Wir über uns
NaturFreunde Berlin - Der fortschrittliche Freizeitverband
Gemeinsam lebt es sich intensiver. Ob Naturschutz oder Sport in der Natur, Wandern, Bergsteigen, Ski & Snowboard, Paddeln, Radtouren, Nordic Walking, politisches Engagement oder kulturelle Aktivitäten – alles ist Ausdruck des ganzheitlichen Freizeitverständnisses der NaturFreunde. Die Gesellschaft, in der wir leben, prägt unsere Freizeit ebenso wie unseren Alltag. Ein Entfliehen ist nicht möglich. Gesellschaftliche Veränderung braucht Bewegung.
Solidarisch sind wir im Verband und mit sozial Benachteiligten in der Gesellschaft. Als Selbsthilfeorganisation gegründet wissen wir, dass Freizeit(gestaltung) das Ergebnis sozialen Protests war: 5 Tage Woche, Urlaubsanspruch oder preiswerte Reiseangebote. Wir sehen uns in dieser Tradition und wissen, dass die Auseinandersetzung um eine bessere Gesellschaft noch lange nicht beendet ist.
Grenzübergreifend erstreckt sich unser Netzwerk. In 20 Ländern gibt es mehr als 600.000 Mitglieder und 1.000 NaturFreundehäuser. Zahlreiche Fach- und Ortsgruppen sind lebendiger Knotenpunkt der Berliner NaturFreunde. Sie wirken selbständig und eigenverantwortlich in ihrer Umgebung für die gemeinsame Idee. Das Alter spielt bei uns keine Rolle, denn angefangen vom Kinder- und Jugendbereich bis hin zur Seniorengruppe haben bei uns Groß und Klein und vor allem Familien jede Menge Möglichkeiten, mit den NaturFreunden ihre Freizeit zu verbringen.
Engagiert treten wir ein für eine Gesellschaft, die die Selbstbestimmung des Einzelnen umfassend ermöglicht. Wir streiten für eine Welt frei von Krieg, Unterdrückung und Ausbeutung von Menschen, für eine offene Welt mit gleichen sozialen Rechten für Alle. Wir engagieren uns für Demokratie in allen Lebensbereichen und für eine nachhaltige Produktions- und Lebensweise. Wir wehren uns gegen Rassismus in Staat und Gesellschaft, denn für uns haben alle Menschen gleiche und unveräußerliche Rechte.
Die Läufer: Wandern - Joggen - Walken - Skaten
Wandern zählt zu den beliebtesten Outdoor-Sportarten. Die NaturFreunde haben es dabei immer verstanden, Natur und Kultur sowie die sozialen Gegebenheiten als Einheit zu sehen. Deshalb entstand schon früh der Begriff „Soziales Wandern“: Unterwegs mit den Menschen der Region reden, Bauernhöfe, Handwerks- und Gewerbebetriebe besuchen und sich über die sozialen Strukturen und Probleme informieren. Bei den Berliner NaturFreunden wird in mehreren Gruppen gewandert. Wir nutzen dabei die Berliner Wälder und das Brandenburger Umland für unsere Aktivitäten. Ausgebildete Übungsleiter garantieren die Qualität unserer Angebote. Darüberhinaus bieten die NaturFreunde aber auch weiter gelegene Ziele: Reizvolle Wandertouren durch Wälder, Täler und Schluchten, anspruchsvolle Bergtouren mit atemberaubendem Ausblick sowie erlebnisreiche Wanderungen zu historischen Orten. Ob Sport- oder Genusswanderer: das ganze Jahr hindurch gibt es attraktive Touren für alle.
Walken und Joggen ist in Gesellschaft am Schönsten. Den Kopf frei bekommen und den Alltagsstress abschütteln. Bei unseren regelmäßigen Lauftreffs finden Einsteiger und Profis das richtige Tempo. Gemeinsame Aufwärmübungen und getestete Laufrouten schaffen optimale Bedingungen. Und die Geselligkeit darf anschließend natürlich auch nicht zu kurz kommen.
Inline-Skaten ist ein Sport für Jung und Alt. Die Berliner Innenstadt ist im Rahmen der Blade Night ebenso unser Revier wie die wunderschönen und kilometerlangen Skaterouten in Brandenburg.
Die Gipfelstürmer: Wintersport - Klettern
Kanusport betreiben wir gerne als Wanderfahrten auf den Gewässern Berlins und des Umlandes. Beschauliches Wasserbummeln, Fahrten über Seen und gemächlich strömende Gewässer vermitteln Ruhe und Erholung. Ein Kanuwanderer erlebt Natur direkt, mit Körper und Sinnen, und aus einer ganz anderen Perspektive. Dabei werden Tagesfahrten von unserem Spandauer Bootshaus genau so gerne unternommen wie mehrtägige Gepäcktouren oder auch mal eine Urlaubsfahrt auf Gewässern in anderen Ländern. Für unsere Kinder bietet das Kanu Abenteuer, sportliche Herausforderung, Spaß beim Spielen und Toben auf dem Wasser, aber auch intensives Naturerlebnis, Gemeinschaft, Entwicklung ihrer Fähigkeiten und Selbstständigkeit.
Ob Anfänger oder erfahrener Paddler, ob Zahm- oder Wildwasser oder auch Großgewässer, die NaturFreunde bieten Fahrten und auch Aus- und Weiterbildung, mit qualifizierten Übungsleitern und immer so, dass die Natur nicht unter’s Paddel kommt.
Die Jugend: Seminare - Camps - Kampagnen
Schüler, Azubis und Studierende organisieren sich innerhalb der NaturFreundejugend. Themen und Aktionsformen werden selbst bestimmt und auf der Mitgliederversammlung beschlossen. Wöchentliche Arbeitskreise zu Themen wie Rassismus, Geschlechterverhältnisse oder Nationalismus dienen der Diskussion und Vorbereitung von Veranstaltungen. Mit eigenen Kampagnen und der Zeitung „submarine“ wehren wir uns z.B. aktiv gegen Rassismus und Antisemitismus in der Gesellschaft, gegen den Übergang in den Überwachungsstaat und die Zerstörung der Umwelt. Wir streiten für den Ausbau demokratischer Rechte und offene Grenzen.
Wir bieten Wochenend- und Tagesseminare zu politischen Themen, aber auch „handwerkliche“ Kurse, wie Rhetorik, Layout und SV-Arbeit. Das halbjährliche Seminarprogramm „educate yourself“ bietet mit jeweils ca. 15 Seminaren für jeden Geschmack das Richtige.
Wir organisieren Reisen für Kinder und Jugendliche, bei denen Selbstbestimmung, sanfter Tourismus und das Kennenlernen anderer Länder im Vordergrund stehen. Jährlicher Höhepunkt ist das linke Sommercamp an der Ostsee. Das Reiseprogramm umfasst rund 20 Kinder- und Jugendreisen sowie internationale Begegnungen in Israel, Rußland oder den USA.
Die Grenzgänger: Reisen - NaturFreundehäuser
Reisen betreiben wir auf die sanfte Tour. Sport- und Familienreisen zählen ebenso zu unserem Programm wir Kinder- und Bildungsfahrten. Reisen ermöglichen unschätzbare Erfahrungen und neue Freundschaften. Die NaturFreunde haben dabei ihren Anteil an der Entwicklung zum Tourismus, indem sie für das Recht und die Möglichkeit eines Jeden eintraten, Reisen zu unternehmen und sich frei zu bewegen. Dennoch sind wir uns der Schattenseiten des Tourismus bewusst: Das ungleiche Verhältnis zwischen „Reisenden“ und „Bereisten“ in Dritte-Welt-Ländern wird von uns ebenso thematisiert, wie die sozialen, ökonomischen und ökologischen Auswirkungen in den Touristenorten. Wir suchen nicht die Unterschiede in der „Fremde“ sondern interessieren uns für die Gemeinsamkeiten und die sozialen Verhältnisse der Menschen, die wir bei Reisen treffen.
Mit dem Konzept des sanften Tourismus verbinden wir auch eine neue Reisekultur, denn „die wirkliche Entdeckungsreise besteht nicht darin, neue Landschaften zu erforschen, sondern darin, mit neuen Augen zu sehen“. In unserer Kampagne „Reisen auf die sanfte Tour“ haben wir Tipps und Ideen für sanfte Ferien und eine umweltfreundliche Ausübung von Natursportarten erarbeitet und nicht nur innerhalb des Verbandes verbreitet. Wir bemühen uns, bei allen Unternehmungen diese Vorsätze einzuhalten. Dabei soll aber keinesfalls an Spaß und Unterhaltungswert gespart werden.
NaturFreundehäuser sind Stätten der Begegnung. In über 1000 NaturFreundehäusern weltweit können Menschen ihre Freizeit selbstgestaltet, anregend und erholsam verbringen. Das Angebot reicht von der kleinen Schutzhütte mit Selbstversorgung über zweckmäßige Wanderherbergen bis zu modernen Bildungseinrichtungen oder Familienerholungsstätten mit großzügigem Komfort.
Die Berliner NaturFreunde sind mit drei Häusern in der Stadt und im Umland präsent. Hier finden Jugendliche für Seminare und Klassenfahrten ebenso ein Quartier wie Selbstversorgergruppen oder junge Familien. Die Häuser sind Treffpunkte für junge und alte NaturFreunde: Kulturabende, Grillfeste, politische Gesprächsrunden und vieles mehr.
Die Gesellschafter: Kultur - Politik - Bildung
Kultur bedeutet für uns das Leben genießen und die Welt verstehen gleichermaßen. Bei den NaturFreunden steht Kultur für eine aktive und engagierte gesellschaftliche Auseinandersetzung mit Erkenntnis, Spaß, gemeinsamem Erleben und Gestalten. „Kultur selbstgemacht“ heisst es deshalb beim Tanzen und Singen, Theaterspielen und Musizieren. Aber auch gemeinsame Theater- oder Kinobesuche stehen auf unserem Programm.
Wöchentliche Tanztreffen im Karl-Renner-Haus sind dabei ebenso beliebt, wie Frischluft für die Kultur: Beim Musiksommer in Üdersee treffen sich einmal jährlich musizierende NaturFreunde aus ganz Deutschland. Eine Woche im Zeichen der Musik.
Politik ist mehr als Bundestag. Mit Kampagnen und Bündnissen streiten NaturFreunde für die Themen, die ihnen am Herzen liegen: Ob für einen gesetzlichen Mindestlohn, eine entmilitarisierte Außenpolitik oder den Ausstieg aus der Kernernergie. Aber auch im kleinen Kreis, bei Diskussionsveranstaltungen oder Gruppenabenden ist die Gesellschaft in der wir leben Gegenstand anregender Gespräche.
Bildung ist für uns mehr als Schule und unabhängig vom Alter. Sich weiterentwickeln und neue Sichtweisen kennenlernen ist für uns auch ohne Lehrplan möglich. Bei den Gesprächsrunden auf der Skihütte, den Themenwanderungen zu historischen Orten oder den offenen Diskussionsabenden im Karl-Renner-Haus kann sich jeder einbringen.
Aber auch die fachliche Qualifizierung zum Fachübungsleiter für Skifahrten oder Wanderungen schafft neue Eindrücke und eröffnet vielfältige Möglichkeiten.
Die Geschichtenerzähler: Seit 100 Jahren in Bewegung
Die NaturFreunde gründeten sich 1885 in Wien als touristische Selbsthilfeorganisation der Arbeiterbewegung. Die gegenseitige Solidarität war auch dringend erforderlich, denn Eisenbahnfahrkarten oder Übernachtungsplätze in Herbergen waren praktisch unerschwinglich. Mit dem Gruß „Berg frei“ kämpften sie für das freie Wegerecht in der Natur und gegen Betretungsprivilegien von Adel und Bürgertum. Neben dem Eintreten für ein gleiches Wahlrecht befanden sich die NaturFreunde auch beim Kampf um den 8-Stunden-Tag an der Seite der Gewerkschaften. Der Arbeiterfreizeitverein fand in den folgenden Jahren regen Zulauf. 1908 wurde eine Berliner Ortsgruppe gegründet. Mit Massenausflügen von einigen hundert NaturFreunden – mit Kind und Kegel – ging es an den freien Tagen hinaus in das Berliner Umland. Neben Wanderungen gewann zunehmend Skifahren und Wasserwandern aber auch Musizieren an Bedeutung.
Ab 1910 wurde in Eigeninitiative und unterstützt durch Kleinstspenden und Anteilsscheine mit dem Bau von NaturFreundehäusern begonnen. Bis zum Ende der Weimarer Republik entstanden auf diese Weise 300 Häuser in Deutschland. Aber die NaturFreundehäuser waren nicht nur billige Wanderherbergen, sondern mit ihren Bibliotheken, Ausstellungen und Vorträgen auch gleichzeitig selbstverwaltete Bildungseinrichtungen und Freiräume für ungestörte politische Betätigung. Die Häuser wurden zu Treffpunkten und Veranstaltungsorten der Arbeiterbewegung.
1933 wurden die NaturFreunde verboten, zahlreiche Mitglieder verhaftet und umgebracht. Die Häuser wurden enteignet. Einige NaturFreunde hielten den alten Zusammenhang illegal aufrecht, untersützten aktiv den Widerstand oder kämpften in den alliierten Streitkräften gegen das faschistische Deutschland.
Bereits 1945 veröffentlichten amerikanische NaturFreunde einen Aufruf zur Wiedergründung der NaturFreunde in Deutschland. In der Bundesrepublik engagierten sich NaturFreunde gegen die Remilitarisierung, die atomare Bewaffnung der Bundeswehr und später in der Ostermarschbewegung. Aber auch in den Protesten gegen den Vietnam-Krieg, die Notstandsgesetze oder den Nato-Doppelbeschluss fanden sich NaturFreunde ebenso wie in der Anti-AKW- und Asylrechtsbewegung.
Das jährliche Winterprogramm umfasst in der Regel sechs bis zehn Fahrten. Das Programm reicht von Kinder- und Jugendfahrten über Familien- und Seniorenangeboten bis hin zu Tourenski-, Langlauf- und Schneeschuh-Aktivitäten.
Klettern, Freeclimbing. Hochgebirgswandern. Die Berge entdecken und ersteigen, sei es eine geführte Tour ins Mittelgebirge, über alpine Klettersteige oder eine Hochtour. Doch verantwortungsbewußtes Klettern erfordert Training und eine gute Kondition. Regelmäßige Übungstermine in Berliner Kletterhallen gehören deshalb selbstverstänlich zu unserem Programm. In der Gemeinschaft mit Bergsteigern ist soziales Verhalten wichtig, wenn es gilt, Schwierigkeiten zu bewältigen, Verantwortung für Mitmenschen zu übernehmen. Diesen sozialen Aspekten messen wir ebenso große Bedeutung bei, wie ökologischen Gesichtspunkten. Neben den nach strengen Kriterien ausgebildeten Fachübungsleitern, die verantwortlich Touren planen und führen, bieten die NaturFreunde mit ihren Häusern gute Ausgangsstationen für Bergtouren.
Die Freischwimmer: Kanu - Wasserwandern