Jahr für Jahr steigende
Opferzahlen, insbesondere unter der afghanischen Zivilbevölkerung,
zerstörte Infrastruktur, verseuchte Gebiete durch den massiven Einsatz
von Uranmunition, Armut und wachsende Gewalt gegen Frauen. Immer mehr
Soldaten werden verletzt und getötet.
Die Fortsetzung des Kriegseinsatzes wird von der Bundesregierung mit
„ziviler Aufbauhilfe“ gerechtfertigt. Doch wer profitiert? Die
afghanische Wirtschaft wurde zerstört. 90 % der „Aufbauhilfe“ wandern in
die Taschen westlicher „Wiederaufbaukonzerne“.
„Die NATO sät täglich neuen Hass“, schreibt der
Politikwissenschaftler Dr. Matin Baraki. „Würden die Menschen in den
NATO- Ländern nur einen Bruchteil dessen wissen, was die westliche
Soldateska am Hindukusch verursacht, so würde eine Antikriegsbewegung
wie in der Zeit des US-Krieges gegen Vietnam entstehen.“
Während nach Berechnung des Deutschen Instituts für
Wirtschaftsforschung der Einsatz der Bundeswehr bei einem Abzug ab 2013
die Steuerzahler 36 Milliarden Euro kostet (zur Freude der
Rüstungsindustrie), treibt die neoliberale Wirtschafts- und
Finanzpolitik immer mehr Menschen in die Armut. Diejenigen, die im
eigenen Land Menschrechte durch Sozial- und Demokratieabbau immer
massiver einschränken, erdreisten sich, anderen Ländern
“Menschenrechte”, “Demokratie” und “Freiheit” zu predigen.
In den neuen verteidigungspolitischen Richtlinien steht: „Die
Bundeswehr soll den freien und ungehinderten Welthandel sowie den freien
Zugang zur Hohen See und zu natürlichen Ressourcen ermöglichen.“ Das
ist die Freiheit, die sie meinen! Und diese Freiheit droht der
“Verteidigungs”minister de Maizière bald auch anderen Ländern zu
bringen; mögliche Einsatzgebiete seien: Pakistan, Jemen, Somalia oder
Sudan. Und weil sie dazu immer mehr freiwillige Soldaten benötigen,
wirbt die Bundeswehr immer massiver in Job-Centern, Schulen und selbst
schon in Kindergärten!
Bundeswehr raus aus Afghanistan!
Militär raus aus den Schulen!
Keinen Euro mehr für Krieg und Militär!

Die Unterstützerunterschriften sendet bitte an die Friko-mail
friko-berlin@gmx.de oder schriftlich an meine Anschrift: Laura v.
Wimmersperg, Hauptstr. 37, 10827 Berlin. Sie sollte wie immer Name der
Organisation, Name des Absenders und seine Unterschrift enthalten.
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Schulen ohne Militär: Das Robert-Blum-Gymnasium
Die Schulkonferenz des Robert-Blum-Gymnasiums hat am Donnerstag, den 24.3. 2011 mit 7:1 Stimmen
den Antrag “Schule ohne Militär” angenommen.

Robert-Blum-Gymnasium – Schule ohne Militär
Die Schulkonferenz des
Robert-Blum-Gymnasiums lehnt eine Zusammenarbeit im Bildungsbereich mit
der Bundeswehr grundsätzlich ab. Hierzu gehören z.B.:
- Kooperationsverträge mit der Bundeswehr
- Einladen von Bildungsoffizieren in den Unterricht oder zu schulischen Veranstaltungen
- Werbung für Praktika in Bundeswehreinrichtungen
- Exkursionen zu Bundeswehreinrichtungen oder von der Bundeswehr durchgeführten Veranstaltungen
- Werbung für Ausbildungsgänge bei der Bundeswehr oder für ein Studium an einer Bundeswehrhochschule
- Teilnahme der Schule an Wettbewerben, Jugendmessen, Arbeitsplatzbörsen, die von der Bundeswehr ausgestaltet werden.
- Das Verteilen von Werbematerialien der Bundeswehr
Begründung:
Das vermeintliche Lösen von Konflikten mit militärischer Gewalt
widerspricht der an unserer Schule gepflegten Kultur und unseren
Erziehungsidealen. Wie sollen wir Jugendliche zum gewaltfreien Lösen von
Konflikten erziehen, wenn das Vertreten von Wirtschafts- oder
Länderinteressen mit militärischen Mitteln von uns mit unterstützt wird?
Dies widerspricht dem in Paragrafen 1 des Schulgesetzes formulierten
Erziehungsziel der friedlichen Verständigung der Völker.
§ 1
Auftrag der Schule
Auftrag der Schule ist es, alle wertvollen Anlagen der Schülerinnen und
Schüler zur vollen Entfaltung zu bringen und ihnen ein Höchstmaß an
Urteilskraft, gründliches Wissen und Können zu vermitteln. Ziel muss die
Heranbildung von Persönlichkeiten sein, welche fähig sind, der
Ideologie des Nationalsozialismus und allen anderen zur Gewaltherrschaft
strebenden politischen Lehren entschieden entgegenzutreten sowie das
staatliche und gesellschaftliche Leben auf der Grundlage der Demokratie,
des Friedens, der Freiheit, der Menschenwürde, der
Gleichstellung der Geschlechter und im Einklang mit Natur und Umwelt zu
gestalten. Diese Persönlichkeiten müssen sich der Verantwortung
gegenüber der Allgemeinheit bewusst sein, und ihre Haltung muss bestimmt
werden von der Anerkennung der Gleichberechtigung aller Menschen, von
der Achtung vor jeder ehrlichen Überzeugung und von der Anerkennung der
Notwendigkeit einer fortschrittlichen Gestaltung der gesellschaftlichen
Verhältnisse sowie einer friedlichen Verständigung der Völker.
Dabei sollen die Antike, das Christentum und die für die Entwicklung
zum Humanismus, zur Freiheit und zur Demokratie wesentlichen
gesellschaftlichen Bewegungen ihren Platz finden.
Bereits
im laufenden Schuljahr sind an unsere Schule unaufgefordert
Werbematerialien geschickt worden. Mit dem Aussetzen der allgemeinen
Wehrpflicht ist mit einer verstärkten Aktivität der Bundeswehr an den
Schulen zu rechnen. Erfahrungen belegen dies bereits jetzt.
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NaturFreunde fordern: Waffendeal mit Saudi-Arabien sofort stoppen!
Berlin,
8. Juli 2011– Zur geplanten Lieferung von 200 Kampfpanzern nach
Saudi-Arabien erklärt der stellvertretende Landesvorsitzende von Berlin
und Mitglieder im Bundesvorstand, Uwe Hiksch, folgendes:
Es ist ein gutes Zeichen, dass sich innerhalb von nur zwei Tagen über
55 000 Menschen an der Aktion „Panzer-Export nach Saudi-Arabien
stoppen!“ im Internet beteiligt haben. Ebenso wie der Unterzeichner
fordern die NaturFreunde Deutschlands, dass das mörderische Geschäft
sofort beendet werden muss. Mit der Entscheidung der Bundesregierung,
Panzer mitten in eine Krisenregion zu liefern, setzt sie sich wieder
einmal über menschenrechtliche Grundsätze hinweg. Getreu dem Motto: Was
für unsere Rüstungsindustrie gut ist, ist auch für uns gut! Mit der
Genehmigung von Rüstungsexporten in Spannungsgebiete tragen Merkel und
Rösler somit zur Verschärfung von Konflikten und Unsicherheit auf der
arabischen Halbinsel bei.
Desweiteren fordern die NaturFreunde Deutschlands die Bundesregierung
auf, ihre eigenen Richtlinien zum Rüstungsexport einzuhalten, die eine
Ausfuhr von Rüstungsgütern in Krisengebiete untersagen. Es ist ein
Skandal, dass mit dem Panzerexport an Saudi Arabien eine Diktatur
unterstützt wird, die keine Opposition zulässt, alle fortschrittlichen
Bewegungen durch massive Repressionen einschüchtern sowie mitgeholfen
hat, die Demokratiebewegung im Nachbarland Bahrain zu unterdrücken.
Der Leopard 2 ist ein Verkaufsschlager: Bisher wurden mehr als 3000
Stück produziert und in mehr als 16 Länder verkauft. Nach Saudi-Arabien
soll nun der Typ „Leopard-2-A7plus“ geliefert werden. Dieser Panzertyp
wurde so weiterentwickelt, dass er auch in urbanen Regionen eingesetzt
werden kann. Die perfekte Waffe, um die eigene Bevölkerung zu
unterdrücken!
Das Gerede der Bundesregierung von Menschenrechten und
Demokratisierung in der arabischen erweisen sich als leere Wortehülsen,
wenn sie diesen Panzerdeal zulassen. Die Bundesregierungen der letzten
Jahre haben den Verkauf von Waffen zur Stärkung der deutschen
Rüstungskonzerne forciert. Das Ziel ist der strategische Ausbau der
deutschen Rüstungsindustrie.
Als NaturFreunde kritisieren wir, dass die deutschen
Rüstungsausfuhren zwischen 2005 und 2009 einen Anteil von 11 Prozent am
weltweiten Rüstungshandel erreicht haben. Wichtigste Abnehmer deutscher
Rüstungsexporte waren die Türkei (14%), Griechenland (13%)und Südafrika
(12%).
Saudi-Arabien ist einer der größten Waffenimporteure weltweit. 2009
wurden Rüstungsgüter im Wert von 2,7 Milliarden US-Dollar eingekauft. Im
Rüstungsexportbericht der Bundesregierung wird Saudi-Arabien unter den
„Top Ten“ der Empfängerländer deutscher Waffen aufgeführt. Im Jahr 2009
wurden Genehmigungen für den Waffenexport nach Saudi-Arabien im
Gesamtwert von 167,9 Millionen Euro erteilt. Dabei wurden Genehmigungen
unter anderem für Teile für Feuerleiteinrichtungen,
Bodenüberwachungsradar, für Kampfflugzeuge, Tankflugzeuge, für Raketen,
Granaten, Elektronische Kampfführung und Grenzsicherungssysteme
genehmigt.

NaturFreunde Deutschlands – Teil der Friedensbewegung
Die NaturFreunde Deutschlands sind seit mehr als 50 Jahren Teil der
bundesdeutschen Friedensbewegung. Schon in den fünfziger Jahren des
letzten Jahrhunderts haben sich die NaturFreunde gegen die deutsche
Wiederbewaffnung ausgesprochen. Zudem waren wir Gründungsmitglied der
Anti-Atomtod-Bewegung, aus der schließlich die Ostermärsche
hervorgegangen sind.
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PAXX 2: Peace Action Trainings 2012
Einladung zu Infotreffen, 18. Juli, 18 Uhr, Heidelberg
Wir brauchen Eure Kreativität für die zweite PAXX-Aktionskonferenz für Friedens-, Umwelt- und BürgerInnenbewegungen 2012!

Liebe Freundinnen und Freunde,
Vor einem guten halben Jahr, vom 29. Oktober bis 1. November 2010,
fand im Volkshaus Neckarau in Mannheim eine intensive und kreative
Aktionskonferenz statt: die Peace Action Trainings.
Neben der Hauptinitiatorin Deutsche Friedensgesellschaft – Vereinigte
KriegsdienstgegnerInnen (DFG-VK) – insbesondere der Landesverband
Baden-Württemberg – waren auch das Heidelberger Party-Kollektiv “Party
& Activism“, die Werkstatt für Gewaltfreie Aktion Baden, das
Friedensplenum Mannheim und der Bund für Soziale Verteidigung aktiv
beteiligt.
Die Idee war, frischen Wind in die Friedensbewegung zu bringen: neue
(und alte) Aktionsformen (wieder) kennenzulernen und einzuüben und mit
friedenspolitischen Themenzu verknüpfen (z.B. Zivile
Konfliktbearbeitung; Bundeswehr und Schule; Atomwaffen;
Rüstungsindustrie; Konversion und Militärbasen). An den Vormittagen
wurden durchgehend Aktionsformen wie Ziviler Ungehor-sam, Rebel Clowns,
Straßentheater und Großpuppenbau angeboten. Bekannte Clowns- oder
Straßentheater-TrainerInnen wie Captain Chamäleon oder Anita Bertolani
und Shiva Grings führten die super-motivierten jungen und älteren
Akteure zu kreativen Höchstleistungen, die dann während der
Abschlussaktion der Öffentlichkeit präsentiert wurden. Ein echter
„Hingucker“ (Mannheimer Morgen, 2.11.2010) waren die drei Meter hohen
„Schreibtischtäter“ bzw. „Schreibtischtöter“, die unter der Anleitung
von Larry Swingle an drei Tagen gebaut wurden. Diese Großpuppen
sym-bolisierten die Verknüpfung von Militärverwaltung, Politik und
Rüstungsindustrie und wurden seitdem schon mehrfach bei Demonstrationen
und Aktionen verwendet.
Die 60 bis 70 Teilnehmenden der Aktionskonferenz waren zwischen 16
und 80 Jahre – sie alle zeigten sich sehr zufrieden mit der
Veranstaltung: Sie haben tolle Leute kennen gelernt, viel Spaß gehabt,
neue MitstreiterInnen gefunden , ein klasse Essen genossen und
schließlich vielfältige Aktionsanregungen und Ermutigung mitgenommen.
Daran will das Organisationsteam anknüpfen und für 2012 PAXX 2 auf
den Weg bringen. Wichtig ist uns dabei, in die Vorbereitung viele
regionale und überregionale Gruppierungen nicht nur aus der
Friedensbewegung anzusprechen sondern auch Aktive aus anderen Bewegungen
wie attac, Anti-AKW-Gruppen, BUND, Naturfreundejugend, Parkschützer.
Denn aktive Friedensarbeit gegen Rüstung und Krieg ist auch
Engagement für eine nachhaltige Umwelt- und gerechte
Globalisierungspolitik. Kreative Aktionen sind nicht maßgeblich an
bestimmte Themen gebunden.
Gerne laden wir Euch deshalb zu einem Infotreffen am Montag,
18. Juli, 18 Uhr, in den Karlstorbahnhof, Am Karlstor 1, nach Heidelberg
ein. Das PAXX-Orga-Team berichtet dabei multimedial von den Peace
Action Trainings 2010 und stellt erste neue Ideen für PAXX 2012 vor.
Für das PAXX Orgateam
Roland Blach, DFG-VK Landesgeschäftsführer, Stuttgart, ba-wue@dfg-vk.de
Stephan Brües, Bund für Soziale Verteidigung, Wiesloch, Stephan.Bruees@gmx.de
Hanne Langenbacher, DFG-VK Heidelberg, Weinheim, Johanna.Langenbacher@t-online.de
Hedwig Sauer-Gürth, Friedensplenum Mannheim, Hedwig.Sauer-Guerth@urz.uni-heidelberg.de
Renate Wanie, Werkstatt für Gewaltfreie Aktion Baden, Heidelberg, buero.heidelberg@wfga.de
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Dem Frieden eine Chance – Truppen raus aus Afghanistan!
Widerstand und Protest gegen Petersberg II / Bonn, Dezember 2011
Dem Frieden eine Chance – Truppen raus aus Afghanistan!
Auf die Terroranschläge vom 11. September 2001 reagierten die USA
sowie die NATO mit dem Krieg in Afghanistan. Im Dezember vor zehn Jahren
wurde auf der Petersberger Konferenz bei Bonn eine provisorische
Regierung für Afghanistan unter Präsident Karzai eingesetzt – wenige
Tage später beschloss der UN-Sicherheitsrat den ISAF-Einsatz. Nun lädt
die Bundesregierung für den 5. Dezember 2011 erneut auf den Petersberg
ein. Die kriegführenden Staaten werden hier zusammenkommen, um über die
Zukunft Afghanistans zu beraten. Delegierte aus 90 Ländern sowie NGO’s
sollen vorgeblich über „Friedensperspektiven“ diskutieren – doch die
Realität sieht anders aus:
Seit einem Jahrzehnt führt die NATO in Afghanistan unter dem Vorwand
der „humanitären Intervention“ und des „Krieges gegen den Terror“ einen
Krieg für wirtschaftliche und machtpolitische Interessen. Die Bilanz:
Jahr für Jahr steigende Opferzahlen, insbesondere unter der
Zivilbevölkerung, zerstörte Infrastruktur, massive Unterernährung,
unbehandelte Krankheiten, sinkende Lebenserwartung, wachsende Gewalt
gegen Frauen.
Trotz alledem werden Menschen, die vor Krieg, Zerstörung und Not
flüchten, mit Militär und Polizeieinheiten, wie z.B. FRONTEX mit Gewalt
von Europa ferngehalten.
Die Bundeswehr beteiligt sich an diesem Krieg und trägt Schuld an
Kriegsverbrechen, wie z.B. dem Massaker bei Kunduz. Der jährlichen
Verlängerung des parlamentarischen Mandates steht die mehrheitlich
ablehnende Haltung der Bevölkerung entgegen: Es mangelt der Bundeswehr
nicht nur an SoldatInnen, sondern auch an breiter Akzeptanz dafür, Krieg
als Mittel der Politik zu führen. Mit dem Ziel dieses zu ändern, wird
die Gesellschaft auf allen Ebenen zunehmend militarisiert. Die Reform
der Bundeswehr bedeutet, dass die Bundeswehr an Schulen Rekruten wirbt,
im Innern zum Einsatz kommt und zur Interventionsarmee umgestaltet wird.
Nun kündigt die Bundesregierung an, bei der zweiten
Afghanistan-Konferenz auf dem Bonner Petersberg über „politische
Lösungen“ und „Truppenabzug“ diskutieren zu wollen – eine reine Farce.
De Facto sollen in Zukunft vermehrt afghanische Militärs und Polizisten
ausgebildet werden, um stellvertretend für die NATO den Krieg
fortzusetzen, den Großteil der Opfer zu stellen und, weiterhin von der
NATO kontrolliert, selbst für „Sicherheit“ zu sorgen.
Gleichzeitig will die NATO als „Krisenmanagement“ die
Zivil-Militärische Zusammenarbeit (ZMZ) forcieren – die enge Integration
politischer, militärischer, wirtschaftlicher, humanitärer und
polizeilicher Instrumente. Was früher zivil war, wird heute
militärischen Zielen untergeordnet. So wird z.B. auch
„Entwicklungshilfe“ zum Bestandteil der NATO-Strategie.
Wir lassen uns nicht täuschen: Was wie eine „Friedensperspektive“
klingt, soll der Fortsetzung internationaler militärischer
Interventions- und Besatzungspolitik dienen. Krieg bedeutet immer: Tod,
Folter, Vergewaltigungen, Menschenrechtsverletzungen – so aktuell auch
in Libyen.
Die Regierungen der Kriegsallianz wollen den Krieg in Afghanistan
weiterführen und beraten nun über das Wie – die Antikriegs- und
Friedensbewegung will den Krieg beenden! Wir fordern die umgehende
Einstellung aller Kampfhandlungen und den umfassenden Abzug der Truppen
aus Afghanistan! Die frei werdenden Gelder (im Jahr 2011 sind allein im
Bundeshaushalt rund 1,1 Milliarde Euro für den Krieg vorgesehen) müssen
ab sofort für den Wiederaufbau und die Verbesserung der
Lebensbedingungen der afghanischen Bevölkerung nach deren Bedürfnissen
eingesetzt werden! Nur so kann in Afghanistan ein Frieden entstehen, der
seinen Namen auch verdient.
Die Antikriegs- und Friedensbewegung ruft zu gemeinsamen und vielfältigen Aktivitäten in Bonn auf. Vom 3. bis zum 5. Dezember 2011 wollen wir mit einer bundesweiten Demonstration und auf einer internationalen Konferenz Zeichen gegen die menschenfeindliche Politik des Krieges setzen. Stellt Euch quer und beteiligt Euch an Aktionen Zivilen Ungehorsams!
Die Aufstände im arabischen Raum und die wiedererstarkte Anti-Atom
Bewegung hierzulande lassen uns optimistisch sein, dass soziale Bewegung
die Welt verändern und auch wir gemeinsam ein kraftvolles Zeichen gegen
den Krieg setzen können!
Kommt nach Bonn!
UnterstützerInnen – die Bezeichnung in den Klammern dient zur
Erklärung, in welchen Organisationen und Zusammenhängen sich die Aktiven
engagieren (Stand: 29.06.2011)
Wilhelm Achelpöhler (Grünen Friedensinitiative), Reiner Braun (IALANA),
Uli Cremer (Grünen Friedensinitiative), Peter Delis (Bundesausschuss Friedensratschlag),
Kristian Golla (Netzwerk Friedenskooperative Bonn), Lühr Henken (Bundesausschuss Friedensratschlag),
Uwe Hiksch (NaturFreunde Deutschland), Christine Hoffmann (pax christi), Matthias Jochheim (IPPNW),
Werner Rätz (Attac–Deutschland), Oberstleutnant a.D. Jürgen Rose (Darmstädter Signal),
Monty Schädel (DFG-VK), Mani Stenner (Netzwerk Friedenskooperative Bonn),
Peter Strutynski (Bundesausschuss Friedensratschlag), Hannelore Tölke (Abgeordnete in der
Stadtversammlung Bonn), Jürgen Wagner (Informationsstelle Militarisierung)
Laura von Wimmersperg (Gruppen der Berliner Friedenskoordination)
Lucas Wirl (NaturwisschaftlerInneninitiative)
Für DIE LINKE haben Gesine Lötzsch und Oskar Lafontaine unterschrieben.
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Rüstungsexportkampagne kritisiert Bundesregierung wegen geplanter Waffenlieferungen für Libyen-Krieg
Berlin/Stuttgart/Freiburg – Mit scharfer Kritik reagierten
Christine Hoffmann, Jürgen Grässlin und Paul Russmann, die
Sprecher/innen der Kampagne „Aktion Aufschrei: Stoppt den
Waffenhandel!“, auf die Ankündigung von Waffenlieferungen für den
Libyen-Krieg. Bundesverteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU)
hatte geäußert, eine entsprechende Anfrage der zuständigen
NATO-Logistikagentur „positiv zu beantworten”.
„Aufgrund der hemmungslosen Genehmigungspolitik führen die drei
Konfliktparteien in Libyen bereits heute Krieg mit deutschen Waffen und
Rüstungsgütern“, erklärte der Freiburger Rüstungsexperte und
Kampagnensprecher Jürgen Grässlin. „Wenn die Bundesregierung jetzt
weitere Waffenexporte für den Libyen-Krieg genehmigt, gießt sie erneut
Öl ins Feuer dieses Krieges und macht sich mitschuldig. Sie nimmt
sehenden Auges weitere Opfer in der Zivilbevölkerung in Kauf.“
„Wenn Verteidigungsminister de Maizière Bauteile für Bomben und
Präzisionsmunition an kriegsführende Staaten der NATO liefern will,
verstößt er gegen das Gebot des Grundgesetzes, dem Frieden in der Welt
zu dienen“, sagte Paul Russmann, Stuttgarter Sprecher der Kampagne
Aktion Aufschrei: Stoppt den Waffenhandel! „Mit Waffenlieferungen in den
Libyen-Krieg mutiert de Maizière vom Verteidigungs- zum
Kriegsminister.“
„Wer, wie die Bundesregierung, zuerst den Kampfeinsatz der Bundeswehr in Libyen ablehnt,
danach aber Waffen liefert, macht sich trotz aller schönen Worte zur
Kriegspartei“, sagte die Berliner Kampagnensprecherin Christine
Hoffmann. „Wir dürfen keinerlei Waffen nach Libyen, in kriegsführende
Staaten und an menschenrechtsverletzende Regime liefern. Die
Aufschrei-Kampagne fordert einen grundsätzlichen Stopp des Waffenhandels
und eine friedliche Beilegung des Libyen-Krieges auf dem
Verhandlungswege.“
Infos bei: http://www.aufschrei-waffenhandel.de/
Info: Die im Sommer 2011 gegründete Kampagne „Aktion Aufschrei:
Stoppt den Waffenhandel!“ ist das bislang breiteste Bündnis gegen den
Export von Waffen und Rüstungsgütern aus Deutschland. Ziel ist die
Ergänzung von Artikel 26 (2) des Grundgesetzes, wonach der Export von
Waffen und Rüstungsgütern grundsätzlich verboten werden soll.
Trägerorganisationen:
Aktionsgemeinschaft Dienst für den Frieden e.V. (AGDF) • Bund der Deutschen Katholischen Jugend
(BDKJ) • Provinzleitung der Deutschen Franziskaner und Kommission Gerechtigkeit – Frieden –
Bewahrung der Schöpfung • Deutsche Friedensgesellschaft – Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen (DFGVK)
• Deutsche Sektion der Internationalen Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges e. V. (IPPNW)
Deutschland • JuristInnen gegen atomare, biologische und chemische Waffen (IALANA) Deutsche
Sektion • pax christi – Internationale katholische Friedensbewegung Deutsche Sektion • Ohne Rüstung
Leben (ORL) • RüstungsInformationsBüro (RIB e.V.) • Werkstatt für Gewaltfreie Aktion, Baden (WfGA)
Aktionsbündnis: • Arbeitsstelle Frieden und Abrüstung • Ev.
Französisch-Reformierte Gemeinde • Friedenszentrum Braunschweig •
Internationale Frauenliga für Frieden und Freiheit • Kooperation für den
Frieden • medico international • Naturfreunde Deutschlands
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NaturFreunde: Rüstungsexporte müssen weltweit gestoppt werden
Rüstungskonzerne profitieren von leeren Munitionslagern durch Krieg in Libyen
Berlin, 15. Juni 2011 – Zur aktuellen Veröffentlichung der
US-amerikanischen Rüstungsexporte durch die Defense Security Cooperation
Agency (DSCA) erklärt Uwe Hiksch, Mitglied im Bundesvorstand der
NaturFreunde Deutschlands: „Es ist eine der zynischen Folgen des Krieges
in Libyen, dass die USA in diesem Jahr eine Steigerung ihrer
Rüstungsexporte um fast 50 Prozent auf mehr als 46 Milliarden Dollar
erreichen werden. 2010 lagen diese noch bei 32,1 Milliarden Dollar.“
Alle
US-amerikanischen Rüstungsexporte müssen durch die DSCA genehmigt
werden, die direkt dem Pentagon untersteht und jetzt aktuelle Zahlen
veröffentlichte. Dabei gab DSCA-Chef Wiliam Landy offen zu, dass diese
Steigerungen vor allem auf das Bedürfnis der an der Bombardierung
Libyens beteiligten Staaten zurückzuführen seien, ihre Munitionslager
wieder aufzufüllen. Um eine schnellere Lieferung von solchen
Rüstungsgütern zu ermöglichen, setzt sich die DSCA dafür ein, das
US-amerikanische Genehmigungsverfahren von Rüstungsexporten zu
beschleunigen.
Diese Zahlen zeigen deutlich, wie große Rüstungskonzerne von den
Kriegen in der Welt profitieren. Vor nicht ganz zehn Jahren lagen die
Rüstungsexporte der USA noch bei etwa zehn Milliarden Dollar. Die
jüngsten Kriege führten jedoch zu einer Verfünffachung der
Waffenexporte. Die USA als global größter Waffenexporteur haben einen
Weltmarktanteil von etwa 30 Prozent. Allein sieben der zehn größten
Rüstungsunternehmen haben ihren Sitz in den USA.
USA rüsten arabische Staaten auf
Dabei betätigen sich die USA auch weiterhin als Aufrüster der
arabischen Welt. So sind etwa die Vereinigten Arabischen Emirate der
derzeit größte Kunde der US-amerikanischen Rüstungsunternehmen, obwohl
sich die Vereinigten Arabischen Emirate seit Monaten als direkte
Unterstützer der Despoten in der Region auszeichnen. Allein der
US-amerikanische Rüstungsgigant Raytheon liefert für 3,3 Milliarden
Dollar Patriot-Raketen an die Vereinigten Arabischen Emirate. Auch wird
mit Saudi Arabien das größte Waffengeschäft in der Geschichte der USA
geplant. Unter anderem sollen 84 neue Kampfjets vom Typ F-15 geliefert
werden. Das Gesamtvolumen der Rüstungsexporte alleine an Saudi Arabien
wird bei etwa 60 Milliarden Dollar liegen. Weltweit spricht die DSCA
übrigens von mehr als 13.000 Rüstungsverträgen mit 165 verschiedenen
Ländern. Diese Verträge haben einen Gesamtwert von 327 Milliarden
Dollar.
Die NaturFreunde Deutschlands fordern ein Ende der Aufrüstung. Einige
Rüstungskonzerne verdienen etwa mit den Konflikten in den arabischen
Staaten Milliarden. Dabei gehen diese Waffenexporte in eine Region mit
Massenarbeitslosigkeit, Armut und despotischen Herrschaftsstrukturen.
NaturFreunde Deutschlands – Teil der Friedensbewegung
Die NaturFreunde Deutschlands sind seit mehr als 50 Jahren Teil der
bundesdeutschen Friedensbewegung und waren Gründungsmitglied der
Anti-Atomtod-Bewegung, aus der schließlich die Ostermärsche
hervorgegangen sind.

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Aufruf der Friedensbewegung zum Aktionsherbst 2011
10 Jahre Krieg in Afghanistan:
Truppen abziehen – sofort und bedingungslos
Aufruf der Friedensbewegung zum Aktionsherbst 2011
Am
7. Oktober 2011 jährt sich zum zehnten Mal der Beginn des US-Kriegs in
Afghanistan, dem sich die Bundesrepublik Deutschland im November
desselben Jahres angeschlossen hat. Im Dezember vor zehn Jahren wurde
auf der Konferenz in Petersberg bei Bonn eine provisorische Regierung
für Afghanistan eingesetzt; wenige Tage später beschloss der
UN-Sicherheitsrat den ISAF-Einsatz zur „Stabilisierung“ des
Karsai-Regimes. Der anfängliche „Krieg gegen den Terror“ hatte sich bald
zu einem umfassenden Krieg um die Kontrolle über das zentralasiatische
Land entwickelt – mit zunehmender Gewalt und einer wachsenden Zahl
ziviler Opfer.
Auch nach der Liquidierung des mutmaßlichen Drahtziehers der
terroristischen Anschläge vom 11. September 2001, Osama bin Laden, geht
der Krieg am Hindukusch weiter.
Im Dezember 2011 werden Staats- und Regierungschefs, Außenminister
und Verteidigungsminister aus den Staaten der NATO-Kriegsallianz in Bonn
zusammenkommen, um über die Zukunft Afghanistans zu beraten. Man
braucht wenig Phantasie um vorherzusagen, was dort beabsichtigt ist: Der
Krieg soll so lange weiter geführt werden, bis die Afghanen für ihre
eigene „Sicherheit“ selbst sorgen können. Garniert wird diese
Kriegsverlängerung mit der Ankündigung, parallel dazu den zivilen Aufbau
des Landes zu verstärken.
Doch dieses Programm ist schon bisher vollkommen gescheitert. Wer
Krieg führt, kann nicht gleichzeitig die Folgen des Krieges beseitigen.
Solange über Afghanistan Bomben abgeworfen und Raketen und
Marschflugkörper eingesetzt werden, kann das Land nicht aufgebaut
werden.
Daher sagen wir: Afghanistan und seine geschundene Bevölkerung
brauchen einen sofortigen Waffenstillstand sowie den unverzüglichen und
bedingungslosen Abzug der fremden Truppen. Tod und Zerstörung würden
gestoppt, Ressourcen der Kriegskoalition könnten für den Wiederaufbau
des Landes eingesetzt werden. Damit würden wichtige Voraussetzungen für
Frieden und Entwicklung geschaffen.
Die Friedensbewegung ruft zu einem Aktionsherbst für die Beendigung des Afghanistankriegs auf:
- Der 1. September (Antikriegstag) und der 4. September (zweiter
Jahrestag des Kundus-Massakers) werden im ganzen Land genutzt, um auf
den Wahnsinn des Krieges, auf Kriegsverbrechen und die Unmöglichkeit
„humanitärer“ Kriegseinsätze hinzuweisen.
- Am 7. Oktober soll auf einer Veranstaltung in Berlin öffentlich
ANKLAGE gegen die Verantwortlichen des Afghanistankriegs erhoben werden.
- Am 7./8. Oktober wird es in Berlin und vielen anderen Städten
Protest-Aktionen, Mahnwachen, Demonstrationen u.ä. gegen den
Afghanistankrieg geben.
- Der Friedenspolitische Ratschlag in Kassel, der traditionell jeweils
am ersten Dezemberwochenende stattfindet, wird dieses Jahr eine Woche
vorher, am 26. und 27. November durchgeführt. Bilanz und Perspektiven
des Afghanistankrieges werden einen Schwerpunkt des Kongresses bilden.
- Aus Anlass des oben erwähnten Gipfels der Kriegsallianz wird die
Friedensbewegung vom 3. bis 5. Dezember in Bonn ebenfalls präsent sein
und mit geeigneten Mitteln (u.a. bundesweite Demo) gegen die
Kriegskonferenz der NATO demonstrieren.
Die Friedensbewegung bereitet einen ereignisreichen Aktionsherbst
2011 vor. Sie wird vielfältige Aktivitäten mit verschiedenen Gruppen und
Organisationen durchführen: lokal, regional und bundesweit. Durch
Argumente sollen viele Menschen dazu veranlasst werden, sich kritisch
mit der offiziellen Militär-und Außenpolitik auseinanderzusetzen. So
soll der Gewöhnung an Krieg und Gewalt entgegengewirkt werden. Die
Meinungsmehrheit gegen den Afghanistankrieg, aber auch gegen andere
Kriegseinsätze soll bestärkt und erweitert werden. Der politische Druck
auf die Regierenden zu einer Umkehr in der Außen- und Sicherheitspolitik
muss erhöht werden. Eine andere Politik ist möglich.
DEM FRIEDEN EINE CHANCE – TRUPPEN RAUS AUS AFGHANISTAN
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Nein zur Werbung für die Bundeswehr in Berliner S-Bahn
An die
S-Bahn Berlin GmbH Berliner Verkehrsbetriebe (BVG)
Invalidenstraße 19 Holzmarktstraße 15-17
10115 Berlin 10179 Berlin
Berlin, den 08.06.2011
Offener Brief des Berliner Bündnis “Schule ohne Militär” und des Aktionsbündnis Freiheit statt Angst e.V.
- Keine Werbung für die Bundeswehr -
Sehr geehrte Damen und Herren,
das Berliner Bündnis “Schule ohne Militär” und Aktion Freiheit statt
Angst e.V. haben mit Erschrecken festgestellt, dass in der Berliner S-
und U-Bahn für eine “Karriere” bei der Bundeswehr Werbung gemacht wird.
Dabei wird auch noch der Spruch “Zukunft gestalten” in den Vordergrund gestellt.
Welche Zukunft ist hier gemeint?
Handelt es sich um die statistisch gesehen verkürzte Zukunft des
Bewerbers, der bei der Bundeswehr die Möglichkeit erhält früher zu
sterben oder verstümmelt zu werden?
Oder ist es die Zukunft der Bewohner ferner Länder, die wir, wie in
Kunduz, durch Bombardierungen verkürzen? 1) Vielleicht handelt es sich
auch um die Zukunft derjenigen, die in Schlauchbooten versuchen Europa
zu erreichen und sich plötzlich hochgerüsteten FRONTEX Schnellbooten
gegenüber sehen. Sie erhoffen sich ein menschenwürdiges Auskommen zu
erlangen, nachdem in ihren Ländern kein Geld mehr vorhanden ist, weil
unsere “erfolgreiche Wirtschaft” 2) ihren korrupten Machthabern genügend
Gewehre, Geschütze und Militärtransporter aufgeschwatzt hat, wodurch
diese nebenbei, wie u. a.
in Tunesien und Ägypten, zu Milliardären aufstiegen. Vielleicht kommen
sie aber auch nur aus einem Land vor dessen Küste europäische oder
japanische Fischfabrikschiffe ihnen den letzten Fang weggefischt haben.
3)
Sie werden natürlich sagen, für die Verkehrsbetriebe ist Werbung ein
Geschäft. Da zählen Feingefühl und Moral nicht. Doch erst vor einiger
Zeit hatten sich die Berliner Verkehrsbetriebe bei der Werbekampagne
atheistischer Verbände “Es gibt wahrscheinlich keinen Gott” ganz anders
verhalten und die Werbeeinnahmen aus politischen Gründen in den Wind
geschlagen. 4)
Es bleibt dabei: Das Töten von Menschen zu erlernen war nie, ist es
auch heute nicht und darf auch zukünftig keine “normale”
Berufsausbildung sein. Der grundgesetzliche Auftrag der Bundeswehr zur
Landesverteidigung hat sich mangels “Feinden” spätestens seit 1989
erledigt. Die sogenannten Auslandseinsätze seither waren Kriege
(Jugoslawien, Somalia, Afghanistan,..), die mit dem grundgesetzlichen
Auftrag der Selbst- oder Landesverteidigung nichts zu tun haben.
Ein mutiges ziviles(!) Engagement für die gegen ihre (von uns
jahrelang ausgehaltenen und hofierten) Despoten kämpfende arabische
Zivilgesellschaft wäre ehrenwert, ist aber weder der wankelmütigen, um
deutsche Wirtschaftsinteressen besorgten Kanzlerin abzunehmen, noch der
französischen Regierung, die in Libyen nur ihre Ölinteressen sieht und
die zuvor von ihnen selbst dorthin gelieferten Waffen und Flugzeuge
zerstört und nebenbei “kollateral” Menschen tötet. Ein Stück weiter
östlich liefern dafür die USA Saudi Arabien über 100 neue Flugzeuge 5),
während dieses Land gerade die Demonstranten im Nachbarland Bahrain
zusammenschießt.
Die eigene Karriere mit diesen “Partnern” gemeinsam zu gestalten kann
weder langfristig gesund noch moralisch vertretbar sein. Mit der
Werbung für den Kriegsdienst bei der Bundeswehr in S- und U-Bahnen
positionieren Sie sich für die Neuausrichtung der Bundeswehr als
weltweit agierende Interventionsarmee. Das ist nicht nur
verfassungsrechtlich umstritten.
Sie helfen aktiv dabei mit, einen gesellschaftlichen Ausnahmezustand –
Krieg und die dazu gehörenden Handlungen- als normal darzustellen, und
die Bevölkerung auf diesen permanenten Ausnahmezustand vorzubereiten.
Somit übernehmen Sie dann auch die Funktion, mit einer Werbekampagne
der Bundeswehr, in der Kriegsführung als normale Berufausübung
dargestellt wird, Jugendliche zu täuschen und die Öffentlichkeit an die
Alltgäglichkeit einer Aussenpolitik zu gewöhnen, die sich ausdrücklich
zu Krieg als Mittel zur Durchsetzung auch ihrer wirtschaftlichen
Interessen “bekennt”. 6)
Unsere Forderungen sind deshalb:
* keine Werbung für militärische Konfliktlösungen
* keine Werbung für ein persönliches Engagement in militärischen Verbänden
* stattdessen Einsatz für zivilgesellschaftliches Engagement zur Lösung von Problemen auf der Welt
Wir fordern die Verantwortlichen bei den Berliner Verkehrsbetrieben
und bei der S-Bahn Berlin auf, in ihren Zügen und auf ihrem Gelände
zukünftig keine weitere Werbung für die Bundeswehr zu gestatten.
Mit freundlichen Grüssen
Sigrun Steinborn Dr. Rainer Hammerschmidt
Bündnis “Schule ohne Militär” Aktion Freiheit statt Angst e.V.

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DFG-VK: Antimilitaristisches Aktionscamp in Nordschweden, 22.-29. Juli 2011
JETZT VERBINDLICH ANMELDEN – Anreisen organisieren!
Liebe FreundInnen und Freunde,
seit
Beginn des Jahres haben wir auf unterschiedlichen Wegen auf das
Antimilitaristische Aktionscamp verschiedener Gruppen der europäischen
Antikriegs- und Friedensbewegung vom 22.-29. Juli 2011 im Norden
Schwedens hingewiesen und zum Mitkommen eingeladen.
Wenn Ihr mehr über das Camp wissen wollt, schaut auf www.schwedencamp.dfg-vk.de
Ebenso findet Ihr dort einen Film der Gruppe ofog zum Hintergrund des
Camps an einem der größten Versuchsgelände der europäischen
Rüstungsindustrie.
Mit dieser E-Mail und den abgefragten Informationen wollen wir jetzt
unsere Planungen konkretisieren, um so die Anreise für möglichst alle
die mit nach Nordschweden wollen, zu organisieren. So wollen wir
versuchen die Kosten (auch für den/die Einzelne) möglichst gering zu
halten.
Die Kosten für die Anreise sind von den Teilnehmenden grundsätzlich
selbst zu tragen, sollen nach unseren Vorstellungen jedoch auch nicht
den Betrag von ca. 250 Euro wesentlich übersteigen. Auf Nachfrage können
wir im Rahmen unserer Haushaltsmittel zur Reduzierung des Eigenanteils
beitragen.
Um die vorhandenen Mittel möglichst effektiv und für alle
Reisefreudigen zum Vorteil einzusetzen, bitten wir jetzt DRINGEND, uns
bis zum 10.06.2011 verbindlich mitzuteilen, ob und unter welchen
Bedingungen Ihr Eure Anreise geplant habt bzw., wenn ihr Euch noch immer
nicht entschieden habt, wie Ihr Anreisen wolltet.
Bisher ist die individuelle Anreise, je nach Zeitplanung und
Interesse, per Flugzeug, Auto oder Kleinbus geplant. Die Anreise mit
Kleinbussen oder einem größeren Bus ab Hamburg/Rostock, wird sich JETZT
nach den verbindlichen Anmeldungen richten!
BITTE JETZT ANMELDEN und die Organisation erleichtern!
Anmeldungen bitte an schwedencamp@dfg-vk.de mit den nachfolgenden Angaben.
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NaturFreunde: Ostermärsche: Warum wir gegen die Atomkraft demonstrieren
Ostermärsche: Warum wir gegen die Atomkraft demonstrieren
Forderung nach nuklearer Abrüstung gilt für die militärische und die zivile Nutzung
Berlin, 22. April 2011 – 25 Jahre nach dem GAU von Tschernobyl wird
der Ostermontag zum bundesweiten Tschernobyl-Aktionstag. „Die Nutzung
der Kernkraft begann in unserem Land. Und wir werden alles tun, dass
sie schnell wieder enden wird – in unserem Land und mit dem
erfolgreichen Beispiel dann auch überall. Denn wir haben eine besondere
Verantwortung für den Ausstieg aus dieser lebensfeindlichen Energie,
und das nicht erst nach Hiroshima und Nagasaki, nach Harrisburg,
Tschernobyl und Fukushima“, erklärt der Bundesvorsitzende der
NaturFreunde Deutschlands Michael Müller den besonderen Charakter der
diesjährigen Ostermärsche. Am 25. April 2011 werden an vielen
Standorten von Atomkraftwerken und Atommüll-Zwischenlagern Kundgebungen
und Demonstrationen gegen die Atomkraft organisiert.
Alle Aktionen des Tschernobyl-Aktionstages: www.tschernobyl25.de
Historische und aktuelle Anti-Atom-Fotos der NaturFreunde Deutschlands:
www.kurzlink.de/NFD-1959-Atomtod
www.kurzlink.de/NFD-1982-Frieden
www.kurzlink.de/NFD-2011-Abschalten
Die Atomkraft, „die schwarze Wolke“, wie der Lyriker Erich Fried sie
nannte (siehe unten), ist ein Meister des Todes aus Deutschland. So
charakterisierte Paul Celan unser Land wegen des Holocaust. Die erste
Kernspaltung gelang nach Vorarbeit von Lisa Meitner im Dezember 1938
Otto Hahn und Fritz Strassmann im Berliner Kaiser-Wilhelm-Institut für
Chemie. Sie leitete eine ganz neue Dimension von Gewalt ein, den
atomaren Holocaust. Nicht nur Hiroshima und Nagasaki, auch Tschernobyl
und jetzt Fukushima wurden zu Orten großer politischer und moralischer
Katastrophen.
Wir haben eine besondere Geschichte und eine besondere Verantwortung
Die NaturFreunde, die zu den Hauptorganisatoren der
Anti-Atom-Demonstrationen der letzten Monate gehören, beteiligen sich
seit vielen Jahren auch an den Ostermärschen und werben so für Frieden
und nukleare Abrüstung. Seit den 70er und 80er Jahren ist in Deutschland
der Widerstand gegen Aufrüstung und Atomenergie eng miteinander
verzahnt. Das ist eine Erklärung dafür, warum sich in unserem Land, das
in der zweigeteilten Welt von der Atombombe besonders bedroht war, so
viele Menschen für Abrüsten und Abschalten einsetzen. Wir haben eine
besondere Geschichte und eine besondere Verantwortung, wie Erich Fried
sie beschrieb: „Die Wolke darf gar nicht erst steigen. Und steigt sie,
so hat auch dein Schweigen ihr Gewalt verliehen.“
Eine fatale Mischung aus menschlicher Dummheit und technischem Größenwahn
Die Geschichte der Atomkraft ist eine fatale Mischung aus
menschlicher Dummheit und technischem Größenwahn, aus militärischer
Macht und wirtschaftlichen Interessen. Zusammen mit dem ungarischen
Wissenschaftler Léo Szilárd warnte Albert Einstein bereits im August
1939 in einem Brief an US-Präsident Franklin D. Roosevelt vor einer
„Bombe neuer Zerstörungskraft“. Nach Hitlers Überfall auf Polen begann
dann ein Wettlauf der Besessenen. Bei den einen, um den Krieg zu
gewinnen, bei den anderen, um ihn zu beenden.
Auch um von der furchtbaren Zerstörungskraft der Atombombe
abzulenken, kündigte US-Präsident Dwight D. Eisenhower am 8. Dezember
1953 vor den UN das Programm „Atoms for Peace“ an: „Amerika will
Vereinbarungen, keine Kriege zwischen den Nationen, […] um den Weg zu
finden, mit dem der wundersame Erfindungsreichtum der Menschen nicht dem
Tod gewidmet, sondern dem Leben geweiht wird.“ Tatsächlich steckt in
einem Hühnerei Uran 235 so viel Energie wie in 65 Tanklastern Öl oder
fast 100 Güterwaggons mit je 30 Tonnen Steinkohle.
Deutschland muss die Atomkraftwerke abschalten
Bei diesen Visionen wurden aber die Gefahren verdrängt. Obwohl der
Entsorgungsnachweis für Atommüll eine zentrale Grundlage für die
Genehmigung von Atomkraftwerken ist, wurde er seit mehr als 50 Jahren
nirgendwo erbracht. Und der Größte Anzunehmende Unfall (GAU), die
Kernschmelze, die als „hypothetisches Restrisiko“ abgetan wurde, ist
innerhalb nur eines Vierteljahrhunderts zweimal eingetreten. Ob Atome
für den Krieg oder Atome für den Frieden: An ihrem lebensfeindlichen
Charakter ändert sich nichts.
Jetzt tragen wir die Auseinandersetzung um die Abschaltung der
Atomkraftwerke an die AKW-Standorte und fordern neben der atomaren
Abrüstung auch die Stilllegung aller Atomanlagen – und zwar sofort. Das
ist keine utopische Forderung, sondere eine der politischen Vernunft:
Die alternativen Erzeugungskapazitäten sind da. Und die Umsetzung der
Forderung ist möglich, wenn wir Ausstieg und Umbau miteinander verbinden
und nicht länger darauf setzen, die AKW-Laufzeiten zu verlängern.
Deutschland muss seiner Verantwortung endlich nachkommen und die Atomkraftwerke abschalten.
DIE (SCHWARZE) WOLKE (von Erich Fried)
Eine Wolke zieht über die Zukunft
Eine Wolke so schwarz wie die Nacht
Und wer hat die Wolke geschaffen
Und wer hat sie hergebracht?
Und sagen sie dort „Sozialismus“
Und hier „unsre freie Welt“
Die Wolke hört nicht und fragt nicht
Auf wen ihr Regen fällt
Und willst du noch leben bleiben
Und hast du noch Kinder zuhaus
Dann musst du die Wolke vertreiben
Sonst ists mit dem Leben aus
Die Wolke darf gar nicht erst steigen
Die Wolke darf gar nicht erst ziehen
Und steigt sie, so hat auch dein Schweigen
Ihr Gewalt verliehen
Geht hin wo sie Wolken brauen
Geht hin aber bald muss es sein
Geht hin alle Männer und Frauen
Und wascht euren Himmel rein
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Erklärung der VVN-BdA zum Krieg gegen Libyen
Erklärung der VVN-BdA zum Krieg gegen Libyen
Die Erhebung der Menschen in Nordafrika und anderen arabischen
Ländern gegen korrupte Regimes und antidemokratische Herrscher-Clans
werden von allen demokratischen Kräften unseres Landes unterstützt.
Die VVN-BdA hofft, dass es den Völkern gelingt, alte Machtstrukturen zu
beseitigen und ihr Schicksal in die eigenen Hände zu nehmen.
Durch militärische Einmischung von NATO-Staaten wurde jetzt die
Situation verschärft, ja sogar ein internationaler Krieg angezettelt.
Das findet unseren entschiedenen Widerspruch. Dieser Krieg ist kein
Krieg für Menschenrechte. Deutschland sollte sich auf die Verpflichtung
besinnen, sich jeder Kriegshandlung zu enthalten. Die Stimmenthaltung
Deutschlands im UN-Weltsicherheitsrat über die Frage des Kriegseinsatzes
gegen Libyen könnte ein Anfang zur Umkehr sein.
Wir fordern: Schluss mit dem deutschen Waffenexport!
Es sollte allen Flüchtlingen aus Nordafrika Asyl im Bereich der EU
gewährt werden. Alle Bemühungen zu einer Verhandlungslösung sind zu
unterstützen. Wir fordern den sofortigen Schluss der kriegerischen
Intervention gegen Libyen.
Bundesausschuss der VVN-BdA, Magdeburg, 20.03.2011
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NaturFreunde Deutschlands rufen zu Anti-Atom-Ostermärschen am 25. April auf
Reaktorsicherheitskommission: Die Agenda heißt Röttgen
NaturFreunde Deutschlands rufen zu Anti-Atom-Ostermärschen am 25. April auf
Berlin, 31. März 2011 – „Man kann sich nur kneifen, mit welcher
Selbstverständlichkeit die Befürworter der Atomenergie neue Purzelbäume
schlagen“, kritisiert der Bundesvorsitzende der NaturFreunde
Deutschlands Michael Müller die heutige Vorstellung der Kriterien zur
Überprüfung der deutschen Atomkraftwerke während des AKW-Moratoriums.
„Dass Bundesumweltminister Röttgen auch noch von einem notwendigen
breiten gesellschaftlichen Konsens in der Atom- und Energiepolitik
spricht, damit nicht nach jeder Bundestagswahl neu entschieden werden
müsse, schlägt dem Fass einfach den Boden aus“, so Müller: „Wer hat denn
eigentlich den Atomkonsens aufgekündigt, wenn nicht die schwarz-gelbe
Bundesregierung?“
Wenn Herr Röttgen jetzt zum Beispiel herausstelle, man müsse die
Sicherheit der AKW auch hinsichtlich der Folgen terroristischer
Flugzeugabstürze neu bewerten, dann sei dies überhaupt nichts Neues:
Darüber sei nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 längst
geforscht worden, so Müller, der von 2005 bis 2009 auch
Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesumweltministerium war.
Die damalige Bundesregierung hatte sich auf ein sogenanntes
Vernebelungskonzept eingelassen, das einem gekaperten Flugzeug die
exakte Ansteuerung eines AKW erschweren sollte. Die Umweltverbände
hatten schon damals diese „Kinderei“ kritisiert, nicht nur weil sie
durch Nutzung der GPS-Technik unwirksam ist.
Die schleswig-holsteinische Landesregierung hatte deshalb vor einigen
Jahren vom Atomkonzern Vattenfall gefordert, schwere Seile um die
dortigen AKW zu spannen, um ein Flugzeug abfangen zu können. „Norbert
Röttgen war damals nur Parlamentarischer Geschäftsführer der
CDU/CSU-Bundestagsfraktion, sodass er sich scheinbar mit diesen
Fachfragen nie beschäftigt hat. Als Umweltminister aber hätte er dies
längst nachholen müssen“, erklärte Michael Müller.
Dem Bundesvorsitzenden der NaturFreunde zufolge sei es müßig, Herrn
Röttgen, Frau Merkel oder auch Herrn Brüderle mit ihren eigenen Aussagen
zu konfrontieren. „Tatsächlich geht es schon lange nicht mehr um eine
Prüfung der Risiken von Atomanlagen, denn die Fakten sind schon längst
alle bekannt. Der einzige Maßstab, an dem die NaturFreunde Deutschlands
die Bundesregierung messen, heißt: Abschalten!“ betonte Müller.
Atomausstieg im Zentrum der Ostermärsche
Die NaturFreunde Deutschlands haben angekündigt, dass der
Atomausstieg in diesem Jahr auch im Zentrum der Ostermärsche stehen
wird. Die NaturFreunde, die zu den Hauptorganisatoren der
Anti-Atom-Demonstrationen der letzten Monate gehören, beteiligen sich
seit vielen Jahren auch an den Ostermärschen, um für ihr Ziel zu werben,
die nukleare Abrüstung durchzusetzen. Schon in den siebziger und
achtziger Jahren gab es einen engen Zusammenhang zwischen
Friedensbewegung und Anti-Atom-Bewegung, schließt eine friedliche
Nutzung der Atomenergie doch immer auch das militärische Potenzial mit
ein.
„Die NaturFreunde werden keine Ruhe geben, bis es zu einem Ausstieg
aus der Atomenergie und zur atomaren Abrüstung kommt. Die diesjährigen
Ostermärsche finden am 25. Jahrestag der Reaktorkatastrophe von
Tschernobyl statt und werden keine nostalgischen Veranstaltungen werden,
sondern sein starkes Zeichen für eine friedliche und atomfreie Welt“,
erklärte Michael Müller in Berlin.
Mehr Informationen zu den Anti-Atom-Ostermärschen: www.tschernobyl25.de
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IPPNW: Energiewende als Friedenspolitik – Für eine kriegs-präventive dezentrale Energiewirtschaft
IPPNW-Presseinformation vom 28. März 2011
Konsequenzen nach der “Abstimmung über Atomkraft”
Energiewende als Friedenspolitik – Für eine kriegs-präventive dezentrale Energiewirtschaft
Nach der gestrigen “Abstimmung über Atomkraft” steht bei allen
Parteien die Energiepolitik grundsätzlich auf dem Prüfstand. Die
atomkritische ärztliche Friedensorganisation IPPNW appelliert an die
politischen Parteien, im Zuge eines umfassenden Atomausstiegs “die
Energiewende in einer gesellschaftlich tatsächlich nutzbringenden Weise
zu vollziehen”. Die Organisation votiert für die konsequente Umsetzung
einer “ökologisch nachhaltigen und kriegs-präventiven dezentralen
Energiewirtschaft”.* Aus ökologischen, friedenspolitischen, sozialen und
wirtschaftlichen Gründen sollte die Energieversorgung schnellstmöglich
und weitgehend auf heimische erneuerbare Energien “in Bürgerhand”
umgestellt werden. Die Abhängigkeit von Energieimporten und von
konzern-eigenen Großkraftwerksstrukturen sollte aus den folgenden
Gründen minimiert werden:
1. Die IPPNW tritt ein für eine kriegs-präventive dezentrale
Energiewirtschaft. Durch die Nutzung heimischer erneuerbarer Energien
werden Energieimporte praktisch überflüssig. Länder, die auf
Energieautonomie setzen, werden sich in Zukunft wohl nicht mehr an
Energie-Kriegen beteiligen. Eine dezentrale Energiewirtschaft ist daher
ein ganz entscheidender Schlüssel für die Überwindung neokolonialer
Strukturen und für die Verhütung von Kriegen.
2. Die propagierte “Energie-Außenpolitik” mit dem Bezug von Energie
in großem Stil aus entfernten Weltregionen gefährdet den Frieden, ohne
die Energieprobleme zu lösen. Die Realität der Großimporte von Öl und
Gas zeigt, dass die Erschließung und Absicherung von konzerneigenen
Produktionsstätten und Transportwegen (Pipelines, Schifffahrtswege) zu
Militarisierung und Kriegen führt, nicht aber zu einer stabilen
Energieversorgung. Ebenso wäre eine sensible Infrastruktur mit
solarthermischen Großkraftwerken und wenigen Stromtrassen nach Europa in
Verbindung mit zahlreichen staatlichen und privatwirtschaftlichen
Akteuren ein ständiger Quell von Konflikten – mit der Gefahr von
Terroranschlägen und bewaffneten Auseinandersetzungen.
3. Eine dezentrale Energiewirtschaft “in Bürgerhand” stärkt die
wirtschaftliche Potenz von Bürgern und Kommunen, fördert die Demokratie,
sorgt für mehr Verteilungsgerechtigkeit, reduziert die Gefahr der
Energie-Armut, fördert regionale Wirtschaftskreisläufe, sorgt für
Arbeitsplätze in der Region und fördert somit indirekt die Gesundheit
der Menschen. Die atomkritische Friedensorganisation IPPNW fordert daher
die Realisierung der erwiesenermaßen möglichen 100%-igen regenerativen
Energieerzeugung “in Bürgerhand” durch die intensivierte Fortführung
des bereits höchst erfolgreichen Ausbaus dieser Energieformen. Das für
Nordafrika geplante DESERTEC-Projekt macht deshalb auch allenfalls als
regionale Versorgung einen Sinn, aber nicht als “Wüstenstrom-Import”
nach Europa.
4. Eines der wichtigsten Prinzipien zukunftsfähigen Wirtschaftens ist
die Begrenzung des Wachstums in einer begrenzten Welt.
Stromerzeugungs-Großanlagen halten hingegen den Glauben an die
Unbegrenztheit der Wachstumsmöglichkeiten aufrecht und behindern die
Entwicklung einer Kultur der Ressourcen-Einsparung mit einer
Post-Wachstumsökonomie.
Da die Erreichung dieser Ziele insbesondere zusammen mit
systematischer Energie-Einsparung sehr viel schneller möglich ist, als
von der Atom- und Öl-Lobby behauptet, fordert die IPPNW zugleich die
Rücknahme der hoch-gefährlichen Laufzeitverlängerung der Atomkraftwerke
und den sofortigen Ausstieg aus der Atomenergie.
* Beschluss der IPPNW-Mitgliederversammlung vom 12.3.2011 in Frankfurt am Main.
Kontakt: Henrik Paulitz (Energieexperte), Tel. 0032-485-866 129. Angelika Wilmen (Presse), Tel. 030-69 80 47-15.
Deutsche Sektion der Internationalen Ärzte für die Verhütung des
Atomkrieges, Ärzte in sozialer Verantwortung (IPPNW), Körtestr. 10,
10967 Berlin, www.ippnw.de, Email: ippnw@ippnw.de
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DIE LINKE: Helfen statt bomben – Flüchtlinge aufnehmen
Helfen statt bomben – Flüchtlinge aufnehmen
„DIE LINKE im Bundestag fordert die Bundesregierung auf, ihrer
Verantwortung nachzukommen, Flüchtlinge aus Nordafrika aufzunehmen – und
jedwede militärische, wirtschaftliche und politische Unterstützung
autoritärer Regime in Nordafrika zu beenden”, erklärt Sevim Dagdelen,
Mitglied im Auswärtigen Ausschusses des Deutschen Bundestages und
Sprecherin für Internationale Beziehungen der Fraktion DIE LINKE.
anlässlich des aktuellen Beschlusses der Fraktion DIE LINKE. im
Bundestag eines Positionspapiers zur Flüchtlingsproblematik nach den
Aufständen in Nordafrika. Dagdelen weiter:
„Die Bundesregierung hat über Jahre hinweg, Despoten und Autokraten
Nordafrikas aus ökonomischem und geostrategischem Eigeninteresse und im
Interesse des deutschen Kapitals als Geschäftspartner und Vorfeldposten
der Festung Europa hofiert und gestützt.
Es ist heuchlerisch, wenn sie nun Begeisterung für Demokratie und
Menschenrechte in Nordafrika vorgibt. DIE LINKE fordert die
Bundesregierung auf, umgehend alle Rüstungsexporte, die Ausbildungs- und
Ausstattungshilfe sowie sämtliche Maßnahmen im Rahmen ihrer
‚Vorverlagerungsstrategie’ bei der Flüchtlingsabwehr einzustellen.
Darüber hinaus muss die Bundesregierung unverzüglich humanitäre
Soforthilfe zur Verfügung stellen, um Tunesien und Ägypten bei der
Aufnahme der Bürgerkriegsflüchtlinge aus Libyen zu unterstützen und
innerhalb der Europäischen Union für die Aufnahme der Schutzsuchen sich
einsetzen.”
Berlin, 24.03.2011
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Deutschland muss deutliche Zeichen für eine Welt frei von Atomwaffen zu setzen
Brief an die Abgeordneten des Deutschen Bundestags:
Deutschland muss deutliche Zeichen für eine Welt frei von Atomwaffen zu setzen
Beschluss des Deutschen Bundestages vom 26.03.2010
Sehr geehrte Damen und Herren,
„Eine Welt frei von Atomwaffen ist keine Utopie, sondern eine
konkrete Verpflichtung der Unterzeichner des
Nichtverbreitungsvertrages!“ Dieses starke Bekenntnis für eine Politik
der weltweiten atomaren Abrüstung hat eine überwältigende Mehrheit des
Deutschen Bundestages beschlossen. Der Beschluss „Deutschland muss
deutliche Zeichen für eine Welt frei von Atomwaffen setzen“ vom
26.3.2010 ist ein wegweisendes Dokument, das viele Bürgerinnen und
Bürger in ihrem Engagement für den Abzug der taktischen Atomwaffen aus
Deutschland bestärkt.
Als Initiatoren und Träger der Kampagne „unsere zukunft ‑
atomwaffenfrei“ haben wir in den vergangenen Jahren die politische
Entscheidung hin zu einer Welt ohne Atomwaffen im Dialog mit vielen von
ihnen mitgestaltet und mit den Mitteln der Zivilgesellschaft begleitet.
Jetzt, ein Jahr nach dem richtungsweisenden Beschluss, betrachten wir
Erreichtes und erinnern an ausstehende politische Umsetzungsschritte.
Auf der Überprüfungskonferenz des Nichtverbreitungsvertrages im Mai
vergangenen Jahres in New York ist es im internationalen Dialog
zumindest gelungen, die Perspektive von atomarer Abrüstung aufrecht zu
erhalten. Erneut ausgeblieben ist aber die Konkretisierung des seit über
40 Jahren in Artikel VI des Nichtverbreitungsvertrages zugesicherten
nuklearen Abrüstungsprozesses. Dies ist nicht nur eine vertane Chance,
sondern bedeutet auch den Bruch einer völkerrechtlich bindenden
Vereinbarung.
Die deutsche Initiative für den Abzug der verbliebenen taktischen
Atomwaffen aus Deutschland hat international große Aufmerksamkeit und
viel Unterstützung gefunden. Im neuen Strategischen Konzept der NATO
wurde eine Überprüfung der Abschreckungs- und Verteidigungsstrategie und
der Waffenarsenale – also auch der Atomwaffen ‑ vereinbart. Im Sinne
des Beschlusses des Deutschen Bundestages ist die Bundesregierung nun
gefordert, erneut deutliche Zeichen für eine Welt frei von Atomwaffen zu
setzten. Die nächsten logischen Schritte sind der Verzicht auf die
nukleare Teilhabe, die Zusammenarbeit mit gleich gesinnten Ländern
Europas hin zur Schaffung einer atomwaffenfreien Zone Europa und
Gespräche mit Russland über die taktischen Atomwaffen.
Sie haben sich dafür eingesetzt, dass die Bundesregierung „sich
weiterhin an der Diskussion über die verschiedenen, auch
zivilgesellschaftlichen Ansätze für eine vollständige nukleare Abrüstung
[…] wie beispielsweise an der Diskussion über den Vorschlag für eine
Nuklearwaffenkonvention zur Ächtung der Atomwaffen“ beteiligt. Der Kern
eines solchen vertraglichen Atomwaffenverbots ist die Festlegung
konkreter Fristen für Abrüstungsschritte. Verhandlungen über eine
Nuklearwaffenkonvention wurden zwar vom UN-Generalsekretär empfohlen und
auf der Überprüfungskonferenz debatiert, im Abschlussdokument wurde
diese Diskussion aber nur zur Kenntnis genommen. Unterstützung findet
die Forderung nach einer Konvention inzwischen von 118 Ländern der Welt,
darunter sämtlichen paktfreien Staaten. Von den europäischen
Vertretern haben sich bislang Bosnien-Herzegowina, Irland,
Liechtenstein, Norwegen, Österreich, San Marino, Schweden, die Schweiz
und Serbien dafür ausgesprochen. Mit diesem Instrument könnte der
Durchbruch für konkrete nukleare Abrüstung gelingen und die Blockade
der Atomwaffenstaaten überwunden werden. Deshalb bitten wir Sie, in
Ihrer Fraktion die Initiative zu ergreifen und Gelegenheiten für die
Diskussion des von den Fachorganisationen der Friedensbewegung IALANA,
INESAP, IPB und IPPNW entwickelten und bereits seit 1997 der
UN-Generalversammlung vorliegenden Modellentwurfs einer
Nuklearwaffenkonvention zu schaffen.
Gerne stehen wir zur Unterstützung solcher Initiativen zur Seite. Um
Ihre Arbeit unterstützen zu können, interessiert uns, welche Schritte
Sie jetzt planen, um den Beschluss des Deutschen Bundestages weiter mit
Leben zu füllen und um den Abzug der in Deutschland verbliebenen
Atomwaffen zu erreichen. Bitte schreiben Sie uns.
Gestatten Sie uns abschließend noch, angesichts der atomaren
Katastrophe in Japan und den Diskussionen hierzu kurz auf das
unheilvolle Zusammenspiel der zivilen und der militärischen Nutzung der
Atomenergie einzugehen. Der Nichtverbreitungsvertrag verbietet die
Proliferation von Atomwaffen und verspricht zugleich den Zugang zur
zivil genutzten Atomkraft. Wenn jetzt von einer Cäsur im Umgang mit der
Atomenergie gesprochen wird, erscheint es uns auch notwendig, auf diese
Problemstellung hinzuweisen.
Länder, die über die technischen Voraussetzungen für einen nuklearen
Brennstoffkreislauf verfügen, können nicht nur Atomenergie erzeugen,
sondern haben auch Zugriff auf den Stoff für den Bau von Atomwaffen.
Fortgeschrittene Atomtechnologie erhöht daher die Gefahr der nuklearen
Zerstörung der Menschheit wie des ganzen Planeten.
Aus unserer Sicht erscheint es daher unabdingbar: wer eine Welt ohne
Atomwaffen verfolgen will, muss sich auch für den Ausstieg aus der
Atomenergie und die Umstellung auf erneuerbare Energien einsetzen –
weltweit.
Wir sind gespannt, was Sie unternehmen wollen und freuen uns auf Ihre Antwort.
Mit freundlichen Grüßen
Roland Blach, Kampagnenkoordinator, Deutsche Friedensgesellschaft – Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen (DFG-VK), Stuttgart
Regina Hagen, Redaktion Wissenschaft und Frieden, Darmstadt
Xanthe Hall, Internationale Ärzte zur Verhütung eines Atomkriegs (IPPNW), Berlin
Christine Hoffmann, Pax Christi, Berlin
Paul Russmann, Ohne Rüstung Leben, Stuttgart
Wolfgang Schlupp-Hauck, Pressehütte Mutlangen
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Eine Zukunft ohne Atomwaffen und Atomkraftwerke
Atomkraftwerke abschalten! - Atomwaffen abschaffen!
Berliner Ostermarsch am 23.04.2011 - ab 11.30 Uhr, Treffpunkt: Vattenfall-Zentrale
Gemeinsamer Aufruf Friedens- und Anti-Atom-Bewegung zum Ostermarsch 2011
Vor 25 Jahren hat die Katastrophe von Tschernobyl überdeutlich
gezeigt: Eine sichere Nutzung von Atomkraft kann es nicht geben. Durch
die Reaktorkatastrophe wurde ein Gebiet verseucht, das halb so groß ist
wie die Bundesrepublik. Wie viele tausend Menschen als Folge dieser
Katastrophe umgekommen sind, ist nach wie vor ungewiss. 375 000 Menschen
mussten umgesiedelt werden.
Von Anfang an war die Nutzung der Atomtechnologie militärisch
dominiert. Mit den Atombombenabwürfen auf Nagasaki und Hiroshima im Jahr
1945 wurden der Welt die Folgen des militärischen Einsatzes von
Atomwaffen dramatisch vor Augen geführt. Hunderttausende starben
qualvoll. Nachfolgende Generationen leiden noch immer an den Spätfolgen
der radioaktiven Strahlung.
Die Nutzung der Atomenergie ist unverantwortlich. Die Folgen des
Uranabbaus, der Urananreicherung und die Herstellung der Brennelemente
verseuchen ganze Landstriche, machen krank und sind tödlich. Für jede
Tonne verwertbares Uranerz fallen bis zu 2000 Tonnen strahlender,
umweltbelastender Abraum an. Für die Lagerung des radioaktiven Abfalls
gibt es weltweit noch keine sichere Lösung und wird es wohl in naher
Zukunft auch nicht geben.
Wir, die Anti-Atom- und Friedensbewegung, möchten gemeinsam
darauf hinweisen: Die Nutzung der Atomenergie gefährdet den Frieden in
der Welt. Denn durch Atomkraftwerke und Urananreicherungsanlagen nimmt
die Gefahr der Ausbreitung von Atomwaffen zu. Solange Atomwaffen
existieren, bestehen die Gefahr und der Anreiz zu ihrer weiteren
Verbreitung. Jede Nutzung von Atomkraft bietet die Grundlage, das
hergestellte Material in waffenfähiges umzuwandeln. Deshalb ist die
Exportförderung der deutschen Atomreaktoren ein Beitrag zum Bau von
neuen Atomwaffen. Ausstieg aus der Atomkraft ist darum unser Ziel.
Laut Schätzungen lagern derzeit 22 600 Kernwaffen in den
weltweiten Arsenalen. Durch das neue NATO-Konzept wird weiterhin der
Ersteinsatz von Atomwaffen angedroht. Vor allem die Atommächte müssen
mit der Abrüstung beginnen. Gleichzeitig können atomwaffenfreie Zonen,
z.B. im Nahen und Mittleren Osten, geeignete Schritte auf dem Weg zu
einer atomwaffenfreien Welt sein. Als deutschen Beitrag zur atomaren
Abrüstung fordern wir den Abzug der US-Atomwaffen aus Büchel und die
Beendigung der nuklearen Teilhabe im Rahmen der NATO.
Durch solche Schritte gäbe es die Chance, die Welt friedlicher
und menschlicher zu gestalten. Allein die USA geben jedes Jahr über 50
Milliarden Dollar für die Wartung ihrer Atomwaffen aus. Welch
gigantische Summe könnte für den Kampf gegen Hunger, Trinkwassermangel,
Armut und vermeidbare Krankheiten bereitgestellt werden!
Wir fordern, dass weltweit alle Atomkraftwerke abgeschaltet und alle Atomwaffen abgeschafft werden.
Ablauf:
ab 11.30 Uhr Treffen vor der Vattenfall-Zentrale (U-Bahn: Naturkundemuseum)
12.00 Uhr Auftaktkundgebung vor der Vattenfall-Zentrale
Ostermarsch von der Vattenfall-Zentrale zum Potsdamer Platz
ab ca. 14.00 Uhr Abschlusskundgebung auf dem Potsdamer Platz
Infos bei NaturFreunde Berlin, Uwe (0176-62015902) oder
hiksch@naturfreunde.de
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Bundesausschusses Friedensratschlag: Flugverbotszone bedeutet Krieg – Hände weg von Libyen!
Appell aus der Friedensbewegung: Kein Öl ins Feuer gießen!
Flugverbotszone bedeutet Krieg – Hände weg von Libyen! Pressemitteilung des Bundesausschusses Friedensratschlag
* NATO-Planungen zur Libyen-Invasion beenden
* Deutsche Kriegsschiffe abziehen
* Humanitäre Hilfe muss zivile Hilfe sein
* Für Waffenruhe und Verhandlungslösung
Kassel/Berlin, 8. März 2011 – Zum Bürgerkrieg in Libyen und den
militärischen Drohung aus dem Ausland erklärten die Sprecher des
Bundesausschusses Friedensratschlag in Kassel in einer Stellungnahme:
Die brutale Niederschlagung anfangs friedlicher Demonstrationen vor
allem in den östlichen Teilen Libyens durch Sicherheitskräfte des
Gaddafi-Regimes hat zu einer raschen Militarisierung des Konflikts
seitens der Aufständischen und somit insgesamt zu einer gefährlichen
Eskalation der Gewalt geführt, sodass sich das ölreichste Land Afrikas
am Beginn eines blutig ausgetragenen Bürgerkrieges befindet.
Insbesondere Berichte über den Einsatz der libyschen Luftwaffe gegen die
Zivilbevölkerung ließen zahlreiche Rufe nach der Einrichtung einer
Flugverbotszone über Libyen laut werden. Ganz abgesehen davon, dass es
dafür bisher keine überprüfbaren Beweise gibt (US-Verteidigungsminister
Gates sagte, dass das Pentagon keine Bestätigung dafür habe, dass
Revolutionsführer Gaddafi seine Bevölkerung tatsächlich aus der Luft
habe beschießen lassen; er habe das bisher nur Presseberichten
entnommen), warnen wir entschieden davor, diese Option weiter zu
verfolgen. Und zwar aus zwei Gründen:
1. Die Einrichtung einer Flugverbotszone („No-Fly-Zone“) stellt
eine Kriegshandlung dar, die in einem laufenden Konflikt eindeutig
Partei ergreift. Die eingreifende Seite muss in der Lage sein, sämtliche
Militärflugzeuge abzufangen. Die libysche Luftwaffe verfügt nominell
über 374 Kampfflugzeuge auf 13 Stützpunkten. Notwendig wäre zudem die
Ausschaltung der libyschen Flugabwehr, was mit beträchtlichen
„Kollateralschäden“ verbunden sein dürfte. Auch wenn sich die
diesbezüglichen NATO-Planungen noch in einem Anfangsstadium befinden
sollten, haben sie schon jetzt dazu beigetragen, den Konflikt weiter
anzuheizen. Das Gaddafi-Regime kann sich dadurch zum Verteidiger der
nationalen Ölinteressen aufspielen und der „Nationalrat“ der Opposition
sieht keine Veranlassung zurückzustecken, weil er sich in der Hoffnung
wähnt, die NATO käme ihm aus der Luft zur Hilfe.
2. Die Folgen einer „No-Fly-Zone“ für die arabische Welt und die
südlich angrenzenden Staaten sind unkalkulierbar. Denn die Geschichte
der Einrichtung von „No-Fly-Zones“ über dem Irak und in
Bosnien-Herzegowina hat gezeigt, dass es damit nicht getan war. In
beiden Fällen folgte der Einsatz von Bodentruppen. Auch für Libyen lässt
sich dies nicht ausschließen. Die Folge wäre hier ein NATO-Krieg gegen
die Metropole Tripolis. Die Agglomeration der libyschen Hauptstadt
beherbergt etwa ein Drittel der rund sechs Millionen Einwohner Libyens.
Angesichts dieser blutigen Aussichten sollten sich derartige
Gedankengänge von vornherein verbieten.
Gegenwärtig deutet vieles auf einen zähen und langwierigen
Bürgerkrieg hin. Beide Seiten beanspruchen für sich jeweils für das
ganze Land zu sprechen, aber keine Seite kann der anderen einen
entscheidenden Schlag versetzen. Die Folgen eines Bürgerkrieges wären
hohe Opferzahlen und ein Anstieg der Flüchtlingsströme bei zunehmender
Schwächung der Wirtschaft und einer Beeinträchtigung der
Versorgungslage. Dies würde zu einer Destabilisierung einer sich im
Umbruch befindenden arabischen Welt beitragen und hätte darüber hinaus
unübersehbare Auswirkungen auf die Weltwirtschaft.
Jedes militärische Eingreifen von außen würde zusätzliches Öl ins
Feuer gießen. Interventionsplanspielen der NATO oder der EU muss
entschieden entgegen getreten werden. Wir erachten es für dringend
notwendig, dass sich neutrale Vermittler finden, die sich unverzüglich
um Verhandlungen mit den Konfliktparteien bemühen. Erstes Ziel muss eine
Waffenruhe sein. Es ist uns unverständlich, weshalb der kürzlich vom
venezolanischen Präsidenten Hugo Chávez entworfene Friedensplan, der auf
die Zustimmung Gaddafis traf, vom Westen übergangen wurde. Solange in
den USA und in der EU einseitig auf den Sturz Gaddafis gesetzt wird,
rückt eine Lösung des Konflikts in weite Ferne.
Für verfehlt halten wir den Einsatz der deutschen Luftwaffe in und
der Marine vor Libyen. Der Flug von zwei Transall-Transportmaschinen der
Bundeswehr in die libysche Wüste am 26. Februar war nicht nur
überflüssig, sondern auch völkerrechtswidrig. Zuvor war übereinstimmend
berichtet worden, dass die Lage an den Ölförderstätten der BASF-Tochter
Wintershall in der Wüste bei Nafoora (ca. 400 km südöstlich von Bengasi
in der Cyrenaika gelegen) „ruhig“ gewesen sei. Die Anlage sei
heruntergefahren worden, und lediglich wenige Wachleute seien
zurückgeblieben. Weshalb dann trotzdem die Bundeswehr-Maschinen, von
bewaffneten Fallschirmjägern der Bundeswehr begleitet, ohne Genehmigung
in den libyschen Luftraum eindringen „mussten“, konnte von der
Bundesregierung nicht plausibel begründet werden. Für Leib und Leben der
132 Ausländer, darunter 22 Deutsche, die nach Kreta ausgeflogen wurden,
hatte offensichtlich keine Gefahr bestanden. „Gefahr im Verzug“ konnte
also nicht geltend gemacht werden. Internationales Recht wurde
gebrochen, weil die Bundeswehr unbefugt in fremden Luftraum eingedrungen
ist. Weil es sich hier um einen bewaffneten Einsatz der Bundeswehr
handelte, hätte der Bundestag zuvor zustimmen müssen. Eine nachträgliche
Zustimmung, wie sie das „Parlamentsbeteiligungsgesetz“ im Falle der
„Gefahr im Verzug“ vorsieht, greift hier nicht – und ist im Übrigen
bislang auch nicht beantragt worden.
Für verfehlt halten wir auch den Einsatz von zwei Fregatten und einem
Einsatzgruppenversorger, um 400 Flüchtlinge von Tunesien nach Ägypten
zu transportieren. Die Kriegsschiffe sind für den Personentransport nur
unzureichend ausgestattet. Warum müssen es überhaupt Kriegsschiffe sein?
China beispielsweise hat für die Evakuierung ihrer 36.000 Landsleute
griechische Fähren gechartert und zivile Flugzeuge genutzt. Zivile
Flugzeuge hätten es für Deutschland auch getan, zumal dann die
Flüchtlinge nicht drei Tage, sondern nur wenige Stunden unterwegs
gewesen wären.
Wir bewerten den unsachgemäßen Einsatz militärischer Mittel als
Versuch, humanitäre Hilfe zu militarisieren, d.h. militärische Maßnahmen
als „alternativlos“ darzustellen und damit zu legitimieren. Nicht nur
in diesem Fall wären ausschließlich zivile Hilfsmaßnahmen zu Gunsten der
Flüchtlinge effektiver und kostengünstiger gewesen.
Der Bundesausschuss Friedensratschlag appelliert an die
Bundesregierung, sowohl in der NATO und in der EU als auch im
UN-Sicherheitsrat allen Bestrebungen entgegen zu treten, die ein
militärisches Eingreifen in Libyen zum Ziel hätten. Was die Bevölkerung
in Libyen am dringendsten braucht, sind ein Waffenstillstand und
internationale Bemühungen – vor allem von Seiten der Afrikanischen Union
– um eine neutrale Vermittlung zwischen den Konfliktparteien.
Für den Bundesausschuss Friedensratschlag:
Lühr Henken, (Berlin)
Peter Strutynski (Kassel)
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DFG-VK: Libyen: Drohungen tragen nicht zur Deeskalation bei!
Libyen: Drohungen tragen nicht zur Deeskalation bei!
Monty Schädel: „Wer mit doppelten Standards misst macht sich unglaubwürdig und die Welt nicht friedlicher!“
Vor
dem Hintergrund zunehmender Kriegsrhetorik fordert Monty Schädel,
Bundessprecher der Deutschen Friedensgesellschaft-Vereinigte
KriegsdienstgegnerInnen (DFG-VK), die Besinnung der Politik zur
Diplomatie und humanitärer Hilfe.
Schädel warnt vor einer weiteren Eskalation des Konfliktes in Libyen
durch die von NATO-Militärs und -Politiker laut vorgebrachten Gedanken
einer mögliche militärischen Intervention in dem nordafrikanischen Land.
„Wer von Überwachung fremden Luftraums oder Flugverbotszonen über
fremden Territoriums spricht, muss dieses in der Folge auch umsetzen,
was unweigerlich zu einer weiteren Eskalation der Situation beiträgt.“
Solche Verlautbarungen müssten als Drohung verstanden werden und trügen
nicht zu einer Deeskalation bei. Anstelle einen weiteren Krieg verbal
und durch Truppenkonzentrationen direkt vorzubereiten, sollten die
reichen Länder ihre zivile humanitäre Verantwortung wahrnehmen.
Monty Schädel: „Für humanitäre Hilfe und Deeskalation werden keine
Soldaten und Waffen benötigt! Die stören dabei nur!“ Flüchtlingen
bräuchten in dem Krisengebieten Unterstützung und auch in Westeuropa
Asyl. Um sofort zu helfen könnte die EU den Deserteuren aus den
Kriegsgebieten Asyl gewähren und auch andere Flüchtlingen aus den
arabischen Ländern die Grenzen öffnen.
Das es den westlichen Ländern in Nordamerika und der EU
offensichtlich aber nicht um humanitäre Hilfe für bedrohte Zivilisten
geht, macht das Versagen bei der zivil möglichen Unterstützung für die
Flüchtlinge in Nordafrika deutlich. „Während in kürzester Zeit
Kriegsmaterial in die Krisenregion verbracht, Flüchtlinge in Richtung EU
auf dem Mittelmeer abgefangen sowie Grenzen mit Millionenaufwand dicht
gemacht werden können, fehlt es an anderer Stelle an Trinkwasser,
Zelten, Lebensmitteln zu einem Bruchteil der anderen Kosten.“
Als „heuchlerisch“ bezeichnete der Friedensaktivist die Betonung
westlicher Politiker, Zivilisten mit ihrem Handeln schützen zu wollen.
Das Militärbündnis NATO sei für Friedenslösung völlig ungeeignet. Monty
Schädel wies darauf hin, welchen Entwicklung die angeblich militärisch
notwendige Durchsetzung von Menschenrechten durch die NATO-Länder in
anderen Teilen der Welt genommen hat. „Trotz jahrelanger Besatzung des
Iraks gibt es in dem Land eine schier unerschöpfliche Flut von
Kriegsmaterial aus den Rüstungsschmieden der NATO-Länder und sich damit
bekriegenden Einheiten. Im zehnten Jahr des Krieges gegen Afghanistan
mit mehr als 100.000 Besatzungssoldaten ist die dortige Gesellschaft
keinen Schritt näher an eine friedliche Zukunft gekommen.“
Auf die Ermordung von acht Kindern durch NATO-Beschuss in Afghanistan
bezugnehmend erklärte der DFG-VK-Bundessprecher: „Wer in Afghanistan
seit 10 Jahren fast täglich Zivilisten mit Raketen und Bomben aus
Kampfflugzeuge und Hubschraubern ermordet, sollte sich nicht als
Friedenskraft oder Wächter von Menschenrechten präsentieren. Wer mit
doppelten Standards misst macht sich unglaubwürdig und die Welt nicht
friedlicher!“
Der Konflikt in Libyen kann nach Ansicht des Friedenspolitikers nur
unter neutraler Vermittlung, durch Verhandlungen der Konfliktparteien
miteinander, ohne die Einmischung oder Drohung von außen gelöst werden.
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Aktionsberatung anlässlich der Regierungskonferenz zu Afghanistan („Petersberg II“)
Einladung
zur Aktionsberatung anlässlich der Regierungskonferenz zu Afghanistan („Petersberg II“) im November 2011 in Bonn
am Sonntag, 27. März 2011 von 11-17 Uhr
im DGB-Haus Bonn, Endenicher Str. 127, Erdgeschoss, großer Saal*
Liebe Freundinnen und Freunde,
liebe Kolleginnen und Kollegen,
Die
Bundesregierung wird in der zweiten Novemberhälfte Gastgeber einer
weiteren (nach London) Internationalen Afghanistankonferenz sein – nach
10 Jahren Krieg in Afghanistan ein „Petersberg II“.
Unser Beratungstreffen soll dazu dienen, ein Protestszenario in Bonn
abzustimmen und Absprachen für koordinierte Aktionen zu treffen.
Diese Einladung folgt nach einem ersten Ideenaustausch auf regionaler
Ebene. Auch auf der Afghanistankonferenz von entwicklungspolitischen
NGOs und Friedensorganisationen (am 19./20.02. in Hannover) ist die
Notwendigkeit koordinierter Aktionen im November zur Sprache gekommen.
Die „Internationale Konferenz“ findet im ehemaligen Bonner
Regierungsviertel (linksrheinisch) und/oder auf dem Petersberg (bei
Königswinter auf der rechten Rheinseite) statt. Die Bundesregierung, die
NATO und Präsident Karzai werden die Bonner Konferenz als dem zivilen
Aufbau gewidmet darstellen und Hilfsorganisationen noch stärker in die
„zivil-militärische Zusammenarbeit“ einbinden wollen.
Wir denken, dass Antikriegs- und Friedensbewegung, NGOs und in
Afghanistan tätige Hilfsorganisationen, die globalisierungskritische
Bewegung, christliche Gruppierungen („Nichts ist gut in Afghanistan!“),
Gewerkschaften und oppositionelle Parteien zu diesem Anlass gefordert
sind, gegen den fortdauernden Krieg in Afghanistan auf die Straße zu
gehen und auch zivile Alternativen für das Engagement in Afghanistan
aufzuzeigen und zu verlangen.
Wir stellen uns vor, dass ein politisch breites Bündnis mit
abgesprochenen Aktivitäten von Mahnwachen, Demonstrationen,
Alternativen-Kongress, phantasievollen und künstlerischen Aktivitäten
sowie Aktionen Zivilen Ungehorsams die regierungsamtlichen Lügen zum
Afghanistankrieg wirksam konterkarieren, an Massaker und die zivilen
Opfer, Folter und gezielte Tötungen erinnern und die kontraproduktive
Gängelung der Hilfsorganisationen im Korsett der zivilmilitärischen
Zusammenarbeit deutlich machen kann.
Dazu wünschen wir uns am 27. März 2011 bei unserem Treffen eine konstruktive Beratung.
Mit engagierten Grüßen,
Reiner Braun (IALANA), Markus Gross (Bundeswehr wegtreten),
Werner Rätz (Attac Deutschland), Monty Schädel (DFG-VK), Reiner Schmidt
(Interventionistische Linke) und Mani Stenner (Netzwerk
Friedenskooperative).
* Anreise: Zu Fuß ab Bonn Hbf Vorderausgang links, Unterführung auf
die andere Seite der Bahngleise, geradeaus an den Gleisen durch die
Herwarthstrasse in die Endenicherstraße (insg. gut 10 Min.), DGB auf der
linken Seite.
Ab Busbahnhof (schräg rechts gegenüber Hbf) mit Buslinien 608, 609, 610,
611 und 843 (Richtung Endenich/Hardtberg/Duisdorf o.ä.) drei Haltestellen bis Karlstraße/DGB-Haus.
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BICC-Index analysiert Militarisierung weltweit: Naher und Mittlerer Osten in Spitzenposition
Presseerklärung, 28. Februar 2011
Am Montag, den 28. Februar 2011, veröffentlicht das BICC
(Internationales Konversionszentrum Bonn – Bonn International Center for
Conversion) den Globalen Militarisierungsindex (GMI) 2011 (http://www.bicc.de/our-work/gmi.html).
Der GMI untersucht die Militarisierungsgrade weltweit und dokumentiert
die Entwicklung seit 1990. Die Studie dient der Bewertung der
Entwicklungsorientierung von Staaten und der Analyse der regionalen
Militarisierung. Der GMI 2011 zeigt auf, dass der Nahe und Mittlere
Osten am höchsten militarisiert sind.
Die Forschungsergebnisse des BICC stellen nicht nur dar, wie viele
Mittel in das Militär eines Staates fließen. Sie definieren den
Militarisierungsgrad eines Landes auch dadurch, wie sich die staatliche
Mittelverteilung an das Militär zum Bruttoinlandsprodukt oder zu anderen
gesellschaftlichen Bereichen wie z.B. der medizinischen Versorgung
verhält. „Unsere Forschung kann die Politik bei der Bewertung von
regionalen Entwicklungen unterstützen und dazu beitragen politische
Entscheidungen – etwa im Bereich der Entwicklungszusammenarbeit oder des
Rüstungsexports – zu treffen“, hofft Peter J. Croll.
Naher und Mittlerer Osten am höchsten militarisiert
Im Jahr 2009 (das letzte Jahr, für das aktuelle Daten
vorlagen)belegen Israel (865 Punkte), Singapur (843 Punkte), Syrien (796
Punkte), Jordanien (779 Punkte), Russland (777 Punkte), Südkorea (748
Punkte), Zypern (738 Punkte), Griechenland (736 Punkte), Kuwait (736
Punkte) und Weißrussland (731 Punkte) die ersten zehn Plätze des GMI.
„Dass mit Israel, Syrien, Jordanien und Kuwait vier Länder des Nahen
und Mittleren Ostens an der Spitze der Top 10 stehen, verweist auf die
hohe Militarisierung dieser konfliktreichen Region, die zu ihrer
weiteren Instabilität beiträgt“, stellt Jan Grebe, Projektleiter am
BICC, dar. Weitere sieben Länder der Region und Nordafrikas befinden
sich 2009 unter den ersten 20 Ländern mit den höchsten
Militarisierungsgraden: Libyen (Platz 12), Oman (Platz 13), Bahrain
(Platz 14), Saudi Arabien (Platz 15), Vereinigte Arabische Emirate
(Platz 16), Irak (Platz 17) und Algerien (Platz 18). Die konstant hohe
Militarisierung nicht nur Israels, sondern auch anderer Länder der
Region kann nicht nur auf gegenseitige Bedrohungsperzeptionen
zurückgeführt werden. Sie verweist vielmehr auch auf die immense
politische Rolle des Militärs, das in den gesellschaftlichen Ver&
auml;nderungen Arabiens eine entscheidende Rolle spielen wird. „Dies
sollte die Politik generell bei Fragen der internationalen
Zusammenarbeit – und erst recht beim Rüstungsexport oder der
Militärhilfe – verstärkt im Auge behalten“, fordert Jan Grebe.
Militarisierung in anderen Weltregionen
In den einzelnen Regionen lassen sich verschiedene Entwicklungen der
Militarisierung beobachten. In Europa existiert ein deutliches Gefälle.
Weißrussland (2009: Platz 10), Bulgarien (2009: Platz 19) und die
Ukraine (2009: Platz 25) etwa weisen hohe Militarisierungsgrade auf.
Griechenland (1990: Rang 10, 2000: Rang 10, 2009: Rang 8 ) und Zypern
(1990: Platz 3, 2000: Platz 5, 2009: Platz 7) halten sich sogar seit
1990 konstant unter den Top 10. Athen wendet seit Jahren gemessen am BIP
die höchsten finanziellen Ressourcen für sein Militär innerhalb Europas
und auch der EU auf. Treibende Faktoren hierfür könnten die Zypernfrage
und darüber hinaus ganz allgemein der andauernde Konflikt mit dem
Nachbarland und NATO-Partner Türkei (2009: Rang 24) sein, der in
Griechenland bestimmte Bedrohungsperzeptionen auslöst. Diese hohen
Militärausgaben, die in der Vergangenheit auch für umfangreiche
Rüstungsgeschäfte verwendet wurden, könnten eine der Ursachen der
Wirtschafts- und Finanzkrise sein. „Es wird sich zeigen, ob der harte
Sparkurs der griechischen Regierung, der von der Europäischen Union und
dem Internationalen Währungsfonds bestimmt wurde, sich in den ko mmenden
Jahren auf den Militarisierungsgrad des Landes auswirkt“, konstatiert
Grebe.
Der Militarisierungsgrad Deutschlands ist seit der Wiedervereinigung
1991 mehr oder weniger gleichmäßig von Platz 36 auf Platz 86 im Jahr
2007 gesunken. 2009 lag er mit Platz 81 im Weltmaßstab weiterhin im
mittleren Bereich.
Selbst zwanzig Jahre nach Ende der Blockkonfrontation wird deutlich,
dass Russland (2009: Rang 5) im Verhältnis zur Gesellschaft mehr
Ressourcen für den Militärsektor aufwendet als die USA (2009: Rang 35),
auch wenn das absolute Verteidigungsbudget der USA deutlich höher ist
als das Russlands. Was diese Zahl angeht, liegen die USA mit 663
Milliarden US-Dollar und einem Anteil von 43 Prozent der globalen
Rüstungsausgaben nach wie vor an der Weltspitze.
In Lateinamerika sind vor dem Hintergrund des drohenden
Rüstungswettlaufs und vieler ungelöster (Grenz-)Konflikte über Jahre
hinweg vergleichsweise hohe Militarisierungsgrade zu beobachten. Die
asiatische Region hingegen weist eine hohe Heterogenität der
Militarisierungsgrade auf. Einerseits droht die Rivalität zwischen China
und Indien um regionalen Einfluss die Militarisierungsgrade beider
Länder ansteigen zu lassen. Andererseits sind Konfliktländer wie Sri
Lanka, Thailand oder Indonesien sehr unterschiedlich militarisiert.
Deutliche Zuwächse in den Militärausgaben sind bei Schwellenländern
und Ländern mit besonders großem Wirtschaftswachstum erkennbar. Hohe
Wachstumsraten brachten dort umfangreiche finanzielle Ressourcen hervor,
die auch im Militärsektor investiert wurden. Die Militärausgaben
Brasiliens sind zwischen 2000 und 2009 um 38 Prozent, Indiens um 67
Prozent und Chinas um 216 Prozent gestiegen. Ein Teil dieser Ausgaben
floss in umfassende Modernisierungsprogramme der jeweiligen
Streitkräfte. Dennoch haben sich sowohl der Anteil der Militärausgaben
am BIP als auch die Gesundheitsausgaben sich in diesen Staaten nur
geringfügig verändert. Bei Brasilien (1990: Platz 66, 2000; Platz 79,
2009: Platz 76) liegt die Militarisierung bei tendenziell leichtem
Rückgang konstant im mittleren Bereich, bei Indien (1990: Platz 79,
2000; Platz 87, 2009: Platz 79) mit Tendenz zum Anstieg. Chinas Bild
(1990: Platz 67, 2000; Platz 94, 2009: Platz 88) ähnelt dem Brasiliens.
„So gelingt es diesen Ländern die gesellschaftliche Entwicklung
insgesamt deutlich zu forcieren“, fasst Croll zusammen.
Höchste und niedrigste Militarisierungsgrade: eine differenzierte Betrachtung ist notwendig
In Afrika südlich der Sahara ist in vielen Postkonfliktländern ein
leichter Rückgang unter dem Einfluss von Entwaffnungs-,
Demobilisierungs- und Reintegrationsprozessen (DD&R) zu verzeichnen.
Generell ist dort eher ein niedriger Militarisierungsgrad zu
beobachten. Ausnahmen bilden Angola (2009: Rang 31), Mauretanien (2009:
Rang 36), Dschibuti (2009: Rang 40), der Tschad (2009: Rang 57) und
Namibia (2009: Rang 59).
Es scheint auf den ersten Blick paradox, dass viele afrikanische
Länder wie etwa Madagaskar (Bewaffneter Konflikt seit 2002, 2009: Platz
133), Demokratische Republik Kongo (Kriegsbeginn Ost-Kongo 2005, 2009:
Platz 112), Zentralafrikanische Republik (Kriegsbeginn 2006, 2009: Platz
116) und Nigeria (Bewaffneter Konflikt seit 2004, 2009: Platz 135) zwar
von bewaffneten Auseinandersetzungen betroffen waren bzw. sind, dabei
jedoch niedrige Militarisierungsgrade aufweisen.
„Ein nur schwach oder gar nicht funktionierender Sicherheitssektor
kann Gewalt und Konflikte, die die Bevölkerung und deren Entwicklung
nachhaltig beeinträchtigen, nicht verhindern“, erklärt Jan Grebe. Die
Folge sind häufig fragile und schwache Staaten, in denen sich
wirtschaftliches Wachstum und Entwicklung nicht entfalten können. Unter
den 40 Staaten mit den niedrigsten Militarisierungsgraden befinden sich
elf Staaten, die laut dem Failed State Index zur Kategorie der am
wenigsten stabilen Staaten gehören. Betrachtet man zusätzlich noch die
Kategorie, in der jene Staaten gelistet sind, deren Stabilität gefährdet
ist, wird deutlich, dass 30 der 40 Länder mit dem niedrigsten
Militarisierungsgrad deutliche Merkmale schwacher und fragiler
Staatlichkeit aufweisen.
„Um die notwendige differenzierte Einschätzung von
Militarisierungsgraden zu erreichen, bietet der GMI – besonders in
Verbindung mit anderen Indices wie dem Human Development Index oder dem
Global Peace Index eine fundierte Datenbasis“, unterstreicht Peter J.
Croll.
Der GMI stützt sich u.a. auf Zahlen des Stockholmer
Friedensforschungsinstitut SIPRI, des Internationalen Währungsfonds
(IWF), der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und des BICC. Das Ranking
zeigt die Militarisierung von 161 Staaten seit 1990. Er wird jährlich
durch das BICC aktualisiert. Der GMI des BICC wird durch das
Bundesministerium für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung
(BMZ) gefördert.
Occasional Paper VII / Forschungsbericht „Der Globale
Militarisierungsindex (GMI) – Der Nutzen des GMI zur Bewertung der
Entwicklungsorientierung von Staaten und regionaler Militarisierung“
(pdf, German):
http://www.bicc.de/uploads/pdf/publications/papers/occ_paper_07/occasional_paper_VII_02_11_deu.pdf
Occasional Paper VII „The Global Militarization Index (GMI) – A tool
for evaluating development orientation of states as well as regional
developments” (pdf, English):
http://www.bicc.de/uploads/pdf/publications/papers/occ_paper_07/occasional_paper_VII_02_11_eng.pdf
Ranking table: http://www.bicc.de/our-work/gmi-table.html
GMI Worldmap (pdf):
http://www.bicc.de/uploads/gmi/pdf/gmi-map-2011.pdf
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AStA kritisiert die Einrichtung des dualen Studiengangs ISEE
„AStA kritisiert die Einrichtung des dualen Studiengangs ISEE“
Kooperation mit Rüstungsfirmen / Einführung des Bezahlstudiums
Der Hochschulpolitische Referent des AStA, Alexander G. Keckel,
verurteilt die Entscheidung des AS: „Die Firmen mit denen eine
Kooperation angedacht ist, sind größtenteils solche Unternehmen die
Profite mit der Entwicklung und Produktion von Kriegsgeräten machen.
Auch wenn die Hochschule versichert, dass Studierende nicht direkt an
Rüstungsprojekten beteiligt sein werden – es bleiben Unternehmen die
mit dem Leid und dem Töten von Menschen Geld verdienen. Man kann die
Augen verschließen – aber die Verantwortung dafür müssen alle
Beteiligten tragen.“
Marc Renken, 2. AStA Vorsitzender, sieht darüber hinaus in der
Struktur des Studiengangs ein Problem. „Hier werden indirekt
Studiengebühren eingeführt. Neben dem dualen, kostenpflichtigen
Studiengang gibt es noch
einen grundständigen Elektrotechnik Studiengang. Welcher von beiden die
bessere Ausstattung haben wird, ist klar. Es ist doch nur eine Frage der
Zeit bis duale Studiengänge die grundständigen und unterfinanzierten
Studiengänge ablösen. Die zu befürchtende Abhängigkeit von Sponsoren konterkariert doch die Freiheit von Lehre und Forschung.“
Hintergrund:
In der Sitzung des Akademischen Senats (AS) der Hochschule Bremen vom
25.01.11 wurde die Einführung des dualen Studiengangs ISSE
(Elektrotechnik – Elektronische Systeme B.Sc.) beschlossen. Dieser
Studiengang soll als berufsbegleitender Studiengang konstruiert werden,
der in Kooperation mit Unternehmen wie z.B. Atlas, Rheinmetall, OHB etc.
durchgeführt wird. Da dieser Studiengang durch die Kooperation
kostenneutral ist, kann die Hochschule ohne Mehrkosten die
Studierendenzahlen von ISEE auf den Hochschulpakt II anrechnen.
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Friedensorganisationen kritisieren „aktuelle Verdoppelung der Waffenexporte an das diktatorische Regime in Ägypten“
Gemeinsame Pressemitteilung
Deutsche Friedensgesellschaft – Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen (DFG-VK),
Kampagne gegen Rüstungsexport bei Ohne Rüstung Leben (ORL)
und RüstungsInformationsBüro (RIB e.V.)
vom 30. Januar 2011
Friedensorganisationen kritisieren „aktuelle Verdoppelung der Waffenexporte an das diktatorische Regime in Ägypten“
++ „Ägypten ist als Entwicklungsland bedeutendster Empfänger deutscher Waffen“ ++
++ Grässlin und Russmann fordern „sofortigen Rüstungsexportstopp für
Ägypten und alle anderen menschenrechtsverletzenden Staaten“ ++
Frankfurt / Freiburg / Stuttgart. In Ägypten ist seit dem Jahr 1981
die Notstandsgesetzgebung ununterbrochen in Kraft, die
Menschenrechtslage katastrophal.[#1] Mit der Waffengewalt staatlicher
Sicherheitskräfte, die selbst massiv an Menschenrechtsverletzungen
beteiligt waren und sind, konnte sich das diktatorische Regime in Kairo
drei Jahrzehnte lang an der Macht halten. Derzeit riskieren
Ägypterinnen und Ägyptern ihr Leben, indem sie ihren Protest gegen das
diktatorische Regime unter Hosni Mubarak öffentlich artikulieren.
Ägyptische Polizisten schießen auf weit überwiegend friedliche
Demonstranten, mehr als hundert Menschen sind bereits ums Leben
gekommen.
Bundesaußenminister Guido Westerwelle erklärte, „der Weg zur
Stabilität führt über die Wahrung der Menschen- und Bürgerrechte“.[#2]
Erklärungen wie diese „wirken heuchlerisch angesichts der Tatsache,
dass Deutschland zu den Hauptwaffenlieferanten der diktatorischen
Machthaber in Ägypten zählt“, sagte Jürgen Grässlin, Bundessprecher der
Deutschen Friedensgesellschaft – Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen
(DFG-VK) und Vorsitzender des RüstungsInformationsBüros (RIB e.V.). Der
Freiburger Rüstungsexperte warf der Bundesregierung vor, dass sie 2009
gegenüber dem Vorjahr „mehr als eine Verdoppelung der Lieferungen von
Waffen und Rüstungsgütern an Ägypten genehmigt“ habe. So sei der
Genehmigungswert von 33,6 Millionen Euro (2008) auf 77,5 Millionen Euro
(2009) „dramatisch gesteigert worden“.
„Die Einzelgenehmigungen für ‚Kleinwaffen’ sind aufgrund der hohen
Opferzahlen besonders folgenschwer“, so Jürgen Grässlin. Die für ihre
rücksichtslose Vorgehensweise bekannte ägyptische Polizei verfüge über
Maschinenpistolen des Typs MP5, entwickelt von Heckler & Koch in
Oberndorf. Allein im Jahr 2009 habe Ägypten weitere 884
Maschinenpistolen und Bestandteile im Wert von 866.037 Euro
erhalten.[#3]
„Die Machthaber in Kairo erhielten Teile für Panzer, gepanzerte
Fahrzeuge, militärische Landfahrzeuge und Kommunikationsausrüstung“,
erklärte Paul Russmann, Sprecher der Kampagne gegen Rüstungsexport bei
Ohne Rüstung Leben (ORL). Insgesamt sei „Ägypten mittlerweile sogar das
bedeutendste Empfängerland in der Liste der aus Deutschland
belieferten Entwicklungsländer“.
Die Gemeinsame Konferenz Kirche und Entwicklung (GKKE) stufte
Ägypten in ihrem Rüstungsexportbericht 2009 als „problematisches“
Empfängerland ein. Die dortige Menschenrechtssituation sei laut Bericht
der beiden großen christlichen Kirchen „sehr schlecht“, die Gefahr der
Unverträglichkeit von Rüstung und Entwicklung sei „groß“.[#4]
„Angesichts der katastrophalen Menschenrechtslage hätte Ägypten unter
Diktator Mubarak niemals Waffen aus Deutschland und anderen Ländern
erhalten dürfen“, erklärte ORL-Sprecher Paul Russmann.
Grässlin und Russmann forderten die Bundesregierung auf, „mit
sofortiger Wirkung einen Rüstungsexportstopp gegenüber Ägypten und
allen anderen menschenrechtsverletzenden Staaten zu verhängen“.
Kontakt:
Jürgen Grässlin, Freiburg, Tel.: 0761-76 78 208, j.graesslin@gmx.de
Paul Russmann, Stuttgart, Tel.: 0176-28 04 45 23, orl-russmann@gaia.de
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Jubeldemo für mehr Krieg
von Heinz Eckel, veröffentlicht bei indymedia:
Einen
Tag vor der Bundestagsabstimmung über die erneute Verlängerung des
Afghanistan-Mandats der Bundeswehr forderte eine bunte Truppe in Berlin
mehr Geld, mehr Soldaten, mehr Blut, mehr Tote und noch mehr Krieg vom
unwilligen Volk und von der sehr willigen Regierung. Wirtschaft und
Aufschwung sollten durch mehr Investitionen in die Rüstungsindustrie
(beispielsweise die Produktion von Streubomben, an der die deutsche
Wirtschaft und die Banken und Versicherungen schon jetzt prächtig
verdienen) weiter in Schwung gebracht, Andersdenkende könnten am
Hindukusch entsorgt werden.
In einem unterhaltsamen Begleitprogramm des Zugs, der vom
Alexanderplatz zum Brandenburger Tor zog, gaben sich u.a.
Bundesverteidigungsminister zu Guttenberg (der sich hier auch ganz
offiziell Kriegsminister nannte), ein rekrutenwerbender Jugendoffizier
der Bundeswehr, unsere Steffi (gleichfalls zu Guttenberg), Johannes
W(ehrmacht) Kerner, eine singende Soldatenmutter und ein Pfarrer ein
Stelldichein. Während der Pfarrer alles absegnete, trottete eine
Schafsherde hinter den Anführern hinterher und wusste nichts als “Mäh”
zu sagen. Die Soldatenmutter erfreute die nachfolgenden Patrioten mit
bewährtem deutschem Liedgut (”Junge, komm bald wieder”, “Lilly
Marleen”), Kriegerwitwen und halbtote Soldaten (im Rollstuhl und auf
Krücken) taten ihre Begeisterung für den immerwährenden Krieg kund. Auch
jugendliche SoldatInnen waren in ihrem Kriegsenthusiasmus und -geschrei
kaum noch zu bremsen, während sich Pharmaindustrie (Antidepressiva für
Kriegsheimkehrer!) und deutsche Wirtschaft schon für neue Aufgaben
rüsten. Alles in allem ein bedeutendes Signal für den wirtschaftlichen
Aufschwung, dauert der Krieg am Hindukusch doch gerade erst mal 10 Jahre
– und die Zustimmung des deutschen Bundestags zur Mandatsverlängerung
ist quer durch die Reihen von CDU/CSU, FDP, SPD und Grünen weiterhin
gewiss…Und damit dem Krieg auch wirklich nicht die Puste ausgeht, wurden
am Rande der Demo auch noch “Kriegsanleihen” und die Forderungen der
Kriegsbefürworter verteilt – darin heißt es:
Wir sichern unsere Weltmacht!!!
Wir sind ein verlässlicher Partner beim Aufbau einer neuen Welt nach unseren Vorstellungen!
Ein Grund zum Jubeln!!!
Wir haben es endlich geschafft! Die Deutsche Bundeswehrmacht ist die
mächtigste Friedensbewegung der Republik, der potenteste Arbeitgeber mit
Aufstiegschancen bis 2 m unter die Erde und auf dem Weg zum größten
Reiseveranstalter mit Abenteuerbonus!
Ihre Truppen sorgen in aller Welt für unseren Wohlstand! In Afghanistan vor allem. Große Aufgaben liegen noch vor ihr.
Codewort: Roter Mohn
Menschen dieses Landes, beteiligt euch an der Aufgabe wahrhaft nationaler Größe und fordert mit uns:
Gemeinsam erneuern wir die Welt und sichern unsere Rohstoffe – überall
Computer für alle! Wir holen uns das Lithium da, wo es wächst.
Deutsche Bundeswehrmacht – starker Partner der Industrie
Wir sichern Ihrem Kind einen Platz auf dem Bundeswehrehrenmal.
Wem der Hindukusch zu weit ist, der kann auch hier ins Gras beißen.
Statt sozialer Hängematte Dienst am Vaterland in Kundus.
Blühende Landschaften in Afghanistan. Der Mohnanbau bringt Farbe ins triste Leben.
Gegen den Hunger der Kinder und für die Sicherheit unserer Soldaten verteilen wir Äpfel auf den Minenfeldern in Afghanistan!
Für Nachhaltigkeit: Wir kennen kein Pardon! Aus Kindern werden neue Taliban!
70% meiner Rente für neue Offizierspatente!
Nationale Aufgabe der DHL (Deutsche Heeres-Logistik): Störungsfreie
Militärtransporte nach Afghanistan… und Päckchen, Päckchen, Päckchen für
unsere Soldaten!
Den Artikel findet Ihr hier
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Afghanistan-Krieg: Abgeordnete sollen NEIN sagen: 7 Gründe gegen die Verlängerung des Bundeswehreinsatzes
Pressemitteilung des Bundesausschusses Friedensratschlag
Kassel,
26. Januar 2011 – Zwei Tage vor der Abstimmung im Deutschen Bundestag
über die Verlängerung des Bundeswehreinsatzes in Afghanistan haben viele
Gruppen und Organisationen der Friedensbewegung in Briefen und Eingaben
sowie mit Sprechstundenbesuchen bei Bundestagsabgeordneten gefordert,
Nein zum Krieg zu sagen. In einigen Städten haben auch Aktionen (von
Mahnwachen bis zu Kundgebungen) stattgefunden und werden noch
stattfinden. Der Sprecher des Bundesausschusses Friedensratschlag fasste
die Erwägungsgründe gegen den Krieg noch einmal in sieben Punkten
zusammen.
1) Die Bundeswehr führt im Rahmen der NATO nun schon im zehnten Jahr
Krieg in Afghanistan. Die offiziellen “Kriegsziele” änderten sich im
Verlauf der Jahre ständig: Vom Kampf gegen den Terrorismus und der
Durchsetzung von Menschenrechten, insbesondere der Rechte von Frauen und
Mädchen, über die Einführung rechtsstaatlicher Verwaltungsstrukturen
und von Demokratie bis hin zum ökonomischen und sozialen (Wieder-)Aufbau
des Landes reichte die Palette der Gründe, in Afghanistan zu bleiben.
2) Keines dieser Kriegsziele wurde wirklich erreicht. Terroristische
Aktivitäten weltweit wurden nicht eingeschränkt, Menschen- und
Frauenrechte nicht erkämpft, die bisherigen Wahlen in Afghanistan
sprechen demokratischen Grundsätzen Hohn, von Wiederaufbau und
Entwicklung des Landes kann keine Rede sein. Das einzige, was heute
blüht in Afghanistan, sind der Mohnanbau und die Korruption.
3) Auch die Kriegsbilanz ist verheerend: Nach vorsichtigen
Schätzungen (USA und NATO geben keine Zahlen heraus) fielen dem Krieg
bisher mindestens 70.000 Menschen zum Opfer, der größere Teil davon
Zivilpersonen. Die NATO hat mehr als 2000 getötete Soldaten zu beklagen,
die Bundeswehr 45 Männer und Frauen. Die Wirtschaft des Landes liegt am
Boden, Landwirtschaft – der wichtigste Wirtschaftszweig des Landes –
ist wegen der Millionen von Minen nur sehr eingeschränkt möglich. Ein
großer Teil der internationalen Hilfsgelder versickert in den Taschen
der korrupten Regierung oder in den aufwändigen Apparaten unseriöser
Hilfsorganisationen. Die Selbstmordrate unter Frauen ist in den letzten
Jahren gestiegen, die Analphabeten-Quote ebenfalls und die
Arbeitslosigkeit unter Jugendlichen beträgt mittlerweile knapp 50
Prozent.
5) Weder die NATO noch die Bundesregierung haben bisher die wahren
Gründe für ihren aussichtslosen Krieg in Afghanistan genannt. Alle Welt
weiß aber, dass es um Rohstoffe, um Pipelines für das zentralasiatische
Öl und Erdgas sowie um geostrategische Positionen im Kampf um die
Weltmacht geht. Originalton Guttenberg: „Die Sicherung der Handelswege
und der Rohstoffquellen sind ohne Zweifel unter militärischen und
globalstrategischen Gesichtspunkten zu betrachten“. (In einer Rede am 9.
Nov. 2010 in Berlin.)
6) 70 Prozent der Bevölkerung hier zu Lande lehnen den
Afghanistan-Einsatz ab und fordern die Rückkehr der Bundeswehr – je eher
desto besser. Nach Auffassung der Friedensbewegung hier zu Lande und
nach Auffassung der Mehrheit der Zivilgesellschaft in Afghanistan muss
es in einem ersten Schritt zu einem sofortigen Waffenstillstand und zu
einem sofortigen Beginn des Abzugs der NATO-Truppen Truppen kommen.
Heinz Josef Algermissen, Bischof von Fulda, hat in einer viel beachteten
Botschaft erklärt: “Wer den Einsatz in Afghanistan Krieg nennt, muss
auch den Mut haben, diesen Krieg umgehend zu beenden. Afghanistan
braucht Frieden.”
7) Ein Abzug der Truppen ist nicht gleichbedeutend mit einem Rückzug
aus der Verantwortung. Im Gegenteil: Parallel dazu muss die
ausschließlich zivile Hilfe verstärkt und verbessert werden. Das sind
wir dem geschundenen Volk in Afghanistan schuldig.
Der Bundesausschuss Friedensratschlag geht davon aus dass die
NEIN-Stimmen im Bundestag zunehmen werden. Dies wird auch in den Reihen
der SPD-Fraktion der Fall sein, obwohl deren Führung abermals die
Kriegsverlängerung empfiehlt und Druck auf die Abgeordneten ausübt. In
der Mitgliedschaft und der SPD-Wählerschaft wird diese Haltung immer
weniger mitgetragen.
Für den Bundesausschuss Friedensratschlag:
Peter Strutynski (Sprecher)
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Selbstverständnis des Berliner Bündnisses „Schule ohne Militär“
In Berlin arbeiten seit letztem Jahr Organisationen und
Einzelpersonen aus der Berliner Friedensbewegung zusammen, um sich gegen
die zunehmende Präsenz von Bundeswehrsoldaten an den Berliner Schulen
zu wehren.
Hier die ausgearbeitete Erklärung des Berliner Bündnisses “Schule ohne Militär”:
Selbstverständnis des Berliner Bündnisses „Schule ohne Militär“
Seit vielen Jahren wird eine massive Militarisierung der Gesellschaft
vorangetrieben. Durch eine zunehmende Präsenz der Bundeswehr in der
Öffentlichkeit sollen Waffen und Krieg als Mittel der Konfliktlösung
als Normalzustand dargestellt und in der Gesellschaft ideologisch
verankert werden.
Die neuen Aufgaben des deutschen Militärs als Armee im weltweiten
Einsatz zur Sicherung von Rohstoffen, Handelswegen und Absatzmärkten und
die Umdeutung des verfassungsmäßigen Verteidigungsbegriffs sind
gesellschaftlich höchst umstritten. Das Bündnis Schule ohne Militär
betrachtet das frühzeitige Werben der Bundeswehr bei Kindern und
Jugendlichen auch als Werben um Akzeptanz für eine Militarisierung von
Politik und Gesellschaft, als Kriegserziehung gegen den Willen vieler
Eltern, Schüler_innen und Lehrer_innen. Durch die Präsenz von Militär an
Schulen sollen die Kinder und Eltern an die Normalität des Krieges
gewöhnt und die Schüler_innen als neue Soldat_innen geworben werden.
Dafür werden speziell geschulte Militärangehörige auf Jugendmessen, bei
öffentlichen Festen, Freizeitevents, an Hochschulen und sogar direkt im
Unterricht an Schulen eingesetzt.
Durch eine direkte Einflussnahme und die Gestaltung von
Unterrichtseinheiten, durch die Bereitstellung von Lehrmaterial für den
Unterricht und durch das Angebot von Seminaren für Schüler_innen und
Lehrer_innen wird intensiv für die Bundeswehr und das Militär geworben.
In einigen Bundesländern wurden auch Kooperationsvereinbarungen zwischen
Bundeswehr und Kultusministerien geschlossen.
Das Bündnis “Schule ohne Militär” wendet sich gegen diese
Militarisierung unserer Bildungseinrichtungen. Gemeinsam arbeiten die
Mitgliedsorganisationen und Gruppen gegen jeglichen Einfluss von Militär
auf Schulen und Bildungseinrichtungen
Das Bündnis „Schule ohne Militär“ besteht aus Gruppen, Organisationen
und Einzelpersonen, die sich auch aktiv in anderen Bereichen der
Antikriegsbewegung engagieren. Durch eine Schwerpunktsetzung auf den
Bereich Militarisierung der Schule will es einen Beitrag für eine
militärfreie Gesellschaft leisten.
Ziele des Bündnisses sind:
• Wir wollen erreichen, dass die Schulen und anderen
Bildungseinrichtungen grundsätzlich zu militärfreien Einrichtungen
werden. Wir setzen uns dafür ein, dass Schulen sich jeglicher
Einflussnahme durch die Militärs verweigern.
• Wir unterstützen Schulen, Gewerkschaften, Schüler_innen, Lehrer_innen
und Elternvertretungen darin, sich öffentlich gegen eine Beteiligung von
militärischem Personal am Unterricht zu engagieren.
• Wir wollen jede Form von Kriegserziehung verhindern und erreichen,
dass der strikt zivile Charakter von Schule in jedes Schulprofil
aufgenommen wird.
• Wir wollen durch Informationsveranstaltungen die Schüler_innen,
Lehrer_innen, Elternvertretungen und Schulen erreichen, um ihnen
Informationen und rechtliche Beratung anzubieten, damit jegliche Präsenz
von Militärs an Schulen verhindert wird.
• Wir wollen durchsetzen, dass die Bundeswehr weder unmittelbar noch
mittelbar Lehr- und Unterrichtsmaterialien zur Verwendung an Schulen
erstellt. Die Schulen, Lehrer_innen, Schüler_innen und
Elternvertretungen wollen wir bestärken, dieses Material zurückzuweisen
und dies auch öffentlich bekanntzumachen.
• Wir fordern, jede Einbindung der Bundeswehr in die Aus- und Fortbildung von Lehrkräften und Referendar_innen zu beenden.
• Wir setzen uns dafür ein, dass weder das Land Berlin noch einzelne
Bezirke in Berlin Kooperationsvereinbarungen mit der Bundeswehr
schließen und unterstützen Initiativen, die darauf abzielen, die
bestehenden Kooperationsvereinbarungen in anderen Bundesländern
aufzukündigen.
Die NaturFreunde Berlin sind Mitglied im Bündnis “Schule ohne Militär”
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Friedenspolitisches Aktionsprogramm 2011
Friedenspolitisches Aktionsprogramm 2011
Verabschiedet vom Bundesausschuss Friedensratschlag im Dezember 2010
Die Regierungen der reichen Staaten befestigen ihre Machtstellung
gegenüber den Rest der Welt. Dazu soll die NATO gestärkt, die
Europäische Union militarisiert und die Bundeswehr endgültig in eine
Interventionsarmee transformiert werden. Dagegen regt sich Widerstand in
vielen Teilen der Welt. Während große Kriege wie die in Afghanistan, in
Pakistan und viele bewaffnete Konflikte in Afrika, Asien und
Lateinamerika weiter geführt werden, besteht die Gefahr neuer Kriege
insbesondere im Nahen Osten (Iran) und im Sudan. Friedenspolitik muss
auf die Beendigung aller Kriege und auf die Verhinderung neuer Kriege
dringen. Abrüstung und die Achtung des Völkerrechts sind zwei notwendige
Voraussetzungen für eine andere, eine friedlichere Welt. Letztlich
setzt die internationale Friedensbewegung auf eine vorausschauende,
präventive Friedenspolitik, die weltweit auf Beseitigung der
Konfliktursachen gerichtet ist.
Schwerpunkte unserer friedenspolitischen Arbeit 2011 werden sein:
(1) Afghanistan-Krieg beenden: Der Kampf um die
Beendigung des Afghanistan-Krieges hat für die Friedensbewegung
weiterhin Priorität. Die Ergebnisse des Krieges sind desaströs. Ein
Abzug der Bundeswehr wäre ein ermutigendes Signal auch für andere
Staaten. Das entspräche auch dem Wunsch der übergroßen Mehrheit der
Bevölkerung in Deutschland. Die Friedensbewegung hat sich im Sommer 2010
auf den gemeinsamen Unterschriften-Appell „Den Krieg in Afghanistan
beenden – zivil helfen“ verständigt, für den weiter breit geworben wird.
(2) Atomwaffen abschaffen: Der Einsatz atomarer
Waffen und deren Ersteinsatz bleiben Teil der strategische Planung. Alle
Appelle an die Regierungen zur Einhaltung des Nichtverbreitungsvertrags
werden so lange wirkungslos bleiben, als nicht die Atomwaffen
besitzenden Staaten mit gutem Beispiel voran gehen und mit der Abrüstung
Ernst machen. Atomwaffenfreie Zonen, z.B. auch für den hochexplosiven
Nahen und Mittleren Osten, können geeignete Schritte auf dem Weg zu
einer atomwaffenfreien Welt sein. Als deutschen Beitrag zur atomaren
Abrüstung fordern wir den Abzug der US-Atomwaffen aus Büchel und die
Beendigung der atomaren Teilhabe im Rahmen der NATO.
(3) Die NATO delegitimieren: Die NATO ist zu einem
Überbleibsel einer untergegangenen bipolaren Weltordnung geworden. Ihr
Fortbestand dient der militärischen Absicherung imperialistischer
Interessen gegen die Ansprüche der Völker der unterentwickelt gehaltenen
Welt und richtet sich gegen Mächte, die dem freien Fluss ausländischen
Kapitals nationale Schranken entgegen setzen wollen. Wir stellen die
NATO dar, als das was sie ist: Der größte Militärpakt der Erde, dessen
Mitgliedsstaaten drei Viertel der weltweiten Rüstungsausgaben auf sich
vereinen, und der bereit ist, seine imperialen Interessen nicht nur in
Afghanistan, sondern auch sonst in der Welt durchzusetzen. Die
Friedensbewegung arbeitet weiter an der Delegitimierung der NATO mit dem
Ziel ihrer Abschaffung.
(4) „Nein zur europäischen Militärunion“: Die
Europäische Union ist mit dem Lissabon-Vertrag endgültig zu einem
Militärbündnis geworden. Sie verfügt über eine eigene
Sicherheitsstrategie, über eigene militärische Fähigkeiten (z.B. die
bekannten Battle Groups) und eine europäische Rüstungsagentur, deren
Aufgabe es ist, die geforderte Verbesserung der militärischen
Fähigkeiten der EU (Aufrüstungsverpflichtung) zu vermitteln und zu
managen. Wie in der Kampagne gegen den Verfassungsvertrag muss es auch
heute für die Friedensbewegung heißen: „Ja zu Europa, Nein zur
europäischen Militärunion“.
(5) Keine Interventionsarmee Bundeswehr: Guttenbergs
Bundeswehrreform zielt auf weltweite Interventionsfähigkeit zur
Sicherung der wirtschaftlichen Interessen „Deutschlands“ ab. Die Devise
der Herrschenden lautet: Kleiner und feiner, effektiver und aggressiver!
Wir weisen darauf hin, dass die Bundeswehr gemäß dem Grundgesetz und im
Einklang mit dem Gewaltverbot der UN-Charta ausschließlich der
Verteidigung dient. Darüber hinaus fordern wir die Abrüstung der
Bundeswehr bis zu ihrer Abschaffung.
(6) Keine Auslandseinsätze der Bundeswehr: Die
grundsätzliche Ablehnung aller Auslandseinsätze der Bundeswehr gehört
zum festen Bestandteil der Friedensbewegung. Deutsche Soldaten haben
weder in Afghanistan, noch auf dem Balkan, noch am Horn von Afrika oder
im Sudan etwas zu suchen. Wo Menschen ihrer fundamentalen Rechte beraubt
werden, ist wirksame Hilfe nur mit zivilen, nicht-militärischen Mitteln
möglich. Jede Prävention, jede Form ziviler Konfliktbearbeitung, jeder
Einsatz politischer, ökonomischer, sozialer und kultureller Mittel ist
das vernünftige Gegenteil von militärischer Intervention.
(7) Schluss mit den Rüstungsexporten: Die
Bundesrepublik Deutschland belegt seit Jahren einen der vordersten
Plätze im internationalen Rüstungsgeschäft. Geliefert wird in alle
Weltteile, in Spannungsgebiete und an Bürgerkriegsparteien. Wir fordern
ein Verbot jeglichen Rüstungsexports. Auch die sog. „Kleinwaffen“ dürfen
nicht weiter gegeben werden; Lizenzverträge mit anderen Staaten sind zu
verbieten.
(8) Rüstungsindustrie verstaatlichen und konvertieren:
Die privatwirtschaftlich organisierte Rüstungsindustrie ist am Gewinn
interessiert und kennt weder Moral noch politische Verantwortung. Alles
deutet darauf hin, dass die Rüstungsunternehmen ihre Produktion auch
über eine Ausdehnung des Exports steigern will. In der schwarz-gelben
Regierung haben sie einen wichtigen Förderer ihrer Anliegen. Wir setzen
dem entgegen: Die hoch gefährliche Rüstungsindustrie muss verstaatlicht
und gezielt auf die Produktion nützlicher ziviler Güter umgestellt
werden (Konversion). Der Staat als 100-prozentiger Abnehmer der
produzierten Waffen und militärischen Geräte trägt auch die
Verantwortung für die Umstellung der Rüstungsproduktion bei Erhalt der
Arbeitsplätze.
(9) Gegen die Militarisierung von Schule, Hochschule und Gesellschaft:
Die Regierung ist bestrebt, durch verstärkte Werbeanstrengungen – auch
unter arbeitslosen Jugendlichen – dem Schwund an Nachwuchs entgegen zu
wirken. Zugleich wird damit die innere Militarisierung vorangetrieben.
Diese Offensive setzt auf die Militarisierung der Bildung und des
Denkens und macht weder vor Schule, Hochschule und Arbeitsagenturen noch
vor Jahrmärkten und Volksfesten halt. Wir unterstützen alle Aktivitäten
die darauf abzielen, die ideologische Offensive der Bundeswehr
abzuwehren, die sich heute an Schulen, Messen („Karrieretreffs“),
Volksfesten oder bei Gelöbnissen und Zapfenstreichen manifestiert. Wir
unterstützen den Kampf der Studierenden für die Einführung von
„Zivilklauseln“.
(10) Völkerrecht einhalten und UNO demokratisieren: In
der UN-Charta sind die wesentlichen Prinzipien des Völkerrechts
verankert wie die Souveränität, Gleichberechtigung und territoriale
Integrität der Staaten, das unbedingte Gewaltverbot sowie das Verbot,
sich in die inneren Angelegenheiten von Staaten einzumischen. Die
militärische Dominanz der NATO-Staaten vermochte bereits dreimal nach
Ende der Blockkonfrontation durch Aggressionskriege (gegen Jugoslawien,
Irak und Afghanistan) sich über das Völkerrecht hinweg zu setzen. Obwohl
problematische und falsche Entscheidungen des UN-Sicherheitsrats
nachträglich zu Legitimierungen dieser völkerrechtswidrigen
Angriffskriege geführt haben, bleibt das UNO-System ohne vernünftige
Alternative. In der UNO-Vollversammlung sowie in den meisten Gremien und
Untergliederungen stehen die große weltweite Mehrheit der
Mitgliedsstaaten gegen imperialistische Einmischung und Dominanz. Im
UN-Sicherheitsrat sind unterprivilegierte Staaten unterrepräsentiert.
Die UNO muss zu einem Anwalt der Schwachen werden. Es muss um eine
Demokratisierung – nicht um eine Marginalisierung der UNO gehen.
Anhang: Ausgewählte Termine für die Friedensbewegung 2011:
- Ende Januar/Anfang Februar: Aktionen gegen die Verlängerung des Mandats für den Bundeswehreinsatz in Afghanistan
- 4./5. Februar : Aktionen gegen die NATO–Sicherheitskonferenz in München
- 19./20. Februar : Afghanistan-Konferenz der Friedensbewegung und VENRO in Hannover
- 15. bis 25. April : Ostermärsche
- 26. April: 25. Jahrestag Tschernobyl
- 1. Mai: Kundgebungen des DGB
- 8. Mai: Tag der Befreiung am 8. Mai
- 22. Juni: 70 Jahre Überfall der deutschen Wehrmacht auf die Sowjetunion
- Juli/August: Sommerakademie des Friedensratschlags
- 6./9. August: Hiroshima-/Nagasaki-Tag
- 1. September: Antikriegstag/Weltfriedenstag
- 4. September: 2. Jahrestag des Massakers von Kundus
- 7. Oktober: 10. Jahrestag des Kriegsbeginns gegen Afghanistan (evtl. Afghanistan-Tribunal)
- 3./4. Dezember 18. Friedenspolitischer Ratschlag in Kassel
Bundesausschuss Friedensratschlag
Germaniastr. 14 34119 Kasse Tel.: 0561/93717974 begin_of_the_skype_highlighting 0561/93717974 end_of_the_skype_highlighting
Spenden: Friedensratschlag, Kt.Nr. 217 001 232; Kasseler Sparkasse, BLZ 520 503 53
www.ag-friedensforschung.de
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Rüstungsinvestor will Hess Natur kaufen.
In der Advents- und Weihnachtszeit wird mit
Klinglöckchen, klingelingeling die ‘Heile Welt’ fast herbei geläutet.
Weihnachtsgeschenke für die Lieben werden besorgt und mancher
entscheidet sich bewusst für Produkte, die ökologisch und sozial
verträglich hergestellt wurden.
Jedoch kurz vor Jahresende ist zu befürchten, dass bei Hess Natur,
einem Vorreiter in Sachen Öko- und Sozialstandards bei Textilien,
künftig dieses Anliegen ad absurdum geführt werden könnte.
Die Kampagne für Saubere Kleidung sieht es mit Besorgnis, dass der
us-amerikanische Private-Equity-Fonds und Rüstungskonzern Carlyle
beabsichtigt Hess Natur zu kaufen. Es bleibt nicht nur die Frage, was
wird aus der ethischen Unternehmenspraxis, sondern jeder Euro für
Ökokleidung vermischt sich dann mit Gewinnen aus dem Verkauf von Panzer
und Minen.
Das sind ja friedliche Weihnachten.
Protestiere mit deiner Unterschrift gegen die geplante Übernahme des
Ökotextilunternehmens Hess Natur durch den Private Equity Fonds und
Rüstungskonzern Carlyle!
Hier kann mensch mit seiner Unterschrift widersprechen!
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NATO-Konzept: Interventionsbündnis auf Samtpfoten
NATO-Konzept: Interventionsbündnis auf Samtpfoten
NATO: Teuer und überflüssig
Friedensbewegung: NATO auflösen
Kassel/Hamburg/Berlin, 16. November 2010 – Zum bevorstehenden
NATO-Gipfel in Lissabon, erklärten die Sprecher des Bundesausschusses
Friedensratschlag in Kassel:
Wenn sich die NATO am kommenden Wochenende ein neues strategisches
Konzept gibt, wird es weder Überraschungen noch wirkliche Neuerungen
gegenüber dem bisherigen Programm, geschweige denn gegenüber der
bisherigen Praxis geben.
Seit Ende des Kalten Kriegs war klar, dass das alte
Bedrohungsszenario, das von einem großangelegten Angriff mit riesigen
Panzerheeren aus dem Osten ausging, der Vergangenheit angehört. Auf dem
Gipfel 1991 in Rom gab sich die NATO ein neues Konzept, das den
veränderten Realitäten Rechnung tragen sollte. Seither galten der Kampf
gegen den internationalen Terrorismus und gegen die Weiterverbreitung
von Massenvernichtungswaffen, die militärische Absicherung des freien
Welthandels und des Zugangs zu lebenswichtigen Rohstoffen sowie die
Sicherung der Energieversorgung zu den erklärten Zielen des
Militärbündnisses. Festgehalten wurde auch an der Doktrin der atomaren
Abschreckung einschließlich des Vorbehalts eines “Erstschlags”. Mit dem
Krieg um das Kosovo 1999 wurde zudem die strikte geografische
Eingrenzung des Aktionsradius der NATO auf den atlantischen Raum
(nördlich des Wendekreises des Krebses) aufgegeben. Im Afghanistan-Krieg
zieht die NATO – wie zuletzt Wikileaks aufgedeckt hat – alle Register
einer völkerrechtswidrigen Kriegführung.
Das neue strategische Konzept wird feststellen,
- dass die Hauptaufgabe des NATO-Bündnisses weiterhin die
Verteidigung gegen militärische Angriffe sein wird,
- dass die genannten “neuen Bedrohungen” noch um eine weitere ergänzt
- wird: um Cyber-Attacken, die sich gegen einzelne Mitgliedstaaten
oder gegen Einrichtungen der NATO richten können,
- dass die NATO sowohl in konventioneller als auch in nuklearer
Hinsicht zu weiteren Abrüstungsvereinbarungen bereit ist, wobei das Ziel
eines “Global Zero” für richtig, aber in absehbarer Zeit für nicht
realisierbar gehalten wird,
- dass die NATO Partnerschaften mit geeigneten Ländern und
Organisationen anstrebt, allen voran mit der EU und der UNO und eine
Aufrüstung der militärischen Fähigkeiten der EU unterstützt,
- dass die NATO in Europa ein Raketenabwehrsystem errichten wird, das
einen Schutzschirm gegen potentielle Angriffe aus dem Nahen oder
Ferneren Osten darstellen und Russland als Partner einbeziehen soll, und
- dass Fragen der Energiesicherheit und des Klimaschutzes, der
Armutsbekämpfung und der Entwicklung zu Angelegenheiten der NATO werden.
Das neue NATO-Konzept will den Anschein erwecken, als handele es sich
um ein Bündnis kollektiver Sicherheit, das den grundlegenden Werten von
Demokratie, Freiheit und der Wahrung von Menschenrechten verpflichtet
sei und auf der völkerrechtlichen Grundlage der UN-Charta operiere. Die
NATO kommt auf Samtpfoten daher, bleibt aber ein bis an die Zähne
bewaffneter Militärpakt, der 75 Prozent der weltweiten Rüstungs- und
Militärausgaben auf sich vereinigt und tendenziell alle Probleme der
globalisierten Welt “versicherheitlicht”, d.h. zu einem Gegenstand
militärischer Überlegungen und Antworten macht. Das jüngste Beispiel
sind Cyber-Attacken. Morgen (16. Nov.) beginnen unter dem Titel “Cyber
Coalition 2010″ dreitägige NATO-Übungen, in denen die Möglichkeiten der
Reaktion auf mehrfache, gleichzeitig vorgetragene Cyber-Attacken
durchgespielt werden sollen. Hierfür gibt es bereits einen NATO-Stab,
das “NATO Cyber Defence Management Board”.
Die Friedensbewegung wendet sich entschieden gegen alle Versuche, die
NATO als global agierende Sicherheitsagentur mit umfassenden
Kompetenzen zu etablieren und dafür von den Mitgliedstaaten steigende
Beiträge zu fordern. Die meisten Risiken, mit denen die NATO ihre
Existenz begründet, sind ziviler Natur und demnach auch nur zivil, also
nicht-militärisch zu lösen. Hierfür existieren mit den Vereinten
Nationen und mit der vernachlässigten OSZE zwei Organisationen, in deren
Rahmen die genannten Probleme verhandelt und gelöst werden können. Ein
Militärbündnis – das größte, das die Weltgeschichte je gekannt hat –
braucht es dafür nicht.
Der Bundesausschuss Friedensratschlag wird seine Kampagne zur
Delegitimierung der NATO fortsetzen. Dabei ist zu zeigen,
- dass Militärpakte aufgrund des allgemeinen Gewaltverbots keine
Existenzberechtigung haben,
- dass kollektive Sicherheitssysteme, weil sie exklusiv wirken, nicht
zu mehr Sicherheit beitragen, sondern die davon Ausgeschlossenen
ihrerseits zu entsprechenden militärischen Vorkehrungen veranlassen,
- dass die NATO-Staaten heute rund 900 Milliarden US-Dollar für
Militär und Rüstung ausgeben, das sind 75 Prozent der weltweiten
Rüstungsausgaben,
- dass es ein Gebot der menschlichen Vernunft ist, die Auflösung
dieser sündhaft teuren Verschwendungs-Allianz zu fordern, damit die
Mittel zur Bekämpfung der dringendsten Menschheitsprobleme verwendet
werden können.
Für den Bundesausschuss Friedensratschlag:
Lühr Henken, Hamburg/Berlin
Peter Strutynski (Kassel)
Bei Rückfragen:
L. Henken, Tel.: mobil: 0160 40 666 30
P. Strutynski, Tel.: mobil: 0160 976 28 972